lbes ''Stephan kommen müssen, wenigstens "aber ihm mildernde Umstände nicht versagen.
। Ter Wahrspruch der Geschworenen, der von deren Obmann, Rentier Hch. Sehrt von Grünberg, nach Vr stündiger Beratung verkündet wird, lautet den Anträgen des Staatsanwalts entsprechend. Der Gerichtshof erkennt gegen Zecher und Grölz auf je vier Jahre, gegen Stephan auf zwei Jahre Gefängnis. Ter Staatsanwalt hatte fünf und 2 Vs Jahre Gefängnis beantragt.
Die Zählpapiere,
die bei der Berufs- und Betriebszählung am 12. Juni d. I. zur Anwendung kommen, sind folgende: 1. Die Haushaltungsliste, 2. die Land- und Forstwirtschaftskarte, 3. das Gewerbeformular und 4. der Gewerbebogen. Aufgabe der ehrenamtlich tätigen Zähler ist es, die genannten Formulare an diejenigen Personen abzugeben, welche sie auszufüllen haben. Sollte jedoch eine Person, welche Angaben zu machen hat, aus Versehen keine Zählpapiere erhalten haben, so sind solche von dem Zähler oder von der Gemeinde- bezw. Polizeibehörde nachzuverlangen. Die Frage ist nun: Wer hat die einzelnen Zählpapiere zur Ausfüllung zu erhalten?
Die Haushaltungsliste, die Unterlage der ganzen Zählung, hat der Zähler in jeden Haushalt zu geben, und zwar vom in eigener Wohnung, mit eigener Hauswirtschaft lebenden vereinsamten Witwer oder Junggesellen an bis zum Vorsteher einer- kleinen oder großen Anstalt hinauf, letzterem sowohl für die .Anstalt^ als für seinen eigenen Privathaushalt.
Wer ohne „Ar und Halm' ist, wer kein Gewerbe im weitesten Sinne selbständig betreibt, hat mit Ausfüllung seiner Haushaltungsliste seine Pflicht getan, und an ihm hat der Zähler die größte Freude, weil er solche Haushaltungen rasch abmachen
Sobald jedoch in irgend einem Haushalt ein Mitglied Land- wirtschasl oder Forstwirtschast betreibt, d. h. seine eigene oder gepachtete Bodenfläche, wenn auch vom kleinsten Umfange, landwirtschaftlich oder forstwirtschaftlich bewirtschaftet, so muß eine Land- und Forstwirtschaftskarte jaont Zähler ausgehändigt und vom Bewirtschafter ausgefüllt werden. Es ist wohl zu beachten, daß es sich hier nicht etwa bloß um wirkliche Landwirte handelt.
soll vielmehr jede Person, die irgend eine eigene oder gepachtete Bodenfläche mit Nutzpflanzen bewirtschaftet, eine Landwirtschaftskarte erhalten und aussüllen. Für Städte z. B. ist dies nicht unweseiitlich, weil dort das Gartenland auch erscheinen muß, sofern Nutzpflanzen gezogen werden; bloße Ziergärten, welche meist zimi Haus gehören, bleiben außer Betracht.
Land- und Forstwirtschaftskarten sind auch in Bezug auf die Waldungen von den staatlichen, standesherrlichen und privaten Oberförstern bezw. Forstbeamten auszufüllen.
Jni Unterschied zur Landwirtschaft soll das Gewerbe im weitesten Sinne des Wortes durch die Geiverbesormulare und Gewerbebogen erhoben werden. Diese Papiere sind auszufüllen von jeder Person, welche selbständig ein Gewerbe, wenn auch nur im kleinsten Umfang (un Nebenberuf) oder auch nur zeitweise, betreibt. Als „Geiverbetreibender" gilt für die Statistik jede Person, die einen als „Gewerbe" zu betrachtenden Berus ausübt. Unter- Gewerbe sind zu verstehen: Handwerk, Industrie, Hallsgewerbe, Heimarbeit, Baugewerbe, Handelsgewerbe, Bergbaubetrieb, Salinen und Hütten, Gast- und Schankwirtschasteir, Verkehrs- und Trans- portgerverbe, Versicherungsgewerbe, künstlerische Gewerbe, Theater-, Musik- und Schaustellungsgewerbe, Fischerei, gewerbliche (d. h.. nicht ackerbaumäßige) Gärtnerei re.
