Are Ue-chutdigung gegen Klga Molitor.
Während des Prozesses Han bereits tauchte der Verdacht auf, daß bie Tochter der Ermordeten, Frl. Olga Molitor, mehr von den Vorgängen wisst, als sie in ihren Aussagen zugab. Erregte jjiciffcheiimassen, die für Hau Partei nahmen und sogar Hoch- ruse auf ihn ^ausbrachten, richteten Beschimpfungen gegen die „rote Olga". findet denn die Aufsehen erregende Behauptung des Herrn v. Lindenau, Irl. Olga Molitor habe ihre Mutter, vielleicht „aus Fahrlässigkeit", getötet, einen gewissen Boden. Trotzdem wird bec Bezichtigung dos seltsamen Werbers vor der Hand wenig Wert beizumessen sein, ganz abgesehen von der sonstigen Zweifelhaftigkeit dieses fpäten Zeugen. Es mag fa sein, daß er aus innerer Ueberzeugung seine Beschuldigung aufftellt. Tas Ni eine alte Erfahrung während jedes sensationellen Prozesses, der keine vollständige Aufklärung herbeifüh-rt.- so und soviele Perwnen sangen an sich zu erinnern inxb uiibedeutende oder unsichere eigene Beobachtungen mit dem durch die Beweisaufnahme Erwiesenen zu vermengen. Herr Dl Lindenau will der Herr mit dem grauen Bart gewesen sein, der am Mcordtage.in Baden-Baden der iöTau. Molitor und deren .Tochter in einiger Entfernung folgte. In dem Prozeß hat der Verteidiger an Frl. Molitor die Frage gerichtet, ob zur Zeit der Tat noch andere Leute in der Nähe waaren. Tie Befragte antwortete: „Jawohl, ich sah zwei elegante Herren und noch andere." Also kann Herr voll Lindenau nicht der einzige Zeuge des Vorgangs gewesen sein aus innerer Ueberzeugung feine Beschuldigung aufstellt. Tas Lindenau nicht- der einzige Zeuge des Vorgangs gewesen sein. Unhaltbar scheint die Behauptung Lindenaus, Frl. Olga Molitor habe ihn an jenem Nachmittage zu meinem Stelldichein geladen- „in einem ungewöhnlich geistreichen Briefe". Jedenfalls war, wie aus dein Prozeß feshgestellt ist, Frl. Molitor gar nicht aus dem Wege zu dem Rendezvous. Tenn Frau Molitor, die durch Hau telephonisch veranlaßt wurde, zur Post zu gehen, holte ihre Vochter zu diesem Gang aus einer befreundeten Familie ab, zu der Frl. Olga geladen war :
Von Bedeutung waren allerdings einige Erklärungen 'übep Frl. Molitor und Hau.
In einer Unterredung erklärte der Verteidiger Hau's, Dr. Tietz: Haus Verhältnis zu Olga Molitor habe zweifellos schon seit Jahren bestanden. Ja, es sei erwiesen, daß seinerzeit in Ajaccio ein recht ernster Flirt zwischen Olga und Hau sich entsponnen habe. Somit stehe es außer Zweifel, ,daß die Angaben Olgas, sie habe mit Hau nichts zu tun gehabt, anfechtbar seien, wenn sie auch beschworen wurden. Tie Ehe Hau's mit Lina habe von vornherein unter dem quälenden Eindruck gestanden, daß Hau Olga liebe. Diese dauernden Eifersüchteleien hätten schließlich ui Paris zu einem völlig haltlosen Zustand geführt, als dessen Folgen das bewußte Telegramm Hau's aus Paris anzusehen sei. Das Motiv für den Selbstmord der Frau Hau sei nur in der Eifersucht zu suchen. Lina -Hau hätte eingesehen, daß sie als Kranke ihrem Manne doch nichts mehr fein könne, und daß ie die klügere Olga nicht ausstechen würde. Deshalb habe sie beschlossen zu sterben, aber auch Hau sollte fort. Sie hatte z w e i Fläschchen mit Opium bereit und bat Dr. Dietz, das eine dem Hau im Gefängnis zu übergeben. Hau liebe noch heute Olga Molitor leidenschaftlich und sehe alles daran, daß sie nicht in Verdacht komme. Er weiß, wie Dr. Dietz betonte, sehr wohl, daß der Verdacht besteht und schon lange bestanden hat, er gefällt sich aber als Märtyrer einer Liebe. Während der Verhandlung hat er ihm, seinem Verteidiger, mehrfach verboten, Fragen zu stellen, welche den Verdacht auf Olga Molitor lenken könnten. Damit waren Dr. Dietz die Hände gebunden.
