schäftsstelle bo? rheinhesfischen lanbw. ProvinzialailSschusseS nach Alzey kommen kann, wo sich gegenwärtig die Geschäftsstelle deS landw. Verein? für Nheinhessen befindet.
— AnSzeichnununq. Dem Verlaqsbuchbandler Senn. 3tilget in Berlin, dem Herausgeber von „Kürschners Jahrbuchs und „Kürschners Bücherschatz", wurde vom Großherzog da§ Ritterkreuz I. Klasse Philipps deS Großmütigen verlieben.
•• Preisaufschlag für Zigarren. Die Mitglieder deS Verein? der Zigarrenfabrikanten, Sih Mannheim, versenden an ibre Kundschaft folgende? Zirkular:
„In den lebten Jahren ünd die Herstelllmaskosten sämtlicher Zigaruenfabrikate stetig höhere geworden, indem alles, wa? die Fabrikation erfordert, im Preise bis zu 20 Prozent und noch höher gestiegen ist. Man bossle dabei immer wieder mtf günstige Kauf- geleaenheit für das Nobmaterial und glaubte dadurch dlusgleich zu finden und eine Erhöhung der Fabrikatvreise umgehen zu können. Indessen batten sich aber die Preise für Nohtabak jeglicher .lrt Io enorm gesteigert, daß es direkt eine Frage der Cetbnerbaltuug geworden ist, auch die Preise für alle Ziaarrenlabrikate entsprechend erhoben zu muffen. Die unterzeichneten Fabrikanten ünd noch ein- gehender Beratung der schwierigen Lage dahin überein oekonunen, ihren Abnehmern zunächst gemeinsam bie'c Mitteilung zu machen, nm im Anschluß daran ivegen der Hohe des Ausschlags für die einzelnen Sorten im besonderen zu verbandeln."
Unterzeichnet ist diese? Nlmdschreibcn von 122 Firmen au? Südwestdeutschland. Die Ziaarrenfabrikanten de? bad. Oberlandes haben bereit? Anfang Oktober ein ähnliches Rundschreiben erlaffen.
** Aus dem Bureau des Stadtth eaterS. Es sei auch an dieser Stelle darauf hingew'efsn, daß Phi- lippis neues interessantes Schauspiel „Der Helfer" morgen Sonntag nachmittag SV? Uhr 'n ermäßigten Preisen zur 'Ausführung gelangt. Es wird die lebte Aufführung dieses Stuckes sein und nachdem es seither sowohl in Darstellung als auch Ausstattung allgemein gefallen hat, auch für morgen sich eines guten Besuches zu erfreuen haben. — Ms 8. Sonntags-Dbonnements-Vorst"llung geht Blumentals „Schwur der Treue" in Sz^ne. In den Hauptrollen sind beschaftgit die Damen Bohrhammer, Schellen- berg und Schuster, sowie die Herren Kost, Goll, Reimer- Schlegel und Lippert.
** Der Simplontunn el. Der für Montag im Cafs Leib angekunbigte 4. öffentliche Vortrag „Der Simplon- tunnel" (mit zahlreichen Lichtbildern) verspricht sehr interessant zu werden. Der Vortrag ist nach eigenen Studien und eigenen vhotogr. Aufnahmen von Prof. Brockmann bearbeitet. Er ist der einzige Fremde gewesen, dem es erlaubt war, zurzeit der Einstellung des Betriebs auf der Nordseite die gefährdeten Stellen zu betreten, er kam bis zu den heißen Quellen und auf der Südseite bis Kilometer 7. Der Vortrag ist ergärrzt bis auf die neueste Zeit und bringt auch den elektr. Teil, soweit er zum Verständnis des Laien nötig ist.
"Turnerisches. Eine Vertreterversammlung der Vereine des Turngaues Hessen findet am Sonntag vormittag im Restaurant Kaiserhof hier statt, die sich mit der Uebernahme des seither von der Gießener Tnrner- schaft abgehaltenen Dünsberg-Turnfestes auf den Gau, sowie mit den Satzungen für die künftigen DünS- bergturnen und der Wahl eines besonderen Ausschusses hierfür beschäftigen wird.
