Ausgabe 
22.10.1906 Zweites Blatt
 
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kraßer Anz^ckeblakt klagt: ,^auhecht und Gleich­gültig kett der gutg esinnt en bürgereichen Ele­mente" haben den Genossen den Sieg verschafft. In Heppenheim stieg dec soz.-dem., Wahlverein im letzten Jahre Von wenigen Mitgliedern auf nahezu 100. Die freien Gewerkschaften nehmen stetig zu und zählen zahlreiche Frauen und ihren Mitgliedern. Die soz.Mainzer Bztg." erhöhte ihre Abonnenten von 11 auf 45. Frauen und Mäd­chen besuchen stark von Sozialdemokraten einbernfene Ver­sammlungen. Wird man jetzt in bürgerlichen Kreisen Ein­sicht haben für die Zukunft, planmäßig organisieren und schulen? . .

X. Büdingen (Qberh.h 21. Okt. Das ProM der Errichtung einer Kleinbahn von Büdingen nach Hanau macht erfteuliche Fortschritte. Die Aktiengesell­schaft für Bahnbau. und -Betrieb Frankfurt a. M, der die Vorarbeiten Übertragen ftnd, wurde von den Gemeinden Düdelsheim, Langenbergheim' und Himbach neben den Grunderwerbskosten der geforderte Barbcitrag von,80 000 Mark Ungesichert, sodaß nunmehr die von den hessischen Gemeirchen geforderten Beiträge für den Bahnbau voll­ständig gesichert sind. Die preußischen Gemeinden werden zweifelsohne folgen.

(M.) Frankfurt«. M., 21. Okt. Die Einweihung des neuen Gebäudes der Akademie für Sozial- und Handelswiss en schäften fand heute in Gegenwart des Kultusministers Dr. v. Studt statt. In dem Auditorien-Ge- bäude des nach dem Stifter benannten Jügel-Hauses fand sich die Vermattung der C. C. Jügelstiftung und der Große Rat der Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften ein. Ober­bürgermeister Dr. A d i ck e s dankte zunächst dem Erbauer Baurat Neher für seine Mühewaltung und entwickelte dann ein Le­bensbild des Stifters, des am 9. September 1869 verstorbenen Carl Christian Jügel. Der Direktor der Akademie, Prof. Dr. Pohle, hielt einen längeren Vortrag, in dem er sich über die Lebens- und Weltanschauungen Kants, Goethes und Wilhelm von Humboldts verbreitete. Kultusminister Dr. v. Studt gab seiner Freude Ausdruck, daß es ihm als Chef der preußischen Unterrichtsverwaltung nun schon zum vierten Male, vergönnt sei, in Frankfurt an einer Einweihungsfeicr eines die Wissen­schaft pflegenden Instituts teilzunehmen. Der Redner überbrachte zahlreiche Auszeichnungen. Oberpräsident v. W i n d t h e i m , der als staatlicher Kommissar mit der Ueberwachung der Arbeiten und der Entwickelung der Anstalt bcttaut ist, wünschte dem Institut im neuen Heim viel Glück. Ferner sprach Handelskammerpräsi­dent Andreae-Passavant. Im Namen der Universität Mar­burg beglückwünschte deren Rektor die Akademie. Für die technischen Hochschulen Darmstadt und Aachen sprach Prof. Gut hermut h-Darmstadt, für die Leipziger Handelshochschule Hoftat Rahdt, für die Handelshochschule Köln Studiendirektor Dr. Eckert, für die Handelshochschule Aachen Direktor Kohler und im Namen der Dr. Senckenbcrgischen Stiftung, des ärzt­lichen Vereins und des physikalischen Vereins in Frankfurt Se. Exzellenz Prof. Dr. Schmidt-Metzler. Abends fand im Kaisersaal des Römers ein von der'Stadt gegebenes Festmahl statt.

