das Gefängnis gebracht worden.
Aus Stadt und Land,
ihren Verletzungen erlegen.
dein betreffenden Abend
haftet und in Neap el,
34 jährige Schuhmacher Mathias Wohls eck von hier in Betracht, der sich aber am Freitag früh mit Lysol vergiftet
hat und gestorben ist. Er soll an
"führt, so daß nunmehr blos die endgültige Textierung der Abmachungen zu erledigen ist. Beide Regierungen beschlossen jedoch, die Details erst bei Beginn der parlamentarischen Herbstsession zu veröffentlichen. Die Wiener Abmachungen werden morgen dem Ministerrat unterbreitet werden; wahrscheinlich werden da auch die Quotenfrage und die Verlängerung des Privilegiums dec österreichisch-ungarischen Bant zur Sprache kommen, da diese Fragen geklärt sein müssen, ehe die Ausgleichsvorlagen den beiden Parlamenten zugehcn können. Nach der Ratifizierung der Wiener Abmachungen !durch den Ministerrat wird sich Ministerpräsident Wekerle 'nach Ischl begeben, um dem Monarchen Bericht zu erstatten.
Rom, 15. Juli. Infolge einer Verfügung des Staats- igerichtshofes ist der frühere Minister Stasi heute nachmittag in seiner Wohnung durch den Polizeipräfekten ver-
Vermijetzre-,
""Opfer d e r B e r g c. Zwei norddeutsche Touri st i nu fanden bei tleberschreitung der B i r n l ü ck e iii den hohen TaM
GerichtssaaL.
BR. Darnrstadt, 15. Juli. Vor beni Feriensenat der Str,-, e a m m e r tarn heilte em iliteressamer P r e g b e t e i d l g uUü prozeß als Beiussjache zur Verhaudlung. In beni tlerif- „Stemheuner Votlssreund" war zur Zelt der Geineinberalswtch am 14. Februar d. I. ein scharfer Artikel gegen die Groß-Steinhe-M Gememdeverwaltung erschienen, in bem es hieß: Der Liberalisiss nut seinen 87 Männchen, die kleinste Partei, die gerade em Siede? alter Wähler zählt, regiert die ganze Geuiemde. Alle (Semem- ämler befinden sich in liberalen fänden. Im ganzen Gemeui^^ stndet sich kein einziger entschiedener Anhänger des ZerUrmiis e des Sozialismus. Der (peldjack und „liberale" Gesinnung o3 können für Grog-Slemheim regierungslähig machen. ZnteliW und GhrenhaUlgteit geben , devi „geringen" Ataim höchstens p Recht, den „Großen" den Sleigbügel halten zu dürfen, zM bekanntlich die „liberalen" Herren voii beiden Dingen ks§ Ueberfluß haben. — Durch biejen Artikel fühlten sich beseit Bürgermeister Spielmami und Beigeordiieter Jung, soivle Gememderaisinilglieder beleidigt und strengten gegen Redaü. S ch u m a li n Beteidigurigsklage an, der dann auch vom Scyo^ gericht zu Offenbach zu 2U0 Mark Geldstrafe rejp. 4 Gesäligiils verurteilt wurde. Der Artikel erregte, wie die Ze^si aussagen sesisleltten, in Groß-Steinheim allgemeine EnirüP. Die Feriensirafkaiumer erkannte das Urteil des Schöffengerichts : gerechtfertigt an und v e r w a r s d i e B e r u f u n g.
daß von der Kreisschulfommission geplant t]t, tn den Fortbildungsschulen für besonders gute Leistungen im Rechnen und Schreiben Prämien anszutellen. Ter Vorschlag hat in der Bürgermeisterversammtung Beifall gefunden, sodaß die Verwirklichung ziemlich sicher ist. — Kreisarzt Tr. Lang ermann referierte hierauf über seine Tätigkeit als Schularzt für das Land. Es sind seit Oktober 1906 von ca. 10 000 Andern ca. 2800 untersucht worden und zwar meist die Kinder des 1. Schuljahres; auch dieses Jahr sollen wieder ca. 3000 Kinder untersucht werden. Es werden nicht einzelne, sondern alle Kinder einer Klasse untersucht, um ein richtiges Urteil zu finden. Bei den Untersuchungen wurde konstatiert, daß die Ges und - heitsverhäktnisse in unserem Kreise im Vergleich zu anderen hessischen Kreisen r e ch t g u t sind. Ein besonderer Zweig der schulärztlichen Tätigkeit ist die Kontrolle über Schulhäuser und Lehrerwohnungen. Geheimerat Dr. Treiber! empfiehlt noch die Bestrebungen, des Vereins für hessische Volkskunde aufs wärmste und regt die Anschaffung der Volkskunde-Zeitschrift für die Volksbibliotheken an. An die Konferenz schloß sich ein gemeinsames Mittagessen.
