Ausgabe 
30.3.1906 Erstes Blatt
 
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muß für das bisherig Omnibusinstitut vernünftiger Ersaß geschaffen werden ober wir erleben es, daß auch dieses einzige Verkebrsinstitut über kurz oder lang verschwindet und kein Ersan an seine Stelle tritt. Diese letztere Ansicht scheint jedoch kaum irgendwelche Anhänger zu haben und mit Recht, luiirbe doch das Verschwinden des Omnibusses ebne Ersaß dafür ein Rückschritt sein, der im heutigen modernen Leben, rao alles unter dem Zeichen des Verkehrs steht, in keiner Weise zu rechtfertigen wäre. Es handelt sich also mir um die /wage wie kann für den heute be­stehenden mangelhaften Omnibusverkehr der beste, billigste und zeitgemäßeste Ersaß gefunden werden und welcher Er­saß gereicht der Stadt Gießen, der Belebung von Sandel und Verkehr, überhaupt dem nürtschaftlichen Aufschwung am meisten zum Vorteil ? Soviel mir zu Ohren gekommen ist, hat man bereits zivei Möglichkeiten ventiliert. In der Tat lohnt es sich auch wohl und ist der Mühe wert, diese beiden Eventualitäten kurz in den Bereich unserer Betrach­tungen zu ziehen. Sie sind: 1. Einrichtung eines Stadtverkehrs mit Mo10 r 0 mnibussen und 2. Errichtung einer elektrischen Straßenbahn.

(Scklns; folgt?

Aus Sta&i und Land.

Gießen, den 30. März 1906.

Der Bürgerv " "e in hielt gestern abend vor der allgemeinen Bürgerversammlung seine Generalversamm­lung ab, die einen recht befriedigenden Verlauf nahm. Der Verein zählt seht 474 Mitglieder. Tie Vorstandswahl ergab Wiederwahl der seitherigen Mitglieder LvuisBeil, Schreiner- meister, Franz Brück, Kaufmann, I. Grünewald, Bankier, Emil Horst, Kaufmann, Karl Hosch, Prokurist, Max JaS- kowSky, Wirt, Dr. Koch, Bibliothekar, Kommerzienrat Mueller, Fabrikant, Valentin Müller, Lehrer, Peter Pfeiffer, Bäcker­meister, E. 2. Sack, Metzgermeister, Otto Schmidt, lU)t> wacher, Georg Simon, Landwirt, Dr. Sommer, Professor, Louis Troß, Fabrikant und Heinrich Winn, Bauunternehmer, sowie Neuwahl der Herren Christ. Znderthal, Fabrikant und L. W. Plank, Kaufmann.

" F o l g e n d e R e s o l u t i o n nahm die gestrige Bürger- Versammlung, über deren Verkauf an anderer Stelle be­richtet wird, zur Frage der Erbauung einer elektri­schen Bahn an:

Tie vom Bürgerverein und Verkehrsverein einberufene all­gemeine Versammlung der Einwohnerschaft Gießens ist der Ansicht, daß die S t r e n v c r k c h r s v e rh ä l t n i s s e der Stadl ii a ch a c r a d e unhaltbar geworden sind. Ter bestehende Onnnbusverkchr, der zudem nur durch erhebliche Opfer seitens der Stadt aufrecht erhalten werden kann, vermag den bescheidensten Einsprüchen nicht zu genügen. Tic Versammlung richtet daher an den Stadtvorstand das dringende Ersuchen, der Frage der Erbauung einer elektrischen Bahn baldigst näher zu treten und sich jeßt schon zur Erlangung von Angeboten und Voranschlägen mit den maßgebenden Firmen in Verbindung zu setzen. Es ist dringend erwünscht, die Angelegenheit so gefordert zu sehen, daß mit der bevorstehenden N eups läste­rn n g der Straßen gleichzeitig die Schienen- l e g u n g für die elektrische Straßenbahn bestimmt erfolgen kann.

** Sie zehn ersten Hauptgewinne der Gießener Pserdelotterie fielen wie folgt: 1. Hauptgewinn auf

14 804 unbekannt wohin, 2. 10421 nach Wetterfeld, 3. 5913 nach Gießen, 4. 6269 nach Gießen, 5. 14 659 nach Orten berg, 6. 12 384 nach Gießen, 7. 17 380 nach Gießen, 8. 16 540 nach Birklar, 9. 9533 nach Gießen und 10.9568 nach Gießen.

