Ausgabe 
14.2.1907 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

5knzuseden. Nachher zogen etwa 1000 Teilnehmer nationale Lieder singend durch die Stadt, wobei eS wiederholt zu Zu­sammenstöße!^ mit der Polizei kam.

Sofia, 13. Febr. Die aemaßregelten Universi­tät s p r v f e s s o r e n veröffentlichen ein Manifest an das bulgar. Volk, in welchem sie das neue Universitätsgesetz scharf mißbilligen und erklären, daß kein Professor einen Lehrstuhl annehmen werde. Den gemaßregelten Universitätsstudenten gegenüber nimmt die Regierung eine nachgiebige Haltung ein. Alle strafweise in die Armee eingereihten Studenten sind heute vom Militärdienst befreit worden.

Bukarest, 13. Febr. Tie Kammer beschloß eine Ab­änderung des Wahlgesetzes, nach dergrößereWahlfreiheit zugestanden wird.

P o r t S a i d, 13. Febr. Gestern lief der türkische Trans- VortdampfcrHodeida" mit 1290 Mann für Hodeida bestimmter Truppen an Bord in den Kanal ein. Um 8 Uhr abends sprangen sieben Soldaten über Bord und flohen nach El Arisch. Heule desertierten zwischen Kilometer 34 und 44 wieder 170 Mann. Von den an Bord befindlichen Truppen wurde auf die Deserteure gefeuert; füm wurden erschossen, während es den übrigen gelang, aus dem einen oder dem anderen Ufer des Kanals an Land zu kommen.

Washington, 13. Febr. Das Amendement zur Ein- wanderungsbill, das vom Staatssekretär Root vorbereitet wird, enthält die Bestimmung, daß der Präsident Ausländern, welche ihre Zulassung auf das kontinentale Gebiet der Vereinigten Staaten auf Grund von Pässen nachsuchen, die auf irgend ein anderes Land als die Vereinigten Staaten oder deren insulare Beschungen oder die Zone des Panamakanals lauten, diese Zu­lassung verweigern kann, wenn er überzeugt ist, daß die Pass.« in einer Art benutzt werden, die den Interessen der>amerikan. Arbeiter schädlich ist.

Roosevelt hat dem Kongreß eine Botschaft inbezug aus öffentliche Ländereien zugehen lassen, in der er die Gewinnung von Kohle oder anderen Brennmaterialien auf Lände­reien, die noch im Besitze des Staates sind, diesem vorbc- halten wissen will. Er erklärt, das Volk müsse sich sein Recht aus die Bodenschätze an Brennmaterial wahren.

Neues aus Rußland.

Nach den neuesten Meldungen | insgesamt 6526 Wahl­männer zweiten Grades gewählt. Davon sind 1345 Mo- narchisten, was einem Prozentsatz von 24 auf die Gesamtzahl der Gewählten entspricht, 833 Gemätzigte oder 15 Pioz., 2330 Angehörige der Linken oder 42 Pioz., 432 Nationalisten oder 8 Proz., 359 Parteilose und 227 uiibctauntcr Partei» stellnng.

Die Angaben über große Veruntreuungen des AckerbaurninlÜerS Nikitin, die er in seiner Stellung als Direktor des Forstdepartements begangen hat, bestätigen sich nach Informationen in Negierungstreisen, in vollem Umfange. Außer Nikitin sind in dieie ganz scheinalisch betriebene Unter- schleife, die viele Millionen Nr«bet betragen, noch eine ganze Reihe von Beaiiiten verwickelt.

In Warschau lvurde wegen Ermordung eines Schutz­mannes der Revolutionär Rowltzky standrechtlich er­schossen. Der Revolutionär Grabowsty wurde zum Tode und drei andere Revolutionäre zu je vier Jahren Zwangs­arbeit verurteilt.

