mit der Mitte des Dorfes verbindet. Die Hofreite kostet 2300 Mark.
W Rendel, 13. Aug. (Tel.) Bei einem Uebungsritt stürzte Leutnant Telle vom Jnft.-Regt. Nr. 81 yom Pferde und brach das Genick.
^Pfordt, 12. Aug. Der Geisteskranke frühere Referendar Abel aus Fulda, welcher seit einigen Wochen vermißt wurde, wurde dieser Tage im hiesigen Walde krank aufgefunden. Abel mußte ins Hospital nach Schlitz verbracht werden.
O Friedberg, 11. Aug. In hohem Alter starb einer unserer verdienstvollsten Bürger, Fritz Hecht, ein Beamter des Vorschuß- und Kreditvereins. Von 1878 bis zur Einführung der Städteordnung war er Mitglied des Stadtvorstands. Der Gesangverein Frohsinn, dessen Gründer und erster Vorsitzender er war, hatte ihn vor Jahren zmn Ehrenpräsidenten ernannt.
X Ulrich st ein, 12. Aug. Im Groh'schen Saale fand gestern eine stark besuchte Versammlung der Interessenten des projektierten Bahnbaues Mücke-Ulrichstein statt. An der Versammlung nahmen teil die Kveisräre Geh. Negierungsrat Schönfeld-Schotten, Tr. Hölzinger-Alsfcld, von Bechtold-Lauterbach und Landtagsabgeoroneter Brauer. Hauptgegenstand der unter dem Vorsitz des Oberförsters Schütz gepflogenen Beratungen war die Beschasfung der noch zum Bahnbau erforderlichen Summe von 370 000 Mark, einer Summe, um die der Bahnbau die gezeichneten Beträge der Gemeinden übertrifft. Daß eine abermalige Belastung unserer Vogelsberger Gemeinden ein schwieriger .Punkt sei, wurde von mehreren Rednern betont. Schließ- lich zeigte sich aber doch Bereitwilligkeit, die geforderte Summe von den Gemeinden gegen Vorzugszinsen aufzunehmen, worüber in diesen innerhalb der nächsten acht Tage Beratungen stattsinden werden. Bezüglich des Bahnbaues selber wird Großh. Ministerium ein maßgebendes Projekt ausarbeiten lassen. Der Bahnbau rückt mithin ersichtlich seiner ,Verwirklichung näher.
ü. Bingen, 12. Aug. In Münster am Stein sind (in der vergangenen Nacht zwei Züge zusammen- 'gestoß en. Von dem Pecsonenzug nach Gan-Algesheim wurden zwei Wagen, ein Packwagen und ein Wagen vierter Klasse zertrümmert; der Zugführer Karl Eckes aus Bingen wurde schwer verletzt. Der vierter Klasse-Wagen war leer.
h Hanau, 12. Aug. In der Gastwirtschaft „Zum Sandhof" kam es gestern Abend zwischen Ulanen und Zivilisten gu einer blutigen Schlägerei, wobei die Soldaten von ihren Waffen Gebrauch machten. Ein Ulan wurde schwer verletzt und mußte in einem Wagen nach der Kaserne gefahren werden.
gewesen ist. Sie habe in der Gerichtsverhandlung keine Veranlassung gehabt, diese für andere unerhebliche Meinung vorzutragen, besonders nachdem sie vom Vorsitzenden nach ihrer Meinung über den Täter nicht befragt worden sei. Nach meiner Ansicht hat sie damit durchaus korrekt gehandelt, denn die bloße Ueberzeugung eines Zeugen kann in einem Urteil nicht ausschlaggebend sein. Die übrigen gegen Olga Moliwr erhobenen Vorwürfe, daß sie stets einen Revolver bei sich getragen habe, daß sie gegen ihre Mutter handgreiflich geworden sei, entsprechen meiner festen Ueberzeugung nach nicht den Tatsachen."
