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7.2.1907 Erstes Blatt
 
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Nr. 32

Erscheint täglich miirer Sonntag«.

Den, Gießener Anzeiger werben im Wechsel mit dein yrsfischen LanSwirl L.c Gießener Zamille». bldiltr utcnnal in der iJodjc beigelegl und zioeunal wöchenllich da4 K'tlsblatt tut 6tn Krcli Lietzen, ^eiufprech An- sc.illchs.d.Nedaknon 112 tbtilao u. (XEpeöition 61 Adresse für Depeschen:

Vuzciger Gieße».

Erstes Blatt

1S7. Jahrgang

Tonncrötag 7. Februar 1907

General-Anzeiger für Gverhrffen

1

RotationLdruck und Verlag der Vrüh?fchen Univ.-Vuch- und Stcinörudcrci. & Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulslratze 7.

Vez«g»prets: monatlich 76 ty., mcrteU jährlich 'Dlf. 2.20; durch .Ibhok- il Ziveig'iellen moiiQiluii '1?*.: durch bict!0fl llt. 2.viertel« jainl. auuchl. Bei'.ellg. Tlnnü^me t>on Anzeigen n,r die Lage»»uunuier bis vonnunigs lu ll he. ^cileiipicie: 10(01151'1, auoivärti 20 P'eiuug. l'eianiioori hm 'ür beu poltL und dilflcnu teil: 1>. 1111o. mr ,otobt und land' unb -(4>md)i»iüale: Ern ft

zeigenteil: Hans Beck

ibie 'liaiiöaie ocrlietcn mngten, m bedauerlich schon um des« willen, weil beide zu den fleißigsten Mitgliedern des allen titeich;- tagcS gehörten und die Inlercsfen ihrer Wählerin wirksonier und einnchlsooller Weise vertraten, während die Herren Ohler und Bindeivald ivährcnd ihrer früheren Angehöcigttll znni titcichslage in diesen» höchstens so ojt ec,chicnen, wie Mond- insternisse im Kalender.

AuS dem Bindewald'schen Wahlkreise schreibt man unS heule u. a.r

Herr Bmdewald ist als Reichstagsabgeordneter in früheren fahren von «.4 namenilichen Aviliimnnngen nicht iveniger oi* .12 unentschuldigt ierngebueben. 'Jiber Tankbarkeil gibt er IQ nicht im politischen Leben und die urteilslose Masse liebt nicht am Lenningen und Taten, sondern lägt sich du ich dreistes Tranigängeituin (es nehi in dem L'neie an 11116 ireilich ein weiimei parlaincuiariicher 'Ausdruck, der nut ,M* beginnt und gieichiails am .nun" endet. T. 'Jiö.) imponieren, Jeder -chuhllrcis aber Hai Ichlteglich den Abgeordneten, den er verdient l

Zu bedauern ist, wie gesagt, auch der Verlust von Alzey-Bingen, wo die Nationalliberalcu ihr den Olicücuci Parteiiremidrn gegebenes Versprechen brachen und einen so hochgeachteten und langjährigen Parlamentarier iuic Nemhau ^chniidl, den einstigen tiiiichslagspizepiäudeiilen, durch fort- ivährendeS Hin« und Herjchivauken zu Fall brachten. Te> .'lachsolger Schmidts, em Herr Siel lei, ist Mitglied des Bundes der Landwirte, nennt sich mdeL auch liberal. Shin, man wird ja sehen, ob sein bündlcrischec Liberalismus weitei reicht als der der Herren v. Hegt und v. Luola.