Die beiden H ä lle n m asch i n e n, die im Hause des Grafen Witte gefunden ivurden, sollen außer Rltrogll)cerin auch noch einen Giftstoff enthalten haben, der durch Ent­wickelung von Gasen auf die AtmungSorgane wirken sollte. Graf Witte selbst kann sich die Veranlassung des gegen ihn gerichteten Aitentatsvcrsuchs nicht erklären, obgleich in bei Gesellschaft offen die Vermutung ausgesprochen iuub, baß das Attentat vom Verbände g e,v l s s e r Patrioten a ii S - geht, der eines TageS sogar um Ausweisung des Grafen Witte nachgcsucht hatte. Witte gingen zahlreiche Telegramme aus Steifen der haute flnance und aus dem Auslande zu. Auch der Hofministec Fredericks suchte den Grafen als Ver­treter des Zaren auf.

Ter Weg über Sibirien ist von jetzt ab wieder für B r i e f s e n d u n g e n nach und auS O st a s l e n b e n u tz b a r. Tie Beförderung über Sibirien findet vorläufig mit den zwei mal wöchentlich zivischen Moskau und Wladiwostok verkehren­den Expreßzügen statt und ist auf diejenigen gewöhnlichen und eingeschriebenen Briefe und Postkarten beschränkt, für die der Leitiveg über Sibirien durch einen Vermerk des Absenders in der Aufschrift vorgeschrieben ist.

Hanptversammluttg der Teutscheu Landwirtschafts- gesettschaft.

(Unberechtigt!: Uinaiurmf verboten.)

S. u. H. B e r l i n, 13. Februar.

Heute tourtzn die verschiedenen Tagungen der Hauptversamm- luug der Deutschen LandwirtschaftsgeseUschust fortgesetzt. Zn dem Verein zur Förderung der Moorkultur im 2Kmsa,en Reiche" verbreitete sich Professor Dr. Frank-Charlottenburg über die Ge- toiunungiu nb Verwendung von Torf zu Heizzwecten und zur di­rekten Kraftübertragung, Direktor Schreiber-Staab über Gewinn- ung und Verwendung des Torfs für alle anderen industriellen Zwecke. In der Bereinigung deutscher S cy w e i ne z uch t e r sprach Velcrinärrat Dr. Folh-Schlesnug üoer die Bekämpfung Der Schweinefeuchen. Im Anichruß an oieioi Vortrag schilderte Prof. Dr. Wassermann die neuesten Erfahrungen auf dem Ge- biete der Schweineseuchenbckämpfung. Weiterhin berichtete Geh. Hosrat Prof. Dr. Kellner-Möckern über die Ergebnisse der vmn Deutschen Landwirtschaftsrate veranlaßten und mit Reichsunter­stützung ausgeführten Mästungsvcrsuche mit Schweinen. Gleich­zeitig tagte die Obst- und Weinbau-Abteilung der Deutschen Londwirtschaftsgesellschaft und derVerein der Merinozüchter", wo Herr Mergersburg-Berlin einen Bericht über die letztjährigen Wolle-Versttigerungen in Berlin und über die Lage des Woll- Marktes erstattete.

Besonderem Interesse begegnete die Tagung der Kartoffel- trockner, eine Vereinigung, die in diesem Jahre zum ersten Male tagte und die ihren Ursprung in einem Preisausschreiben hat, das der Verein der Spiritus-Fabrikanten in Deutschland gemeinsam mit anderen landwirtschaftlichen Vereinigungen und mit Unterstützung der Reichs- und Staatsregierungen erlassen hatte, um eine bessere Ausnutzung der Kartofsel herbeizusühren. Verfaulen doch in Deutschland alljährlich 40 bis 50 Millionen Doppelzentrier Kartoffel während ihrer Lagerung, eine Folge der ständig wachsenden Ueberproduktion der Kartoffeln. Dieser liebet» stand legte es den landwirlscl-aftlichen Kreisen zuiiial, da die Kartolselernten der letzten beiden Jahre wieder sehr groß waren nahe, Mittel und Wege zu finden, n t diese Verluste der Landwirt­schaft zu ersparen und eine rationelle Verwendurig des Kartoffel- überschusfes herbeizuführen. Die Möglichkeiten nun, die über- chusuge Produktion volkswirtschaftlich nützlich zu verwerten, sind ion unterer jährlichen Kartosselernte von ungefähr