Diese nachträgliche schwerwiegende Aussage bedarf einer sorgfältigen Prüfung. Wie crus den Prozeßverhandlungen erinnerlich, haben die anderen Mitglieder der Familie Molitor ihrem Glauben an die Schuld Hau's rückhaltlos Ausdruck gegeben. Ein anderer kam für sie als Täter überhaupt nicht in Frage. Das erste Zeugenverhör dagegen, das Frl. Olga Molitor in dem Prozeß hatte, gestaltete sich wie folgt: Bors.: Hatten Sie Verdacht auf Hau? Zeugin: Nein, keinen. Vors.: Ist Ihnen nicht auch später Verdacht gegen Hau gekommen? Zeugin: Mir persönlich nicht. Nach der Enthüllung, die Hau am vierten Verhandlungstage machte, daß er nach Baden-Baden zurückgekehrt sei, um vor der Reise nach Amerika noch einmal seine Schwägerin Olga zu sprechen, richtete der Vorsitzenden an diese nochmals die Frage: „Haben Sie eine Idee, wer, wenn es der Angeklagte nicht war, Ihre Mutter erschossen haben kann?" Worauf die Zeugin, die auch von dem Aufenthalt Hau's in Baden-Baden an dem Mordtag nichts wußte und sehr erschrocken gewesen wäre, wenn sie ihn mit dem falschen Bart gesehen hätte, in der bestimmten Form antwortete: „Keine Idee."
Das sind die übereinstimmend von der Presse veröffentlichten Aufzeichnungen aus dem Prozeß. Es fällt schwer, damit die wörtliche Erklärung des Anwalts der Familie Molitor in Einklang zu bringen: Frl. Molitor „hatte in der Gerichtsverhandlung keine Veranlassung gehabt, diese für andere unerhebliche Meinung vorzutragen (daß nach ihrer Ueberzeugung Hau der Täter war), besonders nachdem sie vom Vorsitzenden nach ihrer Meinung über den Täter nicht befragt worden war". Das Gegenteil ist der Fall. Konnte der Vorsitzende präziser fragen, als es an den zitierten Stellen des Prozeßberichts geschehen ist? Fräulein Molitor haue damals eine Aussage über die Annahme der Täterschaft Hau's ablehnen dürfen mit der jetzt von dem Rechtsanwalt Schäfer geltend gemachten Begründung: „Die bloße Ueberzeugung eines Zeugen kann für das Urteil nicht ausschlaggebend sein." Aber Frl. Molitor konnte nicht als Zengin sagen, daß sie feinen Verdacht auf Hau hatte, und daß ihr persönlich der Verdacht auch später nicht gekommen sei.
Hier sind unvereinbare Widersprüche.
In dem Prozeßbericht über die erste Vernehmung des Frl. Molitor heißt c5 ferner: „Die Zeugin sah noch einen fliegenden Mantel. Dann kamen Leute. Von dem Täter hat die Zeugin nichts gesehen, da sie sich nicht umgedreht hat." Wie verhält ich dazu die nachträgliche Erklärung des Frl. Molitor vor Rechtsanwalt Schäfer, den Täter, der den Schuß auf ihre Mutter abgab, gesehen zu haben? Beiläufig erweist sich hier die Zweckmäßigkeit amtlicher stenographischer Aufnahmen in Gerichtsverhandlungen von erheblicher Bedeutung, wo es auf jedes Detail der Zeugenaussage ankommt. Es können jedoch nicht alle Prozeßberichter- 'tatter sich verhört haben gerade bei der Aussage einer Zeugin,
Ium Aalle Kau.
Allmählich läßt die Spannung, die das plötzliche Auftauchen des Freiherrn v. Lindenau erregt hat, nach. Der Mann mit dem grauen Bart, der den Damen Molitor am Mordtage gefolgt ist, ist nicht gesunden. Lindenau ist es nach dein Ergebnis der Konftontation sicherlich nicht gewesen. Er befindet sich noch in Baden-Baden in Haft, um in nächster Zeit anderen Zeugen gegenübergestellt zu werden. Tie Verhandlung gegen ihn unter bei Anklage der versuchten Erpressung, Beleidigung und Begünstigung wird Ende September oder Anfang Oktober vor der Strafkammer in Karlsruhe stattsinden. Es ist eine auffällige Tatsache, daß der Herr, den Freifrau v. Reitzenftein als den „Oesterreicher" bezeichnet, und der nach ihren Bekundungen wiederholt von der Stadelstraße durch die Kaiser Wilhelmstraße gegangen sei, seit dem Tage des Mordes aus Baden-Baden spurlos verschwunden und nicht wieder gesehen worden ist. Nach ihm fahnden die Untersuchungsbehörden noch immer. Ter Staatsanwalt will einen Aufruf nach diesem Oesterreicher erlassen.
. Es soll jetzt feftgestellt werden, daß Frl. Olga Molitor bereits um 2 Uhr von Hause fortging, aber erst um 4 Uhr bei dem Kränzchen in der Villa Engelhorn erschien. Da nun Hau selbst angibt, schon um 2 Uhr in Baden-Baden gewesen gu sein und sich bis um 3Ao Uhr dort „herumgedrückt" zu haben, so liegt die Möglichkeit vor, daß beide sich getroffen hätten.
