Ausgabe 
20.4.1907 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

durch und

eis e s erkannt.

gung.

Da» Fahrrad

DieSiebener $amlllenblätlcr werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das KrtbblaH fttr den Kreis Siehrn" zweimal wöchentlich. Derhessische tanbwlrt" erschemt monatlich einmal.

Compagnie des Infanterieregiments Nr. 115 auS Ober- Hessen halte beabsichtigt, die militärische Karriere einzuschlagen und wollte, da er sich bisher gut geführt hatte, im Herbst kapitulieren. Wegen eines geringen Vergehens wurde er aber zu drei Tagen Arrest verurteilt und er fürchtete nicht mit Unrecht, bau eS mit dem Militär jetzt nichts mehr lei. AuS Furcht vor der Blamage hat er heute früh mit dem Dienst* gerne Ijc sich eine Platzpatrone in den SJlunb geschossen, die ihn zwar in der Rachenhöhle schwer verletzt hat, aber noch die Möglichkeit läßt, daß der in das Militärlazarett Ver­brachte mit dem Leben davonkommt.

Darmstadt, 19. April. I. K. H. der Grobherzog und die Großherzogin mit Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen trafen gestern abend im Auto von Homburg v. d. H. wieder hier em und besuchten abends die Vorstellung im Großh. Hoftheater. I. Sl. H, der Groß- Herzog und die Großherzogin empfingen heute vormittag Prinz und Ptnzejsin Hacl zu Benthetm-Tecklen- bürg. (Darmst. Ztg.)

Redaktion. DxvedMon and ®rudereh Sckml- stratze 7. Expedition and Verlag t>L Redaktion: e-^l 18. Tel.-Adr^ Anzeig ersiehe«.

|id) im wefenll'.chen nach dem vor einiger Zeit nutgeteuien Programm abroideln. Sicherem Vernehmen nach werden die diesjährigen Regiments-undBrigabeExerzieren der diesfcitigen Regimenter in nächster Nähe, zwilchen Griedel und Gambach stallsinden. Das hiesige 1. Bataillon der

168er hat morgen Besichtigung.

X Beltershain, 19. April. Einem hiesigen Fuhr manne gingen bei Grünberg die Pferde l schleiften ihn. Die Verletzungen sind leicht.

sd. Darmstadt, 19. April. Ein Gardist der Leib

fünf Tage geschlossen.

An läge musik finbet morgen vormittag ll1/, Uhr in der Südanlage nach folgendem Spielplan statt: 1. Luver- tnre zu .Oberon* von Weber; 2. La Barcaiole! Walzer von Juttas; 3. Zwei Motive ausBenvenuto* von Hector Berlioz; 4. Armeemarsch 9ir. 57,Ter Möllenborsir*.

= Butzbach, 19. April. Auf ber Tagesorbnrmg des 24. DelegiertentagS des Rhein Matn-Verbandß Deutscher Gastwirte, der am 23. und 24. bs. Mts. hier tagen wird, stehen u. a. folgende Punkte, die von allgemeinem Interesse sind: Antrag bei der Regierung auf Aufhebung des Klavierstempels, Aushebung ber Feierabendstunden, Be* rechnung der Automatenstempel nach Größe deS Betriebs und des Orts, Antrag des Wirtcverems in Blainz um Bekämpfung der Animierknelpen, Antrag aus Umwandlung des Verdcmbs- kohleniäurewerks in eine Genossenschaft mit beschr. Haftung und Ausgabe von Anteilscheinen zu je 100 Mark. Die mit dem Verbandstag verbundenen festlichen Veranstaltungen werden

Die Katze".

Am 2 Marz b. I. machte em hiesiger Arbeiter mit seinem Nachbar Skandal, indem er angeblich nach einer Katze suchte, die dieser in feiner Wohnung eingesperrt haben sollte. Sie war jedoch dort nicht zu finden. Schließlich warf er noch, dem Nach­bar z w e i F e n st e r im Werte von ca. 2 Mk. mit einer Kohlen­schippe ein. Mit Rücksicht auf seine mehrfachen Lorstrasen erhicl der Angeklagte 2 Wochen Gefängnis wegen Sachbeschädu

parlaincntarijcfyc».

