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Mrs. Storer begab sich hrmn cuf das Gebiet der Politik und vera-alatzte den Erzbischof Jreland zmn Eintreten für die Wehl Mac Kinleys zmn Präsidenten. Sie ließ ferner mit ihren
ein Konlerv"tormm, bildeten Längecnuien ans uw. Sie würde katholisch. Nicht nötig ist, zu sagen, daß auch der gehorsame Gatte bekehrt war.
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Universitäts-Nachrichten.
—-Gestorben sind: am 30. Dezember 1906 der Germanist, ord. Professor an der Uinversilut Königsberg i. P r., Geh. Regierungsrat Di. Oskar Schade im 81. Lebensjahre, und am 31. Dezember der Ordmarms des römischen Rechts au der Universität Jena, Geh. Justizrat Dr. Burkhard Wilhelm Leist ün Atter von 86 Jahren, der allste Jenaer ReatschuUedrer.
Eisettbah r-Uufätte und Verkehrsstörungen.
Aus der Ottersberger llnglüasitutte h^rrictst ein wüstes Chaos von total ineinander verschobenen Lokonrottven und Waggons, fünf Leichen von Zug- und Postbeamten wurden geborgen, eine sechste ist unter den Trümmern sichtbar, aber nocb nicht zu erreichen, da sie zioischcn den Trümmern eingellcmint ist- Dazwischen liegen viele Kabaver von Tieren. Eine Menge schwerverletzte Tiere mußte abgestochen werden Der Postwagen, der )o]ort nach dem Zusammenstoß in Brand geriet, ist total ausgebrannt. Die Aujcäumungsurbeiten sind «chwieiig, weil die LokomoUven fest incinandergesäwben sind. Etwa zwölf Gücec- wagen such total zertrümmert, 60 Stück Rindvieh tourben getötet. Das EisenbalMunglück hat für die Hamburger $jaru uttskreise, namentlich für die Banken, große geschäftliche Störungen un Gefolge, da von den Hamburger Bauten und Bankiers e*ni j,ro^c ^äadl von Wertpapieren, die zur Ultimoregulierung nach Baris, £onbon, Brüssel und Älntwerpen bestimmt waren, mit bet Lost des verunglückten Zuges expediert worden sind. Der rL der vernichteten Papiere wird an der Börse schätzungs- weiie aus 15 bis LU Millionen Mark angegeben. Da nach amt- liujcn Plitreiluugen wohl sämtliche Essetten Dernicblct smd, wird über )ic die Sperrfrist verhängt und nach bereit Ablauf werden die Papiere durch neue ersetzt, sodaß ein direkter Schaden nicht entsteht.
Ein Personenzug Lübeck — Travemünde stieß mit einem Rangierzug zusammen und entgleiste. Die Lowmyllve des Per-
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reichen Mitteln ihren BeÜamy in den Kongreß wählen, vergaß aber, daß ’ic ihm einen Sitz im Parlament mir mit Hülfe jenes „Boß" Cox von Cincinnati verschasst harte, der später auch den Schwicgersoyn dcs Präsidenten Roosevelt zum Abgeordneten machte. Jedenfalls vergaß Bellamy, sich vor den nächsten Wahlen mit dem Hut in dec Hand beim Boß zu melden, und Storer wurde bei Ausstellung der Liste neuer Kandidaten — vergessen.
Also mußte Frau Storer Bellamy eine neue Laufbahn öffnen. Mae Stinleü legte dem Senat die Ernennuirg Storers zum ersten Beirat des ötaatoiefretärg des Auswärtigen zur Bestätigung vor. Die Senatoren lachten. Ter Präsident fragte, ob er auf Zustimmung der hohen Körperschaft rechnen tonne, wenn er Storer auf einen fremden Posten des diplomatischen Dienstes stelle. Senator Foreaker legre die Hand über vcn lächelnden Mund und ließ sie über den 5tinnbart herabgleiten; „Ja, aber der Posten muß so „jremb" wie möglich sein!" Frau Storer nahm ifr-.cn Mann als Gesandten nach Belgien.
