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den 31. Januar 1906.
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(Meschede) deS 1. Gr. Hoff. Fcldart.-ReqtS. Nr. 25, Siegert ((Sieben) deS 5. Bad. Feldart.-Regts. Nr. 76. — Versetzt: Spam er, Leutnant der Neserve des 5. Gr. Hess. Jnf.-Recsts Nr. 168 (Göttingen), zu den Neserveoffizieren des Jns.-Reats. Kaiser Wilhelm (2. Gr. Hess.) Nr. 116, Schwör er, Oberlt. der Landw.-Iciaer 2. Aufgebots ((Sieben), zu den Reserveoffizieren des Kurhess. Iaqer-Bats. Nr. 11. — C. Im SanitätS - korpS. Befördert: Zum Oberarzt der Assistenzarzt der Reserve Tr. Waldeck (Mainz), zu Assistenzärzten die Unterärzte der Neserve Dr. Scheuermann (I Darmstadt), Reuter (II Darmstadt), Dr. Siebeck (Mainz).
Betzenrod, 29. Jan. Am 26. d. Mts. waren eS 60 Jahre, das; Herr Daniel Nepp das Amt eines Orts- gerichtsvorsteherS und Standesbeamten fährt. Aus diesem Anlaß überreichte ihm Oberamtsrichter NiSpel- Schotten im Namen S. K. H. deS GroßherzoqS den Verdienstorden Philipps des Großmütiaen. (Schott. StrbL)
x Herbstein, 28. Jan. Die Geburtstagsfeier S. M. des Kaisers ist hier in sehr hübscher Weise gefeiert worden. Der Kriegerverein beging die fteier im Gasthaus ,Zum hessischen Hof, und die hiesigen Burschen feierten den Geburtstag Sr. Majestät bei Herrn Gastwirt Balduin Traud Gasthaus »Zum goldenen Lamm". Der Kriegerverein feierte den Geburtstag S. M. indem er seine Kameraden zu einem Freisckoppen vereinigte, verbunden mit einer Ansprache und einem darauffolgenden dreifachen Hoch auf den Kaiser. Die Feier der Burschen begann um 6 Uhr abends, in einem sehr hübsch gezierten Saale. Die Porträts des Kaisers und der Kaiserin sowie der verstorbenen Regenten waren in dem Festsaale anoebracht. Ein hiesiger Müllerbursche hielt eine sehr schöne Ansprache über die verschiedenen Feldzüge. Am Schluffe der Rede brachte er auf den Kaiser und die Kaiserin ein dreifache? Hoch aus. Sodann spielte die Herbsteiner Musikkapelle die Nationalhymne, in welche die Burschen freudig einstimmten. Hierauf folgte eine Tanzbelustigung.
w Limburg, 30. Jan. Wie der »Nass. B.^ meldet, sind heute vormittag 8 Uhr im Heimannschen Steinbruch bei Zollhaus drei Arbeiter durch herabfallende GesteinSmasien verunglückt. Zwei derselben waren sofort tot und der dritte ist lebensgefährlich verletzt.
Kassel, 30. Jan. Hier traf auf Bestellung der hiesigen Schlachter-Innung eine erste Waggonladung von ca. 100 geschlachteten Schweinen aus Holland ein, welche sich im Preise einige Mark billiger stellten, als sie hier am Platze gekauft gekostet haben würden. , .. __l_. ■■ ■ ■ -—— ___»i i i ■■■■■
«Historischer Dercin sm Das Kroßlieizoglum Kessen.
(Original-Bericht des (Siebener Anzeigers.)
R.B. Darmstadt, 30. Jan.
Ter Historische Verein für das Großherzog- -knm Hessen hielt am Montag abend im Saale der Vereinigten Gesellschaft seine ordentliche Hauptversammlung ob, die sehr zahlreich besucht war. Ter Präsident Dr. Frhr. Schenk zu Schweins berg hielt nach Begrüßung der Versammlung seinen nach Art. 12 der Satzungen zu erstattenden Vortrag über die Vereinstätig- feit Wir geben folgendes daraus wieder: Seit der letzten Berichterstattung sind 38 neue Mitglieder dem Verein beigetreten, während 27 Abgänge zu verzeichnen waren. Ter derzeitige Stand der Mitglieder beträgt 514. Ter Präsident gedenkt dann in warmen Morten dankbarer Slnerkennung der durch Tod abaeoiangenen Mitglieder: Ministerialrat i. P. Soldan, Leist, Vrinkmayer und neuerdings Staatsminister Rothe, der zwar durch die Bürde des höchsten Stoatsamtes verhindert war, am Vereinsleben sich zu beteiligen, der dem Verein aber stets ein reges Interesse bezeigt und ihn stets wohlwollend unterstützt habe. ’iM) ein korrespondierendes Mitglied hat der Verein durch den Tod verloren, den Archivrat Tr. Will-Regensburg. Die Versammlung ehrt das Andenken der Verschiedenen durch Erheben von den Sitzen.
