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1.5.1907 Erstes Blatt
 
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Mittwoch 1. Mai 1807

157. Jahrgang

Erstes Blatt

Nr. 101

Ale heutige Dummer umfaßt 14 Seiten.

Die gestrige BLilow-Nede

l

Konflikten mit feinem Arbeitgeber aussetzt", bemerkt das hiesige Sozialistenorgan. Das wäre auch höchst töricht, ebenso töricht aber von Arbeitgebern, morgen dem Begehren der Arbeiter Folge zu leisten, statt Arbeitserleichternngen oder auch einmal vielleicht Freigabe von der Arbeit dann ein­treten zu lasten, wenn es die Geschäftsverhältniste ohne Schaden gestatten. Treten solche Umstände zufällig atn 1. Mai ein, dann mag der 1. Mai freigegeben werden; wer aber ängst­lich der Arbeiterschaft den Willen tut, der hat es sich dann selbst zuzuschrelben, wenn sie von Tage zu Tage begehrlicher und übermütiger wird.

Was wir aber in jedem Falle sehr bedauern würden, das wäre eine Uebcrspannung dec Gegensätze, gleichviel ou welcher Seite die Schuld läge. Die .schärfere Tonart" möchte sich freilich immer auf beiden Seiten gern durchsetzen. Mit Gewalt aber ist dem Friedenstage nicht zu helfen, sie widerspricht seinem eigenen Grundgedanken.

Auswärtige IoiuiL im Reichstage.

9t Berlin, 30. April.

Em Bild der Gesundheit und der Zuversicht so präsentierte sich heute bereits vor Beginn der Sitzung

au bet Cxxmiag*.

Dem ®tebener Anzeiger werben im Wechsel mir dem hessische, Landwirt die Siebener ZawUiew Hätte» viermal tn der Woche betflelegi un zweimal wöchentlich bat Kretsblatl für 6ee Kreta Sietzea. Fernst»ech-Am- fdjlufj i. d. Äeöaftton 111 Bering n. ExpedMon

8u>refle tüt Develch«, und Dtrlaa ta* vrühNchen Unw.rvuch. und StehtöntdereL B. tange. vedatttiM, «xyeditton und Örnderd: rchulstraße T.

«azetger ©leben. --------

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhefsen

Acr erste Mai.

Ideell genommen, ein ganz schöner Gedanke, der ,Welt­feiertag" der Arbeiter. Ein FrühjahrSfest voll schöner Welt­lichkeit, im Blüienmond, frei von steifen, in ihrem tieferen Sinne weiten, dem praktisch Nüchternen unterworfenen Kreisen nicht mehr recht verständlichen, stark unterwühlten Traditonen, eine menschliche Feier der AcbeitSruhe, aus modernem Geist geboren, eine Sitte auS freier Bestimmung, em Gesetz ohne Zwang. Ein schöner Gedanke, aber sagt eia triviales Wort ,eS kam anders".

DaS Fest, daü dem Weltfrieden und dem Achtstundentag gelten sollte, hat schon oft Unfrieden und Unrast mit sich gebracht. Im Anfang der Bewegung ganz besonders, als die Maifeiernden ihre Macht überschätzten und mit dem Kopfe durch die Wand wollten. Allmählich sah die Arbeiterschaft, daß sich der Weltfeiertag nicht erzwingen liest. Sie liest die Arbeit ruhen, soweit eS, ohne daß die Arbeitgeber Aus­sperrungen entgegensetzten, anging; aber sie verlegte die Haupt- feier auf den ersten Sonntag rm Mai. Und diese Einrichtung bewährte sich. Diese gemeinsamen sonntäglichenroten Mai­feste" wurden volkstümlich, und auch die Nichlsozialdemvkraten, oweit sie den Arbeitern alles Gute gönnen, sahen gern, wie sich das werktätige Volk an diesem Sonntag nut Weib und Kind ein harmloses Extraoergnügen leistete.