K u ustoerein. Die Gemälde-Ausstellung am Brand ist von morgen, Mittwoch, an wieder geöffnet. Die Ausstellung ist täglich mit Ausnahme Samstags von 11 bis' 1 Uhr, Mittwochs auch noch von 3 bis 5 Uhr nachmittags und Sonntags von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen geöffnet.
** Im Kolo sseum findet heute Programmwechsel statt. (Siehe Inserat.)
w. Wetzlar, 16. Juli. Der Kreisverein vorn Roten Kreuz zählt z. Zt. 175 ordentliche Mitglieder. Den Gesamteinnahmen von 893,48 Mark stehen 623,91 an Ausgaben gegenüber. Der Zweigverein verfügt über ein Vermögen von 4800 Mark, das verzinslich bei der Kreissparkasse angelegt ist. — Nach dem städtischen Haushalt ist die Beschaffung eines Gasbehälters sowie der Bau eines Schlachthauses vorgesehen. Der Bezirksausschuß hat die Anleihe von 400 000 Mark unter der Bedingung genehmigt, daß außer 3,8 Prozent Verzinsung eine 11/2 prozentige Tilgung unter Hinzurechnung der durch die fortgesetzte Tilgung ersparten Zinsen vorzunehmen sei.
0 Dlllheini, 15. Juli. Gestern fand hier ein Missionsfest statt, das überaus zahlreiche Gäste heran- gezogeii hatte. Im Hauptgottesdienst sprach Herr Pfarrer Kraft in Barmen über die ersten Missionsleute in Europa. Der Nachmittagsgottesdienst rief besonders viele Zuhörer herzu, da Missionar Diehl, im benachbarten Ehrings- haiisen geboren, predigte, lieber 10 Jahre hat Herr Diehl bereits unten in China, zuletzt in Tungun, gearbeitet. Er befindet sich zur Erholung in der Heimat, um dann seinen Beruf miebcc aufzunehmen.
s. Marburg, 15. Juli. Seit heute ist das Schweine- fleisch wieder im Preis gestiegen. Die Fleischer-Innung giebt bekannt, daß gewöhnliches Kochfleisch jetzt 65 Pfg., Bratenstück 75 und Koteletts 85 Pfg. pro Pfuiid kosten. Das Rindfieisch, welches beim letzten Schweinefleischabschlag teurer mürbe, behält seinen damals festgesetzten Preis.
ff Frankfurt a. M., 15. Juli. Die 42jährige Tagelöhnerfrau Henriette Laudr, die am vorigen Mittwoch früh in ihrer Mansardenwohnung Wallgraben 5 mit einem Schuß in der Schläfe aufgefunden wurde, ist gestern abend
1 Zustand ist verzweifelt.
* Neue r Eisenbahnunfall. Am Sonntag nachmch 7 Uhr 10 Min. ist der E i l z u g S a a r b r ü ck e n - T r i e r in - Nähe des Mettlachertunnels mit allen Achsen entgleist, ssi beide Gleise gestört sind. Die Ursache Liegt vermurlich in ■ Nichtbeachtung des Langsamsahrsignals. Der Perionen- unD ö päctoerkehr wird durch ländliche Fuhrwerke aufrechi erljalu Die Wiederaufnahme des Betriebes auf einem Gleise ist 4® nachmittag zu erwarten.
