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2.2.1907 Erstes Blatt
 
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Rr. 28 Erstes Blatt

L57. Jahrgang

Samstag 2. Februar 1907

Erscheint täglich ouüer Sonntags.

Lein (Lietzener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hrsslschen Landwirt die Lleheaer ZamINcn. blätter oicnnol in der 2Bod)e beigelegt und yoeimal wöchentlich das Kreisblatt |ür den Kreis Sieben, Fernspiech An- fchlntzf.d. Redaktion 112 Acrlag u. (i$pcbil*on 61

ietzemr Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhefsen

21 tinKiner «Hrfcat? RotationrdruS und Verlag der vrühfschen Unlo.'vuch. und Steinbruderei H. fange. Redaktion. CxpedMon und Druckerei: Schulstrahe 7.

ve,ag»P reis: \ mc»nailicd7dP^ viertel« ifihrlut) Ml. B.20; durch. Adbole- il ßweiflftcQen monatlich 65 ilf.: durch diePost Mk. 2.viertel» jährt, ausschi. vestellg. Annahme von Anzeige» für die Tagesnunnner bis oonnitiaq* 10 llbc. Zeilenvrei-: lokal 15UU an»>värls 20 i'fennig, Berani>vorilichut den poiil und allgem. teil: P. Witiko: für ,3tabi und vanb* und -UäcrichtSsaal': Ernst petz, für den An» »eiqcnteil: Hans Beck

Die heutige Kummer umfaßt 10 Kelten.

5 5 erste Attchwahlrrgibnis.

In Bremen hat bereits am Freiiag die Stichwahl stattgesunden. Jreisma und Sozialdemokratie standei» sich gegenüber, und efl erhielt Horrnann (f reif* 93p.) 2 9 404, Lchrnalfeldt (Soz.) 27 690 Stimmen. Somit hat also die Sozialdemokratie eine neue Niederlage erlitten. Jedenfalls in dieser verhängnisvolle Anfang der Slichivahlen höchst er­freulich.

$>ic Korljetzuttg des göutjiftdmpirsT-

Dietzen, den 2. Februar.

Der Dietzener städtische Lehrer Herr Dg. ft l tng erfreute UNS nut einer höflichen Zuschrift, dec folgende .Erklärung' belgefügt ivar:

L Im Auftrage deS .Leutschsozialen DahlausschusieS* habe ich am 24. Januar, vonniilags ti Ihn, die Erklärung mbenefi des OHflrblidieii Bakis nut dem Zentrum bei der (Leichä lssielle bet ti). A. als Annonee aii'negebcii. Tie Ausnahme luuiöc mir auch van ziveien ui der lLesdiäitssleile längen Herren z u g e s a g i. Um 11 Hoi (nicht um 10 Uhr) erhielt ich das Manuslripi mit dein von Ihnen veiofseiiillchteu Briefe ziiiück.

2. Ter ,Tenlsch>0jiale Wahlausschuu* hat her Redaktion des Dieb. Anx. absichtlich die oveneiwälMe Eiklarung nicht zu- friandl. Ur mubie nach den un Wahllarnpie gemachten Eifaiuungcil stelle Tr. Werner) desüichien, datz öiqe Erklärung unvollständig lUieöctQc^eben würde.

v. Jaj dm nur keiner .hetzerischen Tätigkeit gegen den Liberalismus der Stadt Wiegen* beiuuuL In den wenigen Wahlverlauimlungen, in denen ich sprach, habe ich fiel» in sachlicher Weise die gegnerischen Parteien betdmpu. Es ist dies a»ich von gegnerischen Rednern anerkannt rvorden.

4. In dem Bargehen der verehrt. Rcdaliwn gegen mich erblicke ich geivisjermaben eine kleine Tenuniiation. Ich iuai nur bei meutern Eintrilt in den Wahlkampi ivohl beipubi, tag ich mich dabei persönlichen Angrisien der Gegner ausjetzen luuibe. Ich sehe aber biejen und allen weiteren Angriffen nut Ruhe entgegen und mu den» Beivutziseui, für meine palimche Ueber^engnng ehr­lich gctdmpu zu haben. 0>g. Kling, Dietzcner fiadll Lehrer.