Dr. Dietz hatte am 9. d. Mts. wegen der Revisionsschrift eine Konferenz mit Hau. Hau erklärte, es tue ihm leid, daß eine Schwägerin neue Unannehmlichkeiten habe. Im klebrigen beharrt er auf dem von ihm beschrittenen Wege: er bleibt dabei, daß er unschuldig ist und übt große Rücksicht auf seine Schwägerin. Hau schweigt über alles, was Olga Molitor belasten könne.
Rechtsanwalt Tr. Dietz sagte ferner, daß Olga Molitor, die 'ehr sexuell veranlagt sei, sich durch die längere Trennung von Hau in einem äußerst rabiaten Zustande befunden habe und sich der Tragweite ihrer Handlungen nicht bewußt gewesen 'ei. Tas Verhältnis der Olga Molitor zu ihrer Mutter sei nach Baden-Badener Zeugen, ein sehr schlechtes gewesen und zwischen
Neberemkunft tritt nach Art. 7 einen Monat nach diesem Austausch in Kraft.
Kiel, 9. Aug. Der bisherige Präsident des kaiserl. Kanalamts, Löw, ist, wie die „Kieler N. Nachr." melden, gestern gestorben.
Osnabrück, 9. Aug. Entgegen der bisherigen Praxis l)cS sog. Bremserlasses genehmigte die Negierung zu Osnabrück die Anträge der Schulvorstände der Stadt Melle auf Erhöhung der Alterszulagen der dortigen Volksschullehrer.
München, 9. Aug. Das Amtsblatt für die Erzdiözese München und Freysing veröffentlicht nun doch das Schreiben deS Papstes an Professor Dr. Commer in Wien in lateinischem Text und in authentischer Uebersetzung.
— Zur Vermeidung der Wiederholung der großen Arbeiter-Unruhen im letzten Jahre haben im bayerischen Metallindustriellen-Verband längere Beratungen stattgefunden, idie zur Gründung einer Schlichtungs-Organisation des Verbandes geführt haben, welche die Aufgabe hat, durch gütliche Einigung mit den Arbeitern die Wiederholung von Streitigkeiten nach Möglichkeit zu verhindern.
Zur Lage in Rußland.
v- .Petersburg 9. Aug. In dem Torfe Belussow ber Moskau wurde eine terroristische Versamm-
1 u *1 9 ^gehoben, welche die Bomben-Fabrikation in
großem Maßstabe betrieb. Wie die Polizei feststellte, plante
diese Organrsatron einen großen Bankraub. Geleitet wurde
dreie Vereinigung von einer politischen Gruppe, die sich am
Raube nicht unmittelbar beteiligte, sondern nur einen ge
wissen Gewinnanteil einstreichen wollte. Ter Prozeß
gegeii die Mitglieder der Bombenschule von Kuckala wurde gestern wiederum vertagt, nachdem fest- ba$ vwle Angeklagte mit falschen
^sen rns Ausland gerefft sind. Die russische Negierung stellte den Antrag aus Auslieferung der Schuldigen ^as Gericht rehnte aber die Berücksichtigung des Antrages ab bis zur Beendigung des Prozesses.