Q Leihgestern, 1. Dez. Daß man nicht vorsichtig genua sein kann beim Füllen einer Petroleumlampe, beweist nachstehender Fall. Ter Handelsmann Lilienfeld wollte in seinem Tuchladen eine brennende Lampe mit Petroleum auffüllen; kaum hatte er sie gefüllt und auf den Ladentisch gestellt, explodierte sie auch schon und im Rn stand er und sein Laden in Flammen. Durch seine Geistesgegenwart konnte der Brand noch rechtzeitig erstickt werden. Er riß feinen brennenden Rock vom Leibe, warf ihn und einige Ballen Tuch auf da? Feuer und erstickte e? hierdurch.
— Uetzhausen, 30. Nov. Für die Gemeinde Nie der-Stoll, die bisher mit Urtzhausen unter einer Bürgermeisterei vereinigt war, w rd ab 1. Januar 1907 eine besondere Bürgermeisterei errichtet werden.
Mainz, 30. Nov. Eine größere Anzahl Schweinemetzger hat den Preis de? Schweinefleische? und der Wurst um 10 Pfg. für da? Pfund herabgesetzt. — Der 15jährige Jakob Hollweg au? Bretzenheim stürzte gestern in einer Wach?fabrik in einen Kessel mit siedendem Wach? und wurde so schrecklich verbrannt, daß er heute Nacht starb.
Worm?, 30. Nov. Die Stadt bat unterhalb der Eisenbahnbrücke im Industriegebiet an die Mühlenbesitzer Weil von Bischheim und Mathaei von Wallertheim ein J7 000 Quadratmeter umfassende? Gelände zwecks Er- r ich tu na einer automatischen Walzenmühle ver- kauft. E? handelt sich um die Verschmelzung der beiden Mühlen zu einem großen Werke, da? mit einem Kostenaufwand von 1 bi? I1/» Millionen Mark erbaut werden soll und besten Produktionsfähigkeit auf 800 bi? 1000 Sack täglich bemessen werben wirb.
** Vilbel, 30. Nov. Die Verlegung de? Bahnhofs Vilbel hat die Enteignung von Gelände er- forderlich gemacht. Die hierfür erforderliche Genehmigung 'ist der König!. Eisenbahn-Direktion in Frankfurt nunmehr erteilt worden und die Frist für die Stellung des Ent- eignnngsantrags ist bis zum 27. Nov. n. I. festgesetzt worden.
h. Frankfurt a. M., 30. Nov. Der 22jährige Schmied Wilh. Winkler au? Nadona versuchte sich heute nacht zu erschießen, brachte sich jedoch nur drei leichte Streifschüsse am Kopfe bei. W. war vor einigen Wochen al? Fahnenschmied vom 63. Artillerieregiment in St. Avold abgegangen und wollte nun seine Braut zum Altar führen. Diese hatte sich aber während seiner Abwesenheit mit einem anderen verlobt, was er sich so zu Herzen nahm, daß er sich erschießen wollte.
Frankfurt, 30. Nov. Der Theaterdirektor Otto Plöcker-Eckardt, der in Frankfurt kurze Zeit das Nesidenztheater leitete, ist eines Tages abgereist, ohne seinen Gläubigern seine neue Adresse anzn- geben. Einer von ihnen, der Kaufmann Hans Knoll, hatte deshalb die Befürchtung, daß er um die 12 000 Mk. käme, die ihm Plöcker-Eckardt schuldete. Er ging gerichtlich gegen seinen Schuldner vor und beantragte Arrestlegung auf den Nachlaß von Plöcker-Eckardts Vater, den der'Bankdirektor Dr. F. Berle in Wiesbaden verwaltet. Die Zivilkammer des Landgerichts sprach den dringlichen Arrest gegen den Nachlaßpfleger aus. Ter zweite Zivilsenat des Oberlandesgerichts bestätigte dieses Urteil. Der Nachlaßpfleger darf
somit nichts mehr an Plöcker-Eckardt zahlen, wenn dieser nicht zunächst die 12 000 Mk dem Knoll auweisen läßt.
Weilburg, 30. Nov. Die Schlußabrechnung der Tausendjahrfeier ergab nach der „Frks. Ztg." 23 614 Mark Einnahme und 24 291 Mk. Ausgabe. Da? sonach 677,79 Mk. betragende Defizit wird von der Stabt übernommen, so daß die Garantiefondszeichner nicht heraugezogen zu werden brauchen.
