Meerbusen, und konstruiert derart mit poetischer Lizenz eine Möglichkeit, die von den Widersachern Deutschlands eifrig aufgegriffen werden dürfte, um die Entwicklung einer „deutschen Gefahr" für den Orient glaubhafter zu machen. Ist doch grade jetzt ein hervorragendes Mitglied des Internationalen Oricntalistcn-Kon- gresses, Archibald Dünn in London, bemüht, die englische Regierung in Besorgnis zu versetzen wegen des wachsenden Einflusses Deutschlands in der asiatischen Türkei. Der historische Hinter- grund also, den Martin zeichnet, dürfte manchem politischen Neurastheniker nichtüeutschen Stammes plausibel erscheinen, zumal nach Martin das deutsche Weltreich schon 1910 fix und fertig dastehen soll.
Wer hätte aber in einem der nüchternen Versicherungswisscn- schaft beflissenen Regierungsrate in solchem Maße Lust und Fähigkeit zum Fabulieren vermutet? Ihm ist vielleicht beschieden, vor das Tribunal der Haager Friedenskonferenz gezogen zu werden, die im Sommer weiterschaffen will an der sauren Arbeit, das Wasfengcklirr zum Schweigen zu bringen. Wie kümmerlich und veraltet gegenüber den Mordinstrumenten, die Martin aus- schwirreu läßt, erscheinen die Unterseeboote, von deren einwandfreier Konstruktion die Ingenieure allerwarts noch immer ent- ferrrt sind. An die Mar vom ewigen Frieden kann kein lebensfrischer Staat glauben, ohne sich der bedenklichsten Täuschung hinzugeben. Doch der Sache des Friedens dienen im Grunde auch Schriften wie die Martinsche, denn sie zeigen, wie die Gräuel des Krieges immer furchtbarer werden, je vollkommener der menschliche Geist die Zerstörungswerkzeuge gestaltet. Und das, die sichere Aussicht, selbst einen erfolgreichen Feldzug mit unverhältnismäßig großen Opfern bezahlen zu müssen, wird alle «Staaten dazu führen, die Kricgsmöglichkeit hintanzuhalten, Einrichtungen anzustrebeu oder gutzuheißen, deren Zweck es ist, Konflikte in friedlichem Verfahren aus der Welt zu schaffen. Wir hoffen, das Martinsche „Berlin-Bagdad" möge für alle Zeit nur pin Traum bleiben.
e
Kampfmittel des Reichsiagskandidtten Frhr. v. Heyl.
Unter diesem Titel lesen wir in der , Worms. Volksztg. * im wesentlichen folgendes:
Frhr. v. Heyl hat es für seiner würdig gefunden, in seiner gestrigen Wahlrede das unsaubere Gerücht zu wiederholen, das schon in der „W. Ztg." stand, daß
„Die Schriftleitung der „Wormser Volksztg." testamentarisch gebunden sei, einen bestimmten Standpunll zu vertreten und ihn persönlich gehässig verfolgen müsse.
Wir finden darin eine Beleidigung der Schriftleituug, wie sie niedriger nicht gedacht werden kann. Das in keiner Weise „gentlemanlike" Benehmen des Frhrn. v. Heyl wird umsoweniger zu rechtfertigen sein, wenn man bedenkt, daß die Aussagen der „W. Ztg." seinerzeit seitens der „Volksztg." durch eine direkte Erklärung der Schri, t- leitung zurückgewiesen wurden. Für den Inhalt der „W. Volksztg." ist bekanntlich die Redaktionverantwortlich; der eh ren- rührige Vorwurf des Frhrn. v. Heyl trifft also in er st er Linie den verantwortlichen Redakteur. Die Redaktion der „Volksztg." erklärt hiermit nochmals, daß sie in der „Wormser Volksztg." ihre wirkliche und persönliche politische Anschauung vertritt und daß sie vertragsmäßig das Recht hat, iebent anderen Artikel, er mag kommen woher er wolle, die Aufnahme zu verweigern. Die Redaktion muß also die Beleidigung als eine persönliche auffassen und nimmt in dieser Weise {Stellung.