9*. An Bord des hier eingetroffenen zwischen^Bulgarien und Rußland verkehrenden Dampfers
heute vier Anarchisten verhaftet die p e r s i s ch e Staatsangehörige sind. Zwei sind geborene Perser emer ein Armenier und einer ein Türke Es wurden on ihnen aufrührerische armenische Truck- t e n' ^ie beim Straßenkampf mit regulären rbeh-a^it1 folgende Vaktik, sowie genaue Pläne der Stadt Odessa mit der Kennzeichnung besonoerer Punkte der Stadt SM*," fcWMe" ““ «" °-
Zungen Leuten erschossen. Äahr.cheinlich liegt etti Jt a cf) eatt vor. Rian nunmt an, daß die drei Leute Auftrag hatten, em T o d e s u r t e i l auszuführen, ' 9 *
verwerten und den Gedanken der Gründung von Kernhäusern auf genossenschaftlicher Grundlage weiter auszubauen. Solche genossenschaftlichen Bestrebungen, die sich durchaus bewahrt haben, auch m schweren Seiten, müssen in jeder Weise und rüü- haltslos unterstützt werden. Solche Kornhäuser stellen die idealste und richtigste Form der Getreideverwertung dar. Ter Redner schildert eingehend die Verhältnisse bei dem Körnhause in Hofgeismar, wo b^ Landwirte mit der genossenschaftlichen Verwertung ihrer Produkte durchaus gute Erfolge erzielt hätten Sre erhalten für ihre Erzeugnisse bis zu dreivierteln des am Anfang feststehenden Tagespreises. Am Schlüsse des Jahres erhalten sie dann den Rest des Geldes und den Gewinn, der aus dem Verkauf des Getreides und dem Absatz von landwirtschaftlichen Bedarfsartikeln sich ergeben hat. Tie Mitglieder dieser Kvrn- hausgenossenschaft sind bis jetzt sehr gut gefahren. Sie würden noch größeren Erfolg erzielt haben, wenn nicht verschiedene Miß- helligkeiten entstanden wären. Tiefes Beispiel zeige, daß die Landwirte sich mst aller Macht angelegen sein lassen müssen, die für fte so vorteilhafte Einrichtung der Körnhäuser zu bessern und weiter aus'zubauen. (Beifall.)
Es wurde ein Anttag des Berichterstatters angenommen in dem auf die Nützlichkeit der Errichtung von Kvrnhäusern zu einem zweckdienlichen rentablen Getreideabsatz hingewiesen wurde. Ein spezieller Hinweis aus das iblühende Kvrnhaussystem wurde in der Resolution abgelehnt, da man sich nicht auf die Praxis bei einem einzelnen Kvrnhause festlegen wollte.
Darauf berichtete Professor Dr. Bömer (Münster i. Ws der stellvertretende Vorsteher der Versuchsstation Münster über die wichtige Frage: Welche neueren Erfahrungen über Minderwertigkeit und Verfälschung von landwirtschaftlichen Bedarisartikeln liegen vor? Auf welchem Wege können fick' die landwirtschaftlichen Konsumenten am wirksamsten hiervor schützen? Ter Berichterstatter legte dem Gcnofsenschaststage folgenden Antrag vor:
"Ter 23. deutsche landwirtschaftliche Genossenschaftstag erklärt: 1... In dem Selbstschutz der deutschen Landwirtschaft ist das wirffamste Mittel gelegen, um sich gegen Uebervorteilung im Handel mit landwirtschaftlichen Bedarfsartikeln zu schützen- 2 zur wirksamen Ausübung dieses landwirtschaftlichen Selbst ichutzes ist der Zusammenschluß zu landwirtschaftlichen Bezugs- genojienseyaften geeignet und empfehlenswert; 3. es ist eine selbstverständliche Pflicht der landwirischaftlichen Berufsgenofsen- schasten, daß fte alle von ihnen bezogenen landwirtschaftlichen Bedarssartilel auf Gehalt und Qualität durch die landwirtschaftlichen Versuchs- und Kvntrollstationen untersuchen lassen; 4. es ttt bnngeub nötig, daß für den Handel und die Kontrolle der landwirtichaftlichen Bedarfsartikel baldmöglichst einheitliche Bestimmungen für ganz Deutschland erlassen werden; ö. in der stras- gesetzlichen Regelung des Handels mit Düngemitteln, Futtep- nnttelii und Sämereien ist ein geeignetes Mittel gelegen, um die Lelbsthilse der deutschen Landwirtschaft in ihrer Wirksamkeit zu unterstützen." — In der Debatte wandte sich Landesükonomie- rat Johannifen (Hannover) gegen den letzten Punkt dieser Resolution, in der eine strasgesetzliche Regelung des Handels mit Düngemitteln, Futtermitteln und Sämereien gefordert wird. Er glaubte nicht, daß eine solche strafgesetzliche Regelung zu erwarten sei. Daher Jei es besser, wenn die Landwirte beim Ein- ^^-bü ^Laren recht vorsichtig prüfen. — Tie Versammlung ich lost sich der Anjicht des Landesökoiwmierats^ Johannfsen an. Daraufhin wurde die Resolution unter Stteichung des letzten Absatzes angenommen.
Als Ort für die Tagung int nächsten Jahre wurde Mains gewählt. Für das Jahr 1909 wurde Stettin in Aussicht genommen. Dann wurden die Verhandluitgen auf Freitag früh vertagt.