Frankfurta. M'., 21. Okt. Angeregt durch dieH eim- arbeitsausstellung in Berlin hat sich hier ein Aus­schuß gebildet, der eine ähnliche Ausstellung veranstalten Will. In diesem Ausschuß haben zahlreiche sozialpolitische und industrielle Körperschaften Vertreter entsandt; der Aus­schuß hat seine Arbeiten begonnen. Die Ausstellung soll ein anschauliches Bild von der Heimarbeit der Provinz Hessen-Nassau geben. In ihr sollen neben Erzeugnissen der Heimarbeit auch wissenschaftliche Darstellungen auf Grund sorgfältiger Untersuchungen ausgelegt werden. Sachdien­liche Auskünfte über die Heimarbeit der Gegend und Bereit- errlärung zur Mitwirkung an der- Ausstellung sind erwünscht und werden entgegengenommen bei dem Vorsitzenden des Ausschusses Herrn I. H. Epstein, Frankfurt a. M, Herman n- Kraße 22.

h, Gonsenheim, 20. Okt. Hier wäre heute vormittag beinahe eine ganze Familie einer Unvorsichtigkeit zum Opfer gefallen. Die Frau deS Landwirts August Müller hatte ganz ftüh den Ofen ausgeräumt, die noch glühenden Kohlen in einen Kasten geworfen und sich dann wieder zu Bett ge­legt. Durch die sich auS den glühenden Kohlen ent­wickelnden Gase wurde die ganze Familie bewußtlos. Ein Kind wurde tot aufgefunden, während ein zweites Kind sowie Mann und Frau wieder ins Leben gerufen werden konnten.

Gelnhausen, 19. Okt. Die städtischen Körperschaften wählten heute abend den bisherigen kommissarischen Bürger­meister in Kalk bei Köln, Dr. Schmidt zum Bürg er­weist er der Stadt Grlnhausen; der kürzlich gewählte Bürgermeister Lehmann hat sich für sein Verbleiben in Wenigenjena entschieden.

|| Wiesbaden, 20. Okt. Der Antrag von Detten in der Stadtverordnetenversammlung, der Magistrat solle an zuständiger Stelle vorstellig werden, daß zur Linderrung der Fleisch not die Grenze geöffnet werde, wurde ein­stimmig angenommen.

fc. BiSkirch en bei Wetzlar, 21. Okt. DecKarls- fprubel", im Besitz der Brunnenmacher Broll, ist nun auch staatlich alsHeilquelle" anerkannt worden. Es wurde jetzt eine Polizei - Verordnung bekannt gegeben, wonach 1400 Meter im Umkreise der Heilquelle Karlssprudel" Bohrungen nicht vorgenommen werden dürfen.

** Kleine Mitteilungen a u § Hessen und den Nachbar st aaten. Nunmehr hat auch der Magistrat der Stadt K affet sich mit der von Herrn v. Hülsen befürworteten N a ch - bewillig ung von 700009 M k. für den Hoftheater-- Neuban einverstanden erklärt. Die bezügliche Vorlage wird in aller Kürze den Stadtverordneten zugehen.

vermischtes.

"Limburg a. d. Lahn, 21. Okt. Ein Vorfall, der in etwas an die Köpeniker Tragikomödie erinnert, beschäftigt die hiesige Polizei. Mehrere Leute in schmucken Uniformen trafen jüngst hier ein unter dem Vorgeben, im Auftrage einer rhein. Wach, und Schließgesellschaft in Limburg ein ähnliches Institut gründen zu wollen. Bürgerschaft und Behörden erwiesen den Herren das weitest­gehende Entgegenkommen, und schließlich wurden 7 bis 8 Leute engagiert, die Kautionen von 200 Mark bis 3 00 Mark bezahlen mußten. Als die Kautionsbeträge abgeliefcrt waren, verschwanden die flotten Uniformträger, deren Anführer man sogar für einen ehemaligen Seeoffizier gehalten hatte. Einer konnte von der Polizei festgenoiumen werden; er will aber erst vor kurzem engagiert und von der Be selbst getäuscht und in die Sache nicht ein- :den sein.

