Ire öeuttqe 'Kummet nmsakt 10 Seiten-
•’fjffibrifen waren
nt beschäftigt, konnten aber
sehr
-'N ei;
die Post 2)it.2.—oicrtel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen sür die Tagesnmmner bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12Pf^ auswärts 20 Psg.
Verantwortlich 'ür den poüt und allgem. Teil: P. Wittko: für .Stadt und ßantr und .Gerichtssaal": Ern st Heß'. *ür den Anzeigenteil: Hans Beck.
Keer und AlokLe.
— Kochstunden für — Offiziere. Eine interessante Neuerung ist, wie man au? London schreibt, fetzt in der englischen Armee zur Einführung gelangt. Die Offiziere im ständigen Lager von Aldershot bekommen fortab regelrechten Unterricht in der Kochkunst. Die Maßnahme verfolgt, wie man versichert, in erster Linie den Zweck, jeden Offizier instand zu setzen, die Verpflegung der ihm untergebenen Mannschaften sachverständiger zu überwachen, als dies bisher der Fall war. Aber sie wird ohne Zweifel auch für den Offizier selbst sehr nützlich und praktisch sein und ihm ermöglichen, in schlechten Quartieren mit eigener Hand seine Kost zuzubereiten. Fragt sich nur — was die Offizierfrauen zu dieser vermehrten Sachkenntnis ihrer Männer sagen werden. Vielleicht verwendet diese oder jene von ihnen sie dazu, um den Gatten am häuslichen Kochherd anzustelken, wenn das Mädchen gerade einmal streikt.
General v. Trotha und der Reichstag.
ES entspinnt sich bereits eine öffentliche Erörterung darüber, ob es wünschenswert sei, daß General v. Trotha die im Reichstag gegen ihn erhobenen Angriffe an Ort und Stelle zurückweise. Der Streit ist unseres Erachtens müßig, denn die Angriffe sind schon zurückgewiesen durch den Fürsten Bülow, und nach der Stellungnahme der bürgerlichen Parteien in dieser Sache hat General v. Trotha wohl kaum noch Veranlassung, sich persönlich zu verwahren. Man nimmt allerdings in parlamentarischen Kreisen an, daß der General im Reichstag erscheinen wird, um bei der Beratung des 30 Millionen-Nachtraqsetats für Südwest- afrika über die allgemeine Kriegslage und die voraussichtliche Entwicklung sich zu äußern, denn er hat hierin unzweifelhaft ein kompetenteres Urteil als selbst oer Oberst v. Deimling. Die Volksvertretung, die wiederum so schwere Opfer bringen soll, darf auch verlangen, daß der bisherige Höchstkommandierende in Südwestasrika, auf dessen Berichte hin die Nachtragssorderung zusamme ngcstellt ist, die einzelnen Positionen des Näheren begründet.
Kolitische Tagesschau.
Der Handelsvertrag zwischen Trntschland und Oesterreich-Ungarn hat das eigenartige Schicksal, daß seine Genehmigung durch das ungarische Parlament unwahrscheinlich ist, weil es bis zum l.März vertagt ist, ungeachtet der Verpflichtung, dem Handelsvertrag vorher die verfassungsmäßige Zustimmung zu erteilen. Vielleicht wollen die Magyaren derart ihre Gesinnung gegenüber Deutschland zur Schau tragen, so töricht auch solche Demonstration wäre. Die Wiener Regierung 'st nun freilich an Schwierigkeiten mit der anderen Reichshälfte gewöhnt, aber daß eine auswärtige Angelegenheit hineinspielt, das rückt die politischen Gegensätze in eine neue Beleuchtung. Mit der Inkraftsetzung des Handelsvertrags auf dem Verordnungswege, wie sie die ungarische "Regierung plant, ist auch der Konflikt zwischen ihr und dem Abgeordnetenhaus Nicht aus der Welt geschafft. Vielmehr dürfte diese Angelegenheit nach dem Wiederzusammentritt des Parlaments zu erregten Auseinandersetzungen führen.
Dor den Wahlen.
