Der Pariser offiziösen „Agence Havas" wird von gut nMerrichteter Seite mitgeteilt, daß der Gedankenaustausch, dm bte spanischen Minister sowie die Botschafter de Bunsen und Vrllade Urrutia in Cartagena miteinander gehabt haben, deutlich bte vollkommene Herzlichkeit und I d e e n g e m e t n s a m- keit gezeigt habe, die zwischen Span en und England obwalten, besonders in den Angelegenheiten, wo die beiden Länder gemeinsame Interessen oder Bestrebungen haben. Wenn indes, en auch die Harmonie der Ansichten zwischen den beiden Herrschern und Nationen festgestellt sei, so könne man doch erklären, bati kein Vertrag, keine Konvention zwischen Selben Länberu über irgenbwelche Frage abgeschlossen worden, und daß die gegenteiligen Behauptungen somit erfunden seien.
Der Pariser „Patrie" betätigt in einem Telegramm aus Madrid das Gerücht, wonach ein anarchistisches Komplott gegen König Alfons und König Eduard geplant war. Infolge dieser Entdeckung habe auch die Zusammenkunft beider Monarchen auf offener See stattgefunden, und aus demselben Grunde sei die Abreise des Königs Alfons nach Cartagena um 24 Stunden später gelegt worden.
Das Blatt „Malta Ehronicle" versichert aus amtlicher Quelle, daß das englische Königspaar am Samstag in Malta zum Besuch eintrcfsen wird. Einer Meldung aus Rom zufolge soll der König Eduard eine Einladung des Herzogs von Ao>la erhalten haben, Neapel zu besuchen. .
Man schreibt un§ aus Berlin:
Während Eduard VII. in Kartagena Alfons von Kastilien die Hände schüttelt, läßt Viktor Emanuel m 'Athen Hellas' strahlende Sonne auf sich herrtiedec scheinen und wechselt freundliche Trinksprüche mit König Georg, Eduards getreuem Schwager . . . Auch hier ist man fleißig am Werke, um die Reise deS italienischen Dceibundfürslen als haruilose Vergnügungsfahrt hinznstellen und bildet sich ein, bte Völker glaubten solcher Kmdecmär, atich wenn den König von Italien nicht mehrere seiner Minister und Kriegsschiffe begleitet hätten. Gewiß, es war der Gegenbesuch, den König Viktor Emanuel dem Gnechenkönig für dessen vorjährige Rommhrt schuldig war, aber inan wird doch wohl nicht im Ernst glauben, daß Monarchen ihre gekrönten Vettern nur besuchen, um mit ihnen EcarlL zu spielen und einander Jagdgeschichten ;u erzählen. Em Berliner durchaus ernstes Wochenblatt er- zählte, daß die jetzige ,rein private* Reise des Jtaliener- königs nach Athen ebenso wie vor einem Jahre der Besuch des Königs Georg von Griechenland in Rom von niemand anders angeregt wurde, als von Alexandra, der englischen Königin, die für uns Deutsche ebensowenig übrig hat, wie ihre Schweller, die Zarenwitwe Dagmar. Gewohnt, in der hohen Politik die Fäden ihres Gatten mit schürzen zu helfen, hatte sie mit Schtnerz die Verstimmung zwischen den Höfen von Rom und Athen wahrgenommen und begab sich deshalb vor nunmehr zwei Jahren nach Athen und von da nach Rom und hatte die Genugtuung, ihre Mahnung: .Kinder, vertragt Euch doch wieder", befolgt zu sehen. Zwar hatte sie auf ihrer Friedensfahrt das Malheur, den Kurs des Schiffes zu kreuzen, auf dem ihr Reffe, Deutschlands Kaiser, von Tanger zurückkam — aber die Tante wich der deutschen Kaiserstandarte im weiten Bogen aus und kam so außer Schuß- und Grüßweite ....
Trotz der Ministerzusammenkunft in Rapallo hört das offiziöse Blatt des römischen Ministeriums, die ,2ribima*, nicht auf, sich für den englischen Abrüstungsantrag ins Zeug zu legen und damit Englands Geschäfte zu besorgen, dem allein mit der Annahme seines Antrages gedient wäre. Ja, das Blatt bekam es sogar fertig, sich den verspäteten Aprilscherz zu leisten und die Frage zu erörtern, ob man nicht, wenn sich die Abrüstung auch nicht einmal teilweise verwirklichen lassen sollte, doch wenigstens die Schrecken des Krieges vermindern und zunächst das rauchlose Pulver ab sch aff en könnte, damit man den Feind in Zukunft wieder besser zu erkennen und — sich vor ihm zu hüten vermöge! Man sieht, bis zu welchen Torheiten sich das Bestreben verirrt, England unter allen Umständen dienstbar zu sein. Aber es ist bezeichnend für die Verhältniffe und Ansichten der maßgebenden Kreise eines Landes, dessen Treue und Dreibundfestigkeit der Reichskanzler noch eben mit begeisterten Worten pries. Darmn mutet uns auch die Reise des italienischen Königs durchs Mittelmeer im jetzigen Augenblick besonders merkwürdig an. Sollte Viktor Emanuel wirklich den Intentionen Eduards folgen und dem Griechenkönig den Plan des englischen Herrschers von der beabsichtigten Isolierung Deutschlands auseinandersetzen? ....