* Stürme und Unwetter. Aus allen Teilen 9io- und Mitteldeutschlands wird starker Temperatursturz g ein ei’ Im Harzgebirge fällt bei 0 Grad schneeartiger Regen. Auch st Thüringen lvird von andauerndem Regenwetter und winterns Kälte berichtet. Der über Pommern niedergegangene Daregen, der 62 Stunden anbauerte, bat große Verwüstungen c gerichtet. In Scheune bei Stettin i]t ein Haus eingestürzi. - Dtauenborf mußten mehrere Häuser geräumt werden, da das Äst! in den Wohnungen in Tischhöhe stand. In Seelow bei garb mußten viele Gebäude gestützt werden. Das Trinkw^ beginnt knapp zu werden. Zahtreiche Gärten in Weizackcr l1 überschwemmt. Durch den Regen i)t das verdorbene Heu st- geschwemmt. Die Oder ist über die Ufer getreten. Das st Schlesien niedergegangene Unwetter richtete den größten & den in der Grafschaft Glatz an. Ganze Gehöfte'wurden von st Fluten weggerissen, die Ernte ist vernichtet. In der Wellt bei Rückers ertrank ein Schullnabe, ein Manil wird vernst In Neiße sind der Roßmarkt, der Holzplan und das Schuld haus schwer bedroht. Jnfanteriemannschaften und Feuerweyr' beiten unausgesetzt an der Absperrung der Fluten. Aus ' genannten Straßen steht das Was,er meterhoch. Der Stadtbahn tarnt nur mit Kähnen erreicht werden. Auf der Schneetol mußten wegen des herrscheitden furchtbaren Sturmes fänitll Fensterläden geschlossen werden, beu ganzen Tag brannten Lampen. In Wien und Umgebung sowie in ganz Niede Österreich lautete eilt heftiger Orkan, wobei starker, woU
15. Juli. Staatssekretär Dernburg silnd seine Begleiter haben heute abend 10 Uhr an Bord des
D«as Landgcrtchc < r e it $ i a u ai5 enre Spranz yan? ~ Abweisung bei Klage erkannt, indem es einen Betriebs fall im Sinne des HastpilichtKesetzes nicht für gegeben etßS Auch das Ka mm ergerichr zu Ber lin entschied im M Sinne auf Zurückweisung der von der Klägerin eingelegten rufung.
Die gegen das kammergerichtliche Urteil eingelegte fron wurde^ vom Reichsgericht z u r ü ck g e w i e f e n, indem erkennende Äenat ausführt, daß es nicht unbedenklich stj $ bann auch ein Betriebsunfall vorUege, wenn die Lokomonve st gestanden und äußerlich fein Zeichen eines Betriebes ertci-r gewesen ist. Es fei jeovch hier ein Unterschied zu zwischen innerhalb und außerhalb des Betriebes stehe.nben r Ionen. Hier handle es sich aber um eine außerhalb des löetm behende Person und fei es bann für die Anerkennung eines Z triebsunfättes nötig, daß der Betrieb sich nach außen hin crtst bar erweise. Wenn sich der Betrieb aber nun in einem ZuM zeige, als wenn er ruhe, trotzdem er fiattfmbe, so sei zusehen, als wenn Irin Betrieb statt fände. Was die nochüst von der Reviswn gerügte Rauchrmwicketung anlange, f0 k. das Berufungsgericht dahin entschieden, batz bie Pferde aist durch den Anblick der Lokomotive gescheut hätten. Gegen Feststellung des Berufungsgerichts lasse sich in der Revision instanz nicht ankämpfen.
Dampfers EFelbmarschall" bie Reise nach Ostafrika an- igetreten.
Haag, 15. Juli. Offiziell wirb aus Nieder- llänbisch Indien gemeldet, baß bie Bergbevölkerung aus unbekannten Gründen das Dorf Endeh auf der Floresinsel angriff und verbrannte. Die Regierungsgebäude sind gerettet. Truppen sind bereits abgesandt.
Nttv rvistenjctzaft.
Frankfurt a. M., 15. Jun. Die preußische Akad^ der AZifienschaften hat den Frankfurter Ehemiker Professor t Graeoe zum lorrefpondierenoen Mitglied der physikalisa)-nla^ malischen Klasse gewählt.
X. Hanau, lu. ^uli, Im Alter von 84 Jahren starb, Gymnasialooerlehrer a. D. Projefsor Dr. Sucht er, ein ül kann ter Fwr scher auf dem Gebiete der Altertumsrunbe und ir Autorität auf dem schwierigen Felde der Numismatik, beiden Gebieten entfaltete er eine reiche schriftstellerische Tätigt die mchr als 25 größere Abhandlungen zeitigte. Geboren Karlshasen, besuchte er in Raiteln bas Gymnasium, ftubierte ■ Marburg und Benin und kam bann als Lehrer an das W nafium in Hanau, an dem er 33 Jahre lang wirkte. Mit gir knitze hing er an dem Geschichisvereui. Als langjähriger sitzender wurde er bei der F^cer d-es 50 jährigen Be,iehens . Gefchichtsverems zum Ehren-Vorsitzenden ernannt. Als er U sein 50 jähriges Dpltoriubiläum feierte, erneuerte ihm die p!Zr sophische FiaiuUät der Universität Acarburg sein Diplom l gedachte dabei mit Anerkennung insbesondere feiner VeröM um die hanauische Landesgescmchte. Von den BeröfsentlichuW Tr. Suchiers waren nicht lueniger als 17 der hanauischen o schichte gewidmet. Tie letzte größere Veröffentlichung war : titelt „T^e Akünzen der Grafen von Hanau" und bildete bie Iiä läumsgabe des Geschichtsocrstns ans Anlaß der Neustabt-ßM :eier.
