Ausgabe 
6.9.1907 Zweites Blatt
 
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I auf Lehmboden wieder am besten. Noch ist über das Eggen I bemerken, daß überhaupt für diese Arbeit eine verhältnis­mäßig kurze Zeit zur Verfügung steht, so daß also der richtige I Zeitpunkt genau wahrgenommen werden muß, oft sind es nur wenige Tage, an den^n man eggen kann, dann aber mit allen Kräften; bei Nässe und nassen Pflanzen ist das Eaaen I zu unterlassen.

bekannteste und wohl auch vollkommenste Bekampsuugsmittel gegen das Unkraut ist das Hacken der I turpflanzen zu bezeichnen und hierüber brauchen nicht noch viele Worte gesagt zu werden. Es wird durch dasselbe der Boden noch viel gründlicher gelockert als durch das Eggen, das von bestem Einfluß auf das Wachs-, tum der Kulturpflanzen ist. Es sollte daher auch gehackt werden, wenn auch kein Unkraut zu sehen ist, und von tüchtigen Landwirten gilt die Hackezeit als die wichtigste im ganzen Jahre, die sie voll auszunutzeu sehr bestrebt sind. I beider verbietet sich das öftere Behacken der Kulturpflanzen oft ganz von selbst wegen Mangel an Arbeitskräften. Es ist deshalb nur mit Freuden zu begrüßen, daß die Maschinen- I Technik dem Landwirt in dieser Beziehung entgegenkommt uiid ihm Hackmaschinen lind Hackgeräte der mannigfachsten Art zur Verfügung stellt. Um das in Reihen angebaute -Getreide auch im Kleinbetrieb öfters hacken zu können^ werden schon seit einigen Jahran von Rud. Sack in Leipzig-, Plagwitz sogen. Hackrechen gebaut und von seinen Filialen, so z. B. von M. Rosenthal in Gießen, zum Verkauf ge-i bracht. Das Instrument ist lvie ein Rechen gebaut, besitzt: aber an Stelle der Holzzinken eiserne, die verstellbar sind, I und hat eine Arbeitsbreite von etwa 60 Zentimeter. Es» wird wie ein Reihenzieher gehandhabt und kann außer für Getreide noch für Hülsenfrüchte, die in Reihen stehen, zunt Hacken benutzt werden.

Zuletzt mag noch das häufig schon angewandte Be­spritzen derSo mm ergetreidefelder mit Eisen­vitriollösung erwähnt werden, das zum Vertilgen von Hederich und Ackersenf dient. Die beste Zeit zum Spritzen ist gekormnen, wenn das Getreide etwa 1015 Ztm. hoch geworden ist, oder der Hederich das 3.-4. Blatt be-, kommen hat. Es wird im Durchschnitt eine 20prozentige Lösung empfohlen, doch kann bei frühem Entwicklungs-i stadium und bei günstigem Wetter schon eine 15prozentige Lösung genügen. Um die Lösung herzustellen, ist das Eisen-. Vitriol am Abend vorher in Beutel zu tun, diese in warment Wasser aufzuhängen und des andern Tages mit soviel Wasser zu verdünnen, daß auf je 100 Liter Wasser 15 resp. 20 Kgr. Eisenvitriol kommen. Die Lösung ist alsdann in eine sogen. Hederichspritze zu füllen, die von Mayfarth u. £o. in Frankfurt a. M. und K. Platz, Ludwigshafen a. Rh. zu beziehen sind, und bei Hellem, sonnigem Wetter das Be-, spritzen vorzunehmeu. Die Wirkung ist die, daß Hederich und Ackersenf an den benetzten Stellen vollständig zerstört werden und dadurch eingehen, während das Getreide, an dem es seiner glatten Blätter wegen abläuft, ent­weder gar nicht oder nur sehr wenig getroffen wird. Rüben, Bohnen, Wicken vertragen das Spritzen nicht, auch Klee leidet etwas. Andere Unkräuter leiden zwar auch, werden aber nicht zerstört. Bei Regenwetter und Tau auf den Blättern nützt das Spritzen nichts.

Zum Schluß sei noch aus zwei Maßnahmen hingewiesen, die auch zur Bekämpftung des Unkrautes wenn auch indirekt wirkend zur Anwendung kommen können. Es ist das: Eine regelmäßige Kalkgabe, damit der Schachtelhalm, der Ackerspörgel, der Sauerampfer unter-, drückt, daun aber vor allem die Kulturpflanzen aus dem» Acker gekräftigt werden, um damit das Unkraut zu unter-, drücken; und das Drainieren naßgelegenerLän- d e r e i e n, weil auch damit viele die Nässe und Säure int Boden liebende Unkräuter zum Verschwinden gebracht werden.

