^Fragen nur in beschränktem Maße diplomatisch eingreifen, aber cs rann durch seine Haltung verhüten helfen, daß jene Tendenzen, b t e gegen Deutschland gerichtet sind und deren Erfolg auch uns den Stürmen aussetzen würde, den Sieg erringen. Von einer wirklichen Isolierung Oesterreich-UngarnsoderDeutschlands kann natürlich nicht die Rede sein, da sie aufeinander allezeit zählen können, daß aber eine Potenz, wie das befestigte Friedenslager, das die beiden Reiche in der Mitte des Erdteiles bilden, eine starke Anziehungskraft ausübcn muß, hat sich gezeigt, als I t a l i e n sich ihnen anschloß, und trotz aller verdrießlichen Stimmen, die man dort über den Dreibund vernimmt, hört man doch immer nieder die Stimme der Vernunft durchdringen, die davor abwarnt, ein Verhältnis aufzugeben, das ohne Kosten die Geltung Italiens vermehrt. Ter Besuch, den Baron v. Aehrenthal im Sommer dem Minister des Aeußern, T i t t o n i, abzustatten ^beabsichtigt, soll der Welt zeigen, daß die leitenden Staatsmänner .das beiderseitige Interesse an der nicht nur formalen, sondern Lebendigen Fortdauer des Bündnisverhältnisses anerkennen.
Ein Bombenattentat
gegen -en Präftdeuterr von Guatemala.
Hamburg, 30. April. Dem hiesigen Generalkonsul von Guatemala ist heute folgendes Telegramm des Ministers Les Auswärtigen, Barrios, zugegangen: Heute morgen explodierte in der Hauptstadt von Guatemala eine Bombe in dem Augenblick, als der P r ü s l d e n t E st r a d a Cabrera im Wagen vorbeifuhr. Der Präsident ist unverletzt äeblieben, dagegen sind der Chef des Militür- Habinetts (Äneral Jose Maria Qrellana und der Kutscher des Wagens verwundet worden. Die Ruhe ist rncht gestört. Eine Untersuchung wurde eingeleitet.
Deutscher Reich.
Berlin, 30. April. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Wie wir vernehmen, ist das Schloß Achilleon auf Korfu pon der Privatschatulle des Kaisers käuflich erworben worden. Besitzerin des Schlosses war seit dem Tode der Kaiserin Elisabeth ihre mit dem Prinzen Leopold von Bayern vermählte älteste Tochter, die Erzherzogin Gisela, die Nutznießung hatte Kaiser Franz Josef. Den Kaiser hat zu dem Kauf der Wunsch bestimmt, für die Mitglieder der kaiserlichen Familie eine Besitzung zu erwerben, die in mildem Klima als Erholungsaufenthalt dienen kann.
Stuttgart, 30. April. Das Gesamtkollegium der Zentralstelle für Gewerbe und Handel hat einstimmig den lAuschlußWürttembergsandieWasserstraßen- gemeinschaft auf Grund der preußischen Vor- «sch läge gut geheißen,
Ausland.
Paris , 30. April. Im Elysee fand ein Diner zu Ehren des Königs der Belgier statt. Präsident Falliöres brachte auf den König einen Trinispruch aus, wobei er erwähnte, mit welcher Freude der König in ganz Frankreich !-bei seinen Besuchen begrüßt werde. Er freue sich mitteilen zu können, das; zwischen beiden Ländern die besten Beziehungen herrschen. König Leopold erwiderte in demselben Sinne, indem er auf die Bande der Freundschaft, welche zwischen beiden Ländern bestehen, hinwies.
— Ein von der Regierung vorbereiteter Ge sctzcnt- swurf betreffend den allgemeinen Arbeitsvcr- Dand soll diesen die Syndikate umfassenden Verband zwingen, sich ausschließlich mit den sachlichen Inter- kessen zu befassen und seine politischen Treibereien fein zu stell en.