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Aus Konstantinopel meldet das Wien. Korc.-Bur.:
Der Besuch des italieuischen Königs in Athen hat in türkischen Kreisen Beunruhigung hervorgerusen, da den König der Minister des Aenßeren und der Marmeminister begleiten und man Diskussionen bezüglich Kretas und Albaniens befürchtet. Um zu vermeiden, daß die Mohaniedauer von diesem Besuche Kenntnis erhallen, und um sozusagen die Fiktion zu erhallen, daß die Pforte noch über alle Balkanslaaten dominiere, wurde den türkischen Blättern die Veröffentlichung vonDepeschen übeiden Besuch in Athen verboten. Seit gestern scheint übrigens der Plldiz beruhigter zu sein. Hierzu soll der Umstand beigetragen haben, daß der König von Italien bet dem Empfange des türkischen Gesandten tu Athen dem Sultan sreundschastliche Versicherungen und herzliche Gruße übersandte. Ein Zeichen der Beruhigung schemt auch der Umstand zu sein, daß der griechische Gesandte zur Audienz am Freitag geladen wurde.
politische Lagesseha«.
Deutsch-französische Verständigung.
Der neue französische Botschafter ist vom Kaiser mit höchster Auszeichnung empfangen worden, über dessen Liebenswürdigkeit Cambo n selbst sich mit lebhafter Befriedigung äußert. Die Ansprache des Kaisers war auf einen ungewöhnlich herzlichen Ton gestimmt. Das offiziöse Pariser „Journal des Debats" erkennt das an und sagt dazu:.
Es ist 'nicht zweifelhaft, daß Kaiser Wilhelm geflissentlich die liebenswürdige Note angeschlagen hat. Unter den gegenwärtigen Verhättnissen muß diese Absicht gewürdigt werden, da sie sich zu Beginn der Mission eines Botschafters kundgibt, welcher fähig ist, die Elemente guten Willens, die sich in den französisch-deutschen Beziehungen vorfinden, zur möglichsten Geltung zu bringen. Die Worte des deutschen Kaisers haben zum mindesten das Verdienst, daß sie eine freundliche Atmosphäre schaffen, welche die moralische Vorbedingung für jede Besprechung und Verhandlung hüben, wenn man eine so weitgehende Hoffnung hegen darf.
Auch einige andere Blätter Frankreichs erblicken in den aus- Hetauschten Ansprachen ein Anzeichen für den beiderseits bestehenden Wunsch nach guten Beziehungen. 'Man zeigt sich angenehm banibrt und erwartet von der bevorstehenden ersten Aussprache Bülows mit dem Botschafter interessante Anregungen. Im gegenseitigen Zollverkehr würden gewisse Erleichterun- ge n vom Handel und der Industrie hüben und drüben wiederholt lebhaft gewünscht, auch erscheint den französischen Kolonialkreisen ans erinnere Verständigung Lwischen den Verwaltungen von
Französisch-Ko ngv und Kamerun über europ. Jnteressen- fragen jetzt als durchaus erreichbar. _ _ . . ,
In einem mitunter vom Auswärtigen Amt inspirierten Blatt wird neuerdings mit Eifer an der deutsch-französischen „Verständigung" gearbeitet Dem Zweck zuliebe entdeckt jeneä Blatt täglich kleine, aber bemerkenswerte Fortschritte einer friedlichen Annäherung. Heute lesen wir: ,^Fn Paris hält man Umschau nach einzelnen konkreten Fragen, um diese versöhnlichen Tendenzen an einem bestimmten Ausgangspunkt auknüpfen zu können." Das ist schon richtig, daß man in Päris, „Umschau halt"; man hat immer Umschau gehalten, ob von Deutschland irgend welche Gefälligkeiten, über die noch rascher Gewährung mit kühler Höflichkeit quittiert wurde, zu erlangen wären. Man hat soeben wieder „Umschau gehalten" und durch einen kleinen Taschenspielertrick die Marokko -Interessen gegen die Bagdad- b a hn-Interessen auszutauschen versucht. Doch wann und wo is»i ui französischer Seite die Absicht wirklicher Versöhnlichkeit, die Absicht, die entschlossen den Schlußstrich zieht unter Vergangenes, wahrnehmbar gewesen? Der Revanchegedanke lebt fort; wenn er auf Augenblicke im Volk zu ruhen scheint,sorgen Staatsmänner wie Clemenceau dafür, daß er aufgestört wird. Die Möglichkeit einer Verständigung in der entscheidenden Frage ist seit der englisch-französ. Freundschaft ferner als jemals.