430 Dppeolzerttner werden 51 Millionen zur Saat,

etwa 120 Millionen als Speisekartoffeln und 175 Millionen für Futterzwecke verwendet. Eine Steigerung des Verbrauchs an Speisekartoffeln ist erfahrungsgemäß nicht in nennenswertem Um« ange zu erreichen, sie ist auch nicht einmal ein günstiges Zeichen, ba sie meist eine Vertchlechterung in der Lebenshaltung der Bevölkerung bedeutet. 25 weitere Millionen werden in der Spiiliusbrennerei verwertet, endlich 14 Millionen in der Stärke- Industrie. Aber auch diese beiden Hndustriezweige werden nicht

in der Lage fein, die zu erwartenden gewaltigen Ernteüberschüsse aufzunehmen. Tie einzige Möglichkeit für eine Gesundung des Kartoffelbaues und der Kartoffeln verarbeitenden Gewerbe wird in der Kartoffeltrocknung gesehen, der man in landwirtschaftlich industriellen Kreisen einen bedeutenden volk'swirtsck/astlichen Wert beimißt. DerVerein der Spiritus-Fabrikanten" entfaltet zurzeit eine lebhafte Agitation unter den Landwirten für die Errichtung von Kartosseltrocknungs-Anlagen, deren bereits ca. 80 bestehen. Die große Bedeutung dieser Tatsache liegt darin, daß die leicht verderblichen Kartoffeln in eine Dauerware verwandelt werden. Wenn diese Industrie sich weiter entwickelt, wird sich insbesondere die Schweinehaltung und -Fütterung wesentlich günstiger gestalten als bisher, sodaß ein erheblicher Einfluß auf bie Fleisch Versorgung Deutschlands mit im Jnlande gemästetem Vieh zu erwarten ist.

Die Versammlung der Kartoffeltrockner war überfüllt. Sie wurde von dem Vorfitzenden Schulz-Kempten mit einer kurzen Ansprache eröffnet, in der er insbesondere auf die Bedeutung der Kartoffeltrocknung im Hinblick auf die außerordentlich starke Einfuhr Xin Futteomittel ausländischer Provenienz hinwies. Dr. Behrenb-Bcrlin gab einen Ueberblirf über das, was bis jetzt $ur Förderung der Industrie der Kartoffeltrocknung geschehen ist. Er erinnerte an die guten Resultate der diesbezüglichen Preis­ausschreiben der Jahre 1804 und 1901. Die auf das Jahr 1901 folgenden Jahre waren für den Fortschritt der Kartoffeltrocknung wenig günstig, da diese Jahre nur geringe Ernten, das Jahr 1904 sogar eine ausgesprock-ene Kartoffel-Mißernte brachte. Die ungeheure Produktionssteigerung des Jahres 1905 gab natürlich i>cr Industrie einen neuen Impuls und der Verein der Spiritus-Fabrikanten entwickelte mit Rücksicht hierauf eilte eifrige Agitation zur For­derung der neuen Industrie.

Hosrat Kellner-^rn sprach hierauf über die Verfutterung von Trollentarlofseln und berichtete über bie hierbei erzielten außerordentlich günstigen Resuckate. Herr von Naehrisco- Puschkowa sprach über die zur Kartoffeltrocknung verwendeten Apparate, Freiherr von Schuarnann-Auras über die Vorzüge der Veriütterung der Kartoffelnflocken.

