oenusseS wird aber an manchem Ort bekanntlich dadurch erschwert, daß sich in unmittelbarer Nabe der Personen-, Güter- und Rangier- Babnböie eine außerordentlich <irofcc Zahl von Gast- und Schank- wirtschaiten ansicdelu. die durch ihre Lage und Anpreisungen verschiedenster Art die Eiscnbahnbcdienstetcn zum Alkoholgemiß verleiten. Um die mit dem erlassenen Verbot verfolgten Bestrebungen zu fördern, bat nach der Darmst. Ztg. nunmehr auch die Groß- Herzog!. Hess. Regierung, dein Vorgehen anderer deutschen Regierungen folgend, die Verwaltungsbehörden beauftragt, die Orts- polizeibehörden anzuweisen, daß sie in allen Fällen, wo die Erlaubnis z n in Betrieb c i n erW irtsch aft von dem Nach- weis eines vorhandenen Bedürfnisses abhängig ist, und wo dieses Bedürfnis von den nm Konzessionen Nachsuchenden mit der Nähe eines B a b n b o f 5 oder von Bahnhof-sanlagen begründet wird, Anträge auf Konzessionserteilung auch noch der in Betracht kommenden Eisenbahndirektion mitteilen nnd ihr damit Gelegen- hcit zu geben, etwaige Bedenken gegen die Anträge vorzubringen.
h Garb en t eich, 24. 2lpr:I. Am 1. Mai d. I. werden es 25 Jahre, daß die hiesige Po sth i l f stelle, mit der vor ungefähr 5 Jahren auch ein Fernsprechdicnst verknüpft Ivurde, ins Leben trat. Während dieser Zeit hat Polizei- diener Schöck mit größter Gewissenhaftigkeit die Geschäfte der Stelle geführt und sich durch sein stets freundliches, entgegenkommendes Benehmen die Zufriedenheit der Einwohner erworben, sodaß es jedermanns Wunsch ist, Herr- Schöck möge noch recht lange in körperlicher nnd geistiger Frische seines Amtes walten.
4- Rodheim a. d. Bieber, 24. 9(pn(. Die heute hier veranstalteten kinematographischcn Vorführungen des deutschen Flottcnvercins hatten sich eines überaus starken Besuches zu erfreuen. Nachmittags 3 und 5 Uhr fanden zwei Schülcrvorstellungen statt, zu denen auch die Schüler von Hohensolms, Erda, Crumbach usw. unter Begleitung ihrer Lehrer gekommen waren. Zu der Abendvorstellung reichte aber der geräumige Bendcrsche Saal nicht aus, um allen Besuchern ein Plätzchen zu gewahren. Die Kapelle vom 47. Jeldartillcrie-Regiment aus Fulda erfreute durch ihre Weisen Jung und Alt.
Schlitz, 24. April. Von dem Kaiser wurde für das Rathaus ein sehr schönes Gcdenkblatt zur Erinnerung an die Feier dec silbernen Hochzeit Ihrer Majestäten gestiftet. Das Gcdenkblatt, welches von deni Grasen von Görtz dem Bürgermeister Zinßcc übermittelt wurde, trägt die eigenhändige Namcnsunterschrift Seiner Majestät nebst den Worten „Schlitz, 20. April 1906.* — Der Kaiser verlieh dem Wachtmeister Ohl zu Schlitz, sowie dem Gräfl. Nachtwächter in der Hallenburg Georg Eichmann die Medaille des Königs. Pceuß. Kroncnordens. — Der Leiter der höheren Bürgerschule, Lchr- amtsassessor Dr. Ludwig Falter, welcher seine Osterferien in der Heimat (Stcinbruch im Odenwald) verlebte, erkrankte vor einigen Tagen an Gehirnentzündung, der er am Sonntag mittag erlegen ist. Dr. Falter stand im 27. Lebensjahre und war nur etwas über ein Jahr an der hiesigen Anstalt tätig. (Schl. B.)
y. Höch st a. d. N., 24. April. Die Scheuern und Stallungen des Mullers Douch wurden von einem sogen. kalten Blitzstrahl vollständig zertrümmert.