Aas wankende Außland.
Man möchte es fast für einen Aprilscherz halten, was heute aus Petersburg gemeldet wird. Zum zweitenmal soll am Mittwoch das russische Parlament in der Gefahr geschwebt haben, erschlagen zu werden, wenn auch nur von der Decke seines Palastes. Die heute vorliegende lakonische Privatmeldung lautet:
Am Mittwoch stürzte der rechte Teckenteil des Katharinen-Saales im Taurischen Palais ein, in dem gerade d i e D u in a tagte. Ter Einsturz wurde durch das nach dem ersten Sturz erbaute Schutzgerüst auigehalien, sodaß bte Tuma- sie ung iorigeseyt werden konnte. Alan befürchtet einen vollständigen Zusammenbruch des Taurischeu Palais.
Gibt es denn in ganz Petersburg keine hellsichtigen Architekten, die zu gründlicher Prüfung der Bausicherhell dieses unheimlichen Palastes berufen werden können? Kann man angesichts der Wiederholung dieses kaum glaublichen Vorkommnisses noch daran festhalten, daß keine böse Absicht hmter diesen von tiefer Erschütterung immer neu sich biegenden Balken verhängnisvoll lauert?
Währenddessen verschlimmert sich bte Situation in der großen polnischen Fabrikstadt Lodz von Tage zu Tage. Rach vtermonatlicher Dauer der bort von ben Fabrikanten verhängten Aussperrung haben die Arbeiter sich entschlossen, die von den Fabriken gestellten Bedingungen anzunehmen. Infolgedessen gab die Poznanskische Baumwollfabrtk durch Anschlag bekannt, daß die Arbeitswilligen sich melden sollten. 4UOO Arbeiter kamen dieser Aufforderung nach. Die streitlustige Mehrheit dagegen beginnt mit Mord und Totschlag gegen die Arbeiswilligen vorzugehen. Seit mehreren Tagen durchziehen bewaffnete Banden das Arbeiterviertel der Stadt, dringen in Wohnungen und Läden ein und terrorisieren die Einwohner. Am 10. d. Mts. wurden durch sie 3 3 Personen getötet und 10 schwer verletzt. Die Bedrohten schließen sich gleichfalls zu bewaffneter Abwehr zusammen. Jetzt befinden sich fünf Kampforganisationen verschiedener Parteirichtungen im Kampf mit ihnen. Mllltär und Polizei verhält sich passiv. Die Behörden beschlossen, alle Spiritus- läden zu schließen. Die Lokalbehörden dulden absichtlich diese anarchistischen Zu stände, um den Kriegszustand über Polen weiter aufrecht zu erhalten. In den letzten zwei Tagen richtete sich der Kampf besonders gegen die jüdischen Arbeiter. In der jüdischen Bevölkerung ist infolgedeffen die Panik allgemein. Man befürchtet, daß diese Streikexzesse in Pogrome auSarten. In der Vorstadt Haluty wurden zwei Bomben geworfen. Menschen kamen dabei nicht zu Schaden. Ferner rourben drei Juden ermordet und drei verwundet.
In Warschau kam es zwischen Militärpatrouillen, die eine Volksversammlung zerstreuen wollten, und Paffanten zu einem Zusammenstoß, bei dem mehr als fünf Personen getötet wurden. Während des lleberfalles wurde auf einen Monopolladen und auf zwei Soldaten geschossen.
In Riga wurden am 10. April drei Revolutionäre standgerichtlich erschossen.
Der Minister rat billigte den Entmurf des Ackerbauministers über die Einrichtung einer Konferenz bezüglich der Entwicklung.der Kolonisation im fernen Osten. Man beabsichtigt, die Auswanderung, besonders von Ackerbauern nach dem fernen Osten zu begünstigen und gleichzeitig fiskalischen Grundbesitz zu verkaufen.
