Ausgabe 
8.7.1907 Zweites Blatt
 
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* Neue Eisen bahnun fälle.

Bei Büderich stieß

ein Sch n e l l z u g

der elektrischen Bahn mit einem

(leljr wertvolles für unsere Landwirtschaft zu leisten imstande seien.

cs jedoch jede Gefahr zu beseitigen. Die Ursache des Brandes ist noch unbekannt. Der DampferMount Royal" der Hudson-Bai-Eompany, der auf dem Steena-Fluß ver­kehrt, ist in einer engen Felsenschlucht vollständig wrack geivordcn. Eine Depesche besagt, daß eine große Anzahl Passagiere sich auf eine Insel in der Schlucht gerettet habe, einige aber ertrunken seien.

Unwetter.

Die schweren Gewitter vom Freitag abend haben in der ganzen Umgegend, ferner in Hessen-Raffau und weit darüber hinaus erheblichen Schaden angerichtet. Bis heute liegen iins folgende Meldungen vor:

Düsseldorfer Fu h riv erk zusammen. Dec Kutscher wurde getötet, Pferd und Wagen wurden zcrtrümniert. Die auf den: Vorderperron stehenden Passagiere erlitten sämtlich teil­weise schwere Verletzungen. Zwischen einem von Turin kommenden Güterzuge und einem nach Porto Ceresio 'fahrender elektrischen Zuge sand in der Nähe vom Bahn­hofe Mailand einen Zusammenstoß statt, wobei un­gefähr 20 Personen verletzt wurden, darunter vier schwer. Mehrere Wagen sind entgleist und erlitten starke Beschädigungen.

* Opse r de r Berge. Von drei deutschen Studenten, die gestern einen Aufstieg auf bcir hohen Gipfel der Grande Chartreuse unter­nahmen und sich dabei verirrten, stürzte einer, ein Bayer aus Landau in der Pfalz, namens Steinseld, löO Meter tief in eine Schlucht. Die Leiche wurde heute früh aus­gesunden.

* Einbissiger" Iunge. Aus Newyork wird ein eigen«* tümlicher Fall von über mäßigerZahii Bildung mitgetcilt, der dem Betroffenen zum Schaden gereichen kann. Es handelt sich um einen neunjährigen Jungen namens Israel Metz, der nicht weniger als sechzig Zähne hat, die in fünf Reihen geordnet im Oberkiefer stehen! Obgleich der Knabe beim Kauen die größte Vorsicht aufwendet, tarnt er es nicht vermeiden, sich auf btc Zunge zu beißen. Seine Mutter sagte zu den Aerzten, er müsse drei Stunden vor der Schulzeit aufstehen, nur damit er sein Frühstück einnehmen könne. Tas Eigentümlichste bei diesem abnormen Fall ist die Tatsache, daß jedesmal, wenn die Zahnärzte eine Anzahl der überzähligen Zähne entfernt haben, neue und zahl­reichere Zähne, wie btc Köpfe der Hydra, wachsen. Kapazitäten der Zahnheilkunde halten eine größere Operation in dem Rachen/ raum für nötig, docy können sich dte Angehörigen nicht entschließen, eine solche, vornehmen zu lassen.

* Eine Verkehrsstörung infolge D i e b st a h l s. Eine eigenartige Betriebsstörung ist auf der Südlichen B erl tner Vorortbahn durch einen Diebstahl verursacht worden. Gegen 5 Uhr früh bemerkten .Straßenbahnbeamtc, daß auf der Ktrecktz

- ^.Bellersheiin, g, QuIL Ein schweres Gewitter mit Hagelschlag verbunden entlud sich gestern abend über unsre Gemarkung. Tie Frucht liegt danieder. Die Kartoffeln sind gänzlich verhagelt und die Stengel geknickt. Auch den Obst bäumen hat das Wetter erheblichen Schaden zugefügt.

