Präsident Graf Dallestrem erklärt, dem stehe nicht? im Wege, zumal gestern abend noch für eine namentliche Abstimmung über die Wahl des Abg. Kcrn^agitiert wurde.
Abg. Fi sch er»Berlin (Soz.) In allen Fragen der Wahl° Prüfungskommission entscheidet seht nur die politische Macht. Der Redner hält dem jetzigen Beschluß eine Reihe von anderen Beschlüssen entgegen, durch die die Wahlen von Sozialdeinokraten und Freisinnigen kassiert wurden.
Abg. M ü l l e r-Meiningen (srs. Vg.). Der Abg. Grober ist nur aus nebensächliche Punkte eingegangen, die Hauptsache hat er unberührt gelassen. Sie zeigen sich bald von der politischen, bald von der religiösen Seite. Zwischen der Theorie und der Praxis ist bei Ihnen ein großer Unterschied. Ties gilt auch von der Toleranz, die Sie hier bekunden und der Art, wie Sie sie draußen im Lande üben. (Beifall links.)
Abg. Schickert (kons.) Ob es richtig ist, die Kanzel und Len Beichtstuhl zur Agitation zu benutzen, darüber zu entscheiden sind wir nicht berufen. (Lebhafte Ohorn se links.) Tie Entscheidung steht den Kirchenbehörden zii. Ich bitte, dem Kommissionsantrage zuzustimmeii. (Beifall rechts.)
Abg. v. O ertzen lRp.) verteidigt nochmals den Kommissions- antraq gegen die Angriffe von der Itnfcn Seite des Hauses.
Abg. Fehrenbach (Ztr.) kommt rmf den Meineidsprozeß ©(liiert, der anläßlich der Wahlbeeinflussung anhängig gemacht wurde, zu sprechen und betont, die von Müller-Meinrngen vorgebrachten Einzelheiten seien keineswegs neue Sachen. Diese unliebsamen Erinnerungen aus dem Kulturkämpfe sollte man lieber bei Seite lassen. Er könne konstatieren, daß wir uns weder vom Papst noch vom Bischof in politischen Sachen aiitoritativ beem- flussen lassen. Wir haben den Mut und sind stolz darauf, in dieser Richtung unsere eigene Autorität gelten zu lassen. (Unruhe links. Beifall int Zentrum.)
Abg. Müller-S agan (Freis. Vpt.) polemisiert gegen Schickert.
Abg. Fischer -Berlin (Soz.) tritt den Ausführungen Fehren- bachs entgegen.
Abg. B e ck -Heidelberg (Natl.) führt aus: Wenn die Vorkommnisse bei der Wahl Wiltbergers zum Einschreiten keinen Anlaß bieten, kann es dem Zentrum doch nur willkommen sein, wenn Erhebungen vorgenommen werden. Wir stimmen für den Antrag Müller-Meiningen.
Damit wird die Debatte geschloffen. In namentlicher Abstimmung wird die Wahl Wiltbergers mit 157 gegen 142 Stimmen für giltig erklärt.
Debattelos wird sodann über die Wahl von Maffow Beweiserhebung beschloßen.
Nächste Sitzung morgen; Fortsetzung der heutigen Tagesordnung und Petitioiien.
Tagesscha«.
Redner und Schweiger im Reichstag.