Weiler zeigt der Brieiwea-iel, wie äioosc^ttt als Bundespräsident erwägt, ob er diesen Mann einer klugen Frau zum Marineminister machen solle. Schließlich schickt er ihn als Botschafter nach Wien. Dort ist seine fyimii für den Erzbischof Jre- tand tätig. Nach Washington kommt die Nachricht, daß im Vatikan einer der an sie gerichteten Brille gelesen sei, in denen Roosc- ieit gleichfalls Jreiand als Kuroinal sehen möchte. Der Präsident verlangt telegraphisch Rückgabe aller seiner Schreiben, die nom Erzbischof sprechen. Er erhält keine Antwort. Bellamy ober richtiger die Botschafterin. Srorer wird abberufen und aus dem diplomatischen Dienst entlassen.___________
Unterrockspotttit.
ffitr . c. 0 0 J f' inl Dezember 1906.
rxtiAft , Ja J*cn ^a*LÖcnr -Roosevelt und bexn um ^ängft ihn noch am Wiener »ofe vertretenden Botschafter Storer zeigt uns, wie in Warhington Zertgeschichre gemacht
Mr. Bellamy Storer ist der Mann seiner Frau. Diese wurde als P. urie Longworth und Kind jener Familie geboren her durch verrat h.-ute des Präsidenten älteste 'Toch.cr angehört'
‘2T^tcr ^?Ete nc ihre -van- einem exzentrischen alten werrn
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o.er Jahre etnqnbcr gegmabcriicoenoe Häu er bewohnt hatten ,re Henn ^wrer. einem Dilettanten au, mancher^ Gebieten, der wohlhabend genug war, um sich - oberflächj .^ 77 V mrb Literatur zu bescpftigen. Als Eheleme b^ satten bie Stovers das BLuicum chrer Vaterstadt, gründellw
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Silvester- und Aeujayrsjetern.
Gießen, 2. Januar.
Die Neujahrsnacht verlief im allgemeinen ziemlich ruhig (ruhiger als in den letzten 30 Jahren), hier und da wurde in Hosen und aus Häusern geschossen, dagegen war .-er sonst auf der 'Ltrciße übliche Unfug mit Froschwerfen sehr gering. Es kamen femerlet Unfälle und auch größere Aus- nhre'.tungen nicht vor. Verhaftungen wurden gar keine notwendig und Anzeigen wurden auch nur wenige erhoben.
Auch von außerhalb liegen uns bis jetzt keine Meldungen vor, die auf einen besonders lebhaften Verlauf des Jahreswechsels schließen lassen. Die ungün|tige Witterung, die allgemeine Teuerung nnd die allerorten von der Polizei getroffenen Vorsichtsmaßregeln scheinen im gleichen Maß dazu beigetragen 'Zu haben, den in früheren Jahren oft so häßlich sich breit wachenden Neujahrsunfug auf ein Minimum zu beschränken. Möge dieser friedliche Beginn des neuen Jahres ein gutes Omen für seinen ferneren Verlauf sein!
Von außerhalb empfingen wir u. a. folgende Neujahrs- Nachrichten:
sd. Darmstadt, 1. Jan. Das Großhierzogspaar besuchte am Montag abend die Silvesterandacht in der'Hoskirche im Restdenzschllig und nahm bann int kleinen Kreise das Souper um 10 Uhr. Am 1. Januar früh erschienen zur Neujahrsgratu- i-ition Prinz Ludwig vun Battenberg, der preußische, der englische und der russische Gesandte, die Hosstaaten, die Spitzen der staat- lichen, städtischen und mllitärijchen Behörden. Am Äbcud wohnte das Großherze-gspaar der V-rsiellung im Ho scheu ter bei. Die 'N enja h r snacht verllcf hier so ruhig, wie feu Jahren nicht, ^as Treiben auf den Straßen und in den Wirtschaften und ^.ases war lebhaft, doch kamen keinerlei bemerkenswerte Exzesse bvi. In der Grasenstraße wurde ein Mann durch einen uiu gesiihrlichen Mes erstich verletzt, den er sich im städtischen Krauken- yause verbinden ließ.
