Ausgabe 
1.12.1906 Viertes Blatt
 
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Nr. 283 Viertes Blatt.

156. Jahrgang

Samstag 1. Dezember 1906

Erscheint täglich mit Ausnahme de- Sonntags.

DieSiebener Zcnnilienblötter- werden dem ,Tlnfletflei viermal wöchentlich beigelegt. Der hrffljche Landwirt" erschevu monaUich etnrnoL

? « » AAs. A aa A . * . Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen

Ä W S 4 XA 9 X UnwersitätSdruckerei. R. Lange. Gießen.

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V >r M V mf xz V w V ro xr V Tel. Nr. bl. Delegr.-Adr.: Anzeiger Gießen.

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eiehen.

politiid>c Lagcsscbarr.

Ter sozialdemokratische. Abg. Ledcbour beröffentlick^l in der heutigen Ausgabe des Vorwärts dcu Briefwechsel zwischen dem Kolonialdirektor Dernburg und ihm wegen angeblicher wahrheitswidriger Verdächtigungen, dre der Kolonialdirektor gegen Ledebour und andere Abgeordnete an die Verlesung seines Briefes in der gestrigen Kolonialüebatte geknüpft hatte. Ledebour bedauert in seinem Schreiben, dem Wunsche Dern- burgs, diesem Mitteilungen über Verfehlungen von Be- timten zu übermitteln, nicht nachkommen zu können. Der Abgeordnete gibt verschiedene Gründe dafür an. Gr könne mil einiger Sicherheit annehmen, daß die Tatsachen, um die es sich handele, bereits früher den für die Leitung der Kolonialverwaltung verantwortlichen Personen unter­breitet wurde, ohne daß Remedur geschaffen wurde. Volle Aufklärung der beregten Mißstände in der Ocffentlichkeit [ci daher erforderlich. Ein Abgeordneter, dessen Hilfe dazu in Anspruch genommen würde, dürfe sich in keiner Weise sür bie öffentlichen Erörterungen die Hande binden. Dazu komme, daß aus Anftiften ter Kolonialverwaltung hin eine Anzahl Personen, von denen man vermutet, daß sie Ab­geordneten solche Beschwerden zugänglich gemacht haben, unter Anklage gestellt hat, in deren Verfolg jene Abgeord­nete unter Nichtachtung der Immunität mit Zeugenvernehm­ungen und Haussuchungen behelligt wurden. Im Anschluß an bie Veröffentlichung bes Ariejwechsels spricht Ledebour feine Ueberraschung darüber aus, daß Erzberger dem Wunsche des Kolonialdirektors seinerseits nachgelommen sei.

Deutsches Reich.

Slawentzitz (Schlesien), 30. 9tov. Der Ka iser ist heute nachmittag im Automobil in Begleitung des Herzogs von Ratlbor hier eingetrvsfen. Zur Begrüßung waren ßürst Christian zu Hohcnlohe-Oehringen und der Herzog von Ujest mit seinen drei Söhnen, Prinz Gottfried zu Hohenlohe- Schillingsfürst und Landrat v. Hauenschild erschienen. Heute abend fand ein Diner statt, an dem auch der Herzog von Pietz, der Herzog zu Trachenburg, der komm. General von Woyrsch, Fürst Henckel von Donnersmarck, Oberpräsident Gras von Zedlitz und Trützschler, Graf Wilezek und Re­gierungspräsident Holtz teilnahmen.

Berlin, 30. 9u)t>. Beim Reichstage ist die schon lange angckündigte Novelle zum Börsengesetz heute eingegangen. Die Vorlage, die die Geltendmachung des Difserenzeinwandes beseitigt, und einige Erleichter­ungen für den Terminhandel in Effekten, aber keinerlei Erlcicktcrungen für die Produktenbörse bringt, hält sich ziemlich eng an die Kommissionsbeschlüsse der vorigen Session, die die Regierungsvorlage etwas abgcschwächl hatten.

Der Reichstagsabg. Basser mann brachte dem Reichstage eine Interpellation ein, welche lautet: Ist der Reichskanzler bereit, über den Stand der gesetz­geberischen Vorarbeiten für eine Reform der Straf- prozeßordnung Auskunft zu geben? Die Inter­pellation ist von zahlreichen nationallib. Abgeordneten unterzeichnet.