Tacaus haben wir folgendes zu erwidernr

1. Aus der von Herrn Kling ausdrücklich hervorgehobenen Zusage ziveier Herren unserer Defchästgsletle hätte er selber entnehmen können, datz unsererseits die un zweideutige Bereitwilligkeit vorlag, seiner damaligen Erklärung Aus- nülune zu geivahren. ES bestand nur unsererscüS die ^lbsichl, die Redaktion angehende Erörtcruiigen audichlieblich dem redallionetten Teile einzuverleiben, und der Weg wurde Herrn ft. durch daS ihm jedenfalls cm paar Stunden vor Re- daktionSschlutz zugegangene Schreiben deS Verlags ge- tvieicii.

2. Wir haben bereits gestern gesagt, daß für unS keinerlei Grund vorlag, jener lLrllärnngi m redaktionellen Teile die Aufnahme zu verweigern. Jedenfalls aber hätte von Herrn ftlmg der Versuch gemacht werden können. Der aber unter­blieb, um auf Grund deS angeblich ablehnenden Bescheides drS Veilages ein neues 9)hlte^ der Propaganda gegen den »Dietz. Anz.* zu besitzen. Herrn Tr. WrrnerS tatsächliche Berichtigungen sind von unö stels verössentiicht ivordeii unter einziger AuSmerzung aller Hymnen auf den Deutsch - So­zialismus.

3. Cb Herr ftlmg in Versammlungen den Ton der Sachlichkeit geivahrt hat oder nicht, wissen wir nicht. Tas oder wissen wir, datz von einer ganzen Reihe antisemit. Hetzer unter der ganzen oberhessischen Bauern­schaft der »Dietz. Anz.* immer und immer wieder be- schiuipft worden ist.

Zahllose Versiiche städtischer Herren sind unS zu Ohren ge­kommen, die darauf abzielten, ländliche Abonnenten dem ,Gtctz. 2111$.* abspenstig zn machen. Tiese böswillige und nnlautere hetzerische Täligkeit, die allerdings erfolglos geblieben ist, geschah unter Anwendung einer Unzahl von Lügen über angebliche Beleidigungen der Bauernschaft durch den .Dietzener Anzeiger*, sowie durch 93erdrehungeu »nd Entstellungen, durch Wiedergabe von zusonunenhanglos aus sachlichen Berichten deS , Dietz. Anz." über Reden Tritter gerissenen Ausdrücken, die mit der 91 ns ich t des .Dietz. A n z.* nichts gemein haben. Auf diese Weise hat man sich nut grötztem Eifer und Erfolg bemüht, den liberalen Wahlrednern ihre Tätigkeit auf dem Lande zu erschweren, so datz diese von grundlos durch gewissenlose antijemitlsche Agitatoren aufgeslachelten, tnlflanunien und gereizten brenen ländlichen Wählermassen dec Dietz. Auz. als an allem Un­glück, daS sich jemals zugetragen hat und das sich in alle» Zukunft zutragen wird, allem fchuldiger Sünden bock stets eulgegeugeschcieen wurde. TaS sind unbestreitbare, von uns längst auf das bcsttmmteste festgestellte Tat achen. Cb Herr ftlmg mitbeteiligt ist an dieser hätzlichen Wahlmache, daS wird w ja wohl selber am besten wissen.

Und damit sind wir auch schon zu Punkt 4 der Kling- schen Erklärung gekommen. Wir denunzieren nicht, sondern icllcn Tatsachen fest, um reinen Tisch zu machen zwischen imS und allen jenen, die unS öffentlich oderhennlich verfolgen and zu schädigen versuchen.

Um der Aufrechterhaltung unserer Selbstachtung willen -laben mir diese Tinge dargeslellt, wie sie in Wahrheit liegen. Wer diese Darslellungen ui ihr Gegenteil zu verkehren sich bemüht, verbreitet wissentlich tue Unwahrheit.

