Die „Nordd. Atta. Ztg." schreibt: Mit bejohberer Befriedigung sind die
Rotationsdruck und Verlag der vrüdNch« UnioersuätS Buch- und Sreindruckeret. 9L Sange, Dießen.
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LipioruateagehLUer und Mmistergeljälter.
Ter deutsche Botschafter m Washington, Freiherr Speck von Sternburg, roitb eine Erhöhung seines GchalteS, daS bisher lOO OOO Mark betrug, um 20 000 Mark erfahren, damit er hinter den Botschaftern der übrigen Großmächte in Nordamerika n-.cht zurückiteht. In Madrid und Rom erhalten Graf Monts und Herr von Radowig 100 000 Mark, und in Konstantinopel, Pans und Wien Baron Marschalt, Fürst
Di« „Gletzever Somiücnblärtet * werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich bcrgelegt, daS ,,21mUDtrtllnbignnQsblaU für den Kreis Sietzen" zweimal wöchemiich. Der „hesflsche taibolrf* erscheint monatlich einmal.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Sckml- strabe 7. Expedition und Verlag: 61.
Sebaltü)n:€=4@112. reU-Ädr^ LnzeigerD reden.
„Bundes der Landwirt c", bte „Tagcsztg.", daß die k v n - ervative Partei es ablehne, b e in Liberalism us Schlepperdienste zu leisten. Dabci hat soeben der bish. Reichstagsabg Stau sie r in dcm Pfalz. Wahlkreise fcomburg- kusel, Mitglied des Bundes der Landwirte, soeben seine Kandidatur nieder gelegt, um einem anderen gemein» amen bürgerlichen Kandidaten, da er den Liberalen nicht genehm ist, zum Siege über den sozialdemokr. Gegner zu verhelfen! Mso, wenn cd sonst nützlich ist, leisten auch die „reine n" Agrarier b e m Liberalismus „SchlepVcrdienstc". Für das erbauliche Schauspiel eines Wahlkampfes aller gegen alle macht die „Kreuzzlg." in erster Reihe die Nation all ioera! en verantwortlich, die „Tagesztg." mißt oct Regierung die Hauptschuld an dieser Entwicklung bci.^ Tic Meinungsverschiedenheit mag aus sich beruhen. Aoer vor 14 Tonen noch war die Liechte Feuer und Flamme gegen die „unpatriotrsche Handlungsweise" des Zentrums.
Radolm und Gras Bsedel 120 000 Mark. Die Vertreter des Deutschen Reiche» in London und St. Petersburg, Gras Wolff»Metternich rote Herr von Schoen, haben lährlich 150 000 Mark. Die Gehälter dec deutschen Gesandten schwanken zwischen 24 000 und 60 OOu Mark. Da der Reichskanzler Fürst Bülow für seine Tätigkeit mit 100000 Mark entlohnt wird, ergibt cs sich, daß er schlechter dasteht. al$ die meisten der ihin untergebenen Botschafter, denen allerdings in derMehrhelt bejondereReproientaliouSkoslendadurch zusallen, daß sic nach völkerrechtlicher Anschauung nicht nur ihren Heimatstaat, sondern auch die Person ihres Souveräns vertreten und deshalb den Monarchen, bei dem sie akkreditiert sind, seine Fainilie und feinen Hof zu empfangen haben. Dabei überragt der Reichskanzler nut seinen 1O00O0 Mark alle übrigen deutschen Minister ganz bedeutend. DaS Gehalt des ^errn von Tschirschki) und dcS Grafen PosadowSky beläuft sich auf 50000 Mark, während bte Staatssekretäre der Post, Krätlc, des Schatzes, Freiherr von Stengel, und der Manne. Admiral von Tirpitz, je 44 000 und der des RnchSjuilizamteS, Dr. Rieberb'.ng, 30 OOo Mk. haben. Tie preußischen Minister erhalten 36 000 Mark im Jahre. Ebensoviel bekommt der Vorsitzende deS bayerischen StaatSimmsteriumS, Freiherr von Podewils; d:e übrigen bayrischen Minister werden mit 25 200 Mt. entlohnt, mit Ausnahme deS KriegSiuinisterS, der 30 000 Mark erhält. Im Königreich Sachsen stellt sich das Minister- gehalt auf 26 uOO Mk., wird aber beim Mangel emei Dienstwohnung um 4000 Pik. erhöht, und in Württemberg gibt es Miniitergehälter von 23 000, 21 000 und 18 000 Pik. 18 000 Mk. ist auch baß, was die Minister m Baden beziehen.