1 Alga-Molitor will infolge der neuesten Wendung von Celerina ln der Schweiz wieder zurückkehren.
’ Am Amtsgefängnis erklärte von Lindenau, er habe am Samstag nur unter dem Druck der Ueberredungs- Lunst des Staatsanwaltes Tr. Bleicher zugegeben, Hau könne von der Nische der Nagelschen Villa geschossen haben.
. Ter Polizei Karlsruhe hah ein Angestellter der Allg. Fleischer- Zeitung mitgeteilt, er sei am 6. November v. I. von Wertheim am.Main über Karlsruhe nach Appenweier gefahren und habe noch vor Karlsruhe im Zuge einen jungen großen Mann mit .scheinbar arigetlebtem Bart gesehen. Dieser habe an einer größeren .Station, wie der Zeuge annimmt, in Karlsruhe, einen Mann unt grauem Bart erwartet und sei mit diesem in das Innere des Wagens gegangen. Beide seien in Oos ausgestiegen. Der Mann mit dem falschen Bart sei in ein Postamt gegangen, der andere nach einem Zuge. Hieraus will der Zeuge schließeii, daß der Mann mit dem falschen Bart Hau gewesen fei, der enbere Lindenau. eie seien auf dem Wege nach Baden- Baden gewesen und Hau habe ihn offenbar zum Morde ^ouugen, erst ihm das Opfer gezeigt, und sei dann nach der Lichtenthaler Allee zu gelaufen, ehe der tätliche Schuß fiel.
Man wird dieser Aussage keinen Wert beizumessen haben Ter Verteidiger Hau's, Rechtsanwalt Tr. Dietz, hat den ersten Teil seiner umfangreichen Revisionsschrift dem Landgericht zur Weitergabe an das Reichsgericht eingereicht. Ten Rest der Reviswnsschrift hofft er im Laufe dieser Woche noch fertig zu stellen. Xie Revision enthält 5 Punkte, in denen Verstöße gegen Die Strafprozeßordnung im Laufe der Verhandlung vor- gekommen sind. Xie Verteidigung stützt sich auf die rein formale w DwA hat, wie er erklärt, einen Strafantrag
^5 ge n O lgaDkolitor wegen Körperverletzu n g mit i A u s g a n g e n i ch t g e st e l l t. Er behält sich jedoch wnttre Schritte in dieser Richtung tior. Für dm weiteren Gung den in Karlsruhe viel beschäftigten Rechtsanwalt xr. Max Oppenheim gewonnen, mit dem zu- fammen er 0eitern längere Zeit mit Hau im Gefängnis über Die Revision und über die neuen'im Prozesse eingetretenen Mo-
Weriert hat. Es heißt, Tr. Dietz und Oppenheim wollen o* Molitor Strafantrag wegen Meineides ?bllbn. Die Aussage Frl. Molitors, daß sie den Täter gesehen
£bt; b(^ dA.?^äeugung gelangt sei, Hau sei der
Tater, stehe in krasiem Widerspruch zu den Auslagen, die Frl Molitor dem stenographischen Bericht zufolge im Prozeß gemacht r * • Don Vorsitzenden wiederholt gefragt worden, ob .le eine Vermutung habe, wer der Täter sei und hat regelmäßig mit Nein geantwortet. Sie ist auch gefragt worden, ob sie den 5™ Fischen habe und hat darauf geantwortet, daß sie nur einen fliehenden Mann gesehen habe
U R-chtsb'eist-md der Familie Molitor, Rechtsanwalt Schäfer-Baden, folgendes:
„Fchulein Olga Molitor steht mit der Bluttat ^cht irn geringsten in i r g e n d e in e m Z u s a m m en! was gegen sie geschrieben wird, geschieht, um einen ^Een der Justiz zu entziehen. Man hat es bei tfrt Olga Molitor Mit einer Dame zu tun, deren tadelloses Öenebmen über leden Zweifel erhaben ist. Frl. Olga Molitor hat mir erklärt, den Täler, der den Schuß auf ihre Mutter g,^,schen zu haben. Unter Berücksichtigung der Ver- haltnijle jre der Ueberzeugung, daß Hau der Täter
auf die den Umständen nach am meisten das Interesse der Oefsent- lichkeit sich richtete.
