Ausgabe 
18.6.1907 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Deutsches Reich.

Berlin, 17. Juni. Teür Korps Borussia hat der Kaiser zu dessen 80. Stiftungsfest folgendes Telegramm gesandt:

Mit wärmstem Tank für das treue Gedenken beim 80 jähr. Stiftungsfest entbiete ich allen dort vereinigten Bonner Preußen ^meinen herzlichen Gruß. In dankbarer Erinnerung an die schöne Minner Zeit im 'Kreise der Kommilitonen nehme ich innigsten Anteil au der Jubelfeier, der ich zu meinem lebhaften Bedauern nicht, wie beabsichtigt, persönlich beiwohnen kann. Ein kräftiges Wachsen, Blühen und 'Gedeihen meinen: alten Korps! Hoch das schniarz-weiß-schivarzc Band! Wilhelm/' Der Kronprinz sandte folgendes Telegramm:

Ich bedauere aufrichtigst, daß es mir nicht möglich war, das Stiftungsfest mitfeiern zu können. Dankbar ge­denke ich der schönen Bonner Zeiten uich grüße herzlichst das Korps und seine Alten Herren. Vivat, crescat, floreat Borussia!

Wilhelm, Kronprinz/'

Der Lordmayor und die Mitglieder der Londoner- Stadtverwaltung besichtigten heute Vormittag die städt. Gemeindeschule, das Realgymnasium und die Badeanstalt. Nach dem Besuch des Virchow-KraulenHauses, eines der größten der Welt, fand im Rathausfaale ein Festbankett statt. Anwesend waren die Minister Graf Posadowska, v. RHei.rbaöen und v. Beth- mann-Hollweg, und die Staatssekretäre Dr. Nieberding und Dern- burg. Graf Posfadowsky brachte ein Doch a nf die Monarchen aus, deren Weisheit der Aufschwung der kommunalen Körperschaften zu danken sei. Oberbürgermeister Kirschner führte aus, der Auf­schwung der Gwßstädte und die fortdauernde Vermehrung ihrer Kulturaufgaben mache die örtlichen Vergleiche der Einrichtungen, besonders Groß-Londons und Groß-Berlins bedeutungsvoll. Solche Veranstaltungen räumten die Mißverständnisse fort. Der Lord­mayor erwiderte, die öffentlichen Einrichtungen Berlins, die Schulen, Badeanstalten, Postrcurlagen und Krankenhäuser würden von keiner Stadt der Welt übertroffen.

Das Reichsschatzamc ist zurzeit mit der Ausarbeitung eines Gesetzentwurfes zur Neuregelung des Wohnungsgcld- Zu schuss es beschäftigt, der dem Reichstage in seiner nächsten Tagung zugehen wird.

ArisSand.

D a a g , 17. Juni. Die nächste Plenarsitzung der F r i e d e n s - Konferenz »vird am Mittwoch beginnen. Internationale Fr au en verbände bereiten zu Gunsten des allgemeinen Friedens eine Petition vor. Wahrscheinlich wird der Präsident des Kon- gresses, Nclidow, den Damen eine Audienz bewilligen.

Hier sind Gerüchte verbreitet, daß ein zweiter Dele­gierter einer südamerikan ischen Republik ein neapo­litanischer Anarchist sei, der während des Anarchistenprozesses in Chicago verurteilt worden sei.

Antwerpen, 17. Juni. Die deutschen Delegierten der Städte und Handelskammern, sowie der In­dustrie und des Handels von Rheinland und Westfalen wurden heute abend im Rathause durch die Vertreter der Stadt Antwerpen begrüßt. Der Bürgermeister von Antwerpen Hertogs hielt eine Ansprache. Namens der deutschen Delegierten erwiderte der Oberbürgermeister von Köln, Wirkt. Geh.-Rat Dr. Becker, Handel und Industrie seien in Deutschland dank dem Frieden mächtig emporgedichen und der Schiffbau verdanke dem Kaiser eine Entwickelung, die niemand Hütte afjncn können. Die Fort­schritte Antwerpens kämen Deutschlands Macht zugute. Im lried- lichen Wettbewerb, in gegenseitiger Unterstützung, möge eine neue größere Hansa erblühen!

