Ausgabe 
25.10.1906 Erstes Blatt
 
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j Ausschußarbeiten fommcn, bcoor die

Schlußbestimmungen treffen, i .-i mcl)': bieten. Immerhin

Sperrsitzreihen begnügen.

** Gewerbeschiedsgerichte. Schon verschiedent­lich ist auf Versammlungen von OrtsgewerbSvercinen die ftrnge behandelt worden, ob nicht zur Schlichtung gewerb­licher Streitigkeiten ständige Schiedsgerichte durch die Gewcrbevercine eingerichtet werden könnten in der Weise, wie es bei Innungen möglich ist. Letzteren steht nämlich eine derartige Befugnis auf Grund des § 81 b, Ziffer 4 der Gewerbeordnung zu. Die Fange bezüglich der Verleihung eines ähnlichen Rechts an die Ortsgewerbe­vereine wird n. d.Darmst. Ztg." verneint werden müssen, da die Gewerbeordnung keine Grundlage für den Erlaß einer solchen Anordnung bietet. Die Ziele, die von den Ortsgewerbevereinen bei ihren Wünschen verfolgt werden, lassen sich iedoch auf Grund des Gewerbegerichtsgesetzes erreichen. Die interessierten Vereine werden am zweck­mäßigsten bei den zuständigen Kreisämtern die Errichtung von Gewerbegcrichten für die betreffenden Kreise oder Teile derselben anregen. Die Kreisümter sind bereits durch frühere ministerielle Verfügung angewiesen, der Errich­tung solcher Gerichte ihre besondere Auftnerksamkeit zu schenken und sie werden den Wünschen der Gewerbetreiben­den sicher entsprechen, sobald man ihnen die Notwendig­keit solcher Gerichte nachweist.

* Die ortsanwesende Bevölkerung des Groß­herzogtums Hessen belief sich nach dem endgiltigen Er­gebnis dcrVolkszählung vom 1. Dezember 1905 auf 1 2 0 9 17 5 Personen. Der Zuwachs beträgt demnach in fünf Jahren 90 196 gleich 8.00 Proz. Die Städte über 10 000 Ein­wohner sind Mainz 91 179, Darmstadt 83 123, Offenbach 59 765, Worms 43 841 und Gießen 28 769.

Fürsorgekasse für Gemeindebeamte. Im Ausschuß der zweiten hessischen Kammer für die Verwaltungs- rcsorm wurde mitgetcilt, daß die Vorstellung der Orts­und Polizeidiener, die am 11. Februar zu Darmstadt bcschloffcn wurde, von der Negierung in der allernächsten Zeit beantwortet und wahrscheinlich durch eine in Aussicht stehende NegicrungSvorlage betr. die Bildung einer Fürsorge­kaffe für Gemcindebeamte im Sinne der Orts- und Polizei- diener erledigt werden soll.

-f- Hochelheim, 24. Okt. Unsere vergrößerte und renovierte Kirche ist setzt vollendet und am Sonntag fand uücder zum ersten Male Gottesdienst darin statt. Im nahen Hörnsheim wurden am Sonntag die neuen Glocken eingeweiht; sie wurden in Kaiserslautern gegossen.

() Nordeck, 24. Okt. Frau W. M o l i n e u s verkaufte das ibr seit 10 Jahren gehörige Schloß und Gut Nordeck an die Herren S. Strauß^Marbura, M. Wolff-Marburg und D. Stern-dLordeck für 400 000 Mark. Das Gut, ea. 500 Acker groß, ist seit einigen Jahren im einzelnen verpachtet. Der dazu ge­hörige Wald, 88 Anteile, ist Jnteressentenwald. Wie man hört, beabsichtigen die Käufer das Gut zu varzellieren.

Aus der Wetterau, 24. Okt. Das massen­hafte Auftreten der Feldmäuse war im bald ver­flossenen Herbst zu einer Plage geworden, besonders großen Schaden haben sie ein den Hackfrüchten angerichtet. Infolge des gelinden Wetters sicht man die Mäuse jetzt noch scharen­weise auf dem Felde und befürchtet für die Winteranssaat. Es ist deshalb in einigen Gemeinden behördlicherseits gestatte worden, auf den Aeckern zur Vertilgung der Schädlinge Gift zu legen.

