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nach Neapel rufen läßt, statt nach Nom fährt und von dort und Kameraden über das Be- berichtet und an seine Jreundes--
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„Krankenbett seines Vaters" dessen aber mit der Signora anS via Neapel dem Freund finden des „kranken Vaters"
Gießener Strafkammer.
)( Gießen, 3. Juli.
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Vermischtes.
• WaS eine Frau anrichtete. In Capua bei einem Reiterregiment stehen eng befreundet die Leutnants Mattei und Ettorre. Als Mattei eine Jugendgeliebte — die
Der Dreyfrrs-Prozetz.
Paris, 3. Juli. Ter Generalstaatsanwalt sieht als neue Tatsachen noch folgende Punkte an: daß das Stück Nummer 26 des geheimen 'Aktenbündels über die Eisenbahnen in keinerlei Beziehungen zu Dreysus stehe und daß in Stück Nr. 371 desselben Bündels der Buchstabe D für P eingesetzt wurde — das ist die von Henry vorgenomrnene Fälschung. Der Generalstaatsanwalt Baudouin stellt den Antrag auf Kassation des früheren Urteils ohne Verweisung vor ein anderes Gericht. Die voni Verteidiger zu Gunsten der Kassation ohne Rückverweisung vorgebrachten Gründe seien auszuscheiden, nämlich Verjährung und Begnadigung. Da Dreysus tatsächlich des Verrats beschuldigt wurde, könne von einer Verjährung nach drei Jahren nicht die Rede sein. Auch mache die Freisprechung Esterhazys eine neue kontradiktorische Verbandlunq unmöglich.
Tochter eines römischen Obersten — heimgeführt, wird Ettorre öfter eingetaden und bildet sich schon im ersten Monate zum „Hausfreund" im bösen Sinne aus. Das Idyll nimmt seinen munteren Fortgang, ohne daß der Ehemann etwas davon ahnt, Mattei verreist und bittet den Freund, seiner Frau abends Gesellschaft zu leisten; die Signora und der Leutnant machen Ausflüge aufs Land und halten sich stundenlang in Bauernhäusern aus, wo sie sich ein Zimmer zum „Aus-
Gerichts?aal.
Eine „sludentischc Helden tat" fand dieser Tage vor dem Schöffengericht in Bonn ihre Sühne. Der aus Rußland stammende Student Klingelberg, hatte in der Nacht zum Februar in mehreren Straßen Bonns für 621 Mark Fensterscheiben eingeschlagen. Als Grund gab er an, er habe — Geburtstag gehabt. Der Schaden ist zum Teil ersetzt worden. Das Gericht verurteilte den Helden, weil er noch nidit vorbestraft war, zu 200 Mk. Geldstrafe.
von etwa 60 Mark ----- — ------ -- --
täten genau gekannt haben mußte, war durch den Keller in das Zimmer gelangt, wo er eine Sträflingsmütze zurückließ. Am anbeni Tage kam die Meldung von Klein-Lindeil, es seien dort zwei Diebstähle ausgcsührt worden und ^nan nahm an, daß die Tat von einem scheinbar entwichenen Sträsiing^verübt word.m ist, da in der Nähe des Tatortes unter einem Steinhaufen die Kleider eines Sträflings aufgefunden worden waren. Die Vermutung, man habe es mit einem und demselben Täter zu tun, bestätigte sich alsbald, da man in der folgenden Nacht in Friedberg einen Menschen scstnalnn, der sich durch Tragen mehrerer
Zeit seiner Abwesenheit zu süßem Minnespiel. Zuweilen speisen auch alle drei im Restaurant, und Publikum und Kellner freuen sich an den zärtlichen Annäherungen, die das allzu kurze Tischtuch nicht verbirgt. Weniger amüsant ist, als sich Ettorre durch ein gefälschtes Telegramm an?