Der verantwortliche Redakteur der „Wormser Volksztg.", Frhr. F. & Reitzenstein sieht sich veranlaßt, der Stellung des Beleidigers entsprechend, die Affäre als Ehrensache aufzufassen und fordert Frhrn. v. Heyl öffentlich auf, zu feinen Worten in diesem Sinne Stellung zu. nehmen.
Frhr. Feiä>. v. Neitzenstein."
Deutsche» Reich.
Berlin, 17. Jan. Gestern abend waren beim Kaiser und der Kaiserin zum Tee geladen: Professor Harnack, Kolonial- direkwr Dernburg und der amerikan. Professor Burg eß. Zur heutigen Frühstückstafel war der Statthalter von Elsaß- Lothringen Fürst zu Hohenlohe-Langenburg geladen. Der Kaiser hörte heute im Schloß, die Vorttäge des Kriegsministers und des Chefs des Generalstabes der Armee und empfing den Inspekteur der Feldartillerie, General der Artillerie v. Schmidt.
— Dem stellvertretenden Kvlonialdirektor Dernburg ist mit dem Großkreuz des Ordens der italienischen Krone für Italien der persönliche Adel verliehen worden. Er hat diese Auszeichnung erhalten für die Gründung einer Gesellschaft zur Nutzbarmachung der Pontinischen Sümpfe, die mit Erfolg durchgeführt wurde. Diese Tätigkeit fiel in den früheren Wirkungskreis Dern- burgs als Bankdirektor. — Dernburg lehnte eine Einladung der Nürnberger Handelskammer, in Nürnberg einen Vortrag zu halten, wegen Zeitmangels ab. Den „Hamb. Nachr." zufolge hat die Rede des Kolonialdirektors auf der vom Handcistag einberufenen Versammlung den Erfolg gehabt, daß sieben größere Unternehmungen in der Bildung begriffen sind, die ihr Arbeite selb auf den verschiedensten Gebieten und zwar überwiegend in Südwestafrika zu wählen beabsichtigen.
— Die Ausschließung der Presse von dem Festessen des kolonialpolitischen Aktionskomitees ist, wie ein Korrespondent ans authentischer Quelle erfahre» haben will, auf den besonderen Wunscy des Reichskanzlers zurückzuführen.
— In der Bndgetkom Mission des Abgeordnetenhauses stand heute der Etat des Ministeriums des Innern zur Verhandlung. Die Abttennung der Medizinalvenvattung vom Kultusministerium und ihre Uebertragung an das Ministerium des Innern dürfte in das Stadium der Verwirklichung treten. Eine eingehende Behandlung fand die durch die Schicksale des Hauptmanns von Köpenick gestellte Frage der Polizeiaufsicht. Die Mitteilungen des Ministers v. Belhmann- Hollweg über die von ihm aus Anlaß des Falles Voigt getroffenen Anordnungen lassen eine Besserung des unhaltbaren jetzigen Zustandes erwarten. Der Minister hat die Anordnung erlassen, daß der Ausweisung in jedem Falle eine individuelle Prüfung der Akten vorausgehen und daß die Polizei sich mit Vereinen -für enttassene Strafgefangene in Verbindung setzen soll. Von Bedeutung ist die Anordnung, daß die Polizei die entlassenen Sträflinge nicht in ihrer Wohnung oder ihrer Arbeitsstelle aiissuchen, sondern sie veranlassen solle, sich in unauffälliger Weise zu melden. Hervorzuheben ist noch, daß entlassene Strafgefangene, die mit den Fürsorgevereinen in Beziehung sind, von der Polizei nicht belästigt werden dürfen.
parlamentarischer aus Hessen.