r Weiter konstatiert der Bericht u. <t mit großer Befriedigung die Gründung eines neuen Vereins in Ingelheim. Verhandlungen über den Zusammenschluß aller hessischen Vereine zwecks gemeinsamer ■ Herausgabe von Schriften usw. sind eingeleitet worden und es ist zu hoffen, daß sie zu einem günstigen Ergebnis führen werden. Schon seit längerer Zeit wurden Verhandlungen geführt über die Art der Feier der 100jährigen Wiederkehr des Tages der Erhebung Hessens zum Großherzogtum. Tie geplante Herausgabe eines großen Geschichtswerkes ist leider gescheitert. In Rücksicht darauf, daß jene Zeit für das patriotische Empfinden vieler sehr biei Schmerzliches birgt, wird voraussichtlich nur in einem Vortrage im Mai d. I. der Ereignisse gedacht werden. Weiter verzeichnet der Bericht eine erhebliche Zunahme der Vereinsbibliothek, während die archäologische Abteilung keine Veränderung erfuhr.
Tcr Kassenbericht verzeichnet in Einnahme 4857 Mark und in Ausgabe 4015 Mk., Rest 841 Mk. lieber die Veranstaltung der 400jährrgen Geburtstagsfeier Landgraf Philipp des Großmütigen wurde eine besondere Rechnung geführt, die mit 16 339 Mk. in Einnahme und Ausgabe abschließt.
Pfarrer Tr. Diehl-Hirschhorn erstattete kurzen Bericht über die kirch en geschichtliche Abteilung. Deren Mitgliederzahl beträgt 232, von denen 66 auch dem Hauptverein angehören. Von den Publikationen sind Heft 3 und 4 des zweiten Bandes der hessischen Kirchengeschichte erschienen. Die Privatarbeit der Mitglieder war erfreulich rege. Tie Organisation zur Pflege der hessischen Schulgeschichte und im Zusammenhang damit die Herausgabe von Quellenschriften ist tm Gange. — Einem weiteren kurzen Bericht des ersten Vereinssekretärs Professor An- t h e s folgten Neuwahlen des Vereinsausschusses für die Jahre 1906—1908. Folgende 20 Herren wurden neugewählt: Prof. Anthes-Darmstadt, Professor Back-Tarmstadt, Bibliothekar Bader-Darmstadt, Tr. Dieterich-Darmstadt, Prof. Falk-Tarmstadt, Tr. Alein-Dinternheim, Oberlehrer Helmke- Friedberg, Prof. Tr. Kautzsch-Darmstadt, Sanitätsrat Dr. Kaehl-Worms, Hofrat Kvfler-Darmstadt, Oberlandesgerichtspräsident Lippold-Tarmstadt. Austos Dr. Müller-Darmstadt, Tr. Rieger-,iMsbach, Prof. Tr. Röschen-Gießen, Geh. Schulrat Tr. Schädel-Gießen, Schenk zu Schweins- terg-Darmstadt, Hofbibliothetsdirektor Dr. Schmidt-Darmstadt, Frhr. v. Senarelens-Graney-Darmstadt, Prof. Dr. Delke-Mainz, Tr. Volk-Tarmstadt, Prof. Dr. Weckerling-- Worms.
Ter Präsident verliest dann eine Zuschrift des new- gegründeten Vereins Ingelheim, der seine Satzungen bekannt gibt und um Zustellung der Quartalsblätter bittet. Tie Hauptversammlung ermäck)tigt den Ausschuß, mit dem Verein einen diesbezügl. Vertrag abzuschließen. — Tie Stellung eines Rechners und verschiedene andere Funktionen
werden Kanzleisekretär Sulrmann übertragen und der Vorstand ermächtigt, mit diesem einen Vertrag vorbehaltlich der Genehmigung der nächsten Generalversammlung abzuschließen.