AusScnrH.
910 111, 9. Aug. Der Abgeordnete Giacomo Ferri warf während einer bürgerrechtlichen Tagung des Landgerichts Modena dem 9^ichter Vignochi vor, die Urteile der ihm zum Bericht übergebenen Rechtssachen mit den Anwälten der Parteien zu vereinbaren. Ferri stellte sich dem Gericht zur Verfügung. Tie Tagung wurde sogleich abgebrochen.
Haag, 9. Aug. Laut amtlicher Meldung wurde bei Tomori an der Ostküste von Celebes eine Patrouille überfallen. Zwei Offiziere und 31 Mann, darunter 9 Europäer und 22 Eingeborene, sind gefallen.
Amsterdam, 9. Aug. Eine Depesche der Zeitung „Telegraaf" meldet auS Batavia, daß am 19. Juli in bec Landschaft Mori auf der Insel Celebes eine Jn- fanterieabteilung niedergemetzelt wurde. Den neuesten Nachrichten zufolge seien wiederum 45 Soldaten und Sträflinge nebst zwei Leutnants getötet worden.
Toulon, 9. Aug. Die Untersuchung über die Erplosion an Bord des Kriegsschiffes „Counne" ist beendet. Die Explosion wird auf einen Unfall beim Verschließen des Geschützrohres zurückgeführt.
Paris, 9. Aug. Der französische Kammerpräsident Do nm er schifft sich am 16. er. von Bordeaux nach Brasilien ein. Er wird in Rio de Janairo Vorträge halten.
51o n sta n t ino p el, 9. Aug. Der hierher berufene Fürst von Samos, Konstantin Theodori, gab im Vildiz dem Großvezier, mit dem er eine dreistündige Unterredung hatte, genügende Aufklärungen über die gegen ihn erhobenen Beschuldigungen und Intrigen; er soll nächste Woche nach Samos z u rückte hren.
— Ein Erlaß des Justizministeriums ordnet die Einführung des Friedensrichteramts für alle Bezirks- unterabtci(ungen des ganzen Reiches, nicht nur, wie ur- verlautete, für Mazedonien an.
Eine neue russische Anleihe in Deutschland.
London, 9. Aug. Eine Petersburger Meldung der Londoner Tribüne behauptet, daß bei der Entrevue in Swinemünde auch der Neubaude rrussischenFlotte berührt worden sei. Es sei vorgeschlagen worden, fügt der Korrespondent der Tribüne hinzu, daß Rußland mit Deutschland über eine Anleihe von 25 0 Mill. Mark in Unterhandlungen trete unter der Bedingung, daß das Geld ausschließlich zum Bau von Kriegsschiffen verwendet werde, für welche die Bestellungen nur in Deutschland untergebracht werden könnten. ' Diese ganze Meldung ist glücklicherweise n i ch t s a l s e i n b a l l o n d'e s s a i. Es ist nicht sehr wahrscheinlich, und auch nicht gerade wünschenswert, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen eine neue russische Anleihe in Deutschland zustande rommen möchte.
Der türkisch-perfische GrenzkonMt.