Pakete verdächtig gemacht batte und bei dem man die in beiden Orten gestohlenen Gegenstände vorfand. Die Nachforschungen ergaben, daß man es mit dem im vorigen Jahre im Cafd Hettler beschäftigten 25 jährigen Hausburschen A. K. aus Klodnitz (Schlesien > zu tun hatte, der sich aber einen falschen Namen beilegte. Er wurde in das hiesige Arre st Haus überführt und blieb, trotz Verwarnung, daß er sich strafbar mache, wenn er einen falschen Namen angebe, bei seinen früheren Angaben. Gelegentlich eines gerichtlichen Augenscheins im genannten Cafe wurde er dem Personal gegenübergestellt, das iljn als den früheren Hausburschen erkannte, woraus er seinen richtigen Namen zu- gestand. Er hatte sich deshalb neben Diebstahls auch wegen intellektueller Urkundenfälschung zu verantworten. Seine Vernehmung ergab, daß er trotz seiner Jugend ein recht abenteuerliches Leben hinter sich hat, da ihn das Gericht veranlaßt hatte, seinen Lebenslauf zu schildern. Er ist bis zu seinem 14. Lebensjahr in einem Waisenl>aus untergebracht gewesen ; die Nachforschungen nach seinen Eltern waren erfolglos, doch weiß er, daß er noch Geschwister hat. Der Waisenvater ver- schasste ihm eine Stelle als Hausbursche in Strigau, wo er infolge von Unredlichkeiten zu einem gerichtlichen Verweis ver- urteilt wurde. Später erhielt er in Schweidnitz 1 Jahr Gefängnis wegen Diebstahls. Nach Verbüßung dieser Strafe begab er sich nach Hamburg und ließ sich verschiffen; er war als Schiffsheizer tätig und hatte nun Gelegenheit, die größeren Städte aller Erdteile zu besuchen. Nach einjähriger Seereise will er in Genna einen größeren Geldbetrag ausbezahlt bekommen Txiben, mit dem er sich nach der Schweiz begab. Von da kam er nach Frankreich, wo er mit einem reichen Herrn in einem Hotel zu Paris bekannt wurde. Ms er ausfindig gemacht hatte, daß dieser fick der Schweiz zuwandte, reifte er ihm nach und beraubte ihn in Gemeinschaft mit einem Postkutscher. Hierfür wurde er mit vier Jahren Zuchthaus bestraft, er entwich aber wälzend der ApellationSfrist, sodaß er die Strafe nicht antrat. Er besuchte nun Mailand und Genna, und tarn bis Süd-Amerika: er lebte von dem geraubten Gelde, das er so gut verwahrt hatte, daß man es bei seiner Verhaftung nicht fand, lieber England nach Hamburg zurückgekommen, erhielt er eine Strafe wegen Entziehung der Wehrpflicht. Er nahm nun wieder in Schweidnitz eine Stelle als Bierfahrer an, in der er sich einen Diebstahl zu Schulden kommen ließ, der ihm neun Monate Gefängnis einbrachte. Nachdem er diese Strafe verbüßt hatte, Turnier über Hannover, Kassel nach Gießen, wo er von Dezember bis Februar im Cafe Hettler beschäftigt war In Saarbrücken an gekommen, bekam er wegen eines Einbruchs 2 Jahre Zuchthaus, die er zum Teil in Diez verbüßte. Nachdem er nach Siegburg verlegt worden war, entwich er am 24. 2tpril auf der Außenarbeit. Er wanderte in den Sträslingskleidem zu Fuß über Ehrenbreit- ftein, Ems, Nassau und Wetzlar hierher, tagsüber sich im Walde aufhaltend Das Gerietst hielt es im öffentlichen Interesse für geboten, ihn die ganze Strenge des Gesetzes fühlen zu lassen. Es diktierte ihm, über den Antrag des Staatsanwalts binaus- geheud, 5 Jahre 1 Monat Zuchthaus zu, sprach ihm, mit Rücksicht auf die ehrlose Gesinnung, die bürgerlichen Ehrenrechte auf 10 Jahre ab und erkannte, der Gemeingefährlichkeit wegen, auf Zulässigkeit der Polizeiaufsicht. ^Ein Monat der erlittenen 11 ntersnchungshast wurde ihm aus die Strafe angerechnet.
