Ausgabe 
16.7.1907 Erstes Blatt
 
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Aie Heutige Wummer umfaßt 12 Seiten.

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in flächlichkeit zu finden; cs ist, als ob die Darstellung durch eine ht Flucht von Gemächern eines Traumschlosses führe; je weiter sie

uns reden hören und weil wir hier eine Stärke des persönlichen Seins und des Lebensgefühls zu ahnen beginnen, die nicht

AnsIauS.

Tromsö, 15. Juli. Die Ankunft deS KaiserSs erfolgte heute nachmittag 3 Uhr. Der Kaiser begab sich so­gleich an Bord des Schiffes des Fürsten von Monaco Albion". Nachmittags fand auf derAlbion" eine Tafel zu Ehren des Kaisers statt. Es waren Kapitän Johannsen, der Begleiter Nansens auf der letzten Nordpolexpedition, und der bekannte Spitzbergensorscher Jsaacsen geladen. Der Fürst, von Monaco segelt morgen nach Spitzbergen ab.

Der Kaiser blieb wegen des ungünstigen Wetters in der vergangenen Nacht an Bord und nur einige Herren gingen zum Nordkap. DieHohenzollern" bleibt morgen zum Kohlenemnehmen in Tromsö. Das Wetter ist kalt. An Bord ist alles wohl.

Prag, 15. Juli. Die Rechtspraktikanten bei dem hiesigen Strafgericht, die seit etwa einer Woche passive Resistenz übten, stellten heute vormittag diese. Resistenz ein und arbeiten seither normal.

Budapest, 15. Juli. Die am 14. d. Mts. in Wien beendeten Ausg leichsverha ndlungen haben zu einer vollständigen Einigung beider Regierungen ge*

i "Arbeiterfrage, die nicht so ohne weiteres zu lösen ist. cdings wird dies erleichtert, einmal durch den Bahnbail, wseits aber auch durch die geplanten Anlagen für Nähr- ?, um die namentlich im Innern des Landes vielfach schenden Hungersnöte zu beseitigen, die der Verwendung eiec Arbeitergruppen hindernd im Wege ständen. Mit u solchen Programm befindet sich Herr Dernburg auf rechten Bahn, und man kann darulu nur wünschen, daß Reise von glücklichem Gelingen gekrönt sein möge.

bringt, desto geheimnisvollere, desto überraschendere Kammern her Urgeschichte der Menschheit schließt sie auf. Und dies ge­schieht, obgleich sie überall auf die festen Grundlagen einer ganz ncuen, in vielen Zeitschriften der amerikanischen Völkerkunde zerstreuten Einzelforschung gestützt ist. Noch einmal öffnet sich hier für den Geschichtliebenden die Möglichkeit, in ein unbe­kanntes Land der Vergangenheit unseres Geschlechtes zu schlveifen: vielleicht zum letztenmal. Denn die Forschung der Zukunft wird bald genug die von Breysig zuerst durchzogenen Bereiche ihrer fleißigen Einzelbearbeitung unterwerfen, und dann ist diese Ro­mantik des Unerhörten auch aus ihrer letzten Zufluchtsstätte Der trieben. Das starke Rückgrat der Darstellung macht der Gedanke aus, daß die Geschichte der Menschheit nicht in der Ordnung der Jahreszahlen, noch in der der Erdteile recht erkannt werden kann, sondern nur in der Folge einer Anzahl von Lebensaltern, von Entwicklungsstufen. Von diesen ist die unterste von allen, sind die mittleren von wenigen Völkern, die obersten nur von den Europäern erklommen worden. Jene unterste Schicht, von Breysig die der Urzeit genannt, soll in dem vorliegenden ersten, einem fast vollendeten zweiten und einem in nahe Aussicht ge­stellten dritten Band geschildert werden. Die außereuropäischen Völker und Reiche höherer Stufen sollen folgen, die europäische Geschichte das Werk krönen. Die Darstellung erstrebt die mög­lichste Durchsichtigkeit und Klarheit; sie vernieidet grundsätzlich jedes Fremdwort. Das Ziel der groß angelegten Arbeit ist, einen Stammbaum der Formen der gesellschaftlichen Ordnung und des geistigen Schaffens der Menschheit aufzustcllen; aber über diesem Endzweck ist die Ausbreitung aller Besonderheit, aller Farbenfülle, aller Schönheit des einzelnen Menschen- und Völkerfchicksald nicht vergessen.