*

Man schreibt unS aus Großen.Bus eck, 2. Febr.: Gestern ^beud iand ^üie äußerlst zahlreich besuchte Versammlung^

die von der deutsch-sozialen Partei cinberufen war, her statt. LandtagSabg. Ä ö h i e r , Oberlcbrrr £3 e r n e r nebst einem großen Heerbann waren ersclnenen. Aog. ftvhl er gestand offen ent, datz er den Reichstag nicht oft besucht habe, er habe aber indirekt durchMttteiSp^rieien" zu wirken versucht. Ter Reichstag sei um deswillen aufgelöst worden, um einige giößere Partcieit an die Wand zu drücken, darunter auch die leintßt. Es sei ein stampf zwischen Mittelstand und National- liberalen, d. h. DrotztapilaliNcn und E rotz industriellen.

Lberlehrer Werner virsuchte ein Programm zu entwickeln, das mu Phraien auS Goethe und Schiller durchsetzt war. Er beruh.tc d^s NotarwtLgLfeo, sprach uoer die hohen Anwalts- Oibuineit und in6*>ciunbcic über d.e Jaden, die er als Wucherer, Mäuse, Ratten u. dgl. m. bcjeic4ictc. Demgegenüber lühite RegierungSliierendar Tr. Latz aus, er sei sehe erstaunt, daß der amvcjcnOe LiLhler die in so reichem Matzc geyen ihn er­hobenen Ungrisje hidjt zurückwcise. ES sei ünjUunennen, dag er oiicne Farbe bctamU haoc. dag er seine Berollichtungen nicht erfüllt fr.be, die et a.ö ReickiStagsabgeordneter auf sich gc- iiummen Hobe. Cb das eine geeignete JnteressenoettreUuig des L b-ss. W^h.kreiies (ei, stelle er liis Er-neiien aller vernunllig, 11 ar denicnden Leute. dufter sei sonach, wenn Liebermann von Ronnenberg noch Recht haoe, eineNull in dec Fraitwnsiiiic" gewesen, intimer fuhtte dann die Gründe auS, die zur Aus. -osung deS biew/StageS );.bitc>i, bie aoec jCbb.ec a.s B.ricauenL- niüini des Zenttums nicht zugcbcn dacse. Er wies bann aus­führlich dar au, hin, ivaum bie Sozialdemotratie den 21 n 11 i e m i t e n i.iujt wählen rönne, auS dem cuuaujen Grunde, weil eriiere die Powle Freiheit, G.euüh.ll und itsruderne..kLit aus ihre Fahne gesa).reben haoe, den Ra^ienhau, ver.oer.e, der uld beraltd u:.d >.S bic U.saux aller L-crwur,Nisse uno poli­tischen Uteignije augeicl>.n werden in-ije. Weiterhin auch bed» h-lb ihm, well ftöh.er der ^oiltarii nicht Ijouj genug o ciue.cn lei in der Tut haoe ec auch bei der Abstimmung geschwänzt und so die wirtsch-.lliche Eintenz der Urue.tcr haoe vernichten wollen. Tr. Hup grng dann weiter zur Wchcr.egang unb jilm> Heilung dcS 4j.ucd.eJ oes Notari^togeietzes, Gcvuh.enordnung der 'llnwälte von 187y, die, obwohl seitdem die wirtichaillichen Bet- Ijaltnilie einen Aull'choung eriuh.en, d.e Kau.rratt dcö Gerdes geringer geworden sei, eine Abänberung nicht eti-brcn haoe. Er kam bann aus bie g-ahrlarlensieuer zu sprechen und be­hauptete, bau Köhler i na Landtag den Antrag auf Entziehung der Arbcllcrbllietis gefleckt habe, stöhler nannte hieraus beji 2r. Katz einen Lugncc, daS sei eine bwtze Betieunidung er ft atz,,, gehöre zu Souuner usw. lleberhaupt haben hier auch wi^de.um die anitsemll.schen Agitatoren ihre lliisachiichlcll wie noch nie an den Lag gelegt durch Zwischen­rufe, bie aber einstimmig von den fumuia,cn Wühlern durch ichurien Protest -uruageiviesen wurden. Tes weiteren wurden die Persöniichleiten der ftuiibibaten einer näheren Erörterung unterzogen, üüxtni men sich fchar, dagegen wandte, daß Hetzligen, irnebt vu den ©rugtaiiiUiiitcn, bie sur bie Aroertcr nichts vorig haben, zu zählen feu Es wurde darauf hingciotesen, d.rij Hehl.gen. naebt fcibfl mit der Schürze und Hammer ut bet Hunb sein tug- adjcS Brot verdient habe, und datz dieser Mann ein Herz jur seine früheren ftumeraixn habe, haoe er hinlänglich dura) Laten bewiesen. Tr. ftatz wies ni5 Schüler Bicrmers nuch Tar.egung des Vcrhölttiisses zwlsa^n Liöhlec und Biermcr die gegen iep. tcren erhobenen Angrisse, fo.uie datz man den Gietzener unjetger alsnatronalltbevarcS lülatr' bezeichnete, scharf zurück. Hier^ui wollte llberreh.ec Werner das Wort ergreifen, er wurde aber grhaidect durch duS Berha.teit der Wähler, sodatz Lr. jllitz bat, Ixitl) Herrn Werner anzuhören. Georg Jolel meldete sich iwch als uatio.iallibeva.er Parteiangehöriger hieraus zum Wort. Er beieuchii.te bie Judem'rage unb gmg des näheren au, die Zolliruge unb nochmars auf die P r og r a m mlo i ig fe 11 der Antisemiten ein. Die Versammlung konnte jedermann mit dem Lewutztieui verlassen, dag Löcher und Genossen durch ihre vreben uno Verhütten neue Stimmen in Grogen-Buseu nmu erwerben werden.

