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02/12/1907 Drittes Blatt
 
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edaüionr Ernst Lob. Notatiousdruck und Verlag der Brühl'lchen UniversuätS-Buch- und Steindruckeret. R. Lange, Gießen.

gründe gehen. Bei der akuten Form der Schweineseuche erkranken ältere und jüngere Tiere ohne Unterschied.

Beim chronischen Verlauf der Schweineseuche tritt eine Beschleunigung der Atmung häufig erst hervor, lvenn die Tiere umhergetrieben werden. Gewöhnlich erkranken nur die jüngeren Tiere (Ferkel und Läufer). Die chronisch erkrankten Tiere lassen außer Husten und Atembeschwerden nach Umhertreiben als Merkmale der erheblichen Störung des Allgemeinbefindens, Verringerung der Futteraufnahme, mangelhaftes Gedeihen (Kümmern), häufig verklebte Augen und einen mit Schorfbildung verbundenen Ausschlag der Haut erkennen. Die an chronischer Schweineseuche er­krankten Tiere können nach wochenlangem Kranksein zu­grunde gehen oder genesen und mastfähig werden. Die Verluste an Ferkeln bei chronischer Schweineseuche sind häufig nur gering, können aber auch bis zu 50 und 75 Proz. betragen.

Merkmale an den toten Tieren.

Bei gestorbenen, getöteten oder geschlachteten sweine- seuchekranken Schweinen findet man größere oder kleinere Teile der Lungen entzündet. Die entzündeten Teile fallen nach der Herausnahme der Lungen aus dem Brustkorb'nicht zusammen, haben keine hellrote Farbe, wie die Lungen ge­sunder Tiere, sondern eine duukelrote, graurote oder graue \ Farbe und fühlen sich fest an, etwa wie die Leber. Bei der akuten Schweineseuche sind in der Regel größere Abschnitte der Lungen entzündet und gleichzeitig das Brustfell, häufig auch der Herzbeutel mit einem abziehbaren Belage ver­sehen. Außerdem sind Veränderungen an Leber, Nieren, Muskeln und Herzfleisch, unter Umständen auch an Milz und Lymphdrüsen zugegen. Bei der chronischen Form der Schweineseuche beschränkt sich die Erkrankung gewöhnlich auf die vorderen Lappen der Lunge. Gleichzeitig zeigen die mit chronischer Schweineseuche behafteten Tiere wäh- I xeub der eigentlichen Krankheit einen schlechten Ernährunas- zustand.

Vermischung der Schweineseuche mit der Schweinepest und anderen Erkrankungen.

Der Verlauf der Schweineseuche kann dadurch abge- I ändert werden, daß die Tiere neben der Schweineseuche gleichzeitig von anderen Erkrankungen, insbesondere von I der Schweinepest, befallen werden. Die Schweinepest ist erne ansteckende Darmentzündung, ihr hauptsächlichstes Zeichen ist ein heftiger Durchfall. Bei Vermischung der I Schweineseuche mit Schweinepest tritt mithin zu den ge- I schilderten Symptomen der Schweineseuche bei den lebenden I Tieren Durchfall und bei den gestorbenen, getöteten oder I geschlachteten eine Entzündung der Schleimhaut des Darms, I namentlich des Blind- und Grimmdarms, hinzu. Die I Schleimhaut des Blind- und Grimmdarms weist bei schweinepestkrnnlen Schweinen an einzelnen Stellen oder 1,1 größerer Ausdehnung trübe, gelbe Beläge oder Schorfe, ferner.Geschwüre auf.

A n ze i g e p f l i ch t. I

Literarisches.

Soh n t eLand- eröffnete mit 1. Oktober feinen Jahrgatig. Der Weg, den diese grob angelegte und von warmer Begeisterung getragene Zeitschrift für die sozialen und volkstümlichen Angelegenheiten auf dem Lande in den verstossenen 15 Jahren zuinckgelcgt hat, war ein reich gesegneter. Ihr ist es in erster Linie zu danken, wenn wir heule die Hebung und Pflege des ländlichen Gcmeindelebens, des Volkstums und der sozialen Lage der Land­bewohner als eine erste Aufgabe mit in den Kreis der Bestreb- ungen für allgemeine Volkswohlfahrt rnügenommen haben. Die ländliche Wohlfahrtspflege ist seit Sohnreys intensiver Tätigkeit, welche m erster Linie in seinemLand- m Erscheinung tritt, Alt einem Faktor geworden, der allgemein beachtet wird. Möge die Arbeit Sohnreys und seiner Mitarbeiter auch fernerhin von Erfolg begleitet sein l Wir mahnen aufs neue zum Eintritt in ihren Deutschen Verein für ländliche Wohlfahrts- und Heimatpflege-, Berlin SW., Dessauerstraße 14. Jedermann in Stadt und Land kann Mitglied werden. Ter Jahresbeitrag ist 6 M. Als Mitglied erhalt mauDas Land- kostenlos.

i daß sie nur durch ein Gitter voneinander getrennt süd Sind die Ferkel nach vier Wochen noch gesund und frei von Erscheinungen der Schweineseuche, so können die neu an-

I gekauften Tiere unbedenklich zu dem alten Bestand ilt I den gemeinsamen Schweinestatt gebracht werden. Besondere I Vorsicht ist bei der Einstellung von Sauen in die Ställe I fremder Eberhalter geboten.