Be rlin, 19. April. Die Budgetkommission des Reichstages beriet beute den Ga.at des Reichskolo - nialamtes; sie bewilligte u. a. 18 000 Mk. für einen heirat bei den Botschaften in London uno Paris zum Studium ausländischer Kolonial- und Rechtsverhältnisse.

Wie eine Korrespondenz erfuhrt, scheint es so gut wie sicher zu sein, daß der Reichstag zwei Tage vor Pfingsten bis zum Herbst vertagt wirb. Man i,t übereingeEommen, vis baijtn noch den (Ka., die Ergänzung^- etats, die Majeftätsbeleioigungsoorrage und die litordoscseL- tanafüoruige zu verabschieden, und von einigen anderen Gesetzen, die dem Reichstage demnächst zugegen werden, txnunrer Reichs-Uilb.am.ei.pL.isiousgi s,tz, Ve.sicherung^oer- tragsentwurf, die ersten Lesungen zu beenden. Der Rcst bleiot für den Herbst aufgespart.

Im Reichstag wird ein Antrag auf Regelung des Depositenbank wesens eingcbracht werden durch Prof. Dr. Faßbender (Ztr.) und Genossen.

Die Budgetkommission des Abgeord­neten lauses trat in die Beratung des Pen, ions- und Re liltengesetzes ein; Das Gesetz findet auch auf die Oberwachtmeister, die Gendarmen und die Land- genbarmerie Anwendung; dagegen erfolgt die Pensionierung der Gendarmerieosfiziere nach den für die Offiziere des ReichsheereS geltenden Vorfchrif^n mit der Maßgabe, daß der tecajnung der Pension das pmsionsfähige Tienft- einlvmmen der denselben Dienstgrad bekleidenden Offiziere des Reichsheeres zugrunde gelegt wird. Die Zioildienstzeit, U»clche vor den Beginn des 21. Lebensjahres fällt, bleibt außer Berechnung, desgl. die vor den Beginn des 18. Lebens- jahres fallende Mituardienstzeil. Rur im itricg^fail wird die Militardienstzeü während deS Krieges vom Tage des Eintritts an gerechnet.

Als ein hiesiger ©üjvedienty^uig am 26. Februar b. I. bei Gelegenheit des Austragcns von Zeitungen in em Haus kam, bemerkte er ein dort im Flur stehendes Fahrrad. Er schraubte von demselben die beiden Lustventile ab. Auf der Straße wart er sie jedoch wieder weg. Ter Angeklagte, der zwar |db|t ein Rad besitzt, behauptete in der heutigen Sitzung, er habe die Ventile sich nicht aneignen wollen; er habe vielmehr nur dem Besitzer des Fahrrades einen Streich spielen wollen, inoem tc bie Luft aus den Schläuchen heiausgelasten habe. Da bmer Punk: zu wenig aufgeklärt war, wurde die Verhandlung ver­tagt, um einen Zeugen hierüber zu hören.

(feine eriolgrciche Beru.ung.

TaS Schöffengericht Altenstadt hatte den Landwirt Fr. W. 9L II. zu Ooeruu auf Prioatkiage st 91 wegen tüit Udjct uud öffentlicher Beleidigung zu cuiei Gelduiuse von 15 Mk. DtrurUiiL Tie Parteieu stehen sich inioige ocrschie- benec Ziviwro-ene feindfeiig gegenulxr. AIS sich die bewcn au, einem Wege, von beui der eine glaubt,:, ber ani>ert baL< ouraui lein yvecut. begegneten, kam es zu einem Wtieuuechi-A, in helfen ikuaui der jtugci v-on dem Angcklugum btneiOiui und heruoigezertt routben sein iviLL Der SüigetUgte Uiueazi dies jetwd) uiiur Aniechtung des Urteils und behauptet, |em Geguer fei mit der Mistgabel aus ihn emgebrungen; er habe ihm Rcfe entriiien und fongcroorfcn. Mit Rücklicht darauf, daß die Zeugen ben Voriail nur aus bei Ferne gefefcn haben und des-, halb bestimmte Atigaben nicht machen konnten, ließ das Gericht, unter Au,Hebung deS SchöfsengericytSutteckS, Freisprechung eüutcieiL

Schöffe»(gcricht Gicßcn.