In Petersburg wurde eine Versammlung der „Reuen Organisation" abgehalten, welche den Zweck hat, den in Petersburg ansässigen Adel durch einen Verband zu- sammenzuschließen. Die Versammlung beschloß, von der Regierung zu verlangen, daß den adligen Gutsbesitzern Schadenersatz geleistet werde für die ihnen durch aufständische Bauern verursachten Verluste; daß die Polizei verstärkt und die Bestrafung der Agraroerbrechen verschärft werde, da nach Ansicht der Versammlung die Gerichte durch ihre gegenwärtige allzu große Nachsicht der revolutionären Bewegung Vorschub leisteten. Der Adel vereinige sich zum Kampfe gegen die Revolution, die nach der Meinung des Adels in der Duma Unterstützung finde.
Deutsches Reich.
Berlin, 10. April. Der Besuch des Oberbürgermeisters Adickes aus Frankfurt a. SDL in Berlin, hat, wie ,bie Post" zuverlässig erfährt, tatsächlich Verhanblungen wegen Uebernahme eines Ministerpostens gegolten. Es hanbelte sich barum, festzustellen, ob und unter welchen Bedingungen Adickes geneigt wäre, das Portefeuille des Kultusministeriums zu übernehmen. Die Verhandlungen führten jedoch zu keinem Ergebnis und Oberbürgermeister Adickes verzichtete endgültig auf die Uebernahme des Portefeuilles.
— Die Berl. Korresp. meldet, daß in einer, unter Leitung des Reichseisenbahnamtes eine Konferenz von Vertretern der meiftbeteiligten Bundesregierungen und zuständigen Reichsressorts der vom Amte ausgestellte Entwurf einer neuen Verkehrsordnung im Wesentlichen angenommen wurde.
Naumburg, 10. April. An Stelle des verstorbenen Staatsministers von Bötticher wurde Graf Ernst zu Solms Lsubach zum Domherren des Naumburger Domkapitels ernannt Er wurde in Anwesenheit der beiden andern Dom
herren, des Grafen PosadowSky und des Generals Edler von der Planitz in fein Amt eingeführt.
Straßburg, 10. April. Ein sozialdemokratisches Schiedsgericht unter Vorsitz deS Badischen Abg. Eichhorn verkündigte einstimmig den Ausschluß des früheren Straßburger Parteisekretärs Ludwig Strauß aus der Partei. Strauß sei in der Neichstagswahlbewegung entgegen der Parteiparole für den Demokraten Blumental ein. getreten.
Die Gerüchte, wonach Baden die ablehnende Hal. hing gegen die Einführung der Rhein-Schiffahrtsab- gaben aufgegeben habe, entbehren nach einer Meldung der Köln. Z. jeder Begründung.
— Tie sozialdemokratischeReichstagsfraktior beschloß, folgende Resolutionen zur Beratung des MilitäretatZ im Reichstage einzubringen: Ter Reichstag wolle beschließen, in ben Etat für 1908 eine Erhöhung b er Löhne b er Mannschaften und Unteroffiziere ber Armee einzu- stellen und bie bisher den Mannschaften auferlegten Ausgaben auf ben Etat zu Übernehmern
— Im preuß. A.bgeoronetenhaus haben bie National- liberalen und bie Freisinnigen einen Antrag auf Gleichstellung der Oberlehrer der höheren Lehranstalten mit den V c r m a 11 it n g g b e a m t en eingebracht.
Ausland.
Kopenhagen, 10. April. Der gemeinsame Aus- schuß beider Häuser des Reichstages zur Beratung deS Re- gierungsentwurfs betreffend die Einführung des allgemeinen kommunalen Wahlrechts für Männer und Frauen unter Anwendung desProportionalwahlver- fahrenS schloß heute nachmittag die Verhandlungen ergebnislos. Die Linke, die Reformpartei und die Frei- konservativen zogen ihre während der Beratung gestellten Abänderungsanträge zurück. Bei der Wortführerwahl stimmten die Freikons ervativen für bie Kanbibaten der Rechten, während sie bisher b ei dergleichen Wahlen mit der Regierungspartei zusammengearbeitet hatten.
Paris, 10. April. Dem „Petit Parisien" zufolge wurden in Udschda brei Eingeborene, welche zur französischen Okkupationstruppe gehörten, ernt erbet. Einzelheiten darüber fehlen.
Bukarest, 10. April. Der Bauern-Aufstand darf als beigelegt gelten. Die Bauern sind zu den Feldarbeiten zurückgekehrt. Heute ist bereits zu übersehen, daß der Schaden keineswegs so groß ist, wie angenommen wurde. Eine wirtschaftliche Krisis ist nicht zu befürchten. Eine Rund- frage bei mehreren größeren Banken ergab, daß keine bedeutenden Insolvenzen beovrstehen und daß man enlschloffen sei, den Gutspächtern und Kaufleuten weitgehendes Entgegenkommen zu beweisen.