Nachdem dies Zeugnis nunmehr in zwei sehr wesentlichen Punkten ergänzt otder vielmehr richtiggestellt worden, muß Frl. Molitor noch auf einiges Weitere sich besinnen, insbesondere darauf, ob sie an dem kritischen Tage auch von der Absicht der Anwesenheit ihres Schwagers keinerlei Kenntnis hatte. Die vom Vorsitzenden im Prozeß aufgenommene Spur, ob Frl. Olga Molitor vielleicht Annäherungsversuche Hau's zurückgewiesen, und daß der Schuß dem Frl. Molitor gegolten habe, so daß die Mutter versehentlich getroffen wurde — diese Spur mußte doch wohl genauer verfolgt werden. Es wäre immerhin möglich, daß Hau, der vielleicht vorhatte, mit seiner Schwägerin zu fliehen, in furchtbarer Erregung über das Scheitern seines Planes den Ans chl a g aus Frl. Olga Molitor beabsichtigt hat, um ihren Besitz keinem hinderen zu gönnen. Ganz ohne Ahnung von den leiden- schaftlia-en Empfindungen Hau's kann Frl. Olga Molitor nicht gewesen sein. Frau Tr. Müller-Linz, die Schwester der zweiten Frau des Vaters Hau, hat die freiwillig aus beni Leben geschiedene Gattin Hau's direkt gefragt, ob es wahr fei, daß Frl. Olga in Hau verliebt sei. Da sagte sie: „Ja, es ist so." Fran Lina Hau habe es der Mutter erzählt und ihre Schwester Olga mit den Worten zur Rede gestellt: „Was hast du für ein Techtelmechtel mit meinem Mann?" Im Prozeß fragte der Vorsitzende, ob Frl. Molitor nähere Beziehungen mit Hau gehabt habe: „Absolut nicht!" Ist gegen diese Antwort nichts einzuwenden, den Begriff „nähere Beziehungen" in dem Sinn aufgefaßt, den man gewöhnlich damit verbindet, so erscheint die Antwort auf die Frage des Vorsitzenden, ob Hau's Frau eifersüchtig aus ihre Schwester gewesen, nicht ganz klar: „Ich selbst habe es nicht bemerkt, man sagte es mir nachher." Die Gattin Hau's will die, Schwester doch zur Rede gestellt haben über das „Techtelmechtel" mit ihrem Mann.
Wenn Frl. Molitor nichts für Hau empfand, welchen Grund kann sie gehabt haben, einen Mann zu schonen, von dem sie überzeugt ist, daß er der Mörder der Mutter war?
Gottlieb im „Tag" besingt die jetzige Sachlage im Hauprozeß folgendermaßen: A
Lindenau:
Ich bin der Baron von Lindenau, Und mein berühmter Bart ist grau, Tie Farbe des Blutes: extrablau.
Ein Heiratsvermittler. Geschäft geht stau.
Ich möchte lieber die Olga zur Frau.
Ich schrieb ihr, trug heiße Liebe zur Schau;
„Laß anS Herz dich e r p r es se n !" Ter Plan war schlau.
Jedoch der Staatsanwalt packte mich rauh.
Nun sitz' ich eingelocht im Bau;
Kein Glück, fein Stern, Fein Schwein, keine Saul
Ein Mensch nur liebt mich, das weiß ich genau —
Und das ist Herr Hau, und das ist Herr Hau.
Gcrlch-sscZÄL.
R. B. Darmstadt, 10. Aug. Einen raffinierten Schwindel hatte sich der 37 jährige Kaufmann Max S ch ä f e r aus Rostock erdacht, der heute vor der Strafkammer stand. Er war Inhaber einer Kleiderhandlung in Berlin, machte Konkurs und wurde auch als der fchuldige Teil von seiner Frau geschieden. Er war dann bei einem Kvnzert- unternehmer beschäftigt und machte sich die hier gesammelten! Erfahrungen für seinen Schtoindel zunutze. Seit dem Sommer vorigen Jahres trat er in verschiedenen Städten als Unternehmer von Wohltätigkeitskonzerten zum Besten erblindeter' Mnstler auf, für die er möglichst viel Eintrittskarten verkaufte, dann aber spurlos verschwand. So kündigte er auch im Fe-' bruar ds. Js. ein großes! Konzert in Offenbach an zum Besten des „blinden Cellisten Hoffmann", der gar nicht existiert, engagierte die Kapelle des 168. Jnfanterie-Regiments,^ mietete einen Saal rc. Er ließ auch 300 Karten ä 2 Mk. und 200 ä 1 Mk. drucken und suchte sie mit Hülfe seiner jetzigen Geliebten Altmüller abzusetzen. Als er für ca. 200 Mk. Eintrittskarten verkauft hatte, erklärte er in der Offenbacher Zeitung!, daß der blinde Künstler erkrankt sei und das Konzert verschoben werden müsse. Inzwischen hatte er auch in Darmstadt denselben^ Schwindel versucht, doch waren der Saalbanwirt und der Kapellmeister nicht bereitwillig genug auf seine Plänel ein gegangen; dagegen gelang es ihm, in Wiesbaden demselben Schwindel zu entrieren und dann mit mehreren Hundert! Mark Einnahmen für Einttittskarten zu verduften. Als er' sich unter falschem Namen auch in M a i n z niederließ, wurde er verhaftet. Ter Pseudo-Impresario wurde wegen des vollendeten Betrugs in Ossenbach und Wiesbaden und deS versuchten Betrugs in Darmstpdt zu neun Monatrn Gefängnis pnd
wegen falscher Namenssührung zu einer Woche Gefängnis bet urteilt.