Dagegen ist eine ersrenttck^ Erscheinung bo3 Slichtvahl- lampscs das Ergebnis des landeShauptstädttschm Wahlkreises ^Darmstadt-Grov-Gerau), der siu, seit 1898 im Besitz Der Sozialdemokratie befind. Nach der Eroberung dcS Wahlkreises durch die Soziaioemokraten im Jahre 1UU3 glciu) bei der Haupt- wähl war das jetzige Ergebnis, baß ber nationalliberale Skandidat Dr. O s a n n, ein Sohn bes früheren nationalliberalen tildd#» tagsabg. Geh. Justizrat Lsann, mit über 1800 Stimmen Mchr- l^cit den Sieg über den Sozialdemokraten Berthold davontrug. Hs füü) don zweifellos mindestens 6/e der 85U0 Wähler des Bl'arrerS Slordl jür Dr. Lfann cingrlrcten, nad)bcin Die ficii. Parteileitung ihren Anhängern bie Abstimmung in ber Liichmahi sreigegeben hatte. BemerkeuLwert ist, daß die -stimmcnzahl der bürgerlichen Parteien >on 15 789 bei ber StickMahl im Mai vorigen Jahres auf diesmal 18 165 angeschvollcn ist, mährend sich die Stimmenzahl für Berthold von 16 598 auf jetzt 16 814 verminderte. Sehr interessant ist auch das starke Amoachscn ber bürgcrlid>en Stimmen in Den gröberen Faviikorten bes Wahl- krciscs, wie titüsselsheim, Gustav,onrg und Bisck-os^hciM, mäh- renb die Stimmenzahl ht den meisten Fabrikortcn auf annähernd derselben Höhe blieb, in verschiedenen Bezirken avcr sogar nicht unerheblich zurückging. In Darmstadt selber fielen die sozial- demokralisclxn Stimmen von 6159 bei der vorjährigen Stich­wahl auf 5916, während dtte bürgerlichen Stimmen um über 1200, auf 8658, in bie Höhe gingen.

Aus 2) ar mit not, u. ocoruar, wr.o ui-j gci-yrirbcn:

Der Ausfall ber Stichwahlen ini Rei^,st.'.gt.oahlkreiS Durm- stadt-E^-E.rau luijTte gcucrn ebeub pr^>. u: .rihjJilciumu gu einer auBeiLrbenLiü) imioianten nationalen Kundgebung. Ter L.aat war dicht gepscup t mit Memchen bc"ctu unb lauiuiDe, bie keinen Platz uieyc unbcii konnten, latiui auu# den neuen Matz bduor dicht belagert. Ten Deteiunniwten und hiaojahr.ru mutzte uuii tx.c 'Ho.tzei uui Gewalt c.n Zugang durch b.c 'Juuiicn geju>a,,en lucrbcii. Im oaal heirschte cuie aavi.rvro».i.tuch ani# uuctic Stiuimung. Ach kurz Put U Uhr der Xx-rui-eube Dr. Aeching ickuemc, duß 1,1 der für zr. Si-nn öuöo oumnien, iur Berthold uoer nur 5916 stimmen gezahlt worden leien, hun einen B. r vt. ng von ;.jui 2.uj iLtim bciitzc, brach cm neneiifcher, uunutemaiiß anualtenber Beiiail« liurm lvS, bet) dann auch bei den zu ai.crmem ic^t guniiujett bic|ulL.Lii aas u.< 1 größeren ^nouür.eorteii bea MtuiiCD rjicvzc# holte. <.it vielen Wainoc^irien ist b.c iiuciaic >L.timmenzahl gegen o,e voriahiige oliapu...', aachror^eiiliich geiiicgcn, jo in Arheugrn van 4u-i üui 509, in Everitadt von 4u9 au, uu4, in Biungnadt von 589 üui 6« <, in ^liesheiur von 2<9 aus o69, in Etvtz-^xrmt van 415 uui 4bu, ui Bhchvch.-cim von 2öJ aui b«u, 111 Uiuneiöoeun Pult 2«5 aui 8j4 u. s. s. a.as Ergebnis m um so erireuliu.er, atL iwch in den alicticöicn A-agcii von sozialdenwlratu^er -Leite d.e argnen LuciiraaLt-iai gegen Dr. Ds^nnS ta-ain unternommen uutb.il. 'JJlun in in der bieujiii Burger an Put allem bvchet.eeut Oatubcr, baj b.e Iaht bet oi.tjetiiu en stimmen seit oer Stich­wahl am 4. Mai v. I. um uLxr s^taajcnb -ugeiwmmen hat, wahrend die otiuimenzahl |ar BetthvU» m bcrieibcn Jeck um rund 800 zutmiging. Die Wahlbenuigung wat im allgenieinen sehr rege, ne betrag 8/,l Brazent. Ein eigenartiger JuiaLI ijat cs geiÜQl, dag g.rade bet Sohn des Mannes, oct bi-j zuin ($üljre I0U0 den Wagik^ech als lutitiualliberaier Aagei.rdNt.ler im blcicljöluQ vertreten haue und bcricii Ablehnung einer Wieder« lualjl zum erstenmai die Wahl eines <5.ozialbeuwtiaten zur ooige Hütte, jetzt bas Mandat zum üieich.mg übernimmt und bauui den Wahilrci's wieder in den Besitz b.r bargeriiaicn Bar.^en zurück- ,uhrt, ui welchem er hossentiich jur alle Julunit verbleiben wirb.