Jin weiteren Verlause oer Verhandlungen wurde auf die Frage des Handelsvertrages mit Amerika hingewreseu. tsü wurde mit aller kic,ummti)cit erklärt, bag Deutschland heute nicht mehr «aus die Einfuhr auslän bi scher Futtermittel angewiesen sei. Insbesondere für den amr- rikaiiischen HJuuS fei in den Karlos,eslocken ein vvrlstänbiger Ersatz vorhanden. Tie deutsche 2aiii),uirticya|t brauche den ameritaniiajeii Maes heute nicht nitljr und dies müfse bei den Hanbelsoertrags- vcrljQiiblungen ganz besonders beruajiajtigt werden. Man muiie den Ameritaneru in diesem Punlte orbentlid) den Damen aufs '«Huge bruden. yoneiitiiu} Eonuiie man oaib dazu, daß Deutich- land von Den auaiaai4)qu)cii Futt.rmit.em unabhängig werde. Hieraus er,olgte bic SLunitituierung des Verbandes der Kartoffet- iroaner, der fich i.isbe,ouoere mit der Frage der Süjuijung eines ickrarlieS für Troaeularwfiein uiid der pruktgchen Prüfung der in Betracht bniineiibeii zrüuenjoiienie Lteiern soll.

Aus Sia$t unO Land.

Gießen, ben 14. Februar.

** Dernburg. Se. Kgl. Hoh. ber Großherzog haben bem fiellv. Direllor ber ftülouialabteilung beö Aus- ivärltgen Amtes unb'Bevollmächtigten ziim Bundesrat, Wirkt. Geh. 2)iat B. Dernburg die Erlaubnis zur Annahme unb zum Tragen bes ihm von Sr. Ptaj. bem Kaiser verliehenen Roten Adler-Ordens 2. Klaffe nut bem Stern erteilt.

"Die Definitoriatprüfung für Lehrer findet am 2 2. April m Darmfiadt statt.

** Zur Rechtsanwaltschaft zu gelassen wurden der Gerichtsasfeffor 5t ecu zu Darmstadt bei dem Land­gericht der Provinz Starlenburg, der Regierungsassessor Dr. v. Helmolt zu Büdingen bei dem Amtsgericht Fried­berg, der Referendar Hom berg er zu Gretzeu bei dem Landgericht der Provinz Oberhessen und dem Amtsgericht Gießen, der Gerichtsastessor Dr. Gaßner zu Mainz bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen, der Gerrchls- afsessorDr. Riat les zu Rtagdebuig bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen. Die Rechtsanwaltschaft aus­gegeben haben Dr. S alfetd zu Mainz bei dem Land­gericht der Provinz Rheinhessen, der Rechtsanwalt Win­disch zu Michelstadt bei dem Amtsgericht Höchst.

Die srüheren Kammerprafibenlen. Anläßlich bes 10jährigen AmlsjubllärnnS beö Kammerpräsidenten Haas ,eien nachsiehenb bie Rainen feiner Vorgänger m biefeni Amt seit ber Einführung ber Verfassung mitgeteitt: Gewählt würben 1820 Obersorftrat Eigenbrob-Tarmftabt, 1823 Obec-Llppel- laUonSgerichtSral Kuapp-Tarmslabt, 1826 unb 1833 Geheime» rat Schenck-Darmsiabt, 1834 Schmitt jun., Abvolat in Atainz, 1835 unb 1839 Geheimer Staatrat Eigenbrob- Tarmftabt, 1840 unb 1844 Gehennerat Schenck-Darmstadt, 1844 unb 1849 Ober - AppellatwnSgerichlsrat Hesse, 1849 Professor Hillebrand-Gießen, 1850 Krcisgerichtsvizepräsibent De. Aiohc - Ober-Jngelheiln, 1851 Direktor Goldrncuui- Darmslabt, 1856 unb 1861 HosgerichlSbirektor Lolheisen- Tanustabt, 1861 Hofgerichtsbueltor Klippstein-Darmstabt, 1865 Prof. Dr. Solbau-Gießen, 1866 unb 1871 HofgerichtS- rat Dr. Buss-Gießen, 1872 Hofgerichlsabvokat Hofmann- Darmslabt, 1874, 1875 unb 1878 ObergenchtSrat Görz- Atainz, von 18791892 war Direktor Kugler-Offenbach Präsibent und von 1892 JusUzrat Weber-Offenbach, ber bis zur Wahl bes jetzigen Präfibenten ber Kammer Vorstand.