Ten Schluß der Hauptveriam^''ung bildete ein hochinteressanter, mit poetischen Ergüss 'ich geschmückter Vortrag von Tr. Karl Bader, Biblio hekar an der Großh. Hofbibliothek, über Burgenkunde in Hessen, zur Vorgeschichte der Denkmalpflege. Ter Vortrag verdient zweifelsohne gedruckt und so weiteren Kreisen zugänglich gemacht zu werden. Langanhaltender Beifall dankte dem Redner. Tie Hauptversammlung wurde dann geschlossen.
Dermikbtes*
• Ein Dynamitattentat. Rach einer Meldung aus Königshütte wurde vor einem Hause in Zalenee eine Dynamit bom be zur Explosion gebracht, wodurch sämtliche Fensterscheiben in Trümmer gingen. Da? Attentat richtete sich angeblich gegen den Bergmann Urba inski. Dessen Sohn, der am Fenster schlief, blieb lange Zeit bewußtlos. Auf die Ermittelung de? Täters ist von der Verwaltung eine Belohnung von 500 Mk. ausgesetzt. Seit kurzer Zeit ist dies das dritte Dynamit-Attentat in Obersch l e s i e n.
• 31 Zöpfe abgeschnitten. Ein offenbar krankhaft veranlagter Zop'abschueider, besten Treiben schon längere Zeit Beunruhigung hervorrief, ist jetzt der Berliner Polizei, wie schon kurz berichtet, in die Hände gefallen. Auf dem Opernplatze sahen am Abend der Illumination zwei Kriminalbeamte von der Sonderpatrouille, wie ein junger Mensch sich ausfallend in der Nähe eines kleinen Mädchens, das da§ Haar in einem langen Zopf geflochten trug, herandrängte. Tie Beamten beobachteten den Mann eine Weile und griffen zu, als er gerade im Begriffe stand, den Zopf abzuschneiden. Während der eine Beamte den Namen des ahnungslosen Mädchens festsiellte, brachte der andere den Ertappten nach der nächsten Revierwache. Hier wies er sich durch eine Karte als ein 22 Jahre alter Student der Schiffsbautechnik, Robert S., anS. Der junge Mann war ganz verdutzt und ließ sich willig abführen und der Kriminalpolizei überliefern. Seinen Angaben nach stammt er aus Valparaiso und studiert im nennten Semester an der Technischen Hochschule in Cbarlottenburg. Seine Eltern leben jetzt in Hamburg. Zum Geburtstage des Kaisers war er von Charlottenburg nach Berlin gekommen; eine Haussuchung, die in seiner Charlottenburger Wohnung sofort vorgenommen wurde, förderte noch 31 Zöpfe und eine Menge Locken zutage. S. gab zu, daß er sie alle heimlich den Trägerinnen abgeschnitten habe. Tie Zöpfe, die er von Zeit zu Zeit auf- und wieder zuflocht, bewahrte er in seinem Schreibtische auf. Um jeden hatte er ein Bändchen gebunden, das Tag und Datum des Abschneidens trug. Ueber den Beweggrund zu dem seltsamen Treiben befragt, gab er an, daß er schon als Tertianer seiner Schwester den Zopf abgesehnitten habe. Trotz seines Ausweises als Student wurde S. mit Rücksicht auf die Beunruhigung, die sein Beginnen seit langem verursacht hat, gestern dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Aus welchem Gesichtspunkte er ben Strafrichter beschäftigen wird, ist eigentlich noch eine schwierige Frage. Vorgeführt wurde er wegen tätlicher Beleidigung, verbunden mit Körperverletzung. Diese liegt nach Professor Dr. Liszt auch dann vor, wenn jemand ohne Schmerzen einen körperlichen Schaden erlitten hat, falls nur irgend ein Teil deS Körpers in feinem Wachstum beeinträchtigt wird. Bemerkenswert ist übrigens, daß der Kriminalpolizei nur acht derartige Fälle angezeigt worden sind, während doch S. 31 verübt bat.