)( Lauterbach, 24. Okt. Ihre goldene Hochzeit be­gingen im Kreise ihrer Familie Schuhmachermeister Dufe­i'er g und Iran, geb. Höck. Beide sind noch sehr rüstig und stehen im Alter von 75 bezw. 72 Jahren. In dem Dorfe H c b l o s beschlossen die Landwirte die Einführung der Feld- bereinigung. In Maar, b?m größten Dorfe unseres Kreises, ist der Lehrer Ritz nach fast 50 jährig er Berufstätig­keit in den Ruhestand getreten; er hat 31 Jahre in Adaar gewirkt. Die gesamte Gemeinde, die Vereine und Vorstände brachten dem scheidenden Lebrer einen Fackelzug und ein Ständ­chen dar. Ritz zieht nach D a r m st a d t.

Vermischtes.

Ein Schiffsunalück. Aus Hamb urg wird uns geschrieben:Am 17. Oktober scheiterte das Segelschiff Catharina" auf hoher See. Nachdem die aus 4 Mann bestehende Besatzung drei Tage ohne Essen und Trinken aufPlanken getrieben war, wurde sie von einem englischen Dampfer nach Hamburg gebracht. Unter der Besatzung ist der Leichtmatrose Fuß aus Gießen." .

* K ö n i g s b e r g i. Pr., 24. Okt. Heute mittag ver,uchte eine etwa 60 Jahre alte Frau dem im hiesigen Schlosse wohnenden Prinzen Friedrich Wilhelm ein An­liegen vorzubringen. Sic gab sich bei dem Doppelposten vor dem Schlosse als eine Prinzessin von 01 b c n t

Heer rriid Flotte.

_ Der Kaiser und die Bensberger Kadetten. Bei seinem Aufenthalt im Rheinlande hat der Kaiser in der vorigen Woche auch die Stadt BenSberg besucht und auf dem dortigen Schloßplatze eine Parade über das Kadetten­korps abgenommen. Die Kadetten ftihrten einen vorzüglichen Parademarsch aus und defilierten in Sektionen an dem Monarchen vorbei, der über ihre Leistungen sichtl>">h freut war. Zum Schluß ließ er die Kadetten ein Karree bilden itnb hielt an sie, wie wir in der .Magdcb. Zig." lesen, folgende Ansprache:

»Meine lieben Kadetten I Der Parademarsch hat mir sehr gut gefallen. Ich wünsche und hoffe, daß ihr bald brauchbare Offiziere und dereinst tüchtige Führer meiner Armee werdet. Denkt daran, was vor hundert Jahren passiert ist! I h r st e h t mir dafür, daß solches nicht wieder vorkommt. Im übrigen könnt ihr jetzt a u \ meine Kosten s o viel Schokolade und Kuchen essen, als ihr Herunterstopsen könnt. Adieu/

Die Zuständigkeit der Kreisgeometer.

Bezüglich der A b g r e n u n g der Znständigkeit der Kreisgeometer haben seither vielfach Zweifel bestanden, die ihren Ausdruck auch in Kl^aen bAr die Vrivatpro'is betreibenden Geo­meter und der sonstigen Interessenten über allzu weite Aus­dehnung des Kreises der allein ben Kreisgeometern zustehenden Arbeiten gefunden haben. Zur Beseitigung dieser Zweifel hat, wie wir derDarmst. Zta." entnehmen, das G^nßh. Ministerium, der Finanzen. Abteilung für Steuerwesen, im Einvernehmen nut Großh. Ministerium d^s Innern die nachstehenden Vorschrif­ten erlassen, die am 1. ds. Mts. in Kraft getreten sind und vom Großh. Katasteramt allen. Geometern zur Kenntnis gebracht wurden: , ,

1. Arbeiten für Private dürfen von den Kreisver- messungsämtern nur auf besonderen Wunsch ber Interessenten, und zwar auf Grund schriftlichen Auftraos derselben ausgeführt werden. Den Kreisverrnffsungsämtern ist es bei Disiivlinar- irofe untersagt, sich für solche Arbeiten mizubieten oder anmeten zu lassen. Dia Gebühren für solche Arbeiten fließen selbstverständ­lich in die Staatskasse. . .