Paris, 17. Juni. Als das dänifcheKönigspaar heute zum Bahnhof fuhr, um Paris zu verlassen, verhaftete die Polizei einen Mann, der einen Revolver mit 6 Patronen bei sich trug. Sofort verbreitete sich das Gerücht, der Verhaftete habe ein Attentat auf das Königspaar ausführen wollen. Bei dem Verhör stellte es sich heraus, daß man es mit einem Irr­sinnigen zu tun hatte.

Patrie" meldet aus Argelliers, der Aufenthaltsort Mar­cellin Alberts, des Führers der revoltierenden Winzer, sei Tag und Nacht von Wachen^ und Radfahrern umstellt, welche be­auftragt seien, die Bevölkerung zu benachrichtigen für den Fall, daß Gendarmen kämen, um ihn zu verhaften. Es sollen dann Barrikaden gebaut werden. Zahlreiche Bauern sind mit Gewehren bewaffnet. Man spricht davon, die Brücken in die Luft zu sprengen, wenn Marcellin verhaftet würde.

Wien, 17. Juni. Tas österreichische Parlament svurde heute eröffnet. Zum Alterspräsidenten wurde Dr. Funke bestimmt. Die Sozialdemokraten trugen alle rote Män­tel. Die Ehrist l i chso z . a l en hatten sich in w e i ßc M än t cl> gehüllt, die Mitglieder des deut fchsozia len Verbandes mit Kornblumen geschmückt. Als der Alterspräsident daZ Kaiserhoch ausbringt, erheben sich auch die Sozialisten von den Sitzen, stimmen aber nicht in das Kaiserhvch ein.

Das Automobil.

Der Plan der Errichtung einer großen Auto­mobil-Rennbahn soll, wie verlautet, der Kaiser beim Kaiserpreisrennen in Anregung gebracht haben. Das Pro­jekt, das vom Kaiser in großen Zügen charakterisiert wurde, dürfte voraussichtlich in kürzester Zeit verwirklicht werden. Die Finanzierung des Unternehmens soll durch Geh. Kom­merzienrat von Friedländer-Fonld in die Wege geleitet sein. Als Ort für die zu erbauende Bahn kommt'vorerst die Lüneburger Heide in Frage.

Man wird, ganz besonders bei uns in Südwestdeutsch­land, in weiten Kreisen diesen Plan begrüßen.

Am Samstag abend gegen 11 Uhr ereignete sich bei Eschborn (Taunus) ein schweres Automobil-Un­glück. Der Chauffeur Josef Bitterlin, der im Dienst des Rittergutsbesitzers von Mummy von Burg Herren Hausen bei Hannover ist, machte von Frankfurt mit einem Freund und der 20 jährigen Wirtstochter Johanna Knoth aus Bockenheim sowie deren Bräutigam eine Fahrt nach Esch­born. Mit einer Stundengeschwindigkcit von 80 Kilometer ließ er seinen OOpscrdigen Opelmagen auf der Landstraße sausen. In der Dunkelheit kam er in der Nähe von Eschborn an einer Kurve in den Chausseegraben. Ter Wagen über­schlug sich, der Chauffeur und das Mädchen gerieten unter den Wagen und wurden lebensgefährlich verletzt; die beiden anderen Insassen kamen mit dem Schrecken davon.

Ein weiterer Automobilunfall ereignete sich bei Wer­der am Tegelsee. Tort befindet sich eine Zugbrücke, die infolge einer starken Kurve erst wenige Meter vorher sicht­bar wird. Als das Automobil des Direktors Götjes aus Berlin die Kurve passiert hatte, sah der Chauffeur plötz­lich vor sich die geöffnete Zugbrücke. Obwohl die Bremsen sofort in Tätigkeit gesetzt wurden, war cs nicht zu hindern, daß der vordere Teil des Wagens in die Brückenöffnung geriet. Nur dem Umstand, daß der Hintere Teil an der eisernen Brückenschwelle hängen blieb, war es zu danken, daß das Automobil in dem außer dem Direktor G. noch zwei Damen und zwei Kinder saßen nicht in die Havel stürzte. Die Insassen kamen sämtlich mit Hautabschürfungen davon.

Die beiden Rennwagen, die bei Wiesbaden am Don­nerstag verunglückt sind, sind von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden. Herr Ceifermann aus Frankfurt am Main ist als Sachverständiger zugezogen worden.

Ein Automobilist aus Köln hat bei Capellen am Rhein einen Spaziergänger angefahren. Der Mann erlitt einen Beinbruch und wurde mit dem Automobil ins Stiftskrankcn- haus gebracht.