Ein Antrag öes Abg. UUiaj u. Een. Zweckt die Ueberführung der Apotheken in Staatseigentum. Der 4. Ausschuß beantragt hierzu, die Zweite Kammer wolle an die Großh. Regierung das Ersiichen richten, bei der veichsgesetzlichen Regelung de§ Apothekenwesens ebenso wie in Hessen dahin zu ivirFen, daß heim fallende und neue Apothekenkonzessionen nur an Gemeinden oder Kommunaloerbände verliehen werden — und den Antrag der Abgg. Ulrich und Gen. für erledigt zu erlären.
Eine Vorstellung der Heizer und Maschinisten zu Offenbach, betr. Aenderung der Heizerprüfung, beantragt derselbe Ausschuß durch Annahme des folgenden Antrages zii erledigen:
1. Die zweite Kammer wolle die Großh. Regierung ersuchen, dieselbe möge darauf hinwirken, daß die Keffelinfeltoren möglichst ihre Aufmerksamkeit dahin zu richten haben, daß die Bestiiw
mungen des § *49 der Dampflesselordnung stets zur vollen Geltung kommen. 2. Tie Heizer einer gründlichen und gewissenhaften Prüfung zu unterziehen. 3. Dem Ersuchen auf Abschaffung der Prüfung von Prinzipalen und Werkmeistern nicht statt- 5ugeben und damit die Vorstellung des Verbandes der Heizer und Maschinisten zu Offenbach a. M. für erledigt zu erklären.
Ser Antrag Leun u. (Sen., betr. die neuen Unfallverhütungsoorschriften der land- und forstwirtschaft- lichen Berufsgenosscnschaften, erst am 1. Januar 1907 in Kraft treten zu lassen, soll für erledigt erklärt werden.
Eine Vorstellung des Kaufmanns C. Grölz u. Gen. zu Nidda geht dahin, die Nebenbeschäftigung der Straßen meister aufheben zu wollen.
R.-B. Darmstadt, 17. Jan. Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer ist heute in Gegenwart von Staatsminister Ewald, Finanzminister Gnauth, Minister des Innern Braun, Geh. Staatsrat Krug v. Nidda, Geh. Diät Wilbrand nnd der Ministerialräte Dr. Becker, Frhr. v. Biegeleben und Dr. Süffert in die Elatsberalung nut der Re- gierung eingetreten. Die Generaldebatte bot Gelegenheit zu einer interessanten Aussprache über die „kleine Finauz- reform*, die auch in Hessen durch die Anlage des Ausgleichs- fonds re. eingeleitet worden ist. Da wesentliche Meinungs- diffcrenzen über die Anforderungen des Etats nicht bestehen, so konnte nach dreistündiger Generaldebatte gleich noch in die Einzelberatung emgetreten und verschiedene Kapitel erledigt werden.
IColonialpoft»
Im Einverständnis mit dem ziolonialamt und dem Gouverneur von Lmdequist entsendet der Reichsverband der deutschen landwirischaftl. Genossenschaften im Februar einen für diese Mission geeigneten Genossenschaftsbeamten auf die Sauer von 8 Monaten nach Süd - westafrika. Es ist ihm die Aufgabe gestellt, em dem dortigen Bedürfnisse entsprechendes Genoss euschasts- wesen ins Leben zu rufen. In der Kolonie m Gibeon besteht bereits eine an den Reichsverband angeschlossene Kreditgenossenschaft, an deren Spitze der ermordete Bezlrksamtmann von Burgsdorf stand und der Hendrck Witbvl als Mitglied angehörte. Um diesen Kern soll jetzt mit Unterstützung des Mutterlandes eine umfassende Organisation geschaffen werden, welche die Ansiedlerschaft wirtschaftlich stärken soll.
Neues aus Nutzlaud.
