Ausgabe 
17.1.1907 Zweites Blatt
 
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Donnerstag 17. Ianvar 1V07

Zweites Blatt

Nr. 14

157. Jahrgang

Gießener Anzeiger

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

Eeneral-Anzeiger für Sberhefjrn

»ken-Anzüge

I.

a.

TU.

E. Siet-

nladet

b«fchworen werden!

1.

2.

Unehrlichkeit Stuften, und den jür bie ihre Taschen

uild Bestechlichkeit zu den Kardinallasiern dcö daß es auch die Offiziere nicht verschmähen, von Armee bestimmten Geldern em Sümmchen in flieften zu lassen, ist ja eine bekannte Tatsache!

tausendfach ärztlich empfohlen. Nur echt in bUuen Kartons ä 1 Mk- niemals tose.

SimdhwM*

Redaktion, Expedition und Truckerei: Vckiul- slrabe 7. Expedition und Vertag: bl.

RedaUrom^SHL. Test-Adr^ Anzeiger^retz«.

ihasm Stand lengaese 1 (C&I6 Kiümer) M

Rotationsdruck und Verlag der vrübliche« UnwersuätS viich- mrd Srrindrackeret. 9L Lange, Gießen.

Meter da» Erdbeben in Kingston werden über Newyork noch folgende Einzelheiten gemeldet: Feuers­brunst vollendete das Zerstörungswerk b:3 Erdbebens. Tas ©c* schästSviertcl gleicht ein.m Laufen g'.immerrder Asche. 4 0 0 Per- fouen sind umgelomnien, tausende wurden verletzt. Kirchen, össcu.lid>e l^.bäude uird Ho.cis furo zerstört. Unter tun Eetölclen bejindcn sich bekannte Geschäftsleute.

Die erste direkte Meldung aus Kingston besagt, daß das Erdbeben fast jedes HauS in Kingston zerstörte und alle Däuser ün Umkreise von zehn Meilen beschädigte. In den Hafenanlagen brach sofort Feuer aus und verbreitete sich mit Schnelligkeit über die Trümmer der Warenschuppen. Da die Straßen durch die Trümmer gesperrt waren unb eine außerordent­liche Verwirrung herrschte, war die Feuerwehr in ihrer Tätig­keit lahm gelegt. Infolgedessen machte die Feuersbrunst an der Wasserfront der Stadt große ftortfdritte, bevor ein wirksames Eingreifen möglich war. Nach dem ersten heftigen Erdstoß wollte die Bevölkerung sofort auf die Straße; die wankend gewordenen Mauern stürzten ein und begruben viele FlüdzLenden. Spätere Nachrichten besagen, daß man Montag nacht in vorgerückter Stunde des FeuerS einigermaßen Derr wurde, daß es aber längs der Docks in den zerstörten Stadtteilen weiterbrennt. Zm allgemeinen Krankenhause, das stark überfüllt ist, haben 300 Verletzt^ Aufnahme gefunden. Tas Myrtle-Bank-Dotcl wurde zerstört, ebenso die Telegraphenleitung der Stadt. Es treten noch leichte Erd­stöße auf.

Zwischen Gullbai und Kingston steht kein unbeschädigtes HauS.

Nack, dem amtlichen Bericht des cngl. Kolonialministeriums wurde der größte Teil der Stadt durck) einen Schlag ver- nick)tet. Sir James Fergusson, früheres Mitglied des Parlaments, wurde beim Einsturz seiner Villa getötet.

Nach einer Meldung desDaily Ehronicle" litt das Neger­viertel von Kingston am meisten. Zahlreiche Neger wurden durch Einsturz ihrer Däuser heim ersten Stoß getötet. Unter den Uebcr- lcbenden herrscht die allergrößte Not, da auch die Gefahr des Nahrungsmangels nahe gerückt ist. Viele haben ihr ganzes Hab und Gut eingebüßt und besitzen nur noch die Kleider, die sie am Leibe tragen.