Konstantinopel, 9. Ang. (Wiener Korresp.-Bur.) Meldungen über den Zwischenfall an der türkisch- persischen Grenze widersprechen einander. Nach der türkischen Version griffen 1500 Soldaten der regulären persischen Armee mit 1000 persischen Revolutionären und 15 000 revolutionären Armeniern aus Kaukasua, die sich auf dem Marsche nach Bitlis und Musch befanden, das türkische Lager in der umstrittenen Ortschaft Margevar an, die türkische Truppen während des türkisch-persischen Grenzkonflikts besetzten. Die türkischen Truppen erwiderten die Angriffe und trieben die Perser in die Flucht. Nach der persischen Version wurden die persischen Truppen, bestehend aus 1500 Mann Infanterie und Kavallerie, die auf Verlangen der Vereinigten Staaten entsendet waren, um die Mörder des im Vorjahre ermordeten amerikanischen Missionars Lobry zu bestrafen und die kurdisch-persischen Briganten zu züchtigen, beim Dorfe Tule (Provinz Urmisch) plötzlich von einer aus vier Eskadronen
Weiter gedenkt der Generalanwalt des internationalen Bundes , der ländlichen Genossenschaften, der unlängst gebildet worden . fei. Darauf betrachtet der Generalanwalt die Inneren Angc- tegenheiten des Reichsverbandes. Er begrüßt die zahlreichen .ceugründungen von ländlichen Genossenschaften, wodurch die £ Lesttungsfähigkeit des Reichsoerbandes erhöht werde. Auf einen engeren Zusanunenschlnß der Geiwssenschaften soll -jt r wacker hin gewirkt werden. Er gedenkt der Genossenschafts- Ichulen, die die Aufgabe haben, den Genossenschaften und Verbanden brauchbare Leute heranzuziehen, und pie dieser Aufgabe immer mehr gerecht werden. Er wies ferner darauf Yin, daß die Beamtenwohlfatzrtskaise auch im vergangenen Jahre wieder Gutes gewirkt habe. Er geht dann dazu über, über die Ent- wickelung des Genossenschaftswesens statistische Daten zu geben. Qnn-V9al}1 r. ländlichen Genossenschaften ist von 20128 auf 20 973 gestiegen., Ter Umsatz der Zenttatkasse ist erheblich gewachsen. Er ist auf 4113 000 Mk. gegen 3 587 000 Mk im <>abre 1805 angewachien. Auch die Zahl der Spar- und Dar- lehnstanen hat sich erheblich vermehrt. Der Gesamtumsatz ist gewaltig gestiegen. Es konnten erhebliche Summen in die Re- wrven gelegt werden. Bei der Zentral-Ein- und Verkaufskasse ’i'X Jur, 11 Millionen Mark landwirtschaftliche Erzeugnisse be- steltt worden, sodaß der ge,amte Warenumsatz von 153 Millionen im ^ahre 190a auf 171 Millionen im Jahre 1906 gestiegen ist. dln- des ReichAverbandes bezeichnet der Generalan-
die Hebung des Scheckv erkehr s. Ferner sei eineZest- traliiation der Warenbezüge in Aussicht zu newneir gegenüber der zunehmenden Kartell- und Shndikatsbilduug. Auch muffe daran gearbeitet werden, die Bestrebungen der Milchprodu- oenten auf Erhöhung des Milchpreijes mit den Zielen der Mol- kereigenoifenschaften m Einklang zu bringen.
Sodann wurde an den K a i f e r ein H u l d i g u n g s t e l c- gramm abgelandt. (Lebh. Beifall.) ü
(V* ^e!erent rum Vortrage über genossenschaftliche fVe Vv * 1 * * * * * * * de v e r w e r t u n g ist Oekonomierat A x r o t h (Kassel), das Thema in längerem Vortrage und berichtete nina b hpa & kwbnijfe der genossenschaftlichen Verwer- lung des Gerreides in den Bezirken, in denen heute noch nüCK beinahe 10 jährigem Bestehen mit gutem Er- bcn Landwirten noch keinerlei Verluste gebracht solche Korn hau,er bestehen in Pommern, Ostpreußen usw.
. Ge.reideverwertung habe sich das geiwssenschaft- !ä^^EriP außerordentlich gut bewährt. Allen gegnerischen KoNid^ü^b^,^?n .müsse gesagt werden, daß gut geleitete Wenn l!ür nnft FH^^s.ahig und existenzberechtigt seien.
b ¥ ^wrnhau,er Nicht den erwünschten Erfolg liege die Schuld an der Neuheit bet bet der noch wenig Erfahrungen zu verzeichnen seien Leitung. Auch bie Luuhcit'd-r S nirfr & r.biet ^^ben angerichtet und die Folge gehübt, daß iQnimpS? er' f^ensrem) hätten wirken können, zu- jAE^brachen. Ev sei unumstrittene Wahrheit, daß gutge- k luirb ein s5an“yutcn 0®6c VoNcilc bringen. Dn?ch vreisnivetti^-^ .^'eichlurj vermieden, denn sie üben eine u m nf,UHß. °us. Ausgabe der Landivirischast sei es, die mu tun Kbruhnusern gemMterr KrsaHrimgen weiter zu
>23'. Deutfthsr LaudwirtschaftLicher Genoftenschaftstag. (Unöcreiptigter . verboten.)
II.
S. u. H. Münster i. W., 8. Aug.
Unter Beteiligung von etwa 400 Delegierten.trat heute vormittag im Plenarsitzungssaale des hiesigen Rathauses der 23. deutsche landwirtschaftliche Genosseuschaftstag zusammen.