• Kleine Mitteilungen aus r H e tt 1t r b der Nachbarstaaten. Der Richard, Wagner-Verein Darmstadt hllt, w''e uns von Wt geschrieben wird, am 12. Dezember im großen Festsaal der Tnrngemeinde seinen 109. 23er- e'nsabend ob: das Pro^r^'M wird n-”1 dem Böhmischen Streichquartett aus Prag ausgeführt. — Fn Mainz wollte der 18iährige Dienstknecht Bauer mit einem stützen Messer Nüsse öffnen. Dabei glitt er ans. Das Messer durchstach die Schlagader. Er starb an Verblutung. — In Mücke verunglückte der 35 jährige, bei der Hol'industrie Mucke be- schäftiate Heinrich Damm von Au,-mh-nn dadurch, daß ihm ein von der Kreissäge abfallendes Stück Hol', wider den Leib flog: er erlitt schwere innere Verletzungen. —> Im W^de zwischen Scbneidheim und Fischbach im Taunus' fuhr ein neues Adler-Automobil, d's eingefchren werden sollte, an einer Böschung hinunter. Die be'dm Chauffeure wurden erheblich verletzt. — In Kassel bewilligten d'e St'dtvererdueten infolge der herrschenden Teuerung den städtischen ?lrbe't"rn eine dauernde Lohnerhöhung, den llntcrbecmtcn 75 Mark Zulage. ______
Kleine TageSchronik.
In Beduv /Frankreich! flüchtete ein 20jährige? Mädchen, die von ihrem Geliebten verlaßen worden war, au? der elterlichen Wohnung und irrte int Walde umher, um ihre Niederkunst abzuwarten. Später stürzte stch die Unglückliche mit dem Kinde einen Ahhana Hinab. Beide Leichen wurden vollständig zerschmettert aufgestmden. — Der Bürgermeister von San F a it c i ? c o, Schmitz, ist gegen eine Kaution von 100,000 Mk. freigelassen morden. — Au? San Franci ? co wird ferner gemeldet, daß die Stadt Tehuantepek in Mexiko van einem C r f n n zerstört worden sei, der über einen oroßen Teil der Küste fecite. Tast jede? Gebäude in der Stadt sei beseha'digt worden. 50 Menschen 'ollen umgekommen und 5000 obdachlos sein. — In Modane fand zwischen 2 Offizieren ein Duell statt, wobei einer schwerverletzt wurde. —- Ter Gutsbesttzer Kuppig nnf Herzogswalden im Kreife Javer wurde auf feinem Felde ermordet aefimden. Tie Leiche wies furchtbare Hiebwunden auf. Unter dem Verdacht der Täterschaft wurden zwei bei Kuvvig in Diensten stehende ehemaliae Zwangserzielumaszöglinge verhaftet. — Rechtsamvalt Tr. Alfred Nathan in München stiftete für seine Vaterstadt F ür t h 3 00 000 M k. für ein Wöchneriimen- unb Säuglingsheim. — Ter in Thorn verstorbene Geh. Cani- tätsrat Scheffler hat sein ganzes Vermögen in Höhe von 260,000 Mk. und eilt Hausgrundstück int Werte von 50,000 Mk. der Stadt vermacht mit der Bestimmung, daß eine V o l k S b a d e a n st a l t erbaut, der Stadtpark erweitert und eine Erfrischung?- halle in diesem errichtet werde. Ter Ertrag des Hauses soll zur Erzielnma von Waisen verwandt werben. — Aus Wien wird gemeldet : Als ein Insanteri eregi m e n t mit klingendem Spiele noch der Kcfferne abrückte, trieben einige hundert die Truppe begleitende Strolche allen möglichen Unfug. Einer der Burschen tanzte zwischen der Kapelle und der Trupve. Als er von dem Hauptmann zu Pferde zurecht gewiesen wurde, beschimpfte er den Offizier und erhob drohend die Hand. Im nächsten Augenblicke versetzte ihm der Hauvtmann einen scharfen Säbelhieb über den Kovst Der Bursche brach bewußtlos zusammen. Die Genossen des Verletzten begleiteten dann die Truvpe unter Pstüriffen nach der Kaserne, wo ein großes Wachaufgebot den Mox zerstreute. — In Lago Maggiore ereignete stch ein schweres Auto- m o b i l n n g l ü ck. Als die Herzogin von Genua am Ufer des Sees in ihrem Automobil fuhr, kam ein anderer Selbstfahrer entgegen, der plötzlich von der drei Meter hohen Straße in da? Gewässer h i n a d st ü r z t e. Einer der beiden Insassen des verunglückten Automobils wurde dabei schwer verletzt. Der Verunglückte wurde von der Herzogin von Genua in ihrem Automobil nach dem nächsten Krankenhause aeschaßt.