Der Metzger I. M. von Tauernheim war wegen Hausfriedensbruchs und Beleidigung unter Anklage gestellt. Als er im vorigen Jahr durch das Schöffengericht Nidda wegen Körperverletzung zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt worden war, lauerte er dem Amtsrichter in seiner Wohnung auf, und ging in drohender Haltung auf ihn zu, sodaß sich der Richter in sein Haus flüchten mußte. Er versuchte nun in die Wohnung zu gelangen: da er aber die Haustüre verschlossen fand, wollte er durch die Verandatüre eindringen. Mf Hilferufe der Frau des Amtsrichters, entfernte ihn ein Gärtner auS ihrem Besitztum. Wecker ist ihm eine Beleidigung des Bürgermeisters von Dauern heim zur Last gelegt. Ms in einer Wirtschaft die Spraäje auf die bevorstehende Bürgermeisterwahl kam und ein Gast der Ansicht war, man soll den seitherigen Bürgermeister wiederwählen, äußerte er: „Was,, den Lump, den meineidigen Schuft, das ist der dreckigste Hund, der auf Gottes Erdboden herumgeht." Inzwischen war der Angeklagte zur Verbüßung seiner Strafe in die Zellenstrafanstalt Butzbach über führt worden. Sein Vater stellte den Antrag, ihn auf seinen Geisteszustand zu nntersuckstn, was auch durch den Anstaltsarzt geschah. Dieser war der Ansicht, daß der Alkohol eine solche Wirkung auf ihn ausübt, daß zeitweise seine freie Willensbestimmung ausgeschlossen ist. Die Verhandlung wurde ausgesetzt und beschlossen, daß der Angeklagte nochmals durch einen Sachverständigen auf seinen Geisteszustand unter- sucht wird.
In der Nacht zum 27. April d. I. wurden aus dem Hausburschenzimmer des Cafe Hettler hier, den Haus- burschen während sie schliefen, Kleidungsstücke im Werte gestohlen. Der Dieb, der die Lokali-
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ruhen" geben lassen; ein andermal schicken die Liebenden den Mann zum Arzte, da er offenbar krank sei, und benutzen diel
Seck Jahren gebrauche ich Fays ächte Sodener Mineral- Pastillen, ich reise, nie ohne sie, ich habe immer ein paar in der Tasche und ihnen dank ich's, daß ich nie mehr eine richtige Erkältung habe. Und nun hab' ich sie daheim gelaßen, hier in dem Nest sind keine zu haben und jetzt — ha . . azi ... hm, hm! - hab ich die schönste Erkältung weg! Jetzt werd' ich telegraphieren, daß man mir mit dem nächsten Paket welche von daheim schickt. Ueberall ä 85 Pfg. per Schachtel erhältlich. hv'/5
teilnahme apelliert. „Ach, wärst Du bei mir, ich trüge all das Schreckliche, das auf mich ein stürmt, leichter!" Derweilen stürmten aber nur die Küsse der tollen Lavinia auf ihn ein ... — Eines Tages schlug dem Leutnant Ettorre (er scheint der Verführte zu sein) das Gewissen, und er trat in das Zimmer Matteis, einen Revolver in der Hand, den er.dem Freunde reichte: „Töte mich, denn ich bin der Geliebte Deiner Frau!" Niedergeschmettert lief Mattei zu seinem Rittmeister, der keinen anderen Rat wußte, als Forderung — ein Rat, der dem Helden und Ehemann aber wenig ein» leuchtete. „Ettorre kann ja auch gelogen haben!" meinte er naiv, verstand sich aber, nachdem er unter Seufzen und Weinen ganz Capua sein Leid geklagt, schließlich doch dazu, Ettorre zu fordern. Und das Duell fand statt: gezogene Pistolen, 28 Schritte Distanz, zehnmaliger Kugclwechsel. Ergebnis: zwanzig Löcher in jene balsamische Luft, die schon vor Leutnant Ettorre und Signora Mattei die Offiziere Hanni- bals vorn Pfade der Tugend gelockt. Froh des erledigten Zwischenfalles zogen beide Duellanten heim — Ettorre in der Absicht, sich versetzen zu lassen, der gute Ehemann, bereit, seinem Messalinchen zu verzeihen. Aber — o Pech! In diesem Augenblick erfolgte das gänzlich