Der Lasen von Kingston ist für die Schiffahrt gesperrt. In Kingston herrscht Hungersnot und da-s grüßte Elend. Arme und Reiche sind obdachlos. Die engst Admiralität hat den Befehl gegeben, daß die britischen KreuzerBrilliant" undJndcfati- gable", die sich in den amerilauischen Gewässern befinden, nach Jamaika gehen, um sich an den RellungLarbeiten zu beteiligen.

Nach weiteren engl. Meldungen wird die Zahl der Toten und Verletzten sehr erheblich niedriger angegeben; sie beträgt demnach kaum den zehnter Teil von der oben angegebenen Zahl.

Nutzend vor einer neuen Zl vo.uliou?

Von neuem beginnt der TerroriSmuS seine Schrecken zu entfalten und seit einigen Wochen bringt unS fast täglich der Telegraph Kunde von politischen Morden. Aber während die Verschwörer ein Attentat auf daS andere folgen lassen, bleibt die Bevölkerung mit Ausnahme einiger Industrieviertel, wie beispielsweise Lodz, ruhig, und selbst die Hungersnot, welche in mehreren Provinzen herrscht, hat die Bauern nicht zu ernsthaften Aufständen verführt. TleseS Symptom muß bei der Beurteilung der gegenwärtigen Lage in Rußland fest- gehalten werden, denn es geht daraus hervor, daß die breiten Massen absolut keine revolutionären Steigungen hoben, sondern nur eine Besserung ihrer wirtschaftlichen Lage an­streben. Selbst zu jener Zelt, wo in Moskau die Barrikaden­kämpfe tobten und in den baltischen Provinzen die Letten die deutschen Gutsbesitzer, Pastoren, Kaufleute und Beamte er­mordeten und beraubten, herrschte in den übrigen Teilen des großen Reiches Ordnung. Die russischen Revolutionäre waren also bisher nicht im Stande, aus lokalen. Revolten einen Rlesenbrand über das ganze heilige Rußland zu entstsseln.

Seither hat sich aber die innerpolit. Situation unleugbar gebessert, die Regierung ist der vereinzelten Aufstände Herr geworden und kann sich auch auf die ganze Arnlee verlassen. Von Truppenmcuterelen hört man seit ge­raumer Zeit nichts mehr, und setbst in der Kriegsmarine scheint die TiSziptin wieder gesiegt zu haben. Ueberdles darf nicht übersehen werden, daß fast alle Meutereien, die sich in der russischen Armee während der letzten zwei Jahre ereignet haben, weniger auf das Konto der reool. Umtriebe als der Unzufriedenheit der Soldaten mit der Korruptionswirtschaft in ihrer Verpflegung und Ausrüstung zu setzen sind. Gehört doch

DieGiefitner FamlNevblcltler" werden dem »Anzeiger* viermal wöchentlich bcigelegt, daS Kreisblatt für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Terhesfifche Landwirt erscheint monaiiid) einmal.

asseler Hafer-Kakao 118

inder-Frühstück

über Stein'unh, Oppershofen, Rockenberg, Griedel, unter Benutzung der Strecke ButzbachLich du» Obev» Hörgern,

über Eberstadt, Holzheim, Grüningen und Watzenborn« Steinberg

nach einer Zentralstation im Gießener Sladl,valü, die, mit Einmündung in die Strecke GießenGelnhausen gegenüber der Eisenbahn-Veriade- stelle der Gemerljchast toieBener Braunslemwerke lvorrn.

liche Regterung zu eriuchen: r .

' a) wegen Eidauung einer Enenbahnstrecke, ausgehend von bec Station Bad-Nauheim an der Mam-Weser-Bahn,

Hexmeberg-Seide

v. jUu 1.10 ab! zollfrei!

Muster an Jedermann 1

Nur direkt v. Seidenfabrkt Henneberg. Zürich.