Ju Petersburg zeigt der neue Stadthauptmcmn Drat- schewsky unerbittliche Strenge. 129 Personen wurden in den letzten Tagen ausgewiesen. Allnächtlich nimmt die Polizei zahlreiche Haussuchungen und Massenverhaftungen vor. Alle Gefängnisse sind überfüllt. Täglich gehen Gefangenen-Transporte ab.
Vom Kriegsgericht zum Tode verurteilte drei Leute, die das Magazin Petracky in O d e s s a beraubt hatten, wurden gehängt.
Einen ganz eigenartigen Streik haben 400 politische Gefangene int Gefängnis von Smolensk erklärt, indem sie seit etwa 8 Tagen vollständig nackt umhergehen und das Anziehen von Wäsche und Kleider,: verweigern. Die Gefangenen erhielten die schon von anderen Arrestanten getragene Unterwäsche, die aus dem allergröbsten Leinenstoff gefertigt und nicht gewaschen war. Nach dem Tragen dieser Wäsck>e wurden sie von mannigfachen Hautkrankheiten infiziert, worauf sie erklärten, sie seien bereit, lieber an Erkältung zu sterben, als durch Hautkrankheiten zu gründe zu gehen.
Im Gouvernement Kasan ist der Hunger-Typhus aus- gebrochen und hat große Ausdehnung angenommen. Die Hungernden erhalten von der Behörde je ein Pfund Brot pro erwachsene Person und ein halbes Pfund für je ein Kind. Das Quantum erweist sich aber als zu gering und die Hungersnot steigt immer mehr.
Der Generalverwalter des einer Prinzessin von Oldenburg gehörigen Gutes Ramon ist seines Amtes plötzlich enthoben worden, nachdem im Verlauf einer Woche neun Millionen Rubel von ihtn gezeichneteWechsel protestiert worden waren. Eine Revision stellte fest, daß diese ungeheure Schuld nicht durch Unrcgelmäßigleiten oder durch Unehrlicykeit Kochs entstanden, sondern durch Empfänge hochgestellter Personen, durch den Unterhalt des Hofes der Prinzessin und durch Wohltätigkeit verschLungen worden sind. Falls der Zar nicht die Deckung der Schuld an- ordnet, von der über drei Millionen auf die Staatsbank, zweieinhalb Millionen auf die Domänenverwaltung, über eine Million auf die Nordische Bank ent.allen, wird der Konkurs über das Besitztum der Prinzessin verhängt werden, da das Gut Nainon die Forderungen nur bis zu 18 Proz. deckt.
Ausland.
Stockholm, 16. Jan. Der Reichstag wurde durch den Kronprinz-Regenten mit einer Thronrede eröffnet. In der Thronrede werden weitgehende Wahlrechtsreformen augekündigt, .wodurch das politische Wahlrecht ein allgemeines und die Sauer der Mandate der ersten Kammer auf 6 Jahre eingeschränkt wird. Auch das kommunale Wahlrecht soll so reformiert werden, daß der Schwerpunkt des Einflusses bei den kommunalen Wahlen auf wesentlich breitere Gesellschaftsklassen gelegt wird.
Paris, 17. Jan. Der Ministerrat nahm dann den Gesetzentwurf betreffs Abschaffung der Kriegsgerichte in Friedenszeiten an. Der Gesetzentwurf überträgt Die Untersuchung einer aus Militärpersonen zusammcngcseh.tcn Jury. Sas Urteil wird aber von den Richtern des Appell» hofeS gesprochen, die die Verhandlungen leiten. Ferner wird ein aus vier Militärpersonen und einem Rat als Vorsitzenden zusammengesetzter Appellhof gebildet nut einem Zivilbeamten als Staatsanwalt.
Tokio, 17. Jan. 21 hungernde koreanische Studenten, denen die heimatliche Unlerstützimg abgeschuitteu worden ist, haben bet der Regierung in Soul die Fortgewährung dieser unter Beifügung je eines von der Hand abgeschnittenen Fingers erbeten.