Einen Gegen-Entwurf zum Entwurf eines Auto- mobil-Haftpflichtgesetzes hat der kaiserliche Auto­mobilklub dem Reichstag unterbreitet

Zur Stichwahl im dritten Berliner LandtagZ- wahlkreife fordert der konservative Kreisver­band alle konservativen Wahlmänner auf, zur Verhütung der Mahl eines Sozialdemokraten in den Landtag ihre Stimme am 4. Dezember für Dr. Müller-Sagan ab­zugeben.

Posen, 30. Nov. Polnische Blätter berichten: Ober- vräsident v. Waldow soll dem Weihbischof Likowski be- beuiet haben, in der Leichenrede dürfe mit keiner Silbe von der politischen Tätigkeit Stab­lewskis gesprochen werden, andernfalls würde er, der Oberpräsident, als Vertreter des Königs sich genötigt sehen, die Trauerversammlung sofort zu verlassen. Daraufhin

Literarisches.

Im Verlage von Friedr. Rothoarth in Leipzig erschien ein Neues Buch von WaltherSchultevomBrühl:Sach- sen sch äde l", ein Roman von der roten Erde. (Preis 3 Mk.). In packenden Schilderungen führt uns der Dichter in seine väter­liche Heimat, aus einen westfälischen Erbschultenlwf, und ent­wickelt hauptsächlich in dem Gegensatz zwischen dem zäh am Hergebrachten hängenden, eich en starken Großbauern und seinem gebildeteren, dem neueren freieren Geiste geneigten Erb- sohne eine greifbar echte Charakteristik des westfälischen Volks­charakters.

Karl von Verfall: Um die Familie. Roman. Verlag von Egon Fleischel & Co., Berlin W. 35. Preis 4 Mk. In diesem neuen Roman bestätigt Karl von Perfall wieder mit besonderer Deutlichkeit die Tatsache, daß wir in ihm den Meister des Eheromans auf der Grundlage deutschen Gesellschastslebens zu sehen haben.

Kains Entsühnung. Roman von Luise Westkirch. Concordia Deutsche Verlags-Anstalt, Hermann Ehbock in Berlin W. 50. (sjeh. 3 Dturt. Ein großer Zug liegt in dieser Schöpfung, die hervorragend kombiniert, deren spannende Hand­lung sich in unbeirrt grader Linie entwickelt und im besten Stil geschrieben ist. Die Künstlerin versteht es, das Moor mit seiner weiten Oed?, seiner Melancholie und seinen schweigsamen, verschlossenen Bewohnern in großer poetischer Gestaltungskraft zu schildern.

Fr au en, bie den R u f vernommen. Roman von E. de Jong van Beek en Donk. Autorisierte Ucüertragung und Sjcaröc.tung aus dem holländischen von Else Otten. Concordia Deutsche Verlags-Anstalt, Hermann Ehbock in Berlin W. 50. Geh 3 Mark. In der umfangreichen Literatur, welche im Verlaus des letzten Jahrzehnts sich der F-rauenfrage und den Fortschritten der Frauenbewegung gewidmet hat, bildet dieser Roman eine einzigartige Erscheinung. Denn es existiette bisher wohl noch kein Werk, dessen Thesen und Tendenzen in so ge­fälliger Form dargeboten mürben, einer Form, die allen Schichten der Bevölkerung vertraut ist und daher auch wohl allen will­kommen sein dürste. Viele unserer sozialen Uebel, die sich als

habe der Domherr Michalsli aus seiner bereits jestgestell- un Leichenrede alle politischen Stellen ausgemerzü

In der heutigen Sitzung des Posener Domkapitels wurde zum Kapitelverweser der Diözese Posen der Meihbischof Likowski gewählt.

Schwerin, 30. Nov. Die Kaiserin-Witwe von Rußland ist heute abend hier eingetroffen.

Stuttgart, 30. Nov. Der Minister des Innern sprach sich für t e i l w e i s e O e f f n u n g der Holland. Grenze aus.

Großherzog und Sozialdemokratie.

DerVorwärts' vcrösseiulicht eine Zuschrift des Abg. Tr. David, in welcher dieser bie Haltung ber sozialdemo­kratischen Fraktion des hessischen Landtages zu rechtfertigen sucht und u. a. erklärt, daß sie in diesem Falle auS rem menschlichen Gründen sich dem Glückwunsch an den Großherzog an geschlossen habe, um damit »hce Teilnahme zu beluuden, baß nun bem Großherzog nach ben schweren SchicksalSschlägen ber letzten Jahre wieder em Familienglück erblüht sei. Ter Groß Herzog von Hessen habe als Mensch sich bie Achtung der hessischen Sozial­demokratie erworben biirch bie vorurteilsfreie, gerechte Haltung ihr gegenüber. Diese Haltung habe er auch un Falle Eißnert bofunientieif.