* Kleine Tages eh roni? In 9 a u e n b a fb wütete ein Grosffeuer, durch welches etwa 40 Gebäude in Asche gelegt wurden. Infolge Südweststurmes gestalteten sich die Löstharbeiteu sehr schwierig. Erst nach dem Eintreffen der telegrnvbvifcb herbei' gerufenen Danziger Feuerwehr gelang es das Feuer bis auf feinen Herd zu beschränken. Ein Feuerwehrmann wurde leicht verletzt. 50Familien sind obdachlos. — Wie ein Telegramm aus M e l i l l a meldet, ist während des letzten Sturmes der Dampfer „Eider", der von Oran nach Marcbiea unterwegs war, gekentert. Die Besatzung, mit Ausnahme des Maschinisten ist ertrunken. — In L i n d a u begingen in einem Hotel zwei junge Leute, der Postbeamte Otto Heinz au§ Heiligenberg in Baden und ein Fräulein Markgraf ans Villingen gemeinsam S e l b st m o r d. Ans einem hinterlassener Schreiben geht hervor, daß beide freiwillig aus dem Leben geschieden sind. — In B e r l i n ereignete sich ein A u t o m o b i l - U n g l ü ck , bei dem der Chauffeur getötet und die beiden Insassen verletzt wurden. Das Gefährt rannte in voller Fahrt gegen eine Bordschwelle und überschlug sich mehrmals. Die beiden Verletzten tonnten sich selbst nach der Unfallstation begeben. — In Wilhelmshaven wurden unter dem Verdacht, Mord an der Frau Lisch verübt zu haben, die Arbeiter Sliwinski undKrozik aus Delmenhorst verhaltet. — In Gr ätz (Vosen) erschoß sich bei der Kaiserseier der Buchhalter Venski. Er verließ während des Diners den Saal und schoß sich eine Kugel durch ben Rouf. — In Weimar hat sich Kanlmann R. Eckardt erschossen. — Geh. Kommerzienrat Koppel, der zu Kaisers Geburtstag durch den Wilhelmsorden ausgezeichnet wurde, hat dem Kaiser eine Million Mark z u r Förderung von kulturellen Zwecken zur Verfügung gestellt. Die Stiftung ist einem Kuratorium unterstellt, welches aus höheren Staatsbeamten, aus dem Stüter imb einem Vertreter der Industrie besteht.
Ktiiifi und Wifjeufdiaft
— Der Deutsche Monistenbund sandle uns seine Statuten und einen Aufruf, in dem es u. a. folgendermaßen heißt: „Die ständig wachsende Gefahr, mit der Ultra monta nis- m n s und Orthodoxie unser gesamtes wissenschaftliches, kulturelles und politisches Leben bedrohen, kann nur abgewendet werden, wenn den Mächten der Vergangenheit eine überlegene geistige Macht in Gestalt einer einheitlichen, neuzeitlichen Weltanschauung entgegengestellt wird. Die gewaltigen Fortschritte, welche die Naturwissenschaft in den letzten Jahrzehnten auf allen Gebieten gemacht hat, haben auch eine ungeahnte Erweiterung und Vertiefung unserer Natur-Erkenntnis zur Folge gehabt. In demselben Maße, wie diese letztere vorgeschritten ist, hat sie die veralteten, dogmatischen und mystischen Vorstellungen über Welt Menschen, üb. r Körper undGnst, Schöpfungund Entwicklung. Werden und Vergehen der erkennbaren Tinge verdrängt und beseitigt. An die Stelle der alten dualistischen Vorstellungen sind mehr unb mehr monistische getreten. Tausende und Abertausende finden keine Befriedigung mehr in der alten, durch Tradition oder .Herkommen geheiligten Weltanschauung: sie suchen nach einer neuen, auf naturwissenschaftlicher