[ ] Büdingen, 24. April. In der letzten Sitzung des Gemeinderats zu Büdingen kam auch das Bahnprojekt Hanau—Büdingen zur Sprache. Der Gemeinderat steht dem Projekt nicht besonders günstig gegenüber, da er sich von ihm wenig Vorteile für Büdingen verspricht, so lange die Bahn nicht bis Ober-Seemen durchgcbaut sei. Er verlangt event. eine erhebliche Verminderung des Anteils an den Herstellungskosten. — Die unser Städtchen umgebenden Berge und Anhöhen bieten z. Zt. einen prachtvollen Anblick durch eine wahrhaft überwältigende Blütenpracht. Besonders der Pfaffenwald leuchtet in einem rot-weißen Blütenmeer. Uebcraus reizvoll nimmt sich in dieser Pracht die neu- cntstandene Villenkolonic an der Rinderbügerstraße am Abhang de§ Pfaffenwaldes.
sd. Dar m st a d t, 24. April. Der Metzgcrgejelle Rü h l, der, wie erinnerlich, kürzlich die Fran des Metzgers Schröder im Darmstädter Stadtteil Bessungcn überfiel und erheblich verletzte, gab bei seiner wiederholter: Vernehmung an, daß er fid) der Tat selbst nicht mehr erinnere. Er wisse bloß, daß er den Schrödcrschen Laden betreten nnd daß er später mit einer Wunde an: Hals im Felde gesessen habe . Was inzwischen vorgegcmgcn sei, daran habe er keine Erinnerung mehr. Anscheinend handelt es sich bei diesen Angaben Rühls nur um geschickte Ausreden, denn es ist nachgewiesen, daß er sich verheiraten rmd auf e-me Möbellieferung eine Anzahlung leisten wollte. Zweifellos zu diesem Zwecke wollte er bei der Ehefrau Schröder einen Geldbetrag rauben. Immerhin wird Rühl auf seinen Geisteszustand beobachtet, um festzustellen, ob er nicht in einem sogenannten Dämmerungszustande gehandelt hat.
Darmstadt, 24. April. Wir lesen in der „Darmst. Ztg/": Reichstagsabg. Bebel sprach gestern abend in einer Vvm sozialdemokratischen Wahlkomitee in das Orpheum einberufenen Wählerversaimnlung. Schon eine Stunde vor Beginn der Versammlung war das geräumige Lokal dicht geMlt, sodaß cs polizeilich gesperrt werden mußte. Bebel, von den Versammelten enthusiastisch begrüßt, wandte sich -in zirka zweistiindiger Rede gegen die Angriffe, die in Flugblättern gegen seine Partei erhoben worden waren, nnd verband damit eine llebcrsicht über die heutige inner- nnd außerpolitische Lage. Unter tosendem Beifall endigte er feine Ausführungen mit der Aufforderung, für den sozialistischen Kandidaten zu stimmen Diskussionsredner meldeten sich nicht. — Rach den „R. Hess. Volks'bl." hatte die Polizei vor dem Orpheum reichlich zu tun, denn schon um 1/28 Uhr mußten die Türen geschlossen und die später Kämmenden zurückgewicsen werden. Interessant war auch die Tatsache, daß der bisherige Abg. Cramer der Versammlung beiwohnte.
sd. Bensheim, 24. April. Großes Aufsehen erregt die nach der gestern abgehaltenen Generalversammlung der Deutschen Stein-Industrie - Aktien-Gesellschaft erfolgte plötzliche Entlassung des Direktors Mön ning- f)off. Er soll entlassen worden sein, weil er den Betrieb unordentlich leitete und zu große Kosten verursachte. Mönning- hoff galt für sehr tüchtig, angesehen und genoß großes Vertrauen. Nachträglich wurden auch der Prokurist Kuntz und ein Buchhalter entlassen. Der Direktor Mönninghoff hat den Zusammenschluß der deutschen Granitwerke veranlaßt, der im vorigen Jahre in Köln stattfand. Nähere Msttcilungen über die Vorgänge bei der Bensheimer Firma stehen noch aus.
