Erstes Blatt
ISS. Jahrgang
Ichivers.-Buch-u. btucteret. tk. L
General-Anzeiger
Lange.
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Donnerstag Ä5. Oktober 1906
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Rotationsdruck u. Ver-
5>ie heutige Yummer umfaßt 8 Seiten.
Hraf FosadowsKy und die Ileischteuerung.
Aus einer oborhessisch en Stadt Wird uns geschricbenr
Die „Dtsche. Tagesztg." ist bei ihrem Bestreben, eine Oeffnung der Grenzen zur Einführung von Schlachtvieh hintanzuhallen, auf einen seltsamer: Einfall gekommen. Sie rechnet mit der Möglichkeit, daß der Staatssekretär Gras Posadowsky aus seiner Reserve bezüglich der Fleisch- teuerung heraustreten werde, da die feinem Ressort unter- stelUen Alterst und Invalidenversicherungs- an st alten eine Unterernährung des Volkes infolge der andauernd hohen Fleisch preise und damit eine frühzeitige Jnaktivität der Arbeiter konstatieren. Das Blatt sucht nun eine entsprechende Stellungnahme des Staatssekretärs zur Fleischteuerungsfrage von vornherein dadurch unmöglich zu machen, daß es ihm unterstellt, er sei viel zu gut unterrichtet, um tatsächlich zu glauben, daß durch eine Einschränkung des Fleischgenusses eine Unterernährung des Volkes herbeigeführt werden müsse. Wenn er aber nicht in diesem Sinne unterrichtet wäre, — und beiläufig die Belehrung durch das Organ des Bundes der Landwirte ablehnen sollte —, dann werde er doch kaum Neiaung verspüren, sich in einen gewissen Gegensatz zur Poirtik des Reichskanzlers und der preußischen Regierung zu stellen.
Deutlicher «ist wohl selten ein Druck aus ein Mitglied der Regierung versucht worden, als es hier geschieht. Wir wissen nicht, ob der Leiter der „D. T.", der frühere Reichstagsabgeordnete Dr. Derlei, aus persönlicher Erfahrung über die Wirkung eingeschränkten Fleischgenusses aus den Ernährungszustand urteilt. Jedenfalls ist Dr. Oertel wirtschaftlich so gestellt, daß ihn die Höhe der Fleischpreise nicht sonderlich anfechten dürfte. Ungezählte Tausende im Volk befinden sich aber nicht in der sozialen Lage des Dr. Oertel, und es handelt sich hier keineswegs nur um Arbeiter, denen immer die „Lohnerhöhung" entgegengehalten wird. Der ganze M.ittelstand, die Beamten, Handelsangestellten, Gewerbetreibenden 2c. spüren die Folgen der Fl e i s ch t e u e ru n g in ihrem Haushaltsbudget. Mur wird von der an hohen Viehpreisen interessierten Seite jeder Einwand bekämpft durch Hinweis auf die „Gefährdung des Gesundheitszustandes des heimischen Viehbestandes". Nicht mindere Beachtung verdient aber wohl die durch Einschränkung oder gar Aufgeben "des Fleischgenusses bedingte Gefährdung des Gesundheitszustandes großer Bevölkerungsschichten; liegt doch ganz besonders ihn Staatsinteresse die kräftige Ernährung der Heranwachsenden Generation. Die kinderreichsten Familien weisen eben bekanntlich Mittel- und Arbeiterstand auf.
Alle diese Dinge sind dem Grafen Posadowsky wohl bekannt. Der Staatssekretär ist nicht ein Sozialpolitiker des grünen Tisches, er kennt das wirkliche Leben; er weiß — von seinen Beziehungen zum Beamtenwohnungsverein her — um die bedrückte wirtschaftliche Lage der mittleren und unteren Beamten; er kennt das Elend in vielen Arbeiterkreisen, namentlich in den Familien, die aus der kümmerlichen Entlohnung der Heimarbeit ihr Dasein fristen; es kann ihm nicht zweifelhaft sein, daß für alle diese Leute unerschwingliche Fleischpreise eine Einbuße an Arbeitskraft bedeuten, da im Klima Deutschlands Fleischkost für ausreichende Ernährung unentbehrlich ist. Allerdings sind dem Staatssekretär auch die Sorgen der Landwirtschaft bekannt, er dürste sich in agrarischen Dingen mindestens ebenso auskennen als Dr. phil. Oertel, der sich früher von Berufs wegen mit der theologischen und historischen Wissenschaft beschäftigt hat.