Aus S.aSt uiio t-aiiö*
Sprechstunden bet ..... ... ..7—1/28 Uhr abds.
Gießen, den 18. Januar 1907.
*• Personalien. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben den RegiernngSbaumcister Heyl von Gundernhaustn zum Kulturinspektor bei der Kulturmspektion Friedberg ernannt. — Durch Entschließung des Großh. Ministeriums de§ Innern wurde der Referendar Max Kranzbühlcr zu WormS zum Regierungsassessor ernannt. — Bestätigt wurde' der von dem Fürsten zn Pienbrirg und Büdingen m Wächtersbach auf die 1. Lehrer stelle an der Geineindeschule zu Bruchenbrücken präsentierte Lehrer Ludivig Walther daselbst.
— Landes Universität. Der a.-o. Professor der alten Geschichte, Dr. Max L. Strack, hat, wie wir hören, einen Ruf als Ordinarius an die Universität Erlangen er- halten. Hoffentlich gelingt es, den Gelehrten unserer LandeS- universit zu erhalten.
^Fahrplan-Aendernng. Der Personenzug 1397 ist seit 7. Januar zwischen Stockheim und Gedern derart verlegt worden, daß er bereits um 2.20 (anstatt um 3.30) nachmittags von Stockheim abfährt und um 3.34 in Gedern eintrifft. Aus der Strecke Gedern—Lauterbach mußte der seitherige Fahrplan bestehen bleiben, d. h. der Zug bleibt in Gedern eine Stunde liegen, ehe er nach Lauterbach weiterfährt.
** Besitzwechsel. Bauunternehmer Winn vertauschte seinen an der Bahnhofstraße gelegenen Bauplatz (früher Felsenkeller) gegen das Besitztum des Herrn Bär (Westanlage) an die Firma Bär & W etterhahn. Die Firma Bär & Wetterhahn beabsichtigt dort ein Wohn- und Lagerhaus zu errichten. Der Platz ist durch seine günstige Lage in der Nähe der Bahn und des Güterschuppen sehr wertvoll, weil in nächster Nähe des Bahnhofes Baugelände fast nicht mehr zu haben ist.
** EinD 0rf - und S tad tth e a t er. In den „Gemeinnützigen Blättern" wird aufär neue über die Gründung eines R h ein - Mainisch en Verbandstheaters berichtet. Im April und Mai sollen von dem Personal des Hanauer Stadt- Theaters auf Veranlassung des Nhein-Mainischen Verbands für! Volksbildung in einer großen Zahl von Städten und Dörfern' Volksvorstellungen veranstaltet werden. Es find das: Offenbach' 3, Dillenburg 4, Wetzlar 2, Grünstadt 2, Schwanheim a. M. 2, Langen 2, Butzbach 2, Höchst i O. 1, Heppenheim (Bergstr.> 2, Griesheim a. M. 1, H u n g e n 1, Pirmasens 4, Neu-Isenburg 2, Worms 2, Flörsheim 2, Höchst a. M. 3, Dorn-Dürkheim 1, Preungesheim 1, Groß-Umstadt 1, Sprendlingen (Kr. Offenbach) 1, Oberursel 2, Idstein 1, Diez 1, Fechenheim 1, Königstein 2, Hofheim L T. 1, Dörnigheim 1. Zur Aufführung soll eine beschränkte Anzahl klassischer oder doch literarisch bedeutsamer Stücke gelangen. Zunächst sind in Aussicht genommen: Minna von Barnhelm, Emilia Galotti und Nathan der Weise von Lessing, Kabale und Liebe von Schiller, Maria Magdalena von Hebbel, Tartüffe und Der eingebildete Kranke von Moliöre, Flachsmann als Erzieher von Otto Ernst. Der Fremde von Fritz Lienhard und einige Schwänke von Hans Sachs. Die Wahl der Stücke erfolgt durch die einzelnen Orte selbst. Wenn der Versuch gelingt, soll das Verbandstheater eine dauernde Einrichtung werden, das die Orte nicht nur während zwei Monaten im Jahr, sondern den ganzen Winter hindurch mit guten Vorstellungen versorgt.