2. Bezüglich der im Interesse her Kreise und Gemeinden vorznnehmenden Arbeiten, die nach Z'ffer 4 der Bekanntmachung, die Einsührung des Instituts der Kreisgeometer nsw betr. vom 19. Juli 1902 von den Kreisvermessungsämtern auszufuhren find, ist das folgende bestimmt:

Als im Interesse von Kreisen, Gemeinden usw. vorgenom­men gelten Arbeiten nicht schon dann, wenn sich eine Vermessung infolge Ausführung eines Privatnnteimehmens nur rn un­tergeordneter Weise zufällig und rein äußer­lich auf Kreis- oder Gemeindegeläude erstreckt, sondern nur dann, wenn bei ihnen der Kreis oder die Gemeinde ,allein oder doch vorwiegend nicht nur als sachliche Interessentin an der Vermessung, sondern auch an dem die Vermessung und Besitzveränderuna bedingenden Unternehmen erscheint.

Eine Kreis- bezw. Gemeindearbeit liegt somit z. B. nicht vor, wenn: ......

a) sich bei Vornahme von Grenzregulierunaen an Grundstücken von Privaten erst hei Ausführung der Vermessung die Not­wendigkeit der Zweckmäßigkeit einer Grenzregulierung mit Kreis- ober Gemeindegelande ergibt:

h) an Gr""dstücken von Privaten z-r besseren Grenzregulierung gegen Wege ober Straßen verhältnismäßig kleine Flächen an Kreis- oder Gemeindeaelände ab- oder zugehen.

Außerdem wird darauf aufmerksam gemacht, daß unter der Vorschrift ber Zfffer 4 jener Bekanntmachung nur dieienigen Kreis- unb Gemeindearbeiten fallen, die sich 'als geometrische darsteUen, d b. die nur von einem patentisierten Geometer borgenommen werden dürfen. Arbeiten, die ihrer Natur nach bestimmungs­gemäß auch von einer nicht als Geometer patentisierten Person, z. B einem Techniker, ausgeiührt werden dürfen, wie Ortsbau- vläne usw.. können von den .Kreisen und Gemeinden somit auch anderen Sachverständigen als den Kreisgeometern übertragen werden. . .

Zweifel über die Frage, ob eine Arbeit im Interesse des Kreises oder der Gemeinde ansgeführt wird, sollen von,Großh. Ministerium der Finanzen, Abteilung für Steuerwesen im Be­nebln mit Großh. Ministerium des Innern, Abteilung für Land­wirtschaft. Hanhel m*b Gewerbe entschieden werden.

Der Fra'"6erhauptmann von Köpenick.

Wie das ,Köpn. Tagebl.* meldet, will man in Könenick selbst eine neue Spur des KaffcnräuberS entdeckt haben. Ein Gärtner teilt mit, daß er vor mehreren Jahren einen Gehilfen beschäftigt habe, auf den das Signalement paffe und dem die Tat wohl zuzutrauen sei. Er habe auch in der Nähe de§ einen Mundwinkels eine anscheinend von einer Verbrennung herrührende Narbe, wie sie der Gastwirt Lange, bei dem der Pseudo-Hauptmann eingekehrt war, an diesem gesehen haben will. Dieser Gehilfe, NamenS Olzewski, hat Köpenick vor drei Jahren verlaßen, wurde aber im Sommer mehrfach in der Umgebung gesehen. Die Polizei sucht jetzt seinen Aufenthalt zu ermitteln.