geringer, sondern größer ist, als die unseres späten Alters. Breysig schildert diese Urzeit in dem vorliegenden ersten Bande die der Nordamerikaner, in allen Betätigungen ihres Lebens. Ganz weite Sichten tun sich auf in die dämmernden Anfänge der Gesellschaft: hinter dem Geschlechterstaat, den man gemein­hin als älteste erkennbare Form des Staates ansieht, taucht in überraschend klaren Umrissen die Horde auf, ein Gebilde von nicht rohem, sondern gut aus gearbeitet em Bau, und -'.gleich löst sich die alte Streitfrage, die seit Jahrzehnten die geschichtliche und selbst die gegenwärtige Frauenforschung beherrscht: die Frage nach dem Ursprung oder Nichtursvrung aller Fa­milienentwicklung aus einem Zustand freien Geschlechtsverkehrs. Der Anteil der Frau an der Entstehung von Staat und Haus wird in ein anderes, helleres Licht gerückt. Recht und Wirtschaft, Staats- und Kriegskunst, Sprache und Schrift, Technik und Heil­kunde sind in ihren zartesten Wurzelkeimen bloßgelegt. Farbiger iwch ist das Bild, das von den sehr reichen Anfängen von Tanz und Dichtung, Bildnerei und Tonkunst ent­worfen wird: von den Kunstwerken, die das Berliner Museum aus diesen Ländern birgt, sind die köstlichsten eingehend ge­würdigt, von einem künstlerischen Standpunkt, auf den sich die Völkerkunde fast nie bisher gestellt hat, von den Märchen und Sagen sind die bezeichnendsten in die Darstellung in vollem Umfange eingewoben, von den Gesängen die schönsten mit den Noten wiedergegeben. Ganz in die Tiefen urmenschlichen Atmens führt uns die Schilderung der Anfänge des Glaubens, die mit denen der kindhaften Wissenschaft dieser Zeiten zusammen- sallend, schon die Keime der Gottesgestalt der höheren Stufen

enthalten und zugleich eine Fülle von Formen ahnungsvoller Welterklärung und hingebender Verehrung der unsichtbaren Ge­walten erkennen lassen. Nirgends ist Plumpheit, Roheit, Ober-

Derrtsches Reich.

Sabinen, 15. Juli. Die Kaise rin mit dem Prinzen Joachin und der Prinzessin Viktoria Luise tft heute mittag hier eingetroffen. In dem Gefolge befinden sich Vizeoberzeremonienmeister von dem Knesebeck, die Hofdame Gräfin von Keller und Leibarzt Dr. Zuncker.

Berlin, 15. Juli. Der Entwurf betreffend den zehn­stündigen Maximai-Arbeitstag der Frauen wird dem Reichstage bei seiner nächsten Tagung bestimmt zu­gehen. Die in Betracht kommenden Industriezweige haben sich fast ausschließlich mit der Herabsetzung der Maximal­arbeitszeit von 11 auf 10 Stunden einverstanden erklärt. Der Entwurf sieht genaue Uebergangsfristen vor.

Eine landwirtschaftliche Fleisch erei- G e- nossen sch ast zum Verkaufe von Fleisch in Berlin hat sich gebildet. Sie nennt sich Pommerscher Fleisch­oerkaufsverband und besteht aus Landwirten, die ihr Vieh selbst schlachten und das Fleisch an die Konsumenten bezw. Fleischer direkt absetzen wollen.

Aus Anlaß des gestrigen Pariser Vorfalles stattete Unterstaatssekretär von Mühlberg heute früh dem hiesigen französischen Botschafter einen Besuch ab, um ihm die Glückwünsche be§ deutschen Reichskanzlers und des auswärtigen Amtes zur glücklichen Bewahrung des Präsidenten Fall res vor einer Gefahr auszusprechen.

_ Mitteilungen des Kriegs Ministeriums über die Fahrt der Truppentransportschiffe: Der Dampfer Willehad" des Norddeutschen Lloyds mit dem Ablösungs­transport für das Ostasiatische Detachement ist am 14. Juli wohlbehalten in Hongkong eingetroffen und am 15. nach Taku weitergegangen.