B e t t e n h a u s e n , 6. Juli. Von dem schweren Gewitter

Tic «tz- d-r Die Gefahren der Einheitsschule für unsere nationale

' Erziehung

Wclchc Wirkung bat die Einheitsschule für den Bolksschul- lchrerstand selbst? Tic meisten Glieder dieses Standes, dessen eynges -streben nach Fortbildung der Pcrsasscr mit Recht rühmt, Ichlvarmcn beute für tue erwähnte Schuleinrichtung einerseits aussen ermahnten ethischen Gesichtspunkten, nlio im Znteress- ccr -bolkchchule und des Lollcs felbst, andererseits auch in dem i^res eigenen istaitbes. Sie erwarten als Frucht der Cinhnts- schulc größeres ^ntereffe der leitenden Kreise und daraus sich

" Licdigshühe. Morgen findet das erste Kaffee- Konzert statt. Wie wir hören, werden diese Konzerte in Zukunst jcden^Dienstag nachmittag gegeben werden.

Die Länger, die sich an den am 4. August in der Festhallc der Unioerfitätsfeier anfznführenden Massen- chören beteiligen wollen, werden auf die int Annoncentei befindliche Benachrichtigung hingcwiesen.

X Daubringcn, 8. Juni. Der Kriegerverein -Daub ringen feierte gestern in Verbindung mit dem Bezi rksfest dos Hassiabezirks Gießen sein 35jüh. rigeZ Stiftungsfest, das einen in jeder Hinsicht be­friedigenden Verlauf nahm und ivohl aller Erwartungen übertroffen hatte. Ein stattlicher Festzug, eröffnet durch Radfahrer und festlich geschmückte Jnngfrauen, in dem fas alle Kriegeroereine des Bezirkes vertreten ivarcn, bewegte sich mit Musik an der Spitze durch die tadellos sauberen Straßen des tm Fahnenschmuck prangenden Ortes nach dein Fest- plahe. Den Festteilnehmern ivurden unterwegs zahllose Rosensträußchen zugeworfen, leider konnte man den gütigen Spenderinnen nicht immer den gebührenden Dank abstattcn. Auf dem Festplatze angckommcn, hielt der Präsident des Kriegeroereins, Herr Grö lz, emc wohldurchdachle, in palrio- «schein Sinne gehaltene Ansprache, die wahrlich ivcrt wäre, im Wortlaut iviedergegcben zu werden. Sein Hoch galt dem Landesfürsten, S. K. H. dein Großherzog, soivie dem obersten ^Kriegsherrn, S. M. dem Deutschen Kaiser, Nachdem die jSiationalhymne verklungen war, überreichten einige Jung­frauen mit einer warmen Ansprache im Auftrage der Frauen und Mädchen Daubringcns eine Fahnenschleife. ^)er Gesangverein trug ein schön einstudiertes Lied vor. In-' zwischen traf der Regierungsvertretcr Kreisamtmann Dr. Dierck em, der mit einer sehr beifällig aufgenommenen Rede die von S. M. dem Kaiser gestiftete Fahncnschleife überreichte, mit dent Wiinsche, allezeit treu zu Kaiser nnd Reich, zu Fürst und Vaterland zu halten. Ein brausendes Hurrah erfolgte. Erwähnt seien noch die zu Herzen gehenden Worte des Hassia-Präsidial-Mitglicdes Mayer von Gießen. Nun begann der Reigen, getanzt von etwa 24 Paaren. Die Mädchen, gleichmäßig in Matrosenkleidern mit blauen Litzen und Tannengrünbogen tn den Händen, die jungen Leute int weißen -Turnanzuge mit Silberpapier umklebten Stäben. Die Sache klappte ganz vorzüglich und machte sowohl dem Turnverein wie dem Leiter Herrm Karl Müller aus Gießen alle Ehre. Die Stimmung war bald gehoben, Speisen und Getränke waren vorzüglich und zum Glück hatte auch der Himmel Einsehen und spendete seine warmen Strahlen auf das fröhliche Treiben. Mit Befriedigung werden wohl alle Gäste wie der einladende Verein auf das in jeder Hinsicht tadellos verlaufene zurückblicken und es gerne in angenehmer Erinnerung bewahren.