Ader den Nadikalsten unter den Radikalen ist mit einei solchen zahmen Maifeier natürlich nicht gedient. Sie brauchen »Aufregung", und sie machen immer wieder den ersten Mai zu einem Datum beS Streites und der gegenseitigen Ver­bitterung. Im Vorjahre schritt die französische Arbeiter­schaft an der Spitze derer einher, die ,alles oder nichts" in Sachen der Maifeier forderten. Dieser Mai bringt den Parisern und anderen französ. Großstädtern durch den Streit der Arbeiter der Nahrungsmittelbranche und die Verhaftung der drei anarchistischen Haupthetzer der Pariser Arbeiterschafi wieder besondere Aufregungen. Man ist dort wieder auf vieles gefaßt; davon spricht die Konsignierung von Truppen. Wieder einmal scheint die französ. Regierungsgewalt nervöser ge- worden zu sein, als nötig. In Preußen demon- ftrierte die Arbeiterschaft im Vorjahre gegen das Landtags- Wahlsystem. Damit verfolgte man zwar ,ein Ziel aufs innigste zu wünschen", aber man wich von der ursprünglichen Absicht der Maifeier, die Erreichung öeS AchlstundenarbeitS» tage«, ab und hatte zudem die ganze Sache vorher weit über alle bestimmten Pläne aufgebauscht. Denn eS gab schließlich nur ein höchst harmloses Gerede darüber, das man ver- nünftigerwelse nicht mit so prahlerischen Drohungen hätte an- kündigen sollen, um dadurch unnötig die Polizei auf die Seine zu bringen und gegenseitige Erbitterungen zwecklos hervorzurufen.

Diesmal ist in verschiedenen deutschen Groß- und In­dustriestädten von der Polizei jeder Maifestumzug verboten worden, von der Arbeitgeberschaft aber wird vielfach jedes Fortbleiben von der Arbeit mit sofortiger mehrtägiger Aus­sperrung geahndet werden.

In Ludwigshafen dagegen hat der Stadtrat bereits im Vorjahre die Idee gehabt, den städtischen Arbeitern die Mai- feier ohne Lohnzahlung anheimzustellen. So unvermittelt stehen sich die Ansichten noch gegenüber.

Das Gießener Gewerkschaftskartell hatbie Partei- und Gewerkschaftsgenossen aufgefordert, in diesem Jahre den 1. Mm durch Arbeitsruhe zu begehen, soweit dies dies dem einzelnen möglich ist und hat dementsprechend Ver» anslaltungen arrangiert." Welcher Art diese Veranstaltungen sind, wurde nicht bekannt gegeben. Wir wissen nichts taoon, daß sich Arbeitgeber hier bereit gefunden haben, einen ihnen aufoftroierien Feiertag in ihrem Betriebe eintreten zu lassen, weil es die Herren Arbeiter so wollen. Einige Frühspaziergänger wanderten heute freilich nach den Philoso- phemvald nach Wieseck, wo sie eine Versammlung abhielten, in den Fabriken aber wird, soweit uns bekannt, natür­lich heute allenthalben gearbeitet. .Selbstverständlich wird niemandem zugemutet, daß er sich deshalb

wird in der Presse im Allgemeinen ziemlich gürt sti ß tow montiert. Vielfach wird die zögernde Art und Weise öe- merit, in welcher der Reichskanzler seine Ausführungen machte.

TieTägl. Rundschau"^t aus: Die Friedens­liebe beä deutschen Volkes ist von allen Rednern betont, vom Reichskanzler in der unzweideutigsten, klarsten Weise bestätigt worden. Ter Reichskanzler, der natürlich das Wichtigste gab, war gestern noch vorsichtiger als sonst. Besonders im ersten. Teil seiner Rede schien er sich die Worte fast abzuringen^ Meisterhaft war seine Auseinandersetzung über die Abrüstuugsjrage.

TieNationalztg." bemerkt: Die Rede des Fursteni Bulow enthielt nichts Neuses, kaum etwas, was nicht schon dutzendmal offiziell oder offiziös erklärt worden wäre. Aber allen nervös Gewordenen zeigte sie den Ariadne-Faden, an dem sie sich aus bau Labyrinth wilder Kombinationen wieder zum klaren Tageslicht sachlicher und nüchterner Beurtei­

lung der Tinge zurückfinden können.