Heiteres von der Stichwahl.

Von einem Lehrer ans bem Lande wird uns ejcfdiricben: In einem ziemlich entlegenen One unserem Wähltreu'e» gab ein Bauer, bei nebenbei Kirchenvorlieher ist, seiner politischen llcbei- zeugnng 111 iolgendkn Wollen AuHdiiick ; ,£tu M 1 u in ni Duiie inet n e 1 wehte, Dons cas e Dojioaldeineiioal, eaii den L i w e i 0 a l e oiuie mer eaiit tädjt net wehte, ci de(i) wolle |oa De Slaijcr 0 a b i cd 0 i | e." 111

polittjd?e Lagcbjcyatt.

Die Aeichstegterullg uns die Patieiett.

Fürst DülowS Lä/iachttuf gegen bas Zentrum ist ohne Wirkung geblieben. Statt mit 104, wie im alten Lieiächtag, hält das Zentrum sogar mit 108 Dkitgliebern in den neuen öteichsiag Einzug. Das war votauszufehLN unb ist auch von fast allen Seiten vor aus gesehen worden, ausgenommen von ctliu)eit Illusionisten, bie sich wunder waS t-enprachcn von den paar nationalen" Zentrums-Kandidaten. Eine ^:i-.oalbe macht keinen Sommer. Wenn auch das Zeiitrum bie flärlfte Fraktion dcs neuen Reick-StagS bleibt und obi'uyon cj keinetilax: :.i>9lini" gegen bie tiiegierung zu betreiben gedenkt: bas Verhältnis zwischen

Kte Dcuiifle ^luiuiuet uuilalit 8 Heilen.

Aie A.ichslalMtchwcklllen in Kessen.

TaS Ergebnis der Stichwahl in den neun Wahlkreisen be6 Giobheizoatu'.nS Hessen wird einen grollen Teil bei bnrgerl.chni Paileien befrieoigen. Graf Ortola (Friedberg- BnDiiigen), Fihr. Heyl zu HeirnShemt (WormS-Heppenhetni) und Geh. Wat Haas (Erbach.Bensheim) haben sich mit starken Mehrheiten aus ihren Posten behauptet, während frei» lid) ber BjahtkreiS Offenbach-Dieburg, bie hessische Hochburg dec Sozialdeniokratie, infolge des nicht einmüligcn ZnsainniengehenS ber Bürgerlichen Elemente wieder an Ulrich, den ,roten Ulrich", zurückgefallen ist. Tie Woh! Uiiichs soll indes angefochten werden! Tie Sozial» beinolraten sollen, wie der ,SU. PresseE gemeldet wirb, bu 3eniaimspiuole von 2)inller-Fl>tba zu einer Anzahl ge­fälschter Flugblätter benutzt haben. In Mainz-Oppen- heim wurde nut einer nicht sehr erheblichen Mehrheil wieder ber Sozialist Tr. David gewählt. Dort Halle man die Zersplitterung unter den bürgerlichen Parteien schon bei Ans Heilung der Uandidatcii als besonders gefährlich empfinde,' können. Das goldene Mainz mit seinem blühenden Handel unb feiner fast ganz katholischen Bevölkerung hat also eine sozialdemokratische Vertretung erhallen, obwohl sich bei bei Hauptwahl am 25. Januar em Mehr von über 8200 Stimmen [ur die bürgerlichen Kandidaten ergeben halle und bie Slim- nienzahl der Nationalliberalen von 4895 auf 8653 ange- wachsen war. Dec Sozialdemokrat trug den Sieg davon, obgleich er gegen die Stichwahl im Jahre 1903 nur knapp 8UU Stimmen Zuwachs erhielt.