Berlin, 1. 3an Wie üblich, erfolgte heute morgen großes Wecken. Dem Zuge schloß sich trotz des lerchten Schuellalles bei -jrofiroctlcr eine große Menge an. Alsbald begann die Aniahrr öer zunr Gottesdieufle und zur Cour geladenen Fürsilichkeiten und Würdenträger. Inzwischen trafen der Kaiser un Automobil, die Kaiserin von Potsdam hier ein. Nach der Ankunft nahmen die Majestäten die Neujaluswüiische entgegen. Gegen 10 Uhr vormil^ tags begaben sich die Majestäten und die Fürstlichkeiten zur Schloß- fapelle, Lberhoiprediger D. Dryander hielt die Festpredigt. Unter den Klängen der Musik begab sich der Hof in den Weißen Saal, ivo das Laiferpaar vor den Stufen des Thrones, die Prinzen rechts, die Prinzessinnen lrnks »eben d?m Thronhimmel Amstellnng nahmen. Wahrend int Lustgarten die Leibbalterie des 1. Gardesetdartcklerie- regiments Salut schoß, begann die Gralulationscoui. der Eour empfing der Lasier die Bolschasier, dann den Reichskanzler u d das Staatsminifterrum. Gegen 1 Uhr begab sich der Kaiser nach dem Zeughaus, wo in der Ruhmeshalte die Paroleausgabe fiamanb. Gegen 2 Uhr begab sich der Kaiser ms Schloß zurück. Nach der Frühslückslasel empfing der Kaiser das Direktorium der Köuigl. Porzellaumanuiaktur und fuhr nachmittags bet den Botschaftern vor.
(sc.) Frankfurt a. M, 1. Jan. Ais 2 Uhr morgens nur 7 Verhüllungen! Das wär' mir auch noch eine Silvesternacht! Die Polizei war aber auch in zu imponierender Stärke ausgerückt. Auf Zeil und .staiserstraße, dem Zentrum des Neu- jahrsuaiistrummels, stand Schutzmann an Schutzmann An den 2traü.«Übergängen hielten die Berittenen. Das flößte Respekt ein. Allerdings, wo sich ein „Hartmann" sehen ließ, da nur§ um ihn geschehen. Ein Schlag mit der Fault oder dem Stock, und er hatte das Zeitliche gesegnet. Die „Knallerei" luar wieder schouderhall. Ein Wunder, daß dadurch in einer so picht ge- Dingten Menge, wie sie sich auf Zeil und Kaisetstraße hirtim- tneb, nicht mehr Schaden augerichtet wurde. Hier und da verbrannte sich einer die Finger, nun, dafür waren ja die Rettungsstationen da. Etwas wollten diese doch auch zu tun haben. Aber auch der „friedliebende" Burger, der sonst so beweglich über die teuren Zeiten jammert, hatte wieder oiel überflusftaes Geld für allerhand „platzendes" Zeug. Als die Glocke zwÄfe schlug, da erreichte der Licht- und Knallspektakel aus jedem Fenster heraus den Höhepunt,.. Em donnerndes „Prosit Neujahr und bann setzte man sich hin und trank Punsch und Grog „bis zur Abfuhr". ________________________
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Ausland.
Sonbon, L Jan. In Pietermaritzburg befürchtet man Linen abermaligen Aus stand der Zuluneger, die \.iiu D.aiznln die Ablösung von Natal und eigne Verwaltung, wie jte die Basutoneger besitzen, verlangen. Saunders, der' Kommissar für Zululand, ist in Marchburg arigekom- L-en, um über die Lage zu berrchten.
Paris, 1. Jan Präsident Falliöres empfing heute oas diplomatische Korps. Ter italienische Botschafter Tor- uielli als Doyen des drplomatischeit Korps nchlLte eine Mspräche an den Präsidenten, in der er sagte, das Werk der Eintracht und des Friedens schreite in glücklicher Weise ohne Unterbrechu.lg fort, erleichtert durch die wachsende Gemeinsamkeit der Anschauungen und Urteile bei allen Nationen, Präsident Fälliges gab in seiner Antwort seiner Befriedigung über oie erleuchtete Art Ausdruck, mit ber das diplomatische Korps an dem Fortschritte der Zivilisation mitarbeite und schloß mit dem Wunsche, daß das neue Jahr der Verwirklichung des Werkes der Eintracht und des Friedens günstig sein möge, das das gemeinsame Ideal Frankreichs und der durch das diplomatische Korps vertretenen Länder sei.
Madrid, L Jan. Die Hinterlegung des Oriainals der Akte von Algeciras fand am 51. Dezember im Beisein des diplomatischen Korps statt. Bei dem späler solgenoeu Bankette toastete der Ministerpräsident auf die fremden Souveräne und Staatsoberhäupter, der deutsche Botschafter v. Radowitz aus den König und die Königin von Spanten, sowie auf das Gedeihen der fbanifdien Nation Ter König verlieh aus diesem Anlässe der Mutter des verstorbenen Herzogs von Almodovar den Titel „Herzog in von Algeciras".