Unerwartete, das erst die eigentliche Tragödie herbeiführen sollte. Namens des Regimentskommandeurs erscheint der Rittmeister Filippo bei dem Leutnant, um ihm zu befehlen, sofort den Zweikampf wieder aufzu nehmen. Der Oberst, sagt er, war außer sich, als er von den zwanzig Luftlöchern hörte, und tat säbelrasselnd und fürchterlich mit dem Fuß aufstampfend folgenden geflügelten Ausspruch: „Entweder duelliert man sich, oder man duelliert sich nicht; ein Duell, das unblutig verläuft, ist eine Komödie!" Derselbe direkte Befehl des Obersten ging natürlich auch Ettorre wie dem Sekundanten (Padrini) zu. Und das Resultat war, daß diesmal — auf des Obersten Kommando — der Säbel gewählt ward und daß Mattei seinem plötzlich parierenden Gegner genau in die Klinge lief. Erst im Tode gewann die schwächliche Gestalt des Leutnants Mattei einen tragischen Zug: „Kleine, Du hast mich getötet", waren seine letzten Worte. — Die Geschworenen haben Ettorre wegen Totschlages ohne mildernde Umstände zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. (Eine Sentenz, die unglaublich ist, wenn man bedenkt, daß das zweite, tödliche Duell nur allein auf Befehl des Vorgesetzten stattfand.)
* Der Tod eines Kindes. Unlängst ertrank im Gardasee Lucie Birr aus Berlin. Das auffallend hübsche und gescheite Mädchen lebte seit etwa Jahresfrist in der Villa Halkyone bei ihrer Mutter Ellen Birr, der Gefährtin des verstorbenen Dichters Otto Erich Ha rtmann. Das dreizehnjährige Kind badete unter Aufsicht seiner Mutter im See. Es trug einen Schwimmgürtel und wurde von Frau Birr überdies an einer Rettungsleine gehalten. Eine starke,von einem vorbeifahrenden Dampfer erzeugte Welle überflutete das Kind und raubte ihm die Besinnung. Dieselbe Welle warf die Rettungsleine über die Uferpalisadc, wo sie sich an Holzsplittern und alten Eisenhaken verfing. Das arme, ohnmächtige Kind ertrank vor den Augen der vor Schmerz halb wahnsinnigen Mutter, die es nicht retten konnte. Als es ans Ufer gebracht wurde, war schon der Odem entflohen, und alle Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.
* Kleine Tageschronik. In Münster i. W. ist der Kassierer Kaaksteen von der Zahlstelle des sozmldernv' kratischen Generalverbandes der Manrer Deutschlands nach Unterschlagung von angeblich 25 000 Mark Verbandsgeldern nach Holland geflüchtet. — Die Schneidermeisters-Ehe- leute Haug in Grünenbach (Bayern» wurden bei der Rückkehr von ihrer Hochzeitsreise überfallen und ausgeraubt. Beide, sind schwer verletzt. Ein Mann, ivelcher der Tat verdächtig ist, mürbe verhaftet. — In Gochsheim (Bayern) erschoß der Bauernsohn Spitzner feine Braut namens Kradler und s i ch selbst, weil seine Eltern die Einwilligung zur Ehe verweigert hatten. _
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zusammen. Da auch noch andere Formalitäten zu erledigen sind, durste vor Ende September die vormundschaftSgericht- Liche Genehmigung zu dem Verkauf nicht erfolgen.
** Die Gemeinde einkommen steuern in den hessischen Gemeinden sind, soweit die Städte in Betracht kommen, in diesem Jahre gegen das Vorjahr nicht erheblich gestiegen. Den höchsten Zuschlag erhebt nach wie vor Offenbach mit 121 %, e§ folgen Gießen mit 120, Bingen mit US1/,, Bensheim mit 114%. In Ler Residenz werden nur 91% erhoben, immerhin 3% mehr wie im Vorjahre. Von den größeren Landgemeinden steht Viernheim an der Spitze mit 147%, es folgt Lampertheim mit 139, Bürgel mit 136, Neu-Isenburg mit 136, Rüsselsheim mit 133%. Tie Situation ist in Hessen gerade wie in Preußen, wo die in der Mehrzahl von Arbeitern bevölkerten Gemeinden die höchsten Steuerzuschläge erheben.