I ergebend eine Aebung ihres Tianves in kultureller, sozialer urt pekuniärer Beziehung. Auf den ersten Blick scheint diese eme gewiye Berechtigung zu haben. Wie Tr. M. aber nachwnb t)t die Stellung der Lehrer in jedem Betracht in den Ländern mit allgemeiner Volksschule vielfach zurüMehend hinter der b'j uns, nicht nur in deutschen Staaten, wie Bayern, dessen Lehre, gern nach Hessen, Preußen usw. auswandern, namentlich aber in Oesterreich, der Schweiz, Dänemark, Norwegen, der nordamerikon Union. Geringere Besoldung, Unsicherheit der Stellung, Bangigkeit von lokalen Verwaltungsckörvern sind dort hervor­stechende, gewiß von niemand bei uns erwünschte Verhältniss'.

Eine gründliche Ausgestaltung der einzelnen höheren Schul- I gattungen sowie der Volksschule, der Fortbildungsschule und der Anstalten für die Ausbildung der Volksschullehrer, also em einbest- Iid) nationales Schulsystem, nicht aber das Phantom der Einheit, schule, das ist die Forderung des Verfassers. So kommt also -5' ' n; dem Ergebnis, daß es int Interesse der Schuler» leder ^Art, des Lehwerstandes und der l>ohen A-ultur unsere Volke», geboten ist, die höhere Entwickelungsftufe, die Diffwen- zierung, also die Vorschule in den großen Städten die Zwano. Vorschulen in kleineren Orten verwirft er als nicht erforderlich 3£^minbeJtcnbD:n 3- Schuljahre an beizubehalten, die Hin- ausschiebuiig des Beginnes des' höheren Unterrichts auf das elfte oder 12. Lebensjahr unbedingt zu verwerfen, ein den v.'rschieden- iten Zwecken entsprechendes Schulsystem auf nationaler Grund- läge und unter Berücksichtigung sozialer Forderungen auszubauen Nicht um denen, die sich für diese bedeutsame Frage aus beruf, ^wem oder allgemeinen Interesse Beschästigen, ein volles Bild der Ausführungen von Dr. Müller zu geben, nein, dazu st

Vuch viel zu reich an tiefen und weittragenden Gedanken Und diese Zeilen geschrieben, sondern um zu dessen Lektüre, dessen Studium anzuregen. Jeder, wie er sich auch zu der b-- handelten ötagc von vornherein stellen mag, wird darin eine H-ulle von Anregungen für sein ferneres Nachdenken und Arbeiten aus- dem Gebiete der Volksbildung finden o

A Bieber bei Rodheim, 7. Juli. Auf Grube Eleonore" hier, der besten Eisensteingrube im Bergrevier Wetzlar, wird z. Zt eine bedeutende elektrische Anlage gemacht. Der dleserhalb beschaffte große Kessel konnte nicht auf dec Kleinbahn befördert werden imb seine Ueberssthrung von Gießen nach Bieber verursachte Schwierigkeiten. Infolge seiner Schwere sind unterwegs mehrmals die Räder des großen Rollwagens gebrochen.

/, Friedberg, 7. Juli .Heute fand das 13. Kreis- j eft des ^2. Kreis es des Deutschen Athletenverbandes hier am Vorabend waren zahlreiche Mitglieder des Verbandes aus entfernteren Städten und Orten hier angekommen. Heute morgen erfolgte um 6 Uhr allae- rn einer Weckruf, woraus man sich dann auf den Festplatz die in nächster Nähe der Stadt gelegene Äewiese, begab' Zuerst fand ein Kommers statt und nach dessen Beendi­gung Probe und Schaustemmen, Punkt 2 Uhr begann ber Äestzug, der sich am Ende der Frantfurler Straße aus­gestellt hatte. Voran marschierte die Kapelle des Thüriua Ulanen-Regts. Nr. 6 aus Hanau- Als Ehrenausschuß waren der Bürgermeister, sowie der gesamte Stadtvorstand ein­geladen, die an der Spitze marschierten. Atdann kamen der 1. Stemm- und Ringklub, der Turnverein, der Lieder- kranz, der Krieger- und Beteranenverein, ber Artillerie­verein, der Gesangverein Frohsinn, der Gesangverein Ger­mania^ der .Evangelische Arbeiterverein, einige berittene