Zwar hat die Berlmer Regierung noch einen agrarischen Sachverständigen, den preußischen Landwirtschaftsminister v. Podbielsri. Er gilt vielen als Autorität. Es ist begreiflich, daß dieser Minister die Dinge durch die agrar. Brille betrachtet. Ein Staatsmann har aber vom Standpunkt des Interessenausgleichs zu urteilen. Deshalb ist es wünschenswert, daß der „Sozial-L-taatssekretär" Graf Posadowsky als Repräsentant der Interessen der breiten Masse des Volkes dem preußischen Landwirtschaftsminister im Bundesrat entgegentritt — auch wenn es die „Dtsch. Tagesztg." nicht erlauben will —, damit die Unbill der Fleischteuerung, diese Gefahr für die deutsche Volkskraft und Leistungsfähigkeit, mit Beschleunigung abgesiellt wird.
Eine Regierungsstimme zur Acrgaröeiter- öewegung.
Wie die NeichSregierung den Forderungen der Bergarbeiter int Ruhrreoier gegenübersteht, das märe recht schön aus den Auslassungen der „Nordd. Allg. Ztg." vom Samstag zu ersehen gewesen — wenn eben dieser so kräftig für die Arbeiter cintretende Artikel sonderbarerweise nicht alsbald als Privatleistung der Redaktion des offtziösen Blattes erklärt worden wäre. Heute nun enthält die „Nordd. Allg. ßtg." nochmals einen Beitrag zur Bergarbeiterbewegung. Dec neue Artikel stammt unzweifelhast aus einem amtlichen Bureau, aber wer da glaubt, Klarheit über die Haltung der Negierung zu gewinnen, tvird enttäuscht.
Die „Nordd. Allg. Ztg." drückt den Wunsch aus, daß, nachdem nunmehr der Bergbauliche Verein gegen die Behandlung von Fragen, die das Arbeitsverhältnis einschließlich der Lohnbcdin- gungen betreffen, in Gemeinschaft mit den berufenen Arbeiterorganisationen sich '.acht mehr ablehnend verhalle, 0 0 it Seiten der Arbeitgeber die Forderungen der Ülrbeitcr wohlwollend g epr ü f t und, soweit sie berechtigt und d u r ch f ü b r b a r bH erfüllt luevöctt, daß
andererseits die Arbeiter bei der Vertretung ihrer Interessen den tatsächlichen Verhältnissen Rechnung tragen.
Im Anschluß hieran gibt sie eine ihr zugegangene Darlegung der einzelnen zur Erörterung stehenden Punkte. Danach handle es sich, von der Beseitigung der sogenannten Sperre, sowie dem hebet- und Nebenschichlenwesen abgesehen, um das Verlangen einer sünfprozentigcn Lohnerhöhung. Daß eine derartige gleichartige prozentuale Lohnerhöhung für mehrere Reviere und für sämtliche Arbeiterkategorien sämtlicher Zechen u n d u r ch f ü h r b a r ist, liege für jeden Kenner der Verhältnisse mit der Hand. Die Grundsätze der Lohnpolitik und die die Lohnbildung beeinflussenden Verhältnisse seien so verschiedene, daß eine gleichartige Behandlung der Frage der Erhöhung ausgeschlossen sei iind nlw von einer A u s g le i ch u u g, nicht aber von einer gleichmäßigen prozentualen Erhöhung die Rede fein könne.
Die Ziischrift folgert demgemäß, daß tatsächlich nur die e i n z e 1 n e n Z e ch e n mit ihren Belegschaften in Verhandlungen über Lohnregulierung eintreten können, vorausgesetzt, daß die Voraussetzungen einer allgemeinen Neuregelung der Löhne nach oben überhaupt vorlägen.