Ferme) zu errichten wäre;

b) wegen Errichtung einer Eijenbahnstrecke von dies« Gießen« Zemralstation aus

L über Hausen, Steinbach, Albach, Oppenrod, BurkhardS- felden, Hattenrod, Horbach,

2. die projektierte Eisenbahnlinie LichDrünberg, bei Queck« vorn oder Euingsliauien kreuzend,

3. über Lauter und Weiterleit»,

4. einmündend in die Nebenbahn HungenLaubach, mit deii beteiligten Kreisverwattungen, Gemeinden und EemarkungS- inhabern alsbald in Verhandlungen emzutrelen und regierungsieilig diese Angelegenheit in energischer Weiie in die Hand zu nehmen und zu fordern;

II. nach erfolgter Uebereinkunst unter den beteiligten Gemeinden und Privaten und irgend einer leiftungssäbigen Eisenbahn- Bau- iind AetriebS-Eejellfchast den höchitzutäjsigen StaatS- zuschuß zu gewähren.

Dem Bau weiterer Dahnen wird kein vernünftiger Mensch widerstreben und auch das in diesem Antrag voc- geschlagcne umfassende Projekt verdient schon von diesem Gesichtspunkt aus eine ernstliche Prüfung. Der Umstand aber, daß Abg. Köhler gerade jetzt, wenige Tage vor der ReichStagSwahl und inmitten in der Agitation zu dieser, noch Zeil findet zur Stellung dieses ausführlich begründeten Antrags, läßt vermuten, daß der Antrag ebenfalls haupt­sächlich als Wahlagitationsmittel dienen soll. Diese Ansicht ist um so weniger von der Hand zu weisen, als die hessische StaatZregierung im allgemeinen auf dem Stand­punkt sieht, daß zunächst die beteiligten Gemeinden und sonstigen Interessenten sich über den Grad ihres Interesses insbesondere hinsichtlich der Finanzierung der bete. Bahnen bestimmt crussprechen müßten, ehe sie selbst solchen an und für sich wenig rentablen Nebenbahnwünschen näher treten könne.

Dagegen erscheint e5 sonderbar, daß die gemeinen Soldaten sich bie Bereicherung ihrer Offiziere auf Kosten der Ber- pflegungSgelbec so lange haben gefallen lassen und nicht schon früher dagegen aufmuckten. Erst der jahrelangen Wühlerei tz,r reoolutionären Agitatoren ist gelungen, den russischen Muschik in Uniform gegen seine militärischen Vorgesetzten aufzupuloern. Aber wenn die ökonomischen Uebelstände ein­mal beseitigt sind, dann ist der Muschik wieder zufrieden und schlägt auf Befehl seiner Offiziere mit der stoischen Gleich­gültigkeit des Asiaten den Revolutionshelden bie Köpfe rin. Es ist deshalb töricht, wenn man in West-Europa mit der Möglichkeit einer allgemeinen russischen Armeereoolte rechnet.

Aber auch die Landbevölkerung denkt nicht daran, sich mit bewaffneter Hand zu erheben und den Zaren in Petersburg, den sie verehrt, zu bedrohen. Gewiß gibt es ab unb zu Bauernkrawalle mit blutigem AuSgang, wenn allzu reichlicher Wulkigenuß die Gemüter erhitzt hat unb bic hungrigen Magen nach Atzung schreien. Dann wirb wohl ein Giilshof überfallen unb angezünbet, unb wenns schlimm kommt, blasen sogar bie Bauern in ihrer Bcrserkerwiit den Herren Leuten bas Lebenslicht aus. Aber das strenge Straf­gericht, welches darauf folgt, bringt die Bauern rasch wieder zur Vernunft, und es vergeht ihnen für die Zukunft alle Lust nach einem ähnlichen Streiche. Bauernaufstände find zu allen Zeiten auf rein wirtschaftliche Ursachen zurückzu- führen gewesen, wenn sie auch unter einem religiösen ober politischen Schlagworte losbrachen. 9)iit der Natur des Landwirtes ist eben eine vaterländische Gesinnung in Politik unb Religion untrennbar verbunden, unb wenn cs ihm finanziell Halbwegs gut geht, so erscheint ihm jede Revoliition als ein Greuel, als ein Werk beS Satans. TieS gilt vom deutschen und französischen Bauer, die beide auf einer hohen Stufe bet Intelligenz stehen, ebenso gut wie von bcin geistig unb kulturell weit zurückgebliebenen russischen Muschik.