D e^r c ch ii i s ch e V e r e i n Gießen hielt am Sams- tag und Sonntag unter sehr zahlreicher Beteiligung von nah und fern fein 10 Stiftungsfest ab. Eröffnet wurde die üI.len Denen recht schön verlaufene Feier durch einen Herren- 'JWent) am Samstag im festlich geschmückten Saal des Cafe Ebel 3" dem sich außer zahlreichen Mitgliedern u. a. Vertreter bet rechn. Vereine zu Wetzlar und Frankfurt, bet hiesigen Ortsgruppe des hessischen Geometervereins, des Vnkchrsvcrcins sowie die iruheren Vvrsitzeudeu Direktor Förtsch-Ludwigshafen, Ing-?nieur Thome-Gtetzett, Inspektor Schütte-Wetzlar und Ingenieur FetUch eingcjunbcn batten. Ter 2. Vor,.- Regicrungsbaumeister K uhl - mann begrüßte sic alle herzlich, worauf bet Vorsitzende Architekt ^oekepbeck in ber Festtebe in großen Zügen ein Bilb bes bis­herigen Werbegangs bes Vereins eutwictelre. Der seit sieben Jahren bent deutschen Technikerverbanb angehörige Verein stieg von 20 auf 65 Mitglieder, er bezweckt durch feinen Zusammen­schluß bie berufliche Förderung seiner Mitglieder, die Ausdehnung der sozialpolitischen Gesetzgebung (Versicherung für Privatange- Kllte) auf Privatbeamte und btc Pflege ber Kollegialität und Gefelltgkett feiner MitFlieber. Vieles habe ber Verein in ben ersten 10 Ilahren seines Bestehens erreicht, baß nicht alles Er­strebte erreicht worden ici, möge ein Ansporn fein zu weiterest 'rastloser Arbeit Nach sejer mit Beifall aufgenommenen Rebe brachte Ingenieur Thom 6 mit zündenden Worten auf Kaiser und Groß- Herzog ein Hoch aus, während Herr Förtsch-Lubwigshafen bent Verein sein Glas weihte. Tie Grüße der hiesigen Geomct^- Ottsgtuppe übermittelte Herr Geometer Muller und die des I Verkehtsvereins Herr Will). Homberg et. Telegraphische Be­glückwünschungen sparen eingelaufen von der mittelrheinischen Beztrksvermaltung des deuUchen Techniker-Beröanbcs, dem tech- nifchen Verein Osfeuhach ' sowie ben Herren Kommerzienräten ^chassstaebt unb Heyligenstaedt. Bet Konzert, gemeinsamem Ge- lang (zwei ber gelungenen Lieber waten eigens für ben Tag von ben Herren R. Iertsch unb Ferb. Noll verfaßt) unb weiteren An­sprachen verlief ber Abend in schönster Weise. Am Sonntag vormittag besichtigten die Festteilnehmer, deren Zahl sich in­zwischen durch zahlreia)e Gaste von auswärts beträchtlich ver­mehrt hatte^ unter Führung von Oberbürgermeister M ccum ha3 neue ^stadttheater, das allseitige Bewunberuitg und Anerkennung sand. Der Veteinsvorsitzenbe Architekt Kocket- Leck, bankte im Namen der Teilnehmer oem Oberbürgermeister inst bie liebenswürdige Führung, woraus dieser mit bem Wunsch aritworteste, baß das "heute bei der Besichtigung bem Stabttheater etttgegengebrächte rege Interesse auch nach seiner Eröffnung ihm galten bleiben möge. Ein solermer Frühschoppen mit -Musiworttägen im Kaiserhof unb am Nachmittag eix Ausflug auf ben W indho f bilbeten ben schönen Abschluß pes Sttftungs festes.