R. Berlin, 16. Nov.
Das „Sprechregister" ist jetzt "im Reichstag verteilt worden, d. h. die Zusammenstellung aller Wortmeldungen aus der letzten Session. Ein interessantes Aktenstück, ein lehrreicher Beitrag zur parlamentarischen Charakteristik. Bestätigt wird Harin zunächst die allgemein bekannte Tatsache, daß das jüngste Mitglied des Reichstags zugleich das redseligste ist. In nicht weniger als sieben Spalten sind die Wortmeldungen des 2lbg. Erzberger, des unverzagten Schwaben, angemerkt. Ihm am nächsten kommt ein Mitglied der Regierung, der Staatssekretär Graf Po s a- d o w s k y, mit fünf Spalten. Das erklärt sich aus der Verpflichtung des Staatssekretärs, die bei der langwierigen Beratung seines Etats an ihn gerichteten zahlreichen Anfragen zu beantworten. Dem Zentrum gehört aber nicht nur der redefroheste, sondern auch der verschwiegenste Abgeordnete. An der Hand des „Sprechregisters" lassen sich die Freunde unverbrüchlichen Schweigens allerdings nicht klassifizieren", und ein „Schweigerregifler" gibt es noch nicht im Reichstag. Ein schlesisches Blatt stellt indessen auf Grund sorgfältiger Ermittlungen fest, daß der hartnäckigste Schweiger im Parlament der Zentrumsmann Lehlm eir aus Bayern ist, seines Zeichens Hofphotograph, Uhrmacher und Bürgermeister im bayerischen Städtchen Trostberg. Er sitzt im Reichstag seit 1890, hat aber in diesen 16 Jahren auch nicht ein einzigesmal das Wort ergriffen, obwohl der — nach seiner eigenen Angabe im Reichstagshandbuch — bis nach Afrika und Asien gereiste Mann zweifellos über reiche Lebenserfahrungen verfügt. Born bayerischen F-lügel des Zentrums treten überhaupt nur einige Herren rednerisch hervor. Auch bei den Konservativen legt sich ein beträchtlicher Teil in dieser Beziehung strenge Reserve auf. Jetzt, nach Einführung der Diäien, sieht man aber diese „Fanatiker des Schweigens" wenigstens an der Stätte der Gesetzgebung. „Die unmöglichsten Gesichter tauchen auf", spottete dieser Tage ein führender Parlamentarier im dichtbesetzten Lesesaal. Die Mitglieder der Linken leisten bekanntlich von jeher rednerisch mehr, als die der Rechten. Das gilt auch von der Länge der Reden. Das Vermögen, kurz zu sagen, was ein Volksvertreter-Herz bedrückt, ist auf der äußersten Linken am geringsten entwickelt. Und das will etwas heißen, wenn man berücksichtigt, daß nach Ausweis des Sprechregisters fast sämtliche Mitglieder der sozialdemokrat. Fraktion das Wort ergriffen haben. Auch die Herren von Äer Freis. Vereinigung pflegen aufs eifrigste die Kunst des Debattierens. Die Wortführer der beiden Volksparteien konzentrieren sich mehr. Als ein Meister der Rhetorik ist hier Abg. v. Payer (südd. Volksp.) zu nennen, der sich leider nur selten im Reichsparlament hören läßt. Durchweg gute, wenn auch zumeist etwas weitschweifige Redner besitzen dre Fraktionen der Wirtschaft!. Vereinigung und der Polen. Auch die Welfen und Elsässer haben redegewandte Männer in ihren Reihen. Schweiger muß es im Parlament geben. Wenn sämtliche Erwählte des Volkes reden wollten, dann wäre kein Ende der Session abzusehen, auch wenn Redehelden wie Erzberger in sich gingen und den Platz an der Sonne der Redner- bühne seltener und weniger lange für sich beanspruchten.
Aus Stadt und Land.
Sprechstunden der RedalLion 11 —1 v'V,: .>,u ... • .7—i/28 Uhr abds.
Gießen, 17. Nov. 1906.
** Landes-Universität. Auf Grund der Habilitationsschrift „Die Trants-Beiträge zur Geschichte der Nürnberger Malerei* und einer Probevorlesung über „Albrecht Dürer und Mathias Grünewald^ wurde, wie schon kurz berichtet wurde, Dr. phil. Christian Nauch die venia legendi für neuere Kunstgeschichte in der Gießener philosophischen Fakultät erteilt. Dr. Nauch (geb. 1877 zu Berlin) studierte Architektur und Kunstgeschichte in Berlin und Karlsruhe bei Karl Schäfer und Max Länger und wurde Meisterschüler der Akademie der bildenden Künste in Berlin im Atelier Hermann Endes. Gleichzeitig studierte er an der Friedrich Wilhelms- Universität und promovierte in Kiel am 31. Januar 1903 mit der Arbeit „Die Kirche zu Segeberg", in der nach- gewiesen wird, daß diese die älteste Vacksteinkirche Norddeutschlands ist. Nach einjähriger Studienreise wurde er Assistent am Kunstgewerbe- und Aliertumsmuseum zu Dresden und war dann als Assistent und Inventarisator für die Denk-
mälersiatisiik im Regierungsbezirk Kassel tätig. Seine Spezialgebiete sind: Deutsche Architektengeschichte, Geschichte der deutschen Malerei des 15. und 16. Jahrhunderts und deutsche Plastik.
