Ausgabe 
26.6.1906 Zweites Blatt
 
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besichtigt und sodann zu Schiff die Fahrt nach Hamptoncourt nngetreten.

Nach einer genußreichen Fahrt stromabwärts trafen die Vertreter der deutschen Presse um 8 Uhr abends in Hampton Court ein, wo ihnen derAnglo-German Courier" und die Review of Reviews" ein Diner im Freien gaben. Der Erzbischof von Can.tcrbury hat an die Vertreter der deutschen Presse ein Schreiben gerichtet, in dem er sagt: Jeder wohlbedachte Schritt, der gemacht werden kann, um die Harmonie und die Zuneigung zwischen England und Deutschland zu fördern, hat meine herzliche Mitwirkung und Unterstützung."

Deutfch-Ostirfrika.

Nach einem Telegramm des Gouvernements von Dcutsch- Ostafrika melden Major Johannes und Freiherr v. Wangen­heim, daß die Operationen gegen die Landschaft Maendc seit 11. Juni erfolgreich beendet seien. Der Gesamtverlust des Gegners beträgt 36 Tote, 546 Gefangene. Diesseits fielen 5 ASka riS und 15 Farbige wurden verwundet. Die Aufständischen wurden in zwei Gruppen zersprengt, die Unterwerfung hat begonnen. Oestlich verfolgen v. Wangenheim, v. Schönberg und Graf v. Seyboltstorff, westlich verfolgen mit Schabruma und dem Anhang Major Johannes und der Oberleutnant von der Marwitz den Feind. Wangcnheim sollte nach der Einrichtung des Postens bei Mponda nach Mahenge zurückkehren, uni die dortige Station zu übernehmen. Styx, der am 17. Juni in Kondoa-Jrangi eintraf, stellte die Verbindung mit Freih. v. Reitzenstein her.

Kolottialpofi,

Aus Anlaß des gegen zwei Kolonialbeamte ein­geleiteten Strafverfahrens haben, wie dieFrs. Ztg." bestätigt, in den Räumen der Kolonialabteilung Durch­suchungen stattgefunden. Ebenso sind in den Privat­wohnungen verschiedener Beamten polizeiliche Haussuchungen abgehalten worden. Zu der Unters uchunqsange- legenheit im Kolonialamt sind dieHamb. Nachr." in der Lage, weitere Einzelheiten zu melden. 9(m Samstag haben bei den Beamten des Amts, gegen die das von der Staatsanwaltschaft eingeleitete Ermittlungsverfahren sich richtet, polizeiliche Durchsuchungen stattgefunden. An die Durchsuchungen im Amt selbst schlossen sich Haus- suchungen. Das Ergebnis ist noch nicht bekannt. Das Verfahren richtet sich zunächst gegen die Beamten, denen der Ge­heimbericht dienstlich zugänglich gewesen ist. Darunter befindet sich keiner der höheren Beamten des Amtes. Bereits seit einiger Zeit bestand kein Zweifel darüber, daß irgend ein Bureau- oder Kanzleibeamter bemüht war, Material zur Diskreditierung der eigenen Behörde zu­sammenzubringen. Aus diesem Anlaß schwebten längst polizeiliche Ermittelungen, als durch die Veröffentlichung des Geheimberichts sofortiges Einschreiten notwendig wurde.

Delegiertentag der Kricgcrkameradschaft Haffia.

(Original-Bericht des Gießener Anzeigers.) "Sprendlingen, 24. Juni.

Gemäß dem Beschlüsse des vorletzten Delegiertentags zu Laubach, wurde der diesjährigeVcrtretcrtag der Krieger­kameradschaft Hassia in dem freundlichen Sprendlingen am Wiesbach abgehalten. Festlich waren die Häuser ge­schmückt bis in die entlegensten Gäßchen, wie der Vorsitzende deS Hassiaverbandes Exzellenz Hof am Vorabend auf dem Kommerse mit großer Genugtuung feststellte. Gastfreundlich wurden die Vereinsvertreter von den Bürgern Sprendlingens ausgenommen. Eine Festschrift gab jedem Fremden erwünschte Auskunft.

Am Samstag abend wurde in der Turnhalle ein Kommers abgehaltcn. Früh morgens um 8x/2 Uhr be­gannen dann die Verhandlungen über die sehr umfangreiche Tagesordnung. Die Präsenzliste ergab, daß die Vertreter sämtlicher Bezirke erschienen waren. Nach den üblichen Be­grüßungsansprachen folgte der Rechenschaftsbericht des Schrift­führers Dr. Vogt-Butzbach, der den Beweis erbrachte, daß das Kriegervereinswesen in Heffen einen guten Fortgang nimmt.

