Ausgabe 
28.8.1906 Erstes Blatt
 
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1

Todesursache

1

Summe 18 (4)

8 (3)

8(1)

2

t

I

des

Handel

F

rankfnrter BSr*e. 28. Aupust, 1.15 Uhr.

Beichsanleihe

98.70

vor-

. 119.10

248.50

Börse, 28. August. Anfaugskurse.

Tendenz: fest, aber

seit- lang mit

. 170.20 . 139.90 . 239.50 . 174.00 . 183.60 . 158.50 . 211.00

(Für s übern:

Hnrpener Bergwerk Laurahütte . .

Lombarden E. B.

Nordd. Lloyd . .

Türkenlose .

1 Kl) 5

. 33.50 . 144.00 . 144.00

H-I die Tüt

do. Konsols do. Hessen . . Oherbessen

nach

Es starben an:

Ae

pr.

Elektriz. Lahmeyer . . Elektriz. Schlickert . , Eschweiler Bergwerk . Gelsenkirchen Bergwerk

Namen des technischen Personals Oberfaktor Krause uno Seiler I. Kranz.

Lo die die

Berliner Handelsges Darmstädter Bank . . Deutsche Bank .

Deutsch-Asiat. Bank . Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . .

Baltimore- und Ohio- Eisentahn .

Gotthardbahn . . . . Lombard. Eisenbahn . Oesterr. Staatsbahn . . Prince-Henri-Eisenbahn

. 169.10 . 139.70 . 239.30 . 85 00 . 158.50 ruhig.

Wie es heißt, wurden nach der Bomben-Katastrophe der sBrillantschmnck der »Vrciii Stolypin sowie zahl - reiche Wertsachen des Ministers gestohlen. Stolypin ist faachts in einem Wagen des Noten Kreuzes von einer starken rKosaken-Eskorte bealeitet, nach dem Minister-Palais übergesiedelt. Das Befinden der Tochter Stolypins ist sehr schlecht. Die Aerzte befürchten ihr Ableben.

Aus Moskau wird gemeldet, daß die Familie, die sich den Manien Morosow beilegte, aus Naiäsan stammt. Die Morosow standen in . engem Verkehr zu den Attentätern, die den Anschlag auf Stolypin vollführt falben und sind als eigentliche Rädels­führer anzusehen.

Daily Telegraph meldet aus Petersburg, daß ein Mann namens Leontiew gegen den Polizeichef Gory eine Bombe in, dem Moment warf, als er zu Wagen den Newski -Prospekt passierte. Der Wagen wurde nur am Vorderteil erheb­lich beschädigt. Der Kutscher trug tödliche Verletz­ungen davon, während der Polizeiches, der sich weit in den Magen zurück gelehnt hatte, nur an Stirn und Nase leicht perletzt wurde. Es gelang dem Täter, sich während der Aus- a:egung seiner Festnahme zu entziehen. Desgleichen lief die Meldung von einem Bomben-Attentat ein, das gegen den Go u- vernenr von Elisabetvol gerichtet war. Die Bombe «explodierte jedoch ohne ihr Ziel zu erreichen und ohne beson- lderen Schaden anzurichtcn. Den Wtentäter konnte man nicht er­mitteln.

, _ Aus Odessa wird gemeldet, daß ein junges Mädchen pon etwa 16 Jahren von der revolutionären Partei beauftragt tvurde, gegen General Kaulbars ein neues Attent a t tzu verüben. Man hatte schon vorher ein halbwüchsiges Mädchen ün der Nähe des Kaulbars'schen Palastes bemerkt, das in der Straße auf und niederging, doch maß man der schmächtigen, kindlich gekleideten Person keine Bedeutung bei. Plötzlich erfolgte eine sehr starke Explosion und es stellte sich heraus, daß dem Mädchen eine Bombe entfallen war, die es verborgen ge­halten hatte. Das Mädchen sand man nach der Explosion in Stücke zerrissen vor. Der Leichnam wurde fofort beschlag­nahmt. Es, gelang bisher nicht, die Persönlichkeit des Mäd­chens festzuftellen. Andere Personen wurden nicht verletzt.

j Wie man weiter au§ Odessa telegraphiert, wurde dort her reiche Getreide-Exporteur Stamaglo mit seiner ^Frau und drei Kindern in seiner Wohnung ermordet und beraubt. Der Mörder, ein entlaufener Sträfling, wurde verhaftet.