London, 14. Juli. Der Chemiker Sir William HeW P e r t i n ist gestorben.
Venedig, 15. Juli. Der Publizist und H^sloriker Dr. I Brosch ist, 70 Jahre alt, gestorben.
Spset.
— Radsport. Bei dem Dauerrennen in Scho tu 32 Kilometer, hat der Radklub Teutonia-Gießen 19v bei starker Zdonkurrenz recht günstige Erfolge erzielt. Karl Seh erhielt den 3. Ehrenpreis, Karl Schäfer den 7. Preis, Ha R önier den 8. Preis, Ludw. W a ck den 9. Preis, Will). R l iln l i n g den 12. Preis.
X B a d - N a u h e i m , 15. Juli. Vergangenen Sonntag spie bie 2. Mannschaft des Gießener Fußballklubs vv 19 0 0 in Nauheim gegen bie 1. Mannschaft des Nauheim Fußballklubs. 'Nachdem die vorangegangenen Spiele st nnentschieden ausgegangen waren, konnte Giegen diesmal ciE sicheren Sieg von 6:2 Toren mit nach Hause bringen. B aus einzelne Augenblicke beherrschte die Gießener Mannschast sn das Spielfeld.
, e. Gro ßen - Lind en , 15. Juli. Ein großes S ä n g e r f e st fand gestern in unseren Mauern statt, feierte doch der voriges Jahr ins Leben gerufene Wetter au-Lahngau-Säng er- bund fein 1. Bundesfeft. Aus der gesamten Umgegend, aus der nördlichen Wetterau, dem Lahn- und Wiesecktal und dem Hüttenberg waren über 30 Gesangvereine herbeigeeilt, um ihr Bestes in der Gesangskunst zu bieten. Der Festplatz in der Nähe des Bahnhofes an der neuen Turnhalle war hübsch geschmückt und das , ganze Städtchen prangte im schönsten Festkleide. Schon die Eröffnungsfeier am Samstag abend zog zahlreiche Besucher auf den Festplatz^ wo Konzert. Gesangsvorträge und 'turnerische Aufführungen stattfanden. Am, gestrigen Sonntag trafen schon von 8 Uhr. ab die Bundesvereine ein, und um 1/210 Uhr begann in der Turnhalle das Wettsingen mit der Hauptprobe der Bundesvereine. Um 21/2 Uhr begann der lange Festzug sich durch das Städtchen zu bewegen. Nach den Reden und Toasten auf bem Festplatz — es sprachen unter anderem Bürgermeister Leun und der Bundespräsident, während Lehrer Bach die Feft- rebe hielt — trugen 400 Bundessänger einen prachtvollen Massenchor vor, an den sich Einzelchöre der Gastvereine schlossen. Bei anschließendem Konzert der Kapellen Sames-Holzheim und Harnisch-Steinberg, bet Tanz und Volksbelustigung herrschte auf dem Festplatze bis spät in die Nacht hinein ein fröhliches Treiben. Der festgebende Gesangverein „Germania" hat ein Festbuch herausgegeben, in dem u. a. auch die im Umbau begriffene Kirche abgebildet ist. Die Gesangskunft wurde durch die drei maßgebenden Sachverständigen, Prof. Trautmann, Großh. Universitäts-Aiusik- birettor, Gießen, Musikdirektor Schmidt, Friedberg und Chor- meister Daubler, Bieber bei Offenbach, gewertet. Allgemein wurde anerkannt, daß die Gesangskunst in unserer Gegend auch in den Landorten zu einem hohen Punkt der Vollkommenheit gekommen ist. Aas Ergebnis des Wett singens ist: 1. Pr. Germania-Kirch-Göns, 2. Frohfinn-Garbenteich, 3. Liedertafel - Lollar, 4. Eintracht-Leihgestern, 5. Germania-Lollar, 6. Lieberkranz-Leihgestern, 7. Geemania-Großen-Linden, 8. German ia-Großen-Buseck, 9. Germania-Krofdorf, 10. Männergesang- verein Beilstein.