Ter Vorsitzende Generalanwalt Haas (Darmstadt) erstattete den Jahresbericht.
Die Entwickelung des genossenschaftlichen Lebens sei auch im vergangenen Jahre gut gewesen. Neue Genossenschaften seien aller ^Orten entstanden, und die alten hätten sich gefestigt, j Ein Fortschritt aus der ganzen Linie sei unverkennbar. Der geiwsstiischbrstliche Gedanke habe eine überraschende Ausbreitung gefunden. Aber auch der innere Ausbau der Genossenschaften geht unausgeietzt von statten. Mit Eifer werde daran gearbeitet, die Organisation der Genossenschaften zufftärken und zu verbessern. Eine systematische Nachprüfung der allgemeinen or- | ganisatorischen Grundlagen des ländlichen Genossenschaftswesens sei im Gange. Erklärlicherweise gehe diese Zlrbeit nicht sehr ra,ch von statten, da mit der größten Genauigkeit und Vorsicht vorgegangen werden müsse, wenn dauernde Grundlagen für die Weiterentwickelung geschaffen werden sollen. Im Zusammenhänge damit steht die Entschuldungsfrage, die von großer Be- ObUtuiig ist. Auch die bedeutsame Frage der Versorgung des Volkes und des Heercs bedarf einer sorgfältigen Nachprüfung. Desgleichen wird auch die Entwickelung des genossenschaftlichen We,ens in den Kolonien einer eingehenden Beobachtung unter» Sogen werden müssen. In dieser Beziehung ist ein bedeutsamer tzchritt vorwärts getan worden, mb-ent ber Reichsverbanb einen Sachverständigen nach Deuts ch-Südwestafrika entsandte. Das große Problem der Milchversorgung der Großstädte und der Jn- bastriezeiitren wird schon feit langem erwogen und nimmt auch auf dem diesjährigen Genosfenschaftstage einen breiten Raum ein. Tie Frage soll nicht in einseitiger Weise beraten werden, sondern unter dem Gesichtspunkte, daß die'Interessen der Großstädte mit denen der Landwirtschaft m diesem Punkte gemeinsam ffien. Tic akute Frage der Viehverwertung ist einen guten sSchritt vorwärts gebracht worden durch die Errichtung von ländlichen Schlachthäusern auf geiwssenschaftlicher Grundlage. In dieser Beziehung ijt vom Reichsverbande durch Studienreisen usw. viel getan worden.
Hamidia-Kavallcrie, 4000 irregulären Kurden und zwei Batterien bestehenden türkischen Truppenmacht unter dem Kommando eines Divisionsgenerals angegriffen; letzterer stellte ein Ut tim atum, in dein er die Perser aufforderte, innerhalb dreier Stunden ihr Lager abzubrechen, widrigenfalls er es beschießen werde. Der Kommandant der Perser verlangte eine kurze Frist, um Instruktionen einholen zu können, aber nach Ablauf der dreistündigen Frist begannen die türkischen Truppen das Bombardementt Die Perser ergriffen die Flucht, wobei sie mehrere Tote zurückließen. Die irregulären Kurden plünderten hierauf Tule und töteten etwa 60 Frauen und Kinder. Der Schaden, den die Perser im Lager erlitten, soll sich auf 20,000 türkische Pfund belaufen. Die Perfer behaupten, der ganze Kampf spielte sich auf persischem Gebiete ab, die Türken behaupten das G e g e n t e i l. Der persische Botschafter unternahm wiederholt Schritte im Yildiz und erhob energische Vorstellungen bei der Pforte, von der er Genugtuung verlangte. Gerüchtweise verlautet, daß der russische Botschafter heute die persischen Schritte unterstützte.
Teheran, 9. Aug. (Reuter.) Die türkischen ^rnppen sind nicht weiter auf persisches Gebiet vorgerückt. Die Kurden halten die Umgebung von Urmia besetzt, so daß die Stadt von allen Zufuhren abgeschnitten ist. Die Kurden habennoch verschiedene andere Dörfer zerstört, nachdem sie die Häuser geplündert und die Einwohner getötet hatten. Am 8. August gab der Unterrichtsminister im Parlament namens der Regierung Aufklärung über die Sachlage und erklärte, daß die Regierung auf diplomatischem Wege zu einer Verständigung mit der Türkei zu kommen suche