Ein kaiserlicher Ukas ordnet den Verkauf von Kronländereien und kaiserlicher Latifundien, mit Aus­nahme einiger weniger speziellen Privatzwecken dienender, a n landarme Bauern an.

Der in Hamburg Verhaftete ist etwa 35 Jahre alt, nennt sich Schriftsteller Favart aus Gent, verweigert aber sonst über seine Person und seine Ziele jede Auskunft. Er wohnte seit vier Wochen unangemeldet in Hamburg. Es steht fest, daß er mehrfach Waffensendungen nach den russischen Ostseehäfen abgehen ließ. Der Verhaftete besaß eine Brief­tasche, die einen belgischen, auf den Namen Favart lautenden Paß enthielt. Er spricht deutsch, russisch und französisch. Bei ihm wurden sieben Browningpistolen, sowie andere größere Posten von Schußwaffen vorgefunden. Munition wurde nicht gefunden. Die beschlagnahmte Flasche soll nicht Pikrinsäure enthalten. Bei der Logierwirtin des Verhafteten lief ein Brief ein, der amtlich geöffnet wurde und ein achtseitiges Schreiben in russischer Sprache enthielt, deffen Uebcrsetzung nähere Aufschlüsse geben dürfte. Der Verhaftete erklärt,' das Schreiben sei nicht für ihn bestimmt.

Deutschland in Chile.

Es sind noch immer keine ausführlichen und zuver- kassigen Nachrichten über die durch das Erdbeben in Chile

angenommen zu 29 500 (inkl. 1600 Mann Militär.) Sterblichkeitsziffer: 31,72 °/00,

Abzug von 4 Lrtsireniden: 24,66 "/m.

tige die z° aus il

Telefonische Kursberichte

Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank filr und Industrie, Giessen.

D tfirnie: Parau erhielt, die Ar Zeit w jeder 1 gestatte stellte E. &

4%% Chinesen . .

Aktien:

Bochum Guss . . .

Buderus E. W . , Tendenz: fest.

Berliner

Canada E. B. . . , Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .

A n m.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Aus Stadt und Lcrud.

Gießen, den 28. Aug. 1906.

Pcrsonalnachrichten. S. K. Hoheit der Groß- h erzog hat den zweiten Veterinärarzt am Kreisveterinäramt Mainz Dr. Karl Beiling zum KreiSveterinärarzt des Kreis­veterinäramts Mainz, den Dr. Hermann Kienzle zu Darm­stadt zum Kustos an dem Landesinuscum. den Militär­anwärter Georg Rückert zu Spachbrücken ztnn Pedellen am Realgymnasium zu Darmstadt ernannt. In den Ruhestand wurde versetzt der Gefangenausseher an der Zellenstrafanstalt Butzbach Christian Sch unk auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 15. September und unter Anerkennung seiner treuen Dienste bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit.