Postillone Usw. Als erschienene Vestvandsverekne smv u. ä. zu benennen: Stemm- und Ringklub Rödelheim fr. Frank­furt, Athleten-Klub Sachsenhausen, Akhleten-Klub Einiakeit Gießen, Klub Kraftsport Mainz, Athleten-Klub Helvetia Frankfurt a. M, Stemm- und Ringvercin Limburg a- d. L., Stemm- und Ring-Klub Germania Bad Kreuznach a. d. N/ Athleten-Klub Biebrich a. Rh. usw- Als der Zug auf dem Festplatz angekommen war, ergriff der Kreisvorsitzende 5->ch. Kaiser von Oberstein a. b. Nahe das Wort zur Festrede. Er führte unter anderem solgendes aus: Die Athletik ist kein Spork der Neuzeit, auch nicht des Mittelalters, sondern schon im Altertum pflegten die Griechen diesen Sport. Heute vor 16 Jahren, im Juli 1891, wurde der Deutsche Athleteiiverbano gegründet, und jetzt zählt er schon über 16 000 Mitglieder. Vor zirka 13 Jahren I)at sich ber 2. Kreis bes Deutschen Athletenverbandes gegründet, und jetzt gilt er als vollwichtiger Faktor im Deutschen Athletenverband. Zum Gelingen des Festes hätte die Fried­berger Bürgerschaft, sowie die städtischen Behörden durch ihr Entgegenkommen beigetragen, und beiden galt in erster Lmie der Tank des Redners. Zum Schluß brachte er auf S. M. den Kaiser und S. Kgl. Hoheit den Großherzog ein begeistert aufgenommenes Hoch auf.

ist ber Titel eines Buches von Professor Dr. Hugo Müller, Oberlehrer am Ludwig-Georgs-Gymnasium in Darmstabt. Es ist 'm bent Vorlage von Alfreb Töpelmann in Gießen erschienen.

Kein. Zweifel, ber Inhalt bes Buches Bringt mehr als ber Titel Besagt. Obwohl int wesentlichen eine Kstitik ausgestellter porberuugeit und belehrenber Einrichtungen beschränkt sich bas Buch nicht auf bas Negativ-Kritische, sondern ist zugleich positiv­reformierend. Neben ber Hauptfrage werben noch eine Reihe von Neben fragen behanbelt, z. B. bas Verhältnis ber brei höheren ^chulgaltungen zueinanber. Hier wirb als Prinzip ausgestellt: absolute Gleichwertigkeit, energischer Wiberstand gegen weitere Einschränkung des humanistischen Bilbungswesens trotz der Forbe- t-ung bes Verfassers, bie Zahl ber Realanstalten zu vermehren und die ber Gymnasien zu renninbern, bas Verlangen für alle brei Schulgattungen, sich voll auszugestalten. Auch bie Frage des Verechtigungsweseiis ist 'in Betracht gezogen. Alle biefe Fragen sind indessen streng in ihrem Zusammenhang mit ber sogenannten Einheitsschule erörtert.

Der Verfasser Bringt zuerst in kurzen Umrissen bie Geschichte. ~ - - . vu vc..t ^.ueien hemmet

ber ?yorberung einer Einheitsschule unb der Bekämpfung dieses das gestern Abend über unsre Gemarkung hinzog, ist der Weiten Verlangens von Comenius bis zur Gegenwart, also bie Ansichten I durch H a g e l s ch l a g so mitgenommen worben, baß wir nur noch oon Eomcntus, Pestalozzi, Freiherr v. ^tein, W. Lange, Lüben, aus eine halbe Ernte rechnen können. Das Kartoffelkraut liea ^chmoller, Natorp, Rein, Mckert, Paulsen, Naumann, Gurlitt, zerschlagen am Boben. Zwar sind hier viele Lanowirte gegen Rieß, Uhlig, Th. Ziegler, beutscher Lehrertage ber Sozialbemo- Hagelschaden versichert. Doch bürste es noch eine große Anzahl tratie. Pestalozzi hätte er als Zeugen für feine Auffassung namentlich geringe Leute geben, bie nicht versichert sind und baburch verwerten tonnen, bemt bieser verlangt bei ber Schulbildung erheblichen Schaden erleiden.