** Unbestellbare Postsendungen. Bei der Oberpostdirektion in Darmstadt lagern folgende Sendungen, deren Absender vielleicht zu unseren Lesern zählen, als unbestellbar: Postanweisuug über 3 M. vom 20. 9. 05 aus Schotten nach Frankfurt (Main). Empfänger unbekannt. Einschreibbrief vom 2.9.05 ausFricdberg (Hessen) an Noutorister Andreas Grigor- jeff in Station Anjda Charbin. Die zur Empfangnahme der Gegenstände Berechtigten müssen sich binnen 4 Wochen bei der Ober-Postdircktion melden, widrigenfalls die Postanweisungsbeträge und die in den Sendungen enthaltenen oder durch Versteigerung des Inhalts erlösten Geldbeträge der Post-Unterstützungskasse überwiesen, die Briefe aber vernichtet werden.
** Gießener Konzertverein. Man schreibt uns: Am 17. September 1906 waren zehn Iak> re verstrichen, seit der Großh. Universitätsnmsikdirektor Gustav Traulmann die Leitung der Konzerte und Proben sowohl des akademischen Gesangvereins Gießen als auch des Gießener Konzertvereins übernahm. So ist die Feier des bevorstehenden Brahms-Chor-Abends zugleich eine Feier der zehnjährigen Tätigkeit unseres ausgezeichneten Dirigenten. Und in der Tat könnte kaum mit den Werken eines anderen Komponisten dieser Tag würdig begangen werden, wie mit den Werken 9)ieifter Brahms. Wir haben in Herrn Musikdirektor Trantmann gerade für Brahms' Werke einen besonders ausgezeichneten Dirigenten. Wie nahe sie ihm stehen, da? zeigt die Tatsache, daß er uns wiederholt Brahm's Werke gebracht hat, insbesondere auch, daß das erste Chorkonzert unter seiner Leitung tm Frühjahre 1897 ebenfalls em Brahmsabend war (Requiem und Frcmenchöre mit Horn). Der bevorstehende bringt die intimsten Werke des Meisters, wahre Wunderwerke für gemischten Chor (Raenie, Parzenlied, Schicksalslied) und dazu eine Anzahl seiner herrlichsten Lieder. Kein Frcmid und Verehrer des Meisters, kein Bewunderer unseres trefflichen Dirigenten darf an diesem, seinem Ehrenabende fehlen. Den weitesten Kreisen aber ist eine seltene Gelegenheit geboren, die herrlichsten Perlen der neueren Chorkomposition kennen zu lernen.
** Der große Woog, der kleine Woog. Wir lesen in der „K. Zig.": Der Landgraf Ludwig von Hessen- Pirmasens, ein großer Freund des Militärs, der nicht nur einen regen Sammeleifer für Uniformen und Waffen betätigt, sondern auch eine Sammlung von Armeemärschen angelegt hat, hat für da8 Regiment 116 einen Präsentier- marsch für Trommeln und Pfeifen komponiert, der noch beute gespielt wird. Dieser flotten Musik legen aber die Mannschaften den Text unter: „Der große Woog, der kleine Woog — es lebe unser Großherzog!" Diesen Text kennt offenbar der Kaiser, und so muß man zu den Worten seines Telegramms die Melodie des Präsentiermarsches hinzndenken. — Soweit die „Köln. Ztg." Der hier gemeinte Landgraf, der Ahne unseres Großherzogs, starb bereits 1790, unser 116. Regiment aber wurde erst 1813 gebildet. Freilich stammt die Geschichte des Stammtruppenieils des 2. Bataillons ans dem Jahre 1741, die des 1. Bataillons aus dem Todesjahre Ludwigs 1790, aber doch erst aus der Zeit nach seinem Tode. Inwieweit also diese Angaben richtig sind, entzieht sich unserer Kenntnis.
