km5, die feststellte, daß sie Schüler der hiesigen technischen Schule waren.
Das russische Programm für die zweite Friedenskonferenz.
London, 4. Avril. DaS von Rußland den Mächten unterbreitete Programm für die zweite Friedenskonferenz schließt alle politischen Fragen aus und nimmt zunächst eine Verbesserung der Bestimmungen deS Abkommens betreffend die Beilegung internationaler Streitfragen, soweit der SchiedSgerichtshvf in Betracht kommt, in Aussicht. Unter den vvrgeschlagenen Zusätzen zu dem Abkommen befinden sich Bestimmungen, die die OKbräuche der Ktiegsführung zu Lande, die Eröffnung von Feindseligkeiten und die Rechte der Neutralen regeln. Das Programm sieht ferner zur Vervollständigung des Abkommens Bestimmungen vor über die Gebräuche "bei der Kinegs- führung zur See, über das Secbombardemcnt von Forts, das Leyen von Minen, die Umwandlung von Kauffahrteischiffen in Kriegsschiffe und das Privateigentum der Krieg führenden zur See, die Gewährung der Erlaubnis an Kauffahrteischisfe, nach dem Beginne der Feindseligkeiten den Hafen zu verlosten, die Rechte der Neutralen auf See, die Frage der Konterbande, Maßregeln gegen am Kriege teilnehmende Schiffe in neutralen Häfen und Zerstörung von Kauffahrteischiffen, die als Prisen beschlagnahmt sind. Das Programm nimmt weiter in Aussicht die Anwendung der Bestimmungen über den Landkrieg aus den Seekrieg und schlägt schließlich einen Zusatz zu dem Abkommen vor, nach welchem die Grundsätze der Genfer Konvention von 1864 auf den Seekrieg Anwendung finden sollen.
Deutsches Reich.
Berlin, 4. April. Die Steuerkommission deZ Reichstages beendigte die zweite Lesung des Erbschaftssteuergesetzes. Es wurde im wesentlichen nach den Beschlüssen erster Lesung angenommen. § 15, der in erster Lesung gestrichen worden war, wurde insoweit wieder hergestellt, daß von der Erbschaftssteuer freibleiben der Landes- fürft, die Landesfürstin und die Mitglieder des landesfürstlichen Hauses in Ansehung eines Erwerbes «rus dem Vermögen anderer Mitglieder'des Hauses. Ter Inseraten- steuerantrag Burckhardt wurde als aussichtslos zurückgezogen. Nächste Sitzung am 26. April. Es sollen dann zunächst die in erster Lesung gefaßte Resolution und die bis zum 26. April vorliegenden Anträge auf Ersatzsteuern und dann das Finanzreformgesetz beraten werden.
Breslau, 4 .April. Die von hiesigen Blättern gebrachte Nachricht, daß der wegen eines Duells zu Festungshaft verurteifte Referendar Beseler ein Sohn des Justiz Ministers sei, war ein Irrtum und wird heute vvn denselben Blättern widerrufen.
Metz, 4. April. Das Kaiser paar wird in der zweiten Hälfte des Monats Mai zu längerem Aufenthalt lüt Schloß Urville bei Metz erwartet.
München, 4. April. Im Finanzausschuß der Abgeordnetenkammer bemerkte der Verkehrsminister gelegentlich, daß die Betriebsmittelgemeinschaft mit der Beschränkung auf die Güterwagen voraussichtlich zustande komm en werde.
Zwei Todesfälle im Haus Schaumburg-Lippe.
Nach ob, 4. April. Prinz Wilhelm zu Schaum- bitrg-Lippe ist heute früh 4 Uhr plötzlich am Herzschlag verschieden. — Prinzessin Frie d rich zu Schaumburg- Lippe ist heute früh um 9 Uhr gestorben.