möglichst Rücksichtnahme auf den mutmaßlichen Beruf der Mehr- -b Lich, 6. Juli. Unter ben vielen Gewitterregen in ben zahl ber Schüler also Differenzierung, nicht Einheitsschule. letzten Tagen erleidet die Heuernte erheblichen Schaben. In Ver Verfasser bespricht bann bie angeblichen sozialen Vor- dem großen Wiesengrnnbe, ber sich von hier bis Münster und zuge ber Einheitsschule unb Bezeichnet als Quelle per Forde- ^othgeS, fast eine Rlcile lang erstreckt, liegt baö Gras bahingernäht rung bieses Systems nicht praktisch-päbagogische Erwägungen, son- lmd kami nicht gedürrt und eingesahren werben. Hoffentlich beingen bent angemeinc ethische Ideen: Verlangen nach innerer Einigkeit die nächsten Tage, bie von den Landwirten so sehr erwünschte und Brüderlichkeit aller Volksgenossen in Verbindung mit dem Trockenheit.

Grundsatz der Wesensgleichheit aller Menschen und der Gleichheit z Langsdorf, 6. Juli. Das Gewitter, bas gestern abend aller Staatsbürger vor bem Gesetz. Daraus leitet man ab: "ber unfern Ort hinzog har stellenweise an ben Frucht- und Obst. Gemeinsame Erziehung. bäumen erheblichen Schaben angerichtet. Auch bie Kartoffeln

Tr. Müller stellt sich nun als Ausgabebie Begrünbung haben bäum ter gelitten.

ber geforderten Schulgestaltung nach biefen beiden Gesichtspunkten Aus d em oberen Niddertal, 6. Juli.Gestern abend gegen hin zu prüfen". Seine Ausführungen zeigen den streng logischen V-9 Uhr ging hier ein schweres Hagelwetter nieder unb und vorurteilslosen Denker, ben exakten Methobiker, der zuerst richtete im Felde großen Schaden an. Ebenso hauste bas Wetter seine theoretischen Erwägungen in klarer Form dartut und bann i" der Umgebung von Gebern, woselbst bie ganze Sornmeilrucht die Ergebiiisse seines Denkens, fein Für unb Wiber, mit einem W vernichtet ist.

reichen Tatsachenmaterial belegt.Das Erstreben bes Ukl:u ' ------ _j

Friebens, größere Einheitlichkeit des Denlens unb Brüderlichkeit VevMißcbSes.

ber Gesinnung" bezeichnet ber Verfasser alsein hohes und . . r - , rr /w.r

schönes Ziel, zu dessen Erreichung jeder gern mithelfm wirb." S ch ifssu n falle. Oestlich von Mo e nkoll (Oltsec) Seine^ vielseitigen Erörterungen ber Frage: Ist 'bie allgemeine kollidierte ein unbekannter Schoner mit einem Dampfer und ^Uschule m der Tat geeignet eine soziale Versöhnung der sank sofort. Bei Stubenk (jöbinb) scheiterte eine unbekannte verichiebenen Klassen herbeizusuhren? haben als Ergebnis, bad r)f; Gnllanb ftrnnhpfp hnr 14 nr a .

vereinzelt günstige Wirkungen erzielt werben fönneu, baß aber V-rr1 ^.0/r.lanb J 5Qn' b r rU£? »^cnu§ 3n auef) eine Anzahl ungünstiger Folgen, z. B. Erweckung von 9?eib, I aUen O'aUc" tthlt von der Alannschast jebc Spur. Das aus ihr hervorgehen, und daß die Annahme, die Einheitsschule britische Kriegsschiff ^Assistanco bohrte vor bet merbe baö genannte ethische Ziel wesentlich fördern eine Utopie T u n e - M ü n d n n g ben der Kieler Reederei Diederichsen »ÄKÄ&Sas *? V 7» *y- »°ch«-7»-0» Beweise näher barzulegen. fmblichen DanipferMarie" in den Grund. Die Gattin beS