Aus Stadt itnO Land.

Abdruck unserer durch Korrcspoudeuzzcichen kenntlich gc- nkachtcn Orginalartilcl ist nur unter genauer Quellenangabe (Gieß. Auz.) gestattet.

Gießen, den 18. Juni.

* Personalien. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben den Vorsitzenden des Hessischen Handelskammertages Dr. Otto Gaste l l zu Mainz zum außerordentlichen Mit- glied der Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe des Ministeriums des Innern, für die Zeit, in der er jene Stellung einnimmt, ernannt, den Kreisrat des Kreises Bingen Geh. NegierungSrat Adolf Spanier auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner mehr als 50jährigen treuen und ersprießlichen Dienste in den Ruhestand versetzt, den Kreisrat des Kreises Oppenheim Dr. Edm. Steeg zum Kreisrat des Kreises Bingen ernannt, dem Bibliothekar an der Hofbibliotbck Dr. Karl Bader in Tarnistadt den Charakter alsPro­fessor" verliehen und den Aktuariatsassistenteu beim Amts- gericht Darmstadt I Emil Ries zum Direktionssekretär am Landes'nuseum ernannt. Uebertragen wurde dem Lehrer Ludw. Dern zu Ulfa und dem Schulamtsaspiranten Karl Rausch aus Maar je eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Offenbach. Erledigt ist die Stelle de§ Bezirkskassiers der Bezirkskasse Ulrichstein.

* Neue Mitglieder de r Ersten Kammer. 2. K. H. der Großherzog hat den Bankdirektor Carl P a rcu s (von der Darmstädter Bank) zu Darmstadt, den Geh. Kom­merzienrat Friedrich Stroh, Handelskammer-Präsidenten zu Osfeubach, und den Kommcrzienrat Wilhelm Cail zu Cies,eit zu Mitgliedern der Ersten Kammer der Stände auf Lebens­zeit berufen. Diese Ncuberufungen in die Erste Kammer iverden in den Kreisen der Industrie und des Handels des ganzen Großherzogtums mit Befriedigung aufgenommen werden.

** Landes-Universität. Professor Dr. Hermann Oncken, der Ordinarius für Geschichte, hat einen Ruf nach Heidelberg erhalten und angenommen. S. K. H. der Großherzog haben dem Bibliothekar an der Bibliothek der Landes-Universität Dr. Karl Ebel zu Gießen den Charakter alsOberbibliothekar" vrrliehen.

Schu tz den Anlagen. Nachdem nunmehr die städtischen Anlagen hergestellt sind und das Auge jeden Spaziergängers erfreuen, und insbesondere auch die Anlagen um das neue Theater fertiggestellt sind, ist eS Sache des Publikums, diese Anlage zu schonen und zu schützen. Es wird deshalb darauf hingewiesen, daß das Radfahren und ebenso das Drücken der Räder durch die Anlagen verboten ist; insbesondere ist es unzulässig, daß Hunde in den An­lagen frei umher laufen. Wie rmS mitgeteilt wird, ist das Polizeipersonal mit strenger Ueberwachung dieser Vorschriften beauftragt, insbesondere ist auch der Polizei-Hundefänger ivieder an der Arbeit, um alle Hunde emzufangen, die die Anlagen betreten.

* Die Stenograph en-Gesell schäftGabels­berger" in Gießen, die am 30. Mai d. Js. auf ihr 10jäh- riges Bestehen zurückblicken konnte, beging am 15. und 16. d. Mts. die Feier dieses Tages. Ein am 15. im Hotel Einhorn abgehaltener Kommers vereinigte eine stattliche An­zahl von Kunstgenossen. Der erste Vorsitzende, Herr Lenz, begrüßte die Erschienenen, insbesondere die Vertreter der Vereine und gab einen kurzen Ueberblick über die Entstehung der Gesellschaft, wobei er vor allem des Gründers derselben, des in Brandenburg a. H. wohnenden Herrn Heinz Kurt Bickel gedachte. Diesem galt auch sein Hoch. Namens des Gabelsberger ^tenographen-Vereins sprach hierauf der erste Vorsitzende desselben, KreisamtS-Bureauvorsteher S ch i f f n i c, herzliche Glückwünsche aus, der Gesellschaft ein weiteres Wachsen, Blühen und Gedeihen wünschend. Weiter über­mittelten Glückwünsche Herr Ate per für die Vereine am Gymnasium und Realgymnasium und Herr Kuhl für den Verein in Heuchelheim. Herr Bickel hatte es sich nicht nehmen lassen, auf telegraphischem Wege die Gesellschaft zu beglückwünschen. Bei musikalischen und deklamatorischen'Vor­trägen hielt man in guter Stinnnuug noch lange ans. Ein am Sonntag, den 16. nach dem Windhof unternommener Ausflug, der unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung stattfand und bei dem auch der Tanz zu seinem Rechte kam, beschloß die Feier.