neueste Eisenbahnunglück. In der letzten beim Bahnhof des Pariser Vorortes Colombes ierzug mit einem Güterzuge zusammen. Elf litten Verletzungen; mehrere Wagen wurden be- Auf dem Personenbahnhof zu Hamm stieß ein

Schnellzug infolge UeberfahrenS deS Haltesignals auf eine Wechselmaschine; sieben Reisende und ein Heizer wurden verletzt. In Langenlonsheim wurde der Eisen- bahnsupernumerar Jochum von einem von Kreuznach kommen- den Personenzug üb er fahr en. Er verstarb an den schweren Verletzungen, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben.

Ein mehr als merkwürdiger Fall von Schlafsucht, der an den berühmt gewordenen Fall vom schlafenden Ulanen erinnert, kommt jetzt zur öffentlichen Kenntnis. Es handelt sich um einen jetzt fast 45 jährigen früheren Straßenbahnbeamten in Wilmersdorf bei Berlin, der am 10. Juni 1904 auf dem Wege zum Berliner Rat­haus beim Aussteigen aus der Straßenbahn ausglitt, auf den Hinterkops fiel und darauf in Schlafsucht verfiel. Der Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Eulenburg machte über den ungewöhnlichen Patienten in der Berliner medizinischen Klinik genauere Mitteilungen. Anscheinend handelt es sich um eine krankhaft verminderte Tätigkeit gewisser Hiknteile, umeine zentrale Willenshemmung", die unter dem Einfluß von seeli­schen Verstimmungen und des Unfalles zugleich entstanden ist. Professor Eulenburg hält die Möglichkeit eines plötz­lichen Erwachens nicht für ausgeschlossen.

Fürchterliche Stürme, die 11 Tage lang wüteten, haben in Mittelamerika unermeßlichen Schaden ange­richtet. Wie der Cyklon auf Cuba gewütet hat, haben wir bereits berichtet. Jetzt wird au§ Miami auf Florida (Nord­amerika) gemeldet, daß der Dampfer St. Lucie im Sturm untergegangen ist. 3 5 Personen sind ertrunken. Ein Dampfer brachte 60 Verletzte einschließlich des Kapitäns, welcher berichtet, daß sein Schiff Donnerstag morgen bei der Insel Key ankerte. Kurz darauf überschwemmte eine Flutwelle die ganze Insel. Diese hatte 2 5 0 Be­wohner, die sämtlich umkamen, in San Salvador wütet der Sturm seit 10 Tagen und verursacht großen Schaden. Das Kriegsschiff Jzalco ging bei Acajutla unter. Auch in Guatemala richtete der Sturm furchtbare Verheer­ungen an. Viele Leichen von Menschen und Vieh treiben die Flüsse hinab. Die Verlufte sind unberechenbar. Nach weiteren Meldungen aus Miami wurden während de§ Orkans 30 Paffagiere des DampfersPeerleß" ins Waffer geweht und sind dort ertrunken. Bei der Insel Matacambe in der Floridastraße sind durch den Cyklon mit untergegangenen Baggerschiffen eine größere Anzahl von Personen umge­kommen. Man schätzt ihre Zahl auf 50. Auch in der Gegend der engl. Hafenstadt Dover hat ein Sturm viel Schaden angerichtet. Ein schwedischer Dampfer wurde mit voller Gewalt gegen einen Wellenbrecher geworfen. Die Pfeiler d.e§ Wellenbrecher wurden zerstört, wodurch ein Dampfkrahn um stürzte und auf das Deck des Schiffes fiel. Mehrere Matrosen wurden verletzt. Später gelang es, den Dampfer loszubringen, doch konnte von der Besatzung von 19 Mann nur noch 13 Rettung gebracht werden. 5 Mann waren über Bord gespült worden.