Der Zweig des Hauses Schaumburg-Lippe, der am gleichen Tage zwei Todesfälle zu beklagen hat, ist seit einigen Jahrzehnten in Oesterreich seßhaft. Prinz Wilhelm, der heute starb, war ein Onkel de§ regierenden Fürsten Georg von Schaumburg-Lippe. (Sr war Besitzer der Herrschaft Nachod in Böhmen, österreichischer General und Herrenhausmitglied. Von seinen sieben Kindern ist das älteste die Königin Charlotte ' von Württemberg. Sein ältester Sohn, Prinz Friedrich, war mit Prinzessin Luise von Dänemark, der ältesten Tochter des regierenden Königs, verheiratet. Die Dame ist es, die heute gleichfalls starb. Sie war 31, ibr Schwiegervater 71 Jahre alt.____________
Aus den deutschen Kolonien.
Berlin, 4. April. Nach einer Meldung der „Tägl. Rundsch." ist als Nachfolger de§ Grafen Götzen der Generalkonsul in Moskau, Frhr. v. Rechenberg, zum Gouverneur von Ostafrika in Aussicht genommen.
Ein Telegramm aus Windhuk meldet:
Am 26. März bei dem Uebertall deS OcbfenwagenZ nördlich non Ariam gefallen: Leutnant Kuno Keller, geb. zu Heimsheim, früher Feldartillerie-Regiment Nr. 49, Brustschutz; Gefreiter AloysruS Advena, geb. zu Köln, früher Infanterie- Regiment Nr. 1-14; Gefreiter Sigismund Baron, geb. 511 Subfi, früher Grenadier-Regiment Nr 6 ; Gefreiter L i ch t e r f e l b, früher 3. Matrosendiviston ; Reiter Alfremb K i m m c l, geb. zu Buchwald, früher Husarenregiment Nr. 3 ; Reiter Ernst Heising, geb. zu Samtens, früher Infanterieregiment Nr. 34; Reiter Otto Haucke, geb. zu Seiteubors, früher Infanterieregiment Nr. 52; Reiter Jul. Sierszvn , geb. zu Iarotschin, früher Infanterieregiment Nr. 13; Reiter Wilhelm Anders, geb. zu Görlitz, früher Husaren-Regi° ment Nr. 3. — Schwer verwundet: Unteroffizier Paul Herzog, geb. 311 Saales, früher Dragonerregiment Nr. 6; freiter Hermann Sku lzus, geb. zu Nepperikenken, früher Infanterieregiment Nr. 14. — Leicht verwundet: Gefreiter Georg Schäfer, geb. zn Heiscbeck, früher Infanterieregiment Nr. 82; Gefreiter Otto Kon, geb. zii Zabrze, früher Kürassier» regiment Nr. 1. — Am 27. März auf Patrouille bei Ariam leicht verwundet: Reiter Paul Schulze, geb. zu Westerhusen, früher Iiifanterieregiment Nr. 140, Flcischschutz am rechten Oberarni. — Ferner an Krankheiten g e st 0 r b e n : Gefreiter Stefan Panitz, geb. zu Kadlup-Turawa, früher Pionierbataillon Nr. 6 em 27. März tin Feldlazarett Maltahöhe an Nierenentzündung • Sergeant Friedrich Bennier, geb. zu Dachre, früher Infanterieregiment Nr. 174, am 29. Möi-z im Feldlazarett Kalkfontein an Lungenentzündung ; Unteroffizier Lndivig D a n ii e m a n n, geb. zu Osterburg, früher 2. ostasiatisches Juiauterieregünent, 'am 29. März im Feldlazarett Maltahöhe am TnphuS. — Serun- glückt: Reiter August Becker, geb. zuLonkoroz, früher Pionierbataillon Nr. 3, am 25. März infolge Herzschwäche im Staubecken zu Dawignak ertrunken.
ßccv und Flotte.
Berlin, 4. April. Tie diesjährige Frühjahrsparade des Gardekorps findet in Potsdam am 30., in Berlin am 31. Mai statt.
