Ausgabe 
16.8.1907 Zweites Blatt
 
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Ter Realschul Professor Drost aus Meseritz in

Als .er schließlich auf

beschuldigte er, sich selbst, den Mord begangen zu haben- Er wurde

Anfall J)on Irrsinn ausgesprochen hatte-

Ter

i beiter mit Tunggabeln schwer. Drei Rädelsführer wurden ver- ! hastet. In Go Ilnow (Posen) erschoß der 27jährige Buch-

ftraße gesehen hat. Heute weilte der Vater des Dr. Hau in Karlsruhe, um mit Tr. Dietz Hau im Gefängnis zu besuchen.

Halter Bernhard Taunk seine Geliebte, die Verkäuferin Hedwig Schulz, und dann sich selbst. Die Ursache der Tat ist in der

* Wölfe in Ostpreußen, lieber das Vorkommen von Wölfen in Ostpreußen wird aus dem Neidenburger

MrchUche Nachrichtrn»

Evangelifchs Gemeinde.

Sonntag deli 18. August, 12. Sonntag nach Trinitatis: chottesdienll.

In der Stadtkirche.

Vormittags 8 Uhr: Pfarrer S ch lv a b e.

Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Markus» gcmembc.

Vormittags 91/» Uhr: Psarwer IX Schlosser.

Beichte und heil. Abendmahl für Alatthäus- und MarkuS- gemeiilde. Annlcldlmg vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

bezirk Klein-Malga die frische Spur eines schwächeren Wolfes sestgestellt; es handelt sich vermutlich hierbei um

* Groß feuer i m Bremer Bürgerpark. Wahrschein­lich infolge Entzündung durch Funken eines Feuerwerks ist eins der größten Vergnügungs-Etablissements Bremens zum großen Teil durch Feuer vernichtet worden. Das Parkhaus war eine der charak­teristischsten Sehenswürdigkeiten der alten Hansastadt. Ein reicher Kaufmann Deetjen hatte 1890 300 000 Mk. für die Errichtung eines Monumentalgebäudes gespendet unter der Bedingung, daß der Bau bis zur Eröffnung der Gewerbe-Ausstellung fertig werde. Die Ausführung verschlang aber 600 000 Mk. Das damals er­richtete Gebäude ist stets ein Schmerzenskind Bremens gewesen. Für den moorigen Untergrund war der Bau viel zu schwer, so daß man ihm von Anfang an kein langes Leben prophezeite. Die Akustik des großen Saales war völlig ungenügend, so daß weder Konzerte noch Versammlungen dort abgehalten werden konnten. .Für Ausstellungszwecke warm die Räumlichkeiten wegen mangelnder Helligkeit auch nur wenig geeignet. Deshalb wird man, so bledauerlich die Katastrophe - auch an und für sich ist, dem Parkhause hier kaum eine Träne nachweinen. Man hofft vielmehr, daß an seiner Stelle ein zweckmäßigeres, wenn auch weniger pompöses Gebäude erstehen werde.

* Ein R e als ch:: lpr o f es s o r fälschlich als Mörder verhaftet- Ten Aäörder der Verkäuferin Dora 9iose aus Hannover glaubte man auf dem Bahnhof in Mittelgrund, einer kleinen Sommerfrische bei Tetschen-Bodenbach in Böhmen, ver-

Heer unS Flotte.

Berlin, 14. August. DemMiluärwochenblatt" zufolge ist Prinz Karl A n t o n von Ho Heuzollern, Oberstleutnant und Kommandeur des erstell Garde°Dragouer-Regiments, seinem Gesuche entsprechend, von seiner Stellung enthoben imb unter Beförderung zum Obersten zur Disposition gestellt worden.

Metz, 14. August. Eine der letzten Denkma 1Sent - h ü l l u n g e n fand hellte nachmsttag auf dein Schlachtfelde voll Golomb: er statt. Tas ivestsälische Jägerbataiüon Nr. 7 iuid feilt Denkmalskomilee haben in pietätvoller Welse auf einem bedeutsamen Punkt der dainaligen Schlacht ein Deiikntal aufgebaul iuid heilte unter ganz besonderer Feierlichkeit enthüllt.