* Der Ga uturntag bes GaueS Hessen findet nächsten Sonntag vormittag 9 Uhr hier statt unb zwar, ba sich ber seither für bieien Zweck in Anspruch genommene Raum in ben letzten Jahren zu llein erwies, m der Turn­halle bcS Turnvereins. Die 13 Punkte umfaffenbe Tages- orbnung steht außer ben üblichen Berichterstattungen u. a. folgenbe BeratungSgegenslänbe vor: Wahl bes Gauausschilffes (es scheiben auS unb sind wieder wählbar ber 1. Gauvertreter, ber 1. Gauturnwart, ber 2. Gaiischriftführcr unb ber Gau­rechnei), em Antrag bes GauauSschusseS, versuchsweise für biefes Jahr eine Gruppe Stabübungen ats Pfiichtüduiig beim Einzelivetliirm.» auf bem ©aufe|t ernziifchieben, bie bis 5 Punkte gewertet mürbe, und em Antrag von Schotten, auf Abhaltung eines alljährlich lüaubernben Bergfestes nut votkstürnlichem Wetturnen. Ferner wirb sich ber Turntag mit ber zukünftigen Gestattung des DünSbergturneus zu beschäftigen Haven, soivie mit ber Vergebung ber biesjährigen Gauturnfahrt unb bes nächstjährigen GaulurnfesteS. Um bie Gcmlurnfahrt bewerben sich Robherni a. b. B. unb Großen-Lrnben unb um baö nächst­jährige Gaufest Lich unb Kirchham. Das biesjährige Gau» lurnfelt finbet zi, Bab-9iauheim statt.

" A u ch ein Fischer. Em Lanbwiri aus Ettings­hausen verunglückte mit seinem Schtitteufuhrwerk baburch, baß fein Pfcrb am Dorfeingang durchging unb lamt Schtilien und Jnsaffen in ben Bach stürzte. Tie beibcn Jmassen fielen unter ben Schtitten unb gerieten in Gefahr zu erlrmken, »vurben aber rasch hervorgezogcn. Sie kamen nut einem kalten Bad unb bem Schrecken davon. Doch der wackere

Landmann hatte trotz der unangenehmen Situation den Humor nicht verloren und als ihm einer von der Straße auS zurief, was er ba unten mache, sagte er: ,Ei Fesch such ich, es sei noach ganz decke häi onnc.*

** Siewollten s i ch heiraten, nämlich der Fuhr, knecht L. von St. unb bie Gelegenheitsarbeiterin G. von B., bcibe bahier. Um bie Angelegenheit beffec betreiben zu können, gab L. zunächst seine Stellung auf, mietete mit ber Braut eine Stube, unb ba er keine Mittel besaß, unb auch die Braut über nichts verfügte als über brei uneheliche Kinder, die bei anderen Leuten sich in Pflege befanden, wurde zunächst in einem Abzahlungsgeschäft em Bett erstanden. Den übrigen nötigen Hausrat gedachten beide auf viel billigerem Wege zu erwerben. Daß L. eines Abends aus ber Bierhalle ber Liebigshohe zwei Stühle unb eine Tischdecke entwendete unb in seine Wohnung brachte, war nicht unbemerkt geblieben unb so sah sich bie Kriminalpolizei in feiner Wohnung etwas näher um. Hier fanben sich nicht allem bie gestohlenen Stühle, säubern eine ganze Rt enge Gegenstände, bie aus Diebstählen herrührten. So einen Ueberzieher, ber kürz­lich m einem Hause ber Marburgerslraße gestohlen, eine Partie Stiefelwichse, die aus einem Hotelkeller oerjchwanb, eine ganze Menge Stücke, bie Eigentum beS früheren Arbeit» ge bers bes L. waren unb auch einen Sack mit Meerreltig, der aus bem Keller einer Wirtschaft verschwunden war. Daß auch L. bie Ernährungsfrage leicht zu lösen verstand, beioiejen eine Anzahl Brödchenbeutel, die sich vorfanben und die morgens mit Inhalt von den Haustüren abgehängt worben waren. Das saubere Paar würbe verhaftet und so muß die Hochzeit noch elivas hmauSgeschoben werden, auf bessere Zeiten.