Walze, welch letztere der Nässe wegen nicht immer ange- wcudet werden kann und bei rechtzeitiger Anwendung, nämlich noch ehe der Acker anfängt weiß zu werden wird mit ihr eine Schicht feinsten Ackerbodens an der Ober­fläche hergestellt, in der die Unkrautsamen viel eher zum Keimen kommen als in dem geeggten Felde. Später kann das ausgelaufene Unkraut mit der Egge zerstört und die Saat alsdann ausgeführt werden. Oft" kann sich auch ein wiederholtes Schleifen und Eggen vor der Saat als nötig erweisen. Das Ueberziehen des Bodens mit der Ackerschleife geschieht am besten in schräger Richtung zu den Ackerfurchen.

Etivas anders wird sich die Bearbeitung des Sand­bodens im Frühjahr gestalten, wenigstens die des leich­teren Sandbodens. Der sandige Lehm- und der lehmige Sandboden können ebenfalls in der geschilderten Weise ge­schleift und geeggt werden. Dagegen verdunstet der leichte Sandboden viel Wasser bei zu oftem Berühren, das nach­teilig für das Keimen und Ausgehen der Saat werden kann. Da nun ohnedies das Unkraut aus diesem Boden leicht aus­läuft, so wird ein Zerstören desselben mit der Egge kurz vor der Saat leicht bewirkt werden können.

Ein weiteres wichtiges Bekämpfungsmittel des Un^ krautes ist dasEggenderWinter-undSo m mer- s a a t e n. Hierbei wird ein mehrfacher Zweck erreicht. Es wird 1. das slachwurzelnde Unkraut zerstört und viele Unkrautsamen in den oberen Schichten zum Keimen ge­bracht, 2. es wird die Krustenbildung verhütet und beseitigt, 3. der Boden besser durchlüftet und 4. auch eine Vermint derung der Wasserverdunstung erreicht. Betreffs des Eggens der Wintersaat gilt der Grundsatz, daß dasselbe sobald es der Feuchtigkeitszustand erlaubt, ausgeführt wird und daß vor dem Eggen möglichst erst die Walze gehen soll, , barmt gute Arbeit verrichtet werden kann. Weizen lohnt i bas diel besser als der Roggen, es ist hier zu unter-, lassen weil sich der Roggen im Frühjahr schon zu sehr bestockt hat. Da wo in den Roggen Serradella oder Klee eingesät werden soll, kann es dennoch, aber mit Vorsicht auvgesührt werden. Was die verschiedenen Bodenarten anlangt, so ist zu sagen, daß sich der Lehmboden zum Eggen am besten eignet; der Sandboden weniger und namentlich hat ev Bedenken den humusarmen Sandboden zu eggen I da er dabei zu viel Wasser verdunstet; der Tonboden ist ebenfalls wenig zum Eggen geeignet und besonders ist es I (im nassen Zustande zu unterlassen.

Besonders gut läßt sich das Eggen auch bei den I Sommersaaten ausführen und man kann damit auf die I billigste Weise das Unkraut zerstören, bevor die Pflanzen aufgelaufen sind. Früchte die vorzüglich im Frühjahr das Eggen vertragen können, sind außer dem Sommergetreide I die Kartoffeln. Diese werden oft und in Wirtschaften mit starkem Hackfruchtbau nur allein durch Eggen mit darauf folgendem Walzen, damit das Unkraut besser zum Aufläufen kommt, reingehalten. Auch ist es gut geeignet, den Hederich I im Kartoffelfeld zu unterdrücken. Sofort nach dem Legen I der Kartoffeln wird nämlich der Acker klar abgeeggt damit der Hederich hervorgelockt wird, hat er dann das 3. Blatt erreicht, so wird wieder geeggt oder auch flach gekümmert, bas sich in derselben Weise, je nach dem Auftreten, noch einmal wiederholen kann. So können mit Leichtigkeit uoch ehe die Kartoffeln aufgegangen sind, zwei Hederich­saaten durch das Eggen vernichtet werden. Hafer und I berste sind bis etwa 14 Tage nach dem Auflaufen zweckmäßig I zu eggen, die Gerste nicht zu früh, weil die jungen Gersten-, Pflanzen sehr empfindlich sind, auch nehme man dazu leichte I Eggen mit möglichst gerade stehendell Zinken. Soll das I Sommergetreide-Eggen von gutem Erfolg begleitet sein, so empfiehlt sich: 1. die Ackerkrume möglich stvon seiner I Beschaffenheit herzustelleu, dabei soll sie aber nicht zu locker sein, 2. die Einsaat ettuas zu verstärken uu5 zwar I umsomehr, je kräftiger das Eggen ausgeführt werden soll, 3. sollen auch nicht zu viel und größere Steine auf bem| I Mde vorhanden sein. Auch hier eignet sich das Eggen I