Der Kaffenbericht ergab ein ebenso günstiges Resultat. Auch das Jahrbuch hat eine größere Verbreitung gefunden. Die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Waldeckcr, Mayer und Seiler wurden durch Zuruf wiedergcwählt. Der nächst­jährige Delegiertentag soll in Groß-Gerau abgehalten werden. Die Stiftungen des Vereins haben auch m diesem Jahre manchen Segen spenden können. Besonders guten Aufschwung bat derHess. Kamerad", die Verbandszeitung genommen. Er wird in nächster Zeit so verbilligt werben, daß ihn jeder Kamerad halten kann. Ter vom Präsidium aufgestellte Voranschlag wurde ohne Anstand genehmigt. Für die umfangreich, gewordenen Kaffengeschäfte soll ein geeigneter bezahlter Rechner gewonnen werden, dessen Dienstführung von einem ehrenamtlichen Schatzmeister überwacht wird. Die An­träge des Präsidiums betreffs innere Verwaltung des Ver­bandes und der Amtsführung der Bezirksvorsitzenden wurden angenommen, sodaß in beiden Angelegenheiten der Delegierten­lag die letzte Instanz ist.

Mit einem begeisterten Hurra auf Kaiser und Groß­herzog wurde die Versammlung, die an beide Monarchen Huldigungstelegramme entsandt hatte, geschloffen. DaS Mittag- effen wurde im Hotel Demmer eingenommen, wobei die Kapelle der 21. Pioniere konzertierte. Während des MahleS traf ein Antworttelegramm S. K. H. des Großherzogs ein. Für den Nachmittag war eine patriotische Feier auf dem mit einem sehr schönen Kriegerdenkmal geschmückten Marktplatze geplant, doch ein heftiges Gewitter hat vielen die Festfieude verdorben.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 26. Juni.

* * Zum Mitglied der 1. Hess. Kammer wurde vost S. K. H. dem Großherzog am 23. Juni d. I. der Präsident der Handelskammer in Mainz Dr. Otto Gastell daselbst auf Lebenszeit berufen. Dr. Gastell tritt an die Stelle seines Amtsvorgängers im Präsidium der Mainzer Handelskammer. Er ist politisch noch nicht be­sonders hervorgetreten und es ist anzunehmen, daß er als

Kammermitgllcd den Interessen aller Erwerbsstande seine I gerecht zu werden. Der Vertreter der Darmstädter Handwerks­

kammer, Sekretär Engelbach, sprach zuvörderst seine An­erkennung über die schönen, exakt ausgeführten Zeichnungen, welche ausgestellt waren, aus. " Er betonte, daß gerade hier in Bad-Nauheim durch die vielen stattlichen Neubauten dem.

Unterstützung leihen wird.

** Ordensverleihung. S. K. H. der Groß­herzog haben dem Polizeidiener Bernh. Ewald zu Unter-Morsau das Allg. Ehrenzeichen mit der Inschrift

Für fünfzigjährige treue Dienste" verliehen.

** Lehrerpersonalien. Uebcrtragen wurde dem Schulamtsaspiranten Hch. Frimberger aus Mengkofen (Bayern) die Lehrerstelle an der kath. Schule in Erbach i. O.; dem Schulamtsaspirantcn Ludw. Sauerwein aus Roßdorf die Lehrerstelle an der Gemeindcschule zu Rudlos. In den Ruhestand wurde versetzt die Lehrerin Maria Haub an der Gemeindeschule zu Bodenheim, im Kreise Oppenheim, auf ihr Nachsuchen unter Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienste.