AuS London wird uns geschrieben:
Im Vereinigten Königreich hat man seit Jahrzehnten nicht den allg. Parlamentswahlen mit solcher Spannung ent» gegengesehen, wie diesmal. Und selten war auch der Ausgang so ungewiß. Wohl das bemerkenswerteste Moment ist, daß Chamberlain die politische Arbeit seines Lebens aus die Karte dieser Wahlen setzt. Er hat die Schwelle des bibl. Alters fast erreicht, und auf seine ohnehin nicht ganz feste Gesundheit können die Anstrengungen des Wahlfeldzuges, der ihn in der vordersten Reihe der Kampfer sieht, nicht ohne Einfluß bleiben. Wenn er diesmal nicht seinem politischen Programm einen entschiedenen Erfolg sichert, dann hat er endgiltig abgewirtschaftet. Mehr noch als
aus den beiden Wahlreden, die Chamberlain bisher gehalten hat, ist aus seiner soeben veröffentlichen Wahladresse die Meisterschaft ersichtlich, mit der dieser Staatsmann den agitatorisch wirksamen Ton erklingen läßt. Es erscheint sehr charakteristisch, daß Chamberlain die versöhnliche Tendenz der auswärtigen Politik des liberalen Kabinetts vor dem Lande als Schwäche kennzeichnet. Man rede von Friedensliebe, weil man nicht den Mut habe, die im Interesse der nationalen Ehre und der Selbständigkeit des Vaterlandes notwendigen Forderungen zu stellen. Das englische Volk wird also mit dürren Worten ersucht, vermittelst des Stimmzettels sein Einverständnis mit der gegen Deutschland unfreundlichen Politik des früheren Kabinetts zum Ausdruck zu bringen. Da? ist der schneidendste Hohn auf die Bemühungen zur Besserung der deutsch-englischen Beziehungen und ein schriller Mißton in dem Vorspiel zur Marokkokonferenz. Leider haben sich die Wahlaussichten der Gegner deS liberalen Kabinetts insofern günstiger gestaltet, als Chamberlain wieder seinen Frieden gemacht hat mit den konservativen Unionisten Balfour'scher Richtung. Die Geschäfte dieses Kompromisses werden in gewissem Sinne auch durch die Arbeiterpartei gefördert, weil diese 51 eigene Wahlkandidaten aufstellt, was die Gewinn- chancen der Liberalen in mehreren Bezirken herabdrückt. Nach Lage der Dinge wird Campbell-Bannerman von Glück sagen dürfen, wenn ihm die Neuwahlen eine einigermaßen zu- verlässige Unterhausmehrheit an die Hand geben. Sollte er auf die Unterstützung durch die Iren angewiesen sein, dann würde die liberale Negierung kaum auf lange Lebensdauer rechnen können.
i großer Nachfrage nach Roh- nixss zum Teil Preise crrcivt
wurden wie nie zuvo
Der Jahresbericht der Darmstädter Handelskammer.
R. B. Darmstadt, 4. Jan. 1906.
Ein Rückblick bei der Jahreswende auf die wirtschaftliche Lage in Deutschland würde im allgemeinen mit ungleich größerer Befriedigung erfüllen können, wenn nicht die seit Monaten andauernde Fleischteuerung und die damit in Verbindung stehende Steigerung f a st aller LebenSmittelyrei.se störend in die ruhige Entwicklung cmgegrifscn. und allgemeine Mißstimmung hervorgerufen hätte inAr
Es unterliegt keinem Zweifel, daß auch das ^ahr 1905, wie sein Vorgänger, im Vergleich zu den ersten brci DepresiwnS- jahren des neuen Säkulums im allgemeinen eine imrsscha stucke Besserung für Handel und Industrie gebracht hat. Der Jahres-
Aeuqrnszwang für Aedakttine.
Wenn die Beschlüsse der Kommission für die Strafprozeßreform Gesetz werden sollten, so würde das Zeugniszwangs, verfahren gegen Redakteure, das schon so oft Anlaß zur Erörterungen gegeben hat, nur noch in sehr seltenen Fällen zm Anwendung gelangen. Die Kommission hat eine Bestimmung vorgesehen, durch welche die Zeugnispflicht der Redak- teure, wenn auch nicht formell, so doch faktisch in den meisten Fällen beseitigt wird.