DerVorwärts* bemerkt zu ber Erklärung DaipbS folgenbes: Wir sind nach bicser Erklärung bes Verhaltens unjerer Genoßen in ber Zweiten hessischeii Kammer ber gestern von uns auSgcführten Ansicht.

2hi»lanö.

London, 80. Roo.Daily Expreß* berichtet, bet beu tsche Kaiser roetbe im Frühjahr inc ognilo Eng- lanb bereisen. (?)

Brüssel,. Nov. Die Maul- und Klauen­seuche beeilet sich m Belgien in starkem Umfange weiter auL.

Paris. 80. Nov. Die Kammer genehmigte mil 290 gegen 218 Summen bie Festsetzung ber Entschäbigung sür die Deputierten aus 1 5 uoo Francs.

91 om, 30. Nov. Kardinal Kopp wird am Dienstag bie Heimreise antreien. Die Anschauungen des Kardinals m der Polensrage haben sich mit jenen ber Kurie völlig im Einklänge befunden. Tas nationale Element fei aus der Polenstage ausgefchallct.

Wien, 30. Noo. Im Abgeordnetenhause kam es heute bei der Abstimmung über bie Wahlreform zu Lärm- und Naufszenen. Die Tschechisch-Nadikalen be­zeichneten baS Resultat einer nebensächlichen Abstimmung als falsch, entrissen bem Präsidenten bie Ausschreibung und warfen die Protokolle usw. von der Ministerbanl herunter. Bei bem Versuche ber Crbner, bie ben Präsibenten Bedrohenben zurückzubrängen, entstand ein Handgemenge mit ben Deutschen, worauf bie Sitzung unterbrochen würbe. Der Ministerpräsident sucht zu vermitteln, Klofac, ber mil ihm spricht, macht heftige, broheiid aussehende Bewegungen. Abg. Albrecht (Leujschei) glaubt, der Minister sei gefährdet, und packt S'Uofac an der Gurgel, sodaß es zu neuer- l ich en Rausszenen kommt. Rach 13 stündiger Dauer wird um 12 Uhr nachts die Sitzung geschlossen.

Budapest, 30. Nov. Die Ankündigung der Regie­rung, in allernächster Zeit ein Streikgesetz zu schassen, hat in Arbeiterkreisen sehr verstimmt und deren Organ greift bie Negierung in heftigster Weise an. Ter sozialistische Ab- geeebnete Mezofsy, der heute scharf gegen bie geplante Vor­lage sprach, wurde üoni Hanbelsmmister Kossuth unterbrochen, welchen Präsident Jtlsth energisch zur Einhaltung dec HauS- orbniing ermahnen miißte.

Belgrad, 30. Nov. Im Palais des Kronprinzen Georg iviuben zwei Soldaten der Palaslwache an-

verheerende Kreösichäden erweisen und beten Kenntnis unzähligen Frauen und Müttern, bie doch im Interesse der Erziehung tommenber Geschlechter und daher auch im Interesse des Ge­samtwohles gerade für des Lebens Nachtseiten offenes Ohr und Auge haben müßten, noch immer eine terra incognita bedeutet, werden hier von Hellen Schlaglichtern beschienen. An dem Ent­wicklungsgang dec jungen Heldin, die sich au3 einer dumpfen konventionellen Umgebung loscingt, um frei und ungehindert höhe- reren Daseinszwecken zu dienen, veranschaulicht sie die seichte entnervende Trostlosigkeit eines unbefriedigten und unbefriedi­genden Daseins wie es trotz aller verbessernden Bestrebungen, trotz aller auf diesem Gebiet bereits erzielten Reformen doch noch immer den getreuen Abklatsch zahlloser Frauen- und Mäd­chenexistenzen bildet. Sie versucht es, die Schlafenden, die In­dolenten, die durch Luxus und Genuß Erschlafften und Demo­ralisierten unter ihren Mitschwcftern wachzurütteln, die, welche trotz allen lastenden Ernstes unserer Zeilen über tändelndem Spiel und Genußsucht des Lebens strengste Forderungen ver­gessen ....