* * Personalien. S.K.H.der Großherzog habenden Landrichter bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg, Friedr. W e i s f e N b a ch, zum Landgerichtsrat, den Amtsrich­ter bei dem Amtsgericht Dieburg, Gg. Pullmann, zum Oberamtsrichter zu ernennen, dem Amtsrichter T)ci dem Amtsgericht Seligenstadt, Hch. Schul, und dem Amts­richter bei dem Amtsgericht Offenbach, Paul Seibert, den Charakter als Ämtsgerichtsrat erteilt, den Haupt­steueramtsassistenten bei dem Hauptsteueramt Worms Friedr. Müller zu Worms zum Revisionskontrolleur bei dem Hauptsteueramt Darmstadt ernannt, den Bezirkskasse-Assisten- ten bei der Bezirkskasse Mainz I Gg. Veit zu Mainz in gleicher Diensteigenschaft em die Bezirkskasse Darmstadt I versetzt, den Gerichtsassessor Dr. Ferd. Wcyl aus Bromskirchen unter Verleihung des AmtstitelsFinanz- amtmann" zum juristischen Hilfsarbeiter bei der Hessischen Landes-Hypothekenbank und den Beamten bei der Hes­sischen Landes-Hypothekenbank Aug. Helfenbein aus Darmstadt zum Kassier dieser Bank ernannt. Uebertragen wurde dem Lehrer Hch. Kretzmüller zu Ranstadt, eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Erzhausen.

* * In Audienz wurden am 13. ds. Mts. von Sr. Kgl. Hoh. dem Großherzog Eisenbahndirektor Zimmer­mann und Balirat Becker-Gießen empfangen.

* * Landesuniversität. Der Privatdozent für Hygiene und 1. Assistent bei Prof. Kassel am hygienischen Institut der Landesuniversität, Dr. med. Karl Kißkalt, ist als Oberassistent an das Berliner hygienische Institut berufen worden.

* * Ein Gedenktag. Am Samstag waren 10 Jahre vergangen, daß in Bingen zwischen den Bevollmächtigten der preußischen und der hessischen Regierung der Staats vertrag über die p r e u ß i s ch - h e s si s ch e Eisenbahngemeinschaft unterzeichnet worden ist. Der Vertrag wegen deS lieber»

Handwerkerstande viel Neues und Interessantes geboten werde, das nachzumachen sich die einzelnen Geschäftszweige befleißigen möchten. Auch dem Vorstände des Geiverbevereins sprach Herr Engelbach seine Anerkennung aus für das große In­teresse, das er dem Gewerbe entgegen brächte. Nach einem kurzen Dankeswort des Vorsitzenden an die Besucher wurden die Schüler entlaffen. Gelegentlich der Einweihung der Dankeskirche wurde Pfarrer Wissig durch Superintendenten Petersen das Bildnis S. K. H. des Großherzogs mit eigenbändiger Namensunterschrift überreicht.

Burg-Gräfenrode, 25. Juni. Der Krieger­und Militär verein feierte vom 23. ds. Mts. bis heute das Fest seiner Fabncnweihe. Es begann am Samstag abend mit Zapfenstreich und daran anschließendem Konzert auf dem Festplatze, ausgeführt von dem Posauneirchor Ober- Mockstadt. Reicher Beifall lohnte die gutgeschulten Bläser für ihre Vorträge. In der Frühe des Sonntags rüttelte der schmetternde Weckruf des Posaunenchors die Schläfer auf und um 0 Uhr fand ein erhebender Fe l d g ott e sd i e nst auf dem Festplatz statt, in welchem Pfarrer Kalbhenn von Ober- Mockstadt, die Festpredigt hielt. Gleichzeitig wurde durch Bürgermeister Moscherosch eine von der Gemeinde ge­stiftete, zur Aufstellung in der Kirche bestimmte Gedenk­tafel mit den Namen der hiesigen Kriegsteilnehmer von 1866 und 18 7 0 enthüllt. Um 2 Uhr bewegte sich dann ein stattlicher Festzug, an dem 17 auswärtige Krieger­vereine teilnahmen, durch die schön geschmückten Ortsstraßen nach dem Festplatz, wo zunächst durch den Ortsgeistlichen, Geh. Kirchenrat D. Kalbhenn, die Weihe der schönen Fahne vollzogen wurde. Nachdem die Fahne durch Frl. Mathilde Vetter dem Verein übergeben worden war, hielt Rechts­anwalt Kalbhenn von Darmstadt die Festrede. Der Vor­sitzende des Bezirksvereins, Pfandmeister H e r g et von Vilbel, übermittelte noch die Wünsche des Bezirksvereins und dann begann auf dem Festplatz ein reges Treiben, das leider durch einen ungemein starken Gewitterregen um 5 Uhr gestört wurde, sodaß die meisten auswärtigen Vereine sehr bald ab­rückten. Trotz aller Näffe wurde aber doch noch bis in die späte Nacht hinein flott getanzt. Heute nachmittag bewegte sich der Festzug noch einmal durch die Ortsstraßen und dann kam auf dem Festplatz die Jugend besonders zm ihren Rechten. Ein schönes Feuerwerk schloß die Feier, die sicher allen Teilnehmern in angenehmster Erinnerung bleiben wird.