Bei manchen Berufen kann es zweifelhaft erscheinen, ob sie als „gewerbliche" anzuschen sind. Es sollen deshalb hier noch einige Gewerbetreibende im Sinne der Gewerbestatistik angeführt werden, welche Gewerbesormulare oder Gewerbebogen auszlisüllen haben, immer vorausgesetzt, daß sie selbständig sind, also nicht in Lohn oder Gehalt bei einem anderen stehen: Apotheker, Architekten, Bildhauer, Bücherrevisoren, Büglerinnen, Cheiniker, Detektivs, Dienstmänner, Droschkenkutscher, Feldmesser, Garderobiers, Geometer, Gesanglehrer, Ingenieure, Kalligraphen, Köche, Konzertunternehmer, Leichenbesorger, Lithographen, Lohnfuhrwerke, Maler, Modelleure, Musiklehrer, Plakatanschläger, Näherinnen, Putzmacherinnen, Steinschneider, Taxatoren. Techniker, Versender, Verstelgerer, Wäscherinnen, Xylographen, Zeichner (Muster', Bau- und Kartenzeichner), Ziseleure usw.
Dagegen solleii die Aerzte, Rechtsanwälte und Privatlehrer nicht als Gewerbetreibende angesehen werden. Ausdrücklich ist zu bemerken, daß die Gesichtspunkte, von denen die Gewerbestatistik ausgeht, rein wirtschaftliche und nicht etwa rechtliche sind. Auch mit Steueroerhältnissen hat die Betriebszählung gar nichts zu tun. Der Kreis derjenigen Personen, welche die Gewerbeformulare oder Gewerbebogen auszufüllen haben, ist viel größer, als der Kreis der steuerpflichtigen Gewerbetreibenden überhaupt.
Sollten über die Verteilung und Ausfüllung der Zählpapiere noch Zweifel bestehen, so sind die Zähler bereit, die nötige Auskunft zu erteilen. Gegebenenfalls wende man sich an die Großh. Zentralstelle für die Landesstattslik in Darmstadt.
Aus Srudt und Lund.
Abdruck «ufcrer durch Korrcfpoudeuzzeicheu kenntlich gemachten Originalartikel ist nur unter genauer Quellenangabe (Gieß. Anz.) gestattet.
Gießen, 11. Juni.
*’ In Audienz empfangen wurden von Sr. Kgl. Hoh. dem Großherzog am Samstag u. a. Major v. Lindequift vom Stabe des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 und Diplonf-Jngenieur Müller von Gießen.
** Ordensverleihung. Se. Konigl. Hoh. der Großherzog hat dem Obersten v. Conta, Kommandeur des Füsilier-Reg. v. Gersdorff (Kurhessischcs) Nr. 80, seither beim Stabe des Jnfanterie-Neglments Kaiser Wilhelm Nr. 116, das Ehrenkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
** Ernannt wurden der Wachtmeister im Feld-Artillerie- Regiment Nr. 25 Karl Herrnbrodt zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in Laubach und Hrch. Schüßler aus Büdingen zum Schreibgehülfen bei dem Steuerkommissarlat Offenbach.
** Zur Einleitung und Einführung in d i e Jubiläums f e st l i ch ke i t e n am Anfang August hält Professor Köhler eine öffentliche (gratis) Vorlesung jeden Freilag von 7 bis 8 Uhr in der Universität. Dieses Kolleg über Geschichte der Universität und des hiesigen Studententums — für Damen und Herren — ist außerordentlich fesselnd; es ist reich an kulturhistorischen Bildern und Charakteristiken, für jeden Gießener von hohem Interesse.