** Ten Stände u des Groß Herzogtums ist der Ent­wurf eines Gesetzes über die Abänderung des 23erg- geselle s zugegangen. Durch die neue Bestimmung soll das Prinzip der Bergbaufreiheit im allgemeinen gewahrt bleiben und lediglich bezüglich der Aufsuchung und Ge­winnung von Steinsalz nebst den mit ihm in den nämlichen Lagerstätten vorkommenden Salzen, den sogenannten Kali- Salzen, sowie von Solquellen zugunsten des Staates ab­geändert werden.

* 23cfi tzw echsel. Maschinist Heinrich Baum verkaufte fein \xiii v Eder st raße 13 an Postschaffner Rühl für 29000 9)lf. Gastwirt Hardtmann in Heuchelst ei tu ver­kaufte sein Haus an Ort in Heuchelheim für den Preis von 35 000 Mk.

*" B om Pserdemarkt. Die Wagen- und Ge­rd rhe-Ausstellung, die wieder mit oent Pferdemarkt verbunden war, gab ein schönes und reichhaltiges Bild dessen, was auf diesem Gebiete in unserer Stadt und Um­gegend geboten wird. Ang. .nilbinger-Gießen, der mit einem Ehrendiplom ausgezeichnet wurde, hatte einen Park von Luruswagen, eine große Kollektion von Luxus- und Arbeits­geschirren, von Damen- und Herrensätteln usw. vorgeführt, bei dessen Ausstellungsobjekten besonders die geschmack­volle und solide Arbeit bewundert ivurde. Die Firma M. Rosenthal-Gießen brachte landwirtschaftliche Ge­räte und Maschinen, die ebenfalls mit Ehrendiplom bedacht wovden ift. Müller u. Dieb e l-Gießen erhielten für ihre Leistung in Arbeitsgeschirren ein Ehrendiplom. Ebenso Jean Dem u. Co., dessen selbsttätige patentierte Selbst- kränke für Rindvieh allgemeines Interesse, der Landwirte, die an den Markt gekommen waren, erregte. K. Stephan- Grvßen-Buseck erhielt ein Ehrendiplom für seine Ausstell­ung in Breaks und Lauterbacher Wagen, E. Ellen­

berg e r -- Biedenkopf desgleichen für milchwirtschaftliche Maschinen und Gerate. Es erhielten noch Auszeichnungen Gebe. Schmidt-Gießen Ehrendiploin, Happel Nachf.- Gießen Ehrendiplom. Auch die Patentsauchepumpe, die Karl Buß von Wetzlar ausstellte, fand große Beachtung. Zu der gestrigen Prämiierungsliste sei bemerkt, daß der Be­ißer des an erster Stelle genannten Pferdes Bäckermeister Löber, der Sohn des Stadtv. Löber, ist.

* A u s dem Bureau des S t a d 11 h e a t e r s. Nochmals sei auf die letzte Freitagsabonnementsvorstell- ung hingewiesen, die LessingsR a t h a n der Weise" bringt. Das Stück Ivurde von Publikum und Presse bei der " ersten Ausführung sehr gut anfgenoinmen. Der Schluß der Theaterzeit steht unter dem Zeichen der Benefize: der kommende Samstag bringt, wie schon erwähnt, die Heimat" als Benefiz für Frau Baprhammer, die sich durch ihr Talent weiteren Kreisen Svmpathie erworben hat. Neben der Benefi,ziantin wirken in Hauptrollen mit die Herren Witkin an n, Lüttfohann, Goll und die Damen Tonecker, Millar, Fischer, Ritf usw. Besonderes Interesse dürfte sodann das am M o n t a g, 2. April, stattfindeude Benefiz finden, sowohl des Stückes als der Person deS Benefizianten wegen. Herr Lüttiohann, der mit dieser Spielzeit ans dem Verbände des Stadttheaters ausscheidet, hatRosenmontag" zu seinem Ehrenabend gewählt und ein volles Haus wird dem hochtalentierten und sym- patischen Künstler sicher beweisen, wie gern ihn das Gießener Publikum gesehen hat.