-t- Aus der Wetterau, 25. Juni. Ein w olken-

ganges der hessischen Ludmigsbabn auf die preußisch-hessische Eisenbahngemeinschaft erfolgte 16 Tage später. Der Kauf­preis für die hessische Ludwigsbahn betrug 89 520 000 Mark.

* * Nach Südwestafrika. Der Feldintendantur- Sckretär in der Schutzgruppe für Südwestafrika M e i ß i n g e r der seither hier auf Heimatsurlaub weilte, tritt nach Wiederherstellung seiner Gesundheit am 30. d. M. zum zweitenmalc die Ausreise in das Schutzgebiet an.

* * Der Westdeutsche Verband national- sozialer und liberaler Vereine hielt hier am Sonntag nachmittag im Hotel Schütz seine Mitgliederversannnlung unter dem Vorsitz des Prof. Sieveki n g -Marburg und in Anwesenheit des Generalsekretärs Weinh a Ilsen-Berlin ab. Der Verband hat es nicht für nötig erachtet, uns davon Mitteilung zu machen und lins alich keinen Bericht gesandt. Wir finden heute einen solchen in derHess. Landesztg.". Da man eine bemerkenswerte Entschließung gefaßt hat, geben wir sie hier wieder. Es wurde folgende Resolution ein» stimmig angenommen:

Der Westdeutsche Verband nationalsozialer und liberaler Vereine protestiert aut das schärfste gegen die disziplinarische Bestrafung voll P f a r r e r K o r e I l als unberechtigten Eingriff in die staatsbürgerlichen Rechte, gleich bedauerlich im Inte reffe der Kirche wie des Staates. Der Verband spricht Herril Pfarrer Korell wärmsten Dank für feine bisherige Tätigkeit im Interesse des Liberalismus lind vollstes Vertraueil au§.

* * Zum Fall Carlo erhalten wir von Frau Carlo folgende Zuschrift:

Sie Worten Nachstehendes in Ihrem geschätzten Blatte nüt- teilen: Architekt Meyer sagte, er habe sein ungünstiges Urteil über Earl6 nicht aus persönlicher Erfahrmlg, sondern nur voll Hörensagen, begründen könne er fein scharfes Urteil in feiner Weise. Oberbürgermeister 9)1 e c u m schrieb sich die Unterredung mit Earlö vor dem Brande ilicht gleich auf, sondern ungefähr acht Tage später.

* * Blinden - Konzert. Heute abend 8 Uhr konzertiert im Neuen Saalbau das Hann. Blind en- Männer - Gesairgs - Ouarte tt, worauf nochmals hingewiesen sei.

f c. Großen-Linden, 25. Juni. Arn Bahnhof herrschte gestern Abend ein reges Leben. Zahlreiche Leute ooit hier und Leihgestern hatten sich eingefunden, um die in Lollar preisgekrönten Vereine Ger­mania und Harmollie von hier und den Gesangverein Liederkranz-Leihgestern zu empfangen.

Butzbach, 25. Juni. Die Aufführung des VolkS- schallspielsDie Hüttenberger" für die Teilnehmer am Trachtenfestzug findet nicht, wie ursprünglich in Aus­sicht genommen war, am Samstag, sondern heute abend ?i/2 Uhr statt.

W. Bad-Nauheim, 25. Mai. Unter dem Vorsitz des Schlossermeisters Knipp fand heute im hiesigen Stadt­schulgebäude die Ue berreichung der Gesellenbriefe an die Schüler unserer Gewerbeschule statt. Von 26 Lehr­lingen, die sich zur Prüfung gemeldet hatten, hat einer nicht bestanden; von den übrigen erhielt ein Schüler das Prädikat sehr gut", 15gut" und die übrigenbestanden". Seitens unserer Stadtverwaltung war Bürgermeister Dr. Kayser erschienen. Er dankte dem Vorstände des Ortsgewerbevereins für die Einladung und wandte sich barauf in wohlmeinenden Worten an die Schüler. Er führte insbesondere aus, daß den: Handwerkerstande heute immer mehr Interesse zugewcmbt würde, daß seitens der Regierung sowohl, als seitens der Stadtverwaltungen uild insbes. den Gewerbevereinen sehr viel geschehe, um die jungen Leute zu redit tüchtigen Hand­werkern heranzubilden. Die jungen Prüflinge sollten nicht denken, daß für sie nun die Bildung abgeschlossen sei, sondern cs treten täglich immer neue Anforderungen an den Hand- rverkerstand heran, und sie möchten sich befleißigen, diesen