X " ollar, 10. Juni. Durch eigene Unvorsichtigkeit geriet heute nachmittag auf dem hiesigen Eisenwerke ein Kroate unter die Räder der Rangiermaschine, wodurch ihm der linke Fuß oberhalb des Knöchels abgequetscht wurde. Der Verunglückte ist 17 Jahre alt und erst zwei Monate in Deutschland. Den Lokomotivführer trifft keine Schuld.
— F ri e d ber g, 0. Juni. Ta die Räumlichkeiten der Volks- ichule nicht mehr ausreichen, so hat die Stadt beschlossen, auf dem neuen Schulhaus einen dritten Stock zu errichten. — An dem Uebergang über die Homburger Bahn an der Frant- iurter Straße will die Eisenbahnbehörde letzt ein B a h n w ä r t e r - yaus errichten, nachdem die Stadt und Private bereits seit Er- öjjnung der Bahn an der Stelle wegen Verstellung eines Bahn- ivärlerhauies vorftellig geworden sind. Das gänzliche Fehlen jeden Abschlusses an der verkehrsreichen Straße hat hier bereits zu mehreren Unfällen geführt. — Im nahm Eschbach snarb der Weichensteller Wolf, der auf der Homburger Bahn tödliche Verletzungen erlitt.
X Alsfeld, 7. Juni. Für die Kreise Alsfeld und Lauterbach plant mpn die Errichtung einer St^r« für einen Obstbau-
iechnrker mit dem Wohnsitz in Alsfeld. Die Verhandlungen mit dem oberhessischen Obstbauvereine sind beendet, man wartet noch auf die Unterstützung der Landwirtschaftskanrrner. — Tie Kreisumlagen der Gemeinden betragen 122400 Mk. Für den Bau von Kreisstraßen. genehmigte der Kreistag 140 000 Mk., für die Erbauung des -nahe vollendeten Köeiskcankenhauses 62000 Mk., für Fürsorge für arme Kranke 12 500 Mk.
Breungeshain, 9. Juni. Vom schönsten Sommerwetter begünstigt, fand heute das Bezirksrest des Bezirks- kriegerverband es „Vogels berg" statt. Gleichzeittg wurde die Fahnenweihe des hiesigen Vereins damit uer- bunden. Eine Reihe von Ansprachen, barunter solche des Geh. Regierungsrat Schönfeld aus Schotten, sowie des Bezirkspräsibenten Bürgermeister Viehl aus Rainrod, wurden gehalten. — Weißbindermeister Maser aus Busenborn st ü r z t e bei Ausbesserungsarbeiten am hiesigen Pfarrhause vorn Gerüste und zog sich eine schwere Schädelverletzung zu.
? Eichelsachsen, 9. Juni. Vor einigen Tagen weilte ein Untersuchungsrichter aus Gießen hier und vernahm eine Anzahl Zeugen. Wie bestimmt verlautet, handelt es sich um drei Sittlichke. ttsoerbrechen. Ein Ibjähriger Bursche, der sich an einem 9jährigen Schulmädchen sittlich verging, wurde verhaftet.
w. Wetzlar, 9. Juni. Der Kreis Wetzlar darf sich rühmen, eine vortteffliche Mineralquelle zu besitzen, die innerhalb weniger Jahre einen Welttuf bekommen hat. Es ist dies der „Kärlssprudel", ettpa 1 Kilometer unterhalb von Biskirchen a. d. L. Erbohrt wurde die Quelle im Jahre 1896; sie entspringt direkt in Felsen, die an dieser Stelle gegen das Lahnbett vorspringen! und den Fluß gezwungen haben, sich nach Süden zu wenden. Eine Untersuchung des Wassers durch das Großh. Hess. Untersuchungsamt zu Gießen ergab, daß her „Kärlssprudel" einen hervorragenden Gehalt an Erdsalzen, an freier und gebundener Kohlensäure, namentlich aber an doppeltkohlensaurem Lithion enthält. Langsam aber sicher fand der „Kärlssprudel" Eingang bei Aerzten und Leidenden, reger und reger wurde die Nachfrage und gerade die beiden letzten Jahre brachten erfreuliche Erfolge und eine Zunahme des Versandes, daß die Verwaltung mit Genugtuung auf die Geschäftslage zurückblicken kann.