Aus demDollarlande. Von Henry F. Urban. Con­cordia Deutsche Verlags-Anstalt, Hermann Ehbock in Berlin W. 50. Geh. 2.50 Mark. Aus jeder Zeile spricht bei Urban ein ge­sunder und kräftiger Humor, der um so sicherer Wirkung ausüot, da er in der deutschen Literatur leider niemals zum Alltäglichen gehört hat.

Bei Greife in & Co., Leipzig, erschien: Firnenrausch, Roman von Paul Grabein. Mit Umschlag von Professor Emil Toepler, broschiert 3.50 Mark. In diesem 9ioman führt uns der Verfasser h.nein in die grandiose Natur des eissterren- ben Hochgebirges. Der Autor zeigt uns Menschen, bie jauchzenb dec starren Höhe zustreben. Gewaltig wie Lawinenstürze unb Schneestürme sinb ihre Leidenschaften, Lust unb Leib. Wechselnb unb reizvoll, vor allem naturwahr, sind die Alpenbilder, die den Hintergrund der Erzählung bilden.

Japanische Gymnastik für Knaben u n d M a d - ch e n von H. Irving Hancock. Mit 32 Aufnahmen nach der Watur. Preis broschiert 2 Mark. (Verlag von Julius Hoffmann, Stutt­gart.) Eine große Auswahl Uedungen, die auf dem Prinzip des japanischen Jiu-Jitsu beruhen, bietet uns das Buch.

geschossen und schwer verwundet. In berBeogradske 'Jleiuine* wirb ber Fall so bargcMt, als ob bie Schüsse von einem Soldaten abgegeben seien, der seither verhastet ilt. Loch soll cs sich um einen neuerlichen Wutausbruch des Thronfolgers handeln, wie aus ber Umgebung bes Kron­prinzen verlautet. Ossiziell wird alles obgclcugnet.

Nujstjchcs.

Der Zar genehmigte die Entscheidung des Ministerrats über die tägliche Arbeits dauer der in industriellen Betrieben beichäjttgteu Handwerker. Die Arbeitsdauer ist aus 12 Stu iio en festgesetzt worden, in EL einer zwei, stündigen Essenspause.

Am 30. November erschien ein kaiserlicher Ukas, nach welchem Bauern, gegen Verpfändung ihrer Laudpar- öellcn, Darlehen aus der Bauern-Agrarbauk gewährt locrben können.

Im Torfe Semenow nahmen die von Agitatoren auf­gereizten Bauern aus bem ber Gemeinde gehörenden Vor­ra t s h a u s sämtliches Getreide fort und e n t - lv öffneten zwei Wächter. Am folgenden Tage traf der Distrikts komm i s s ar mit 50 Wächtern ein. Als sich die Lauern trotz wiederholter Ermahnungen weigerten, zu ge­horchen, wurde eine Salve abgegeben, wodurch viele g e- tötet unb verwundet wurden. Darauf nmrbe die Ruhe wiederhergestellt unb das Getreide wieder in den Speicher zurückgeschafft. Tie Bauern verwünschten jetzt die Agita­toren, die verschwunden sind. Der Raub des Getreides wurde nicht durch eine Notlage veranlaßt.

Au» S.uor uuo Luuo.

Gießen, den 1. Tezcmber 1906.

** Zur Taufe des ErbgroßherzogS. Als Vertreter S. M. des Kaisers und Königs von Preußen wird Prinz Eitel Friedrich von Preußen und als Vertreter S. 2JL des Kaisers von Rußland wird der Kais, Mimstcrrcsident von Doubensky an den Tauffeierlich­keiten tcilnehmen. Prinz Heinrich von Preußen ist verhindert, an ber Feier teilzunchrnen. Bei Anlaß der Taufe ist von den Darrnstadier Vereinen und Korpora- tionen eine große Ovation in Gestalt einer Serenade mit Lampionzug beabsichtigt. Zu den Kosten hat die Stabt einen Betrag von 1600 Mark bewilligt, der zuerst mit 1900 Mark beantragt war, aber in dieser Höhe in An­betracht der Zeitvcrhältniffe auf Widerspruch stieß, weshalb man sich, wie der D. T. A. zu berichten weiß, auf die niedrigere Summe mit Majorität einigte.