brud) artig er Gewitterregen, vom TaunuS herüber die Wetterau sich verbreitend, richtete gestern nachmittag in den Feldern beträchtlichen Schaden an und störte die in ver­schiedenen Orten (Fauerbach-Friedberg, Burg-Gräfenrode) an- gesetzten Festseieru. In Ockstadt haften sich in den Straßen knietiefe Wafferbäche gebildet.

Schotten, 21. Juni. Auf dem unter Leitung deS Bohrmeisters Michaelis stehenden Bohrtürme an der Lauterbacherstraße, der Gesellschaft Nordstern gehörig, wurde heute mittag die Flagge gehißt. Man bohrte, wie d. Laut. Anz. hört, in der Tiefe zwischen 400 und 500 Meter ein sehr ergiebiges Salzlager an. Die Bohrungen werden fortgesetzt. Es wäre für unsere Gegend von großem Werte, wenn durch weitere Erfolge ein größeres industrielles Unter­nehmen entstehen würbe.

c Stornfels, 25. Juni. Der hiesige Kirchen- vorstand hat einstimmig beschlossen, auch hier künftig die Konfirmation am Sonntage nach Ostern stattfinben zu lassen, sodaß heuer zum letzten Mal auf Pfingsten konfirmiert morden ist.

x Rudlos bei Lauterbach, 22. Juni. Etwa 200 m hinter unserem Oertchen steht ein Wegweiser an der Straße nach Eisenbach, der die Entfernilng mit 3,8 km angibt. Kommt man dagegen von Eisenbach und besieht sich den an dieser Seite angebrachten Wegweiser, so nimmt man wahr, daß die Entfernung dort nur mit 2,3 km angegeben ist. Hiernach von Rudlos nach Eisen- bach beträgt der Weg 3,8 km, während er von Eisen­bach nach Rudlos nur 2,3 km oder 11/2 km weniger beträgt.

t-§ Düdelsheim, 25. Juni. Gestern Nachmittag ging ein sehr schweres Gewitter über unseren Ort. Der Blitz schlug mehrmals in Bäume und traf auch das Haus des Landwirts Mathesius, hat jedoch nicht ge­zündet. Fast jeden Tag hatten wir seither Gewitter. Zum Dürrmachen des Heugrases, das in unserem großen Wiesengrunde dieses Jähr ganz vorzüglich ist, ist dieses Wetter wenig geeignet.

+ Angersbach, 24. Juni. Der vor kurzem auf einer Wagenfahrt von Fulda nach Angersbach schwer verunglückte Bürgermeister Kircher von hier ist an den erhaltenen Verletzungen im Salzschlirfer Krankenhaus gestorben. Der Metzger, dem das Fuhrwerk gehörte, mar gleichfalls schwer verletzt, doch ist er wieder herge­stellt. Das Pferd war über die Schranke der Bahn Fulda-Gießen gerast, wobei sich das Unglück zutrug.

X Rabertshausen, 24. Juni. Einen schönen Tob fanben bic hiesigen kinderlosen Eheleute Gustav Jäger. Beide waren schon längere Zeit kränklich, aber keines ber Gatten wußte etwas von der schweren Erkrankung bes anberen. So starb heute bic Frau um 5 Uhr, brei Stunben danach ber Mann; gemeinsam werben sie zu Grabe gebracht.

** Homburg, 25. Juni. Der Kaiser hat der Stadt ein Landgrafen-Denkmal geschenkt; es wird in einem Obelisken mit dem Porträt des Landgrafen Friedrich II., des Helden von Fehrbellin (bekannt als Prinz von Homburg" und als Held des Kleistschen Dramas), und dem des letzten Landgrafen von Homburg, Heinrich Friedrich (gestorben 1866), die Erinnerung an das Geschlecht von Hessen-Homburg wachhalten.

Wiesbaden, 25. Juni. Der Privatier Conradi von hier unternahm, wie der Generalanzeiger mitteilt, mit seiner Frau eine größere Wagenfahrt in die Gegend von Wörrstadt. Gegen 5 Uhr nachmittags wurde die Droschke von einem rasenden Tempo fahrenden