--- Gießen, 19. April.

Einer hiesigen Familie waren schon öfters Geldbeträge und Gegenstände abhanden gekommen, ohne daß inan den Ämter fallen konnte. Im Anfang Februar d. I. war abermals ein Alb um im Werte von 50 Pfg. verschwände n. Man hatte den Sohn einer im gleichen Hause wohnenden Familie nn Verdacht. Zn der Tat fand sich auch bei ihm das Album vov. Er gestand zu, in einem unbewachten Augenblick bas Album aus bem Zimmer geholt zu haben. Er hatte vergeblich versucht,, es weiter zu verlauft. Weitere Diebstähle begangen zu haben, bestritt der Angeklagte. Mit Rücksicht auf die Geringfügigkeit des gestohlenen Olstektes wurde auf die Strafe des gerichtlichen Ä e r w

Ta» Bahnprojekt UlrichsteinMücke. ,

Das Eiseabahnkomitee für Groß-Felda und Um- 1 gegerrd hat an dic Zweite Kammer ueueidrngs folgende E i n* gäbe gerichtet'.

Das Eiienbahnkomittt für Groß-Felda und Umgegend hat (n einer Eingabe vom November 1906 zu dem 'jüitrag der Abyg. Brauer und Schmalbach, bett, den Lahuoau Mücke-Ulrichstein- Rixfetd, bereits Stellung genommen und um Führung der Bahn über Grvß-Feck» gebeten. In dieser Vorstellung wird Nieder- Gemünden zwar als AusgaugSPunlt angenommen, ausdrücklich aber Station Mücke als wunfchenSwer.er bezeichnet. Das Eiien- bahulomitee Ulrichstein erhebt nun in feiner Gegeueingabe Wider­spruch gegen die Abzweigung von Nieder-Gemiuiden aus, weck dadurch, wie auch in unserer Eingabe ausgejührt wurde, die Orte des unteren OlMtales, rote Grvß-Eichcn, Oder-Ohmen und Ruppertenrod ausgeschaltet würden.

Um nun die augestrebte Vereinigung mit bem DbmtaU Projekt nicht zu gefährden, hat daS diesseitige Komitee durch einen Sachverständigen untersuchen lassen, ob der Bezirk Grog- Felda nicht auch durch die Abzweigung in Mücke in eine Bahn­verbindung nach Ulrichstein einbezogen werden könne. Ingenieur Sternsdorif aus Mainz hat eine Geländebesichtigung und generelle Löhenmejsung zwischen Groß-Felda und Ober-Ohmen-Ruppcrten- rod Doigenoininen und spricht sich in seinem ber Großh. Regie­rung vorliegenden Gutachten ganz bestimmt dahin aus, daß der llebersuhrung ber Ohmtalbahn über Groß-Felda nach Ulrichstein technische Schwierigkeiten nicht im Wege ständen. ,

Auf Grund dieses Gutachtens haben wir kerne Veranlassung, weiter aus ber Abzweigung von Station Nieder-Gemünden zu bestehen. Wir schlagen nun folgende Linienführung vor: Mücke- onos-Eichen-Ober-Ohmen-Rnpperieniod- Ernienioü-bNoß'^elüa- Siiiniperlenic'd - Uuler- u>id Ober - Seibertenrod - Ulrichstein nut etwaiger Weitersührung bis Rixfeld. Diese Linie, die geeignet ist, die Interessen des Ohm- und Feldatales in gleicher '«Seile zufrieden zu stellen, möchten wir ganz besonders ber Beachtung aller maßgebenden Streife empfehlen. Zu ihrer Durchführung wurde der Bezirk Groß-Felda mit Freuden bereit fein, bad aus der ca. 10 Kilometer langen Strecke auf ihn entfallende Ga­rantiekapital zu übernehmen. Er würde dies umso lieber tun, als es feststeht, daß sich für die von feiten der Großh. Regie­rung vorgefchlagenen Stichbalm Gwß-Felda-Beerplatte schwerlich ein Unternehmer finden würde, indem bie nur 7 Kilometer lange Strecke gänzlich unrentabel wirb, wenn sie von einem Privat­unternehmer mit besonderem Personal und eigenen Wagen und Lokomotiven in Betrieb gefetzt werden soll. In richtiger Er­kenntnis dieser Sachlage hat darum der Bezirk Groß-Felda für einen Anschluß au daS Ohmtalpwjekt bereits 150000 Mk. Garantiekapital gezeichnet, Während er für das Projekt Beerplatte noch keine bestimmte Summe bewilligt hat.