** Ter Finanzausschuß der 2. Hess. Kammer nahm am Mittwoch vormittag die Berichte über bas Bubgct ent­gegen, bie bisher von ben Ausschußmitgliebern Reinhari, Ulrich, Osann unb Brauer erstattet worben waren. Am Rachmiitag sand eine gemeinschaftliche Sitzung mit ber Regierung statt, zu ber die Minister Ewald, Braun unb Gnautb, bie Ministerialräte Becker unb Best unb Geheimrat Lorbacher erschienen waten. Haupt­sächlich würben bie Gcjetzentwürfe, betreffend ben Urkunbenstnupel, den WohnuiigsgelbHuschuß ber Beamten, sowie bie Aujbeisetung der Gehalte ber Voltsschullehrer einer Besprechung unteejogen und bie Tarisnummein, bie die Eheverträge, sowie bie Kauf- und Daufchveiträge betreuen, behandelt. Es ist allzuneh.uen, daß öie R'egieiiingSvorlagen Gesetz werden, da eine Einigung über bie strittigen Paragraphen mit ber Regierung sicher zu erwarten ist.

** Aus Dem a l e u u . v oiuuiiyeatetd. Nochmals sei auf das morgige Benefiz des Herrn RegisteurS Schlegel hingeivlefen, bas sicher bem beliebten Benefizianten ein volles Haus bringen wirb, unisomehr, als »Ptezlofa^ seit einer Reihe von Jahren nicht mehr gegeben wurde.

Q Leihgeslern, 13. Febr. Unsere im vergangenen Jahr blirch einen Gewüterllurm zerstörte Kirche wird im Frühjahr wieder auf gebaut. Die Rohbauarbeiten sind zu 36 000 Atark veranschlagt. Ter Gesamtbau soll ca. 75 000 üJlart kosten.

? Grüningen, 12. Febr. Der Ad. Jsheimischc Gesangverein führte gestern abend im Saale beS Gast» mirlS Abarn L. Fay verschiebene Theater- und Gesangvor- tiäge vor, bie bem zahlreichen Publikum sehr gefielen. Die Beubersche Aiusikkapclle füllte die Parisen burch Konzertvor- träge auS. Zum Schluffe wurde noch ber Präsident des Vereins, Konrab Chr. Engel, burch ein Ehrenbiplom für 25 jährige Milgliebschas't ausgezeichnet.

RB. Darmstadt, 13. Februar. Das Großher­zogspaar folgte heute einer Einladung des Richard Wagner-Vereins in den Festsaal der Turngemeinde, wo der Geh. Hosrat Pros. Henry Thode aus Heidel­berg einen Vortrag über 51 u n ft und Religion hielt. Hierauf nahmen die Herrschaften das Souper bei dem Prinzen Leopold zu Jsenburg-Birstein. Thodc's Vortrag sand zum Gedächtnis von Wagners Todestag und zum Besten eines Fonds zum Ankauf von I o h. S e b. B a ch's Geburtshaus in Eisenach statt. Eil Einbrecher in Maske hat am Dienstag nachmittag hier eine verheiratete Frau, bereit Mann nicht zu Hause war überfallen, mit einem Tuch geknebelt und beraubt Der Einbrecher, der in völlig unkenntlicher Ataske war, schellte, als der Rtann kaum nach dem Bureau gegangen war, an dem Abschluß. Beim Oeffuen trat er sofort auf die Frau zu, hielt chr den Mund zu und steckte ihr einen Knebel in den Mund um sie am Schreien zu verhindern. Er band ihr dann mit einem rnitgcbrachten Strick die Hände auf den Rücken und legte sie auf die Erde, worauf er mit den Schlüsseln die Kommode durchsuchte» Ec sand an Bargeld ca. 120 Mk., die er ebenso wie eine Uhr mit» nahm, doch hängte er die Uhr auf dem Vorplatz an bas Treppengelänber. Man hat von bem Räuber feine Spur, beim bie geknebelte Frau, würbe erst lange banach auf- gefunben.