Die Wahlen zur Landwirtschaftskammer für das Großherzogtmu Hessen werden voraussichtlich am 10. September stattsinden. Der Bund der Landwirte will unter allen Umständen den Grafen Oriola zum Präsidenten der Landwirtschaftskammer gewählt sehen. Von dieser Seite werden deshalb alle Anstrengungen gemacht, um in den einzelnen Wahlbezirken Bundesmitglieder in die Kammer hineinzubringen, die zum Grasen Oriola stehen. In kleineren und mittleren bäuerlichen Kreisen herrscht, wie man uns mitteilt, Mißstimmung darüber, daß von Seiten des Bundes der Landwirte in VcrtrauenSmännerversammlungen, die bisweilen nur von 4 (wie in Butzbach), höchstens 15 Mit­gliedern besucht waren, vom Bund der Landwirte Kandidaten oktroyirt wurden, die nicht die Sympathien der Wähler be­sitzen. Mehr Freunde scheint unter den Bauern der organi­satorisch bewährte Geh. Negierungsrat Haas zu besitzen. Jedenfalls sind in den Wahlkreisen Höchst i. O.König Michelstadt, BüdingenAltenstadt, Vilbel, Gedern, Butzbach, NiddaEchzell und HerbsteinUlrichstein Gegenkandidaten gegen die Bundeskandidaten aufgestellt werden. Der Kampf dürfte also um den Grafen Oriola und den Geheimrat HaaS entbrennen. Die Fraktion des Bauernbundes im hessischen Landtage steht fast einstimmig auf Seiten des Geheimrats Haas.

* * Termin in der Strafsache gegen den Land- tagsabg. Hirschel steht vor der hiesigen Strafkammer am 26. Oktober an.

* * D a s I u s a n t e r i c - R e g i m e n t Nr. 116 ist in Darmstadt eingetrossen und nach dem Truppenübungsplatz marschiert.

B. Drei schulpflichtige Knaben belästigten gestern nachmittag in der Brandgaffe einen Japaner unter lauten, Gegröhle und verfolgten ihn ständig, bis er ein Haus betrat. Es wäre zu wünschen, daß derartige Albereien, wie sie hier chon häufiger vorgekommen find, mit Beihilfe von Lehrern und Polizei sich nicht mehr ereigneten, zumal es uns Deutschen nicht zur Ehre gereicht, wenn wir den Ausländern solche Beispiele deutscher Erziehung geben.

dl. Friedberg, 28. 9hig. (Drahtbericht.) Ein Schutz­uran n verhaftete hier den Kaufmann Julius Dörffer, geb. 1864 im oftpr. Kreise Wehlau, der einen Einbruch in die VillaPrinz Heinrich" in Nauheim verübt hat und dort goldene Uhren, Ringe und verschiedene Schmucksachen im Gesamtwerte von etwa 1000 Mk., sowie ein Portemonnaie

86.65

98.80

86 65

97.40

99.70

100.25

95.05

103.35

70.00

70.70

86.00

94.45

96 00

146.00

54.90

89.50

69.05

98.00

3^70 3%

3^7o 3% 3^% 3^7n

mit 146 Mk. gestohlen hat, D. ist bereits neunmal bestraft.

I. Ober schm itten, 27. Aug. An Stelle des hcrigen Bürgermeisters Freymann, der 27 Jahre unserer Gemeinde vorstand, wurde Otto Diehlmann

. 213.30

. 246.10

. 33.20

. 182.70

. 145.70

WchknMe WerlW der Todesfälle in her Sfnbt tofjrit

33. Woche. Vom 12. bi? 18. August 1906. Einwohnerzahl:

. 141.75

. 125.90

. 255.70

. 227.90

"e Lsf ton <r

§eph von 2 ( in der i berechtig d>e feistere Jn»erf>c N Ac Burgen

G

4% Oesterr. Goldrente. . 41/f % Oesterr. Silberrente 4% linear. Goldrente . . 4?o Italien. Rente . . . 3% Portugiesen Serie I . 3% Portugiesen III 4%°/0 russ.Staatsanl. 1905 4^°/a japau. Staatsanleihe 4 % Cour. Türken von 1903 Türkenlose .... . . 4% Griech. Monopol-Anl. 4% äussere Argentinier . 3°/0 Mexikaner . . . .

einer Stimme Mehrheit als Ortsoberhaupt gewählt. Ersterer erhielt 39. letzterer 40 Stimmen.

ra. Alsfeld, 27. Aug. Bei der heutigen Wahl eines Bürger nie isters wurde Herr Karl Arnold mit 389 Stimmen zum Bürgermeister der Stadt Alsfeld gewählt. Der Gegenkandidat Herr Heinrich Braun erhielt 138 Stimmen. Wahlberechtigt waren 822 Einwohner. Abgegeben wurden 537 Stimmen.