•* Darmstadt w ird Großstadt! Unsere Residenzstadt eilt bekanntlich mit schnellen Schritten dem Ziele zu, die Zahl von hunderttausend Einwohnern zu erreichen und damit in die Reihe der Großstädte einzutreten. Ein äußeres Zeichen dafür ist auch das sich zusehends steigernde Nachtleben, das erst vor wenig Monaten durch die Einführung des Nachttelephons dokumentiert wurde. Nicht minder beweiskräftig dafür ist auch das schnelle Entstehen neuer eleganter Cafös, die hauptsächlich in den späteren Abend- und Nachtstunden ihr Publikum finden. Nachdem lange Jahre hindurch das CafL Bauer in der Rheinstraße allein dastand (neben einer Anzahl anderer in der Stadt verteilter natürlich) kam vor etwas mehr als Jahresfrist das elegante Cafe Ernst Ludwig auf dem Terrain des alten Darmstädter Hofes hinzu. 9(m 1. Okt. eröffnete die Hofkonditorei Eichberg neben Cafä Bauer ebenfalls ein neues Lokal und jetzt wird Mitte Dezember in dem Bingel'schen HauS in der oberen Nheinstraße noch ein viertes Cafö eröffnet werden, das den Namen „Schloß-Cafe^ führt, von dem seitherigen Inhaber des Residenz-Cafes eingerichtet wird und alle anderen an Eleganz und Vornehmheit weit übertreffen soll.
§ Wieseck, 16. Nov. Die Versammlung beS Bürger Vereins, die für Samstag abend vorgesehen war, ist aus Sonntag nachmittag verlegt worden. Da sehr wichtige Gemeinde-Angelegenheiten, wie die Wafferleitung, Schulbau-Angelegenheiten, die Straßenverhältnisse und die Straßenbeleuchtung zur Verhandlung kommen werden, wird auf einen zahlreichen Besuch der Versammlung gerechnet.
O Lützellinden, 16. Nov. Wie wir bereits vor einem halben Jahr kurz berichteten, bestand die Absicht, die im Kreise Wetzlar existierenden Jünglingsvereine zu einer Kreisoerbindung zusammenzuschmelzen. Diese Organisation ist nun durchgeführt. Präses ist Pfarrer Koch von hier; die im Kreise bestehenden, nicht satzlingSgemäß eingetragenen Vereine sind zu rechtmäßigen Jünglingsvereinen erhoben und dem Kreisverein zugeteilt worden. Dieser schließt sich dem Westdeutschen Jünglingsbund an. An dessen Spitze steht Pastor Sturmann-Elberfeld, früher Berlin. Es wird beabsichtigt, im kommenden Jahr ein Kreis-JünglingSfest zu feiern.
x Laubach, 14. Nov. Laut Vermächtnis beS verstorbenen Altbürgermeisters Ritter würben ben hiesigen Schulen 300 Mark ausbezahlt, wovon 200 Mark dem Gymnasium Friedericianum zu Anschaffungen für ben physikalischen und naturwissenschaftlichen Unterricht, 100 Mark der Stadtschule für den gleichen Zweck zufielen. Dem Johann Friedrichstift wurden 100 Mark zuteil.
+ Nidda, 15. Nov. Heute feierten die Eheleute Ludwig Stein I. und seine Ehefrau Katharina Margarethe geb. Kaiser das Fest der goldenen Hochzeit. Die Eheleute sind 77, resp. 76 Jahre alt und noch rüstig. Stein war lange Jahre Schäfer. Von S. K. H. dem Großherzog erhielt daS Jubelpaar ein Geschenk von 25 Mark; auch von anderen wurden sie mannigfach bedacht. — Gegenwärtig wird ein im Garten des Amtsgerichts sich befindlicher Weiher trocken gelegt; da das Wasser aus einer Quelle sich sammelt, wird eine Nöhrenleitung gelegt, die in die städtischen Kanäle mündet. — Das neue Schul hauS ist diese Woche von der betreffenden Klaffe bezogen worben.