""Das 8. hessische Athleten-Verbands- f e st naj)ir. am gestrigen Montag seinen Fortgang. Arn vormittag um 10 Uhr war Frühkonzert auf dem Festplatz. Tas Stemmen und Ringen wurde um 3 Uhr wieder auf­genommen und dann begann das Mcist erseh afts- Ringen und -Stemmen für Hessen und Kurhessen. An diesem Kampf nahmen 8 Konkurrenten teil, er hatte eine beträchtliche Anzahl Zuschauer herbeigelockt. Die Meisier- schast im Ringen erwarb Rey-Cassel (Athleteni-Sport- Vereinigung), 2. blieb Weber-Cassel; die Meisterschaft im Stemmen errang Köhler-Cassel, zweiter blieb Schmelz- Cassel. Die Preisverteilung selbst wurde durch Kampfrichter Simon vorgenommen. Den Vereins-Wan­derpreis bekam für die beste Gesamtleistung in Klassen- slemmen die Athleten-Sportvereinigung Cassel mit 534 Punkt. Ehrenpreise erhielten in der 1. Klasse im Stemmen Köhler-Cassel, im Ringen Rey-Cassel, in der 2. Klasse im Stemmen Gunkel-Cassel, im Ringen Kalbreiter- Cassel, und in der 3. Klasse Krug-Cassel, 4. Klasse Klug- Hersfeld. Im Ringen in 1. Klasse erhielten den 1. Preis Rey-Cassel, 2. Weber Cassel, 3. Rüppel-Cassel, 4. Hubcn- thal-Cassel; in 2. Klasse, 1. Preis Gunkel-Cassel, 2. Siebert- Hersfeld, 3. Hartung-Cassel. In 3. Klasse errangen im Stemmen, Ringen und Steinstoßen Preise: Neuzer-Cassel 14-f-5-s-13, Schäkel-Heiligenstadt 10Z-l-j-7, Spor-Wel- heidcn 1 l-f-6, Llebold-Hersfeld 16Z-12,Nephut-Hersfeld 7-j-10, Cannenberg-Cassel 3-s-4-s-5, Pfläging-Cassel 15-f-10, Schade- Hersfeld 15-|-19, Spohr-Wehlheiden 184-3-4-12, Schillmg- Cassel 2-j-24-3, Herbold-Cassel 64-4, Pfaff-Welheiden 21-|-20, Lorenz-Gießen I6-4-8, G. Reicher 12; in 4. Klasse Luther-Cassel 12, Opfer-Hersfeld 11, Dörfler-Cassel 34-34-6, Schindewolf-Cassel 24-54-5, Roth-Wehlheiden 24-2-|-3, T. Erb-Gießen 44-64-8, Lämmer-Cassel 34-1, H. Erb- Gießen 94-84-7, Müller-Friedberg 134-6, Klug- HerLfeld lj4, Marichall-Cajscl 3-|-3, Möller-Cassel 6-J-7, Harndorf-Cassel 94-4-s-6, Roppel-Casfel 7-j-8, Portu ga ll- Gießen 10-frlO, Eberhadt-Casscl 34-2, Köhler-Cassel 24-14-4,

Repp - Gießen 54-9. Nachdem die Preisverteilung um n Uhr vorgenommen worden war, begaben sich die meisten auswärtigen Sportgenossen nach dem Bahnhof, die übrigen vereinigten sich zu einem fröhlichen Tanze auf der Terasse.