Die Frage, ob der A n t c i l der Ruhrbergleute an den materiellen Erfolgen der Konjunktur u n z u - r eichend sei, werde bejaht unter Himveis auf den Lohnanteil an dem Gcsanitertrage des Steinkohlenbergbaues im Cbctbevg- amtsbezirk Dortmund. Zahlen rechtfertigen jedoch den gezogenen Schluß nicht. Berücksichtige man das und dies und dies und das Mid noch anderes, so werde man verstehen, daß die Zechen iüd)t mehr als eine der Konjunktur folgende Auswärlsregulicrung der Gedinge in Aussicht stellen können, dagegen ivird im Interesse des Friedens von den Zecheiiverwaltimgeii ertvartct iverden müssen, daß sie in versöhnlicher, entgegenkommender Form mit den Belegschaften verhandeln nnb ernstlich bestrebt sind, etwaige Uneben« heilen in den Löhne n, besonders den Schichtlöhnen, a u s z u g l e i ch e ii.
Charakteristisch und für die Beurteilung der Verhältnisse von Interesse dürfte es sein, daß die Zechen, die Ueber- nnb Dieben- schichten nicht verfahren lassen, über Abivanderung der Arbeiter nach solchen Zechen klagen, bei denen diese Beschränkung nicht besteht. Der Drang d e r A r b e i t e r, z u verdienen, ist eben st ärk er, als das Drängen der Arbeiterführer aiif Beschränkung des Ueber- und N e b e ii s ch i ch t e n w e s e n s. Was die Siebenerkomniission anlantze, so sei im Ruhrrevier höchstens d i e H ä l f t e d e r A r b e i t e r 0 r g ft n i j i e r t, in den anderen Revieren, besonders int Saarrevier, noch weniger; man könne es daher dem Bergbaulichen Verein schon aus diesem Grunde nid)l verdenken, wenn er die Komniission nicht als berufene Vertretung der gesamten Bergarbeiterschast anerkenne.
Ter Artikel der „Nordd. Allg. Ztg." schließt: Mit deut letzleii Beschluß des Bergbaulichen Vereins ist der Weg zum Ausgleich der Gegeiisätze beschritten. Auf beiden Seiten wird man von denl Be-- wußlfein beseelt fein müssen, yon welcher ernsten Tragweite für das ivirlschaftliche Leben in unserem Vaterlande die Uiiterbrechuiig der Kohlenförderung sein würde. Es ist zu hoffen, daß Al n ß i g u n g a ii f Seiten der Arbeiter und Wohlwollen aus Seiten der Arbeitgeber die Gefahren eines Streiks a d tv e n d e n werden.
Die „Zuschrift" wird wohl der Bergmeister Engel verfaßt haben, der bei der letzten Bergarbeiterbewegiing sich so lebhaft der Unternehmerintercssen annahm und jetzt ins preußische Handelsministerium berufen ist. Die Negierungsstimme aber, die den Arbeitern „Mäßigung" und den Arbeit- gebern „wohlwollende Prüfung" empfiehlt, wendet sonst für eine rechtzeitige Vermittlung in dieser für die Industrie und den PrivathaiiShalt so ungeheuer tvichtigen Angelegenheit nichts auf? Morgen, Freitag, bereits treten die Vorstände der Bergarbeiterverbände und die Siebenerkommission zusammen. Bisher sind Lohnerhöhungen nur ganz vereinzelt zugestanden. Danach ist es leider wahrscheinlich, daß eine in hohem Grade nachteilige Unterbrechung der Kohlenförderung eintreten wird. Eine Hoffnung besteht nur noch darin, daß die Arbeiter nicht sofort streiken, sondern den Vertrag kündigen. Diese Frist müßte unverzüglich zu einer Vermittlung genutzt werden.
Lotttssche Sagesschan.
Baron Aehrenthal.
Aus Wien, 14. Okt., wird uns geschrieben:
Seit die Stellung des Grafen Goluchowski als Minister des Aeußern und Vorsitzenden im gemeinsamen Ministerrate der habsburgischen Monarchie für erschüttert galt, wurde unter den Kandidaten seiner Nachfolge der Botschafter in St. Petersburg, Baron Aehrenthal, genannt. Und man erzählte sich, daß er damit beschäftigt sei. Unterricht in der ungarischen Sprache zu nehmen. Zn St. Petersburg hat er den größten Teil seiner Laufbahn, vom Attache beginnend,- zugebracht, und als Botschafter in hervorragendem Maße mitgewirkt an dem guten Einvernehmen zwischen der Monarchie, die er vertrat, und der, bei der er beglaubigt war. Jetzt hat er die Nachfolge des Grasen Goluchowski angetreten.