Ueber die Frage haben in der Kommission lebhafte Kämpfe stattgefunden, deren Verlauf vom Reichsgerichtssenatspräsidenten cu D. Dr. von Bombard in der Zeitschrift „ -to'j Recht« anschaulich geschildert werden. Es lagen verschiedene Anträge vor, die die Zeugnispflicht der Redakteure ausdrücklich beseitigen wollen. Diese Anträge wurden mit der Vertrauensstellung des Redakteurs gegenüber den Verfassern der Artikel, sowie mit der Tatsache begründet, daß einmal bei der Anwendung deS Zeugniszwangsverfahrens gegen Redakteure praktisch nie etwas herauskomme und daß zweitens dieses Verfahren von einer Härte sei, die meistens nickt im Verhältnisse der inkriminierten Tat stünde. So zutreffend aber auch diese Gründe sind, so wurden doch die entsprechenden Anträge von der Mehrheit der Kommission in den Lesungen abgelebnt. Die Majorität stellte sich auf den Standpunkt, daß höher als die Vertrauensstellung der Re- dakteure das Interesse des Staates sei, den Verfasser strafbarer Artikel zu ermitteln, nicht nur wenn es sich um besonders schwere Fälle, wie Landesverrat, Verrat militärischer Geheimnisse usw. handle, sondern auch z. B. bei der Verleumdung.
Gelangten also die Auffassungen der der Presse freundlichen Mitalieder der Kommission nicht zum Siege, so wurde doch ein Beschluß gefaßt, durch den, wie Dr. v. Bombard richtig bemerkt, der Zweck, dem Redakteur das Zeugnis- venveigerungsrecht zu sichern, nahezu vollständig erreicht wird. Es wurde beschlossen, daß künftighin jeder Zeuge das Recht haben soll, fein Zeugnis nicht nur in Bezug auf einzelne Fragen, sondern ganz zu verweigern, wenn die Gefahr für ihn besteht, wegen der strafbaren Handlung, die den Gegenstand der Untersuchung bildet, selbst als Täter oder Teil- nehmet strafrechtlich verfolgt zu werden. Da nun § 20, Abs. 2, des Reichspreßgesetzes bestimmt, daß der verantwortliche Redakteur als Täter zu bestrafen ist, wenn nicht durch besondere Umstände die Annahme seiner Täterschaft ausgeschlossen ist, so besteht für ihn auf Grund dieser Bestimmung die Geiahr der Bestrafung und er wird demgemäß nach dem Beschlüsse der Kommission fein Zeugnis verweigern können. Ja, selbst wenn, wie daS Preßgesetz sagt, „hie Annahme seiner Täterschaft durch besondere Umstände ausgeschlossen ist," so wird er auch dann noch meistens das Zeugnis verweigern können, weil er in diesem Falle noch immer gemäß § 21 des Preßgesetzes Gefahr läuft, wegen Fahrlässigkeit bestraft zu werden.
Auch daS übrige im Zeitungswesen tätige Personal (Verleger, Trucker, Verbreiter, Hilfspersonal) wird künftighin von der Wohltat der heuen Bestimmung Gebrauch machen können, weil ja dieses Personal nach der Ausdehnung, die man dem Preßgesetze gegeben, auch die Gefahr strafrechtlicher Verfolgung läuft. Vielleicht wird man freilich in Zukunft, um wenigstens dieser Personen als Zeugen nicht verlustig zu gehen, das Preßgesetz wieder enger auslegen.
Es verdient hervorgehoben zu werden, daß die neue Bestimmung durchaus nicht nur der Presse zugute kommen soll, sondern jedem, der Gefahr läuft, eventuell als Täter, bezw. Mitschuldiger einer strafbaren Handlung verfolgt zu werden. Dr. v. Bombard polemisiert aus juristischen Gründen gegen diese in der neuen Bestimmung enthaltene Verallgemeinerung. Er mag damit recht haben, der Presse aber kann es nur erwünscht sein, daß sie die Wahrung ihrer Interessen erreicht, ohne daß für sie ein besonderes Privileg geschaffen wird.
Air. 4
erlAciwt t-aNch außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werben im Wechsel mit dem lstsfischen Landwirt die Siebener Familien- blätter viermal in der
Woche beiflclcgL Rotationsdruck u. Verlag der Brü h l'scheu Unwers.-Buch-u.Stem- druckerei. 9t Lange. Redaktion, Ervedrtttm und Druckerei:
Schul st raße 7.
