und sie verlieren das Vertrauen zu den Pfarrern. Diese müssen Verständnis h a b e n f ü r d a s A u f w ä r t s st r e b e n der arbeitenden Klasse. Verständnis für ihre Forderungen nack> Freiheit und Recht. Auch in ihren Bestrebungen steckt viel Idealismus.
Das waren ernste und gewichtige Worte an ernster Stätte, denen jeder klar und vorurteilsfrei Denkende ausrichtig beistimmen wird. Aber ein Anderes ist es u. E., unsere Arbeiter im Klassenkampfe zu verstehen zu suchen und ihnen Gerechtigkeit widerfahren zu lasten, und ein Anderes, deren politische Bestrebungen bei politischen Wahlen zu Ungunsten eines Bürgerlichen, dem nicht das geringste Nachteilige nachzusagen ist, zu unterstützen . . .
Die gewundene Kompromiß- Resolution der Synode aber hat sich manches herbe Urteil gefallen lasten muffen. Die Münchener .Jugend" spottet ganz zutreffend folgendermaßen über sie:
.Diese Entscheidung ist mit Freuden zu begrüßen; sie bemüht sich, allen Ansichten gerecht zu werden, die man über die streitige Frage haben kann, und unterscheidet sich vorteilhaft von den plumpen Aussprüchen unserer obersten Gerichtshöfe, die in maßloser Ueberhebung diktatorisch erklären, die untere Instanz habe recht oder habe unrecht. Wieviel edler, wieviel menschlicher, wieviel christlicher wäre cs, wenn das Reichsgericht als Revisionsinstanz über das Urteil einer Strafkammer sich folgendermaßen ausließe: Der Vorderrichter hat den Angeklagten wegen Diebstahls verurteilt. Die Frage, ob die Tat des Angeklagten ein Diebstahl ist, läßt vom rechtlichen Standpunkte aus eine verschiedenartige Beurteilung zu; indeß hat das Reichsgericht zu der Strafkammer das Vertrauen, daß sie ihr Urteil nach bestem Wissen gefällt hat. Das Reichsgericht billigt ausdrücklich die Ansicht der Strafkammer, daß ein Diebstahl verwerflich und mit den Pflichten eines ehrlichen Mannes unvereinbar sei."
Wie eine moderne Symphonie mit Paukenschlag und Fanfarengeschmetter, so hat die Herbstsession des Reichstages mit einem großen Knalleffekt ihren Anfang genommen: Erstes Auftreten des Reichskanzlers nach seiner Wiedergenesung k Nur hereinspaziert, ihr Herrschaften, heute große Eröffnungsvorstellung: Es wird weiter gewurstelt, Drama ohne Ende; Hauptakteure: Der Unsichtbare, Fürst Bülow und Herr Bastermann. Chor: Die Reichsboten......
Die für schöne Worte und tönendes Pathos, für elegante Causerie und Schmeicheleien von jeher empfänglichen Pariser zeigten sich mit der Rede be§ Reichskanzlers am meisten zufrieden. Und das ist immerhin auch ein nicht zu unterschätzender Erfolg. Jin deutschen Blätterwalde freilich neigte sich kaum ein Blatt befriedigt, und nicht einmal die Offiziösen stellten in Abrede, daß sich Fürst Bülow um den Kern der Bastermannschen Interpellation mit großem Geschick herumzuwenden wußte und alles andere, nur keine erschöpfende Beantwortung gab. Indessen gelang es ihm unzweifelhaft, den ersten Ansturm siegreich abzuschlagen, aber nur deshalb, weil die Reichsboten selbst einer gründlichen Erörterung der auswärtigen Politik und des persönlichen Regimentes tni§ dem Wege gingen. Der Jnterpellationsschuß, den Herr Bassermann abfeuerte, war nur ein Blindgänger, und die anderen Redner begnügten sich damit, ein paar Knallerbsen zu werfen, ohne das Weltpanorama in seiner wahren Beleuchtung zu zeigen.
In der auswärtigen Politik konzentrierte sich daS Hauptinteresse auf den kühnen Abenteurer Ferreira, der, ein Zweiter Jameson, allerdings in anderer Absicht, auf Transvaal losmarschierte. Der waghalsige Versuch, mit einem Häuflein von Leuten die Buren zu einer bewaffneten Erhebung gegen die englische Herrschaft aufzustacheln, ist mißglückt. Ferreira fand bei seinen Landsleuten keine Unterstützung, und er ist bereits nebst seinen Genossen gefangen genommen worden.