Panik und finanzielles Chaos. Herr Rockefeller hat sich dieser Tage dahin geäußert, daß die Truftverfolgungen eine Panik und finanzielles Chaos bedeuten. Dies scheint in Washington einigermaßen gewirkt zu haben, zumal die Geld­magnaten auch heute noch dafür sorgen, daß in Wallstreet die Kurse einen nahezu panikartigen Rückgang nehmen. Die Unterbrechung am Dienstag war nur von kurzer Tauer, die Mittwochskurse lauteten wieder sehr ungünstig und auch in London sind Canada Pacific an der gestrigen Börse von 172i bis 1671.2, Shacago-Milwaukee von 127 bis 123, Southern Pa­cific von 861,4 bis 827/s usw. zurückgegangen. Tie Geldmächte haben gezeigt und scheinen weiter zeigen zu wollen, was sie vermögen und es ist daher in dem Lande der unbegrenzten Möglichkeiten nicht unmöglich, daß die Negierung wirklich den Rückzug gegenüber den Magnaten antritt, nur um aus einer Börsenkrisis nicht am Ende eine Wirtschaftskrisis im weitesten Sinne werden zu lassen. Sollte:: Herr Roosevelt und seine Minister aber doch fest bleiben, unb aus dem beschrittenen Wege weitergehen, dann dürfte wohl die von Herrn Rockefeller an die Wand gemalte Panik und das finanzielle Chaos in einer Weise eintreten, die auch den Herren Milliardären sehr un­bequem werden kann.

das Weibchen des geschossenen Wolfes. Eine sofort ange­stellte Treibjagd vorn gc; amten Personal der Oberförsterei hatte leider keinen Erfolg, da die Wölfin vorzeitig auf fremdes Gebiet in ein Dickicht ausgebrochen ist. ferner wurde im Grün fließ er Forstbezirk eine Wölfin mit drei jungen Wölfen geseyen. Natürlich werden keine Kosten ge­scheut, um die zweifellos von Rußland herübergekommenen Räuber auszurotien, was in der Sommerszeit allerdings sehr schwer ist. Die Gestelle an den Grenzen werden ge­pflügt und von Zeit zu Zeit frisch abgeeggt, damit jede Spur daraus sofort zu erkennen ist.

* Ein Stadtrat in: Löwenküfig. Ein Stadtrat in Hüuingen (Reichsland) wollte seiner: Mitbürgern und Wählern zeigen, daß er sich vor niemanden fürchtet, iuid ließ daher an­kündigen, daß er mit der dort gastierenden Tierbändigerin Miß Linetle den Löwenküfig betreten, dort eine Flasche Wein trinken, und eine Partie Karten spielen werde. So geschah es denn auch unter ungeheuerem Zulauf aller derer, die ihren Stadtrat ein­mal in dieser Situation seheit wollten. Neidische Leute gaben jedoch ihrer Meinung dahin Ausdruck, daß der Stadtrat bei der Vorstellunggebibbert" habe.

* Kleine Tageschronik. Wie man aus Zabrze (Oberschlesien) meldet, dränget: 11 Arbeiter aus Paulsdorf, Biel- schowitz und Zabrze auf Dominium Neurode in ein Familien­haus des Tominiums ein und überfielen die dort beschäs- tigten ruthenischen Arbeiter; sie bedrohten sie mit dem Tode, zertrümmerte:: die Wohnungseinrichtungen und verletzten die Ar-

Explosion in einer Dynamiifabrik.

Dömitz a. d. Elbe, 15. Aug

Heute morgen ist auf den: Dynamitberg die Wasch- und Mengbude der Dynamitfabrik in die Luft gefloge::. Es erfolgten vier ungeheure Detonatiomn, die noch m einem Umkreis von 100 Kilometern stark verspürt wurden, und die in Dömitz selbst sämtliche Fensterscheiben zertrümmerten.

Zwei Fabrikationshäuser sind abgebrannt, ebenso fünf kleinere Werkstätten, die zur Fabrik gehören. Zirka 16 Patronenwerk- Itatten sind zertrümmert, teilweise explodiert.

Der gewaltige Luftdruck zerdrückte auch eine große Zahl von starken Schaufensterscheiben und beschädigte viele Dächer Der Bevölkerung bemächtigte sich eine Panik. Fast alles flüch­tete aus den Häusern, die bei jedem Schlag erzitterten und einzustürzen drohten, auf die Felder. Es wurden, wie die Ermittelungen von Wittenberger Aerzten ergaben, die todes-! mutig an die Brandstelle vordrangen, zunächst 12 Tote gezählt. E:n Arzt allein fand zwei Tote und die Gliedmaßen eines Tritten. Die Toten sind sämtlich Arbeiter der Fabrik.