Frankfurt a. M., 27. Aug. Der gestrige Familien­abend im Palmengarten anläßlich der Jubiläums- Feierlichkeiten derFranks. Ztg." vereinigte 700 Arbeiter des technischen Personals, Redakteure, Angestellte und Ehrengäste. Außer Direktor Curti und Redakteur Cohn- städt hielten Ansprachen und brachten Glückwünsche Dr. Elsaß-Stuttgart und Professor Quidde-München. Es sprachen noch von der ,Kl. Presse" Chefredakteur Listowsky und im

foSri Ne,

Kiüber Zusammen: Erwachsene: im vom

Lebensjahr: 2.15. Jahr

1

Hamburg - Amerik. Paketf. 163 00

Harpener Bergwerk. . . 213 00

Laurahütte...... 245.60

Nordd. Lloyd.....132.50

Oberschles. Eisen-Industrie 133.70

°ormittQ( v°l"lNqe nWnbE

hervorgerufenen Schäden vorhanden. Einstweilen iveiß man nur, daß die S a I p c t e r i n d u st r i e vollständig i n - takt geblieben ist und daß die Deutsche-überseeische Elek- trizitätsgescllschaft, deren Kapital erst längst bedeutend er­höht wurde, von der Katastrophe nicht berührt worden sein soll. Ter Unterbau der Bahn, so wurde gemeldet, sei ver­hältnismäßig wenig beschädigt. Sp'iteren Berichten zufolge sollen aber doch nicht unerhebliche Schüben vorgekommen sein. Daher mochte es auch gekommen sein, daß die Aktien der Gesellschaft vergangene Woche ziemlich stark angebotcn waren, aber von den interefficrten Banken, voran die Deutsche Bank, um den Kurs zu halten, ausgenommen wur­den. Angenommen nun, das Unternehmen selbst habe keinerlei direkten Schaden erlitten, so dürste es doch un­ausbleiblich sein, durch die infolge der Katastrophe un­günstiger gewordenen wirtschaftlichen Verhältnisse ein in­direkter Schaden sich herausbildet, der unter Umständen wesentlich bemerkt werden wird. Aus dem gleichen Grund muß man Besorgnis für die in Chile mit deutschem Geld arbeitenden Banken hegen. Der chilenische Handel ist jeden­falls nicht unbedeutend geschwächt und damit auch die Kauf­und Zahlungskraft der Bevölkerung. Hierbei kämen in Be- tracht die zwei deutschen Banken, die sich in Chile befinden, nämlich die Deutsche überseeische Bank mit Filialen in Valparaiso, Antofagasta, Jvuigue, Conception, Santiago de Chile, Valdivia und Orsono, dann die der Diskonto- Gesellschaft und der Norddeutschen Bank nahestehende Bank für Chile und Deutschland mit Filialen in den meisten eben- genannten Orten. Schließlich darf nicht vergessen werden, daß das deutsche Kapital, auch an den chilenischen Staats­fonds interessiert ist und daß diese seit Eintritt der Kata- stroph" einen ziemlich beträchtlichen Rückgang erfuhren.

Chile hob den Importzoll auf Konstruktionsmaterial für 18 Monate aus. Börse und Warenhäuser sind noch nicht offen. Die von Rothschild angebotene Hilfe wurde vom Präsidenten abgelehnt. Tie Straßen der neuen Stadt Valparaiso werden von Trottoir zu Trottoir mindestens 15 Meter breit sein. Die Regierung bezahlt für das annek­tierte Grundeigentum bar Geld.

der Niederwerfung des revolutionären Aufstandes in M'o- kau im vergangenen Dezember aus. Ter General wollte mit Frau und Tochter in seine Villa zurückkehren, die zwischen Mt- und Neu Peterhof gelegen ist, als ihn die Kugel ereilte. Die Mörderin spazierte bis zum Eintreffen Minus mit einem Studenten auf dem Bahnhof umher, wo zahlreiches Publikum anwesend war. Sofort nach der Mord- lat bestieg der Student eiligst ein Fuhrwerk und fuhr davon. Die Mörderin war bei ihrer Festnahme vollständig ruhig und verweigerte jede Auskunft bezüglich ihrer Person. In Ketten wurde sic aus Peterhof nach b'cm Petersburger i65efänguis transportiert, von 8 Gendarnien eskortiert."