— Ministerpräsident Clemenceau erklärte beim Empfange einer Abordnung der Postangestellten, die Regierung verfahre mit solcher Strenge, weil sie einer Aufleh- UungvonBeamten gegenüber stehe, die sie nicht dulden »dürfe. Der Ministerpräsident weigerte sich, die Frage der ^Wiedereinsetzung der entlassenen Beamten zurzeit zu be- lsprechen. Die Abordnung bestand auf der Forderung und gab die Erklärung ab, diese Weigerung verstimme das Personal, welches gar nicht daran denke, der „Konföderation der Arbeit" angehören zu wollen und auch für die Beamten kein Recht uns Ausstand beanspruche. Clemenceau bemerkte schließlich, die ergriffenen Maßnahmen würden auf- ftecht erhalten werden.
Rom, 30. April. König Eduard ist aus Neapel hier eingetroffen. Am Bahnhofe wurde er vom König Viktor Emanuel empfangen. Nach herzlicher Begrüßung bestieg König Viktor Emanuel den königlichen Magen und unterhielt sich lebhaft mit dem König Eduard. Bei der Trennung umarmten sich die Monarchen, der künig- 'liche Zug setzte alsdann die Reise nach Florenz und dem Simplontunnel fort König Eduard trifft morgen in Pa r i s jein —
Newyork, L Mai. In den Kreisen der hiesigen Fabrikanten und solcher Importeure, die keine Konsignationsware importieren, wäch st die Oppositiongegenden Abschluß eines deutsch-amerikanischen Handelsvertrages. Die Bundesverwaltung soll angegangen werden, vor einem definitiven "Abschluß ernes solchen Abkommens sämtliche Bedingungen zu veröffentlichen, um '«£ den Interessenten zu ermöglichen, ihre Einwände vor- zubringen. Der französische Botschafter soll in einer Unter» Haltung mit dem Sekretär Cortelyou für Frairkreich eine ,gleiche Behandlung wie für Deutschland verlangt haben.
Neues aus Rußland.
Die „Nvwvje Wremja" berichtet weiter über die nichtöffmt- liche Sitzung der ReichÄuuna am 27. April: Unter fo r t- roährendem wüstem Lärm erklärt der Präsident Golowin den Zwischenfall für erledigt Sofort erheben sich die Aoge- «rbneten der Rechten, Gemäßigten, Okwbristen sowie der Pactei- ftosen und verlassen unter Prvtestrufen den Saal. Auf den Antrag der Kadetten hin ordnet der Präsident eine Pause an, die sich auf 1J/2 Stunden ausdehnt Die Sitzung wird darauf um 7 Uhr abends wieder ausgenommen.
Präsident Golowin erteilt dem Abg. Surabow eine neue Rüge und entzieht ihm das Wort. Er fordert gleichzeitig für sich tüt Vertrauensvotum des Hauses. Hierauf erheben die Abge- jorimeten der Linken einen furchtbaren Lärm und toben.
Sozialdemokrat Seretelli springt auf das Podium und s-votestiert gegen die Maßregelung Surabows.
; Golowin entzieht ihm das Wort, Zeretelli fährt aber trotzdem fort zu reden. Der Särnt nimmt immer größere Dimensionen an. Zeretelli stürzt in den Gang zwischen den Sitzen und ihm folgen alle Abgeordneten der Linken, die beim Verlassen des Saales furchtbare Bedrohungen und Beschimpfungen aussdoßen und mit den Fäusten drohen. Nur 10 Mitglieder der Arbeitsgruppe bleiben von den linksstehenden Parteien im Saale.
Tie Duma hat gestern die Regierungsvorlage inbetreff der Festsetzung des Rekruten ko ntingents angenommen Das Haus bereinigte ferner 6 Millionen Rubel zur Beihilfe für die von der Hungersnot betroffenen Gebiete und stimmt' bann einer Interpellation zu, die darüber Klage füh't, daß die Maßnahmen der Regierung betreffend die Förderung der Auswanderung vonBauernnach Sibirien Schwierigreiten zwischen den Eingesessenen und den Einwanderern schaffe. Die Sozialdemokraten, die über die Haltung des Präsidenten Dvlowin aufgebracht sinh, bringen einen Antrag ein, dem
selben cm Tad'elsvvkunt auszusprechen. Golowin weigert sich, den Antrag zu verlesen und verweigert den Führern der Sozialdemokraten das Wort, während die äußerste Linke feindselige Rufe ausstößt. Das Haus beschließt dann einstimmig die Abschaffung der Feldkriegsgerichte.