Die Herkomersahrt.
V.
München, 10. Juni. Bei der Schnelligkcttsprüfung über den Kessetberg erzielten die besten Resultate: Wagen 169 (Aschoff-Aachen, Fabrique Metallurgiyue), vorgeschriebene Zeit 8 Min. 18V6 Sek., gefahrene Zett 6 Min. 47V6 Sek. — 91 gute Sekunden; Rittmeister a. D. Spitzner- Frankfurt a. M. (Fabrik Benz-Mannheim), vorgeschriebene Zeit 7 Min. 244/5 Sek., gefahrene Zeit 6 Min. 14 Sek. = 70 gute Sekunden; Wagen Nr. 19 (Ladenburg-Mannheim, Fabrik Benz), vorgeschriebene Zeit 6 Min. 292/s Sek., gefahrene Zeit 5 Min. 26 Sek. = 632/5 gute Sekunden. Nach dem bisherigen Verlauf der Herkomer-Konkurrenz dürfte Ladenburg die er sie Anwartschaft auf den Sieg haben; für den zweiten Preis dürfte Heinrich Opel-Rüsselsheim^ in Betracht kommen.
Kochel, 10. Juni. Gegen vier Uhr verließ der letzte Wagen den Start. Bei der Schnelligkeitsprüfung der Motorradfahrer siegte noch in Klasse 3 Gassert- Buchhorn (Neckarsulm) mit 6 Minuten 74/5 Sekunden, in Klasse 4 (Hemrnaschinen) Noll-Düsseldorf (Puch) mit fünf Minuten■ 544/s Sekunden. Letzterer gewann damit den goldenen Pokal von Deutschland im Werte von 1000 Mark.
Kochel, 10. Juni. Nach späteren Feststellungen schloß bei der i^hnelligkettsprüfung aus der Bergfahrt vom Kessell- berg am besten ab der Sieger der vorjährigen Herkomer- konkurrenz Stöß-Zwickau mit Wagen 188. Er hatte 1044/5 gute Sekunden. Doch macht er bekanntlich die Fahrt außer Konkurrenz mit. Bon den in der Konkurrenz mitfahrenden Wagen erhielten, soweit sich nach privaten Meldungen überblicken läßt, Wagen 169 Aschoff-Aachen 91 gute Sekunden, Wagen 164 Picter-Gens 754/5 gute Sekunden, Wagen 121 Spitzner-Frankfurt a. M. 7O/5 gute Sekunden, Wagen 152 Schnierech-Feuerbach 663/5, Wagen 154 Heine-Hannover 593/6, Wagen 106 Mandl-Wien 574/ö, Wagen 26 Mathis-Straßburg i. E. 54, Wagen 109 Benz-Mannheim 473/5, Wagen Lindpaiutner-Müncyen 46, Wagen 92 Neumeyer-Mannheim 54V5/ Wag. 57 Cifka-Prag 45y5, Wag. 61 Opel-Rüsselsheim 432/5, Wag. 49 Hieronymus-Gaggenau 40 gute Sek. Während im übrigen die Wagen in kurzen Zwischenräumen von 1—3 Minuten regelmäßig hintereinander abgelassen werden konnten, trat gegen 2i/2 Uhr wiederum eine längere Stockung ein. Wagen Nr. 158 fuhr auf einen Steinpfosten des den Weg einfassenden Eisengeländers an und erlitt dadurch einen Radbruch. Das Geländer wurde auf eine Strecke von 20 bis 30 Meter weggerissen. Verunglückt ist niemand. Infolgedessen verlängert sich die Zeit des S-tartes für die letzten Wagen.
Augsburg, 10. Juni. Im Laufe des Nachmittags trafen die Wagen der Herkomertonkurrenz hier ein. Als e r st e r kam Wagen Nr. 9 (L a d e n b u r g) um 2 Uhr 39 Minuten an. Die letzten Wagen trafen gegen i/26 Uhr ein. Die Fahrt vom Kesselberg bis hierher verlief, soweit bisher bekannt geworden ist, ohne Unfall. Nur ein Wagen erlitt einen Defekt in der Nähe von Augsburg.