_ Alohs Leopolo Baptm Frecherr Lexa von Aehrenthal wurde 1854 geboren als der älteste Sohn des in Böhmen mit großem Grundbesitze angesessenen Freiherrn Johann Baptist Lexa von Aehrenthal. Der Reichtum der Familie wurde begründet durch Johann Anton Lexa von Aehrenthal, der als Besitzer einer Kotton-Fabrik in Prag 1790 den böhmischen Adel und 1792 den Reichsrittersrand erhielt. Dessen Sohn, Vizepräsident des Apellationsgerichtes zu Prag, Oberst-Hoslehensrichter in Böhmen, Mähren und Schlesien, wurde 1828 Freiherr. Er war der Großvater des Botschafters.
Baron Aehrenthal ist seit 1902 mit der Gräfin Pauline Szächenyi in kinderloser Ehe verheiratet; seine Gemahlin ist eine Tochtek des Grafen Julius Szächenyi, früheren Ministers a latere.
In politischer Beziehung hat Baron Aehrenthal bisher noch nicht Gelegenheit gehabt, öiientlich in den Vordergrund der Geschehnisse zu treten. Man rühmt ihm, bei persönlichem Ehrgeize, eine große diplomatische Gewandtheit, verbindliches Wesen und gute Formen nach — Eigenschaften, die allerdings für einen Diplomaten seines Ranges eigentlich nur Selbstverständlichkeiten sind.
Der Kaiser Franz Josef stattete dem Grasen Goluchowski persönlich einen Besuch ab und verlieh ihm die Brillanten zum Stephansorden. Tie Vereidigung des Barons von Aehrenthal findet heute statt.
Im Avgeoroneienhause erklärte heute Ministerpräsident Freih.
v. Beck zu der Demission des Ministers des Aeußeren, daß Goluchowski seine Temission in freier Entschließung gegeben hat und baß keine Meinungsverschiedenheiten zwischen beiden Regierungen und dem Ministerium des Aeußeren in einer dem Gebiete der allgemeinen Angelegenheiten angehörigen Frage im Spiele war. Der Kurs unse rcr a u sw artigen Politik wird trotz des Personenwechsels keine neue Richtung einschlagen. Wir werden nach wie vor eine F r i e d e n s m 0 n a r ch i e fein, die ihre,wichtigste Ausgabe darin erblickt, durch Förderung aller Friedensoestrebungen den materiellen und kulturellen Interessen, die unsere Zeit bewegen, Spielraum zu voller Entfaltung zu gewähren. Wenn schon ans diesem Grunde der D r e i b u nd, diese vornehmste Bürgschaft des europäischen Friedens, auch fernerhin die tragende Säule unserer auswärtigen Politik bleiben wird, so werden wir bestrebt sein, dazu noch weitere Friedensgarantien durch die Pflege freu 11 d- schaftlicher Beziehungen zu den a nd e r cu Mächten wie auch zu den Balkan ft aalen zu schaffen.
Die ungarische Regierung erklärte, daß sie an den neuen Minister des Aeußeren keine anderen Forderungen stellen wolle als jene, die auf den gesetzlichen Bestimmungen des Ausgleichs von 1867 beruhen.
Deutsche» Resch.
Berlin, 24. Okt. Im Anschluß an die gestrige Parforcejagd in Töberitz waren bei dem Kaiser zur Abend- tafcl geladen der Master General ä, la suite Graf Hohenau und fein Vertreter Graf Spee, Generaladjutant v. Scholl, Oberslallmeister Jrhr. 0. Reisbach und Rittmeister v. Holtzing. — Heute vormittag hörte der Monarch die Vorträge des Chefs des Zioilkabmetts Wirkt. Geheimrats Dr. v. Lucanus und des Staatssekretärs Krätke und empfing den öster.-ungar. Feldzeugmeister Grafen Beck.