In dem mit uns eng verbündeten schw arz--g elb en Nachbar st aate scheint die Wahlreform für den Neichs- rat nunmehr gesichert zu sein, denn die Gegner setzen sich nur aus den paar Alldeutschen und Wilden zusammen, die wohl Spektakel machen und lange Reden halten, aber das Werk selbst nicht mehr gefährden können. DaS Gesetz wurde so ausgearbeitet, daß die nationalen Gegensätze bei den Wahlen selbst nahezu ausgeschlossen sind und auch den Deutschen eine Mändatsziffer zugestanden wird, die ungefähr im Verhältnis ihrem gegenwärtigen Besitzstände entspricht. In Ungarn aber macht man z. Zt. keine Anstalten, das Wahlrecht auf eine breite volkstümliche Basis zu stellen, und bei den bevorstehenden wirtschafts-politischen und staats- rechtlichen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Reichs- hälften im Pester Parlament wird die festgeschlossene Chauvinistische Majorität stärker sein, als daS österreichische Abgeordnetenhaus.
Ein Erlaß des Kaisers.
Der „Reichsanz." veröffentlicht einen Erlaß deS Kaisers an den Reichskanzler mit dem Auftrage, den Erlaß zur allgemeinen Kenntnis zu bringen. Der Erlaß lautet:
Der Tag, an welchem vor 25 Jahren der in Gott ruhende Kaiser und König Wilhelm der Große seine unvergeßliche Botschaft erließ, gibt mir willkommenen Anlaß, mit dem deutschen Volke in ehrfurchtsvoller Dankbarkeit dieses Friedenswerks zu gedenken, durch welches mein erlauchter Almherr zum Schutze der wirtschaftlich Sch wache n der Gesetzgebung neue Bahnen wies. Rach seinem erhabenen Willen ist es unter der freudigen Zustimmung der Verbündeten Regierungen und der verständnisvollen Mitwirkung des Reichstags gelungen, den schwierigen und weitverzweigten Ausbau der staatlichen Arbeiterfürsorge auf dem Gebiete der Kranken-, Urssall- und Invalidenverstcherunq so zu fördern, daß die Hilfsbedürftigen in den Tagen der Rot einen Rechtsanspruch au? gesetzlich geregelte Bezüge besitzen. Tie Arbeiter haben damit, dank den umfassenden Leistungen des Reichs und ihrer Arbeitgeber, sowie auf Grund ihrer eigenen Beiträge eine erhöhte Sicherheit für den notwendigen Lebensunterhalt und für ben Bestand ihrer Familien erreicht. Die großen und werbenden Gedanken der kaiserlichen Botschaft haben diesen Erfolg aber nicht nur in unserem eigenen Vaterlande gezeitigt, sondern wirken auch weit über dessen Grenzen hinaus vorbildlich und bahnbrechend. Leider wird die Erreichung des höchsten Ziels der kaiserlichen Botschaft gehemmt und verzögert durch den andauernden Widerstand gerade von der Seite, welche glaubt, die Vertretung der Arbeiterinteresse n v o r z u g § w e i s e f ü r sich i n A n s p r u ch nehmen zu können. Gleichwohl vertraue ich auf den endlichen Sieg der gerechten Erkenntnis des Geleisteten und aus das wachsende Verständnis für die Grenzen des wirtschaftlich Möglichen in allen flreifen des deutschen Volkes. Tann wird sich auch die Hoffnung Kaiser Wilhelms erfüllen, daß sich die Arbeiterversicherung als eine dauernde Bürgschaft des inneren Friedens für das Vaterland erweisen möge. In dieser Zuversicht tft es mein fester Wille, daß die Gesetzgebung auf dein Gebiete der sozialpolitischen Fürsorge nicht ruhe und in Erfüllung der vornehmsten Christenpflicht aus den Schuß unh bna SßUM Schwachen und Bedürftigen fort
gesetzt bedacht sei. Durch gesetzliche Vorschriften und Leistungen allein ist indes die Ausgabe im Geiste der kaiserlichen Botschaft und ihres erlauchten Schöpfers nicht zu lösen. Ich erkenne es am heutigen Tage gern an, daß es im deutschen Volke nie au Männern u n d F r a u e n gefehlt bat, welche f r e i iv i l l i g und freudig ihre Kraft in d e» Liebesdienst am Wohle des Räch st en stellten, und sage allen, welche sich bem großen sozialen Werke unserer Zeit selbstlos und opferwillig widmen, meine« kaiserlichen Dank.