a. Lauterbach, 16. Nov. Die Errichtung einer
Eisenbahn-Betriebsinspektion vom 1. Oki. 1907 ab ist nun enbgiltige Tatsache. Es fanden dieserhalb am 14. d. Mts. Verhandlungen zwischen Vertretern der Eisenbahn- Verwaltung und hiesiger Stadt statt. Die Stadt übernimmt, wie man hört, die Erbauung der erforderlich werdenden Beamtenwohnungen usw., die sobald als möglich in Angriff genommen werden.
x Stumpertenrod, 15. Nov. Gestern sand hier die Einweihung unseres neu herg estellten Gotteshauses statt. Zugleich feierte man das 200 jährige Jubiläum des Hauses. Das Dorf hatte zur Feier des Tages Festschmuck angelegt. Fast sämtliche Häuser hatten geflaggt. Um 9x/2 Uhr morgens bewegte sich ein stattlicher Festzug durch das Dorf, voran der Posaunenchor Stockhausen, ihm folgten der Kirchenchor, die Ehrengäste, — darunter Kreisamtmann Dr. Haberkorn-Schotten und Dekan Sauerwein-Alsfeld, t- die Schüler, der Kriegerverein und Einwohner von St. nebst auswärtigen Gästen. Unter Absingen des Liedes „Tut mir auf die schöne Pforte.- zog man in das traute Kirchlein ein. Es erfreute durch seine Schlichtheit. Besonders gefielen allen die altehrwürdigen erneuerten Gemälde der Apostel und Evangelisten. Altar und Kanzel hatten neue Decken erhalten. Nachdem Dekan Sauerwein die Begrüßungs- und Weiherede gehalten, ergriff Pfarrer Seriba, der jeweilige Seelsorger der Gemeinde, das Wort zur Festpredigt. Er gedachte der Erbauung der Kirche. Diese fällt in die Zeit von 1696—1712. Wahrscheinlich war die vorherige Kirche im 30 jährigen Krieg zerstört worden. Bis nach Holland zog man damals, um Gaben zu sammeln. Schon verschiedene Male renoviert, hat das Gebäude bis heute seinem Zweck treulich gedient und wird hoffentlich noch einmal 200 Jahre lang für die Gemeinde ein lieber Ort bleiben. Zur Verschönerung der Feier trug wesentlich der erst vor kurzem gebildete Kirchenchor bei. Unter Leitung seines Dirigenten, des Lehrer List zeigte er sich feiner Aufgabe vollständig gewachsen. Um 1 Vr Uhr fand ein zweiter Gottesdienst statt. Kirchenrat Weber-Londorf gedachte der Zeiten, die ihn in diesem Haus gesehen haben. Die beiden Gottesdienste waren so besucht, daß die Kirche die Menge kaum fassen konnte. Auch die Nachversammlung, die 3’/, Uhr im Saale des Gastwirts Wilh. Fuchs stattfand, war sehr gut besucht. Pfarrer Seriba verlas die Glückwünsche verschiedener ehemaliger Pfarrer der Gemeinde. Schüler trugen einen Festprolog vor, der Geschichte und Bestimmung des Gotteshauses als Inhalt hatte. Der Verfasser, Herr Pfarrer Seriba, zeigt darin, daß er die zur Leitung eines solchen volkstümlichen Festes nötige poetische Ader hat.
Frankfurt, 16. Nov. Das Grab von „Frau Rat" auf dem PeterSkirchhofe soll, wie es in einer Vorlage beS Magistrats an die Stadtverordneten heißt, in „würdiger, der Pietät entsprechenden Weise" hergerichtet werden. Um daS Grab will man einen Säulenhof bauen, in dem aus den von privater Seite gesammelten Mitteln ein Denkmal von Goethes Mutter errichtet werben kann.
X. Hanau, 15. Nov. Die Stadtverordnetenversammlung nahm in der heutigen nichtöffentlichen Sitzung den Vertrag bezüglich der Eingemeindung des Nachbarortes Kesselstadt an. Kesselstabt ist eine Ortschaft mit 2200 Einwohnern. Die Eingemeindung soll am 1. April 1907 vollzogen werden.