Die neuesten Automobilunsälle.
Bei Witten a. R. wurde ocr 1< jährige Sohn des Kaufmanns Hümmerich von einem Automobil überfahren und getötet. — In Mannheim überfuhr der Mechaniker Maurer aus Belgien mit seinem Motorzweirade den Arbeiter Geis. Der 57 Jahre alte Mann war sofort tot. Der 26 Jahre alte verheiratete Tagelöhner Adam Groß von Oberlaudenbach bei Bensheim wurde von einem Motorradler überfahren und durch den Sturz fo schwer verletzt, daß er am Abend verschied. Ein Baumeister aus Ludwigshafen a. Rh., der mit feinen Kindern eine Automobil-Spazierfahrt unternahm, rannte gegen das Geleise der Hasenbahn. Die Insassen wurden aus dem Wagen geschleudert, erlitten aber nur geringe Verletzungen. Dagegen wurde der Lenker des Fahrzeuges, der Techniker Kindscherf, so schwer verletzt, daß er ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Der Student Clemens Th en ist in der Mhe von Egern (Oberbayern) mit seinem Motor-Zweirad mit einem Omnibus zusammengestoßen. Er erlitt schwere Verletzungen, an denen er bereits ge- st o r b e n ist.
Vermischte».
* Di e Neunhundertjahrfeier, einer deutschen Stadt. Sie haben wohl Grund, die Z e r b'ste r, dies Jahr 1907 durch eine Reihe glänzender Tage festlich zu begehen: neunhundert Jahre sind es her, seit Zerbst zum erstenmal ojftziell als Stadt erwähnt wird. Von Geschlecht zu Geschlecht mußte das Städtlein sich hindurchbeißen. Tie Ahnen und Urahnen, die auf dem stillen und verschütteten Friedhof in ihren Gräbern ruhen, haben den Forderungen ihrer Zeit genügt. Dessen gedenken nun wieder einmal die Lebenden; und wenn die F-ahnen wehen und die Lieder tönen, bann werden andächtige Seelen Zwiesprache halten mit den Geistern der Väter, die über der Stadt schweben Man Hai Zerbst das „Nürnberg des Nordens" genannt, und man hat recht daran getan. Hier wie dort ist ein Stuck Mittelalter lebenbig geblieben. Ja in Zerbst glaubt man sich noch eher in frühere Jahrhunderte zurückversetzt; denn, währeno JHirnberg sich zu einer be
deutsamen Industriestadt entwickelt hät, blieb Zerbst nicht nur durch den Gesamteindruck seiner Architektur, sondern auch in seiner Eigenschaft als Mfarktplatz der umliegenden Törfer die weit mc!hr mittelalterliche Stadt. Und so scheinen salle guten Geister des Mittelalters lebendig, während wir durch dieses städtlein schreiten, eines der schönsten Denkmale mittelalterlicher Baukunst. In seinem Hest Nr. 37 bringt „Welt unb Haus" eine lebenbige Schilderung von Zerbst, seiner Geschichte und seiner Architektur, mit reichem Bilderschmuck nach 'Originalaufnahmen.