den Tod infolge Llebermübung und eisiger Kälte. — Vln b Kornette de Bise (Valliser Alpen- stürzte der 3214 Als Täter kommt derj Emil Bl anchard aus Viois ab und wurde mit SchädelM und auf gerissener Brust aber noch lebend aufgefunben. 4
Paris, 15. Juli. Der Urheber de 8 gestrigen lZwischenfalles, Maille, erklärte, er hätte nicht die 1 Absicht gehabt, Fallieres zu töten, sondern nur, die Oeffent- lichkeit auf sich zu lenken. Er sei ein Opfer der Justiz ’ geworden, da er vom Gericht sein Recht nicht erhielt. — Der Revolver enthielt noch 4 Patronen.
London, 15. Juli. 9iach einem Telegramm der t ^inieS* aus Tokio wird der Frage der koreanischen !Delegation im Haag in erhöhtem Grade ernste Bedeutung zugeschrieben. Nach japanischen Anschauungen .verursacht das hartnäckige Verhalten des koreanischen Hofes ! Spannung. Einige Zeitungen in Tokio verlangen wirksame Schritte, um dem Abenteurerprinzen Ui das gesamte Vertrauen, das ihm geschenkt worden ist, zu entziehen. Marquis 3to fordert die strengsten Maßnahmen.
I Lissabon, 15. Juli. Premierunnister Jodo Franco !hat bem König vorgeschlagen, durch ein Diktaturdekret fdie PairSkammer abzuschasfen und sie durch einen ! aus Volkswahlen hervorgehenden Senat zu ersetzen. Franco 'ist der Ansicht, daß auf diese Weise ein auf der Seite der Regierung stehendes Oberhaus an Stelle des bisherigen oppositionellen gewonnen werden könne.
Belgrad, 15. Juli. ^Stampa" meldet den Ausbruch ^ernster Unruhen in Drobujak in Montenegro.
Newyork, 15. Juli. Der Zensusdirektor North, welcher als Tariffachmann in Deutschland war, spricht sich für einen Doppeltarif aus, wobei, der gegenwärtige Dingley das Dlaximum darstellt, während das Minimum etwa 20 % niedriger sein soll. North erklärt, er habe in letzter Zeit mit vielen hervorragenden Persönlichkeiten gesprochen und den Eindruck gewonnen, daß der nächste ! republikanische Nationalkonvent zweifellos das unzweideutige Versprechen der Tarifrevision sofort nach -der Präsidentenwahl durch eine Extrasefsion des Kongresses geben muffe.
Der hiesige griechische Generalkonsul erhielt eine /Depesche aus Roanake (Virginien), die von 150 Griechen unterzeichnet ist, die um Schutz gegen den Pöbel nach- /suchen. Der Konsul wandte sich heute in dieser Angelegen- cheit an den Staatssekretär Root.
! San Francisco, 15. Juli. Die ,Associated Preß" schreibt: Die amerikanische Schunerbark 8 7 ^Castle" meldet, daß sie beim 5>abel Jautang außerhalb der Dreißigmeilengrenze -an der sibirischen Küste von Offizieren des russischen Kanonenboots „Mandschur" nach Beschlagnahme der Schiffspapiere den Befehl erhalten habe, sich außerhalb der ^Dreißigmellengrenze zu halten, unter Androhung der Beschlagnahme im Falle der Nichtbefolgung. Drei > anderen amerikanischen Fahrzeugen i)t es ebenso ergangen. 1 2)aS Staatsdepartement wurde von diesen Vorgängen unter- ,richtet und wird die Angelegenheit voraussichtlich 'weiter verfolgen. ,
Tokio, 15. Juli. Der Minister des Auswärtigen, Vicomte Hayashi, begab sich heute inkognito nach Söul. !