Der frühere Landwirtschaftsminister Dr. Podbie Iski, der seit mehreren Wochen in Bad Nenndorf Heilung von fernem Gichtleiden suchte, hat den Badeort wieder verlassen und sich auf sein Gut Dalmin zurückbegeben. Sein Befinden hat sich wesentlich gebessert.

Dresden, 15. Juli. Eine Konferenz der Ver­treter der evangelischen Arbeitervereine Sachsens erklärte sich mit dem Wahlrechtsentwurf einverstanden.

Leipzig, 15. 'Juli. Der gestern hier versammelte LandeLausschuß des nationalliberalen Landes­vereins von Sachsen erklärte sich mit dem Wahlreform-§ Entwurf und der Plural- und Verhältniswahl prinzipiell' einverstanden, äußerte jedoch Bedenken gegen bie Wahlen durch Kommunalverbände und kann deshalb dem Entwurf in der vorliegenden Form nicht zustimmen.

« r. 184 ^ Erstes Blatt LSV. Jahrgang Dienstag 16. Juli 1 <>07

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Bin fett Kolonien.

x Am Samstag hat Staatssekretär Dernburg seine Reise h Ostafrita angetreten, um die Kolonie aus eigener An- 3 uung kennen zu lernen, Belehrung zu schöpfen und seine gieren Maßnahmen nach dem Geschauten zu treffen. Be- i ntlich wollte der Staatssekretär ursprünglich sämtliche 1 kanische Kolonien, namentlich auch Südwestafrika besich- j n, aber er ist von diesem Plane abgekommen, sehr zu lüsten seiner Studienreise. Ganz abgesehen davon, daß die 6| se sich gar zu lange ausgedehnt und Herr Dernburg nicht -1)r zum Parlamentsbeginn hätte zurück sein können, hätte Ä) der Aufenthalt in den einzelnen Gebieten so überhastet 1 den müssen, daß eine eingehende Einsichtnahme so gut ausgeschlossen gewesen wäre. Es hätte sich nur um > sächliche Beobachtungen handeln können und es hätte die ahr bestanden, daß man dem Staatssekretär Potjömkinsche .scr aufbaue. Daß Ostafrika und nicht Südwestasrila als - euige Kolonie gewählt worden ist, wohin der Leiter unserer >' nialen Angelegenheiten zuerst seine Schritte lenkt, hat seine 'n Gründe: Ostafrika ist ein blühendes Land mit großen e ntagen, wo für den Kaufmann viel zu holen ist, und - ibe diesen Gesichtspunkt will ja Dernburg in seiner Ver- y tung voranstellen. In Südwestasrika hätte er augenblicf* j nach der Kriegsnot nicht viel sehen können, öde Strecken ?n wenig Gelegenheit für ein eingehendes Studium und l;i allem will der Staatssekretär erst den Bahnbau gefördert ; en, um danach die weiteren Maßnahmen ins Auge zu ] n. Die übrigen Kolonien, insbesondere Togo und lerun, sind so gestellt, daß eine besondere eingehende Jn- 1 tion seitens des Staatssekretärs nicht erforderlich ist. Um

oberflächliche Vergnügungsreise, wie sie seinerzeit | Kayser machte, handelt es sich also diesmal nicht, viel- 2 r kommt der besondere Charakter und Zweck dieser Reise n darin zum Ausdruck, daß den Staatssekretär verschiedene Bhorragenbe Vertreter der Baumwollindustrie begleiten; sie j vom Staatssekretär dafür gewonnen worden, die Her- iing der erforderlichen Rohprodukte in unseren Kolonien * r vorzunehmen. Herr Dernburg will damit in erster ! e unsere Textilindustrie von Nordamerika unabhängig * .jen, das nicht weniger wie 400 Millionen für den Bamn- 3 export von Deutschland einheimst. Um dies zu erreichen, a er es verstanden, nicht bloß das Interesse hierfür zu 'z en, sondern auch die industriellen Kreise zur Hergabe von ' Idn zu bewegen, bie es ermöglichen, die Baumwollfrage j Ctjenb zu studieren. Von den hierzu ungefähr erforder­en 10 WhÜionen ist bereits die Hälfte gezeichnet, obwohl z ich um Ausgaben ä fonds perdu handelt, die freilich .1. tausendfältig Zinsen tragen dürften. Selbstverständlich 4 i der Staatssekretär auch der Bahnfrage als conditio sine -1 non sein Augenmerk zürnenden, ebenso der überaus wich-