Nach Meldungen- aus Jekaterinoslaw ist in der Station Gorjainowa ein Personenzug von einer Räuberbande überfallen worden. Geraubt wurde eine Kassette mit Staatsgeldern, welche 30000 Rubel enthielt. Beim Versuche, die Passagiere zu plündern, wurden die Räuber durch die Schüsse, welche das Bahnpersonal abgab, in die Flucht gejagt.
Nach einem neuen Befehl haben die Gendarmen das Recht, bei Dunkelheit Passanten auf 1000 S chritt Entfernung anzurufen, und wenn daraufhin^nicht stehen geblieben wird, zuschieße n. Wie das „Königsh. Tagebl." meldet, gingen in Franzschacht bei Bendzin (Polen) zwei ältere Damen, Verwandte des Gouverneurs, spazieren, wurden von einem Gendarmen durch lauten Zuruf zum Stehenbleiben auf- gesordert, könnten dem Befehl aber keine Folge leisten, da sie schwerhörig waren, worauf der Gendarm zwei Schüsse ab- gab und beide Damen tötete.
Aus S»aot miio Luus.
Gießen, 30. April 1907.
• * Ein Kaisertelegramm. Auf das Telegramm der Gießener 8. C. an S. M., das folgendermaßen lautete: Ew. Meßest. erlaubt sich der auf dein Korpshause der Teutonia versammelte Gießener 8. C. die alleruntertänigsten Gruße zu entbieten. Zugleich erlaubt sich untericrtiqter 8. C. Ew. Majestät zu bitten, huldvollst das Gelübde unwandelbarer Treue entgegen- nehmen zu wollen.
Der S. C. zu Gießen des zur Zt. präsid. Korps Hassia i. A. Pilger (x)
ging folgende Antwort ein:
Homburg H. Schloß 1907. 25. IV.
An das Korps Hassia Herrn studiosus Pilger
Korpshaus Teutonia.
Ich danke dem 8. C. zu Gießen für die herrlichen Blumen und den korpsstudentischen Gruß, welcher mich sehr erfreut hat als Beweis, daß die dortige korpsstudentische Jugend fest steht in der Treue zu Kaiser und Reich. Wilhelm I. E.
* * Zurn 7 0. Gehurtstag des Prof. Gorban in Erlangen hat nicht nur unsere Universität in einem Telegramm gratuliert. Wie uns heute mitgeteilt wird, hat auch die Gießener philof. Fakultät nicht unterlassen, dem Beoeutenben Gelehrten, der seine akademische Laufbahn hier begonnen hat, in einem längeren Schreiben ihre Glückwünsche auszusprechen.
* * Das Bahnprojekt Ulrichstein — Mücke. Der vom Abg. Molthan erstattete Bericht des Finanzausschusies der Zweiten Kammer über diese Angelegenheit lautet:
Die Abgg. Schmalbach und Brauer haben den Antrag gestellt, die Kammer wolle die Großh. Regierung ersuchen, den Landständen eine Gesetzesvorlage über die Erbauung einer Bahn von Mücke nach Ulrichstein mit der Aiöglichkeit der Fortführung nach Rixfeld demnächst vorzulegen. Eine Vorstellung des Eisenbahnkomitees Mücke-Ulrichstein-Rixseld unier- nützt diesen Antrags und bekämpft eine weitere Vorstellung des Eisenbahnkomitees für Grobfelda, welche die projettrertc Bahnlinie über Grobfelda mit Einmündung in Nteder-Gemünden geführt reiften will. Die Gemeinden Groß-Eichen und Höckersdorf sprechen sich gleichfalls in einer Vorstellung für den Bahnbau Mücke-Ulrich- stein aus und verlangen, es möge bte Gemeinde Groß-Eichen, soweit dies technisch möglich sei, berücksichtigt werden, so daß sie einen möglichst nahen Anschluß an die Bahulinte erhält. In einer weiteren Vorstellung des Eisenbahnkomitees für Großfelda erhebt dasselbe Widerspruch gegen die Vorstellung des Eisenbahnkomitees Mücke-Ulrichstem. Die Großh. Regierung erklärt sich bereit, falls die in Betracht kommenden Gemeinden und Interessenten ihr Interesse am Bahnbau praktisch beteiligen, dem Bahnbau Mücke-Ulrich- stein näherzutreten. Tie Weiterführung nach Rixfeld oder Lauterbach bleibe mit Rücksicht auf die schon bestehenden Schwierigkeilen in der Finanzierung vorerst offen. Die Linienführung über Großfelda wird von der Regierung als unwirtschaftlich abgelehnt.