Aian schreibt und anS Nidda, 1. Febr. 1907:

Tie Vorbereitungen zur Ltichivohl gehen ohne großen 2änn mit um so grötzerem Ei er m der Lulle vor sich. Man hasst zu- verstchillch am den Lieg vou Heyllgeuslaebt. Lornuag, 3. b. 'Hits. w>rd Aba. ftoljler hier noch einmal äufneten, doch bürm dies für Aidda ziemlich uberslüisig leuu 'Man sagt sich, bau Slobler, der zugleich Bizepiändeui des Landtages ui, gar nicht tiu Lkande fein wird, fernen Pflichten als RtichLtagSabgeorbneier zu gemigen, ganz abgesehen davon, daß er hier nichts iveniger als lympaihifch ui. Am die Stimmen der Lozialbemolraten sreilich braucht ei nicht zu hoffen.

Ter Humor

der Herren ftöhlerianer Hal uns heute eine besondere Freude bereitet. Unser politischer Redakteur erhielt heule persönlich folgende Zuschrift:

Sbschrift.

Drobkn-tzinden, den 1. Februar 1907.

Hochlöblicher DablaiiSsa.uv brr liberalen Hariri in Gietzen?

Lowril bekannt geworden, finbet heuie Abend eine Wäylerversanim- kung Ztzrcr Parin taljtcr finit. Diesbezüglich wäre eS bem größtenZeil der diesigen IVäUler erwünscht, wenn Sie uns Herrn W > ttlo sowie Herrn Professor Viermer ale Redner übersenden wu>den. Mu erhereui Herrn ist wohl eine RichNgsieUung in Euerem Parteiorgan ausgeschlossen, l'eylerer, Herr Proscsjor ibierroer, hat zur »jeu tu Zuiaiiinienseyuiig der zweiten -Eiändelamuitr, sowie die der tzaiidwuifchasiSlauimer ur drw Maße veleuchtei, daß bie habet betroffenen Wähler eure Genugtuung verlangen, weshalb eine uiunbltche Luse.nand rsetzung unt beit.u Herren hier am Platz erwünscht wäre. AUe andern Siednir sind wohl überflüssig.

Aq.ung-volt!

viele Wöhler von iLroßen.Linden

Tie Aufforderung der Herren ans Drotzen-L'nden ist ebenso ehrenvoll alS Iicbcn6ipütbig und Redakteur Wittko wird nicht ermangeln, ihr gern Folge zu leisten, sofern ihm seine BerufSpstichlen Zeit dazu übrig kaffen.