Die Stadt Köpenick erhöhte die Belohnung auf die Er­mittelung deS Kassenräubers von 500 auf 1000 Mark.

Aus Leipzig kam eine Meldung, wonach der Kasten- räuber gefaßt fein sollte: es handelt sich aber um einen Geisteskranken, der sich der Tat selbst bezichtigt hat. Eine andere Meldung weist auf einen ehemaligen geistes­kranken Offizier hin. DieDortm. Ztg.* will hierüber er­fahren haben, daß ein Berliner Militärarzt nach der Be- fchreibung ded Köpenicker Hauptmanns in ihm einen früheren

Patienten erkannt habe, der Hauptmann war, Veteran deS Krieges 1870/71 und Ritter deS Eisernen Kreuzes sei. Er

Wusstsches.

Ministerpräsident Stolppin erließ au bie OrtS- Lehörden ent Zirkular über die rückständtge Zahl­et n g von Sem stWv - Ab gnb e n auf Ibi Iren. Der Minister erklärt, daß diese Zahlungsrüastande da^ An­sehen der Regierung schädigen und befiehlt, daß die Außenstände sofort mit allen Zwangsmaß­regeln beizu treiben seien. Bei hartttackigem Wider­stand hat die Behörde den Minister zu benachrichtigen, welcher alsdann seine Maßregeln treffen hrirb. ,

Auf Antrag des Finanznvinisters hat der Ministerrat beschlossen, die Verzinsung der von der Bauern- b a n I entnommenen Beträge auf 4Vs Prozent herabzusetzen, was dem durchschnittlichen Zinsfuß der Adelsbank ent­spricht. Diese Maßnahme bildet einen weiteren Schritt tn den Erleichterungen für die Bauern zur Er­werbung von der Regieruna. der Krone und Privatleuten gehörigen'Ländereien. Die den Bauern bewilligte Zinsherabsetzung bedeutet eine Ersparnis von 1 Rubel 25 Kopeken auf je 100 Rubel. Die Anleihen sind für die Dauer von 55 Jahren gewährt. Die der Bank erwachsende Verniinderung des Einkommens wird dem Staatsschätze zur Last fallen.

Am 23. d. M'. fand im Ministerium des Aeußern eine Sitzung der Konferenz für den M'schluß eines Handels- v er träges mit Japan statt.

Ein Korrespondent derVoss. Ztg." hört aus guter Quelle, in maßgebenden Kreisen werde die Ernennung des Grafen Witte zum Statthalter von Polen in Vorschlag gebracht.

Zuverlässigen Meldungen zufolge wird derÄmtr Ztg." aus Paris gedrahtet, Witte habe insbesondere bei Rothschild die größten Anstrengungen gemacht, nm Geld für Rußland zu bekommen. Der Mißerfolg war jedoch vollständig.

Ein von Kursk kommender Postwagen wurde von zehn Räubern überfallen und um 29 000 Rubel beraubt. Die Grenzwache verfolgt die Räuber. In Werchne UdinSk wurde bic Güterstation von zwanzig Räubern überfallen. Doch schlugen die Soldaten von dem bei der Station haltenden Militärzug die Räuber in die Flucht und nahmen sechs von ihnen fest.

Das Mönchskloster Pawlogradsk wurde von räubernden Revolutionären nachts überfallen. Mehrere Mönche wurden auf grausame Weise ermordet. Geld und Wertsachen wurden geraubt.

tofamer und Würdenträger zu seinen Mitgliedern zahlt und Iber angeblich die ,Einv er leibung Oesterrcich- «Ungarns anstrebe. >Der Redner prägt, ob diese Agitation Gtit her Erneuerung^des Dreibundes Vereinbart und ob furcht Abhilfe geschafft werden könnte.

