Ausgabe 
16.10.1907 Zweites Blatt
 
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Kcispffanzen.

Von E. Keller.

Körner die Feuchtigkeit , , der Luft aufsaugen ivfirh-, uitb zwar unyomehr, je trockener sie bereits sind 9 . lassen sich auch diese Verluste, welche durch bc, be" ?V.ba/l0HS?rt,äeB entstehen, durch rcchtzei mnra"«Atri U'trb .Unischaufeln zwar einschränken, aber Iij

6°nz ausheben; darum ist es unter allen Umstände am besten, die Ware tunlichst bald zu verkaufen denn hn Geld vermehrt sich, das Korn verzehrt sich" "boi

Nachdem das Getreide gedroschen ist und die Körner auf dem Speicher aufgeschüttet ivorden sind, wiederholt stch der Vorgang des Schwitzens, den das Getreide in der Scheune durchgemacht hat, bei den Körnern, Wie bei jenem entwickeln sich Wärme, Feuchtigkeit und ein eigen- tumlicher Geruch.

.. Aff diesem Falle kommt es darauf an, die Erwarmung möglichst zu verhindern und das Verdunsten künstlich zu !lrvu.rn' , «wecke werden erreicht durch flaches Auf­schütten «ind häufiges Umschaufelu.

Dem wäre noch hinzuzusügen, daß die Getreidekörner dem Speicher auch nach dem ersten ,77h 1 £ fortwährend L-auerstoff aus der Luft aufnehmen und Kohlensäure abgeben, d. h. langsam unter Verlust an Substanz und Gewicht verbrennen. Diese Verbrennung werd dadurch angeregt und unterstützt, daß die Sub- nÄ,ffr Tnet ble Eigenschaft besitzt, die Feuchtigkeit mit Lust mit einer gewissen Begier an sich zu ziehen. Wir dürfen annehmen, daß die Körner bei feuchter Lust ' V1? bei trockner Luft wieder aushaucheu.

^.aher empfiehlt es sich, nur bei trockener, heiterer ^"erung das Getreide umzuschaufeln, damit trockene das Getreide kommt. Bei feuchtem Wetter wurde das Umschaufeln mehr schaden als nützen, da die

b M-; Apfel auf Paradies und Birne auf Quitte 34 M Kvr- bon, wagrecht, zweiarmig: Apfel auf Toucin 67 M., aus Para­dies und Birne auf Quitte 6-6 Meter. Pflanzlöcher sind, bei varhergegangcnem Raiolen, nur so groß zu machen, daß die Sßirrsflfrone gerade Platz hat; die Pflanzzeit ist die geivöhnliche.

Aufbewahrung des Getreides.

Von L. Siegwar t. Nachdruck verboten.

, Ein großer Teil unserer Landwirte glaubt, wenn er sem Getreide eingebracht hat, seinerseits alles, was in se?nen Kräften steht, getan zu haben, und sieht ruhig zu, wie sich der Absatz seines Getreides gestaltet. Erhält er einen guten Preis dafür, dann ist's ja gut, in den meisten Fallen wird er aber nicht gerade den höchsten Preis dafür erzielen und ist dann versucht, die Schuld davon auf die gegenwärtig schlechte Allgerneinlage des Getreidemarktes zu schieben.

Ein gut Teil mag die gegenwärtige Lage des Getreide­marktes Schuld daran haben, ein gut Teil der Schuld fällt auch auf den Landlmrt selbst zurück, der es übersehen hat, durch die richtige Behandlung des Getreides nach der Ernte dasselbe marktfähiger zu machen und so dessen Verkausswert ^u steigern. Tas Getreide verharrt nämlich nicht in dem­selben Zustande, in welchem wir es bei der Ernte eingebracht haben, sondern macht eine Reihe von Veränderungen durch. # nämlich in erster Linie, und zwar um

so starker, je feuchter es eingefahren ist. Nach gemachten Erfahrungen und Versuchen scheint auch bei in ganz trocke- nein Zustande eingebrachtem Getreide eine Erwärmung ein- : Z^Een die sich mit dem zunehmenden Feuchtiakeitsarad I biö zur Verkohlung, unter Umständen sogar bis zur Ent- flammung steigern kann. So lange diese Erhitzung eine gewiße Temperaturgrenze nicht überschreitet, ist die Selbst- erhitzung nicht schädlich, sondern sogar vorteilhaft, denn ste bewirkt auf die einfachste und billigste Weise ein Austromien des Getreides, wodurch dem Verderben dcs-

borgebeugt wird. Sobald die Temperatilr jene zii- I lästige Grenze, die ungefähr bei 70 Grad Celsius liegt übersteigt, werden die Körner, sofern sie nicht samt dein

r . gbnz. verrohten, gelb oder braun und verlieren | x = Um diese Nachteile zu vermeiden, nruß !

das Getreide ui durchaus trockenem Zustande cingefahren werden, auch Tau und etwaige Regenseuchtigkeit inüssen I abgetrocknet fein. I