In unterrichtlicher Beziehung erwächst nach ber Au- Kapitäns von der /Marie" ertrank. Der Rest dec Besatzung

Verfassers aus der Einheitsschule für bie Gesamtheit wurde an Bord der ^Assistance genommen. In Toulon

kem Vorteil, sondern ein schwerer Nachteil und zwar nicht nur ist an Bord des Panzerschiffes Loche" eine Ieuers-

sur die höheren schulen, sondern awch! für die Volksschiilcu ' ^oro oes P a nz ers eyNsr sHoeye eine r)cuer§-

selbst, bie nachweislich unten eine Ueberlastung unb P1'""!1 auSgcbrocOcn. Das Feuer entstand in der Stahe des

oben Verarmung und Verödung als Frucht ber Ein- Pulvermagazins und cs herrschte einen Augenblick lang große heitsschule erhalten. , | Gefahr. Durch ba§ schnelle Eingreifen der Mannschaft gelang

Dbenbrein würbe bie Einheitsschule im wesentlichen nur den Großstädten zugute kommen, ivährend bie Landbewohner auch dadurch nicht die gleiche Bilbungsntöglichkeit wie die Städter er- halten würden. Daß ber Verfasser völlig frei von engherzigem Klassenbewußtsein ist, zeigen feine Ausführungen fast auf ieb?r ^eite. Wir erwähnen nur ben Satz:Daß Staat unb Gesell­schaft ein bringenbeö Interesse baran haben, cntschiedmc Ta­lente aus dem Volke aufsteigen zu lassen und untüchtige Ele- mente zurückzuhalten, ist sicher, und baß in bieser Hinsicht nicht alles so ist, wie es sein sollte, ist ebenso sicher." An anberw stelle wirb die Forderung, wahren Talenten eine ent­sprechende höhere Ausbildung zu ermöglichen, als ein Gebot sozialer Gerechtigkeit gegen d i e unteren Stänbe Bezeichnet.

. Obwohl Dr. M. unumwunden zugibt, daß die höheren Schulen vielfach unter der Last wenig Beanlagter Schüler schwer leiden, weist er andererseits nach, daß die allgemeine Volksschule diesen Uebelstand nicht nur nicht beseitigen kann, sondern daß in ben Staaten unb Städten des In- unb Auslanbes mit allgemeiner Voltsschule also ohne Vorschulen bieser Uebelstand in er­höhtem Maße besteht, ja daß bie M itt e lm äß i g fc i t bort gerade in bie höheren Schulen hinetngezogen wirb. Als positives Mittel, bas ohne Einheitsschule Abhülse schaffen kann doppeltem Sinne: Fernhaftung Bezw. Wiederabstoßung von für oie höhere Schule ungeeigneten Elementen und der planmäßigen Veranziehuiig talentvoller Köpfe aus ben unteren Volksklassen, werben größere Strenge bei ber Versetzung unb Reform des Sti- penbienwesens empfohlen, nicht Vermehrung ber Zahl ber Stipen­dien, wohl aber beträchtliche Erhöhung der Beträge, sobaß ber Stipendiat nicht bloß "freien Unterricht sondern auch einen ent­sprechenden Beitrag für seinen Lebensunterhalt bekommt. Hierzu bemerkt der Rezensent, daß die'es System in Euglaiid, namentlich von der etabt London in mustergültiger Weise ausgebaut ist freilich ist dort bie Not auch Besonders groß, da ber Besuch einer höheren Schule und der Universität gewaltig viel teurer m als Bet uns. Auch für bie Volksschüler verlangt ber Ver- sasser unentgeltliche Lieferung aller Lernmittel an bie armen Schuler eine Forderung, bie in Gießen erfüllt ist u. a. wehr, um ben Eltern bic Aufgabe, ihren Kinbern eine für das Leben taugliche Erziehung geben zu können, zu ermöglichen. Ja, er drmgt auf eine Erweiterung und Vertiefung des Volksschutunter- richts, fchreckl sogar vor der Vermehrung dec Schulzeit um 1 Jahr Nicht zurück.