** „91 a b a*. Im Hotel Einhorn findet die Vorführung einer geschickt inszenierten Illusion ,9laba* statt, die in der auswärtigen Presse sehr günstig beurteilt wurde. So schreibt z. B. das Hamburger Fremdenblatt: Die Attraktion für diesen Monat ist die geheime Kunst, nämlich Nada, ein schöner Mädchenkopi, der frei auf einer Hand steht und alle an ihn gerichteten Fragen beantwortet, Lieder singt, Rechenaufgaben löst usw. Es ist gut, das; mau nicht mehr im Zeitalter der Hexenkünste und Beschwörungen lebt l Nirn, es mag fein wie es will, das Wie der Vorführung ist gut und auch origiue.i und damit ist der Erfolg gesichert rc. (Näheres siehe Inserat.)
Harbach, 17. Jan. Der KriegervereinHarbacb, der noch nicht lange besteht, will am 23. Juni ein größeres Fest abhalten, mit dem die Weihe der neuen Vereinsfahne, verbunden werden soll.
Darmstadt, 18. Jan. Zwischen Neinheim und Grof;-^ Bieberau scheute gestern nachmittag 5 Uhr das Pferd eines Fuhrwerks (Korbwagen) vor dem entgegenkommenden Zug 9tr. 6 der Reichelsheimer Bahn und stieß das Fuhrwerk in den Zug hinein. Die beiden Insassen wurdc-n herabgeschlcudert und schwer verletzt. Das Fuhrwerk ist zertrümmert. (Sannst. Tgbl.)
sd. Darmstadt, 18. Jan. Das GroßherzogL- paar reiste heute vormittag 11 Uhr mit kleinem Gefolge zum Besuche des badischen Großherzogspaares nach Karlsruhe. Die Rückkehr erfolgt heute abend.
sd. D a r m st a d t, 17. Jan. Die Feier feiner 3 0 jährigert Bühnentätigkeit begeht morgen der Oberregisseur des Hoftheaters Emil Oslersetzer, gen. Valdeck, der jetzt ca. 12 Jahre hier tätig ist. Er hat hier 1658 Negieabende geleitet, darunter Novitäten in der Oper und 74 im Schauspiel. Zur Feier des TageS wird morgen Hamlet von ihm ganz neu einstudiert gegeben.
Mainz, 16. Jan. Ein junger Kaufmann aus Wiesbaden, der hier bedeutende Postschwindeleien verübte, wurde verhaftet. Er hatte cs verstanden, sich von der Post Pakete wertvollen Inhalts, die für hiesige Kaufleute bestimmt waren, aushändigen zu lassen. Den Inhalt der Pakete hat der Schwindler teils verlauft, teils auf dem Pfandhause versetzt.
w. Wetzlar, 17. Jan. Wetzlar bekommt ein neues Gerichtsgebäude. In dem diesjährigen sind 44 470 Mk. für Erwerbung eines geeigneten Bauplatzes eingestellt worden. Somit wäre auch über unser uraltes Kantongefängnis, das bisher als Gerichtsgefängnis diente, das Urteil gesprochen. Während es noch vor drei Jahren mit einem Kostenaufwand von 6500 Mk. umgebaut werden sollte, war man zuletzt gesonnen, es in unmittelbare Nähe des jetzigen Gerichtsgebäudes zu verlegen. Letzterer Plan scheiterte aber an den steigenden Grundstückspreisen, indem für den in Frage kommenden Bauplatz die Summe von 28 000 Mk. gefordert wurde. Da das jetzige Amtsgerichtsgebäude gleichfalls nicht mehr den Verhältnissen entspricht, so sind für beide Anstalten Neubauten vorgesehen.