Tas Zentrum in Hefien.

Wir lesen heute m dec »ftüln. Volksztg.*:

Dtainz, 1. Fedr. Tie Venraueusmämtcrversmnmlung der Nationalliberalen von M a i n z - s) p p e n b e i m beidiloö mit geringer Mehrheit, für bie Liichwahl zivifcheu Zentrum uno Sozialdcnwtiaiie die Stimmabgabe ihrer Walner sretzn- g e b en. Eine starke Äliuberheu war für em ducktes Euurctcn iür den Zeutiumslaiididateii Alolthan. Ter Bund Der vanb« tu t r i e tritt für M o 11 h a n em. Ter llanDesausickuitz Der hefi Z e n t r u m s p a r t e i bcjtbioB als Folge der liberalen Wahlpaiote m 'Mamz-Cppeiihetm, die Sitmmabga'.e iqieu Wahlen» iieiju* Hellen, Die glciaje Waq.paiole iür bie Zeiuiumswaolct in Olfen bach-Dteburg unb Darmstadt, Zu vinge.n -

Alzey wird bas flenn um gegen den Freisinnigen Schnubt und i s> r Heller sBd. b. L.s emneien. In Ftredberg lautet die 'Lat ole auf W a h l e u t h a l i u n g. In Bensheim mu da» fleuinnn für den E b r t si l t ch s o z t a l e n, ut (ft t e B e n unb Alsfeld Iür den B o ti e r n b >, n d l er ein. In Worms ivitd an dem flentnnnofanbibaien liebel festgeballen.

Ter nationalliberale LaadeSaurschuß

für das Diotzherzogtnm Hessen hat beichlssjen, für da» Zentrum in Alainz cinznlceten, falls dieses die Rational, liberalen in Tarmi'ladt, Cffenbach, BenShcim, Friedberg und Alsfeld unterstützt.

Im Wahlkreis A lSfeld - La n terb a ch-S ch olt en beschlotz eine stack besuchte in Alsfeld abgehaltene fretfinnigi Versammlung für bie Liichwahl die Unterstützung Dc3 nalionallibcralcn ftanbibaten Dr. Wallau. Auch der freisinnige Reich-ölagSkandidat, Rechtüamvalt und Notar Sieh, foidert seine Wähler öffentlich auf, in der Stichwahl für Lr. Wallau cuijulrrkn.

In Alainz beschlotz die Denlsch-freisinnige Partei infolge der Zenlilunopaiole im WahkreiS Bingen-Alzei) bei der Stichwahl für Dr. David (Soz.) eintreicu.

In Worms werden die Vereinigten Liberalen für bie Stichwahl zwischen Zentrum und WalioiiQlhbeialcxi (Hey!) Wahlfce > heit proklamieren.

Tas Zentriim bat für Frankfurt a. M., Hanau und Offenbach Wahlenthaltung beschlossen. Dadurch Ivird der Sieg des Demokraten Ceser gegen den Sozialtiien Lr. Cuarck gefährdet, m Hanau bie Behauptung dr» naiionaUibcralcn AkandaiS m Frage gestellt unb in Offen« bach der Sieg des So-ziatdeinokraten Ulrich über den Äiationattiberalen entschieden; der ftrciS war den Sozial­demokraten 19ü3 enttijsen worben.

Tie Leitung der bayrischen Zentrumspartei hat für die Slichivahlen iui rechtsiheinischen Bayern die Parole auögegcben, die Wahl eines libera.len ftandidaten unter kernen Umständen zu unterstützen. Diese Parole be­deutet bie Wiederwahl der Sozialdemokraten o. Vo11mar unb Birk in München und den Sieg von Segitz m Eilangen-Fürth. Die Degen 1 eist nng bei Sozialdemokratie besteht in der Unterstützung be< Zentrums m diesem Stichwahlkampf nut den Slahonal. -locralcn. Bet dieser Verständigung scheint auch der Bauern­bund beteiligt zu sein, der in ftalserslautern nut Tr. Rösicke gegen einen Sozioldemokruien und in Ansbach.Schwabach mit Hufnagel gegen den Demokraten Dr. Cuidde in der Stich­wahl steht.