Der Kaiser hat ferner au8 diesem Anlaß u. a. den WilhelmSorden verliehen: Der verwitweten Generalkonsul Freifrau Mathilde von Rothschild in Frankfurt am Main,, dem Ministerialdirektor Dr. Althoff in Berlin, dem Stadtrat a. D. Professor Walter Simon in Königsberg i. Pr., bem LandeSrat unb Vorsitzenden bc§ Vorstandes der Invalidität^- und Altersversicherungsanstalt, Geh. Re- aierungSrat Wilhelm Liebknecht in Hannover, bem Kaufmann Geh. Kommerzienrat John Gib so ne in Danzig, bem Fabrikbirektor Kommerzienrat Moritz Böker in Remscheid.
DaS dänische Königspaar in Berlin.
Die Kopenhagener Ztg. „BerlinSke Tibcnbc" schreibt in einem längeren Artikel: Wenn König Freberik jetzt ben beutschen Kaiser besucht, so ist bies ber Ausdruck für den Wunsch Sr. Majestät, die Sympathie zu erwidern, mit welcher Kaiser Wilhelm ort der Trauer über den Tod Christians II. teilnahm, unb zugleich für ben Drang, die Entwickelung der Fre u n b s ch a fts b an d e fortzusetzen, welche ben Deutschen Kaiser an bas bänische Könighaus knüpfen. . . . Wenn ein König, begleitet von seinem Minister beS Auswärtigen einen Besuch bei dem Monarchen eines anderen Landes abstattet, so hat man daS Recht, über eine politische Bebeutun g ber Reise zu sprechen. Der Besuch bes König? bei bem beutschen Kaiser und seine Begleitung durch den Mini st er des 9( e u 6 e r n, Grafen Raban-Levetzau, einem persönlichen Freund beS Reichskanzlers Fürsten Bülow, wirb hier als eilte Befestigung bes guten Verhältnisses zum Deutschen Reiche aufgefaßt. Alle müssen sich dem Wunsche anschließen, daß dies wirklich wirb geschehen können.
Die „Norbb. Allg. Ztg." schreibt: Das Erscheinen beS bänischenHerrscherpaares auf beutschem Boben ruft abermals ins GebächtniS, welche Verehrung ber hochselige König Christian auch bei uns genoß, eine Verehrung, der ber Kaiser im Einklang mit den Gefühlen weiter Kreise bes betttschen Volkes wiederholt wärmsten Ausdruck verliehen' hat. Eilt würdiger Nachfolger des verewigten bänischen Monarchen, tritt König Friebrich mit seiner hohen Gemahlin, bic bem der kaiserl. Familie engbefreundeten Herrscherhause Schwedens entsprossen ist, unter uns. Dem herrlichen Willkommengruß, der der königlichen Gäste am Kaiserhofe harrt, schließt sich unser Volk an mit dem Wunsche, daß ber Besuch bazu beitragen möge, bie Bande ber Freundschaft zwischen beiden Völkern immer inniger zu gestalten. Wie unserm eigenen not. Wesen völlige Uniformität fremd ist, so empfinden wir das zu selbständiger Blüte entfaltete politische und geistige Eigenleben stammverwandter Nationen nicht als Beeinträchtigung, sondern als Bereicherung der Kulturgemeinschaft, die die gesitteten Völker umfaßt. Uebereinstimmend mit bem Volks- empfinben griff unsere Staatskunst in bie friedliche Entwickelung anderer Nationen niemals hemmend oder gar störend ein, nahm vielmehr ohne jede Anwandlung von Mißgunst wahr, wie seit dem Erstarken des jungen Deutschen Reiches und der damit verbundenen Festigung der Friedensbürg- chaft in unserem Weltteil allenthalben ein früher nicht geahnter Aufschwung von wirtschaftlichen und kulturellen Errungenschaften zum Durchbruch kommt.
Teuerung.
Berlin, 17. November. Die im Reichstage eingebrachten F leischnot-Jnterpellationen sind für Montag auf die Tagesordnung an erster Stelle gesetzt worden. Die Regierung wird erklären, daß sie sich augenblicklich nicht in der Lage befindet, die Interpellationen zu beantworten, da der Posten des Landwirtschaftsministers zur Zeit nicht besetzt ist. Die Interpellationen werden erst beantwortet werden können, wenn der neue Landwirtschaftsminister ernannt sein wird. — Zu der Frage der Fleischteuerung ist in der nächsten Zeit ein Beschluß des Staatsministeriums noch nicht zu erwarten. Wobl aber wird in allen Ministerien alles Material zur Vorbereitung der Entscheidung in großem Maße gesammelt und geprüft werden. Die Ernennung des neuen Landwirtschaftsministers ist in den 'nächsten Tagen zu erwarten. — Der Ausschuß des Landes-Eise n'bahn- rates hat die Regierungs-Vorlage über Maßnahmen gegen die Fleischteuerung beraten. Es wurde beschlossen, dem Landes-Eisenbahnrat die Annahme der Regierungs- Vorlage zu empfehlen, die eine Ermäßigung der Stückguttarife für frisches Fleisch 'vorsieht, darüber hinaus aber auch die Ermäßigung derWagenladungs- Tarife für frisches Fleisch und frische Seefische vorzuschlagen.