AUSM svs den SkvLkSkmtsrrylsterv der Stsdt Sleßkll.
Aufgebote.
November. 8. Ernst Nöhrsheim, Pflasterer in Krofdorf, mit Elisabeths Hosmann dahier. 10. Johannes Fleischhauer, Schutzmann in Friedberg, mit Dorothea Ochs dahier. 12. August Aßmann, Fuhrmann dahier, mit Wilhelmine Bender Hierselbst. 12. Maximilian Pohl, Eisengießer dahier, mit Johanna Müller hierselbst. 13. Heinrich Göbel, Schlosser dahier, mit Mathilde Rühl hierlelbst. 14. Peter Gaub, Gastwirt dahier, mit Anna Ohleu- schläger Hierselbst. 14. Julius Franz Moritz, Taglöhner in Trohe, nut Marie Wißner dahier. 14. Lamverttis Hüber, Heilgehilfe dahier, mit Anna Marie Sommerlad in Beuern. 16. Georg Christian Schütz, Betriebsbeamter dahier, mit Adele Christine Johanna Hammig, geb. Hublitz, Hierselbst. 16. Hermann Hetzger, Taglöhner dahier, mit Katharine Lcismann hierselbst.
Eheschließungen.
November. 10. Christian Krug. Kutscher dahier, mit Margarete Ebert hierselbst. 10. Karl Waffenschmidt, Tapezier dahier, mit Auguste, gen. Luise Frank hierselbst. 10. Adam Steinbach, Gold- arbeiter in Bieber, mit Elisabeths Muller dahier. 15. Wilhelm Rensch, Lokomotivheizer dahier, mit Auguste Merkel hierselbst. 15. Hermann Wiederholt, Kaufmann in Budapest, mit Mathilde Müller dahier. 15. Heinrich Weidenhaus, Friseur dahier, mit Theodore Flick hierselbst.
Geborene.
November. 6. Dem Uitternehmer Konrad Rübsamen eine Tochter, Auguste Johanuette. 11. Dem Dentisten Oskar Graes eine Tochter, Marie Elisabeth Franziska.
Gestorbene.
November. 10. Benjamin Atzbach, 81 Jahre, Rentner, Korn- blumengaffe 6. 10. Elfriede Anna Katharine Erdmann, 1 Monat, Seltersweg 62. 11. Juliane Jahres, geb. Einhauser, 76 Jahre, Kaplansgasse 13. 12. Emilie Kretzschmar, geb. Balz, 43 Jahre, Marktplatz 22. 12. Elisabeths Matzing, geb. Rotenberger, 84 Jahre, Crednerstraße 38. 12. Philipp Kliffmüller 73 Jahre, Schuhmacher, 73 Jahre, Große Mühlgaffe 15.
Soeben erschienen! [ss*/v
ist der Katalog der bekannten Firma Gebr. Stark, Pforzheim mit den modernsten Winterneuheiten in Juwelen, Gold- u. Silberwaren.
Der Katalog wird gratis und franko versendet!
too ersten Autoritäten warm empfohlen, weil
nicht nur den lokalen
MMMeWKflWA
Anaesthesin-
e
—— Proben an Aerzte gratis. — tbana. CTimd. !°,l. Frankfurt a. M„Moscl$tr.32.
und anderen Erkrankungen des Rachens und des Schlundes werden
ßr.RitserP
ft
ReU sofort aufheben, sondern auch die Heilung elnlelti Erhältlich in den Apotheken. Preis 1 N
1 8
ä
3
r - N
Die nach- An»*™#® sind Sonntag, den 18. Nov. von stehenden uv & £11 v 12 Ülir mittags bis 12 Uhr nachts sicher anzutreffen. |D17/U
Dr. Geyer, Seltersweg 64. — 9>r. Klein, Ost-Aulage 37.
Dr. Zinsser. Gocthcstr. 10.
Sonntac 4—9 Uiir 354
Nur PeSikasi-ÄgsötoeEce offen.