reich-ungariscben Ministers des Aeußern Aehren- thal veröffentlicht derCorriere della Sera" einen optimistischen Leitartikel. Er konstatiert, daß die Beziehungen zu Oesterreich sich gebessert haben und drückt den Wunsch aus, daß zwischen beiden Verbündeten auch positive Abmachungen über eine gemeinsame Politik getroffen werden mögen, falls der status guo auf dem Balkan von dritter Seite eine Aende- rung erfahre. Der römische Korrespondent des genannten Blattes erfährt von politischer Seite, es sei nicht ausgeschlossen, daß die Türkei durch einzelne Abmachungen mit den drei Mächten dem Dreibund näher trete.

Rom, 15. Juli. DieAgenzia Stefani" veröffentlicht fol­gende aus Desio datierte Note vom 15. Juli: In der Unter­redung, die heute vormittag zwischen dem österreich-ungarischen Minister des Auswärtigen, Freiherrn v. Aehrenthal und dem italienischen Minister des AuswürLigen, T i 110 n t, stattgefunden hat, sind die Gefühle sehr h e r z l i ch e r F r e un d s ch a ft zum Ausdruck gebracht und bestätigt worben, bie infolge des Bündnisses der beiden Regierungen die beiden Länder vereinigen. Die Prüfung der allgemeinen europäischen Lage, sowie all' der verschiedenen Fragen, die für Oesterreich-Ungarn und Italien besonderes Interesse haben, gestattete beiden Ntinistern, mit gegenseitiger Genugtuung ihr vollkommenes Einver­nehmen festzustellen. Dieses Einvernehmen, dcss.n Gcundlage immer das Prinzip des Gleichgewichts, die Auirechterhaltung des Status quo bleibt, bezieht sich nicht nur aufdie Gegen­wart, sondern auch auf alle Eventualitäten der Zukunft. ________________________

Ein Unfall dec amerikanischen Kriegsmarine.

Washington, 15. Juli. Das sDlarineamt erhielt durch drahtlose Telegraphie vorn Schlachtschiffgeschwader an der Küste von Massachusetts von dem kommandierenden Kontreadmiral Thomas eine Depesche, welche meldet, daß bei einer Schießübung im Turme des Schlachtschiffes Georgia" ein achtz ölliges Geschütz gesprungen sei, wobei 17 Personen verwundet worden seien, davon acht schwer, darunter ein Leutnant und zwei See­kadetten. Thomas sandte dieGeorgia" nach Boston, um die Verwundeten einem Hospital zu überführen. Tie Georgia" ist eines der neuesten Schlachtschiffe und erst seit etwa zehn Monaten in Dienst gestellt.

Boston, 15. Juli. Das Schla chtschiffGeorgia" ist heute nachmittag hier eingetroffen. Durch die Geschütz­explosion sanden fünf Mann den Tod.

Japan und Amerika.

London, 15. Juli. Nach Newyorker Depeschen dauert bie jaPanfeindlicheErregunginSau Diego fort. Es soll zu häufigen Zusammenstößen zwilchen 52ünerifanern und Japanern kommen, und Volksredner fachen die Menge zu größter Erbitterung an. Zwei weitere japanische Spione sollen in Fort Rosecrans entdeckt worden sein; beide sind im Fort angestellte Diener. Dem Gerüchte zufolge sollen sie nicht nur Photographien und Zeichnungen der Horts, sondern auch Sraatsdokumente im Besitz gehabt haben. Das amerikanische Kriegsdeparter.tent ist iwch ohne offizielle Nachricht über bie Verhaftung von Spionen und befahl dem Kommandeur, sofort Bericht zu erstatten. Die Londoner Times erklärt, die Verhaftung der Spione habe die gefährlicheLage in Kalifornien verschärft.