Paris, 4. April. Das Amtsblatt veröffentlicht heute einen Erlaß betr. die Errichtung eines obersten Rates der Nationalverteidiguug. In den diesbezüglichen Motiven berichtet der Kriegsminister Etienne, daß die Minister de§ Krieges, der Marine und der Kolomen, die einzeln und getrennt vor der Kammer verantwortlich sind, zu einer beständigen gemeinschaftlichen Arbeit berufen seien. 8§ sei deshalb in Kriegszeiten ein beständiges einvernehmliches Zusanrmenwirkcu unerläßlich, möge sich nun der Kriegsschauplatz in oder außerhalb Europas befinden. Die Entwicklung nationaler Interessen auf allen Punkten der Erde
habe die unerläßliche Notwendigkeit erwiesen, eine zusammen- faffende Körperschaft zu schaffen, die in den allgemeinen Fragen der nationalen Verteidigung die Einhest der Anschauungen und der Entscheidung zu sichern hätte. Dieser Körperschaft würden die Minister des Aeußern, des Krieges, der Marine und der Kolonien angehören. Der Vorsitz würde dem Ministerpräsidenten zukommen, aber der Präsident der Republik könne den Vorsitz, so oft er es für nötig halte, selbst übernehmen. Außer den Ministern wohnen den jedes halbe Jahr mtnbeftcnS einmal stattfindenden Versammlungen die GeneralstabSchefS der Armee und der Marine sowie der Vorsitzende deS Beirates für die Kolonialverteidigung bei.
Ausland.
London, 4. April. Ter König hat der Prinzessin EnavnnBatten berg das Prädikat „Königliche Hoheit" verliehen.
— Wie Reuters Bureau aus Tokio erfährt, will Japan vor der in Bälde zu erwartenden Oeffnung der ganzen Mandschurei für den fremden Handel, zunächst den Verkehr von ausländischen Schiffen in Tötung kar zulassen.
Paris, 4. April. Ter Kaiser übersandte dem Botschafter Fürsten Radolin als Geburtstagsgeschenk eine prachtvolle Standuhr.
Marseille, 4. April. Infolge des heftigen Sturm Windes wurde die Abreise des Königs und der Königin von England, die eine Kreuzfahrt im Mittelländischen Meer unternehmen wollten, auf morgen verschoben.
Genf, 4. Llpril. Ter König von Italien wird am 19. Mai der offiziellen Eröffnungsfeier des Sim- plontunnels beiwohnen und in Brig Gast des schweizerischen Bundesrats fein.
Bu 0 apest, 4. April. Tie Konferenz des Minister Präsidenten Fejervary mit Franz K 0ssuth dauerte zwei Stunden. Nach der Konferenz äußerte sich Kossuth ziemlich pessimistisch über das Ergebnis. Trotzdem betrachtet man die Unterredung als den Ausgangspunkt einer Aktion, die vielleicht die Beendigung des Versa ssungs ko nf^likts herbeiführen könne.
— Wie die Blatter melden, wird auch der Minister des Innern, Kristoffh, vom Amte zu rücktret en und Ministerpräsident Baron Fejervary dieses Portefeuille übernehmen. Sowohl der Rücktritt des Justizministers wie auch der des Ministers des Innern beruht, wie die Blätter weiter melden, auf auss chließlich persönlichen Gründen und hängt mit der politischen Richtung des Kabinetts nicht zusammen.
Washingtons. April. Präsident Roosevelt entschloß sich, in den Bergarbeiter st reit nicht einzugreifen.
Albany, 4. April. Tas Repräsentantenhaus nahm 5 Gesetzentwürfe an, wonach verschiedene Gepflogenheiten im Versicherungswesen als strafbare Vergehen angesehen werden sollen.
Durban, 4. April. Die Anhänger eines Häuptlings Nomens Bamata, der von den Behörden Natals abgesetzt worden war, haben den an seiner Stelle zum Regenten ernannten Oheim gefangen genommen. Nach Durchschneiden der Telegraphendrähte schossen sie auf eine Polizeiabteilnng und Zivilpersonen und beraubten, wie berichtet wird, zwei Farmen, wobei ihnen Waffen und Munition in die Hände fielen. Eine Batterie Artil t er ie und eine Kompagnie Infanterie soll morgen von hier nach Greytown abgehen, um die O p e r a t i 0 n c n gegen den aufständischen Häuptling Bamata zu unterstützen.
Peking, 4. April. Der Angriff auf das Missionsgebäude hatte den Tod eines chinesischen Beamten in Nanchang zur Folge und ruft nach wie vor unter der Bevölkerung Nordchinas eine erbitterte Haltung den Missionaren gegenüber hervor. An vielen Orten werden Truppen in die Nähe der Missionen beordert.
Aus SiaOt uuo Luus.