Aber auch bie Industriellen, Kaufleute und der ganze Mittelstand in Rußland haben die Revolution gründlich satt, unter welcher Handel und Wandel zu schwer gelitten. Einzig und allein das durch die schreienden Miß- stände an den ruft. Universitäten geschaffene geistige Proletariat unb die durch die sozialistischen Irrlehren in ihrem Denk- vermögen verwirrten Industriearbeiter sind es noch, aus deren Kreisen die Revolutionäre sich stets neue Rekruten holen. Doch scheint es auch dort schon allmählich zu dämmern, wie bie heftigen Kämpfe zwischen den gegnerischen Arbeiterparteien in Lodz beweisen.

-Wenn bie erste Duma wieder nach Hause geschickt wurde.

Portes,

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2. fr**1

politische Tagesschau-

Gegen die Errichtuug einer Universität ur Frankfurt a. M. spricht sich derRhein. Kuriers folgendermaßen auS, unb man wird ihm zustimmen:

Die Nachricht, daß in Frankfurt a. TL für bie Errichtung einer UnioetÜlät agitiert wird, und daß sich zu diesem Zweck em Komitee mit dem Kultusminister m« Einvernehmen fegen so , können rote keineswegs freudig begrüßen. Wtr ivollen hier von der allen Sireuirage, ob große Städie überhaupt der geeignete Platz für Unioerstiäien find, ganz abieben. Aber es ist doch eme bekannte Sache, daß der Andranr zum akademiichen Studium ichon seit Jahren hi einem solchen Grade zunimmt, daß ec das Vedüi'ius iveU übersteigt und sich immer mehr em ® eie orte n- Proletariat heransbildet, unb wir wissen auch, daß von numfleriellcr Seile wiederholt durch 5Hunbid)rcibcn vo.n Lciidinm einer großen Anzahl von akademischen Berntozweigeti iörmlich ab- gemahiil rooibcn ist, wie beim auch der Kultusminister die Bildung neuer Gymnasien keineswegs begünstigt. Gerade m na ch st e r Stäbe von Franliurt a. M. liegen überdies bie Universitäten Diebe» und Marburg, Heidelberg und Würzburg so dicht aneiuauder, daß ein 93ebüvhii3 zu deren Vermehrung um so weniger vorliegt. Als vor einigen Jahren in Franl'urt, dem Vor­bilde der klodt Hamburg folg mb, die beiläufig bemerkt, trotz ihrer enormen Einwohnerzahl bis zum heutigen Lage noch nicht an bie Gründung einer Universität gedacht hat, zur (Srridjiung einer Handelsakademie geschritten wurde, haben wir diesem Pro­jekte sreiidlg zugesUmmt, da roir es für ein Gluck hallen, wenn sich fircbjame unb talentvolle jugendliche Kräne dem Handel und ^abrikweseu zuroenden, da ihnen auf diesen Gebieten eine hoff­nungsvolle Zukunft winkt; aber eine Maßnahme, welche darauf ausgeht, die beklageiiSwerte UebersuUuug von Aspiranten in un­seren gelehrten Berufen noch zu steigern, können wir nicht für segensreich erachten.

Biehziichtcr-Bersammlung.

(Original-Bericht des Gießener Anzeigers.)

= Lich, 10. Jan.

Der Bszirkszuchtvercin für Simmentaler Vieh im Kreise Gießen Dielt feute nachmrttaa im Gasthaus sum Ärosn seine Dauptversammlung ab. Dar 2. Vorsitzen«, k?Htger-- mtit'ter Doller-^ Obev-Horgerri, eröffnete bie SSerfommlur.g. Do ter bisherige 1. Vorsitzende, Lrcisamtmann Verner, nach Darm­stadt versetzt worden ist, so mußte ein neuer SSorjiBenber gewählt werden. Bürgernreister D ö r m e r - Lich schlägt AegierunHsrat Dr. Weicker als 1. VorsitzLuden vor, int$> die Versammlung be- sichließt einstimmig demgemäß. RegierungSral Weicker mchm die Dahl vankend an. Nach der Rechnuugsavlage betrugen die Einnahmen 725,82 Mart, darunter Mitgiiederbeilrage 156 Mk., von anderen Vereinen und dem Provinzialverein erhielt der Verein für die Jubiläumsausstellung 250 Mst _ Die Gesamt­ausgaben beliefen sich ans 653,27 Mk., darunter 510 Mk. Aus- fteUungSfoiien für die Diain;er Ausßesiung. Tas Kapstalver- mögen beläuft fick) auf 273 Mk. Punkt 3 betritt den Beitritt zum Verband der Zuchtvcreine Lberheisens. Ter Verband will die Interessen der Viehzudstbesirebungen wahrrnr und Anschluß an die Landrviitichaftskammer sud-en. Der Vcr- bandsausfchuß soll bestehen aus dem Derbandsvorsitzenden, den Zuchtinspeltoren, den Mitgliedern der Zentral-Derdbuchkomnussion und den Bors inenden der Verbands vereine. Die Landwuckschasts- tammer hat das Recht, einen V.rtre.cr für den Verbandsausscnuß zu beftiimncit. Ncachdem erct Weitzel- Lich für den