Bei den übrigen deutschen Staaten verringert sich bte Höhe ber Mmrstergelder gradweise. Bei unS im Groß- Herzogtum Hessen sind für den leitenden StaatSmimster 24 000 Bit. ouSgesetzt, für die anderen beiden Potttfeuille- Träger nur 14 ouO Mk. Der hessische Gesandte in Berlin i)at 10 UOO Mk. Gehalt und 14 500 Lik. Repräsentations- Felder. Im Großherzogtum Sachsen ist das Gehalt des leitenden StaatSu.inisterü mit 16 000 Mk., in Oldenburg ungefähr ebenso hoch angesetzt (bte Olbendurgstchen Refforl- mimster bekommen 12 OOo Lik.), ;n Sachsen-Memingen mit 12 000 Dik., in Schwarzburg-Londershaufen und Reuß j. L. mit 11 500 Mk., und am allerwenigsten beziehen wohl die oirigicrenbcit Minister in den beiden Fürstentümern Lippe, nämlich jährlich 9000 Mk., also etwa da« gleiche w»e beim Militär ein RegimenlStouimcin^eur.
Der Liebccrouran eines Erzherzogs. iPon uinerem ‘-Wiener Korrejpoude neu.)
Wien, 51. Dezember 1906.
Erzherzog Ferb. Karl, nach dem Tove des Erzherzogs Otto der einzige Bruder des öslrerchischen Thron, olc,ers, i,üt sich bei seinem lästerlichen Oheim eine neu£ fckrlmtg^ jung ieiner Beurlaubt ng uom militärischen Dienste des isube Duai nächsten Jahres erwirkt und wird vorausjichtltcy wieder aus Reisen gehen, um sein Herzelell) jecn von oer yeimat zu vergeisen. Denn der Erzheryog trägt sert mehre-- ^en Jahren eine tiefe Leioenscha4 rm Herzen iur die j^one rochier Berta des Poo,ejsor an der Wiener techn. Hochschule und L.ioscats Czuöer. Et rernte Die junge Dame im Herbste 1903 in Prag teunen, und seit dieser Zeit ist er unaouchig vestrebt, den Widerstand des Kaisers gegen oie von chnc .Lhnlchst geruüu$a)te Berheiratuiig mit Fräulein Gzuber zu „lechen. Alle Bemühungen )einer Stiefmutter, ujn Don .einem Entschlüsse abzubringen, baeben ebenso vergeblich, iüie die ernten Bor',teitunge?. des Kaisers und der anderen Erzherzoge. Er habe, so ertlürte immer wieder de-. Prinz, ^ruulem vi'.über ein Hciraisverjprechen gemacht und tonne und wolle als itaüai-er jein Wort nicht brechen. Auch oer Versuch, ihn von jeiner Leidenschast durch eure längere Verbannung ms Ausicuid zu heilen, erwies sich als eqolß- lvs, und wie jetzt erst betanni wird, unternahm der t£ry uerzog in Paris |ogax einen Selb st Mordversuch. Als er enolieb nau) Oesterreich wieoer zuruck Ley ne, galt jein erfter Besuch der Angevetecen, mit welcher er unadlässig m Korrespondenz gestanden hatte. Ihre Litern beschen eine in Hietzing bei Wien, wo oer Erzherzog in den letzten Wochen täglich zu Gast war. Nun hat man ihn wieder aus meisen ge|u)iai, au er hier zweifele man nicht daran, baß er seinen Wiiien sas.ießiich evensv durchsehen w^roe, wie an Bruder, der zuiunsiige osteeicyische iraitci. Wchrimein- ud) wird Kaiser Franz Joses bte yochangesthene Familie c-yaber den Adel veptechen und dann seine Einwilligung :zeben. ,___—-------
Sonderkandidaturen!"