* Kleine Tageschronik. In MySlowitz (Schles.) sollte am 20. d. Mts. ein Pferd erschossen werden. Dabei wurde durch unvor sichtige Handhabung der Waffe der dabei­stehende Bierverleger Schneider getötet. In Köln wurde von der Kriminalpolizei eine Spielhölle in einer Wirtschaft ausgehoben. Etwa 40 Personen waren anwesend, darunter eine Anzahl gewerbsmäßiger Spieler und Buchmacher, die zu den bevor­stehenden Pferderennen bereits hier eingetroffen sind. Acht Personen wurden sofort festgenommen, darunter zwei, die bereits längere Zeit steckbrieflich verfolgt werden. In Stendal wurde der Arbeiter Tyzcinski, der die Frau de§ Aussehers Sollwedel in Kläden ermordet hatte, h i n g e r i ch t e t.

Gereehtsfaal.

Tübingen, 20. Okt. Die Strafkammer hat heute nach sechs­tägiger Verhandlung den B a u m e i st e r Erasmus R ü ck - flauer von Stuttgart wegen sahrlässiaer Tötung vop 52 Menschen und fahrlässiger Körperverletzung bei 93 mehr oder minder schwer verletzten zu sechs Monaten Gefängnis und Tragung sämt­licher Kosten verurteilt. Der Staatsanwalt hatte vier Monate beantragt. Es handelt sich um den E i n st u r z des G a st h a u s e s Zum Hirsch" in Nagold, den Rückgauer im Mai d. Js. heben wollte, wobei das Gebäude mitsamt den darin befindlichen Wirtschastsgästen einstürzte.

Kpielpla« b*r «reinigten Frankfurter Stadttheater.

Opernhaus.

Dienstag den 23. Oktober, abends 7 Uhr:Mignon." Schauspielhaus.

Dienstag den 23. Oktober, abends 7 Uhr:Don Carlos." (Don Carlos: Herr Emil Birron vom Volkstheater in Wien als Gast.)

Gießener Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung für Hessen am Dienstag, den 23. Oktober: Heiter und trocken, morgens Nebel, etwas wärmer. Mäßige südliche Winde.

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Handel und Verkehr, Volkswirtschaft.

Märkte.

le. F r a n k f u r t a. M.,21. Nov. Aus dem gestrigen Kartoffel­markt wurde der Zentner mit 3.150.00 Mk. bezahlt. In der Wetterau bezahlen die Händler 2.753.00 Mk. für den Zentner.

fc. Frankfurt a. M., 22. Okt. (Orig.-Telegr. desGießen. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreis e. Weizen Mk. 17.7518.00, Kurhessischer Mk. 17.7518.00, La Plata Mk. 19.7520.25, Kansas Mk. 19.2520.25, Roggen (hiesiger) Mk. 16.2516.75, Gerste (Wettcrauer) Mk. 18.5018.75, Franken­felder Mk. 18.5019.00, Hafer 16.7517.50, Mais Mk. 13.5013.75, Weizenmehl 26.7527.75, M. 0000, 2. Qualität Mk. 27.00 bis Mk. 28.00, 3. Qualität Mk. 25.00-26.00, Noggenmehl 0 Mk. 25.0025.50,1. Qualität Mk. 23.0023.50, Weizenkleie Mk. 10.00 bis Mk. 10.50, Noggenkleie Mk. 10.0010.25, Maiskeime Mk. 12.00 bis Mk. 12.50, Franken, Pfalzer, Nied Mk. 18.0018.50. Alles per 100 Kg. ab hier.