Pe king, 31. Dez. Die Hungersnot, welche infolge oec durcy übermäßige Reo ?nfälle herbeige führten Mißernte im Norden bei Provinz Anhui, im östlichen Teci des l^uvernements Hvnan, im fndL Teil des Gouvernements Schantung und im ganzen Norden von Kingsu herrscht, i|i viel schlimmer, als solche in den letzten vierzig ^ayren norgefommen sind Bier Millionen Men- schcn smd dem Ver sch mack) ten nahe. Zehntausende Lesinden sich auf der Wanderung. Di. Gefahr wird ver- tueyrt durch die Tätigkeit von geheimen Gesellschafien denen s'ch das Volk toilhg anschließt, um Reis zu erhalten. Bet dein Vizekonig find wiederholt Bittschriften wegen be- geh ein i en Ge seil; ch asten eingereicht worden. 50000 Flucht- hnge )inb in bejammernswertem Zustand in Nanking an- gekommen. Die Behörden sind außer stände, dem Elend wirk,am abzuhellen. Ausländische Hilfe ist willkommen Heute wurde em Edikt erlassen, wodurch die Landtaxe in der Provinz Schantung zeitweilig ausgehoben wird, da die Bevvtterung wegen der Hungersnot nicht in der Lage ist sie zu bezahlen. d 1/1
Vermischte».
" Eine Nichte Napoleons III., die Marquise Horny, wird in einer von ihr ersonnenen egyptlschen Pantomime vor dem Publikum des Moulin Rouge-Theaters zu Paris erscheinen. Ein von der Kaiserin Eugenie an die Marqllise gerichtetes Schreiben, das bestimmt ist, sie von dieser Schaustellung abzuhalten, bheb erfolglos. Der bona- partistische Adel will trotzdem versuchen, das Auftreten der Blarquise zu verhindern.
Ein Opfer des Vogt'schen Kassenraubes in der Köpenicker Affäre ist Poltzeiinspektor Jäckel, cm alter Beamter^ Er ist wegen seines Verhaltens an jenem denkwürdigen Tage im Zwangsverfahren pensioniert worden. Alle seine Beschwerden wurden im Aufsichtswege zurückgcwiesen. Jäckel klagt jetzt wegen der gegen feinen ■JMen verfügten Pensionierung im VerwallungSstreitver- ahren.
* Kleine Tageschronik. In Madrid ist ein Skan- >aT, bei in militärifdjen Kreisen Aussehen erregt, ausgedeckL roorbpi. Es bandelt sich um große Geldunterschlagungen, ne im M ilitark 1 ub sestgesiellt worden sind. Man. spricht von 300 000 Pesetas. Der Schatzmeister des Klubs soll mit dicser Summe bereits seit dem 19. Dezember flüchtig sein. Alle Naai,orichnugen nach ihm waren bisher er>o.glos. — Bei Grand- (Kanton Freiburg) wurde ein Einsiedler in feiner Zelle erfckilagen ansgcfunden. Offenbar liegt ein Ra u b mo rb vor.
söEzuzes und einige Güterwagen wurden tzstz BFschUnn imtaö» geschleudert. >Der JÄHrer deS Personenzuges erlitt ein. rbops- Derlehung.
Äuf >em Eisenacher Hauptbahnh.ff entgleiste ein Güter- zug. Ter Zugverkehr aus Mailand, Basel und Frankfurt noch Berlin cr.oDet bedeutende Verspätungen.
Insolge Nebels übersah in Mannheim dos Personal eines Personeiizi.ges ein Signal und der Zug geriet in cm totes Gleis, auf dessen Ende die Lokomorive ans dem Gleise gesckleuoeri wutdi. Personen wurden nicht verletzt.
Am 1.^ Januar sind zwischen Orlau und Reichs- waldau (Schics.) zwei Gütcrzüae zusammenaestoßen, wobei ein Lokomotivführer schwer verwundet wurde. Mchrcre Waggons sind zertrümmert.
Am 30. Dezember sanden in den Vereinigten Staaten von NordamerikasünfEisenbahnkatastrophen stait, wobei iw ganzen 17 Personen getötet und mehr als 50 verletzt wurden. Dcn letzten vorliegenden Meldungen über das Eisenbahnunglück der Baltimore and Lhioeisenbahn bei T er- raolta zufolge sind bei dem Zusammenstoß 38 Passagiere getötet, 50 verwundet worden.