Mit unjerin Gieszen haben die Liberalen auch noch den Verlust der Mandate von Alsfeld-Lauterbach und Bingen zu beklagen. Unser östlicher SiachbarkreiS ist, wie der unsere, in den Besitz seines früheren antisemitischen In­habers Bindewald übergegangen. Tr. Wakkau wie unser bewährter Volkvmann Hcyligensiaedt erlagen jener seltsamen Koalition, d.ie sich zusaiumenfetzte au8 Antisemiten, Deutsch- unb Christlich-Sozialen, Sozialdemokraten und llltramontaiien. Dr. tiLallan wurde ouucibcm, wie man unfl heute auo Lauterbach schreibt, nnbegreisticherweise vom Freisinn bei der Stichwahl nur schwächlich unterstützt, ja ein grober Teil bei freisinnigen Stimmen ging sogar, so schreibt man un8, zum Antisemiten über t Auch dort ist man empört über bie ver- hetzende Agitation gewissenloser Bauernfänger, bie namcnl- I,ch zwischen Haupt- und Stichwahl in Blüte stand, wo sich in den beiden nördlichen hessischen Kreisen eine ganze Anzahl politischer TeSpcrados unb fragwürdiger Existenzen umher- trieb. Die Agitationsweise WallauS verblieb, so hört und ver- sichert man allgemein, wie bie HeyligenstaedtS, stets durchaus fach- lich unb vornehm. Tab gerade Heyligenjtaedt unb Dr. QBallau

Ser Ratgeber für ein wohlerzogenes Frauenzimmer-

3m Febcuarheft ber MonatsschriftNord unb ©üb" (Schles. Verlags-Anstalt in BreSlau) veröffentlicht Prof. Dr. Ludwig Veiger-Berlin in einem Aussatz über Ludwig Börne einige Manu­skripte auä dessen Nachlaß, wovon wir das nachfolgende lustige Schriftstück wicbergebcn wollen:

Kurzer Unterricht für meine Tochter wie sie sich bei dem ihr bevorstehenden Mittagessen zu verhalten habe, uni btn Rus eines wohlerzogenen Frauenzimmers zurückzulassen.

Liebe Tochter!

Ta Du jetzt in die Jahre trittst, wo ein Mädchen anfängt, die europäifdx Aufmerlfamleit zu erregen, unb wo man ihr jeden Schritt nachmißt, so wirst Tu von Deinem besorgten. Dich zärtlich liebenden Later gewiß mit Dank bie Regeln aufnchmen, bie er für Tick) bei Deinem heutigen öffentlichen Erscheinen entworfen hat.

Zuerst sei auf Deinen Putz bedacht. Man kann auf bie schönste bet eigenen körperlichen Gestalt entsprechendste Art angezogen sein und dennoch in einer Gesellschaft auffallend erscheinen. Jede Versammlung von Frauenzimmern hat ihre Tonleiter, man kann nach Gefallen hoch ober niedrig auf derselben stehen, man kann einfach ober glänzend gekleidet sein, man kann aber ohne Mißllang zu erregen, nicht in einer andern Tonart auftreten; man darf kein Molllleid anhaben, wenn die übrigen in Dur da sitzen. Dieses abgerechnet steht Dir am besten an, was Dir zuerst als das Beste einfällt. Sobald Sie Eitelkeit zu wählen ansängt, wird das Gesicht fürs Schöne stumpf und Der Sinn fürs La^reclliche verwirrt gemacht. Ein himmelblaues Kleid müßte Dir fdjön anstehen, bie Farben, die man trägt, sollen etwas vaterlänDiiches haben.