Drei niedergegangene Wolkenbrüche haben das Feuer gelöscht, ^etzt ist die Gefahr der Explosion des großen Dyna- mttlagers von 10 000 Kilogramm vorüber. Die Feuerwehr war ohnmächüg, da kein Wasser vorhanden war. Bisher sind 20 Xotc testgestellt. Der größte Teil der verletzten Personen 'ft M Glassplitter verwundet. Der Generaldirektor bot ^000 -0". für das Abschneiden der kupfernen Oelleitung, die den Mengbuden vom Zentral-Reservoir die flüssigen Stoffe zu- fuhrt. Ter Arbeiter Bath führte dies mit eigener Lebensgefahr aus In den Nachbarorten Holz und Kleinschmölen hat die Cxploswn viel Schaden angerichtet. Die Explosion wurde 100 Kilometer wett bis über Wilsnack hinaus gehört.

Tie geborgenen Leichen sind teils verkohlt, teils schrecklich verstümmelt. Nur ein 15jähriger Junge ist schwerverletzt aus den Ncengebuden gerettet worden.

. ^^^ftätte ist noch von einigen mächtigen Dampfwolken eingehullt. Tas Feuer ist in Bude 5 ausgebrochen. Der Schaden m Tornitz ist nicht allzu beträchtlich. Die eine Seite ist stark beschädigt, die andere nur wenig. Der Bahnhof von Dömitz ^ls sei er beschossen worden. Tie Sanitütskolonne i auy Wittenberg und 12 Feuerwehrleute haben mit großer Bravour gearbeitet.

nahen Dorfe Wehrshausen in die nut Korn vollgepfropfte Scheuer der Witwe des früheren Bürgermeisters Weber (gen. Hohmann). Die Ortsfeuerwehr, in Gemeinschaft mit den Feuerwehren von Marburg und Gelnhausen, hatten bis in die Nacht hinein Arbeit, um den Brand zu dämpfen. Die Scheuer, sowie zwei angrenzende Stallgebäude gingen in Flammen auf. Das Vieh wurde gerettet. Vom Blitz erschlagen wurde der Landwirt Sensfelder in Groß- Gerau, der mit seiner Familie im Felde beschäftigt war. Seine Frau wurde am ganzen Körper schwer verbrannt und ist alsbald in das Krankenhaus Groß-Gerau ausgenommen worden. Sie ist ca. 43 Jahre alt und ihr Zustand ist sehr bedenklich. Die Verunglückten besitzen fünf Kinder.

** Ordens aus^eichnung. Tem Obermonteur Weiß, in Tiensten der Firma H. Schaffstädt hier wurde vom Fürsten von Waldeck-Pyrmont die goldene Ver­dienstmedaille verliehen.

** Ga st spiel Eere notti-Strauß. Die moderne Soloschauspielerin Fräulein Minny di Eerenotti-Strauß vom Kgl. Belvedere in Dresden, die gegenwärtig eine Gastspiel­reise durch Deutschland unternimmt, veranstaltete gestern abend einen Rezita tionsab end im Neuen -Saawau, der recht gut besucht war. Tie Künstlerin brachte fast durchweg moderne Dichtungen zum Vortrag und die Namen

Der vom Bürgermeister Dr. B o h n ausgegebene amtliche - kT K ci lautet v:el beruhigender als die früheren. Darnach find o Tote und 20 Verwundete zu verzeichnen. Drei der letzten sind schwer verletzt. Vier Tote sind, obwohl sie fast in Stucke genffen worden sind, erkannt worden. Ein sechster liegt vielleicht noa) unter den Trümmern. Diese Zahl dürste aber nicht uberfchrttten werden. In: Tunnel, in welchem die Ar- better be: Gefahr Rettung suchen sollen, ist niemand verschüttet. , Usiache der Katastrophe konnte nicht ermittelt werden, oa uie Arbeiter, die sich in der Mengbude befanden, sämtlich tot find. Schwer verwundet sind 8, leicht verletzt sind 50 Ar­beiter, nach einer anderen Version 80.

~ Dre Dynamitfabrik gehört der schwedischen Aktiengesellschaft ® Sie beschäftigt gegen 900 Arbeiter und fertigt vor allem Dynamitpatronen an.