** Landesunlversität. Die Prüfungsordnung für die Abhaltung von Prüfungen in der Landwirtschaft ist dahin ergänzt worden, daß noch eine Zusatzprüfung in P slanzenzucht ungeordnet wurde. Zu dieser Zusatz- Prüfung können Bewerber zugelassen werden, die an der Landesunivcrsilät oder an einer rhr gleich zu achtenden Universität oder Hochschule die Land-, Staats- oder Diplom- Prüfung bestanden haben. Die Prüfung ist lediglich münd- lich, sie erstreckt sich auf Pflanzenschutz, Pflanzenzüchtung und Samenkunde mit Samenkontrelle. Als Prüfungsge­bühren sind bei ber Meldung im ganzen 20 Mark zu ent­richten.

Parlamentarisches aus Hessen. Ter neu« gewählte Abg. Büchner, der zuerst als Freisinniger, bann als Bauernbündler bezeichnet wurde, ist hcrite ber national­liberalen Fraktion betgetretcn. Ter wiebergcwahlte Abg. Wolf hat sich nach demRfainz. Jotirn." als Hospitant der Fraktion bes Bauernbunbes eiirschreiben lassen. Zilin Gesetz über die Lanbwirtschaftskaminer hat ber rlldg. Diehl einen Antrag eingebrcrcht, baß bie Provinzial- ausschüsse ber LanbivirtschaftSkammer ihre Geschäftsitellen aiich an anbeccn Plätzen als in ber Prooinzialhauptstabt eincichten können. Der praktische Zweck des Antrags ist, baß bie Ge-

Nationalökonomie in ber Che. Wenn man bad nett ausgestattete Buehhaltungshest zur Hanb nimmt, das unter dem TitelHoffmanns H a u s h a l t un g s b u ch" Julins Hofsmanns Verlag in Stuttgart, auch dieses Jahr erscheinen ließ, dann wird man erkennen, daß es sich hier nicht um weise Theorien, sondern um eine sehr gesunde Praxis handelt, darum nämlich, daß die Hausfrau Buchführung treibt.

Bei der Fülle der täglichen Aufzeichnungen, seien sie pri­vater oder geschichtlicher Natur, ist ein praktischer Notizkalendn ein unentbehrliches Jnventarstück auf jedem Schreibtisch geworden. Als das Ideal eines solchen, ist der im Berliner Lithographischen Institut, Berlin W. 35, Potsdamer Straße 111, erscheinende Paul Moser'sNotizkalenderundTagebuch ISO? (31. Jahr­gang) anzusehen. Als Schreibunterlage zu benutzen, läßt der Kalender auf gutem Papier für jeden Tag deS Jahres hinreichend Raum zu Notizen umsangreichcr Art, sowie zur Verbuchung von Einnahmen und Ausgaben u. dgL Der Wert des Buches wird durch einen Anhang erhöht, welcher in sachaemäßec Anordnung Antworten aus die täglichen Fragen des Levens gibt; er ent­hält AuSzüge aus dem Gesinde-, Handels-, Gewetöc-, Kranken-, Unfall-, JnvalideuversicherungS- u. a. Gesetzen, sowie aus der» Post- und Eisenbahnbestimmmigen.

Insel-Almanach aui das Jahr 1907. 152 Seiten mit Beilagen. Leipzig, Jnscl-Verlag. Karwniert 50 Pf. In geschmackvoller und aparter Ausstattung hat der Insel-Verlag leinen Almanach hinausgesandt. Er enthält u. a. Beiträge von Hosmannsthal, Schlaf, Meier-Gräfe, Vicroaum, Uebersetzungcn von Verlaine, Maupassant und bildlichen Schmuck nach Ludwig von Hosmann, Beardslcy usw. Am Schluß bringt der Almanach ein beschreibendes Verzeichnis der sormscyvnen Werke des Insel-Verlags.

Einen interessanten Essay über Ernst von Wildenbruch von Professor Dr. Alfred Krnar bringt der WeihnachtS-Almanach der Grote'schen VcrlagSvuchhand.ung in Berlin, der außerdem eine Fülle von Abbildungen und PorträtD der Autoren des Verlages wie Frenssen, Raabe, Trojan, franlton, Felix, Philippi, den Dichter des tiefsinnigen schönen RomanS Adam dwtmann", usw. sowie die Anzeigen der neuen Erschein­ungen dieses Jahres enthält.