- Zum Üupitel der häf,N^eu WahlkampfeSml ttl

gehört folgende Meldung aus Boch u m, 1. Febr.: Der unter­legene Zentrumslandibat Redakteur FuSangel verüfsint- llcht eine Erklärung, in bet er ein gerichtliches Vorgehen gegen diejenigen De istlichen unb Laien ankündigt, die zwei Tage vor dem Wahltage in über 40 Ortschaften mit der Be­hauptung gegen ihn agitiert haben, FuSangel habe Ehe­bruch getrieben.

Tie Fartfühnmg der SojialpoIitiL

Offenbach, 1. Febr. Auf eine von der ,OffenS. Ztg.« an den Reichskanzler gerichtete Anfrage, ob von der Regierung mit Hülfe des neuen Reichstages eine Rückwärts­revision der fozialpolitischen Desetzgebung geplant sei, ist ihr nachllehende Tepesche zugegangcn: ^Deutsche Sozial­politik ivird m seitherigen bewährten Bahnen nachdrück­lich fortgeführt. Behanplimg, datz Beciifsvecelnsoorlage unmittelbar oder milteibar zu Beschräntilng nicht rechtsfähiger Berufsvcrelne dienen sollte, unzutreffend. Insbesondere nicht beabsichtigt, Mitglieder nicht rechtsfähiger BerufSvereme irgend­wie von Veiwaltnng sozialpolitischer Einrichtungen auSzu- jchlietzen. gez. Reichskanzler Fürst Bülow.*

Die ,'J?orbb. Allg. Zig.* gibt auS einem Artikel deS PariserFigaro*: »Vlobilisierung ohne Waffen* folgendes wicdcr:

.Ter Aufriif an die beuiftften Döhler hat Crfofg gehabt. Tausende von Burgern, die bisher niemals an der Wahlurne er­schienen waren, haben dem Rrne Folge geleistet. TaS mar wohl Mobilisierung zu nennen, da alle kamen, nicht nur, um ihr politisches Recht auSzuübett, fonbein, um ihre nationale Pflicht zv erüllcn; bas .gröbere Teutichland* war die Frage; alles übrige icar ihnen gleichgültig. Plan Halle wohl das deutiche Bott |d)on bei irui).ren Gelegenheiten in Erregung gc eben, ale dec Malier den Reichstag auflöfte, um bas Heer unb bie Marine zu veruadtn, ist diesmal der patriotiiche^tti>er noch stärker unb be- ittchiiendcr gciveien. as Heer und Flotte bedeuten, tpeiB jeder remsche doh Köln bis Mönigsicrg. Tetnschland hat gestinuiu iür den Kaiser, die Kolonien unö die , Welipolnit* trog der teuren ^leifchpieije, uotz 2uu 'Uhllioneit Mark neuer Steuern und noij der Sicherheit iveiteier Cp'er. Tag die armie ligen deutschen Kolonien solche Begeiferung er iv ecken wurden unb die demiche Regierung mu solcher i:eichligkeit sie zur Bedeniung eines Symbols erheben wurde, wer hätte das geahnt! lls gibt nur ein Teut.chland, wenn es sich um die Drohe des Reiches handelt. Alan kann dieses schöne Beispiel nur beneiden, aber man mutz bannt rechneiu*

Tie ,'JlorOö. Allg. Ztg.* bemerkt hierzu, was der ,5t* garo* schreibt, werden die Stichwah. n hoffentlich aufs neue als zutreffend erweisen: Wo es sich um das Wohl und die Dcötze des Reiches handelt, gibt es gen) j nur ein Teutschland.

Ter Sousslku.kosten als Wahlurne.

Eine heiterer Vorsatt, weicher verdient der Ceffenilichkcit übergeben zu werden, trug sich bet bei Relchstagswahl m Jauu ui eurem WahÜolal zu, bas em Gasthof war. Km.