* Kleine Tageschronik Der vor Pfingsten verhaftete unb roiebev entlassene Direktor unb Besitzer bes Pädagogiums zu L ä h n, WoU, hat sich auf ber Reise nach Hirschberg zur Vernehmung durch den Untersuchungsrichter, erschossen. — Der ParaUel-Stotten zum S i m p l o n t u n n e l ist infolge des enormen Bergbrnckes bem Einstürze nahe. Er ist nur zum Teil ausgemauert unb bie technische Frage, ob er überall, wo es nötig ist, ausgemauert ober gleich zu einem zweiten Tunnel ausgebaut werben oll, ist noch unentschieden. — Einbrecher brangen in ber letzten Nacht in bas Geschällslokal ber deutschen Uhreninbustrie in S8 erlitt ein unb raubten über tausenb Uhren unb etwa 200 Golbketten. Der Gesamtschaben, ben bie Firma erleibet, beträgt ungefähr 35 000 Mk., von bem nur ein geringer Teil burch Versicherung g£" beckt ist. — In ber Nähe von Flöha (Kgr. Sachsen) würben bie Leichen des österreichischen Reserveoffiziers von Wolfersdorf und dessen Schwester erschossen ausgesunden. Ter Beweggrund ist unbekannt. — Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich bet dem in Schweidnitz abgehaltenen schlesischen Frühjahrsgautage des deutschen R a b f a h r e r v e r b a n b es. Als ber Kaufmann Jenbel aus Breslau am Hause des Kaufmanns Gruudmami vorüberfuhr, siel eine Fahnenstange herunter unb traf ben 21jährigen Jenbel so unglücklich am Kops, baß er toi vom Rabe fiel. — Am Sonntag kam bei Nästveb im Süden von ber bän. Insel Seeland ein Ruderboot des dortigen Ruderklubs infolge starken Windes zum Sinken. Fünf Personen ertranken, ein Ruberer würbe gerettet. — Ter wegen Entwenbung eines wertvollen Manuskriptes in Ubine (Italien) verhaftete Wiener Gelehrte Dr. E s l e r wirb vom Lanbes- gericht zu Trient als unzurechnungssähig erklärt, da er an Malaria leibet.
Sport.
Spandau, 10. Juni. Der am Sonntag aus ber Rad- rennbahn hier gestürzte Schrittmacher Peguy bes franzäs. Rennfahrers Gmgnarb, ist am 10. Juni nachmittags im Krankenhause gestorben, ohne bas Bewußtsein roiebererlangt zu haben.
Peking, 10. Juni. Fünf Automobile, brei sran- zösische, ein hollänbisches unb em italienisches, bie sich an ber Wettfahrt nach Pans beteiligen, sinb heule abgefahren. Bei ber Abfahrt waren ber französische, ber amerikanische unb ber österreich-ungar. Gejanbte, sowie fast alle auslänbijchen Geschäftsträger anroejenb.
Hpilüpiarö drr «reinigten Frankfurter tztadttheater.
Opernhaus.
Mittwoch ben 12. Juni'): „Mignon." Donnerstag ben 13. Juni: „Künstterblut." Freitag den 14. Juni: „Undine." SamS- tqg ben 15. Jnni: Letzte Vorstellung vor ben Serien: „Amelia" ober „Der Maskenball."
Bon Sonntag ben 16. Juni bis inkl. Samstag ben 13. Juli bleibt bas Opernhaus geschlossen.
Schauspielhaus.
Mittwoch ben 12. Juni*): „Die große Gemeinbe." Donnerstag ben 13. Juni: Zum Besten ber Pensionsansialt ber Genossenschaft beulscher Bühnen-Angehörigen. Zum ersten SDlale: „Das Blitzmädel." Freitag ben 14. Juni: „Die Stützen ber Gesellschaft." Samstag ben 15. Juni: „Mamsell Nitouche." Sonntag beti 16. Ium: „Alt-Heibelberg."
•) Anfang, wenn nicht anders bemerft, abends um 7 Uhr.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller -..„c ö..... Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion bem uu.itum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Es ist in letzter Zeit mehrmals an dieser Stelle und auch in den Stadtrcrtssitzungen angeregt worden, wo möglich, die Kanalauschlüsse straßenweise vorzunehmen. Jndess-ui setzt sich aber das Tiesbauamt manchmal in direkten Widerspruch zu dieser Maß-i nähme. In der oberen Frankfurter Straße wurden in den letzten Wochen mehrere Anschlüsse gemacht. 'Nun ersuchte em Hausbesitzer in nächster Nähe mehrmals dringend, seinen. Hau6an,chluß anzulegen, indem er darsauf hinwics, daß sein Haus schoii installiert und ohne Abortanlage sei. Trotzdem^ fuhr das Tiefbauamt das Rüstzeug aus der oberen Frankfurter Straße nach anderen Plätzen in der Stadt, wo es iveder aUjgefordert war, die Anschlüße her- zustellen, noch den Hausbesitzerii Nachricht gegeben hat, daß sie die Anschlußarbeiten vornehmen sollten. Abgesehen von bem Geld-^ und Zeitverlust, der der Stadt durch das vin- und Hcrfahrew des Rüstzeugs entsteht, ist es namentlich in gesundheitlicher Hinsicht sehr bedenklich, ein Haus längere Zeit ohne Abortanlage zu lassen. Einen großartigen Eindruck für die Besucher des Wohl- täligkeitsfestes machte es außerdem ledensalls, baß_ein emzigers Anschluß in der Kaiserallee durch Scymüclung des Schutthaufens zur Verschönerung des Festes beitrug. Hoffentlich wird sich die nächste Stadtvevordnetenversammlung mit diesem UebelstandL bei schäsligen.