TieGermania" schreibt: Offenbar stand Bülow unt:t dem Eindruck, daß feine Erklärungen über die internationale Lage und über die auswärtige Politik des deutschen Reiches das Ohr der ganzen politischen Welt in gespannteste Aufmerksam> feit versetze. Darum war er auch sehr vorsichtig, so vor­sichtig in seinen Ausdrücken, daß man unwillkürlich an das aetannte Wort eines Diplomaten erinnert wurde: die Worte feien dazu gegeben worden, um die Gedan ken zu verbergen,

TasBerl. Tagebl." schreibt: Der bisher heitere Optimist, der uns so viele rosige Silber vorgemalt, sprach mit zögerndem Abwägen u nb einer hamletha ften Bedenk- iidjEcit. Fürst Bulow sagte im Grunde dort, wo er die Beziehungen Deutschlands zu den anderen Mächten berührte, nichts, was selbst nervöse Gemüter erschrecken könnte. Das Auffallendste war die Kürze, mit der er die ganzen inter­nationalen Verhältnisse behandelte, und auffallend waren auch manche Details, manche Wendung, manches, was zwischen denWorten hindurch zu klingen, schien. Es unterliegt feinens Zweifel: der Bulow von gestern ist nicht der alte, angen nehm tänbelnbe Philosoph.

DerVorwärts" schreibt: An dem Bankerott bet bürgerlichen Parteien ändert es nichts, daß die Rede Bülows den politischen Eunuchen des Bürgertums seinen er­sichtlichen Tank aussprach und außerdem den Charakter einer Chamade trug. Er hatte alles erreicht, was er ermcfcrt wollte, und konnte deshalb den Wunsch des Zentrums mit Nichtachtung! abtun.___ _ _

politische LagerschK«.

Zur Berliner Reise des Barons von Aehrenthal, schreibt dieWiener Neue Fr. Presse":

Der Zufall will es, daß dieser neuerliche Anlaß zu persow sicher Aussprache sich in einem Augenblick bietet, in welchem oie öffentliche Meinung durch Vorgänge, die in Deutschland tief be­rühren mußten, stärker als seit langem beivegt wird. Al.e Welt hat empfunoen, daß durch die internationale Politik eine Bewegung geht, über deren letzte Ziele man verschiedener Meinung fein, deren Nachdrücklichkeit und Erfolgs- a u s s i ch t e n man verschieden beurteilen kann, von der es aber nicht zweifelhaft ist, daß sie i n T e u t s ch l a n d n i ch t, e r f r e u - lich wirten könnte. In diesem Moment trifst der öfterrcichiich- ungarische Minister des Äeußern in Berlin ein. Tie Reise ist seit langem beschlossen und das Datum ist seit langem festgesetzt, und niemand wird daher einen gewollten Zusammen­hang zwischen ihr und den politischen Vorgängen der letzten Zeit vermuten dürfen. Unwillkürlich aber hält man das Ge- säiehene und den Ministerbesuch, der die alte Intimität zwischen den beiden Reichen neu bekundet und neu bekräftigt, nebeneinander, und mehr als es fonu vielleicht der Kall sei, wird man sich darüber klar, daß, wenn ernsllich versucht werden sollte, die europäischen Machtverhältnisse zu Dcrfcyiebcn, solchem Versuche noch immer eine Straft e n t g e g e n |t e I) e, mit der heute ebenso gerechnet werden muß, die KraftdertreuenFreundschäft,öieOesterreich- Ungarn und das deutsche Reich verbindet.

Ter entschiedenste Vortell liegt darin, daß wir uns gegen­seitig den Rücken decken, und daß wir uns die Möglich­keit einer Entwickelung sichern, die uns von außen nicht erh^.ch gestört werden kann. Dabei pflegt das Wiener Kabinett nach wie aor seine guten Beziehungen zu Englano und Frank­reich, die es immer ermöglichen, allzu scharfe ~ t ber­gen i e n zwischen diesen Mächten und Deutschland zu mildern, natürlich kann Oesterreich-Ungarn in außerenrop,