Vermischt«».
*Ein fossiles Riesentier. Aus New-Pork wir berichtet: Das größte Auffehen erregt die Nachricht, daß j den großen Fossilienlag:rn von Wyoming das Skelett eine Tieres entdeckt worden ist, das 314 Fuß in der Länci maß. Bisher war der größte Dinosaur, der den Gelehrte bekannt war, ein jetzt im Field-Museum ausgestellter, dc 75 Fuß lang ist und dessen größter Wirbelkuochen 300 Pfun wiegt, während der von dem jetzt aufgefundenen Riesentic 1000 Pfund wiegt. Diese Tierart hat, wie die Forscher an nehmen, im Wasser gelebt, zum Teil wegen der Notwendig feit, sich gegen kleinere Tiere, die Angriffe auf sie untei nahmen, zu schützen. Als Nahrung dienten ihr die Kräutc und Pflanzen, die sich auf dem Grunde der Flüsse und See fanden. Knochenreste von diesen Riesen der Urzeit finde sieh zumeist in Neu-Mexiko, Colorado, Wyonung, Montan und Dakota, die in prähistorischen Zeiten Sumpflander warer * Kleine Tageschronik. Der 13 jährige Sohn de deutschen Gesandlen in Marokko, Geh. Legationsrat Dr. Roser ist 'in dem bekannten Soolbad Salzufleii^ aus dem Fenst des ersten Stoaes gestürzt und nach einigen stunden an den ei littenen Verletzung er: geworben. — Arge Ausschreitungen z wische fünf 'Soldaten und mehreren hundert Zivilpersonen verursachte in Altona ein schurses Vorgehen oer Altonaer und Han bürg er Polizei. Ein Soldat und ein Schutzmann wurden buri Säbelhiebe schwer verletzt; mehrere Zivilpersonen sind leid verletzt. — Auf der Station Betzdors fand man in dem vv Köln eingelaufenen Schnellzuge ein Paket mit zwei startverweste Leichen neugeborener Kinder. — Bon einem Besuche heimtehrenl wurde in der Nacht der Liittergutsbesitzer Kanter aus Ritterthc in der Nähe von Bregsen (Ostvr.) infolge Scheuwerdens de Pferde aus dem Wagen geschleudert; er brach das Genick. Ein Strecke treuer wurde auch der Kurscher aus dem Wagen gt schleudert; er hat schwere Verletzungen am Arme und an de einen Schulter erlitten. — In der Nähe des Ortes Kekla (Posen sand man auf sreiem. Felde die Leiche emes wandernden Schneids gesellen Adolf Hübner aus Sachsen. Ter Tote war auf em setzliche Weise verstümmelt. Die Haut war ihm buchstüblil über den Kopf gezogen. Aus dem Körper waren du Stücke Fleisch geschnitten. Die Finger fehlten. Von den Täter fehlt jede Spur. — Durch Kinder, die mit Streichhölzern spielten wurde in dem Petroleumlager der Gebrüder Tesmarest in Jvn sur-Seine (Frankr.) ein gervaltigec Brand verursacht. Mehren Häuser wurden zerstört. Fünf Personen, darunter ein Feuerwehr mann, erlitten Verletzungen. — Ter Bukarester Unwerfitäts Professor und frühere rumänische Justiz rnin ist er Stef a Seind r e a, der in eine Wwner Heilanstalt überführt werde sollte, sprang bei Nagymagocz aus dem Waggon und wurd tödlich verletzt. Er wurde nach Budapest transportier wo er mittags st a r b.