Beitritt gesprochen hat, werden die vor.ie^cnden Statuten ein­stimmig angenommen.

Darnach hielt Lekonomierat Weitzel einen Vortrag über Die Förderung der Viehzucht'". Der Referent betont, daß die Zucht des ^iu.mentaler Viehs sehr geeignet ist, bie Er­zeugnisse der Landwirtschaft rasch zu Demeri en. Das Simmen­taler Rind bringt möglichst viel üeriid»e Erzeugnisse, Fleisch und Diüch, Eiweiß und Fett, hervor, bie Kühe ,'inü die beiten Jutteroerwerler. In den Zuchthöien ist das rahlenmäßig nach- ßtwujai worden. Aer rascheste Umsatz ist bte MlLchrr erfchast.

so tr g ihre Unfähigkeit, positive Sieben zu leisten, bic Schuld. Ihre Gcsetzmacherci forderte bie Spottlust aller Verständigen heraus, denn sie zeigte bie geistige Inferiorität ber revolu­tionären Parteien im hellsten Lichte. Was Rußland braucht, ist eine ruhige Fortentwicklung auf der Basis der vom Zaren gegebenen Verfaftuna. Dieses Ziel kann aber nicht sprung- weise, sondern nur Schritt für Schritt erreicht werden, und geradezu lächerlich ist es, wenn der .Vorwärts^ seinen Lesern vorschivätzen will, die Revolution werde das mosko- ivilische Reich zu einem sozialistisch regierten Staatswesen umkrempeln. Nein, im Osten wird nicht bic Sonne bc5 Sozialismus aufgehen, sondern wenn die Sozialdemokraten wirklich versuchen sollten, ihre theoretischen Anschauungen zuerst in Rußland in bie Praxis mnzusetzen, dann würden sie eine fürchterliche Enttäuschung erleben. In dem entsetz­lichen Bürgerkriege, der dann m Rußland ausbräche, erlitte iie rote Internationale ein derartiges Fiasko, daß von ihr nichts mehr übrig bliebe, als eine unangenehme Erinnerung. E,ne allgemeine Reaktion würde dann eqi recht herauf-