Co geputzt darfst Du nicht allein über die Straße gehen. Ohne die Einfassung eines Mannes würdest Du aussehcn, wie ein verlorner Demant, den jeder glaubt finden zu dürfen.

Ta bei dem Feste gewiß alles sehr glänzend wirb eingerichtet fein, so sei nur auf Deiner Hut, daß Du beim Eintreten inS Gesellschaftszimmer nicht ausrufst: ach wie schön! Zwar wirst Tu dies von manchem, ber später kommt als Tu, tagen hören, allein das hat eine andere Bedeutung.

Suche es zu vermeiden, daß Du nicht zwischen zwei Herren am Tische zu sitzen kömmst. Ein so gutes und artiges Mädchen Vie Tu muß sich in dieser Lage nur peinlich fühlen; denn sie wird gegen jeden gleich aufmerksam sein wollen, und da cd un­möglich ist, sich nid* von einem mehr angezogen zu fühlen, als vom andern, so wird man zwisck-eii Neigung und Pfliegt, wie beim Fahren auf holperigem Liege, beständig hin- und hergeworfen.

Este iiidx zu viel, liebe Tochter; das ist Tein einziger Fehler, Du bist eine große Fresserin. Ein gesittetes Frauenzimmer soll nie Hunger zeigen. Dem Manne ist Essen ein sinnliches, dem Weibe darf es nur ein ästhetisches Vergnügen fein. Nur einige Leckerbissen darf sie zu sw nehmen. Das gemeine Bedürfnis soll *e in ter Einsamkeit befriedigen. Wenig Nindfleisch, nichts ge- alzenes, keinen .Senf! Aas macht Aursh. Es gibt nichts wider­

licheres als ein dürstendes Frauenzimmer. Verschmachte lieber, ehe Tn zu trinken forderst, unb erfahre dabei, was cs für ein Gefühl ist, verschmachten.

Esse nicht von lolcycn Speisen, die Tu nid;: ganz verzehren kannst, und von welchen Du gewisse Telle, als Knochen, Gräte, zurücklassen mußt. Hinter einem, mit tleberbleibseln unvcrdaulickier Sachen angchäuften Teller, wird auch das zarteste Geschöpf sich wie ein Husar auSnehmen.

Teile leine Bonbons mit Devisen an Deine Nachbarn auS, man kann nicht wissen, waS darin steht.

Knüpfe keine neue Betannischaiten an, damit Du die älteren Schulden Deines Herzens pünulicb bezahlen kannst.

In der Unterhaltung sei fein und witzig. Dein Nachbar könnte Dir sagen: Mademoiselle ich habe viel gegessen, aber mit vollerem Herzen als Magen verlasse ich den Tisch; darauf er- widere Tu: TaS leicht gesättigte Herz verdient nicht, daß man ihn fällige. Er: eine so reizende Löchin wie Sie findet immer hungrige Gäste. Tu: der Hunger ist der beste Koch. Er: wie meinen Sie das? Tu: ich bitte Ihnen. Er: Aber Mademoiselle! Tu: Lasse Se mer main Menua-e. Er: befehle Se an Stückchc jtudje?

Biete den Zahnstocher, den Du selbst gebraucht hast, keinem andern an. und stecke keine silberne Löffel ein: bas schickt sich nick-t.

Lomme abends zur gehangen Zeit nach Hause, um die Gegen- füfelcr des Wallgrabens zu beleuchten. Dein amerikanischer Dollar wartet mit der größten Sehnsucht auf Dich.

Lache nicht, lächle; esse nicht, essele. '

Zn Gegenwart anderer darj em Frauenzimmer nur zum Trock- nen der Tränen daS Schnupftuch gebrauchen.

Rede mit Männern nur immer von Dingen, die Du nicht verstehst, denn das was ein Frauenzimmer verficht, interessier: keinen Mann.

Sei nicht zu liebenswürdig. Tod ist Tod; ob einer in Lager oder Madera ertrinke, da- ist alles eins.