des Reiches Kanzler den erwartungsvoll Harrenden, . )ie den gewaltigen Saal Sis auf den letzten Platz füllten. - Dte fremdländische Diplomatie war nahezu vollständig zur Stelle, das beste Kennzeichen der außerordentlichen Bc- beutung des Tages. Ihr entsprach bie vortreffliche Rede, mit der der Vertreter des Zentrums, Wg. Frhr. v. Hert - ltng, die hochpolitische Debatte eröffnete. In der klugen Wahl und Abwägung der Worte hat dieser bayrijche Baron und Professor un Zentrum keinen Rivalen. Das ist von jruher her bekannt. Aber so großzügig» und doch nicht Die kleinste Einzelheit in der Ausmalung des politischen SituationsgemäloeS vergessend, hat er wohl noch nie ge­sprochen, tote heut. Es ist keine Frage, daß zwischen Frhrn. o. Hertling und dem Kanzler recht gründliche Vorbesprech, ungen stattgesunden haben, denn der Redner mußte dte Fragen so formulieren, daß er dadurch der Antwort des Kanzlers verarbeitete. Tarauf ist zunächst zu schließen aus Besserung in den Beziehungen zwischen dem eitenden Staatsmann und dem Zentrum.

Frhr. v. §crtling hob auch hervor, daß bei Behandlung jer auswärtigen Politik die Erinnerung an innere Zwistig- teiten zurücktreten müsse. Durch seine Rede ging ein optimistischer Grundzug, und auf nichts anderes grunoet sich Diese Zuversicht als aufdes mächtigen Deutsch­lands Friedfertigkeit und Kriegsbereit­schaft". Unter stürmischer Zustimmung erklärte er:Tie Abrüstungsfrage ist eine akademische Doktor- trage, an deren Erörterung sich Deutschland am besten gar nicht beteiligt. Wenn diese Frage au, ein Jahrzeynt von der Tagesordnung verscywinden wurde, xinn wäre der Sache des Weltfriedens der beste Dienst er- .oiesen." Den wirrsamen Schluß der Rede, in der auch König Edi'ard nach Gebühr gewürdigt wuroe, bildete die Betonung der Einigkeit der deutschen Volks- oertretung, wenn es die Wahrung bei natio­nalen Ehre gilt. Eine friedliche Politik, aber unter Vermeidung des Scheines, als ob wir uns von einem Gefühl der Schwäche leiten ließen!

Entgegen seiner sonstigen Gepflogenheit nahm Fürst Bülow diesmal nicht schon an zweiter Stelle das Wort. Seine Rede sollte also offenbar das Ganze krönen. Es kam zunächst Wg. Winkler (kons.) an die Reihe, dessen nüchterner Vortrag sachlich im Sinne der Hertlingsc^en Ausführungen etwas ,^preußisch-korrekt" anmuiete und Leine befonoere Note aufwies, es sei denn der Dani an den preußischen Kriegsminister für die Feststellung der Schlag­fertigkeit der Armee.

Abg. Bassermann tann sich der Erinnerung cm seine sorgenvolle yrovember-Jnterpellation über die auswärtige Politik nicht entfchlagen. Er ist, anders als Frhr. v. Hertling, der Meinung, die internationale Spannung habe zugenommen, nicht zuletzt infolge der englischen M i 11 e 1 m e e r p o 1 i t i k und Ein- ireisungstaktik. Deutschland könne aber seine Isolierung mit einem Gefühl des Stolzes tragen, mancher Unzulänglichkeit in der diplomat. Vertretung.

Der Redner der Reichspartei, Abg. Fürst Hatzfeld, gab dem Vertrauen in die Leitung der auswärtigen Po- lilif durch den Fürsten Balow Ausdruck. Deutschland sei gewissermaßen im Reigen der VölkerEmporkömmling", aus diesem Umstande heraus erkläre sich seine Isoliertheit. Wenn aber das kleine Preußen sich gegen eine Welt in Waffen behauptet habe, so brauche das geeinteDeutsch- land auch nicht eine Vereinigung von Mächten zu fürchten. Zu den seekranken Passagieren des Reichs­schiffs gehört Fürst Hatzfeld nach alledem nicht, aber er hält zur Beseitigung des allgemeinen Unbehagens im Lande draußen eine beruhigende Erklärung des Kanzlers für er­

wünscht.

Der Konferenz im Haag wünschte Wg. Dr. Wiemer (srs. Dp.) gedeihlichen Verlauf, besonders für die Frage der Regelung des Seerechts, denn von der Wrüstungs- diskussion verspricht auch er sich nicht so leicht einen prak­tischen Erfolg.Die Augen offen, das Pulver trocken, das Schwert scharf" bleibe die beste Losung für Deutschland.