. naturgemäße (Wild-) Haltung der Schweine, be­sonders der Zuchttiere, ist zu empfehlen.

Saatenstaud des deutsche» Reiches.

I ach, 30. Nov. Trotzdem von einer großen

I ^QntHvirte die M äufeplage nach dem Pöfiterfrfi I Verfahren rnittels des Mäusetyphusbazillus, über dessen Anwcn- I xU?-9 .^e-rr Oekonomierat Weitzel von Lich int September d. Is I bluen Vortrag hielt, eifrigst bekämpft wird und wieder

I rd) dlnslegen von vergiftetem Hafer und Weizen den

I ^rsiMlern zu Leibe gehen, hat sich eilte nennenswerte Abnahme Ihm Ungeziefer» tn hiesiger Gegend nicht bemerkbar gemacht

Obwohl das erstgenannte Verfahren feine Wirkung nickt vA I 1,n? dem letzteren wegen der damit verbundenen Gefahren I vorzuzteheu ist, wird es nur vereinzelt angewandt. Nur ein durchgreifendes Einschreiten hätte der Plage steuern deutlich kann man jetzt schon das Absterben ganzer

-. . r unte^vuhlter junger Saat beobachten. Aber nicht allein diese sondern auch ganze Kleeäcker sind durchlöchert.

m Vkrt l n, 30 Nov. D.r Stand der Herbstsaaten im

November ist, wenn 2 gut bedeutet.- Winter- hi2-'4, ?'3' Winterroggen 2,3 (im Vorjahr

Winterwetzen 2,3, Wtnterspelz 2,l, Winterroggen 2,3). I ^n den Bemerkungen heißt es: Während des'letzten Berichts- monats war die Witterung vors>errscheild trocken und verhältnis- matztg luniln. xmi manchen Gegenden fiel etwas Regen. Mitte November brachten reichlichere Niederschläge die nötige Fruchtig- mcK^it9 Cr den ganzen Monat ohne nenneiis-

wcitetl R<.genfall, so daß borc mit der Zeit große Dürre und Mkrmangel eintrateir. Vielenorts kamen anfangs November ziemlich scharst' Nachtsröste. Die Beendigung der fcerbftbe* bc'l von Dürre heimgesilchlen Gebieten infolge 11 erschwert und stellenweise uumög-

I bk wohnlich zahlreich sind die Klagen über Feldmäuse

r T verursachte Schaden ist teilweise

recht er.-eblich. Verschiedentlich mußten die vernichteten Saaten iwu Wt Weiten, auch befürchtet man, daß deshalb im Owuhjahr größere Umpfliigungen nötig sein werden. Winke- rung: Durch anhaltende Trockenheit und auch Fröste ist die hipÄ unb- n-5 und Aufläufen der jungen Saaten

vielsach ungünstig beeinflußt, besonders die späteren Saaten' un^ Andererseits stehen die früheren Saaten fast durchweg gut und kräftig, stellenweise sind sie so enl- wickelt, daß srnhbestellte Roggenfelder abgeschnitten und abge- hütet werden mußten. Im allgemeinen findet daher der Stand der Winterung ziemlich günstige Beurteilung. Nur Mccklenburg- Schwerm berichtet, daß Weizen und Roggen dort in keinem der letzten zehn Jahre einen so ungünstigen Novemberstand aufwiesen wie in diesem Jahre.

Kleine praktische Ncrtscbläge.

, ,77 ? j c ® ,lp e r n u n g von Warzen an Tieren ge- ichieht einfach dadurch, daß man dieselbe mit einem starken Faden, lutjen. gattlerfeibc, unterbindet; nach einigen Tagen fällt sie dann ab. elnf die entstandene Wunde schmiert man etwas Karbolsalbe. Kleinere Warzen schneidet man mit einem Messer ab unb bestreicht bnim die entstandene Wunde mit Höllenstein.

Wenn ein Schwein unter den angegebenen Erschei­nungen bald nach dem Ankauf erkrankt, ober wenn mehrere Schweine eines Bestandes die angeführten Krankheits- merkmale zeigen, so liegt der Verdacht des Ausbruches der Schweineseuche vor. Von dem Schweineseuchenverdacht rst der Ortsposizeibehörde Anzeige zu erstatten, ivorauf E'ch cnte amtstierürztliche Untersuchung festgesteltt wird, ob der Verdacht begründet ist oder nicht.

Verhütung der S ch w e i n e s e n ch e.

. Bur Verhütung der Einschleppung der Schlveineseuche tit f iltern Bestand ist der Zukauf von Schweinen mit größter Vorsicht zu bewirken. Nene Schweine, deren Herkunft nicht uachnoeislich unverdächtig ist, sind, lvenn irgend möglich, in ernent besonderen Stalle unter Beobachtung zu stellen, ehe Dte Tiere nut einigen Ferkeln des alten Bestandes entweder unmittelbar oder so in einer Bucht zusammenzubringen,