'"Das 50jährige D i e n st j u b i l ä u m des Bureau- vorsiehers Bruch Häuser gestaltete sich zu einer erheben­den Feier und ließ die hohe Verehrung und Wertschätzung erkennen, die ihm von den Behörden und den weitesten Kreisen der Bevölkerung entgcgengebracht werden. Früh um 8 Uhr brachte die Regime ntSkapclle dem Jubilar im Auftrage des Regiments ein Ständchen dar. Bald darauf erschien eine Deputation der Kriege rkaiueradschaft Gießen, deren Vorsitzender Herr Bruchhäuser ist, zur Beglückwünschung und überreichte als Geschenk einen Sessel. Eine Deputation der Handelskammer überbrachte ihrem langjährigen Mit­arbeiter und Bureauvorsteher eine Bowle und die Glückwünsche dieser Behörde. Provinzialdirektor Geheimerat Dr. Breidert und Bureauvorsteher Schiffnie sprachen dem Jubilar die Glückwünsche des Kreisamts aus. 2lm Nachmittag erschien eine Deputation des hiesigen Infanterie-Regiments, dem Herr Bruchhäuscr als aktiver Soldat lange Jahre an- gehört hat, und überreichte einen Lorbeerkranz und eine Adresse des Regiments. Von den Hassiavcremcn des Bezirksverban- des Gießen und anderen Körperschaften kamen noch zahlreiche Glückwünsche unb Blumenspenden, desgleichen von vielen Be­kannten des Jubilars aus nah und fern. Der Verlauf der Feier zeigte, daß Herr Bruchhäuser durch sein freundliches und biederes Wesen bei allen, mit denen er in Berührung gekommen ist, sich warme Sympathien erworben hat.

Aus dem Biebertal, 29. März. Die Ge­meinden Rod heim und Bieber beabsichtigen, eine ge­rn. einsame Wasserleitung zu bauen. Im vorjährigen Winter wurde in unmittelbarer Nähe der Obermühle eine bedeutende Quelle ausgeschlossen; da jedoch die Leitung nur durch Hochdruck möglich gewesen wäre, so hat man dieses Projekt fallen lassen. Eine günstiger gelegene Quelle hat sich in der Gemarkung Königsberg im sogenanntenMaiborn" aufgeschlossen unb bort würbe- dicserhalb ein Gelände für 11000 Mark erworben. Ans das AllSschreiben bcr crforber- lichcn Anlagen haben 11 Interessenten Offerten eingereicht. Los 1 betrifft bas Hochreservoir, LoS 2 bie Rohrlegung für Mannesmannrohre unb Gußrohre. Am Dienstag würben die Offerten geöffnet, der Höcbstnehmenbe forderte für Los 2 82 351,28 Mark, der Wcnigstnebmende 65 977,05 Mark, mit- lun eine Differenz von 16 374,20 Mark. ES steht zu er­warten, baß bie crforberlichen Erbarbeiien balb in Angriff genommen werben.

fc. Friebberg (Oberhessen), 29. März. Gestern fanb hier eine Sitzung bcS Aufsichtsrates unb bes VorstanbcS bcr Lanbwirtschaftlichen Hauptgenossenschaft für Oberhessen unter bem Vorsitz bes Geh. Regierungsrats HaaS in Sachen Hirschel statt. Wie ariS informierter Quelle berichtet wirb, würbe beschlossen, bie beiden Direktoren Schlenke unb Hirschel zu beurlauben, unb zwar Schlenke banernb bis zu seinem 9(u§tritt am 1. Mai, mit der Maßgabe, die Kasse sofort an ein Aufsichsrats- mitglicb abzugeben. Hirschel wurde bis zur Aus­tragung der gegen ihn erhobenen Anschuldigungen beurlaubt, mit dem Ersuchen, die Geschäftsführung der Haupt- genofsenschaft während der Beurlaubung beizube­halten. (?) Oekonmnierat Schlenke gab zu, die Denunzia­tion gegen Hirschel an den Staatsanwalt in Gießen gegeben zu haben. Die seit 2 Jahren bestehende Hauptgenossenschaft bat im ersten Jahre mit Ueberschuß gearbeitet, im zweiten Jahre mit einer Unterbilanz von rund 3000 Mk. bei einem Umsatz von 700 000 Mk. im Jahr.

t Butzbach, 29. März. Der hiesige Ge rn einderat hat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, bei einem etwaigen Arrangement der durch Heinzerlings

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1ÜC8MC5 FeuiUeton.

B. B. 2 a r in ft n b t 29. Marz. Ter hiesige R i ch a r b W a g- ir e r ° V c r c i n beging heute abend die Feier feiner 1 0 0. Konze r t- a u f f ü h r it n g durch ein Festkonzert des Münchener KaiM'Orchesters im aroßen Saal der Turnhalle am Woogsvlatz. S. K. H. der G r o ft- Herzog ehrte den Verein ans btefent Anlaß durch folgendes an den Vorstand gerichtetes Handschreiben:

,.Tcr Richard Wagner-Vercin steht im Begriff seinen 100. Vereinsabend zu begeben Ties gibt mir willkommenen Anlaß ihm für fern Hobes Stieben unb sein tatkräftiges erfolgreiches Wirken Meine warme Anerkenmmg auszusprechen.