Redaktion 113
Verlag u.Expeb.S-^51 Adresse für Deoeschen:
Anzeiger Gießen.
bericht der" Handelskammer Darmstadt, der mit außerordentlicher Promptheit soeben beim Jahresabschluß erschienen ijt, bestätigt auf Grund der sorgfältig zusammengetregenen Blickte aus den verschiedensten Zweigen des Erwerbslebens ausdruckUck dme. Tat- 'ache und betont, daß ein nickt unerbebllcher Teil deszelbett ogar unter dem Zeicken der Hochkonjunktur stand. Dagegen er- cheine allerdings die Frage berechtigt, ob auf den ausgezeichneten Geschäftsgang während der letzten Monate nicht das Ablaufen der beivährten Handelsverträge mit einer Anzahl der wichtigsten Kstlturstaaten mit eingewirkt habe und man infolgedessen sowohl in Deutschland wie im Auslande bestrebt sei, die noch bis zum 1 März 1906 geltenden Zollsätze nach besten Kräften auszunutzen. Der russisch-japanische Krieg habe ke in e n e n nens - werteu Störungen in der gleichmäßigen ryortentwicklung unseres Wirtschaftslebens hervorgerufen, ebensowenig haben die beklagenswerten Ereignisse in Rußland bis sttzt einen allgemein wahrnehmbaren Rückschlag auf tue deutsche Wirtsck)afts- läge ausgeübt. Es verfügen Industrie und Handel bei uns letzt zweifellos über so zahlreiche und vielgestaltige Absatzmöglichkeiten, daß zunächst der Verlust dieses oder jenes Mbsatznarktes in dem großen Zarenreiche noch verhältnismäßig leicht ver- chmerzt werden kann.
Das neue Jahr wird voraussichtlich im internationalen! Wirtschaftsleben durchgreifende Umwälzungen bringen, da bie neu abgeschlossenen Handelsverträge mit Belgien, Italien, Oesterreich-Ungarn, Rumänien, Rußland, ber Schweiz und.Serbien in Kraft treten und hierzu voraussichtlich noch Verträge, mit Bulgarien, Schweden, Spanien, Portugal, und den Vereinigten Staaten von Amerika treten, während mit anderen Ländern mehr oder weniger ein gegcnsetiigcs Meistbegünstigungsverhältnis geschaffen werden dürfte. Auck die noch nickt, abgeschlosienen Verträge werden kaum günstiger ausfallen für Deutschlands Handel und Industrie, als die bereits zum Abschluß gelangten. Die Darmstädter Handelskammer ist daher der Meinung, daß das deutsche Erwerbsleben mit erschwerter Absatzgelegenheit, hervorgerufen durch vielfach stark erhöhte Zollsätze des Auslandes, verteuerter Zufuhr von notwendigen Rohstoffen und Halbfabrikaten und fast durchgängig erhöhten Lcbensmittelpreisen, welche je nach dem Ausfall der Ernte geradezu zu Hungerprcisen sich ge^ finiten können, zu rechnen hciben wird.
,Ln der bereits feit Monaten unvermindert andauernden Fleischteuerung, so sagt der Bericht, erhalten. wir ,einen einstweiligen Vorgeschmack von dem, was voraussichtlich künftighin! in erhöhtem Maße zeitweilig bevvrstehen wird. Außerdem sollen durch die vorgescklagenen neuen Reichssteuern auf Bier, Tabak, Zigaretten und die Reichsstempelabgaben unsere Industrie und unser Handel noch weiter belastet werden, ein Vorhaben, gegen welches bereits vielfache Opposition zutage ge* treten ist."