Der Vorstand des deutschen Städtetages hat seiner Eingabe an den Reichstag wegen Oeffnung der Grenzen ein Gutachten von neun Großstädten, der Schlachthaus- und Viehhofdirektoren beigefügt: Diese Autoritäten erklären, daß die Oeffnung der Grenzen zur Einfuhr aus veterinären und sanitären Gründen unbedenklich sei.
Köln, 17. November. Eine Versammlung von Bäckermeistern beschloß mit Rücksicht auf die Preissteigerung ber Rohmaterialien, ferner der Lohnerhöhungen und Lebensmittelsteigerung rc. eine einheitliche Erhöhung der Preise der Backwaren eintreten zu lassen.
Luxemburg, 17. November. In der Kammer wurde eine Interpellation wegen der Fleischnot beraten. Minister Eyschen sagte zu, daß er internationale Maßregeln gegen die Viehseuchen anregen werde.
Wien, 17. Novbr. Die Mißstimmung über die Fleischteuerung zieht immer weitere Kreise. Es wird in erster Linie der Negierung die Schuld beigemessen. Nach Zulassung einer gewissen Anzahl Ochsen aus Italien soll auch, wie verlautet, die Einfuhr von ViehausHolland gestattet werden. In einer Fleischhauerversammlung wurde gestern die Oeffnung der Grenzen gegen
Serbien, Bulgarien und Rußland sowie die Bewilligung der Einfuhr überseeischen Schlachtviehes verlangt. Als ein Redner den Ackerbauminister beschuldigte, daß er die Agrarier auf Kosten der Verbraucher be». günstige und gegen die Fleischhauer Hetze, löste der Polizei» kommissar die Versammlung auf.
Eine Explosion in der Peterskirche zu Rom.
Rom, 18. Nov. Im Mittelschiff ber Peterskirche in ber Nähe beS Altars ber Navieella erfolgte heute mittag eine Erplosiou, die keinen Schaben, wohl aber eine Panik unter! den Personen hervorrief, die der Messe beiwohnten. Der! Messe wohnten ziemlich viel Menschen bei, besonberS Frembe, Soldaten und Frauen. Ein Polizeikommissar eilte mit Mannschaften herbei und fand eine mit Eisendraht umhüllte Blechbüchse, bie Pulver enthielt. Auf bem Boden ber Büchse fand man Nägel von verschiedener Größe. Die Büchse war auf dem Gerüst untergebracht worden, welche? zum Zwecke von Ausbesserungen ber Decke ber Kirche aufgestellt war. Sie scheint eine Konservebüchse gewesen zu sein. Die Nägel sind denen ähnlich, bie sich in ber jüngst am Eingänge eines Cafäs explodierten Bombe befanden. Die Explosion war stark unb wurde im ganzen Borgoviertel gehört. In ber Nahe der Stelle, wo die Explosion erfolgte, befand sich ein Kirchen-- wächter, der bei seiner Vernehmung auSsagte, er sah nicht, daß jemand etwas hinlegte ober floh. Auch bie übrigen Kirchenwächter unb alle zuerst herbeigeeilten Personen würben verhört. Niemand war in ber Sage, irgendwelche Auskunft zu geben. Die Papst wurde von dem Geschehnis in Kenntnis- gesetzt.
Die Politik im Sprnchwörterbuch.
Der 15. Lieferung des von bem verstorbenen Freiherrn! v. Lipperheibe begründeten vorzüglichen Werkes „Sprichwörter« buch" (Expedition des Spruchwörterbuches Berlin W. 35), entnehmen wir folgende Zitate über die Politik:
Mit Schweigen, Reffe, treibe Politik!
Shakespeare.
In der Politik ist der s ch l i m m st e E n t s ch l u ß der, feinen; Entschluß zu fassen. fl. Sal. Zach. v. Lingenthal.
Tas erste Gesetz der Politik war schon von Anbeginn: Jchj will ' Karl Jul. Weber.
Es ist ein gewöhnlicher Irrtum in der Politik. Mittel und, Zwecke zu verwechseln. Macanlay.
Tie Politik ist keine exakte Wissenschaft; mit der Position, die man vor sich hat, wechselt auch die Benutzungsart der Positionen.