Von den mancherlei Gebieten des künstlerischen unb besonbers des musikalischen Lebens, auf denen bcr Richard Waaner-Vcrein eine Mörderliche Tätigkeit entkalket bat, will Ich hier nur sein Voraehcn im Interesse der Konzert-Reform unb die anregende Art erwähnen, wie er eine stattliche Zahl klasstscher und moderner Tondichter durch die geschlossene Vorkührnng einer Auswahl aus ihren Werken dem Verständnis dcS mufiflicbcnben Publikums näher gebracht hat.

Möge der Richard Wagner-Verein sich sein durch künsilcrifchc Ideal? geleitetes Streben erhallen und möge er von bem Er­reichten zu "lsrneren schönen Ersolgen weiterschreiten.

u \ E r n st Lndwi g."

Da. Festkonzert nalv.n einen in jeder Hinsicht glänzenden Per- /auf. TaS Kairn-Oitchester brachte unter der feinsinnigen Direktion seines genialen Kapellmeisters Herrrr Georg S ch ii c e v o g k zuerst das Vorspiel zu A agnersAwislersinger von Nürnberg" und dann Vorspiel i-.uo Isoldens Liebcstod ansTristan unb Isolde" m meistcrl)aL«-r Weise zur AitSsührniig. Gleich der erste Einsatz °ur Ouvertüre der Vicsttersingcr zeigte, wie exakt das Orchester

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spielte und ivie genau es den Winkeii seines Leiters folqtc. Ta wir ja iir itnserer Hofmiisik auch ein vorzügliches Wagner- Orchester haben, ist man Uiiwillkürlich zu Vergleichen verleitet ', welches Orchester wir bcr.i vorzieben ist schwer zti sagen; bei den Mei- stersnigcrii bämpfte Herr Sclmeevogt in sehr angenehmer Weise die Bläser, während er im Tristan nach »rnserer Meiniing an mehreren Stellen zii sehr piano spielen ließ unb vor allen daS Tempo laiuüamci wählte, als sonst üblich ist, ivas bem Ganzen nicht zum Vorteil gereichte; nachahmenswert dagegen war wieder die deeente Be- haublnuq der Harke, die bei unserer Hofinustk oft sich mehr als nötig breit macht. Im Tempo schien uns auch die TondichtungTod unb Verklärung" von Richard Strauß zu lanqJam; bcr Komponist selbst läßt jebenkalls etwas schneller spielen; Herr Schneevogt ließ auch hier nochmals ba5 piano zu sehr Dorivaltcn, so daß einzelne Stellen etwas matt klangen, während er andererseits gerade in Einzelheiten alle Feinheiten und Schönheiten bcr Komposition zur Geltung zu bringen wußte. Tieses letztere gilt auch von bcr symphonischen DichtungMazeopa" von Franz Liszt. Etwas Tann fiäbtcr Lokalkarbe erhielt das Programm biud) die Wicbergabe des Vorspiels zum 2. und 3. Akt der Oper der Bärenhäuter von 21. Mendelssohn. Der Komponist dirigierte selbst und kann überzeugt fein, baß bcr enthusiastische Beifall nicht nur ihm als Darmstädter, sondern auch als Kornoomst gegolten bat. Es ist ja nicht möglich aus diesen nur bcr Zinanuncnbang genommenen Vorspielen ein abschließendes Urteil zu fällen; jebenkalls aber ist die Darstellung der Holle im Vorspiel zum 2. Akt sehr gelungen und auch bad zum 3. Akt il'k mit seiner Verflechtung bcr Motive sehr anregend. I. I. K. K. H. H. bcr (v> r o ß h erzo g und die G r o ft b e r zogi n wohnten dem Konzert bis zutu Schlüße bet unb speubeten gleichfalls lebhasen Beifall.

Un t er frfila g u n g en betroffenen Spar ka sf c durch bl­ondere Garantien den Svareinlegern gegenüber da?

W c i t e r b e st e h c n der Kasse zu unterstützen. Für schlachtreife. Schweine werden zurzeit von hiesigen Metzgern 6 6 bis.69 Pfg. für das Pfund Schlachtgewicht bezahlt, gegen 75 bis 80 Pfg. vor einigen Monaten.