** Im Kolosseum war am Samstag Programm­wechsel und das neue Programm ist so, daß alle Besucher damit zufrieden sein können, und der Besuch kann angelegent­lich empfohlen werden. Zunächst entzückt Miß Paula die Zuschauer als elegante Globetrotterin, indem sie auf einem Globus jongliert und mit gleicher Sicherheit und Liebe in allen fünf Erdteilen herumtanzt. Herr John Armeud zeigt dann seine erstaunliche Fertigkeit als mimischer Darsteller. Er wählt seine Typen zumeist au§ militärischen Kreisen. Eine recht fesche und dabei dezente Soubrette ist Fräulein Minni Herrnani, die lebhaften Beifall fand. Besonderes Glück hatte Direktor Rappmann diesmal bei dem Engagement des. Komikers, denn Herr Oswald Naumann ist unzweifelhaft der beste, der sich hier seit Eröffnung des Kolosseums hören ließ. Er verfügt über Humor, Witz und Schlagfertigkeit und kann vor allem das, was so viele Künstler nicht können, nämlich fingen. Times und Money, zwei köstliche Ge­stalten, bereiten dann durch ihre drastische, echt amerikanische Komik dein Publikum einige sehr heitere Minuten. Dann ziehen in unheimlich rascher Aufeinanderfolge 18 Charakter- Darstellungen über die Bühne, die alle von einem Künstler ausgeführt werden. ES ist Herr Fred Seyband, der dieses^. Kunststück bewerkstelligt und dazu noch jedesmal eine kleine charakteristische So.'oszcne vorführt. Eine allerliebste Operetten« Diva ist Frl. Mary Darling, die ihrem Namen (Liebling) alle Ehre macht. Nach ihr riß die Gesangs- und Tanz- sonbretle Frl. Etelka Nicklas, eine majestätische Erscheinung, das Publikum durch ihre Darbietungen zu lebhaften Beifalls­äußerungen hin. Die Troupe (Surerro de Mexiko, zwei Damen und ein Herr, boten recht hervorragende Leist« ung.'n als Akrobaten, die um so mehr gefielen, als sie mit äußerster Eleganz ausgeführt wurden. Ten Schluß machten die Ro me oS mit einem vornehmen Ausstattiingsakt, bei dem der Künstler unter Assistenz einer Dame mit allen möglichen Gegenständen balancierte, selbst mit zahmen radfahrenden Papageien.

** Schlägerei. In einem Hause der Da mm st raße gerieten gestern abend zwei Arbeiter in Streit. Dem einen wurde angeblich in feiner Wohnung arg mit einer Eisenstange der Kopf verhauen. Um Ruhe herzustellen, wurden beide verhaftet, nachdem der Verletzte von einem Arzt verbunden worden war.

** Verhaftet wurde auch ein Handwerks­bursche, der kleine Mädchen in der Anlage und auch auf der Straße an sich zu locken versuchte, indem er ihnen eine Brosche zu schenken versprach, wenn sie mit ihm gingen. Der Mensch war angetrunken.

** Zwei Einbrecher ab gefaßt. Der Wächter Reh m e der Wach- und Schließgesellschaft beobachtete in ver­flossener Nacht in der Frankfurter Straße zwei Leute, die ein Fahrrad hinter einem Hause versteckten und sich bann wieder entfernten. Nehme nahm das Rad an sich, brachte es in ien Versteck und harrte der kommenden Dinge, da er Diebe vermutete. Gegen 4 Uhr erschienen die beiden Burschen wieder mit einem großen Bündel. Rehm nahm beide fest und verbrachte sie mit Hülfe des hinzugekommenen Wächters Sperling nach der Polizeiivache. Es wurde bann festgestellt, daß die beiden Verhafteten der Bergmann Wilhelm Welzig aus Lotzendorf und der Schlosser Ferdinand Scheffel aus Edingen waren. Beide hatten zunächst einen Einbruch bei Kaufmann Happel auLgcsührt, wo sie das Kontor gcwalt- sain öffneten und den Geldschrank zu erbrechen versuchten. Dies gelang ihnen jedoch nicht und sie nahnien nur Br'ef- marken und sonstige Sachen mit, die teilweise in ihrem Besitz und teilweise am Pissoir an dem Neuslädter Tor sich vor­fanden. Sodann haben beide am Eilgüterschuppen einest Waggon erbrochen und daraus ein Fahrrad und einen Koffer mit Kleidern gestohlen. Die Kleiber halten sie aus- gepackt und m einen Bünbel geschnürt. In bem Waggon öffneten sie mehrere Gepäckstücke, In zwei betreiben fanden sie Butter, in zwei weiteren rohes Fleisch und in einem eine Anzahl Schinken. Diese Gegenstände ft reuten sie umher, nur bret Schinken ließen sie mitgehen. Sind) diese erschienen ihnen zu lästig beim Transport, beim sie ließen sie in der Nähe des Tatorts liegen. Ob die beiden Einbrecher aiich noch weitere Diebstähle begingen, bedarf noch der Fest­stellung.