[] Laasphe, 17. Jan. In Niederschelden stürzte ein an Epilepsie leidender junger Mann in seinem Schlafzimmer mit der Petroleumlampe zu Boden unb erlitt solche Brandwunden, daß er bald darauf vorschied. — Die Meldung von der Verhaftung des Wissener MädchenmörderS tn der Serieburger Gegend bestätigt sich nicht. Einen Mann^, den man. versolgte, konnte man nicht ermitteln.
h. Frankfurt a. M., 17. Jan. Für den am 1. April in den Ruhc.and tretenden Ooerregierungsrat Dr. Meyer ist der Ober- und Geheime Negierungsrat Lorenz von Altona und als weiterer Oberregierungsrat Dr. Grünberg von Berlin zur Frankfurter Eisenbahn-Direktion versetzt worden.
h. Fulda, 17. Jan. Der Papst hat, wie verlautet, die Wahl des Domkapftular unb Regens Dr. Josef Damian Schmidt zum Bischof von Fulda bestätigt.
** Kleine VJc 111 e i 111 n g e n n n 5 Hessen unb den N a ch b a r st a a t e n. In einer Lehmgrube bei S e e h e i m (Bergstraße) verunglückten zwei Arbeiler, die durch losgehende Erbmassen verschüttet wurden. Einer blieb tot, der andere erlitt lebensgefährliche Verletzungen. — Am 1. Februar wird die zwischen Bickenbach und Zwingenberg gelegene Haltestelle „H ä l) n l e t n“ der Main-Neckar-Bahn dem Verkehr übergeben Vorläufig halten sechs Züge in jeder Richtung dort an.
Zwei Pistolenduelle.
B e x l i n, 17. Jan.
Zwei Pistokenduelle beschäftigten am Mittwoch das Kriegsgericht der Landwchrinspektion. Drei Offiziere der Reserve hatten sich ivcgen Zweikampfes mit tödlichen Waffen zu verantworten, während ein Offizier wegen Kartelltragens auf der Anklagebank saß. Im ersteren Falle handelte es sich um ein Duell zwischen dem Kapellmeister des (gl. Opernhauses
Man s tie^lmi bach» irui Doilenbei seü ;ei)CIL Um ciou bet R jiroielt wiii yaibeiieL 1 imüeiiellunc ’üiuiewb, T Hamen, Lm ^aubad) fu1 ISS b längere 5 um ein nach beni iingenonu Hcrmuiui auffälligem mache iü wird baöu heil mil/fil bei Srjüfl btn Unb jroat 1 lD/ee baju Sun Sijenba i ufälligernw Stellung t dieser Ange beiger £t machen mo iZiehen ist, wiiien derer.
^roreiüing. | ^Wchüler,
Spielen fic I •c:l Hälfen in, ’,rö die Anzi, 0|l biejem (Del ij Anlage e|11( I >vHe wurde e | M M j 1 eWinridjtm | bieräieil I ßP|elbeineb ^W-cpielpiä 0 Jiiö 0 bis 7 l j-?r'e der Äh, iL^Zahlv
r
3 * $°n sacken wir
fc VM tve
Ms
leiw Au°n dj in „ Haiug .
^tieb
Me ?M»uf tan "®erniQ
l;
I k -letU k’hW'«
e>in
Lösfl^n
Ä ein LeE (jutel -u d düng lliilgeteR- 0 Ä wt, » - ei»“?1® ö-üibe dse y c b t f e 19e- £dl liiiien.. ze' M E porien. f öezMNgen. Mnate bei'
Tas 8^ leutnani Ä jeten am träger, b® Lages W Atau m 1 JjiW yjDeilmnpf LU. Dvembl iugeunetijei 0 .rt. gab ' -cs Leihani Flauen, 1 jo lönne ei c aber en 1 verurteilt, w