Ans StnSt nnd Land.
Gießen, den 1. Januar 1907.
Gedenket der hungernden Vögel!
” Gendarmeriekorps. S. K. H. der G r o ß h e r z o g haben am 1. Januar d§. Js. den Kommandeur von Gcoß- herzogl. Gendarmerlkorps, Oberstl. Freih. v. Normann, zum Oberst, sowie den Major Schmidt zum Cberfileuinant vom Gendarmerie-Distrikt Oberheffen ernannt.
"'Auszeichnung. S. K. H. der Großherzo haben dem Architeklen Nrerßner zu Darmstadt den Charakter als .Professor" v.rlichen.
** D e r freisinnige Verein hält heute abend behuss Stellungnahme zur ReichStagSwahl eine außerordentliche G e n e r a l v e r f a m m l u n g ab. Angesichts der Wichtigkeit der zu treffenden Entscheidung tfi wohl eine zahl« reiche Beteiligung der VeremSulitglieder zu erhoffen.
** Vom Gendarnrerie-KorpS. Vom 1. Januar a^b werden von den Gendarmen beim Dienst innerhalb der Ltalion und zur Nachtpatrouille Mützen getragen. ES märe llic die Gendarmen eine Erteichterung gewesen, wenn sich diese Einordnung auch auf die Sommermonate bezogen hätte.
"Explosion. In einem Hause der Rodheim er Ztraße explodierte am 30. v. M. auf bis jetzt unauf- geklärte Weise ein Ofen. Zum Glück war niemand in dem Zimmer und der verursachte Schaden war nicht sehr bedeuiend.
Ständchen. Am Silvesterabend brachte der unter Leitung des Lehrers Becker sichende (Äefangveiein Heiterkeit fernem Mitglied und Kneipwirt Jean Arnold zu feinem 50. (Seburtatag ein wohlgelnngenes Ständchen dar, wodurch sich viele Zuhörer angcianuiielt hatten.
** Der hefsifcheFechtverein Wai > enfchutz, Zweig- vorem Gießen, feierte gestern abend seine Weihnachts- Bescherung. Um 9 Uhr begrüßte der 1. Vorsisiende, Herr Stöver, die zahlreich Erschienenen. Er erwähnte, daß der Verein and) diesmal wieder eine große Anzahl Walfenkinder be» chercn könne, dank der zahlreich cmgelauseneu Gaben. Im 9lair.cn des Vereins danke er aücn ireiroiUiqen Gebern. Bevor man ziir Bescherung der 45 Kinder schritt, ermahnte Herr Wagner sie, nicht nur gegen Ellern und Vormünder, sondern auch gegen ihre Lehrer und alle anderen Personen gehorsam, höflich und bescheiden zu 'ein. Nach der Bescheiung sorglen Vorträge von Mitgliedern, Verlosung und Tanz für die Uiuerl)nUiHtg.
** Der »König der Radfahrer", Herr Jos. B arluli, ist in Gießen eingetroffen und wird heule abend fliehe Inserat- iber seme Reiseerlebnisfe emen Vortrag hallen. Herr B.bat ich <ür einen Preis von 100000 Frcs. zur Ausgabe gemacht, die Reise um die Erde mit feinem Fahrrad ohne Geldmittel zurückzulegen, indem er in Städten, wo sich Radsahrvereme und sonstige Sportvereine bcsinden, durch Vorträge und freiivilllge Unter- sintzinigen ferne« Lebensunterhalt friste. Mit welchen Gefahren eine derartige Weltreise verbunden ift, ist daraus ersichtlich, daß B. in Sibirien, von 19 Wollen verfolgt, sich auf eine Telcgraphenstanoe küchtete, daselbst 5 Stunden unfreiwillig zuvrmgen mußte und während dieser Zeit 5 dieser Bestien durch Schüsse tötete. B. besitzt 317 Medaillen als Tourist und 21 Staatsmedalllen. Er hat feine Reise am 18. Januar 1900 in Mailand angetieteu und beludet sich benmad) übet 6 Jahre auf feinet Tour.
k Harbach, 31. Dcz. Gegen bte hiesige Bürger« meistermahl, bei der der Landwirt G. Münch gewählt wurde, ist von der unterlegenen Partei Neklamation beim Kreisamt erhoben worden.
