Ausgabe 
20.8.1906 Zweites Blatt
 
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caMratales. Die Zahl der in bcr Nähe der Stadt Mebpme ob­dachlos Lagernden beträgt 60 000. Diese Leute erzählen, das; , dem Erdbeben unmittelbar ein trovischer Regen vorangmg, der } einige sick Valparaiso nähernde Züge zum Stillstand zwang. <

Die Ortschaften Vinal del Mar, Suilpique und Lunache - in der Nähe von Valparaiso sind gleichfalls zerstört. In i entern grasten Salpeter-Bergwerk bei Valparaiso hat eine Explosion stattgesunden, wobei h n n d e r t e v o n B e r g - y I guten den Flammentod in der Tiefe fanden. In den Theater- und V er g nüg un g s-Et ablissement s, dte zur Zeit der Katastrophe von einer sich dem Vergnügen hm- gebenden Menschenmenge ne füllt waren, spielten sich entsetzliche Szenen ab. Mle wollten den Ausgang gewinnen, wöbet zahl­reiche Versonen tot getreten wurden.

In Santiago dauerte das Erdbeben 3Vs Minuten. Die Brände, die an verschiedenen Stellen ausbrachen, wurden sofort gelöscht. Auf das Erdbeben folgten starke Regengüsse. Fast die .Hälfte der Einwohner lagerte während der Nackt aus Plasten und Strasten der Stadt. Der Handelsverkehr ruht vollüandtg.

In Santiago wurden 30 Personen getötet und der Schaden wird auf 2 Millionen geschäht. Was in der Provuiz passiert m, wird nur geraten. Tie Eisenbahntimnels sind verschüttet und der Verkehr mit dem Jnlande ist vollständig unterbrochen.

Auch die Stadt I g u i a u e ist größtenteils z er st ö r t worden.

Auf der Insel Santa Lucia wurden ebenfalls 50 Erdstösse ver­spürt, ebenso aus Jamaica. Großer Schaden ist auch in

,ben westlichen Teilen der argentinischen Republik angericktet worden. Die Provinz der Anden wurde besonders schwer heim- gesucht. c n-

Nach einem Telegramm aus Buenos Avres ging die Er­schütterung von Valparaiso aus südlich den Stillen Ozean ent­lang, überschritt die Anden imd berührte die Ostküste. Ro­sario verursachten fünf Erdstöße erheblichen Schaden, ebenso in Arana Riova, San Luis und Tacuman. In Tacuman besindet sich das Regierungspalais unter den zerstörten Gebäuden. Aus Honululu wird telegraphiert: Nach drahtlosen Devescken aus Hawcn. Mani und Hilo regte dort Donnerstag noch eme fünf Fuß hohe Flutwelle die Inseln entlang. Sie gab sich m der eingeschlossenen Bucht durch eine bisher noch nie beob­achtete heftige Brandung zu erkennen.

Wie es scheint, steht dieses Unglück mit der Katastrophe in San Francisco im Zusammenhang. Die Aehnlickkeit beider Kata­strophen ist vermutlich kein bloßer Zufall. An der Westküste ?lmerikas zieht sich von Kap Horn, der äußersten ^üdspche ^Südamerikas, bis zu den Fluten des nördlichen Eismeeres cm gewaltiges Kettengebirgssystem in der ungeheuren Länge von