Grundlage ruhenden einheitlichen Weltanschauung. Diese Weltanschauung der Zukunft kann nur eine monistische sein, eine solche, die einzig und allein die Herrschaft der reinen Vernunft aner- fennt, dagegen den Glauben an die veralteten, traditionellen Dogmen uiü> Offenbarungen verwirft. In den weitesten Kreisen ist jdwn heute diese unerschütterliche monistffche Ueberzeugung verbreitet. Allein es fehlt eine Organisation des Monismus, die alle zerstreuten Kräfte sammelt und einheitlich zusammenfaßt. Der Deutsche Wconistenbund unter dem Ehrenvorsitz des Professor Dr Ernst Haeckel wird seine Ziele zunächst zu erreichen suchen
durch Stellungnahme zu den Siulturfragen, des öffentlichen Lebens, durch Herausgabe und Verbreitung monistischer Flugschriften und Bücher, durch Veranstaltung und Unterstützung von Vortragen. — Aus den Unterschriften heben Wir folgende hervor: Wilhelnk Bölsche, Ritter Dr. -tholomöirs von Carneri, Marburg an dey Drau, Profeffor Dr. iwld Dodel, Lugano, Professor Dr. Aug. Forel, Ehigny, Dr. Kärl Hauptmann, (cm Bruder Gerhardt Hauptmanns), Tr. C'corg Hirth, Herausgeber der „Jugend', Dr. Johann Johannsen, Redakteur, Frankfiirt a. d. O., £rc. Otto JuliuÄurger. Oberarzt, Steglitz, Dr. Sllbcrt Kw 1 tbo f f, Pastor an St. Martini, Bremen, Professor Dr. Conrad Keller, Zürich, Oskar Mauritz, Prediger am Dom, Bremen, Fritz Freiherr von Ostini. München, (Red. der ^Ju- aend"), Profeffor Tr. Ludwig Plate, Berlin, Professor Dr. Ruh. Semon, München, Friedrich Stendel, Pa stör an St. Remberti, Bremen, Profeffor Franz v. Stuck, Miinchen (der betoimtc Maler, Hermann Sudermann, Rittmeister a. D. v. Tepper-Laski, Berlin, Professor Dr. H. E. Ziegler, Jena.
— Großberzog Ernst Ludwig hat in dem Großherzog von Oldenburg einen Nachahmer gefunden. Dieser hat neben seinem Sommer-Schloß Rastede eine neue verheißungsvolle Künstlerkolonie begründet. Der erste der dort zur Nicderi-'ssung berufenen Künstler ist der bisher in München wohnende Bildhauer Professor Petcrick. Landschaftsmaler werden in der anmutigen waldigen Umgebung von Rastede manche s-ssc'nd'' Nati'rs''lmk>eite7i nrb-n. —
UurversitäLs-Naehrichten.
— Die Gründung eines Verbandes alter Burschenschafter fand in Hannover statt, der den engeren Zus'mmenschluß der örtlichen Verb'nde alter Burschenschafter sowie der keinem solchen Verbinde ar gehörenden einzelnen alten Vurslüenschafter bezweckt, um die Grundsätze der deutschen Buv- .schenschest unter den im praktischen Leb^n stehenden Wien Herren der Burschenschasten zu pflegen und zu fördern. Besonders macht er sich zur Ausgabe, nationale Bestrebungen zu unterstützen unb zu wecken, vaterländische Arbeit zu leisten gemätz'der im Wahffpruch „Ehre, Freiheit, Vaterland" gegebenen Richtung. Dem Verband traten sofort bei 19 örtliche Verbände alter BurschenschaffeTj technischer Hochschulen mit zusammen rund 600 Mitgliedern, ferner haben noch mehrere größere örtliche Verbände ihren Beitritt für die allernächste Zeit in sichere Aussicht gestellt. Smn $orprt wurde der Verb-nd alter Burschenschafter technischer Hockuschulen zu Hannover gewählt.
Gießener Strafkammer.
X Gießen, 30. Ja«.