Rodheim a. d. Bieber, 13. Febr. Lehrer Freitag ist auf seinen Wunsch an eine städtische Schule zu Köln a. Rh. versetzt worden. Sein Weggang muß um so mehr bedauert werden, da er unter den schwierigsten Verhältnissen im Dienste bet Allcrkleinsten gestanden hat und zugleich als tüchtiger Lehrer unserer gewerblichen Fortbildungsschule bekannt t|U

Wetzlar, 13. Febr. Der Eisenbahnminilter hat die erneute Eingabe der hiesigen Handelskammer, die Fracht­sätze für Steinkohlen und Koks für baS Lahn- unb Dillgsbiet herabzusetzen unb denen des Siegerlandes gieichzustellen, abermals ab gelehnt.

X Niederlemp (Er. Wetzlar), 13. Febr. Beim Heu« rupfen verunglückte unser früherer Gemeindevorsteher Witt Hauer. Dec Haken, mit dem er die Arbeit besorgte, hatte nicht gefaßt. Witthaner zog kräftig nach Außen, verlor dabei bas Gleichgewicht und stürzte den Heuboden herunter in die Scheuertenne. Außer einem Beinbruch hat ec nach der heute augestellten ärztlichen Untersuchung keine Verletzung erlitten.

a Marburg, 13. Febr. Hier steht die Gründung eines Spar- unb Bau Vereins, Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht bevor, beffcn Aufgabe eS sein wird, minderbemittelten Familien gesunde und zweckmäßig ein­gerichtete Wohmingen zu billigen Preisen zu verschaffen.

Frankfurt a. M., 14. Febr. Großfeuer wurde, n. d. Frkf. G. A., gestern abend kurz nach sieben Uhr a m Ost bahn Hof gemeldet. Die Wachen Burgstraße unv iRünzqasse Tvaren alsbald zur Stelle. Es brannte auf bem Terrain be5 Güterschuppens ein Holzlager der

KjS l«3 * ben«1

S&JP

«Ss 3btl"9 ti i

SS».

' -Kleinc -- JfAr'i»' * »Ä M

^demLkim Jt KimofenW1 ten r o v. - ö l * ib 1. 'My.deii6 iirleMkscdä'ie.

Dom R« polizeiliche unb ge von Reeden hcit e dessen Pertrauensc Milungen, ehe i kichelheMampe insainmllmgen zu um S Uhr an je 61/, Uhr bereits v iit e» unmöglich, d f« Herd der Exf sihlen. Dleichwc ttlhr gemeldet, gdtrroeg der ger ti 'Diontag flat fälle dem 'Lorsl ivenigstens diefen Meldung hin h seitigung der Sc glück wäre fonv nicht zur Beran den Toten.

nehmigt, daß Linderung der s betroffenen Bergl an tut mit ber D gaben betrauten f ^jfifchen Ltac irei befördert roe

* Die Kri

bürg sowie bii N eifrig an be eruieren, bie b Jiö&tem Raffine! F'skiiS um 2 Walter Nach Nfn btS Ianu ®"itrbat)n()öien je i,e von Berlin na ^en Aeiiiimnung .^vollen Begleit ^»ecichrift verseh« ^ben. Ter Be

Dst empseh

Set

5. den 15 ft An 'lllskl! in