Ein Merkwürdiger Zufall fügte es, daß der jetzige Direktor Wo 11 mann gestern verhafret wurde. Doch soll diese Ver­haftung in fernem Zusammenhänge mit der Explosion stehen kTn ^i-^üch infolge Verfehlungen erfolgt fein, die Möllmann sich :n feiner früheren Tätigkeit bei der Dynamit- -Angeblich habe zu Schulden kommen lasfen.

Grigittai-DrahtmeldUNge«.

Dresden, 16. Aug. In Obermendig ist eine Familie infolge versehentlichen Genusses giftiger Pilze erkrankt. Die Eltern starben, ivährend der Sohn gerettet iverden konnte.

London, 16. Aug. Die Times berichten aus Fez, der Sultan fei über den Beschluß der Ulimas sehr erregt. Er habe erklärt, daß er sich nunmehr in einer sehr heiklen Lage befinde. Er stehe in Gefahr, entweder abgesetzt oder ermordet zu werden.

London, 16. Aug. Daily Telegraph berichtet aus Casablanca, daß circa 2 5 0 0 0 Niann gegen die Stadt vorgehen. Diese Nachricht ist zwar noch nicht amtlich bestätigt, ruft aber trotzdem große Aufregung hervor. Den letzten Nachrichten aus Fez zufolge hat eine Konferenz der Ulimas, das sind die Rechts- und Gottesgelehrten, statt- gefunden, der auch der Sultan beiwohnte. Diese Konferenz besprach die Ereignisse von Casablanca. Wie es heißt, mißbilligte die Mehrzahl der UlimaS die von der marok­kanischen Regierung eingeschlagene Taktik und sprach sich für den heiligen Krieg aus.

London, 16. Aug. Das Unterhaus nahm das Etatsgefetz in zweiter Lesung an. Auf eine Anfrage wegen Atazedoniens erklärte Staatssekretär Grey die Bereit- ivilligkeit der Regierung, bei der Einführung von Reformen mitzuwirken, wenn ihr ein gangbarer Weg dazu gezeigt wird. Auf eine andere Anfrage erklärt der Staatssekretär, eS sei unmöglich, Mitteilllugen über das russisch-englische Ab­kommen zu machen, so lange die Verhandlungen darüber noch im Gang seien.

Paris, 16. Aug. Der Berichterstatter des ,Matin^ meldet, daß die Franzosen tatsächlich von der Land­seite ans umzingelt seien. Es seien zwar 2800 Mann gelandet, aber ein Teil davon werde zu militärischen Hülfs- diensten verwendet. Wenn die Spanier sich auch fernerhin iioch weigern, die ihnen von dem General Drude angewiesenen Stellungen einzunehmen, wird Drude neue Verstärkungen verlangen müssen. Die Spanier gehen vollständig unab­hängig vor.

Bilbao, 16. Aug. Der Genera laus st and der Grubenarbeiter ist beschlossen worden, jedoch ist das Datum für einen Ausbruch noch nicht festgesetzt. Es ist aber wahrscheinlich, daß der Streik am Tage der Ankunft des Königs einsetzen wird.

Tanger, 16. Aug. Brieflichen Nachrichten aus Fez zufolge, fand vor dem Sultan eine Versammlung von Staatswürdenträgern statt, in der in heftigen Worten gegen die Politik des Machsen protestiert wurde. Tie Lage Ma­rokkos sei durch die Besetzung von Udscha und Casablanca unerträglich geworden und die einzige Lösung sei die Pro- klamierung des heiligen Krieges. Es gelang den Ministern, durch itzre Erklärungen die Versammlung zu beruhigen.

Bank von England und Deutsche Reichsbank. Was schon seit Ende vergangener Woche befürchtet worden war, ist gestern tatsächlich eingetreten die Bank von England hat ihren Bantsatz von 4 Proz. auf 4V2 Proz. erhöht. In der gleiche:: Vorjahrszeit konnte die den ganzen Sommer über in Geltung gewesene englische Bankrate von 3y2 Proz. bis zum 13. September aufrecht erhalte:: werden und erst alsdann trat die Erhöhung auf 4 Proz. ein. Unter den gegenwärtigen Um­ständen steht zu befürchten, daß die Deutsche Reichsbank ange­sichts der überall hervortretenden Bemühungen, sich für den Herbsttermin möglichst zeitig zu rüsten, diesmal früher als in: Vorjahre zu einer Diskonterhöhung schreiten lvird, und mög- licherweye schon in allernächster Zeit sich gezwungen sieht, diese vorzunelMen. Es ist dies umso eher möglich, als der Rück­fluß anfangs der Woche nur wenig befriedigend gewesen sein soll unb^ gegenüber der entsprechenden Vorjahrsperiode zurück- b.lleb- Im vergangenen Jahre erfolgte am 18. September eine Erhöhung des Distonts von 4y2 auf 5 Proz.; am 10. Ott.