" Butzbach, 3. Juli. Der nordwestliche Flügel der Zellenstrafanstalt Butzbach dient zurzeit vorübergehend zur Aufnahme vonZuchthaussträflingen, da das LandeS- zuchthauS Marienschloß meistens überfüllt ist. Wenn die Erweiterungsbauten in Rockenberg fertiggestellt sind, wird die Butzbacher Anstalt nur noch zur Aufnahme von zu Gefängnisstrafen verurteilten Strafgefangenen dienen.
k. jungen, 3. Juli. Verlassen, verlassen Diese bittere Herbheit dieser Worte kostet eine Rumäne jüd. Konfession, Heinrich Blechner mit Namen der in seiner Heimat ausgewiesen worden ist, durch. Er hatte die Absicht, nach Argentinien auszuwandern, wurde aber, da er fallsüchtig ist, von den Schiffahrtsgesellschaften abgewiesen. Seitdem vagiert er im deutschen Reiche umher und befindet sich gegenwärtig in Oberhessen. In allen Städten, wo er um Unterkommen bat, wies ihn die Polizei ab, von seinen Starnrnesgenossen wird er wenig unterstützt. Der Mann ist aufrichtig zu bedauern — aber bedauern allein hilft nicht. Heimatlos, wie der Mann ist, hat kein Verband eine Verpflichtung zur Aufnahme, aber auf der Straße kann er auch nicht verbleiben. Seine epileptischen Anfälle wiederholen sich täglich 3 bis 4 mal, wenn dies in einem Torf oder Stadt erfolgt, so werden Menschen helfen so gut es geht, auf der Landstraße ist der Mensch seinem Schicksal überlassen. Manche halten ihn für betrunken, begießen ihn mit Wasser und dergl.; und der Unglückliche seufzt nach dem Tode. Er geht anständig gekleidet, ist etwa 45—50 Jahre alt, Arbeit wird ihm nicht gegeben, er kann solche auch nicht vollbringen. Was soll nun mit einem solchen Menschen geschehen? Keine Anstalt nimmt ihn auf, überall wird er vertrieben! Vorerst muß der Staat durch seine Polizekorgane den Mann von der Straße nehmen. Was weiter geschehen muß, darüber haben wir uns den Kopf nicht zu zerbrechen. Oder soll erst ein Unglück geschehen — ein Automobil den Mann totfahren? Vorige Woche sah man ihn in Schotten auf der Straße liegen, heute in Hungen.
x Laubach, 3. Juli. Am 11. und 12. August feiert der Gesangverein „Eintracht" sein 25 jähr - iges Bestehen. Eigentlich ist der seiner Zeit vom Konrektor Schaad geleitete Verein viel älter. Wegen ausgebrochener Zwistigkeiten löste er sich 1881 auf, nach wenigen Wochen aber entstand er wieder unter Direktion des Lehrers Spilger, der also das 25jährige Jubiläum als Dirigent mit begeht. Am letzten Samstag Abend bildete sieh im „Schützenhofe" unter Landwirt Friedrich Jochem ein FestkomiÜ, das die Hauptpunkte^ des Programms wie folgt festlegte. 11. August: Festkommers unter Mitwirkung der hiesigen Gesangvereine „Eintracht" und „Harmonie sowie des neuen Musikvereins; 12. August: Festzug und Konzert der Marburger Jäger-Kapelle sowie der verschiedenen Gesangvereine: man beabsichtigt sechs auswärtigen Vereinen des Amtsgerichtsbezirks Einladungen zugehen zu lassen.