Das oisizürse £■ rgan Oe. Reick ^regierung hat damit wahrlich recht. Aber vielleicht gerade bat rufbin rriib bas Zentrum sich erst recht angelegen sein lassen, in möglichst vielen Wahlkreisen mit katholischer Minderheit Sonderkanbibaten aufrnstellen, dadurch die Stimmen zu zersplirlern und entweder selbst in die Stichwahl zu koinnien oder in dieser den Ausschlag zugunsten des oppo- j sitionelleu Kandidaten zv geben. Dem üvcrrasclxndcn Wahlcrfolg des Zentrums bei der Ersatzwahl in Altena-Iserlohn im Sommer v. I. lag diese Taktik zugrunde. Damals war es die konservative „Kreuzztg.", weluw bas Zentrum beschwor, eine Dalli! nicht etwa zu perallg em einer, i, von der am Ende die S o z i a 1 b emo kr a ti e den größten Nutzen haben würde. Diesmal aber wird für die Konservativen das Recht beansprucht, im Interesse ber Selbft- erhaltung sich nöligenjalls mit dem Zentrum zu verbünden, in dem das konservative Prinzip trotz allem noch eine größere Zahl von Vertretern habe, wahrend es der Regierung hauptsächlich um eine Stärkung des Liberal ^nnS zv. tun sei. Hier wird also Der Trennungsstrich zwischen bürgerlichen Parteien gezogen und damit der Stimmenzersplitterung ebenso Vorschub geleistet, wie durch Ausstellung von Sonderkanoibaturen seitens des Zentrums.
Dtc ydlorbb. 2111g. Ztg." schreibt ferner:
„Die dreisteste uno uiwerfchamteäe aller W a hl 1 ügen, die glücklicherweise durch d e tatsächlichen Zuständ' poftroenbenö widerlegt werden kann, leistet sich der „Vorwärts", indem er seinem gläubigen Konveuulel vorzureden sucht, die diesmaligen Wahlen ständen im Zeichen des Hungers. Darum macht er.rov. die „Köln. Ztg." aus.ühct, seit einiger Zeit fettgedruckte Rechnungen aus, die die Belastung des deutschen iari-etlers durch Die indirekten Steuern bis zu seiner Erjcl)öp.ung txnitellen sollen, und er fälscht die soeben veräfsenllichten Ergebnisie der preuß. Einöotnmensteuerftatistil dahin um, baß sie wiederum berocii'c, wie wenig sich im besten Jahre her standarb of life des beutichen Arbeiters gehvber. habe. In seiner neuesten Numcker jammert bad Blatt über bie Fleischnoi, sogar b;3 Pierbejlcijch wcroe dem beurfdien Arbeiter nicht mehr unversteuert gegönnt, bie arme Bevölkerung des Chemnipcr Bezals müise sogar Esels- und HnnbJleisch es-en. Wenn nun tat'ächlich im Saute oe5 Sammers das Gespenst einer Unterernährung des Volkes auch zeitweilig ausgestiegen in, und die iberiorgung unseres Volkes mit billigerem Fieych nach wie vor eine der wichtigsten Ausgaben oleiden muß, so sind doch, wie jede Hausfrau we-ß, inzwi'ichen oie Preise gefall n. die Hochkonjunktur der deutschen Arbeit abu i#ält an, Die äußerst günstig auf die Löhne 5uruarouft. Ar die indirekten Steuern, ine nach einer mechanischen Theorie bei Statistik den Arbeiter hoher belasten als den Wohch^oend>.re.!, . uibeu ihre Kompensatwu in höherem Lohn. Sircde Steuern vezahll bet ungelernte Arbeiter saft gar nicht, wen.gnens wird in Preußen bie direkte Steuerlast von dem wo ch ha den deren Tritte. Der Bevölkerung getragen, 4,45 Proz. ber Bevölkerung bringen <0 Proz. des gesamten Stcuerauikommens auf, unb babei stehen 32 Proz. ber Bevölkerung in Der niedrigen Steuerklasse von 900 bis 3000 Mark. Es ist also einfach eine Wahllüge, daß der Staat den rutschen Arbeiter auspowcre, ber Ltaul, der un Gegenteil dem deutschen .Arbeiter durch seine Sozialgesetzgebung eine große wirt!Gastliche Sicherstellung bereitet ha.."