1 n Mit dieser Frage hatte sich kürzlich der 6. Zivilsenat des - Reichsgerichts zu befassen, und zwar Ijar er sie im verneinen- - den Sinne entschieden. Es handelte sich um einen Anspruch der brandenburgischen landwirtschastlichen Berufsgenossenschaft als . Vertreterin eines verunglückten Ackerbürgers gegen die Märkische : Sttaßendahngesellschast. Ter Ackerbürger W. mar am 13. Mai
1903 mit einem mit zwei Pferden bespannten Fuhrwerk die
1 Kreischaus,ee nach Joachimstal entlaiig gefahren. Parallel mit ber Chausiee läuft die Acarsische Siraßenbahn. Als W. eine Eisenbahnunterführung der Staaatsbahu passierte scheuten die Pferde seines Fuhrwerks plötzlich und gingen durch: W. wurde aus dein Wagen gefchleudert und s'ch^ver verletzt. Während er angibt, daß seine Pferde vor dem Zuge der Märkischen Straßenbahn gescheut hätten, macht diese geltend, daß der Zug still iiaud, um Dampf ^u sammeln, wie es gewöhnlich 60—90 Meter j aor oer Brücke ge,chehe, damitz die Lviontotive die dortige Steigung rlchiMii Lv.mc. In der zweiten Jnsmuz berief sich W. re,p. die juageriii noch daraus, daß die Ntufchrne aber ckotzoem Dampf - uno die Pferde deshalb ge,cheut hatten, wofür
mit ber Frau gezecht haben. Seine Frau machte Anzeige bei ber Polizei, in eil sie bie in den Blättern befchnebene Uhr mit ben zwei Bildnissen wiebererkannte.
Reichsgerichtsbriese.
Nachdruck verboten.
I. S. L ei p z i g , 15. Juli.
Fällt das Scheuen von Pferden 00r einer ftehen- b e n Lv ko Motive unter bei-, Begriff des Betriebs» Unfalles?
, Gießen, 16. Juli.
** KreKlchrerkonferenz. Gestern fand im Neuen Saalbau unter überaus zahlreicher Beteiligung die Kreislehrer- konsereuz chatt Der forschende Geheimerat Du Breid er t BegrMe die Erschlmenech worauf Lehrer $. Müller-Gießen litt« WofoU der voriahrigeu Konferenz verlas. Erfreuliche iForsichritte wurdeii auf dem Gebiete des Schulhausbaues ge- , ui acht; l90o wurden 10 Gebäude in Angriff genommen, 1906 1Ä?. üleich-e Zahl Hiernach gab Schulrat Kleinschmidt die ftatist Mittellurigen über bas laufende Schuljahr 1907/08. Der Kreis
7J' e^ulen mit 207 Klassen ausschließlich ber Privat- fWlen; b Mafien sind wegen Lehrermangels unbesetzt. Von ben Schulen such einklassig 34, zweiklassig 25, breitlassig 9, vier- klassig 6, Mehrllasiig o Schulen. Ohne Schulgeld sind 76 Schulen, 1 3 Orte erheben noch Schulgeld, doch ist man. auch in diesen
;beftrebt, bas Schulgeld abzuschasfen. Jui Kreise wirken 195 ' und 9 Lehrerinnen. Von ben 12 741 Schülern sind 6316 Knaben, 6425 Mädchen. Nach dem Bekenntnis find katholisch ^^evangelisch 12 381, israelitisch 117, anderer Konfession 7 ^Aus Gießen entfallen 2462 Schüler, 223 mehr als im Vorjahre' ^0 ^.'^, mehr 411. Von ben 80 Fortbildungsschulen rVtn^affs9, 4 mehrklassig. Im abgelaufenen
tourben durch Ordensverleihung ausgezeichnet: Weil-
U2lb Wagner-Großen-Buseck; es star- bm. Albach-Watzenborn-Steinberg und Diehl, früher in Gießen Bezüglich des Schulbauwesens bemerkte der Schulrat, daß in feiern Jahre 8 Neubauten emgeweiht werden, Eberstadt hat jetzt euren Neubau beschloffen, mit anderen Gemeinden sind öel^^anb^ ^ng, so mck Nonnenroth, Röthges, Grünberg, Heuchel- Burkhards selben u. a.m. — Lehrer V. Müller -.Gießen ' W* T ?nen BSrtrag über „F r i e d r i ch d e r G r 0 ß"e und ferne Stellung zur Schul- n n d E r z i e h u n g s f r a g e" Dm: hochinteressante und formvollendete Vortrag eruiere iana- ten^en a k Schulrat Kleins ch m i b t gab dann einige «tarun^m Verordnungen und Bücherempfehlungen seitens der obersten Schulbehörde bekannt. Die Denkmalspflege soll durch Belehrungen und Anschauuugen in den . Schulen durch Berücksichtigung der Orts- und Gebietsgeschichte gefördert wcrdm soweit es sich mit dem Gesamtschulplan vereinigen läßt.' Er —u— eilipfiehlt ferner die Zeitschrift für Beiträge zur hessischen Schul- abgegeoen haoe u,.u viu uno lMwerilt-t-Elchte. KcHermerat Ar. Breidcrt teilte mit, Beweis Mgetretsn werden sollte.