Sandel und Verkehr, Volkswirtschaft.
Geldflüssigkeit ausgeschlossen. Von ollen Seiten wirb nun die Ansicht ausgesprochen, daß eine wirksame Geldflüssigkeit sobald nicht wieder eintreten wird. Wohl ist SU erwarten, daß in der ersten Hälfte des Januar die Bank von England und die Deutsche Neichsbank die Nate von 6 Prozent oi'fgeben können, und daß man in Deutschland im Vorfrühling bis 5 Prozent ober vielleicht' noch etwas darunter wird den Diskont bestimmen können, aber eine weitere Verbilligung z. B. unter 4 Proz. wird fol'rtnge nicht zu erwarten sein, bis die Anforderungen, die die Industrie cm den Geldmarkt stellt, ganz bedeutend nachlassen und das würde wieder heißen, bis ein Umschw"nq in der Konsunll"r Eintritt. Fedo.ch ist ein freier sobald nich' zu erwarten. Der Prälld u v ndr Deutschen Neichsbank sagte am Schluß eines Artikels, den er im Dezember- Heft der Deutschen Nevne über ,,Die Reichsbank und die Geldverteuerung" veröffentlichte: Ich verkenne durchaus nicht, daß die hoben Diskontsätze und der geminderte Geldbestand der Reichsbank die Kehrseite W w-rtsthastlicben Hochstandes. der iahrelang andauernden guten Bcrkehrslonjunktur bilden. Hierin kann aber nur allmählich durch Ansamml'mg von Reichtümern und Verbesserung der auf Ersparnis van Bargeld gerichteten Zahstmgsmetho- den also namentlich durch Ausbreitung des Scheck-Systems eine Aenderung HerbeiaefüHrt werden.
Das Kali-Svudikat beziffert in einem Rundschreiben den Lieferungs-nisfall in Fabrikaten dar Gruppe 1 und 2 /(fhlor- kalium und schwefeli'oure Salze) während der Monate Oktober und November auf 10 Prozent gegenüber der Bedarssubersicht und hegt nur wen-'g Hoffnung, daß der Ausfall im Dezember wieder hereingebracht wird.
Märkte.
Gießen, 1. Dez. Marktbericht. Auf heutigem Wochenmaikte kosteten: Butter vr. Pfd. 1.20—1.25 Mk., Hühnereier 1 St. 9—10 Vfg.. 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänfeeier 00—00 Pfg., Enteneier 0 Pfg., Käse pr. Stck. 6—8 Pf., Kasematte 2Stck. 5-6 Pfa., Erbfon v.Pfd. 18-24Pfg., Linsen v.Pfd.25-^0Pfg., Touben pr.Pr.0,80-l,00Mk., Hühner pr.St. 1.00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., Gänse vr. Pfd. 60—70 Psg., Ochfensteiscb pr. Pfd. 82—88 Pfg., Kuh- und Rindfleisch vr. Pstmd 80—82 Psg., Schweine- fleisch vr. Pstmd 86—90 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pstmd 94 Psg., Kalbfleisch pr. Pfd. 80—84 Psg., Hammelfleisch pr. Pstmd 60—80 Pfg. Welfche per Pstmd Kartoffeln vr. 100 Kg.
6,00—7,00 Mk., Zwiebeln vr. Ztr. 4,00—5,00 TU., Milch per Liter 20 Psg., Aevfel per Zentner 15 bis 24 Alk., in Körben 00 Pfd., Nüße 100 Stück 30—40 Pfg., Birnen ver Pfd. Mk. 0.08 —0.12, ver Ztr. 9—15 Mk., Weißkraut ver Stück 8-12 Psg., per Zentner Mk. 2.20—2.50. — Marktzeit 8—2 Uhr.
Knust rind Wissenschaft.
Darmstadt, 29. Nov. Im Großh. Hoftheater ging heute abend Oskar Wildes „Ernst", »eine triviale Kv- rnödie für serieuse Leute", zum ersten Male in Szene. Des Stückes Erfolg beruht lediglich auf der possenhaften Handlung in der Verweebselungskomik. Neben witzigen Einfällen fehlt es nicht an Banalitäten und Vlasph-emieu. Nachdem mem im ersten Akte sich bemüht hatte, hinter den Possen eine geistreiche Satire zu suchen, gewann in den nächsten Mten die Heiterkeit über die Verwechseluiigskomik und die possenhaften Einfälle die Oberhand, und das Publikum, welches anfangs ziemlich ratlos war, konnte nun lachen und war zufrieden.