Wiesbaden, 24. April. Das Kaiserpaac trifft am Mittwoch abend zur Vorstellung des Moskauer Ensembles im Hoftheater von Homburg hier ein.
Vermischtes.
* Der neueste Berliner Mord. Im Berliner Vororte Pankow wurde die Leiche eines Italieners gefunden, die eine große Anzahl von Messerstichen aufwies. Ans Papieren, die man bei dem Toten fand, ging hervor, daß cs sich um einen italienischen Arbeiter Namens Luigi Dovigo handelt. Die Ermittelungen und Zeugenvernehmungen ergaben, daß Dovigo mit einem anderen Manne auf jenem freien Felde von mehreren Personen gesehen worden war. ES ist festgcstellt, daß er in einer Gastwirtschaft in Pankow 4 Mark vertrunken hat, mit dem Bauarbeiter Philippi, der mit seinem 15jährigen Bruder und Dovigo die Schlafstelle teilte. Philippi überraschte Dovigo vor einigen Tagen, als er mit seinem jüngeren Bruder unzüchtige Handlungen vornahm und prügelte ihn dafür durch. Trotzdem ging er aber wieder mit ihm aus, um gemeinsan: Arbeit zu suchen. Er bestreitet, der Täter zu fein.
Gießener Strafkammer.
)( Gießen, 24. April.
Gelegentlich "ber Veranstaltung eines Wettspiels bc5 hiesigen Fußballklubs auf dem Trieb batten sich die Teilnehmer in einem Zimmer der Wirtschaft zur Stadt Lieh umgeklcid-*t und den Schlüssel einen: Kellner zur Aufbewahrung übergebm. Der 15 jährige K a u f m a n n s l e h r l i n g G. S. aus Steinberg erhielt auf seine falsche 9kngabc hin, er sei Mitglied des Klubs, den Schlussel. Er durchsuchte die Kleider nach Wertgegenständen: es fiel ihm aber außer einem Ring im Werte von 5 Mk. nur ein Geldbetrag von etwa 3 Mk. in die Hände. Rach seinen Angaben litt er sehr unter der Angst, daß er verhaftet werden könnte, weshalb er sich 'entschloß, in die Fremde zu gehen, wozu er aber Geld nötig hatte. Er stahl seinem Vater ein Sparkassenbuch nnd versuchte auf der hiesigen Sparkasse 70 Mark zu erheben. Es wurde ihm bedeutet, daß eines seiner Ellern selbst kommen müsse, oder daß er eine Vollmacht von ihnen vorlegen müsse. Raa: kurzer Zeit erschien er wieder und gab fälschlich an, sein Vater sei krank, weshalb seine Mutter auch nickst kommen könne. Auch diesmal erhielt er kein Geld, iveshalb er fick entschloß, eine Vollmacht anzufertigcn:, die er mit dem Namen seines Vaters unterzeichnete, wobei er nicht vergaß, zu bemerken, daß der Vorzciger der Urkunde eine vertrauenswürdige Person sei. Die Kasse zahlte ihm anstandslos 70 Mark aus, womit er eine Reise nach Frankfurt, Vingen und Koblenz machte und das Geld verjubelte. Hierauf fuhr er zurück nnd versuchte auf Grund eines gefälschten Briefes weiter 100 Mark zu bekommen. Seine Eltern hatten aber das Abhandenkommen des Buches bei der Kasse gemeldet. Man beschied ihn in ein Nebenzimmer, wo ihn die Polizei auf telephouiscbes Ersuchen in Empfang nahm. Er war in allen Punkten geständig, worauf ihn die Strafkammer wegen Diebstahls, Urkundenfälschung, Betrugs und Betrugs-Versuchs zu 3 M 0 naten Gefängnis verurteilte. Bon der Anklage des Diebstahls bezüglich des Sparkassenbuchs erfolgte mangels Strafantrags seitens des Vaters Freisprechung. Strafmindernd wurde seine Jugend und die mangelhafte Erziehung berücksichtigt.