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In einer Broschüre, betitelt „Bülow's Bluff oder die vt e i ch s t a g s a u s l o s n n g" (Friedr. Rvlhbarlb, Leipzig, 1 Mark) vertritt der Verfasser Eduaro Gvldbeck die Ansicht, daß die ReichZtagsa.ufwsuug in jedem Sinne inopportun gewesen sei unb oaß sie a.s der Ve-such bercadjtet werden müsse, der Konsolldi^rung eines antiabsolutistischen Volks- und Parlamentswilleus oorzubeugen. Der Autor läßt es an satirischen Ausfällen lutd) Lütt» und rechts nicht fehlen.
Mit besonderer Befriedigung sind die aus einer Anzahl von Wahlkreisen [emmencen Nachrichten über ein gemeinsames Vorgehen ber Konservativen und Liberalen zu veiueichncil. In Königsberg und Breslau wächst die Aussicht, tmrckt eine gcschwssene Aktion ber genannten Parte-en, ber Sozialdemokratie die Mandate abzui'.ehinen. In B r o m - berg ist die Er'allung des Sitzes für das Deutschtum wahr- chcinlich. Auch im WesthaveUanb m c.n günstiges Wahl- resultat wohl zu erwarten, wenn der Führer ber NationaUide- raten, Bassermann, sich zur Uebernabme ber ihm von den bürgerlichen Parteien migeooteueii Kandidat.ir entwstießt. S?ofient« lich findet bas m diesen unb anderen Wahlkreisen gegebene gute Beispiele noch weitere Nachfolge. In vielen Fällen qi dazu allerdings Sclbstvirieugnung und eine gewisse nicht überall leichte Zurückstellung des Parteicgoismus hinter bem größeren allgemeinen Interesse erfvrocr irn. In einer Anzah. von W ’.b.trvnen bestes die dringende Gefahr, daß durch Cie 21 uffte 1 - lang von Sonderkandidaturen, die von vornhereut auSsichisws imb, die Sozialdenwiratle v.nb das Zentrum gegeneinander in die Stichwahl kommen, während bei richtiger Taktik ein Mitglied der Parteien, die am 13. Tezemvei zusammen- gehalten haben, gegen das Zentrum oder die SozialDemokratle in Stichwahl gebracht werden Eönntc. An alle, die es angehr, richtet sich daher die Muhnung: Keine gefährlichen
Weiteres aus Oer ZSavlb.wcgung.
Im Wahlkreis AlSseld-Lauterbach hat ti, wie uns geschrieben wird, in den weitesten Kreisen freudiges Aussehen erregt, daß man in einer Wahlkrcisverfammlung des Bundes ber Landwirte beschlossen hat, allen £anb- mitten unb B u n d eS mi t g li eb er n zu empfehlen, daß sie für bie Kan bibatur Wallau eintreten. Daß mit diesem Beschluß des Bundes ber Landwirte die Kandidatur deS Dr. Wallau nicht schlecht runoiett ist, steht außer Frage. Tie Freisinnigen Alsfelds erließen einen Wahlaufruf zu Gunsten der Kandidatur des Rechtsanwalts Reh. #
Oberlehrer Dr Strecker in Nauheim hat aus gesundheitlichen Rücksichten es abgclehnt, eine Kwividatur zu übernehmen.
In» ReichStagSwahlkreise Bingen.Alzey haben bie Sozialdemokraten als Kandidaten den Gastwirt Reichert in Finthen ausgestellt.
Tcr Ehrenbürger Marburgs, Rentier Siebert, wurde als nationalliberaler Reichstagskandidat auf- gestellt gegen den Abg. von Geclach.