— Frhr. v. d. Goltz, der kommandierende General de§ 1. Armeekorps, wird der Londoner »Finanz-Chronik" von einem Berliner Mitarbeiter als Kandidat für den Posten des Reichskanzlers genannt, falls dieser aus Gesundheitsrücksichten sich nicht würde im Amte halten können. Es wird hinzugefügt, daß in einer Kanzlerschaft v. d. Goltz nach hohen Aeußerungen „ein Geschenk an die deutsche Intelligenz" zu erblicken sein würde. Ohne uns die Kombination zu eigen machen zu wollen, wollen wir doch nicht verfehlen, sie einfach zu registrieren.
— Vorbesprechungen über die allgemeine politische Lage und über die nächsten Arbeiten des Reichstages wird der^eichskanzler Fürst Bülow in einigen Tagen mit einigen parlamentarischen Führern abhalten.
— Eine für hellte abend vom Grafen Pückler einberufene Volksversammlling wurde nach kurzer Dauer polizeilich aufgelöst. Stach beleidigenden Ausfällen gegen den preußischen Richterstand aus Anlaß der jüngsten Gerichtsverhandlung gegen den Grafen versuchte er, die Person des Kaisers in den Kreis seiner Kritik zu ziehen. Als der Redner schwere Beleidigungen gegen den neu ernannten Kolonialdirektor Dernburg aussprach, verfiel die Versammlung der Allflösung.
— Die Königl. bayerische Kreisregierung der Pfalz hat, ivas viele heute besonders interessieren dürfte, schon vor Jahren die Wahl eines Sozialdemokraten zum ersten Adjunkten der Stadt Ludwigshafen a. Rh. bestätigt.
Nürnberg, 25. Okt. Der „Fränk. Kur." weiß zu inelden, daß die kleine Pia Monica, die Tochter der Gräfin Montignoso, weder bei derMlitter bleiben, noch an den Dresdener Hof kommen soll. Man will sie in einer altadeligen, katholischen, dem sächsischen Hofe nahestehenden Familie in Bayern unter ganz besonderer Aufsicht erziehen und für das Klosterleben vorbereiten lassen.
Ausland.
Paris, 24. Okt. In der heutigen Sitzung des Internationalen Kongresses zur Bekämpfung des Mädchenhandels entspann sich über die Frage der Verträge der Sängerinnen eine längere Diskussion, an der sich Major Wagner, Pastor Maltzen, die Fürstin von Erbach und Saburoff beteiligen. Ter Kongreß fordert die nationalen Komitees auf, von den Behörden die lieber- wachung und Unterdrückung der unsauberen Machenschaften solcher Theater- und Konzertagenten, sowie solcher Lokale, die unter dem Vorwand, künstlerische Zwecke zu verfolgen, nur der Prostitution dienen, zu verlangen. Darauf wuroe der Kongreß geschlossen.
— Bei Besprechung des neuen Kabinetts sagt der „Gaulois": Wir glauben nicht, daß Clömenceau ein Diktator sein wird, aber man darf trotzdem mit Recht befürchten, daß er eine Diktatur herbeizuführen sich bemühen wird. „Eclair" ist derselben Ansicht. Tie „Lan- terne" erwartet vom neuen Kabinett ein offenes radikal- sozialistisches Proaramm.
Wien, 24. Okt. Heute nachmittag wurden die parlam. Mitglieder des Ministeriums vom Kaiser in Audienz empfangen. Wie verlautet, sollen sie nachdrücklich daraus aufmerksam gemacht worden sein, daß der Kaiser auf eine rasche Erledigung der W a h l r e f 0 r m großes Gewicht lege.
— Dem „N. K.-B." zufolge wurde der Reichskriegs- mrn r st er v. Pittr eich auf seine Bitte unter gleichzeitiger Verleihung des Großkreuzes des Stephansordens von fernem Drenstposten enthoben. Zu seinem Nachfolger wurde der Minister der Landesverteidigung, Schönaich, ernannt und ihm gleichzeitig das Großkreuz des Leopoldordens verliehen.
- . Abgeordnetenhaus
Lntcr??rJlcrteJ"atEed die Regierung bezüglich des all- deutsch en Verbandes, der zahlreiche deutsche Staats-^