△ Effolderbach, 2. Juli. Gestern fand hier das Bezirkskrieger fest des Bezirks Ortende rg statt. Der hiesige Kriegerverein verband damit die Weihe seiner Fahne. Sämtliche Bezirks- und mehrere Vereine aus Nachbarbezirken waren dazu erschienen. Pfarrer Wolf-Ranstadt weihte die Fahne und hielt eine sehr patriotische Festrede.
Nidda, 2. Juli. Der Gemeinderechner Zimmer von Bisses, der der Unterschlagung von ca. 2800 Mk. vereinnahmter Gelder beschuldigt ist, wurde heute in das Hastlokal Nidda gefänglich eingeliefert. lN. Anz.)
-4- Altenhain, Kr. Schotten, 3. Juli. Unser Dörfchen rüstet sich nächsten Sonntag die E inw ei hung des unter Leitung de§ Kreisstraßenmeisters Sommerkorn aus Laubach neu erbauten Schulhauses zu begehen. Die Straßen unseres Dorfes werden mit frischem Tannengrün geschmückt, ebenso der Neubau. Man verbindet die Feier mit fder Kirchweihe, die infolge der Kleinheit unseres Ortes nur alle vier Jahre stattsindet.
h. Wetzlar, 3. Juli. Die im Kreise Wetzlar bestehende Wanderbücherei findet festens der Landbevölkerung guten Zuspruch. Die Bücherausgabe liegt in Händen einzelner Lehrer. Nun hat man am 1. Juli auch in Wetzlar eine Volksbücherei gegründet. Die Sammlung umfaßt bereits 1000 Nummern. — Aus der Straße nach Hermannstein überfuhr ein Radfahrer einen kleinen Buben. Stark am Kopfe blutend wurde dieser von der Straße aufgehoben.
w. Albshausen a. d. L., 3. Juli. Das Kreis- :Krieger-Verbandfest dc§ Kreises Wetzlar findet am nächsten Sonntag hier statt. Dieser General-Appell wird alle zwei Jahre gefeiert Gleichzeitig hält der hiesige Verein das Fest seiner Fahnenweihe ab. An Stelle des im vorigen Jahre verstorbenen Vorsitzenden Bürgermeister Hardt-Groß- Rechtenbach wird der neugewählte Verbandsvorsitzende General a. D. Carstendick-Braunfels zum erstcnmale den Appel leiten. kAlS Festplatz wurden die großen Lahnwiesen in der Nähe -der Station und als Festmusik die Kapelle des Jnfanterie- iRegiments Nr. 88 aus Mainz gewählt. Am Sonntag, ,8. Juli, werden folgende Ertrazüge gefahren. Ab Lollar 61.25 vorn?., ab Wetzlar 12.20 mittags, an Albshausen 112.27 mittags, ab Albshausen 8.22 abends, ab Wetzlar abends, an Lollar 9.23 abends.
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stecherei rouib. der Gefangenenwärter Wurf verhaftet. Er soll Gefangenen gegen Entgelt Briefe befördert haben. — Der Rechtskonsulent Peter Metzler sprang heute morgen, als ihn die Polizei zur Verbüßung einer Gefängnisstrafe abholen wollte, zum Fenster des zweiten Stockes heraus. Ec erlitt schwere Verletzungen.
Bingen, 3. Juli. Geh. Regierungsrat ©panier, einer der ältesten Verwaltungsbeamten des Hessenlandes, feierte heute sein 2bjähriges Jubiläum als Kreisrat des Kreises Bingen. Im verflossenen Jahre hatte der beliebte Beamte das Gluck, sein 50jähriges Jubiläum als hessischer Staatsbeamter zu begehen. Die heutige Festfeier bestand in einer Beglückwünschung des Jubilars durch Vertreter der Staatsregierung, der Kreisverwaltungsbehörde, der Gemeinden, der Kirchen- und Schulvorstände, der Geistlichkeit und der Lehrerschaft. Um 1 Uhr fand ein Festessen statt. Die Jubiläumsfeier schließt heute mit einer Festfahrt auf dem Rheine bis Boppard. An dieser nahmen etwa 400 Personen aus allen Gemeinden des Kreises, darunter die gesamte