fr. Frankfurt a. M., 22. Okt. (Telegr. Orig.-Bericht desGieß. Anz."). Arntl. Notierungen der heutigen Viehmarktpreise. Zunr Verkaufe standen: 389 Ochsen, 108 aus Oestreich, 71 Bullen, 0 aus Oesterreich, 0 aus Dänemark, 991 Kühe, Ferse,!, Stiere und Rinder, 0 aus Dänemark, 320 Kälber, 417 Schafe und Hännnel, 00 Schafe aus Oesterreich, 0 Ziegen, 1438 Schweine. Bezahlt wurde für 100Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 8790 Mk., 2. Qual 7680 Mk., 8. Qual. 6972Mk.; Bi,Neu l.Qual. 76 bis 78 Mk., 2. Qual. 7072 Mk.: Kühe 1. Qual. 80-82 Mk., 2.Qual. 7678 Mk., 3. Qual. 64-68 Mk, 4. Qual. 00-00 Mk., 5. Qual. 7000Mk. Kälber: 1. Qual. 100106Psg., Lebendgewicht 60-63 Pf., 2. Qual. 9095 Psg., Lebendgewicht 5457 Psg., 3. Qual. 00-00 Psg., Schlachtgewicht 73-75Psg., Schafe: l.Qual. 81-83, 2. Qual. 00-00 Psg., 3. Qual. 00-00 Psg.; Schweme 1. Qual. 7677 Psg., Lebdgew. 60.0000.00 Psg., 2. Qu.75-00Psg., Lebend' gew. 59.0000 Psg., 8. Qual. 6870 Psg. Lebendgew. 00 Pffl. Geschäft bei Hornvieh gut, Ueberstand unbedeutend, bei Kleinvieh gut, kein Ueberstand.

N Berlin, 20. Okt. Das unbedingte Ausfuhrver­bot, das heute für den $8 e r ' Biehhof wea-n Aus­

brüchs der Maul- und'Klauenseuche erlassen wurde, Hai zu Wege gebracht, daß die nur in geringer Zahl erschienenen Exporteure den Markt ohne jedes Geschäft verlaßen mußten. Der Markt ivurde au? Anordnung des Seuchenkommissars bis um 2 Uhr nachmittags verlängert. Alle bis dahin unverkauft gebliebenen Tiere wurden zwangsweise sofort geschlachtet. Noch heute wird mit der Desinfektion des Viehhofes begonnen werden, wozu zwei- bis dreihundert Arbeiter und ein Kostenaufwand von etwa 6000 Mk. erforderlich sind. Sämtliche Eingänge zum Viehhof waren heute mit einer hohen Lage roten Tesinfektionspulvers bestreut. Auch alle Treiber, die vom Viehhofe nach dem Schlachthofe und von dort wieder zurückgeheu, werden einer Desinfektion unterworfen. Die nächsten Fleischmärkte werden sicherlich noch unter dem Einfluß dieser Verhältnisse stehen.

Der Hauptmann von Keepenick.

Ins Keepenicker Rathaus rückt mit vierzch' Grenadiere

E Hauptmann und seggt sehr beschtimmt: Eich muß häi arretiere Den Borgemaaster, den Rendant zwa ganz dorchtriebene Schufte, Er hält' e Order in sei'm Sack die sollte nett vcrduste.

Do half kaa Flenne, half kaa Bitt; aach hatte die Soldale Für alle Fäll von Fluchtversuch ihr' Flinte scharf gelade. Sie mußte weiche der Gewalt, un in die Scheese schleiche Der Borgemaaster un sei Fraa, die nett von ihm wollt weiche. Der Hauptmann legte druff Beschlag uff Bicher un uff Kasse, Schteckt rasch 4000 Märkcber ei mehr tat der Schrank nett fasse, Un macht sich damit aus de Aest wohin? kaa Mensch täts wisse, Wenn mer den Kerl verkuorre will, werd mern erseht fange müsse. Daß so ebbes nor meeglich war, des kann eich nett begreife, E ganz Gemei' am Helle Tag so gründlich eizeseife.

Wär' eich die Borgemaastersche von Keepenick gewese,

Eich hält' dem Kerl mei Schorsch kennt des die Levitteche gelese.. Eich Hütt' gesaht:Wie haaße Se, und hawe Se Papiere, Daß Se mein Manu, mir nix dir nix, gleich dürfe arretire ? Emus mit dem Schei, eich muß en seh', Wie kenne Sie sich unerschteh, Dem erschte Mann von Keepenicke Mit Flinte uff die Bud' ze ricke?" Un drohe alles krumm ze schließe

Un was noch schlimmer tut ze schieße.