Darmstadt, 29. Marz. In hiesigen Hofkreisen ver­lautet, nach denM. N. 91.", Kaiser Nikolaus von Rußland werde, falls die biplomakische Lage es gestattet, anfangs biefeS Sommers mit Familie zu längerem 9(ufcn!ba(t in Schloß WolfSaarten eintreffen.

N er eh rieh test.

Evangelische Gemeinde.

I 0 b i c a, Sonntag, den 1. April. <K"tt«"rdk<'ng.

Fn bcr Stabikirche.

Vormittags 9,f? Uhr: Vfarrer S ch w a b c.

Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche stir die Markusgemeinbe.

Pfarrer Schwa b c.

Abends 6 Uhr: Pfarrer I). Schlosser.

Abends 6 llbr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Markitsgemeinde.

Montag den 2. Avrtl, abends 8 Uhr: Vereinigung der kon- ffrmierlen weiblichen Ittaend der Mattbänsgemeinbe.^

Ab eu bm a b ksfeie rn sinbcn statt: am Grün bonners tag, abends 6 Uhr, am Karkreitag, vormittags, beidesmal kür Matthäus- unb Markitsgemeinde gemeinsam; ferner am Sonntag Qnasimodogeniti, 22. 2lpril, für die 9)iatfu5qemeiube (Konfirmation), unb am 29. April für bie MattHäusgemeinbe (Kon­firmation).

In der FoHanncskirche.

Vormittags 9'Uhr: Pfarrer Eule r.

Vormittags 11 Uhr: Kinbergottesbienst für bie LukaS- gemeinde Pfarrer Eule r.

Abends 6 llbr: Pfar-rasststent Knott.

Beichte unb heiliges Abendmahl für die Lukas- unb Johannes- qcmeinbe im Abendgottesbienst. Amnelbungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Weitere Abendrnablsfeiern für Lukas- und Johannesqemeinde finden statt: 9(m Sonntag Palmarinn, den 8. April, Grün­donnerstag, den 12. April, jedesmal int Abendgottesdienst, Kar­freitag, den 13. April, int Vorniiltagsgottesdienst.

Sonntag 9lbcnb 8 Uhr: Versatnmlung und Bibelbesprechung int Konfirntandensaal der Iohanneskirche.

Am nächstsolgenden Sonntag Palntarum, den 8. April: Landes-Buß- und Bet tag: an diesem Tage nach allen Gottesdiensten Kollekte zur Unterstützung von hilfsbedürftigen evangelischen Gemeinden unseres Landes, die an Orlen mit über- wieaenb katholischer Bevölkerung begehen

VernrZschtes.

* Berlin, 29. Vc.i.z. Di? Ermittelungen nach dem Mör­der d c s R e i che r Eschen E Hc p a i r e s sind in vollstem (^ßmgc. Für die Täterschaft kommt ein etwa 20 jähriger Arbeiter in Frage, bcr am Morbtage in bcr Villa zu tun hatte. Die Polizei bat auf die Ermittelung des Mörders eine B c l o h n u n g v o n 1090 Mark ausgesetzt. Unter dem Verdacht des Mordes wurde, heute ein Kontorist verhaftet, der Abends in Gastwirtschaften alS Klavierspieler tätig war.

Weißenfels, 29. Mär'. Di? Leipziger Drvgenhandlnng Lotte hatte an die hiesige Hirsckt--Apotheke Karlsbader Salz verkauft, in welchem ein tödliches? Gift (Barium Ehlorvd oder Barium NithrUi enthalten war. Der Kurzwarenfabrik''itt Chime in Cvrbctha und der Arzt Dr. Ißlingcn, die von dem Salze gebraucht hatten, find an V e r a i s t n n g S e r f ch c in - n n g e. n gestorbe n. Die StaatIinwaltfchaft hat Untersuchuitg eingeleitet. Die Behörde erfaßt Warnungen vor dem Gebrauch deS feit Oktober verkanften Salzes. Die Leichen der Dernorbenen wurden befcMaqnaljnit beriehuuaswcise exhumiert. Man be­fürchtet. daß noch mehrere P e rs onen durch den Ge­nuß d e s 'S n l - e s a e n o r b e n sind.