Briefkasten oer Redaktion.
(Anouhme Anfrageu bleiben uuberüllfichtigt.l
H. D. Die Rennstrecke des Kaiserpreisrennens am 14. Juni ist: Stan (von morgens 6 Uhr ab alle 2 Minuten ein Wagen) am Kloster Thron bei Homburg v. d. H., Fahrt bergauf, bergab über die Saalburg nach Homburg v. b. H., Oberursel, Schloß Jrieb- richshof, Königstem, Glashütten, Esch, Reichenbach, Rmbelbach, Allweilnau, Jteumeilnau, Rob a. 0. W., Emmershausen, Langenbach, Weilmünster, Lützenborf, Ernsthausell, Essershausen, Ebelsberg, Weilburg, Alleiikirchen, Grävenwiesbach, Ufingen, Wehrheim, Kloster Thron.
Telefonische Kursberichte
des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen.
Frankfurter Hörne 11. Juni. 1.15 Uhr.
3^°/0 Reichsanleihe . . 93.70
3% do. . . 83.80
3M°/o Konsols .... 93.90 3% do.....83.70
3^°/0 Hessen . . . 93.00
3J4°/o Oberhessen . . . 94.00
4?o Uesterr. Goldrente. . 98.80 4l/6 % Oesterr. Silberreute 99 10 4% Ungar. Goldrente . . —— 4 $6 Italien. Rente . . . —.— 3?6 Portugiesen Serie I . —•— 3% Portugiesen „ III 67.30 4%°(0 russ.Staatsaul. 1905 90.80 4>5 °/0 japau. Staatsanleihe 92.90 4-v Uouv. Türken von lUUö 93.70
Türkenlose ... . • 135.30
4% Griech. Monopol-Aul. —.— 4% äussere Argentinier 83.60 3°/0 Mexikaner . . . —-—
4>4% Chinesen .... 96.40
Aktien:
Bochum Guss.....221.50
Buderus E. W, • . 112.— Tendenz: träge.
EJektriz. Lahmeyer . . . 118.10 Elektriz. Schuckert . . . 105.00 Eschweiler Bergwerk . . 219,00 Gelsenkirchen Bergwerk . 189.00 Hamburg-Amerik. Paket!. 130.50 Harpener Bergwerk. . . 201.75 Laurahütte...... 222.00
Nordd. Lloyd . ... 116.30
Obeischles. Eiseu-Industrie 103.50 Berliner Handelsges . . 148.70 Darmstädter Bank 128.90 Deutsche Bank . . . 222.60
Deutsch-Asiat. Bank . . 152.00 Diskouto-Kommaudit. . . 167.60 Dresdner Bank . , . 137.00 Kreditaktien.....103.70
Baltimore- und Ohio-
Eiseutahu . . . 93.80
Gotthard bah n . . . . —.—
Lombard. Eisenbahn . . 27.40 Uesterr. Staatsbahn . . . 142.20 Pnnce-Henri-Eiseubahn . 130.50
Berliner
Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .
Tendenz: träge.
Börse, 11. Juni. Anfangskurse.
. 166.00
. 128.80
. 222.60
. 71.70
. 136.70
Harpener Bergwerk.
Laurahütte . .
Lombarden E. B.
Nordd. Lloyd . . . l'ürkenlose . , .
. 202.20 . 222.00 . 27.70 . 116.50, . 135.50
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