Gerichtssaal.
R. B. Darmstadt, 30. Nov. Das Kriegsgericht der 25. (hessischen) Division verhandelte u. a. heute über folgende
Fälle. Der zum Mili' rdienst aus^hobene Ludwig etet). pacher von Lllzey to. r dem 118. Jm'anterie-Regt. uberwmen worden, h:tt' sich aber -.iitt Diensteintr tt nicht gestellt, sondem vorgew->en, llch uagab'.md'creud im Lande umhevzifireiben. Er h'tte sicki über Ludwi^Shafen bis nach Paderborn begeben, wo-, echst rr ergr'seu und Becher e'ngel'efert w"rde. Stepp'cher erhielt wegen unerlaubter Entfernung SMonate Gefängnis. — Ein wenig angenehmer Kamerad ist der Dragoner Georg B " u n o b el v^u Vt Leibcs'adron des hefigen Leibdregoner- Regts. Nr. 24. aus Mülheim iwbürtig. Er 6"tte sich am 21. Okt. chon am Mittag bei seinen älteren Kameraden d: rch sein Benehmen unliebem bemerkbar gemacht, die Neservistenpfeife geraucht usw. Dm Abend hm es dann in der Kantine wiederum '-nm Stre t. nachdem die Schwester eines Dragoners mit ihrem Vater zum Besuch' cchch'en. Der Angellante geriet namentlich mit dem Dragoner Schmidt h'rt an einander. Als dieser dann icki mit dem Mädchen nach dem Hof begab, folgte ihm Neunobel und versetzte ihm mit einem harten Instrument, Scblüsiel oder Messerrücken, cimit so wnebt-aen Schlag gegen d'e r'ck'te Sckfläfe, daß eine tiefe Wunde entband und der G"troffene von dem 'chrken Vst'tv^rfust oh-mächtig wurde. Er mußte zehn Tage un Lazarett verblei len. ist crT'cr wieder völlig geheilt worden. Der Angeklagte legte sich an'S Leugnen und betritt entschieden bis »u seiner Verurteilung, den blutigen Schlag gesührt zu hrnen. Aus der Vernehmung van 26 beugen aewann jedoch das Kriegsgericht die Uebcr'eugung von seiner Schuld und ticnirtciltc ibn hirgen Körpe^aechehnug mit aefährlick'en Werk'eugen zu sechs M o n a t e n G c f ä n g n i s. Da d'r Angeklagte schon mehrmals wegen Körn^rverle''"''a vorbestraft ist, wurde das hohe Strafmaß ür anaemes'e" erachtet .
Kiel, 1. Dezember. Oberleutnant Siever? wurde wegen fortgesetzter falscher T i e n st m e l d u n g e n^ über Schiildentilenmg krieasaeriebtlich zu z w e i M o n a t e n G e f ä n g - n i s und Dienstentlassung verurteilt.
G n e s e n , 1. Derbr. Sier wurde der Redakteur S z y m e u s k i vom „Leich" wegen Nötigung zu 200 Mk. Geldstraite verurteilt. Szymenski hotte einen Artikel veröffentlicht, in dem erklärt winde, der „Leich" hohe ein schwarze? Brett angekauft nn. dem die Namen derfeiiigen volnifchen Frauen prangen würden, die in deutschen Geschäften kauften. Der Staatsanwalt hatte einen Monat Ge'ängni? beantragt.
B a v r e u t h , 1. Dez. Der hier wegen Morde? und S i t t- l i ch k e i t ? o c r b r e ch e n ? an der Schülerin Wimfchenmeyer zum Tode verurteilte Lehrer Müllev gestand heute nach einem mehrstündigem Verhör, daß er am 2. Mai 1898 die Privatierswitwe Ender? in Bayreuth, bei der er seinei-zeit al? Einjahrig-Freiwilliger wohnte, ebenfalls c r m o r b c t e.
Niebrigste
Handel
des
III
3% Portugiesen
121.00
Hörse, 1. Dezember. Anfansfsknrse.
Tendenz: fest, aber ruhig.
. 241.50
. 127.80
. 184.90
. 140.00
. 241.70
. 83 00
158.20
Harpener Bergwerk Lanrahütte . . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenlose . .
36 20
145.20
148.50
143.00 122.50
244 00 223 80 161.10 213 40 244 00 132.50 126 00 17-1.50 140 30 241.90 171.50
186.00 158.00
214.90
4 % Öesterr. Goldrentd. . 4^8 % Oesterr. Silberrente Un<rar. Goldrente . . Italien. Rente . . .
3^ Portugiesen Serie I .
29.-30.
4 %% russ.Staatsanl. 1905
4^0,n japan. Staatsanleihe
Conv. Türken von 1903
67.50
97.00
Reichsanleihe do.
Konsols . . do.
Hessen . . - Oberbessen
Gießener Wetterdienst.
Dorandffchiliche Witterung für Heffen am Sonntaa, den 2. Dezember: Abnehniende Bewölkung, keine erheblichen Niederschläge. Kälter, Nacht? Frost. Frische westliche Winde.
99.90
100.35
96.30
103.-
69.90 6960
90.7'
94.35
94.50
Eittgefandt.
<FÜr Form vnb Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redakti"' b-n P"blikum gegenüber kemerler Verantwortung.)
Ist es auch nnbern schon aufgefallen., daß man^in der Unter- h.altiiug bei unfern Stadtverordneten gar häufig auf eine manaelnde Kenntnis stößt bezügl. wichtiger Ein'elwmkte unseres Erwc-tcrungsnrs"'ekts, s^daß sie nicht, einmal Auskunft ’n geben wissen? Einsender ist aus der bei andern größeren Gemeinwesen bestehenden Praris bekannt, daß wichtige Erweitern ngSpläne vervielfästigt werden, nicht nur ein jeder Stadtrat in den Besitz eine? Euemplars gelangt, sondern aiich die käufliche Erwerbung Jnter-'ssent^n ermöglicht wird. Es bedarf feiner näheren Ausführung, d^ß eine spfche llebimg Nachahmung auch bei inis verdient. Sie entlastet die Stadtverwaltung hinsichtlich der auf ihr ruhenden Verantwortung und regt bei jedem einzelnen Mitglied das Verantlvortlichkeitsgefühl an, um bei wichtigen Entscheidungen sich auf ein eigenes Urteil 'lützen zu können. Man zögere nickst. Versäumtes na.cknuholen.
Telefomschft Kursberichte
Giessener Anzeigers, mitß-eteilt von der Bank für und Industrie. Glessen.
Frankfurter 35ör*e. ]. Dezember, 1.15 Uhr.
Meteoroloyisssie Bk»obachtnngett
der Station Gießen.
Elektriz. Lnhmeyer . . . Elelctriz. Schnckert . . . Escbweiler Ber-rwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg - Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk. . . Lanrahütte......
Nordd. Lloyd.....
Obeischles. Eisen-Industrie Berliner Handelsges . . Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank .
Deutsch-Asiat Bank . . Diskonto-Kommandit . . Dresdner Bank . . .
Kreditaktien . . . . .
Baltimore- und Ohio-
Eisenf ahn . . .
Gotthard bahn . . . . .
Lombard. Eisenbahn . . Oesterr. Staatsbahn . . . Prince-Heuri-Eisenbahu .
3Ö/O Mexikaner . 4>i% Chinesen . .
Aktien
Bochum Guss . . .
Buderus E. W . .
Tendenz: fest
berliner ;
Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Hnion C. Dresdner Bank . .
3 ^<7. 3%
3%
3^°/c
. 98.20
. 86.50
. 98.10
. 86 65
. 97.20
Türkenlose......146.00
4 % Griech. Monopol-Aul. 52 30
äussere Argentinier . 89 25
. . 213.70 . . 244.75 . . 35.90 . . 131.80 . . 145.70
Nov-/Dez. 1906
Baroinerer au> 0° reduziert
Temperatur der Llckt
, Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
Windstärke
Wetter
30.
30.
1.
2”
9"
7”
7421
740,1
739,4
8,5
6.8
3,8
7,5
7,0
5,4
91
94
90
S NW W
4
2
2
Regen
Bed. Hitnmel
Höchste
Tempe
ratur
un 29
-30.
Novem
her —
4-101° C.
Vermischtes»
• Budapest, 30. Nov. Der Direktor des hiesigen VolkstheaterZ, Paul Vidor, beging wegen finanzieller Verlegenheiten Selbstmord. Heute abend hat eine große Volksmenge die Schauspielerin Sara Fedok insultiert, deren hohe Spielhonorare zum Ruin bc? Direktors Vidor beigetragen haben sollen. Die Schauspielerin konnte nut unter polizeilicher Bedeckung das Theater verlassen.