Washington, 15. Juli. Die beiden in Kalifornien unter dem Verdachte derSpionage verhafteten Japaner Wurden wieder freigelassen, da sich nichts Strafbares gegen sie ergab.

N ewy0rk, 15. Juli. Die Behörden in Washing­ton beschäfügen sich zurzeit sehr eingehend mit der Frage der Verproviantierung eines Geschwaders mit Kohle für den Fall der Fahrt des Geschwaders nach dem Stillen Ozean über Kap Horn. Es heißt, daß alle Transportschiffe, welche die Vereinigten Staaten besitzen, nicht genügen, um die Kvhlen- verproviantierung zu besorgen. Es wird hervor gehoben, daß mit wenigen Ausnahmen kein amerikanisches Kriegsschiff einew Aktionskreis von über 40 000 Meilen besitzt. Tie Häfen von Buenos Aires nnb Bahiablanee sind jedoch in der Lage, zu irgend welchem Zeitpunkte je 50 000 Tonnen Kohlen zu be­sorgen. In Buenos Aires beziehen vier Firmen monatlich 100 000 Tonnen Kohlen, außerdem verfügen die Südbahnen über ein Lager von 40 000Tomim. Dem Gutachten von Sachverständigen zufolge eignet sich der Hafen von Talcahuano am besten zur Verproviantierung eines Geschwaders'mit Kvhlen für den Fall, daß der Weg über Kap 5)om gewählt werden sollte. Dieser Hasen besitzt in modernster Weise ausgestattete WerMtten.

Aehrenthal in Italien.

Desio, 15. Juli. Die Minister Tittoni und Aehren- !! l unternahmen heute vormittag eine Spazierfahrt im * dec Villa Tittonis, um 11 Uhr hatten die beiden Minister

Besprechung miteinander.

' Die Minister Tittoni und Freiherr v. Aehrenthal . heute abend über Mailand nach Turin abgereist.

uN ail and, 15. Juli. Zur Begrüßung des öfter-

Kleine» Feuilleton.

1 Professor Kurt Breysig, Die Geschich^te ber Inschheit. Erster Band: Die Völker ewiger Ur- iJ. I. Die Amerikaner des Nordens und des Nordwestens, i II u. 563 Seiten gr. 8°, mit einer Vülkerkarte. Brosch. *1 k. Berlin 1907. Verlag von Georg Bondi. Kurt Breysig |i das Bedürfnis empfunden, für das Helle Bild der europ. 1 -echte den dunkleren Hintergrund der Zustände und Schick- rid ber .außereurop. Völker zu malen. Hundert Kräfte sind am 'k le, unsere Gegenwart auf diese außereuropäischen Zusammen-

< 5U verweisen. Unsere Kolonien haben uns den jüngsten, den unentwickelt gebliebenen Völkern gegenüber eine Erzieher- :tbe übertragen, für die uns nur eine Geschichtsbetrachtung geschickt machen kann, die auch dieser Kindheit der Mensch- 1 gerecht wird. Vielleicht ist noch wesentlicher, daß heut wieder, schon einmal vor hundert Jahren, eine Sehnsucht in uns I tig wird, mehr zu wissen von den Ursprüngen, den Anfängen cs Geschlechts. Wenn unsere Jugend zuerst nach den beut» 3 Märchen, bann meist nach den Geschichten der Indianer t, so folgt sie damit dem natürlichen Verwandtschaftsgefühl, die Kinder zu den Kinderzeiten, den Kindervölkern treibt, uns, den Erwachsenen, aber werden eben in unseren Tagen e b c wach, bie uns aus der Stadt auf bas Land, 'P der Verwickeltheit unserer Verhältnisse zu einfacherem 4 doch härterem Leben rufen, und dies Bedürfnis /it uns die Anfänge der Menschheit näher. Wir lauschen . den Nachhall uralter Ahnenzeiten, der ans den Märchen, |i Sagen, t.ern Aberglauben unseres Volkes an unsere Ohren V jt, und der Bericht von den Völkern des Urwaldes und der ' ien, auf bie wir solange als auf Wilde etwas verächtlich I) geschaut hgben, wird uns wertvoller, weil toir aus ihm bie U1 me des älteren Glaubens und Dichtens ber Menschheit zu