Der mittete unb Leine Bennob foroecr aber bie verjch.edenstr« Nutzungen gleicl^estig, also neben Milch- unb .i)»eisc^rzeugung auch ein gutes Zug- und Zuchttier. Die einseitige Mclchhaltung ist nicht genügend rentabel, trotz der erhöhten Milchpreise, die Landwirte müuen aud) ihr Augenmerk au, die F.eüchprobuktion richten. Die Zucht be3 NiederungLvieheS ist für uniete Gegend nicht geeignet, das VvgCntocrger Rind ist Hem und weniger anjprud)svsll unb für schlechterin Boden geeignet DaS i-ümmen­taler 9ir..b ist dagegen ein Fleischtier. Daß eS anspruchsvoller ist, ist ourchauS lern Tadel, dagegen produziert e- auch viel rascher und mehr. Bei den jetzigen hohen Fleischpreisen, bie wohl so ra^ch nia4 sinken werben, soll bie Fleiiawrodultion erst recht yei..diidrfigung füxben. Vielfach gehen ^eirreoungen dahm, dm Zwischenhanp^, bet bic Fleischpreise nicht unrocfontiiu) ge­steigert h.t, durch (^enosiensa-asten einzuschrMiken. Dce Zucht- i.'iten sii.d mit beit Iahrnt fortgesetzt gestiegen. Die Neinzucht Ul der sicherste Weg der Viehzucht, sie ist aoer vrrh.iltni2nmßig teuer, bi.tut dojür aber auch eine große Sicherheit der Nachzucht. Weben ihr empsiehtt sich die bUiinece LsredelungSzucht durch Kreuzung mit verwandte Tirren, «uch auf diese Weise können d.e Merkmale und Leistungen ber Simmentaler erstell werden, doch kommt man langsamer zmn Ziest Daß der bisherige <jucht- erfolg tccht gut gewesen ist, zeigt neben anderen AuS,teilungen die JubistiUMsauSstellung in Mainz. Wir wollen bei dieser Rasse blewen, die sich bei uns seither für mittlere und kleine Landwirte als beste bewahrt h..st Einen Wechsel wollen wir von lernet Seite eingesiihrt wissen. Oberhessen hat zuerst die Herdbuch- (ähruiig eingestihrt, erst bann folgten Starkenburg und Nheiit- hefsen, und darnach wurde eine Herdbuchsi'thrung für bad ganze Land angelegt. Zum Schluß sprach der 2aebner feine Freud« darüber aus, daß d.e Simmentaler Zucht in Oberpesseu eine so große Pflege gesunden habe.

Lebhaster Bei,all fo.gtc den mterefianten Ausführungen. Bv- merkt sei noch, daß die Herdbuchs ühr ung seit lbU7 durch- geiül-rt ist. An Herdouchtierrn Simmentaler Rasse bei itzt Obev- Hessen 4738 Tiere, davon entfallen auf die Kceise 2U8|eib 1317, Friedberg 1083, Laul.rvach 922, Düvingen 723 und Gießen u95 Tiere. Im Kreiie Gretzen bestehen 4 Ortsvereine, Bullen­stationen sind in Langsdorf und Ller-Hörgeru. Aus der Schwei» wurden seit 1898 luO Bullen (davon 13 im Jahr 1906) und 115 st .b.'t eiligesührt.

Neue Bahnen in Lberhcsscu.

Abg. Köhler hat nach derVolkswachf in der Hess.

2. Kammer folgenden Antrag eingereicht:

T>e verehrliche Zweite Kammer wolle beschließen, Droßherzog-

'rüm Guille. ®

dlfr TiUü. ol>.Primiuia 7, . bereite; einen ued- laiiaiien zur Vnma vor? jnitL Ängeb. mit freiem i Ü&A) lUi b. (Sie knet üiiz.ert i; Tir. arbeitetauticib.wiii auüiüu8beii.ljjOiii6 Lchmitt, ßranliurt LN-IV IfltaiWtHS iksurterStr.Md.6loo. M. verlüsslgc Auskünfte ünmtl.Plüve ber Ecke, fe in Rechts-:c.-Sachen erleb tlillöe wecken licigemeto ist.atze jeglÄtt angei. bm. Bureau Inivereal |UL tz. Wcnze/, Sienen Llnue^

Lienie. dufouichrechcu. wn. tzWvrar vtvck

Roonitr. 36, ')!eb»st

Eins fünf acht elf Entschuldigungen! Unb alle wegen Ertälamg. Karl hustet, Tllllt hat HalS schmerzen. .Hermann ist heiser unb so gebt es fort die ganze Reche hindurch und Tag für Tag. Wenn doch die Leute endlich einmal begreifen wollten, welche Wohltat ihnen mit Fays achten Sodener M»neral»Pasrillen an bie öand gegeben ist! Lenn die.'.linder starr all der Leckereien, bic ihnen hoch nur den Magen verderben, regelmäßiger Fays achreSodener bettimen, hatten wir nicht den zehnten Tell der Erbrantimaen. Fays äti-.e Sodener taun man 5 für 83 Psg. in allen Apotheken, Drogen- unb tvttneral» 'Mjy/ wasserhanolungcn. hv*/a

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RolavdscS siecU. ,