wurde der Diskont sodann auf 6 Proz. erhöht.

piniplupn DittNuiiaen betten6 nprprht fn hrrü fip nnnrpnftirh rHu<u*TLlu> luul1/ ucu ..'loiu mgangen zu ijjolu- ci rouwe et-n^eirten Az-tcpturtgen gerea)t, )o DaJ i.e nantci:tlict) mwigedefien sofort auf "das Polizeirevier gebracyt, wo sich in- Msi den vorgetragencn erlisten Tichtnngen eine tiefgehende dessen bald herausstellte, daß Trost die Selbstbezichtigung in Wirkung erzielte. . Ernst und Scherz wechselten in unge- einem plötzlichen ;

zwungener Reihenfolge, denn nichts menschliches schemt Unglückliche wird einer Heilanstalt überwiesen werden- der Künstlerin fremd zu sein. Tie zweite Abteiluiig, die au3 dramatischen T ich tun gen und Solo-Szenen bestand, w.t ... uu...

bot Fräulein Eerenott: Gelegenheit, ihr nicht alltägliches Kreise folgendes gemeldet: Nachoem bereits vor mehreren schauspielerisches Können zu zeigen, das durch ihre anmutige Tagen in der Overförsterei Kaltenborn ein starker Wolf Erscheinung und ihr ausdrucksfähiges Organ vorteilhaft erlegt wurde, hat jetzt der Hegemeisrer Lemke im Schutz­unterstützt wird. Tie Stärke der Künstlerin ist das Gebiet"^"'"-" -----

der Satyre, namentlichder ästhetische Tee" war geradezu köstlich. Allerliebst waren auch die netten Kindergeschicht- chen, die den Hauptteil der dritten Abteilung ausmachten.

Etwa die S^üifte des Programms bestand aus eigenen Dich­tungen der Künstlerin, die manchmal allerdings Anklänge an anbere nwderne Dichter hatten, aber auch viel Älbst- empsundenes und Selbsterlebtes in ausdrucksvollen Versen schildern. Manches davon ist durch den Simplizissimus schon in weiteren Kreisen bekannt geworden. Auch ein nettes selbstverfaßtes KüpletVtein Theater-Repertoir" wirkte durch seine geistvolle Originalität. Tas Publi­kum folgte den Darbietungen der vielseitigen Künstlerin mit regem Interesse und spendete ihr reichen Beifall.

O Leun, 15. Aug. Nach Aussage unseres Kreisarztes Dr. Tkraun zu Wetzlar ist eine hiesige Frau Kle e m an n an Genickstarre erkrankt. Tie sanilär-polizeilichen Vor­schriften finden genaueste Befolgung.

II O b e r i e m p (Kreis Wetzlar/, lo. Aug. In Aufregung wurde unser stilles Tors dadurch versetzt, daß ein Mann namens Kob seinem Leben durch Erhängen im nahen Walde ein Ende bereitete. Ter Unglückliche hat sicherlich im Zustande geistiger Umnachttmg die Tat begangen.'

In der JohanneSkirche.

Vormittags 8 Uhr: Siehe Stadtkirche.

Vormittags 9'/- Uhr: Pfarrer Ausfeld.

Beichte und heil. Abendmyhl für die Lukas- und Johanues- g cme i ude. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer (Sud-Anlage 8) erbeten.

Abends 8 Uhr im Konsirmandensaal: Versammlung und Bibelbesprechung.

Katholische Gemeinde.

Samstag den 17. A u g u ft 1 907:

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.

Sonntag den 18. August.

13. Sonntag nach Pfingsten: Vormittags von 61/, Uhr an: Gelegenbeit zur heil. Beichte.

, um 1 Uhr: Die erste heil. Ntefse, vor und in oerselbeu Austeilung der heil. Kommunion.

g UM 8 Uhr: Die zweite heilige Messe. Militärgottesdienst mit Predigt.

um 9V, Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachmittags um 2 Uhr: Sakramentalische Bruderschafts-Andacht.