Aus dem Wahlkreise Wetzlar wird unS geschrieben:
Der .Wetzt. Anz.' bringt die Botschaft, daß ein gewisser ®e- werkschackssekretäi Kremser auS FranOiirt a. M. sich bereit erklärt 6dbe, alS durchiallender Zählkandidat der Sozialbemokiane für den KietS Wetzlar-AUenkirchrn sich auifteOen zu lasten. Immerhin ist eS eine Eure für einen Kreis, wenn Manner em.-r Partei, der mau niil Geivißheit lagen kann, daß sie in den nächsten Jahrzehnten au' Erfolg nicht zu rechnen hat, sich um ein Mandat bewerben. Man sollte glauben, wenn man den gelunden patriotischen Boden unseres Kreiies leimt, daß eine valeriandstose Partei uns am kiügsten für immer Ledeioohl sagte. Aber roeu gekehlt. So Ute Herr Urem'er auf bie wenigen Arbeiter, welche zu einer wöchentlichen Abgabe von 45 Pfg. pro Woche gebimben worden sind, rechnen, so werden seibst sie noch nicht alle lur ihn eintreten. Auch scheini Herr Kreinser mit seinen S bi» 8000 'JJIL Einkommen jäbvltd), welche dem ehrlich dardeuden Arbeiterstande ausgetogen weiden, nicht zufrieden zu lein; feinem Vorträge in Lauiervach vom 21. Tezeinbei pitoige dürstet er nach den Diäten und will sich nicht zufrieden geben. Nun, Herr Kremser steht noch In jungen Jahren und ha» el verstanden, sich zu einem schönen Einkommen zu verheilen, so Fann er, follfl ihm da« Glück lacht — unb bie Ardener ihn noch freuet vergöttern, immerhin noch zu etwa- bringen. Nut mcht zu einem ReichSlagemanbat; denn vorläufig wirb ex bie Glocke be- ReichSkagSpräsibenten nicht zu hören bekommen.
Tie Konservativen und RationaNiberalen des KreiseS Wetzlar haben ein Kompromiß dahin ab- aeschtossen, daß die Konservativen bei der bevorstehenden ReichStagswahl für den naiwnalliberalen Bürgermeister Kraemer- Kllchen schon bei der Hauptwahl eintreten, wäbcend die Skationalliberalen bei der nächjten LandiagS- tvaql 1908 keinen besonderen Kandidaten ausftellen, sondern sofort für den koriservativen Kandidaten stimmen.
In einer Versammlung der freisinnigen Vertrauens Männer auS bem Wahllreis Höchst-Homburg-llsin- geu >uurde Stadtverordneter Goll-Fruntsurt cuijtimmig alS Kandidat ausgestellt.
Eine Bertrauenstnannerversammlung des Bundes der Landwirte beschloß, bie Kandidatur des Generals a. T von Kloeden im vierten na »säuischen Wahlkreis zurückzu- Ziehen und im Wahlkreis Wiesbadeit-Langenschwaldach-Rid dcsheim die kotiservallv-nationalliberale Kandidatur Bartling, im Wahlkreis Weilburg-Limburg-Diez den bisherigen Abgeordneten Buchsieb uub im Wählt:eis Herborn-Dilluii- buig-Retinervd nicht den nalionailioeralen Amtsrichter Dr. Lohniann, sondert» den christlich-sozialen Zentrumsvasallen Burühardt zu unterstützen. In den übrigen Wahlkreisen sollen Zählkandidale.'i ausgestellt werben.
Tie Vertrauensmänner der nationalliberalen Partei haben sich für bie bevorstehenden Reichstagswahlen im Wahlkreise Fulda - HerSfeld - Schlucht ern auf ben Amtsrichter Hengsberger (Fk.) in Schlüchtern als gemeinsamen Kandidaten geeinigt. Zentrumskandidat ist der bisherige Abg. Richard Müller-Fulda.
Dte Christlich-Sozialen stellen im Wahlkreis Limburg-Diez ben Gewerkjchaftssetretär Schmidt aus Dillenburg auf. Sie hoffen ihren Kandidaten mit ZentrumS- hülfe ducchzitbringen.
Für Heilbronn hat Pfarrer a. D. D. Naumann bie Kandidatur abgelehnt, indes eine solche für Kolmar angenommen.