Mei Mann bleibt häi des sag eich Ihne, Sonst kennt eich mit was an nenn diene, Vor so em Dorsch mit scheppe Baa Fercht sich kaa Borgemaasterschfraa, Der (riebt, des lasse Se sich sage, Mitm Besen uff die Schnut gehage, So, nix wie enaus, eich will niei Ruh, Dort is die Tür Verschtande wuh?" Eich fein fest davon überzeugt, So hatt'm kaa Mensch haamgeleucht, So leucht kaa Catern, so leucht kaa Fackel, Eich weite druff! Fraa Haunewackel.

GrSgLiral-DrahLmeldringen.

Berlin, 22. Okt. Auf einen Stadtbahnzug wurde auf der Strecke zwischen Adlerhof und Johannistal ein Schuß abgefeuert. Die Kugel durchschlug eine Scheibe und ging durch den Führerstand, ohne jemand zu verletzen. Der Zug wurde sofort angehalten, trotzdem gelang es dem Täter, im Dunkel des Waldes zu entkommen.

Paris, 22. Okt. DerMatin" meldet au§ Newyork: Den letzten Meldungen zufolge sind über 1500 Personen bei dem jüngsten Zyklon auf den Antillen umgekommen.

Nom, 22. Okt. DieTribuna" stellt die überaus große Herzlichkeit fest, die bei der Unterredung Tschirschkys mit Tittoni herrschte und die den gegen­wärtigen Zustand beider Länder widerspiegelt. Der politische Horizont sei heute völlig frei von Wolken.

Mailand, 22. Okt. Der Corriere della Sera ver­öffentlicht über den Besuch deS Staatssekretärs v.Tschirschky einen längeren Artikel. Deutschland und Italien seien über­zeugt, daß der Dreibund erneuert werden muffe, da dies eine Stärkung des Weltfriedens bedeute. Herr von Tschirschky ist sowohl vom Papst, wie vom Staatssekretär Merry del Val empfangen worden. Es wird jedoch bemerkt, daß diese Besuche lediglich ein Akt der Höflichkeit seien und keine andere Bedeutung hätten, als darzutun, daß die zwischen Deutschland und dem Vatikan bestehenden guten Beziehungen fortdauern.

Wien, 22. Okt. Offiziell wird bekannt gegeben, daß der Kaiser die Demission des Grafen Goluchowsky angenommen hat.

Warschau, 22. Okt. Von den organisierten Banden, auf deren Konto die Bankberaubungen, Ueberfälle und Mord­taten der letzten Zeit zu schreiben sind, wurden bis jetzt 90 Mitglieder verhaftet. Die Gesamtzahl dieser Banditen wird auf über 500 geschätzt. Im Kreise Wloclawek wurden bei einem Ueberfälle auf einen Postwagen vier Schutzsoldaten, erschossen und das Geld geraubt.

Meßbuch 1907.

Die Verteilung der Hausliften ist nunmehr beendigt. Sollte in irgend einem Anwesen keine Liste abgegeben worden sein, so bitten wir um freundl. Benachrichtigung, damit die Zustellung noch erfolgen kann.

Gleichzeitig ist mit der Einholung der ausgefüllten Hauslisten begonnen worden. Es hat sich dabei herausgestellt, daß der Eintrag in vielen Zöllen nicht oder unvoll­ständig vorgenommen worden ist. wir bitten so höflich als dringend um baldige un­genaue Eintragung. Die ausgefüllten Listen bitten wir zur Abholung bereit zu legen. Auch bei etwas verspäteter Abholung bitten wir von einer Zusendung an uns absehen ZU wollen.

Vrühssche Druckerei.

Adreßbuch-Verlag.