Tie allgemeinen Verkehrsbedürsniffe des nordwestlichen Teils des Vogelsberges weisen nach Ansicht der Regierung auf die V e r= bindung von Mücke mit Ulrichstein hin. Diese Linie würde durch eine Führung über Grobfelda um 11 Kilometer verlängert, ohne daß damit nennensiuerte größere wirtschaftliche Vorteile erlangt würden. Tie Einbeziehung von Groß-Eichen wird von der Regierung als wünschenswert bezeichnet.
Der Ausschuß pflichtet dieser Stellungnahme der Großh. Regierung bei und beantragt, den Antrag der Abg. Schmalbach und Brauer a n z u n e h m e n und die Vorstellungen des Eisen- vahnkomitees für Mucke-Ulrichstein und für Großfelda sowie der Gemeinden Groß-Eichen und Höckersdorf für erledigt zu erklären.
* * Der Taschen-Fahrplan wird morgen der Stadtauflage beigelegt werden.
" Die Gewerbebank Gießen, e. G. m. u. H. hielt am Dienstag abend im Cafs Ebel ihre 48. General-Versammlung unter Anwesenheit von ca. 100 Mitgliedern ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, L. Petri II., konnte, wie im vorigen Jahre, auch diesmal mitteilen, daß die Genossenschaft sich in erfreulicher Weife weiterentwickelt und ein Reingewinn sich ergeben habe, der diejenigen früherer Jahre weit übertroffen; die günstige Entwicklung fei zu danken dein erfreulichen Aufschwung des Gewerbes und der Industrie, dem gesteigerten Vertragen der Geschäftswelt zur Bank und vor allem der Umsicht und dem Fleiß der Beamten und Gehülfcn der Bank, denen er im Namen des Aufsichtsrates für ihre ersprießliche Tätigkeit danke. Die Generalversammlung mußte diesmal später emberufen werden, weil infolge Erkrankung des Vorstandsmitgliedes 2. Walther der Abschluß der Bücher nicht früher erfolgen konnte. Der Vorsitzende spricht sein Bedauern über den Austritt des Aussichtsratsmitgliedes Heinrich Leib und den Tod des Auffichtsratsmitgliedes G. E. Möhl aus; das Andenken des Verstorbeneu wird durch Erheben von den Sitzen geehrt. Weiler berichtet der Vorsitzende, daß bei der an mehreren Tagen ohne vorherige Anmeldung vorgenommenen Revision Bücher und Bestände der Bank in bester Ordnung befunden worden seien. — Der vom Direktor Loos erstattete Geschäftsbericht bestätigt zunächst das vom Vorsitzenden bezüglich der Entwickelung der Bank Gesagte. Die infolge des Aufschwunges der Industrie und der regen Bautätigkeit gesteigerten Anforderungen an die Bank konnten, allerdings unter großen Opfern, befriedigt werden; die Spannung un Geldmärkte und die dadurch hervorgerufenen Schwierigkeiten in der Beschaffung von Hypotheken hatten zur Folge, daß der Rückfluß von Darlehen öfters gestundet werden mußte. Redner verbreitet sich eingehend über den Geschäftskreis der Gewerbebank, namentlich un Hinblick auf Personalbürgschaft, den Chekverkehr, die Spareinlagen, behandelte eingehend die Aufgaben der Bank in ihrer Eigenschaft als den Interessen der kleinen und mittleren Gewerbetreibenden dienenden Genossenschaft und gab dem Wunsche Ausdruck, daß die Genossenschaft auch in Zukunft in der Lage sein möge, zu wirken zum Wohle der werttätigen Einwohnerschaft und damit der ganzen Stadt. — Tie Jahresrechnung und Bilanz wird genehmigt und damit dem Vorstände und Aufsichtsrat Entlastung erteilt. — Uebec die