Eine Vereinigung mit dem Ohmtalprojekt würde jedoch nicht nur dem Bezirk Groß-Felda, sondern auch ber ganzen Bahnlinie Mücke-Rixfeld zugute tontmen. Die Bahn würde nämlich durch Mitnahme des wirtschaftlich hochstehenden Bezirks Grost-Felda rentabler werden und dadurch das Risiko der Garantiezeichner des Ohmtales und des Betticbsuntemehmers verringern. AuS diesen Erwägungen heraus dürste auch das Eisenbahnkomitee Ulrichstein geneigt fein, seinen Widerstand gegen d.e Verschmelzung der beiden Projekte aufzugeben, zumal bie Bedingungen, die das genannte Komitee stellt, durch bas neu ausgestellte bezw. abgeänderte Projekt erfüllt werden, indem keine der in Bettacht kommenden Hauptorte von ber Bahnverbindung ausgeschlossen

weno^ug lüiueu Uiuie. uui twiuag ucc ^>tx.4.vuiigauj be* chlofscn, an Ort und Stelle richterlichen Augenschein unter Zu- iehung eines Geometers einzunehmen und die Schlußverhand- ung am 7. Mai d. I. stattfinden zu lassen. Das Gericht konnte sich angesichts der geringfügigen Strafe der Bemerkung nicht ent­halten, daß bie Sache noch sehr teuer werben könne.

Dic gefätschtc Quittuugökarte.

Der Schlosserge,e..e iw. u. uuii eayuicnenoc bei Halle a. S. würbe zu Schlitz bettelnd betroffen. Er zeigte dem Gen­darmen eine von ihm geiaischie Ouiitungskarte vor, uni damit Den Anschein zu erwecken, als stehe er in regelmäßiger Arbeit, taqädjlia) treibt er sich aber viel bettelnd umyer. Das Gericht trug dem Umstand Rechnung, daß der Angeklagte infOige einer verttüppelten Hand in feiner Arbeitsfähigkeit beichräntl ist und erkannte auf eine durch die erlittene Uruersuchungshast als ver­büßt zu erachtende GeiängniSstrase von 3 Tagen jur die Ur* kundensäischung. Wegen Bettelns erhielt er 14 Tage Hast. Ter Haftbeiehl wurde außer Vollzug gesetzt und der Angeklagte ent­lassen.

(fein schlagfertige» (ihc^aat.

Den Eheleuten CH. B. von Bellmuth war mitgeteilt worden, bau sich ein Knecht auf dem Hos Konrabsdorf mißliebig über sie ausgelassen hatte. Sie stellten ihn aus tem Weg zur Aroeit zur 'Rede und Jdnugen sosort mit Stöcken auf ihn ein, sodaß er erhebliche Verletzungen davonttug. Das Schossenge- richt verurteilte sie deshalb rutgen zlörperverletzung, und zwar erhielt B. 6.Wochen und seine Frau einen SDionat Gefängnis. Sie erhoben Berufung, ber sich die Staatsanwaltschaft an- schloß. Ta sie zum Berusungsterinin nicht rechtzeitig erfajicnen, nahm bie Staatsanwattschait ihre Berujung zurück mit dem Antrag, bie der Angeklagten zu »eriuerien, waS auch geschah.

vndcnftreiche.