Gießen, den 5. Jlpril.
** Aus dem Bureau des Stadttheaters. Freitag, 6. April, gebt als letzte Benefizvorstellung der französische Schwank „Le online ns Ehemänner" in Szene. Die Vorstellung findet zum Vorteil der Herren Regisseure Goll und Lippert statt. Beide gehören zu unseren beliebtesten Mitgliedern und es wird vom Theaterpublikum gewiß mit Freude begrüßt werdeu, daß sie beide auch in der nächsten Spielzeit unserer Bühne angehören werden. Außer den Benefizianten sind in dem Stücke die Herren Lüttjohann, Mendes, Herrscher und die Damen Bayrhammer, Fischer, Millar, Maurice, Rus u. a. beschäftigt.
** Die Plenarversammlung der Hessischeu Handwerkskammer findet in diesem Jahre in Darmstadt statt. Als Termin ist der 18. Juni in Aussicht genommen.
** Richt weiter zu beanstanden sind Druck- achen und Drucksachen- Umhüllungen mit g e- druckten Vermerken, wie: „Wichtig. 'Nicht in den Papierkorb", „Die angekreuzten Stellen sind zu beachten", „Falts ohne Interesse, Annahme verweigern", „Die angestrichene Stelle dürfte Sie besonders interessieren" u. dgl. Auf eine an das Reichspostamt gerichtete Bitte um Aufklärung erhielt der Deutsche Buchdrucker-Verein unterm 27. März 1906 folgenden Bescheid:
Die Pvstanstalten haben Anweisung erhalten, auf den Um> kMungcn von Drucksachen,'endungcn befinbliche, binxb Truck oder durch ein sonstiges mechanisches Bervielfältigungsvei. fahren her- gestellte Reklamcvermerkc jeder Art, auch wenn sie in die Form einer persönlichen Anrede deS Empfängers gekleidet sind i,< B. „Die angestrichcne Stelle dürfte Sie besonders interessieren"), nicht weiter zu beanstanden unter der Bedingung, daß bic Vermerke in keiner Weise die Deutlichkeit der Aufschrift sowie die Anbringung der Stempelabdrücke oder postdienlicher Vermerke beeinträchtigen.
Zur Vermeidung einer derartigen Beeinträchtigung einpfiehlt es sich, die gedruckten Vermerke auf der Ausschriftseite tunlichst am oberen Rande ober auch an dem linken Seiteurande so Ijer umstellen, daß der Raum für die Mresse, für die Freimarken und die Aufgabeflempel von Druckangaben gänzlich freibleiöt.
sd. Mainz, 4. April. Der Direktor des Mainzer städtischen Krankenhauses St. Rochus, Mcdizinalrat Dr. Michael Reisinger, beging gestern das Jubiläum seiner 25jähr. Tätigkeit an dieser Anstalt. Er wurde Anfang April 1881 als Assistenzarzt von Hamburg an daS Mainzer RochuS- hoSpital berufen, deffeu Leitung er am 1. Oktober 1891 übernahm. Medizinalrat Dr. Reisinger gilt besonders als überaus geschickter Operateur. — Der Beigeordnete der Stadt Mainz, Baurat Kuhn stand Anfang April ebenfalls 25 Jahre in den Diensten der Stadt Mainz.
* Kleine Mitteilungen aus Helsen und den N a ch b a r st aaten. Der am Freitag bei Sprendlingen mit dem Käsefabrikanten Georg Bender verunglückte Knecht ist im Krankenhaus in Langen seinen Dcrletzungen eben'allS erlegen. In Brensbach i. O. fand man den Schreiner Eutenmüller von da an einem Baume erhängt vor. Ungünstige Vermögensverhältnisse bürsten ben Unglücklichen in ben Tod getrieben haben. — Bei Ober-Ingelheim wurde in einem Strohhaufen, in dem er wahrscheinlich Unterkunst gesucht hatte, em Mann erfroren aufgefunben. — Bei Grebenau brach ein Walbbrand aus, der eine größere Fickstenpflanzrma zerstörte. — Lehrer Würten berge r in ReibertenrotH, der vor zwei Jahren fern 50jäHrigeS Dienstjubiläum feierte, trat in den Ruhestand.