Liebe denjenigen am meisten, der Dich am meisten liebt

hat Dein Nachbar die Ungeschicklichkeit gehabt, das Salzfaß umzustoßen, so sei artig und sage ihm: man muß es Ihnen verzeihen. Sie verbrauchen viel davon zu Ihrer Unterhaltung. Sagt er darauf: Mademoiselle, es kommt Ihnen nidjt zu, ullch cinen Verschwender zu nennen, bann sagst Tu: daß ich nid,: wüßte!

Man schreibt uns aus Frankfurt a. M., 6. Februar: In ber Frani urttr Oper scuck) heute d:e Erstaunuhrung der Salome" von Sliojari) Strauu statt, die eine uncr.uartet glänzende Wirkung tr.ie-ie. T^s Pubiitum war vom ülniang vrs zum Sa)iu.i gcieirclt Die Mmck bringt den ichir. .en ^:i- halt in ti.enlia>C£ W.ue zum '2iu-,Drua, otzne sich aoer durch xmiginalüut auszuzeichnen. Tie Au,fuhrung war ganz aus- gczeichi.et, besonders gmnzend w-r b.r Liemoes des XKtrii ü ora;- y a m m e r, auch die Salome der Frau il e r u 1 c^. itbeuio pol

Herr Breitenfeld als Iochanaan Tüchtiges. DcS £rd,cncr unter Die)en berg er 5 Leitung stand aui ber Höhe seines uuigabe. Tas H>iwnluni war seyr entbuiiasmiert und ruUe nuyt eher, als bis ber tioriiang 23 mal in bie Höhe gegangen war.

Ternburg.

In der letzten Nummer der ,Iugend* stand ein Gedicht über Aolonialdiickior 2euibiug, worin behauptet winde, er stamme ans Mam^ Eine hiesige L-oInlpaiuoiut hoi mm uachstehendeS Gedicht als Auiivorl an Die .Ingend" geiauDu

En TaruisiaDier Heiner an en olDe sZiaiikkorder.

'JJiein lieivn alber Heir vom ckstaur Was rcDD'fie doch lor Sache.

Ter Ternburg soll auS Man, gor fein, T 0 wär uix brau zu mache r Sich na, Bachiler! In der Tat; Ter Ternburg is e Hemer, Und, was er miS gezeigt a hat, Bun De Bateulfle einer.

Tie Bantierrn 'bicjfcl, Hoismann noch, Tie a was Tüchl'ges ieu;e, Suui all flcborn am große Woog, Test iteil mich noch nm meiste. Rott was Die Welk verblüfft allein Im Schaffe ober Diebbe Staun mir aus Hcsjebarmstadt sein, Ata liiciuer, woUit nm luene?

Hieraus ging von der .Jugend" folgende poetische Ant­wort ein:

Mei lieweS Gretel, bu hast recht. Ich üobü en ntoue Bock gcmcchr, Bch Dhn's ääd) sehr beicuc, Es hat mich näner naneloblt, Bei dem ich Auskumk eigc.iolt, Trum bitt lcki's zu verzcilie. Ter Ternborfch fchdannul auS Tarmschdadt her, U11 Tarnifchdabt, ach, Des liciu ich sehr, Gauz ol)iic Iwwcrliewuug:

Ais St 1111 ft 1 cii D a D t idionn schdehl's ganz allLänS Hoch uviver Rolle, iwiver Liääuz Uitn dann Die fchee Umaeivungl Wie oit hat Icboim im Cbciuald Jur Gras ge otze mei toclialt, Boni LonuejchDrohl beschiene Ihm daun bie Mäbercher bobnmt: Gcjmib umi hell an Herz 1111D 'lUuub Tes fliidt merr ja an Ihne!

Rorz: TaruiichDaDk iS e iiiaa).juroel, Ich heb Die SchbaDk aud ganzer Seel Sanibl ihre liebe Alenjche Tcr große Woog, Der tlääne Woog, Es lewe Euer Gr01,Herzog Ihm 's ganze Hesieläubche!

Ter albe F rankiorber Rarl fettlinger.