Anfang März ds. Js. kaufte sich ein hiesiger Schüler ein Desching nebst Patronen. Am 3. M^rz, einem Sonn­tage, begab ex sich mit einigen Kameraden aus den Trieb, um dort mit der Pistole zu schießen. Nachdem jeoer em paar Schüsse abgejeuert hatte, nahm der Angeklagte die Was|e wieder in die Hand. Während zwei seiner Kameraden vor ihm her-, gingen, richtete er ba$ Tesching auf diese. Plötzlich ging ein Schuß los und traf ben einen ber Schüler in das Bein. Ter Angeklagte versuchte, mit seinem Messer die Kugel herauSziv, schneiden; dies gelang ihm jedoch nicht. Hierauf verabredeten sie, die Sache geheim zu halten. Der Verletzte sollte zu seiner Mutter sagen, er sei auf einen Stein gefallen. Dies tat er auch. Als aber das Bein anlchwoll und anjing zu eitern, gestand er auf Drangen seiner Mutter die Sache ein. In der Klinik wurde sodann bie ihigel auf operativem Wege entiernt. Wenn auch durch die Unoorsichtigkett des Zungen ieiu,t ein größeres Unglück hätte herbeigeführt worden tonnen, so hiett das Gericht doch mit Rücksicht darauf, daß es sich um einen leichtsinnigen Streich handelt, die Strafe des ge­richtlichen Verweises für die vorliegende falyrlamge Körperverletzung für ausreichend und erkannte demgemäß.

Ocfieutlichc» Uergervis.

Am 19. November v. I. hatte ein Arbeiter in bet Nähe von Lollar die Ture des Eisenbahnwagens, in dem er sich bcsand, geöffnet, war auf bie Plattform getreten und hatte dort fein Bedär,nis verrichtet. Er hatte deshalb einen Strafbefehl Über 6 Mk. event. drei Tage Haft bekommen. Da chstr die Strafe zu hoch erschien, erhob er . Einspruch. In der heutigen Berhandrung wurde bie Strafe auf 3 Mk. evont. 1 Tag Üa(t herabgesetzt und ihm bie Kosten des Verfahrens zur Last gelegt.

Sachbeschädigung. , .

Am 6. Januar ds. Js. machten ich einiae Schuler ber Stadtschule bas Vergnügen, sich in der Neustadt mit Schneeballen zu werfen. Auf Anstiften eines von ihnen warfen sie sodann mit Schneeballen nach dem Hause eines dort wohnenden Bauunternehmers. Sie zerstörten absichtlich eine grö­ßere Zahl von Scheiben. Im Ganzen belief ber schaden ,ich etwa auf 10 Mk. Ta ben Tätern sonst ein gutes Zeugnis ausgestellt wurde und sie ihre Tat bereuten, kamen sie noch einmal mit der Strafe des gerichtlichen Verweises durch.

Diebstahl.

werden. ..

Wir richten hiernach an bie Kammer bie Bitte, sie wolle sich bei Beratung des Eintrages Brauer-Schmalbach, den Bahn­bau Mücke-Ulrichstein betreffend, für bie Führung der Bahn über Groß-Felda erklären

Gießeuer Strafkammer.

H Gießen, 19. April.

Teure Stiefel.

Gelegentlich des Besuchs einer Tanzbelustigung zu Bad -Nauheim sah der Taglöhner B. D. von Kreuth in Bayern auf dem Hausflur ein Paar Stiesel stehen. Als vielfach bestrafter Gewohnheitsdieb konnte er die günstige Gelegenheit nicht vorübcrgehen lasicu. Er nahm die Stiefel, wanderte nach Fried­berg und verkaufte sie für 3 Mk. Er wurde hierfür zu 4 » naten Gefängnis verurteilt; eine kürzlich.ebenfalls von der Ltras- tammer wegen Diebstahls erkannte Strafe von o Monaten wurde einbezvgen und auf eine Gesamt,irafe von 7 Monaten GefängnrS erkannt, worauf G Wochen der erlittenen Un tersuchungshaft in Anrechnung kommen.

Siraßeureiulgung.