Verteilung des Reingewinnes entspann sich eine längere Debatte, indem einerseits eine erhöhte Dividende, andererseits verschiedene Zuwendungen an gemeinnützige Anstalten in Vor- schlag gebracht wurden. Es wurde, nachdem die Vertreter des Vorstandes und Aufsichtsrates die einschlägigen Erläuterungen zum Anträge des Aufsichtsrates gegeben, beschlossen/ die Dividende in der seitherigen Höhe (6 i/g %) zu belasten und dem Gewerbeverein zur Erbauung des seiner Vollendung entgegengchcnden Schulhauses 2000 Mk. zu bewilligen. — Die satzungsgemäß ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrates, C. A. Faber, Louis Fuhr, Justizrat Dr. Gutfleisch wurden wieder- und anstelle des verstorbenen Herrn Georg E. Möhl und des aus der Genossenschaft freiwillig ausgeschiedenen Herrn Heinr. Leib die Herren Bcauercibesitzer E. Asprion und Uhrmacher Otto Schmidt neu gewählt. Ter ebenfalls in Vorschlag gebrachte Stadto. und Kalkwerks, besitzer Aug. Gabriel lehnte die Wahl unter Hinweis auf seine vielseitige anderweitige Inanspruchnahme ab. — Uebec die»beantragte Erhöhung des Geschäftsanteils aus 1000 Mk. wird eine demnächst einzuberufende Generalversammlung beschließen, da zur Beschlußfastung darüber die Anwesenheit von mindestens einem Viertel aller Genossen erforderlich ist; doch ist die besonders cinzuberufende Generalversammlung ohne Rücksicht auf die Zahl der Anwesenden beschlußfähig. Wie m dem (dem Gieß. Anz. beigelegten) Geschäftsbericht bereits mitgeteilt ist, soll die obligatorische Einzahlung auf den Geschäftsanteil nur auf die Höhe von 500 Alk. festgesetzt werden, die Auszahlung der Dividende wird sonach schon auf die Höhe von mindestens 600 Mk. zur Auszahlung gelangen; es bleibt dem Ermesten jedes Mitgliedes vorbehalten, sein Anteil auf bte Höhe von 1000 Mk. zu ergänzen. — Die am 17. Mai 1906 abgehaltene Revision der Bank durch den VerbandSrevifor hat unwesentliche Anstände ergeben, deren Abstellung, soweit solche nicht inzwischen erfolgt ist, den Beschlüstcn des Vorstandes und Aufsichtsrates entsprechend vorgenommen werden soll. Der Revisionsdericht bestätigt die vorzügliche Geschäftsführung und gute Einrichtung der Bank. — Ter vom Aufsichtsrat beantragten Regelung der Gehälter der Beamten und Gehülfen stimmte die Versammlung zu. Beamte und Gehülfen sprachen ihren Tank für die Bewilligung aus mit der Versicherung, auch fernerhin ihre ganze Kraft dem Gedeihen der Genostenschaft zu widmen. Mit dem Wunsche, daß auch fernerhin die Bank sich in der bisherigen Weise entwickeln möge, schloß der Vorsitzende die Versammlung.
"Wohnungen für dieUniversitätsfeier. Die Frist für die Anmeldung derer, die als ehemalige Studierende und Assistenten an der hiesigen Universität zu deren Jubelfest geladen worden sind, geht heute, die Anmeldungsfrist für die ,Ehrengäste^ (ehemalige Dozenten der Gießener Universität, Vertreter von Behörden rc.) in 14 Tagen zu Ende. Für die Unterbringung der Gäste ist noch eine erhebliche Anzahl von Wohnungen nötig. Demnächst werden eine Anzahl Herren die Familien der Stadt besuchen, um sich mit ihnen wegen Bereitstellung von Zimmern ins Benehmen zu setzen. Zu rascher Erledigung der Angelegenheit märe es sehr dankenswert, wenn die HauS- vorstände sich schon zuvor überlegen rvollten, ob sie Zimmer zur Verfügung stellen können und zu welchem Preis (wöbet un Allgemeinen das erste Frühstück mit einzurechnen ist).