Der 26jährige A. M. vvn Schlitz, der erst vor kurzer Zeit aus der Strasaustalt entlasten wurde, bekam von den: Verein für entlassene Sträflinge eine sehr einträgliche Stelle ausgemacht. Er konnte sich aber nicht halten und wanderte in verschiedenen Gegenden herum, bis er ivicber nach seiner Heimat kam, wo er nachts sofort einen Einbruch verübte. Er nahm einem Kaufmann eine Anzahl Regenschirme im Werte von 100 Mark und suchte sie beim Hausieren zu Geld zu machen, wobei er verhaftet wurde. Sein Vorleben und Vorkommnisse in seiner Familie, gaben der Untersuchungsbehörde Veranlassung, ihn auf seinen Geisteszustand untersuchen zu lassen. Tie Beobachtung und die Nachforschungen ergaben viele Eigentümlichkeiten. So hat er beispielsweise einen unwiderstehlichen Wandertrieb in sich: in den besten Stellen verließ er plötzlich die Mbeit und trieb sich planlos umher. Wiederholt hat er mit andern Straftaten verübt und^sich erwischen lassen, wobei seine Komplizen entkamen nnd er die Sache auf fick :whm, was man auch im vorliegenden Fall vermutete. Der trunksückstige Vater nnd eine Schwester haben durch Selbstmord geendet, dies hat er nach seinen eigenen Angaben auch versucht, was auf erbliche Belastung deutet. Der Sachverständige hielt ihn für einen geistig minderwertigen Menschen, der keine richtige Erziehung genossen hat, und der gegen die verbrecherischen Triebe nicht widerstandsfähig ist. Unter diesen Umständen sprach er hie Befürchtung aus, daß der Angeklagte nach seiner Strafverbüßung alsbald wieder rückfällig wird. Für seine Straftat-'n muß er aber verantwortlich gemacht werden. Der Staatsanwalt gab seiner Meinung dahin Ausdruck, daß es gut wäre, wenn man für derartige Menschen Anstalten hätte, sodaß sie nur eine beschränkte Freiheit besäßen. Unter den gegebenen Umständen sah das Gericht von der sonst üblichen Zuchthausstrafe ab, hielt es aber im Interesse der Allgemeinheit für geboten, den Angeklagten auf längere Zeit unschädlich zu machen und erkannte aus 2 Jahre Gefängnis, 5 Jahre Ehrverlust, und Polizeiaufsicht.
~ Der Schweizer G. L. von .Nein-Schulzendorf hat bei einem Stellenvermittler zu Friedberg, bei dem die Arbeitslosen ihre Essekten ausbewahrten, aus einer Schachtel verschiedene Gegenstände, darunter einen Wecker entwendet. Der Zufall wollte es, daß er aus denselben Hof loic der Bestohlene in den Dienst kam. Er erkannte seinen Wecker sofort, was zur Anzeige führte. Wegen Rückfalldiebstahls erhielt der Angeklagte unter Einbeziehung einer früheren Strafe, eine Gesamtstrafe von 4 Jahr und 3 Monaten Gefängnis nebst 5jährigen Ehrverlust.
Wegen gefährlicher Körperverletzung und Be- drohung wurde der Arbeiter K. W. von Ober-Seemen zu I I a h r 6 >M 0 naten intbi 3 Woche n Gefängnis verurteilt. Er hat in einer Wirtschaft mit einem Zimmermann allerlei Unfug getrieben und als dieser, um einen: Streit aus dem Wege zu gehen, die Wirtschaft verließ, ging er ihm nach und versetzte ihm einen Stoß, sodaß er zur Erde fiel. Trotzdem der Mann ihn bat, von ihm abznlaffen, drang er mit den Worten: „Jetzt mußt du sterb«:" auf ihn ein und versetzte ihm mit einem Mester einen Stich in bei: Kopf. Als sich ber Angegriffene zur Flucht wenbete, stürzte ihat dc: Angeklagte nach und versetzte ihm zwei weitere Stiche in den Rücken, sodaß er längere Zeit das Bett hüten mußte. Trotzdem die Verletzungen keine dauernden Folgen nach sich zogen, sah sich doch das' Gericht veranlaßt, auf eine erhebliche Strafe zu erkennen, da die Tat ebensogut lebenslängliches Siechtum oder Tod noch sich hätte ziehen können. Das zur Tat benutzte Messei- inurhe einaesoaen.