Die Kämmer will nur wünschen, daß die gegenwärtige .Hock-« konfunktur nicht nach dem Inkrafttreten der neuen Handelsverträge in ihr Gegenteil umschlagen möge. Sehr beklagt wird auch der feit Beginn des Herbstes herrschende große Wage n- mangel, und die weitere Gründung von Kartellen^und Syndikaten zu trnstartigen Bildungen, mit deren Machtfülle künftighin sowohl der deutscke Handel, wie die Jertigfabrikate verarbeitende deutsche Industrie und 'auch der Staat stark zu rechnen haben werden. Das rücksichtslose Vorgehen der Zentrale für Spiritusverwertung, durch welche alle Industrien, die Rohspirttus und Feinsprit verwenden müssen, ist im verfloffenen Jahre noch schärfer hervorgetreten. Aus einer beigegebenen Tabelle erhellt die ungeheure Steigerung der Preise durch 'bic Zentrale, die überdies zur gleichen Zeit, wo sie z. B. in Deutschland Sekundasprit zu 39 Mark verkaufte lOktober 1905) ihn in der Schweiz zu 21,60 Mark anbot. Auf der einen Seite äußerste Schäd'.Aung der auf den Bezug von Rohsviritus und Feinsprit angewieicnen deutschen Industrien durch übermäßig bolze Preisgestaltung im Inland, auf der andern Seite Stärkung der Kvnkurrenz des Auslandes durch bedeutend billiger offerierten Rohspiritus und Fecn- sprit! Eine merkwürdige nationale Wirtschaftspolitik, welcher nur dadurch ein Ende bereitet werden kann, daß das Branntwem-- steuergesetz von 1887 einer durchgreifenden Revision unterzogen; wird.
jährlich All. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch
aut beschamgt, ronnren aoer vet den hohen Rohn keinen befriedigenden Erwn.n erzielen.
Erstes Blatt. 156. Jahr»«»« FrcUag S.Jammr 1»0«
monatlich7öPf.,viertel-
Gießener Anzeige
General-Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Meis Sichen
Bezüglich der Lage der besonders in Hessen vertretenen Industrien ist zu konstatieren, daß auch im verflossenen Jahr dre große Mehrzahl derselben sick gut entwickelt hat, so namenta.cht die Darmstädter Möbelindustrie, die Motorwagenindustrie und die K u n st s e i d e n i n d u st r i e , die nnedermw auf ein durchaus zufriedenstellendes Jahr zurückblicken, wober aber trotz des lebhafteren Geschäftsganges und des größeren. Umsatzes sich kein höherer, sondern öfters ein geringerer Gewann ergab. Der Geschäftsgang der Bierbrauereien war namentlich in Darmstadt nicht so gut, wie im Vorjahr, wozu neben der Konkurrenz der großen auswärtigen Brauereien der gut ausgefallene und aufs stärkste konsumierte Aepfelwein beitrug. Auch auf dem Gebiet der Zigarren- und Nauchtabak- industrie wird vielfach Wer große Kvnkurrenz geklagt; die Ranch tabakindustrie hat int verflossenen Jahr einen Kvnsnm^ rückgang von ca. 10 Prozent erlitten. Der Ge trc ide h a n de I unterlag keinen besonderen Schwankungen, die Ernte war an ber Qualität gut, blieb aber in der Quantität etwas zurück. Die Nachfrage nach H ül se n frücht en war infolge der rflerscw- teuerung fchr lebhaft, aber die Zufuhr sehr schleppend und die Ernte ist in Deutschland in Hülsen fruchten um ca. 60 Prozent hinter dem tatsächlichen Bedarf zurückgeblieben. Der Kaffeehand e l hatte teilweise unter größeren und kleineren Preisschwankungen zu leiden und der Verdienst war namentlich bei den- geringen Sorten ein sehr minimaler; auch 'das Znckergeschaft- war 'nicht günstig. Der Weinhandel war lebhafter, als im Jahre 1904, doch fast nur Nachfrage nach billigeren und mittleren Weinen. Die neuen Weingesetze wirken, wie die Han- delskammer hervorhebt, für den Einkauf des reellen Handels ehr wohltätig. Die Bautätigkeit war in Darmstadt eine shr rege, die Preise für auszeführte Maurerarbeiten blieben biefelben wie im Vorjahr. Das Baugeschäft hatte im Odenwald einen lebhaften Geschäftsgang, in andern Bezirken dagegen nickt.! Der Kohlenhandel zeigte einen befriedigenden Gefckäfls- gang, da der Absatzmarkt eine größere Aufnahmefähigkeit bewies; der Wagenmangel fügte aber dem Geschäft großen Schaden zu. Der Geschäftsgang im Lederhandel war flott durch die Einwirkung der großen russischen Einkäufe für den Kriegsbedarf Die Lederpreise fliegen wäre sehr stark, sodaß im -