Mainz, 31. Dez. Der Rückgang de§ Fleisch, konsums infolge der hohen Flelschpr-nse ist aus einer soeben erschienenen Aufstellung deS Schlachthofdirektors fest- gestellt. In der Zeit vom 1. Januar bis 1. Dezember 1906 wurden hier 64 629 Schlachtungen oorgenommen gegen 71056 in dem gleichen Zeitraum des schon rückgängig gewesenen Jahres 1905. Der Rückgang betrifft alle Gattungen.
4 Tagen die Nachricht erhielt, daß die Sache perfekt sei. Lemnntelt hat man von der dnterroerfung allerdings schon leit längerer Zeit. Das Gemunkel war die Folge der mehr- "achen Verhandlungen mit den BondclswartS, worüber im Reichstage bet verschiedenen Gelegenheiten, so am 3. Dc- zeutter, durch den stellvertretenden Kolonialdirektor Nllt- teilungLN gemacht wurden. Dagegen war in Berlin niemand in der Lage, den Termin der Unicrweriung vorherzuseben. Es ist daher reine Erfindung, wenn baS »Deutsche Volls- blatt* unterstellt, bi- Regierung habe die Sache schon längst gekannt, daS heißt mit der Kenntnis zurückgehalten. Die Unterwerfung ist vielmehr ohne Säumen veröffentlicht worden. UebrigenS möchten wir darauf Hinweisen, daß außer den ge- meldeten Unterwerfungen seitdem keine weiteren erfolgten. ES hat sich also erst die Hälfte der im Feld siebende n H o t t e n t c t i c n ergeben. ____________
Neves aus Nu bland.
In bet Neujahrsnacht versuchte eine Gruppe junger Leute, die als Matrosen verkleidet waren, in den im Odessaer Hafen liegt oben Dampfer „Gregorius" einzudringen, um ihn in die Luft zu sprengen. Bll rem Wechsel von Schüssen wurden rin Sckutzwächter umd ein Angreiicr verwundet. Die An- greifcc fluchteten fick' uni'- Zurücklassung ihrer Verwundeten. Am Ufer wurden eine.Höllenmaschine und verschiedene Sptengistoffe vorgesunden. Nach an bereu Meldungen wurden zwei Mann getötet Auch soll ein zweites Schiff im Odessaer Hafen von einer Bombe schwer beschädigt worden sein. Andere Bombcn- Attcntate gegen Schiffe wurden entdeckt.
Einer der „Helden" des Pogroms von Siedlce, Gendarm ericoffizier Trafjmanko, der erwiesenermaßen bei einer jüdischen Familie mehrere hundert Rubel und Jmvclcn geraubt nnd einer Frau dcn Kops mit dem Säbel gespalten hat, wurde zu fünfzehn Jahren Gefängnis verurteilt.
Nach einer Meldung aus Lodz stellen die Militärbehörden den Bankhäusern und Großhandel Lfirmen Schntzwachen bis zum 8. Jan. Die wiederhergestellten Arbeiterverbände organisierten in zwölf Bezirken UntersiÜtzungsverbände für L.e Ausgesperrten. Die franz. Arbeiteroerbc.nde lehnten eine Geldhülfe, um die sic ersucht worden waren, drahtlich ab, weil die Fonos durch die Streiks in Frankreich erschöpft seien. In dcn letzten Arbeiterkämpfen wurden vier Arbeiter, zwei Arbeiterinnen und ein Bäcker tätlich verwundet. Wahrend der Besetzung eines national gesinnten Arbeiters wurde aus dem Hinterhalt auf den Trauerzug gcsckwffen; bei der ansgebrock^nen Panik rourbcu viele Personen verletzt.
Die Petersburger und die Moskauer Polizei verhafteten in den letzten Tagen eine Reihe von Terroristen, mricfc mehrere Gewaltakte geplant hatten. Man sand unter den beschlagnahmten Papieren eine Liste mit den Namen von 27 höheren Beamten, die dem Tode geweiht waren. Dura- diese Arreste soll ein auf mehrere Minister geplantes Attentat verhindert worden fein.
Auf Befehl des Kaisers wurde der Kammerherr F ü r ft P a u l Dolgoru - i, ein hcrvorrag'»ndes Mitglied der Partei der Volks- ftciheit, aus den Listen des 5?ofressorts gestrichen.
Die Ehe des Fürsten Georg Moximillanowitsch Romanowski, Herzogs von Leuchtcnberg, mit der Tochter des Füllten Nikolaus von Montenegro, Fürstin Anastasia Romanowsky, ist geschieden worden
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