Gießener Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung für Hessen am SamStag den 17. August: iDleift heiter und trocken. Etwas wärmer. Leichte südliche Winde.

Zum Kalle Kau.

Vn' r?'- ^er Staatsanwalt weilte gestern abermals hier. Seme Anwesenheit galt einer weiteren Vernehmung des rZ-recherm v. Lindenau. lieber dessen Anwesen^ ?e-lt u: ^.aden-Baden ^i 6. November v. Js. ist bisher noch kein Beweis erbracht worden. J '

q -VE Rechtsanwalt Dr. Dietz dem

Landge^icht^iarlsruhe überreicht worden. Wie man wissen will, i|t es der Jserterbigurcg gelungen, den Oesterreicher zu eruieren, eme Nau v. .Rechenstein des, Defteren auf der Kaiser Wilhelm- 1906

Arno Holz, Rideamus und Frank Wedekind besagen schon, haftet zu haben- ........ ...

in welcher Richtung die Auswahl ihrer Tarbietnngen ae- .Mähren hatte sich durch Gespräche, die er über den Mord in troffen war. Ihre durchweg realistische und stark dra- Hamwver führte, verdächtig gemacht- ""1

malisch bewegte Vortraasweise wurde der Eigenart der in Mittelgrund mwlge von Anzeigen sistiert wurde,

1 ° ~ .. o ,. . hp rnii hiate hrn fp n f1.i rnnS Eennunpir in hrrhen. Irr miirhp

Weigerung der Elten: zur eheliche:: Verbindung des Paares zu suchen. Bei einer H o ch z e i ts f ei e r in Bürgerfelde bei Oldenburg erstach im Streit der Schwager des jungen Ehe­rn a nn es seinen Gegner mit einem Dolchmesser. In Danzig erschoß sich bei einer Trauerfeier für seine verstorbene Mutter in der Leichenhalle des Diakonissenhanses der 34jährige Glaser Sieg. Bei Kroppenst ed t (Prov. Sachsen) prallte ein A u t o- mobil, dem ein Hui:d in die Steuerung sprang, gegen einen Baum. Die vier Insassen wurden herausgeschleudert. Eine Dame wurde schwer, zwei Herren leichter , b e r l e ö t. Im Dorfe Weiler bei Trier hatte der Lehrer Hammes in seiner Wohnung einen kurzen belanglosen Wortwechsel mit dem Feld­hüter Velz, in dessen Verlauf dieser ihn durch einen Schuß in die Stirn mit einem Dienstrevolver tötete. Bei Eisk- Szereda (Ungarn) entgleifte ein Zug auf offener Strecke. Die Lokomotive und mehrere Wagen wurden zertrümmert. Eine Person wurde getötet ; drei Personen wurden schwer, mehrere 1 eichst verletzt. ______________________________________

Arbeiterbewegung.

Brüssel, 15. August. Ter Aulwerpeuer Reeder-- verband hat sich nunmehr entschlosseli, das Aeußerste zu wagen und zwischen morgen und Nwnlag oie Allgemeine Aussperimng zu verkünden. Damit würden 30 000 Hafenarbeiter brotlos.

Belfast, 15. Aug. Ter Ausstand ist beendet. Die Arbeit wird morg en wieder ausgenommen werden. Gleich­zeitig bewilligten die Arbeitgeber einen neuen Stundeittohntarif. Die Beisetzung der bei den Unruhen Getöteten 9 gab gestern Anlaß zu einer großen V o 1 k s k n n b g e b u n g. Der Beisetzung wohnten tausende Personen bei. Der Klerus machte große Aiistrengungeii, um die Riihe zu predigen. Täglich finden an verschiedenen Punkte!: der Stadt Konferenzen über den Ausstand statt.

New-Pork, 15. Aug. Ter telegraphische Verkehr läßt eine steuge Besserung erfemien. Eine Anzahl Ausständiger hat den Dienst wieder aufgenonunen. Die Lener der T e le - g : aphen-Gesellschaften behaupten, daß der Ausstand tat­sächlich zu Ende sei, da sich der Telegraphendienst normal abwickle. Tie Ausständigen erklären, daß die Gesellschaften stark im Nachte:! seien und noch fortwährend im ganzen Lande Arbeitseinstellungen erfolgten.

Ottava, 15.Aug. 2000 beider Montreal-Cotton-Company in Valleysield beschäftigte Perso::en sind wegen Lohnforderungen u: den A u s st a t: d getreten.________________________________

Kandel.