** Unfall. In einem .Hanse in der Wilsonsiraße siel gestern vormittag eine Fran auf der Treppe zum ersten Stock so unglücklich, daß sie ein Bein brach. Das Unglück ereignete sich dadurch, daß die Treppe kein Ge- länuer hatte.

O Aroßen-Lin den, 17. Juni. Am 17. Juni 1861 trat der damals 14jährige Adolf Weinandt als Arbeiter in den Dienst der Gießener Braunsteinbergwerke, welcher Arbeit er ununterbrochen treu blieb. Aus Anlaß dieses 40jährigen Arbeitsjubiläums wurde ihm heute ein ansehnliches Geldgeschenk durch den Vorsitzenden des Grubenoorstandes überreicht.

Id. Saubringen, 17. Juni. Etwas über ein halbes Jahr ist verflossen, als hier ein zweiter Turnverein, .Männer- turuverein*, gegründet wurde, der dem Tilrnerbunde Lahn- Dünsberg beitrat. An der gestern in Wismar abgehaltenen 2. Bundes turnfahrt haben nachfolgende hiesige Turner Preise errungen: 1. Preis Wilhelm Lehr, 4. Karl Hildes­heim, 11. Emil Schäfer, Metzger, 14. Heinrich Michel.

? Aus dem oberen. Biebertal, 17. Juni. Ein seltenes militärisches Schauspiel wurde uns heute geboten, an der die Bevölkerung lebhaften Anteil nahm. Nach der schon erwähnten Besichtigung auf den herrlich gelegenen Hohen bei Königsberg mürbe ein Gefecht aus- geführt, das sich in der Richtung Hohensolms bis hinab nach Erda hinzog. Dort wurden bie größten Vorsichtsmaß« regeln getroffen und war es den Mannschaften strengstens untersagt, daselbst Wasser zu trinken. Erda steht nämlich noch in Anbetracht der vielen Typhusfälle in lebhafter Er­innerung. Am Nachmittag galt es, die Mannschaften zu speisen und dabei bot sich gleichfalls ein sehr interessantes! Bild im nahen Schwalbachtal unweit Hof Haina. Von hier begann der Nüumarsch über Grube Morgenstern durch den schattigen Wald. Unter klingendem Spiel ging der Marsch durch Kinzenbach uni) Heuchelheim, woselbst die Bewohner zu beiden Seiten der Straßen Wasser für die Mannschaften bereit hielten.

l Si-E die 9

srüssel tu*

.6 ollds

1,1,9

g a ni te2__

Anwesend

i

*. börden 1 Zeitvon verpfhE' titel tn voraus/ erheblich- fruchte, allen Ar kann der schlecht c weniger Gegenteil durch E des Jatz cs die M Unzuttäg hat die S taillistenr

Innern 1 jahres J den Sub: zuberaum inittenten 3 'Locher teilung £ b. Tri beul

Sitze in: einer au lverbeordi bet mm rchzeit Ausnahm lässig zu lange Bk tagen, vc der @qd handelst handelst gegen b< ausgespr c. Die jünc

Hauses D hat der schen dl geneigt von M zurzeit < nicht nu Bevölker zusühren und fori Wtym lande e N da Preise Indus! crschwk d. Bon i täglich der sei hoben, . S 76 i die Geg und 8J

nannten Verkehr nicht nu leiden, h öffentlich von dem e) Den Eis

Reihe vo erstattet 5.02 nac D-Lug $ Ueberdat gung eit M alt

Wen! ^ersehn, dem

M füi A QrlfertM D Aus öe fanifa t Betriebe M beit Ms. 2 ö( Nng für Mlvendur Hin das niungeil s Mlion Mlsabrj >i|eln fr ^enoinm '»es Frag 9 Ij^nann

Me R im öu ^ntragt 1 «.S: ^tedjen ungen & Snben f . 2 <J»g£ '

J leim *intb". Gin bie

** İ"