Vriiversitäts-Nachrichten.
— D i e Gesamtzahl der Studierenden an den deutschen Hochschulen hat int letzten Wintersemester die stattliche Höhe von 42 390 erreicht. Unter ihnen befanden sich 38 335 Angehörige des Tonischen Reiches. Jin Winter 1875/76 kamen nuf 100 000 Einwohner Studierende in Tcntschland überhaupt 35,5, in: Winter 1885/86 59,5, jetzt 68,9. Davon entfallen auf Sippe 64,3, Hamburg 60,2, Oldenburg 59,9, die drei sächs. Herzogtümer zusammen 59,1, die beiden Renß 47,6, Preußen 65, die beiden Schwarzbnrg, Waldeck und Elsaß-Lotlwingen je 65,5, Württemberg 70,6, 9(:iholt 75,6, Bayer:: 78,1, Braunschweig 79,3, Sachsen-Weimar 80,8, Mecklen- bnrg 82,2, Lübeck 93,3, Baden 93,9, Bremen 94,2 und Hessen 10 3,5 Studierende aut 100 000 Einwohnern. Bei uns i 1: Hessen wird also (wie schon seit Jahrenl immer no eh an: m e i st c n ft u b t c r t Auf 100 000 Einwohner kommen Studierende der Jurisprudenz in Deutschland 20,7, Philologen nnd Historiker 16, Mathematiker und Naturwiffenfcha'tler 9.3, Mediziner 9,1, evangelische Theoloacn 5.7, katholische Theologen 8.1.
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung in Hessen für Donnerstag den 26. Aprll 1906: Trüb. Stärkere Regenfälle. Stark windig bis stürmisch. Wärmer.
Näheres durch die Gießener Wetterkarte.
Handel hu fr Verkehr, Volkswirtschaft.
Märkte.
fc. Frankfurt a. M., 24. April. Heu- und Strohmarkt. Man notierte: Heu Mk. 4.40 bis Mk. 4.60, Stroh war nicht angc:ahrci:. Alles per 50 Kilo. Tendenz: fest.
fc. F r a n k s:: r t a. M., 25. April. Qrig.-Telcgr. des „Gieß. Anz/9 Vieh in a r f t. Znm Verkaufe standen 00 Kälber, 00 Schale und Hammel, 981 Schweine: 1. Qual. 73—74 Psg. Lebendgewicht 00.00—00.00 Pf., 2.Qual. 00—OOP'., Lebendgewicht 00.00 Psg., 3. Qual. 00-00 Psg. Kälber 1- Qual. 00-00 Pi., Lebendgewicht 00-00 Psg., 2. Qual. 00-00 Psg., Lebcndgcwich. 00-00 Psg., Schlachtgewicht 00—00 Psg. Schale 1. Qualität Schlachtgewicht 00-00 Psg., 2. Qualität 00-00 Psg. (Mdtäil: bei Schweinen gut, Ucbcrstand unbedeutend. Ter Kälbermarkt fmbet morgen statt.
Origrnal-Drahtmeldungeir.
Das Erdbeben in Kalifornien.
San Francisco, 24. April. Der „Coroner* schätzt nuf Grund der ihm amtlich vorliegenden Angaben die Zahl der Toten auf 1000, meint aber, daß dieselben vielleicht etwas höher sein könne.
London, 25. April. Generalmajor Gccely übernimmt in San Francisco den Oberbefehl. Wiederholte Regengüsse zwingen zur Räumung der offenen Lager. Frauen und Kinder werden in Kirchen, Schulen und leeren Wohnhäusern untergebracht. Die Gerichte nehmen ihre Sitzungen auf. Der Sekretär des Schatzamts wies den Banken in San Francisco 15 Mill. Doll. Rcgierungsgclber zu.