Bismarck.
Es ist das in der Politik immer so, als wenn man mit im-' bekannten Leuten in einem unbekannten Lande geht; wenn der eine seine Hand in die Tasche steckt, fo zieht der andere feinen Revolver schon. Bismarck.
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gießen.
November 1906
Barometer aui 0° reduziert
1 Temperatur der Lust
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
i Windstärke
Wetter
18.
2»
733,7
8,5
7,3
88
SW
2
Regen
18.
915
733,3
5,7
6,5
96
S
4
Klarer Simmet
19.
725
729,9
6,2
6,5
91
S
4
Bed. Himmel
Höchste Temperatur am 17.—18. November — -4- 9,7° C.
Niedrigste „ , 17.-18. „ — 4- 4,5° C.
Telefonisch® K«8esherBC*'Bte
des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bnnk fflr Handel
und Industi
Ffrmlifnrter Börse 3%6/0 Beichsanleihe . . 98.05 356 do. . . 86.35 3^°/0 Konsols .... 98.00 3% do. . « . . 86 50 3%°/n Hessen .... 96.90 2%°/0 Oberhessen . . . — 4% Oesterr. Goldrente. . 99.70 4*/s °o Oesterr. Silberrente 100.00 4 Ungar. Goldrente . . 95.40 4% Italien. Reute . . . 102.90 3% Portns-iesen Serie T . 69.20 39o Portugiesen „ ITT 69.90 4 %°/'o russ.Staatsanl. 1905 89.90 4%° n Japan. Staatsanleihe 93.80 4 % Conv. Türken von 1903 94.60 Türkenlose ... . . 146.90
4% Griech. Monopol-Anl. 52 40 4% äussere Argentinier . 89.25 3°/0 Mexikaner . . 67.50 4>i°/0 Chinesen .... 96.50
Aktien:
Bochum Guss 239.30 Buderus E. W . . 128.70
Tendenz: sehr fest.
io. Grossen.
19. November, 1.15 Uhr.
Elelttfiz. Lahmeyer . . . 140.50 Elektriz. Scbnckert . . . 125.00 Eschweiler Bergwerk . . 245 50 Gelsenkirchen Bergwerk . 224 50 Ham hur»- Amerik. Paketf. 157.80 Harpener Bergwerk. . - 214 75 Laurahütte 246.00 Nordd. Lloyd 128.00 Oberschles. Eisen-Industrie 129.80 Berliner Hand eignes . . 171.70 Darmstädter Bank . . . 139 °0 Deutsche Bank . . . 239.40
Deutsch-Asiat. Bank . . 170.50 Diskonto-Kommandit. . . 188.10 Dresdner Bank . . . 156.10 Kreditaktien 212.30 Baltimore- und Ohio-
Eisenlahn . . . 122.60
Gotthardbahn —.—
Lombard. Eisenbahn . . 34 50
Oesterr. Staatsbahn . . . 144.40
Prince-Hcnri-Eisenbahn . 149.00
Berliner Börse
Canada E. B 181.60 Darmstädter Bank . . . 139.50 Deutsche Bank .... 239.75 Dortmunder-Union C. . . 83 00 Dresdner Bank .... 156.10 Tendenz : fest.
19. November. Anfangskurse.
Harpener Bergwerk. . . 214.20
Laurahütte .... 246.40
Lombarden E. B. ... 34.50
Nordd. Lloyd 127.75
Türkenlose 146.50
Vermischtes.
* Berlin, 17. November. In letzter Stunde wurde )ic für gestern im Zcntral-Theater anberaumte Vorstellung der „Fledermaus" vereitelt. Bei Prüfung der Löschvorrichtungen öffnete ein Feuerwehrmann das Ventil der og. Regenprobe und setzte damit die Bühne in wenigen Minuten knietief unter Wasser, worauf sich die Direktion genötigt sah, das Haus räumen zu lassen und die Vorstellung abzusagen. — Im Restaurant Jtteritz in Rix- )orf gab vor einiger Zeit ein unbekannter Mann ein Packet zur Aufbewahrung auf. Da es nicht abgeholt wurde, öffnete es endlich der Wirt und fand eine ganze Anzahl von Wertpapieren darin, die einen Gesamtwere von 22 500 Mark ansmachten. Es sind Wertpapiere, die kürz- ich bei der Firma Salinger & Leppmann in Berlin geraubt worden sind. — Gestern Abend wurde ein Schutzmann verhaftet, weil er sich hat Erpressungen zu Schulden omnien lassen, indem er wohlhabenden Personen durch Briefe mitteilte, daß sie wegen verschiedener Straftaten an*