Sport.
— Fußballs Vergangenen Sonntag beteiligte ftch dc „Gießener Fußballklub von 19 00" zum erstenmal in größerer Anzahl an einem atlethischen Sportfest und zwo an dem. des Nauheimer Fußballklubs. Die Resultate sind fcefrieu gend, jeder der 5 Teilnehmer erhielt einen Preis und zwar ii 1 0 C Meter Lauf den 2. Preis mit 12,4 Sek. und außerdei den 3. Preis in demselben Lauf, im 5 0 Meter Laus d< Ehrenpreis mit 6,5 Sek. und außerdem den 3. Preis in diese Lauf. Im Kugelstoßen (5 Kilogr.) den 3. Preis mit 11,7 Meter und im Fußballweit st oß den 1. und Ehrenprei mit 47,45 Meter. Nächsten Sonntag wird der Klub sich ai Bezirksfest in Siegen beteiligen
Anttft ttnO
— Die von uns in den gestrigen „Familienblättern* erwähnte sechs Gnttachten über die Wormser Do mb ausrage, b Prozessoren Elemen, Dehio, Gurlitt, Hildebrand, Oechelhäuse Thode, find als Separatabdruck aus den ^Rheinlanden" bei Herausgeber Wilhelm Schäier erschienen._______________________
Arbeiterbewegung.
X. Hanau, 12. Aug. In der Möbelfabrik Körneru. El sind nahezu die gesamten S chre in er wegen Nichtbewilligun ihrer erhöhten Lohnforderungen in den Ausstand getreten.
Gießener Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung für Hessen am Mittwoch de 14. August: Teilweise heiter. Trocken. Atäßig warm. Südlick Winde.
Griginal-Vrahtmelvunge».
München, 13. Aug. Die „Ri. Di." melden au Kolbermoor: Der wegen Mordes vorbestrafte Kerwedt ermordete den Arbeiter Grevp aus Karolinenfeld dun drei Messerstiche.
Wien, 13. Aug. Ein Mitarbeiter der ^,N. Fr. Pr hatte in Pontresina eine Unterredung mit Olga Molitor welche dabei auf das entschiedenste die Beschuldi gungen des Herrn von Lindenau zurückwie-
R o m, 13. Aug. General Ponza, welcher mittels Auto mobil das Terrain für die großen Manöver inspizier stieß in der Nähe des Simplon mit dem Automobi )es Grasen Peruzzo aus Florenz zusammen. Beil Wagen wurden zertrümmert, die Chauffeure schwer ver letzt, der General kam mit dem Schrecken davon.
M p i l a n d, 13. Aug. Die im I s e o s c e liegende Ins steht in Flammen. Wohnhäuser und Waldungen bilde ein Feuermeer. Die Einwohner müssen dem Schauspiel 51 sehen, ohne dem Feuer Einhalt gebieten zu können.
London, 13. Aug. Nach den neuesten Meldung^ aus Belfast sind bei den gestrigen Unruhen vier erwachse! ■ Personen und ein Kind getötet worden und zahlreiö Personen verwundet. In der Stadt herrscht große O' regnitg. Tie Zahl der Opfer am gestrigen Tag ist no größer als die der Unruhen am Sonntag, wo 200 Persow verletzt worden sind, lieber die Unruhen selbst ist no zu melden, daß junge Mädchen und Frauen die Kun geb er begleiteten und in ihren Schürzen Steine, Gla ■ cherben und andere Geschosse mit sich führten, die gegt die Truppen und Polizeiagenten geschleudert wurden. K. vallerie und Infanterie machte erst von der Waffe G brauch, nachdem sie die Menge aufgesordert hatte, au einander zu gehen.
Belfast, 13. Aug. Die Unruhen haben geg' Mitternacht aufgehört. Mehrere hundert Personen sirl verwundet.
S a n S e b a st i a n, 13. Aug. Der Plan, eine gemei 1 chaftliche französisch-spanische Note an d Mächte zu richten, ist aufgegeben worden. Dafür werd' Frankreich und Spanien eine gemeinschaftliche Note 1 den Sultan von Marokko richten, worin sie diesem erkläre $ welche Maßregeln getroffen werden sollten.
Tanger, 13. Aug. Maclean ist von dem Elkwe stamme ausgeliefert worben und auf dem Wege nach p 8 2tach andereri Meldungen i[t Maclean ui Elksar der Maha » übergeben worden.