Bern, 24. Okt. Der ViehexssVrt aus der Schweiz nimmt große Dimensionen an. Letzte Woche «wurden Von einem Berner Viehl)ündler 300 Stück Mastvieh nach Berlin, 61 Stück Zuchtvieh nach Ungarn geliefert. Diese ^Woche wurden wieder 20 Wagenladungen Zuchtvieh nach Rumänien exportiert, welche durch Extrazug befördert werden. '__________________

Mainz, 24. Okt. Eine peinliche Ausschreitung eines Stadtverordneten im Theater hat sich, wie das9)1. T." berichtet, ereignet. Der Stadtverordnete und frühere Bierbraucreibesitzer Geb ursch überfiel den früher mit ihm befreundet gewesenen ehemaligen Karnevals­präsidenten Max Weller und mißhandelte ihn in gröblichster Weise. Von Augenzeugen wird darüber berichtet: Während einer Zwischenpause ging der bejahrte Weller aus der Treppe zum Sperrsitz an dem ihm gleichaltrigen Gebürsch vorüber, der ihm ein gehässige? Schimpfwort zurief. Als sieh Weller, jedoch ohne ein Wort zu erwidern, erstaunt umdrehte, stürzte Gebürsch sich auf ihn zu und schlug ihm ohne weiteres ins Gesicht und riß ihm ein Stuck seines VollbartcS aus. Bevor sich Weller, der auS dem Mund blutete, noch von seiner Bestürzung erholt ha tte, war Gebürsch, Schimpsworte auSstoßend, dgvongelaufen. Weller soll sich über Gebürsch wiederholt lustig gemacht und versucht haben, durch Erzählen von allerhand Witzen ihn lächerlich zu machen. Daß Gebürsch zur Abwebr hierfür andere Mittel geboten waren, als im Stadttheater einen solchen Auftritt zu provozieren, bedarf keiner Ausführung.

b. Frankfurt a. M., 24. Okt. Wie die Blätter melden, hat die Strafkammer die Eröffnung des Hauptver­fahrens gegen den Stadtv. ZiclowSki abgelehnt. Bekanntlich hatte die Staatsanwaltschaft auf Antrag der Stadtverordncten-Versammlung gegen Zielowski Anklage wegen Beleidigung erhoben. Es sollte damit ZielowSki die Möglichkeit gegeben werden, das Bcweismaterial für seine Beschuldigungen, das er dem Senioren-Konvent der Stadt- verordneten-Versammlung vorenthielt, vor einer richterlichen Behörde vorzulegen. Der Inhaber der Blücher-Apotheke, Edgar Rüdel, wurde heute früh in seiner Wohnung, Gut- leutstraße 102, erschossen aufgcfunden. Er hatte die Apotheke erst vor drei Wochen übernommen. Die Tat ist anscheinend gestern abend erfolgt. Nervöse Ueberreiztheit dürfte die Ursache sein. Rüdel ist unverheiratet und 50 Jahre alt. Der 24 jährige unverheiratete Knecht Bernhard Brehm war von dem Fuhrunternehmer Emil Fischer in Rödelheim wegen häufiger Trunkenheit und Bedrohung entlasten worden. Als er gestern sein Backsteinfuhrwerk sah, welche? sein Nach­folger leitete, schwang er sich auf den Wagen, um den neuen Knecht herunter zu reißen. Dieser setzte sich zur Wehr und schlug mit dem Peitschenstiel auf seinen Gegner ein. Brehm fiel vom Wagen und geriet unter die Näder. Der Kopf wurde ihm vollständig zerquetscht, sodaß der Tod sofort eintrat. Der Knecht Wenzel soll lediglich in Notwehr ge­handelt haben. Er wurde vorläufig in Haft genommen.

[] Marburg, 24. Okt. Privatdozent Dr. Paul Menzer auS Berlin wurde zum a. o. Professor der Philo­sophie an der hiesigen Universität ernannt. Heute fand in der lutherischen Kirche hier die von etwa 200 Geistlichen und Synodalen besuchte diesjährige Diözesen-Synode für das kurhessische Oberhessen statt. Vielfach wurde über die überhandnehmenden Festlichkeiten und Vereine Klage geführt.