* • D i e Gießener Freiw. Feuerwehr hielt am Montag im Restaurant Wigandt ihre ordentliche Hauptversammlung ab. Brandinspcktor Wiegandt begrüßte die zahlreich erschienenen Kameraden und forderte sie auf, auf den hohen Protektor der hessischen Feuerwehren, S. & H. den Großherzog ein dreifaches Gut Wehr auszubringen, welcher Aufforderung die Versammlung freudig entsprach. Sodann erstattete dec Brandinspektor den Jahresbericht, aus dem zu entnehmen ist, daß die Wehr im abgelaufenen Jahr 11 Hebungen abhielt, die Schlußübung wurde am 30. Sept, in Verbindung mit der freirrn Sanitätskolonne an der Stadtmädchenschiile abgehalten. Alarmiert wurde die Wehr zweimal, sie war ferner bei kleineren Bränden (Zimmerbrände) vereinzelt tätig. Vorstandssitzungen fanden elf statt. Der Personalbestand der Wehr mit Chargen beträgt 168 Mann, leider hat sie den Verlust eines Kameraden durch den Tod zu beklagen. Zum Ehrenmitglied wurde Oberrechnungsrat Dr. Wagner ernannt, der den hiesigen Feuerwehren stets mit großem Interesse gegenüber stand. Hierauf erfolgte der Bericht des Rechners über die Kastenverhältniste, es wurde ihm Entlastung erteilt und auch dec ausgestellte Voranschlag für 1907/08 fand Genehmigung. Bei dec Ersatzwahl wurden zu Obmanns-Stellvertretern des 2. Steigerzuges Kamerad Seidl und am 2. Hydrantenwagen Kamerad Kraus geioählt. Punkt 5 der Tagesordnung war Vorlage des Entwurfs der neuen Satzung. Da seit nahezu 3 Jahren die Wehr in Loschzüge eingeteilt ist und auch noch andere zeitgemäße Aenderungen in der Wehr vorgenommen wurden, sind die alten Satzungen den jetzigen Einrichtungen der Wehr nicht mehr angepaßt. Die Versammlung nahm fast durchweg die neuen Satzungen an und in einer demnächst noch emzuberufenden Versammlung wird die endgültige Annahme der neuen Statuten erfolgen. Sie bedürfen dann noch dec Genehmigung des Kreisamts und der städt. Behörde. Da hiermit die Tagesordnung beendet war, forderte noch Brandinspektor Wiegandt die Kameraden auf, die am kommenden Montag beginnenden Hebungen recht eifrig zu besuchen und schloß mit einem kräftigen Gut Wehr auf die fernere Weiterentwicklung der Gießener Freiwilligen Feuerwehr die Versaminlung.
sd. Darmstadt, 1. Mai. (Tel.) Der parlamentarische Abend, den Staatsminister Ewald gestern abend für die Mitglieder der 2. Kammer veranstaltet hatte, war von etwa 36 Abgeordneten besucht. Die Sozialdemokraten roar:n nicht vertreten, reie man glaubt, wegen der Nichtbestätigung , der sozialdemotratifchen Beigeordneten in der letzten Zett. S. K. 5). der Großherzog, der um 8 llhr erschien^ verweilte in lebhafter Unterhaltung mit fast alten Abgeoronetv bis 1 Uhr im Mm'.sterhotel. Auch die Minister Gnautg ur& Braun, Geh. Staatsrat Krug von Nidda und die meisten Mmiite- rialräte waren anwesend, evenso die Abteilungsvorstände des Mu- seums, ine bei dec am nachmittag von den Abgeordneten Borge- nommenen M-seum-oesicift^ung Oie Fuyrung hatten.
Vermischtes.
* 2u dem Sun o c a n z .v r o e r Bestechungs- Prozeß ereigne.e sich em ,en^ioneller Zwischen «all. Bürgermeister Scymitz errlärte zurück zu. treten.