Märkte.

ko. Frankfurt a. M., 30. März. Qriq.-Telcgr. bc5Gieß. ?lnz.G Viehmarkt. Kinn Verkaufe ftanben 00 Kälber, 00 Schafe und Härnmel. 429 Schweine: 1. Qual. 7900 Pfg. Lebendgewicht 62.00-00 00 Pf., 2. Quak. 7778 T., Lcbendaewicht 6061 Pfg., 3. Qual. 7274 Pkg. Kälber 1. Qual. 00-00 Pi., gebeudgeivicht 0000 Pfq., 2. Qual. 0000 Pfa., Lebendaewich: 00-00 Pkg., Schlachtgewicht 00- 00 Pfq. Schake 1. Qualität Schkaebtaewicht 0000 Pkg., 2. Qualität 0000 Pfg. Geschäft: bei Kleinoieh r|cbrüerh Ucbcrffanb irihcbcnfcnh_____

UniVerjrtÄts-NLr^r»iehten.

In I e u a ist b'r Prvseffor der Tbeewgie Rudolf Scv er - len, 75 Fabre alt, gestorben.

Telefonische Kwrsbericüite

des Giessener Anzeigers, mitcreteilt von der Bank für Hande) und Industrie. Gessen.

"Frmikfnrter Börse. 30. März, 1.15 Uhr.

3?2°/o Reichsanleihe . . 101.00 3% do. . . 89.25 3a°/0 Kousols .... 100.95 3% do 89 30 3Me/o Hessen 90.70 3^°/n Obcrbcsgeu . . . 98.50 4 °o Oesterr. Goldrente. . 99.80 4'/5 % Oesterr. ^ilberrente 100.35 4°o Ungar. Goldrente . . 94.20 X% Italien. Rente . . . 105.80 3% Portugiesen Serie I . 69.50 S°o Portugiesen TTI 70.50 4><°'o rnss.Staatsan. 1905 92.35 41a0 o japan. Staatsanleihe 95.00 I % Gonv. Türken von 1903 93 80 Türkenlose 148.70 4?o Griech. Monopol-Aul. 53.60 1 % äussere Argentinier . 92.60 3°/0 Mexikaner . . . 68.60 4 y, °/0 Chinesen .... 97.70

Aktien:

Bochum Guss .... 246.00

Bnderus E. AV . . . . 129.50

Elcktriz. Lahmeyer . . . 147.00 Elektriz. Schuckert . . . 132.80 Feckweiler Bergwerk . . 260.25 Gelsenkirchen BergAvcrk . 226 (>0 Hamhnr:;- Amerik. Paketf. 172 2a Harpener Bergwerk. . . 217.60 I.anrahtitte 248 50 Nordd. Lloyd .... 132.00 Oberschles. Eiseu-Tndustrie 180 00 Berliner FTandelsges . 176.75 Darmstädter Bank . . . 149.80 Deutsche Bank . . . 241 50

Deutsch-Asiat. Bank . . 183.20 Diskonto-Kommandit. . . 193.00 Dresdner Bank. . . . 167.40 Kreditaktien 211.90 Baltimore- und Ohio-

Eisenl ahn . . . 112.50

Gotthardbahn. Lombard Eisenbahn . . 24 50 Oesterr. Staatsbahu . . . 144.10 Prince-Henri-Eisenbahu . 138.00

Tendenz: fest.

Berliner Börse. 30. März.

Canada E. B 176.00

Darmstädter Bank . . . 149.50

Deutsche Bank .... 241.10 Dortmunder Union C. . . 88.00 Dresdner Bank .... 167.60

Anfangskurse.

Harpener Bergwerk . . . 218.0(

Laurahütte . . , . 248.70

ombarden E. B. % . . 24.40

Nordd. Lloyd 131 90

Türkenlose . ... 147.50

Tendenz: fest.

OrLaiiral-Drahtsnel-ungen.

Bochum, 30. März. Der vou Courriöres zurück- gekehrtem R e t t u u g § m u n n s ch a f t der Hibernm-Gesclk- schaft wurde eine festliche Begrüßung zuteil. Laud- rat Ger stein rühmte ihr heldenmütiges Verhalten, bitrdj welches sie eine Bracke schlugen in das Herz des f r a n z ö s i s ch e n Volke S. Bergrat Behrens betonte, daß b;c Ehrulig der Braven von Courriöres eine besondere Be­deutung dadurch bekomme, daß der Kaiser die Mitglieder der Truppe nach Crefeld befohlen habe. Die Hibernia-Ge- sellschaft gebenfc die Tat von Eourriöres durch Aufstellung einer' B r^o u z e t a f c l mit den Nonien der opfermutigen Helfer zu ehren.

Hannover, 30. März. Gestern abend 11 Uhr rannte ein von der Station Hainhvlz abgclaffcncr Gütcrzug mit einem