Nunmehr hielt es Fürst Bülow an der Zeit, in die De­batte einzugreifen. Er nahm zum Ausgangspunkt die Haager Konferenz, deren Wert für die Gesraltung der politischen Zu tun st dadurch außer Zweifel gestellt wird. An der Ab- rüstungsdiskussion beteiligt sich Teutsch- lan d nicht, weil es das für zweckwidrig hält, und die Einmütigkeit der deutschen Regierung und der bürgerlichen Parteien in dieser Frage wird nach der Meinung des Kanzlers der Position Deutschlands im Haag zugute kommen. Die Forderung, dem Reichstag periodisch Weißbücher über die auswärtige Politik zu­gehen zu lassen, lehnt Fürst Bülow ab, weil ihm hier eine gewisse Diskretion unumgänglich erscheint. Mll Glück erinnerte der Kanzler an die Antwort, die in der französischen Deputierrentammer Ministerpräsident Clö- menceau auf die Frage gab, ob eine französisch-eng­lische Militär konvention bestehe. Clßmenceau habe hieraufschlankweg erwidert":Ich weiß es nicht, aber ich glaube es nicht." Fürst Billow ging bann über zu einer Erörterung der internationalen Situation, die unerwartet kurz gehalten war. Er stellte fest, daß keine Streitfrage herrsche zwischen Deutschland und England, daß die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich nichts Beunruhigendes haben, und daß Italiens Freundschaft mit England keineswegs unerwünscht [et Fürst Bülow wendete sich eindringllchen Tones gegen oie hier und da herrschende Nervosität; als em Zeichen von Selbstbewußtsein könne sie nick)t gelten. Zugespitzt auf eine alarmierende Rede Bassermanns in Magoeburg war bie Bemerkung, er, Fürst Lütow, stimme bann überein mit Bassermann, daß die

allzu vielen Reben nicht nützlich feien. Trotz alledem: obwohl der Kanzler die internationale Lage mir beruhigenden Worten schilderte aus der außerordentlich vorsichtigen Art, wie er sprach, langsam, nachdrücklich und zuweilen etwas zögernd, hat wohl die große Mehrzahl der Hörer den Eindruck empfangen, daß bie Situation nicht frei von Sorgen ist, und daß bie Leitung der auswärtigen Polllik auch ihrerseits sich darüber keiner Täuschung hingibt. Durch starten Beifall bekundete am Schluß der Siede bas Haus Zustimmung zu bem Satz: Einmütig in ber Friebensarbe it, einmütig nötigenfalls in ber Berteibigung bes Vater­laub es!" Das ist ein Stanbpunkt, ber nicht mißdeucet werden kann. Weder von den Freunden, iwch von den Widersachern Deutschlands. Keine scherzhafte Bemerkung überExtratouren" Italiens, keine seullletoinstische Weii- oung. Dafür wenn auch indirekt zugegeben die Vereinsamung Deutschlands, des tun Een Reiches oas am mächtigsten allein ist. Es kann jetzt wohl niemand mehr unverständlich sein, warum Deutschland eine Beteiligung an ber Abrüstiingsdebatte ab lehnt.

Abg. v. Volkmar sieht darin zwar einen groben Fehler, beinahe einen so schweren, wie in derschimpjiichen" Behandlung der Sozialdemokratie, doch er steht mit dieser Anpassung allein. Die Aogg. Liebermann von Sonnenberg (Wirtsch. Berg.), Schrader (Frs. 5krgi), Zimmermann (Rejp.) vervollständigten den Reigen der viebner, bie ben nadonaten Gedanken vor ber Welt auf- leuchten ließen. Dem Ausianb gegenüber gibt es kein uneiniges Deutschlanb, kein nervös beun­ruhigtes deutsches Volk bas ist das für bad mternaimnale Ansehen bes Reiches wichtige Ergebnis ber heutigen Parlamenrsverhcmblung.

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,Sladt und Uanö" e®cnd)tS|aal". Graft Heß, fut Den An­zeigenteil: van, Bert