Vermischtes.
* Hamburg, 4. 24)111. uxgVn 4 Uhr nachmittags fand auf bem Tampser „Hambur g" der Hamburg» Amerila-Linie, der am Moenkebergquai liegt, eine Explosion statt. Soweit bis jetzt, 4V2 Uhr, feststeht, wurden drer Personen schwer verletzt. Die Explosion erfolgte durch Entzündung vvn Kohlenstaub etwa um 3 Uhr im vordersten Kohlenraum des Schiffes. Durch die Explosion wurden die Luken gesprengt, die Vorratskammer und die Offi- ziersmesse beschädigt. Die herum fliegenden Stücke verletzten vier Mann am Kops und an den Seinen. Gegen 5 Uhr konnte die Feuerwehr wieder abrücken.
Altona, 4. dlpril. Der Großhändler Fr. Häse in Altona-Pmneberg ist gestern abend auf Antrag der StaarS- inwaltschaft wegen Konkurs vergehens, Betrugs, Mechselsälschung usw. verhaftet worden. Tie Passiven sind bis jetzt auf 500 000 Mk. sestgesteNt.
* Neapel, 4. April. Heute früch fand ein neuer Ausbruch des Vesuv statt. Der Lava ström ergoß sich in der Richtung auf Pompeji hin. Ter Strom, der sich nach Nordwesten ergoß, hat abgenommen. Der Telegraph und die Instrumente des Observatoriums am Vesuv sind gestört.
* Kleine Tages'chrvnik. In Mül heim (Ruhr) er- olgte int Hause des Regimentskommandeurs Jung eine Gasexplosion, wodurch eine Dame schwer verletzt und großer schaden angerichtet wurde. — Aus der Provinz Eataitzaro in ^.üd-Jlalien werden 20 Fälle von Genick st arre gemeldet, vvn denen bisher acht tödlich verlaufen sind. — In Ivppot wurde Frau Biber in ihrer Wohnung in einer Mutlache ermordet aufgefunden; es wird Ra,lbmord vermutet. — Ein Trainsergeant in Forbach, der wegen Anfassens emeS Rekruten disziplinarisch mit drei Tagen Mittelarrest betraft worden war, er schon sich mit seinem Karabiner. — Das Automobil der Gebrüder Japy aus Audincourt stieß in A red er a spach (Elsaß) mit einem Pferdefuhrwerk zusammen. 2te Gebrüder Japv wurden schwer verletzt. Der Chauffeur wurde artetet. Die Insassen des Pferdefuhrwerks sind ebenfalls schwer verl"tzt worden. — Auf der Straße zwischen Mailand und dem Städtchen Saronno ereignete fick gestern ein schrecklicher Z w r 1 ch e n f a l l. Infolge Scheuwerdens eines Pferdes stieß ein ’nd. einem Dampftramwayzug zusammen und lamtllche Jnsaffen des ersteren, ein Mann und vier Töchter blieben aus der Stelle tvt. — In D l g i e r erschoß sich der Gene- ral <y on t eb r ib eJl, ein Veteran der afrikanischen Armee, in einem Anfalle von Schwermut auf der Terasse eines Kaffeehauses. 177, In den letzten Wochen imirden in Li'rem bürg 20 neue '>alle von schwarzen Pocken festgestelli.
wtifc LVvssenfchnft.
. " Ein jun-ger ober hessischer Komponist. Im 4. Matte unserer Samstag-Nummer machten wir Mitteilung Vvn den schönen Erfiügen, die ein junger oberhessisckrer K'omvonist, stud. phil. et muß Mv 0 g aus Gedern beim letzten Prüfungskonzert des kgl. Konservatoriums in Leipzig mit einem Klavier Onmtett errungen hat. Im Anschluß daran erwähiiten wir, daß cut Leipziger Verleger das Quintett zu veröffentlichen sich erboten nabe, ^vorausgesetzt, daß eine vorherige Subskription stattfinde. Der Schlußsatz aus der Samstags-AuSlassung lautete wörtlich m unserem Monuskrivt: „Vielleicht finden sich in Gießen u. a. O. einige vermögende Musikfreunde bereit, den jungen hoffnungS- vollen Komponisten durch Subskription zu unterstützen". Die Worte „durch'Subskription" sind am Samstag irrtümlich her- anSgeblieben. Uebrigens erfahren wir. daß vorerst die Druck- leguug des Quintetts wohl nickt stattsinden wird. Max Reger tu München hat sich erboten, die 'Weitere Ausbildung de§ viel- ^kwsp^echenden jungen Musikers in die Hand zu nehmen.