Aus S.aSt und Land.
Sprechstunden ber Redaktion:
1/2 12—1 Uhr Dorrn., V2 7—1/2 8 Uhr nachm., (mit Ausnahme Don Samstag und Sonntag).
Gießen, 11. April.
** Personalien. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben den 3. Professor am evangelischen Prebigersennnar zu Friedberg D. Karl Eger zum Direktor und 1. Professor des Predigerseminars ernannt. — Übertragen wurden den Schul- Verwalterinnen an der höheren Bürger-(Mädchen)Schule zu Alzey Julie Metzler und Luise Pöpperling Lehrerinnenstellen an dieser Anstalt.
• • Erledigt sind: Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende L e h r e r ft e 11 e an der Gemeindeschule zu Eh r i n g s- hausen, Kreis Alsfeld; mit der Stelle ist Organlstendienst verbunden. Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehr erstelle an der Gemeindeschule zu Angenrod.
• • Vom Kreisausschuß. Justizrat Dr. Gutfleisch, der seit 28 Jahren dem Kreisausschuß angehörte, hat aus dem vor einigen Tagen abgehaltenen Kreistag wegen ander- weiter Ueberlastung eine Wiederwahl nicht angenommen. An seiner Stelle wurde Landgerichtsrat Neuenhagen gewählt. Dem Kreistag, dem Provinzialtag und dem ProvinzialauS- schuß gehört Justizrat Dr. Gutfleisch auch fernerhin an.
• • Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer beschäftigte sich in seiner Sitzung vom 10. April mit der Regierungsvorlage, betr. den Ban von drei Nebenbahnen, und erklärte sich im allgemeinen mit ber Vorlage einverstanden. Tie endgültige Beschlußfassung darüber soll jedoch erst am nächsten Dienstag nach einer gemeinsamen Beratung mit der Regierung erfolgen. Weiter genehmigte der Ausschuß die Vorlage, betr. den Parzellentausch in Klem- Auheim. Abgelehnt wurden die Vorstellung der Bürgermeisterei Langen wegen des Bahnbaues Dreierchenhain—< Langen, ebenso die Vorstellung des sozialdemokratischen Vereins zu Kostheim in betreff der Aufhebung des Brückengeldes. Die Regierungsvorlage, betr. die Veräußerung der Mark- wiese bei Dorheim, fand die Zustimmung des Ausschusses. Auf eine Vorstellung der Großh. Oberförster und mehrerer Petionen von Eisenbahnbeamten hatte bie Regierung eine ablehnende Antwort erteilt, weil die betreffenden Petenten nicht den instanzenmäßigen Weg eingehalten hätten. Der Ausschuß ist jedoch der Ansicht, daß der Art. 81 der früheren Verfassung, auf ben die Regierung ihre Antwort stützt, längst nicht mehr in Gültigkeit sei. Der Ausschuß will auch den Beamten das Petitwnsrecht nicht geschmälert wissen und denkt deshalb in der nächsten Sitzung mit ber Regierung über' diese Angelegenheit in nähere Verhandlung einzutreten.
• * Für die Hinterbliebenen der beim Eisenbahnunglück auf dem Bahnhofe Groß-Karben verunglückten Bahnbeamten wurde hier ein Betrag von 12 000 Mk. gesammelt.
* * Besitzwechse!. Das Hotel „zum Einhorn" ist 5um Preise von 85 000 Mk. in den Besitz des Gastwirts Max Jaskowsky übergegangen. Das Haus wird einer gründliche« Renovierung unterzogen und nach Plänen der Architekten Seuling und Nikolaus in ein zeitgemäßes modernes Restaurant umge« wandelt werden. Der neue Besitzer, dem als Wirt ein guter Ruf voransgeht, wird das Haus voraussichtlich Mitte Mai eröffnen. Bis dahin bleibt das Etablissement geschlossen.
m. Grün berg, 10. April. Die Nachricht, daß ber; Finanzausschuß der Zweiten Kammer sich einstimmig heute' mit der Regierungsvorlage über den Bau der Nebenbahn Grünberg-Lich einverstanden erklärt hat, bie telegraphisch hierher übermittelt mürbe, hat bei ber Bevölkerung allgemeine Befriedigung hervorgerufen.
$c. Butzbach, 10. April. Der vor einigen Tagen zwischen