Und die Kette der mörderischen Attentate rasselt weiter. Am Montag wurde in Warschau General Wonjarljarski, interimistischer Gcneralgouvcrnenr von Warschau, ermordet. Der Attentäter feuerte mehrere Re- oolverschüsse auf den General ab, als dieser in seinem Wagen eine Spazierfahrt unternahm. Der General wer sofort tot. Es gelang dem Mörder, zu entkommen. Unbekannte hatten den Kutscher des Generals gewarnt, den General on§«= zufahren.

Am Sonntag abend versuchte im Pc terh ofer Palais- Garten ein Unbekannter eine Bombe auf den Palais- Verwalter General Staöl v. Holstein zu schleudern, der dem General Trepow äußerst ähnlich ist. Er wurde jedoch von Geheimpolizisten an der Tat verhindert und verhaftet, wobei festgestellt wurde, daß auch er, wie es bei den Ver- übern des Anschlages auf Stolypin und bei der Mörderin Ides Generals Minn der Fall war, aus Moskau gekommen M. Die Polizei will aus beschlagnahmten Papieren erfahren Haben, daß die Moskauer Terroristen-Zentrale eine Reihe von Einzelmorden hochstehender Persön­lichkeiten plant, wovon diese Anschläge nur ein ^Anfang gewesen ist. Die ossiziöse Petersb. Tel.-Agentur Zementiert allerdings diesen Mordanschlag.

Vei dem Bomben-Attentat, das am SamStag in Bendz in verübt wurde, sind ein Polizist und vier Passanten getötet worden. Drei verwundete Polizisten wurden nach dem !Kattowitzer städtischen Krankenhause gebracht, wo der Polizei- meister Jakubik gestorben ist. Der Zustand der übrigen Ver­letzten ist besorgniserregend. 150 Personen wurden verhaftet. jDie Täter gehören der polnischen Sozialisten-Partei an.

Die Ermittelung über die Urheber des Attentats aus Stolypin ergab noch folgendes: Der Portier KoZlow, deffen Benehmen auffiel, wurde arretiert. Der Kutscher Bernadski, fiter durch die Explosion schwer verwundet wurde, ist gestorben. Einer der beiden Zivilisten, die bei dem Attentat beteiligt waren, wohnte in einem möblierten Zimmer. Er ist ein junger Mann von 24 Jahren und war gemeldet als Student Dulewitsch vom Rigaer Polytechnikum und war eben erst in Petersburg eingetroffen. Es fand eine Haussuchung in seinem Zimmer statt, wobei wichtige Briefschaften beschlag­nahmt wurden. Dulewitsch liegt schwer verwundet im Peter Paul-Hospital. Unter den Toten wurde das angebliche Dienstmädchen Monachow gesunden. Wie sie an den ^Tatort gekommen ist, ist noch nicht aufgeklärt. Noch zwei ^Verwundete sind im HoSpital gestorben.

(öriahiabDrabimelbititgen*

Zerbst, 28. Aug. Zwischen Walternienburg und Güter­glück wurde in der Nacht an einem 20jährigen Mädchen ein Lustmord verübt. Der Täter ist noch nicht ermittelt.

H a m b u r g, 27. Aug. Ter kürzlich hier festgenommene Gelbgießer Konrad, der im Auslände als Baron Dobrowolski Donnersmarck auftrat und in Ma­nila eine Amerikanerin heiratete, die er dann in Paris mittellos verließ, wurde heute aus der Haft entlassen, da nach deutschem Rechte eine strafbare Handlung Konrads nicht vorliegen soll. Tie Amerikanerin ist inzwischen aus Paris hier eingetrossen und als Baronin Dobrowolski-Donncrsmarck in einem Hotel abgcstiegen, wo Konrad wiederholt erschien und wo mehrere Besprechungen stattfanden.