In einer VertrauenSmänner-Versammlung dec konservativen Partei, der freisinnigen Vollspactei und der Nativnallibecalen wurde an Stelle des nicht wieder kandidierenden Grafen Arnuu-Muskau Rechtsanwalt Basser- mann, dec Führer der Älationalllberalcn, einstunmig al» gern ein samec bürgerlicher Kandidat für Rothen- burg-HoyerSwerda aufgestellt. Der General-Sckretäi der nationallib. Partei, Breithaupt, erklärte für Baffermann, daß dieser die Kandidatur annehmc.
Das polnische Z e n t r a l w a h l k o m i t e e veröffentlicht feinen Wahlaufruf unb macht bekannt, daß es eigene Kandidaten auiftellen will in 15 Wahi kreisen bei Provinz Posen, 13 W^hl- kreisen ui Wcstpreußen, im Wahlkreis Lutow-Laaenburg in Pvm- mein üt Ostcrode-Neidcnburg in Ostpreußen, in ftuttoroiß, Beuthen, Tanwwitz, Pleß, Oppeln. Glciwitz, Rakwor. Kojel unt Rosenourg in OdcrWiestea. In Westfalen wird d e Nominierung ber Kandidaten dem dortigen Wahlkomitee überlassen.
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Es wirb uns aus Berlin geschrieben:
Tie „Nakionalztg." bemerkt zu den Aussührungen der „Kreuzztg."', baß sich bie Konservativen in manchen Wahlkreisen mit b e m Zentrum verbünden müssen: „Fragt sich nur 'wch. roieroeit die durchweg evangelische Wählerschaft der Konservativen der begeisterten unb begeifternben Wahlparole „Für bc.5 Zentrum" folgt! — In ber Zentrumspresse wird allgemeiner Fuvel herrschen, daß man sür den „Kampf gegen das persönliche Regiment ' urb gegen die „koloniale Schuldenwirljchas^ einen solchen Bundesgenossen gefunden hat!" Das wird, wie auch uns scheint, kaum zu umgehen sein, daß bei diesen Bündnissen die Konseroatioen mit den 3entrumsmäniurn in dasselbe Horn blasen. Das Zentrum verlangt von seinen Verbündeten mehr, als etwa ein wohlwollendes Hinweggehen über bie letzten, bie Entscheidung herbeiführenden Vorgänge. Dabnrch werden aber die Konserva- hoen genötigt, sich vielfach in Widerspruch zu setzen zu ihrer bisher eingenommenen Lalttrug. Erfreut ist das Organ des
Nr. 1 Zweites Blatt 157.Iahrgana Mittwoch S. Iaiinar 1907
firfdjeinl Ii,IIch mit SluinaSme de« Sonntag«. Giehener Anzeiger
General-Anzeiger
Derrtjche» UeLch.
Berlin, 1. Jan. Heute abeno fand Familientafel bei den Majestäten statt. Hlcrauf begab sich bte gesamte .österliche FamiUe nach dem Schausptelhause. Gegeben wurde Walleusieius Lager" und die .Piccolomini". — Mit bem geuhgen Tage ist bie Uebersiedclirng des kaiserlichen Hos- .aoers vom Reuen Palais nach Berlin erfolgt.
— Großadmiral v. Köster wurde in Genehmigung reines Abschiedsgesuches mit der gesetzlichen Pension zur DiSposittou gestellt. Derselbe ist in Anerkennung der bem Kasten geleisteten Dienste auch ferner m der Marinerangliste zu jähren. „ „ m .
Stettin, 1. Jan. Hier werden gegenwort'g Verhandlungen darüber geführt, das alle Schloß sür die Hofhaltung eines der jüngeren Prinzen des Kaiserhauses auszubaue r. , «
Zur Nntsrwersung der Bonvelfwarts.
Tie ,Rocdd. Allg. Ztg. schreibt über die Untecwe.funq der Bondelswarts:
TaS ,Deutsche DolkSblatt^ gibt dir Mmeilung . -- ungenannten Gewährsmannes wieder, daß man m i.a ,chon feit drei Monaten von der Uebergade Johan.. mit den Boadels gemunkelt, unb daß er selber vor etwa