R. B. Darmstadt, 24. Okt. Der Verwaltungs­revision saus sch ich der zweiten Kammer hat die Durchberatung des Gesetzentwurfs, betr. die Städteord- soll mebrfad, in irrenärjttifte Behandlung, aber mich schon nung, wieder um ein bedeutendes Stück vorwärts gc- mit den. Streiken in Konflikt gekommen sein. Der geisieg. bracht Et am b.s Artikel 138 d-r Vor age nnd hat damr kranke Mner sei seit der Köoenicker Affaire ans seinen, dis. d.e An stml w.wt.gsten g»^ dw Kgp^uber

berigcn Aufenthaltsorte verschwunden. Die Dresdener 120 des Gesetzentwurfs, ber die Tätigkeit und die

Spur scheint hinfällig zu sein. Der Schreiber Sch. dienstliche Stellung des Bürgermeisters und der Beigeord- komme, wie jetzt die dortige Polizeidircktion bekannt gibt, als neten behandelt, wurde zwecks gleichzeitiger Beratung mit Täter nicht in Betracht. der neuen, dieser Tage von der Regierung vor gelegten

In militärischen Kreisen gebt das Gerücht um, der Magistratsversassung vorläufig zurückgestellt. Ist über diese Kaiser beabsichtige bei der Rekrutenvereidigung eine Kabi- Materie im parlamentarischen Ausschuß endgültig Klarheit nettSordre zu erlösten, in der neue Bestimmungen erlassen geschaffen, so dürften die weiterer: vier ^tel ber' got age werben, wodnrch Vorgänge a la Köpenicker Rat- dw Verwaltung des s adtgchen Vermog-Nn dw stadt.schen ..... c Umlagen, besonderen Ausschläge, Abgaben UNO cvcvuyren, hauSbesatzung durch M'lltarpersoen unmoglreh bU staatliche Oberaufsicht über die städtische Verwaltung gemacht werden sollen. Die herrschenden Beltmimungen handelrr und endlich näber "*Li..............

betreffs Verhaftung von Zivilpersonen durch Militär im leine wesentlichen Scistch.i g Frieden sind indes so klar, daß sie Erläuterungen nicht be- aber wird trotz der eifrig u'f dürfen. Da den Kaiser der Köpenicker Vorgang natürlich das zweite Drittel deS Nov______ ,

unliebsam berührt haben wird, so ist es freilich nicht auSge- gemeinsamen Beratungen mit der ticgicrjina ihren Anfang schloffen, daß Sorge getragen wird, den Mannschaften die be- nehmen können.

treffenden Bestimmungen genau in JnstruktionSstunden klar- zulegen.

21 us Stadt und Land.

Gießen, 25. Okt. 1906.

" Ordensauszeichnung. S. K. H. der Groß- Herzog haben dem bisherigen Polizeidiener Karl S ch m i t t III. zu Lollar das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift Für treue Dienste" verliehen.

In Audienz empfangen wurde von S. K. H. dem Großherzog am Mittwoch u. a. Leutnant Herrn. Riedesel Freiherr von Eisenbach vom 2. Großh. Dragoner- Regiment Nr. 24.

KreiSamtSpersonalien. S. K. H. der Groß­herzog haben den KreiLamtmann bei dem Kreisamt Gieß e n Dr. Paul Wörner zum Ministerialsekretär im Mi­nisterium deS Innern, und den Ministerialsekretär bei dem Ministerium deS Innern Dr. Nikolaus Reinhart zum KreiSamtmann bei dem KreiSamt Mainz ernannt.

Znm Kurdirektor in Bad Nauheim wurde von S. K. H. dem Großhcrzog Major a. D. Freiherr Wilhelm von Starck ernannt.

" Theaterverein. Um einem zu späten Schluß der Aufführung deS .Graf Essex" am Freitag vorzubeugen, wird die Vorstellung mit dem Glockenschlag 8 Uhr beginnen. Die Besucher werden gebeten, ihre Plätze schon vor 8 Uhr einzunehmen. Etwa zu spät Kommende wollen sich bis zum Schluß des ersten Akts mit einem Stehplatz hinter den