München, 4. April. Gestern abend verschied nach längerem Leiden Geheimrat Dr. Gustav Bauer, Professor der Mathematik an der hiesigen Universität im 86. LebenS-afire.
London, 4. i>Lpril. Hier wird für die Monate Mai bis Juli cme Ausstellung vvn Werken deutscher Kunst- ler geplant. Zu diesem Zwecke bildete sichäus'leitenden britischen Künstlern ein Komitee, das in Anerkennung der Ehren, die der britischen Konst in Deutschland erwiesen wird, Einlabunqen ergehen ließ. Als Tag der Eröffnung ist der 22. Mai vorgesehen.
Paris, 4. April. Die fünf Mtellungen des „Institute" erkannten heute nachmittag in feierlicher Sitzung dem Mitgliede der „Academie Franiwise" und Historiker Mert Sorel den von dem Bankier OsieriS gestifteten Hunderttausend- Francs-Preis zu. ______________
Arbeiterbewegung.
b u r g , 4. April. Gestern nachmittag erschien eine A n z a h l e e l c u t e entsprechend der Bekanntmachung des Vereines Hamburger Reeder bei der Wörmannlinie und der O st a f r i k a l i n i e mit der Bitte um Erhöhung der Löhne. Beide Reedereien erhöhten anstandslos die Löhne der Matrosen und Heizer um 5 Mark aus 70 bezw. 80 Mark. Dem „Hamb. Kvrr." zufolge haben mich alle anderen Hamburgischen Reedereien gegen eine Erhöhung der Heuer durchaus nickt? einzuwendeil. Die Reeder vwllen nur nicht mit den Führern des Seematms- verbandcs verhandeln. Heute abend findet in Altona eine Sce- mannsversammlung statt, in der über den Stmld des Llusstaiides berichtet werden soll.
Weißenfels, 4. April. Die Zahl der Ausständigen ist infolge des Brarlnschweiger und Wanslebener Streikes auf ungefähr 2000 angewachsen.
Dresden, 4. April. Nachdem der Vorstand der Metall- industriellen die Aussperrung aller Mitglieder des Metallarbcitei- verbandeS bekannt gegeben, haben der H irsch-Dn n cke r sckc Gewerkverein und der christlich-soziale Arbeitcr- -8 er band mit den Ausgesperrten sich solid arisch erklärt.
' 4. April. Ein D st n a m it- Atten t a t ist von sranzosifckcn Ausständigen gegen bie Eisenbahnbrücke an der Grenze zwischen Quevrain nnd Blancmisscron verübt worden. Die Streikenden beabsichtigten, die Brücke zu zerstören, augciischcinlich um SU verhindern, daß belgische Kvhlc nach Frankreich eingeführt werde. Die Explosion war eine sehr heftige und verursachte grossen Materialschaden, ohiie jedoch die Brücke zu zerstören. ...Abbeville (Departement Meurthe et Mosclle), 4. Mil. 400 ausständige Arbeiter der Schlosserei der Brüder Riquicr in Fressinville drangen.in das Haus der Fabrikbesitzer ein und plünderten und z ßrten die Einrichtung, fleckten das Haus m Brand und verhind.eteii die Feuerwehr am Löschen. vO Mann Infanterie sind cingetrvffen, um die Ruhe wieder her- zustellen.
Toulon, 4. April. Die Beisetzung des getöteten Kellners gab gestern Anlaß zu einer neuen großen Ki> nd - g eb un g. Ungefähr 20000 Personen hatten sich in den Straßen, durch bte der Lcichcnzug führte, eingefunben. Am Grabe wurden mehrere heftige Reben gehalten. Der Bürgermeister von Toulon vcrsuckste die Anarchisten, die sich mit einer Fahne, dic eilte aufreizende Inschrift trug, cingcfuubcn hatten, zu beruhigen.