Ferner weiß man ans der landwirtschaftlichen Praxis daß das Getreide sich um so besser hält, je fester und dichter die Garben zusammengepackt werden. Es ist dies k erklärlich. Bei gleichmäßig dichter Lagerung wird der Wa-serdamps überall gleichmäßig ausgetrieben, während I wLr b°V' b?e ^ar6cn hohl liegen, als flüssiges Wasser niederschlagt und ein Verschimmeln oder aänz- .W3 Sberfaujen veranlaßt. Eine weitere praktische Regel I schreibt vor, das Getreide womöglich noch vor dem Schwitzen auszudreschen. ' v I

, "" i ne Erneuerung des Dufbeschlages muh unter alten Umstanden vorgenommen werden, sobald der durch das Ersen vor Abnützung geschützte Huf im Verhältnis zu Pferdes zu lang geworden ist. Tas loiiö durchsumlttlich in etwa 5 Wochen geschehen, vielleicht etwas früher oder umgekehrt auch spater. Läßt man das Eisen

langer liegen, >o leidet bie Einrichtung des inneren Baues, wwie die darauf beruhende Tätigkeit des Hufes. Tenn der Hus kann nur normal bleiben, und es kann nur dann die hinreichende Menge gut beschaffenen Hornes gebildet werden, wenn dw Ausdehnung und Zusammenziehung der Hornkapscl durch nichts gehemmt wird und somit das regelrechte Zirku- lieren des Blutes in den von der Kapsel eingeschlossencn Weichteilen unbeeinträchtigt vor sich gehen kann. Jeder - der beste Beschlag hemmt die Ausdehnung in clwas, und ie länger das Eisen liegt, um so mehr und mit um so größeren Nachteile wirkt es! Pferde mit Vollhuf Austen im allgemeinen etwas häufiger umbeschlagen werden, l weit sonst die ^ohle leicht gedrückt iverden kann. Sobald ein ) rJe? Volthuf ansängt, klamm oder gar lahm zu gehen, t

jlt oic Notwendigkeit der Erneuerung des Beschlages unbe- , dingt geboten.

Redaktion. (imft £> e 6- Rotationsdruck und Vcckaa der Brühl'jchen U»iversrtäiZ-B»ch- und Steindruckeret. R. Sanne, Gießen. ?

I (Nachdruck verboten.)

I - Die Salbei (Salvia ofsicinalis). aucki Garlp« I Kreuz- ober Künigs^Salbei genannt, ist heimisck, in Süd. I S?' aber auch bei uns als beliebte Zierpflanze @art n bor bunt erner als Küchengewürz und, ba sieest,

I bet kräftigsten abftrtgierenben Mittel ist, als SeHmitJ Opniflr ftoh£e Schweiße, zu Wund-, Mund- nnb^ Gurgel!

I ,!lnf) Segen Zahnsleisch-Ktankbeiten. Sie jst ein M ° Äe^hme«r t)0r^ werdender Halbstrauch von stark arö!

Orf ehL+®erU^ ru"b bitterlich zusammenziehenbem (de. ichmack, hat grau-filzige Aeste, ei-lanzettliche, runzlige, fein, kerblge Blatter tu nd blüht violett im Juni unb Juli Nach Smne rangiert bie Pflanze in die zweite Klasse $ 11; b r K a lm u s (Atoms ralamus, Linnö VI h M aber bei uns wilb unb ist an

! ^UrxLTber Schwertförmige, über einen Meter lang werbende I !'"b Ichn hauptsächliches Kennzeichen; er blüht int <sunt unb ^ult unb genießt ein großes Ansehen, bas er be Jen nur seiner Wurzel uerbantt. Diese ist außen braun. 9n- -nn«, weiß, welch und schwammig, wirb im Durch, schmt etwa fmgerblck unb läuft beim Schneiden rot an Cie ist ein kräftiges Mittel gegen Verdauungsbeschwerben und der Hauptbestandteil ber meisten Lilöre unb Bitter.

Man nimmt die Kalmuswurzel roh wie als Km. serve^ Wegen ihrer ganz eigentümlichen Wirku>,gen erheischt I ber ®enuö ber Kalmuswurzel iubejfen einige Vorsicht, be^i tpa^renb kleine Gaben ent schieben stopfend unb stillend überaus oeroauungSförbcrnb wirken, schlägt die Wirkung größerer Gaben sehr oft in bas direkte Gegenteil um e r g4v ohlverlei h. (Ofruica monfana), l9. Pflan. jenffaffe natf) Sinne, ist ein stark unb unangenehm «. wurzhaft riechendes Kraut, auf Bergwiesen mib Gebiias. I hVr taifrniC^t gelten unb b.üht im Juli. Sonstige Kennzeichen i ber Pflanze, die auch Johannisblume, Gugelskraut Fall- kraut unb Mutterwurz genannt wirb, sind: einlippiqe azahmge, röhrenförmige Blumenirone goldgelbe, große und st.^ahlige Blumen, haarige Fruchtkrone. Berawohwerleih ist i ein kräftiges Reizmittel bei nervösen Krankheiten, wirkt sehr günstig auf Nerven unb Schleimhaut des Magens und Darmkanals unb bient namentlich bei Quetschungen und »errDunoungen und nicht zum wenigsten in ber Tierheil, funoe. Man benutzt von ber Pflanze Wurzel, Kraut und Blume, am meisten bie Blume, am wenigsten bas Kraut und zwar zu Umschlägen und zur Herstellung von Salben unb ber weltbekannten Arnikatinktur.