*
R. B. Darmstadt, 25. April. Tic Beteiligung au ber Rcichstagswnhl ist sehr lebhaft. Gegen 11 Uhr erschienen Staatsnrinister Ewald und die meisten höheren Beamten zur Wahl. Um 12 Uhr kamen die Wähler in so starken Sck)aren, baß der Hauptcingang zum Wahllokal (ftäbt. Saalbau) minutenlang versperrt war. Die Polizei sistierte uwhrere S t i m m z e t t e l v e r t c i l e r, die von den Nalionalliberaleu augestellt waren, aber sozialdemokratische Wahlzettel verteilten.
Erfurt, 25. April. Die Strafkammer verurteilte den Schuhnwchcr Wagner aus Gillersdorf, dec abfällige Aeußcrungen über die Bibel gemacht hatte, wegen Beschimpfung der Kirche zu einem Monat Gefängnis.
Dresden, 25. April. Dec Untcroffizier Wccncr von den Leib-Grenabiecen wurde wegen zahlreicher Soldaten-Miß Handlungen vom Obcrkciegsgcricht zu fünf Monaten Gefängnis und Degradation verurteilt und sofort verhaftet. .
Paris, 25. April. Tausend Anstreicher beschlossen den Streik zum 1. Mai. In Marseille sind 1250 Druckereiarbeiter in den Ausstand getreten. — Es wirb jetzt bestätigt, baß an: 2. März ein Attentat gegen L 0 ubet beabsichtigt war. An einem Fenster seines Landhauses bemerkte ein vorübergehender Accisebeamtcr eine Bombe, die er sofort löschte. Die Untersuchung ergab, baß sie 700 Gramm Sprengpulver unb Eisenstückc enthielt und recht gefährlich hätte werden können.
Nom, 24. April. Der Deputierte Palamenghi CriSpi veröffentlicht in dec „Nivista di Roma* einen interessanten Artikel über die Bedeutung des Dreibundes für Italien. Ec sagt darin: Italien darf nicht vergessen, daß Kaiser Wilhelm seit 15 Jahren stets an unserer Freude und an unserem Leide teilnahm. Italien ift ihm dankbar wegen der Wärme seiner freundschaftlichen Gefühle. Er gibt dann einen Ucberblick über die Geschichte des Dreibünde?, besten Schutz Italien fein ganzes ökonom. Aufblühen vcr- bankt. Der Vertrag von: 20. Februar 1882 enthält neben ber Abmachung für bestimmte Eventualitäten für die kontrahierenden Teile die moralische Verpflichtung, sich gegenseitig zu unterstützen, damit das Prestige des Dreibundes groß sei. Deutschland hat in Crispis Zeiten in unzähligen Fällen, die nicht mit den: Casus foederis des Vertrages in Zusammenhang standen, Italien beigestcmben. Palamenghi CciSp: schiebt zum Schluß alle politischen Mißerfolge Italiens Vicont: Venosta zu.
Asuncion, 24. April. Der kaufmännische Beirat be8 hiesigen beutschen Konsulates, Mangels, ist er» morbet worben. Nähere Einzelheiten fehlen noch.
Wien, 25. April. ?tus verschiebencn LanbcSteilen werben starke Schneefälle bei bebeutenbem Temperatursturz gemeldet.
Lemberg, 25. April. In Leßno hat ueucrbings ein blutiger Zusammenstoß zwischen Marianisten, welche die katholische Ortskirche zurückerobern wollten und 3000 vom bischöflichen Delegierten angeführten Katholiken statt. Zwei katholische Pfarrer, ein katholischer Ordcns- geistlicher unb mehrere weltliche Katholiken wurden getötet und mehr als 40 verwundet.
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Firienkfnrter Börse. 25. April, 1.15 Uhr.
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Börse, 25. April. Anfangskarse.
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88.35
100.25
88 30
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Elektriz. Lahmever . - 143.50
- - - - - - 232.90
Aktien:
Bochum Guss . . . . Buderus E. W . . .
Tendenz: fest.
Berliner
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Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . .. Dortmunder Union C. . Dresdner Bank . . .
Tendenz: fest.
Telefonische Kursberichte
Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen.