Die Inhaber der Eisenhandlung K. zu B a d-N a u he iv< H K. Ww. und ihr Schwiegersohn F. M. waren wegen Vergehens gegen das Patentgesetz unter Anklage gestellt. Sie haben in ihrem Geschäft die dem F-abrikbesitzer Klauke zu Müncheberg amtlich geschützte Drahtmatte vertrieben. Als der Patentinhaber Kenntnis davon erhielt, forderte er die Angeklagten brieflich auf, ben Vertrieb einzustellen. M. sandte den Brief an die Firma nach Hannover, Wo er die Matten herbezogen hatte. Er erhielt aber keine Nachricht, weshalb er den noch vorhandenen Nest absetzte. Frau K. bestritt, von der ganzen Angelegenheit .twas zu wifien, zumal sie nur in der Haushaltung tätig ist, weshalb das Gericht bezüglich ihrer zum Fweispruch kam. M, der zugab, noch drei Matten nach Einlangen des Briefes verläuft zu haben, wurde zu 20 Mk. Geldstrafe verurteilt. Demi Fabrikbesitzer Klauke wurde die Besugins zugesprvchen, das Er- kennttns, soweit es auf Verurteilung lautet, nach eingetretener Rechtskraft auf Kosten des Verurteilten M. in der Frankfurter Zeitung zu veröffentlichen. — Durch W Schöffengericht Altenstadt würbe der Taglöhner L. L. von Bönstadt auf Strafantrags seiner Frau unb ihrer Eltern, wegen Bedrohung, HauS- sricbensbruch und Körperverletzung zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt. Er soll sein« Frau mit einem Hammer auf ben Arm geschlagen haben, daß sie sich in ärztliche Behänd- li'ng begeben mußte. Als sie sich in die Wohnung ihrer Eltern geflüchtet habe, hätte er sie verfolgt und sie wie ihre Ellern zu Boden geworfen und am Hal>e gewürgt. Auf Berufung deS Angeklagten kam die Strafkammer zum Freispruch, da sie nicht in der Lage War, auf die alleinige Aussage des Schwiegervaters, der ein übelbeleumundeter mit Zuchthaus vorbestrafter Mensch ist, ein verurteilendes Erkenntnis zu gründen und dem es sicher auch darum galt, für den schwebenden Ehescheidungsprozeß Material herbeizuichaffen. — Der 21jährige Molkereigehilfe E. H. aus Frankfurt a. M. stand bei der N i e de r wö l l st a dtev Molkerei in Arbeit. Er stahl dem Verwalter, dem Buchhaltcw unbi einem 61eHilfen verschiedene Kleidungsstücke und wollte in der Frühe flüchten, nachdem er sich noch mit einigen Pfund Butter versehen hatte. Er wurde aber noch rechtzeitig bemerkt unb auf der Flucht ckingeholt. Es liegt Rückfalldiebstahl vor, doch d^s Gericht sah mit Rücksicht auf feine Jugend und den genügen Wert des Gestohlenen von der sonst üblichen Zuchthausstrafe ab und erkannte auf 6 Monate Gefängnis, worauf, 14 Tage der erlittenen Untersuchungshaft in Anrechnung zu bringen sind.— Auf dem Ilbenstadt er Kirchweihfeste vergnügten sich einige junge Leute bei einer Schießbude. Der in heiterer ertimm* ung befindliche Spengler K. K. von Ilbenstadt, ergriff em Ge^ wehr und legte in scherzhafter Weise auf seinen Kameraden, den Pflasterer K. H., an mit den Worten: „Jetzt schieß ich Dich tot!" Das Gewehr entlud sich und das Geschoß flog ihm m ein Auge, bas sofort auslief und später entfernt werben mußte. Das Friedberger Schöffengericht veri'rteille K. wegen sahrläffigev Körperverletzung zu 50 Mark Geldstrafe. Der Verletzte hielt die Strafe für zu niedrig und focht als Nebenkläger das Urteil an. Das Berufungsgericht führte aus, daß zwar cute gnwe Fahrlässigkeit vorliege, doch fei es ein bedauerlicher Zufall, baß gerade dieser Teil getroffen Wurde, hätte das Geschoß eme andere Stelle getroffen, so wäre überhaupt keine Verletzung ent*
«LalidrvirtsHaft.
(p.) Atzbach (Sahn'), 27. Jan. Wohl in keinem der Vergangenen Jahre haben wir fo v'ele Engerlinge, hierzulande „Geize" genannt, durch die Pflugschar zutage geworfen und in den Wiesen entdeckt als letzten Herbst. Die ang-nblicklich günstige Temperatur kommt diesen Schädlingen sehr willkommen. Hoffentlich tritt bald ein durchdringender Frost ein, der ihnen ben Garaus macht: hilft dieser nicht, so ist 1906 in mancher Gegend ein Maikaserflugiahr.
Mereorolopiistlre Beobachtungen der Station Gießen.
Januar
1906.
^Barometer auf 0° reduziert
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Die Ziehung B8I. Klaffe der 7. und letzten Hessisch- Thüringischen Staatslotterie findet am 6. und 7. Februar d. I. statt. Auf die Notwendigkeit rechtzeitiger Loserueueruug wird aufmerksam gemacht. ss2i/n
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