Wien, 28. Aug. Reservisten deS in Kremstadt garni- sonierenden 5. Pionierbataillons haben auf der Straße bei Matern eine Frau vergewaltigt und ermordet. Die Schuldigen sind verhaftet.

Riga, 28. Aug. Bei Zarnikau in Livland wurden fünf längst gesuchte Räuber nach einem mißlungenen Raub- versuche gefangen genommen und, als sie einen Fluchtversuch machten, alle fünf erschossen.

Petersburg, 27. Aug. Heute abend fand im Lager von Peterhof erine Trauer messe für den ermor­deten General Minn statt. Ter Kaiser und die Kaiserin wohnten der Feier bei. Anwesend waren ferner Großfürst Nikolaus, die hohen Würdenträger nud Abord­nungen der Garderegimenter. Das Leichenbegängnis wurde auf morgen nachmittag festgesetzt. Das Regiment Sscme- nowitsch erhielt mehrere anonyme Briefe, in denen für den Tag der Beerdigung Attentate angedroh-t werden.

Petersburg, 28. Aug. Einem hohen Staatsbeamten schil­derte Stolypin die Eindrncke, die er während des Bom- be.n - A t t e u t a t s hatte. Darnach befand sich der Premier- Minister in seinem Arbeitszimmer, als im Empfangszimmer sehr laut gesprochen wurde. Stolypin wollte gerade die Tur öffnen, um nach der Ursache des Streites zu forschen, als die Ex­plosion erfolgte. Sein erster Gedanke galt seiner Familie. Er blieb einen Moment still vor Schrecken stehen, als er den Balkon herabstürzen sah und mit ihm seine Kinder und die Wärterin. Stolypin blieb völlig unversehrt, nur das Tintenfaß flog ihm gegen den.Hinterkovf, ohne ihn zu verletzen. In seinem Kabinett wurden die Vröbel teilweise zertrüm­mert, doch sind alle wichtigen Papiere unbeschä- d i g t ^geblieben, ebenso alle Aktenstücke in dem nebenan befind- stchen Sekretariat. Wie der Premier weiter'erzählte, wurden beide Attentäter in der Uniform von Gendarmerie-Offizieren vom Gene­ral Samjatin angehalten, weil sie Fellmützen trugen, was un- vorschriftsmäßig ist. Samjatin verweigerte ihnen deshalb, nichts Gutes ahnend, den Eintritt in das Kabinett des Ministers. Wäh­rend des Wortwechsels ließ einer der Attentäter eine von ihm in der Hand gehaltene Rolle fallen, worauf die Explosion erfolgte. Ein Arm dieses Mannes wurde weit weg im Garten des Land­hauses gesunden. Stolypin ist wieder vollkommen gefaßt und fest entschlossen, seine Pflicht weiter zu erfüllen und zwar aus der eingeschlagenen Bahn. Das in Drostenhof, wo bekannt­lich Revolutionäre einen Gendarmen ermordeten und sonstige Greueltaten verübten, eingetroffene Kosaken-Strafkorps, hat drei Räuber auf der Stelle hi n g e r i cht e t. 40 er- hielten Knutenhiebe.

Bi»»anHfichtli«be Witlernna in Hessen für Mittwoch, den 29. August: Veränderliche Winde, vielfach heiter, trocken, etwas wärmer.

Angeborene

Lebensschwäche

1

Altersschwäche Croupöser

1

1

Llmgenentzündung

1

1

Rippenfellentzündung Katarrh. Lungen­

1

1

entzündung

1

Herzfehler

1

1

Krämpfen

1

.

Wasserkopf

1(1)

Brechdurchfall

5

Darineinklemmung Bliitddarm-

1 (1)

1(1)

entzündung

KD

1(1)

Nierenschnunpsung

1

1

Krebs

Unbekannter

KD

1 (1)