Dem Landwirt PH. S.cy. von Nieo e r-W eisel ging hiegen unterlassener Straßenreinigung em Straioesehl über 1 .Nk. zu. Das seinen Einspruch zurückweifende Erkenntnis des Schouen- gerichts socht er mit der Begründung an, daß nur die Anlieger der Hosreiten zur Reinigung der, -sttatze verpslichtet feien. Zwischen der Sttaße und feiner Hosrette liege aber ein .la-rnaler "andfrreifeu, weshalb das Polizetteglemenx auf ihn keine An-

liolOHlalpOjt«

Ei ne Kolonialhiobspost gab am Freitag Kolo- nialdirekior Derrrburg in der Budgetlommi|fion des Reichs- I tages belaunt. Nacy einer telegraphischen Meldung, des - Bezirkscunies Iap hat am Charsrettag in ber Sübsece ein < schwerer Taifun die norodsilich der Nordkarolinen ge- { legenen Ulusiu-Jnseln berührt und schwere Der- Wüstungen angerichiel. 130 von 800 Eingebo- i aen sind tot. Die Kokospalmenbestände. sind vernichtet. Es steht Nahrungsmangel zu be- , fürchten. DaS VermrsjungsschiffPlanet" hat sich, durch einen wracken japanischen Schoner benachrichiigt, sofort au Ort und Stelle begeben, um Hilfe und Nahrung zu bringen. Auch der PostöarnpferGermania" der Zaluttgefellschafl hat sich zur Bersilgung gestellt, um möglichst viele Einge­borene nach den Palau-Inseln und den Adrianen über» zuführen._________________

Ans SiaOt und Land.

Sprechstunden bei Redaktion;

1/» 121 Uhl 6otm., Vs 7V, L Uhl nacyrn., (mit Ausnahme von Samstag und Sonntag).

Gießen, 20. April.

Wertzuwachs steuer. Der vom fübgeoröneten Dr. Gutfleisch erstattete Bericht des FlnanzausfchusicS über d.e Wertzuwachs st euer-Vorlage liegt vor. Ter Bericht lautet in ber Hauptsache zusimnnenb, u. a. wirb bie orts- statutarische Einführung ber Wertzuwachsneuer allgemein Qfftatiet, während ber ReglerungSenuvurf sie auf ©ememben mit über 3000 Einwohnein beschränkt wissen wollte. Das Gesetz soll nach bem Vorschlag bes Gesetzes am 1. Juli b. I. in Kraft treten.

Rekurs gegen Urteile ber Kreisausschüsse. TaS Großh. 9)iini|lcrium des Innern hat, n. b.Darmst. Zig.-, kürzlich in zwei Fällen bahin eni|d)icben, baß gegen Urteile ber Kreisausschüsse, bie biefe auf Befchwerden gegen Pol izeidefehle ber StäMebürgermeiuer erlassen haben, nicht der ©täbtebilrgermeiucc selbst Rekurs an ba3 Nttniste- riuni verfolgen kann, sonbcrn nur im öffentlichen Interesse der Vorsitzenbe beS Krcisausschusses.

* Kaufmann ische Fachschule. Wie auS ber heutigen Bclanntmachung ersichtlich ist, so wirb m ber Äaufm. Fachschule an zwei Adenben in ber Woche neben Steno« graphje und Maschinenschreiben auch Unterricht in ben beibcn neueren Sprachen Französisch und Englisch erteilt Da das Schnlgelb fürs ganze Jahr nur 20 Mark beträgt, so ist hiermit strebsamen jungen Leuten aus allen Beruss* arten Gelegenheit geboten, sich auf billige Weise in biefe beiden Sprachen einzuarbeiten.

* Uunftuerem. Sämtliche gegenwärtig in ber Aus­stellung besinblichen Gemälde sind nur noch morgen, Sonntag, ausgestellt. Von Nionlag ab wird wieder ein vollständiger Wechsel ber Gemälde vorgenonuuen und e§ gelangen dann 62 Gemälde bc3 Oesierieichischen Künsllerbunbes zur Tlusstellung. Von Montag ad bleibt bic Ausstellung

Nr. 92 Zweites Blatt 157. Jahrgang Samstag 20. April 1907

Xnjcijct

General-Anzeiger für Gderheffen