14 000 Kim. hin. In Südamerika heißt es Anden oder Cordilleren, in Nordamerika haben seine einzelnen Teile verschiedene Namen: Rocky Mountains, Seealpen usw. Das Gebirge fällt an den meisten ©teilen steil in den Stillen Ozean ab, so bei San Fran­cisco und bei Valparaiso. Die ganze Ostküste Amerikas m ihrer ungeheuren Ausdehnung scheint sich ins Meer zu senken, und .zwar derart, daß Risse im Uferland, parallel der Küste, ent- ßefen. Mle Gebäude, die auf so unsicherem Grunde stehen, müssen jbei starken Bodenerschüttemngen der Vernichtung anheim fallen. Mas das Erdbeben verschont, "fällt dem Feuer, das bei der Katastrophe überall ausbricht, zum Opfer. So ist San Fran­cisco, die Hauptstadt des Ostens der Vereinigten Staaten von Amerika, so ist jetzt Valparaiso, die Handelsmetropole Chiles, zerstört worden. Im Angesicht der himmelanstrebenden, mit ewigem Schnee bedeckten Cordilleren, von den blauen Wogen des Stillen Ozeans umspült, verdient die Stadt, hufeisenförmig an grünbekränzte Hügel angelehnt, die terrassenförmig empor- ifteigen und die entzückendste Aussicht über die zu ihren Füßen ^gelagerte Bucht, über den von Schiffen aller Nationen belebten iHafen und die mächtigen, im Aconcagua zu 22 800 Fuß auf- ifteigenben Schneeberge gewahren, den Namen Valparaiso, Tal 4> eS Paradieses. Die Stadt, im Jahre 1820 ein Ort von .2000 Einwohnern, ist heute ein bedeutender Stapelplatz mit .160000 Seelen. Die Ausländer haben den Handel fast allem tat der Hand. Unter ihnen nehmen die Deutschen mit mindestens '3000 Köpfen eine sehr bedeutende Stelle ein. Ihr Anteil am Handel wird von keiner Nation übertroffen. Gar mancher un­serer Landsleute wird also vermutlich durch das Unglück schwer getroffen worden fein. Indessen erhielten vor der Hand ver­schiedene deutsche Handelshäuser die Nachricht, daß deutsche Ge­bäude nur wenig beschädigt seien.

Der größte Teil Valparaisos, die Stadt der eingeborenen Chilenen, besteht aus kleinen Holzhäusern. Der Erdbebenstoß wirft den primitiven Feuertopf der Chilenen um, und überall jzüngeln die Flammen aus den Hütten hervor. Die Geschäftsstadt fist in moderner Art aus Stein gebaut.

Nach den von derK. Z." eingezogenen Erkundigungen läßt ssich jetzt fchon sagen, daß der Schaden, der den an dem -Feuerverficherungsgeschäft beteiligten deutschen Feuer- bersicherungsgefellschaften im äußersten Fall erwachsen kann, ganz wesentlich kleiner sein wird, als der in San Franzisko. Das Gesamtinteresse der Aachener und Münchener Feuerversicher­ungs-Gesellschaft beträgt höchstens 21/4 Mill. Mark. Die in Val­paraiso zur Anwendung kommenden Policen enthalten, eine sehr bestimmte Erdbebenklausel, die in klarer und unzweideutiger Weise ;bie durch Erdbeben entstandenen Schäden von der Ersatzpflicht ausschließt. Dasselbe gilt von den beiden Kölner Gesellschaften, der Kölnischen Rückversicherungs-Gesellschaft und der Minerva, Retrozessions- und Rückversicherungs-Gesellschaft. Beide find dem Vernehmen nach durch englische Gesellschaften an dem Geschäft in

Valparaiso beteiligt es handelt sich jedoch nur um einige hunderttausend Mark.

In Rinteln wurden am Samstag mehrere von Osten nach SBeften gerichtete Erdstöße im oberen Wesergebiete toafyr= glommen.

Aus Stafct und Lund.

Gießen, den 20. Slug. 1906.

' Die Gefahr eines Gießener Bierkrieges ist, wie wir heute authentisch erfahren, vorüber. Die Brauer und Gastwirte Gießens und Umgebung haben sich nach langen Verhandlungen geeinigt und es steht nun fest, daß das Bier in Gießen nicht teurer wird. Morgen werden in einer letzten Versammlung der Brauereibesitzer und Wirte endgiltige Abmachungen getroffen werden, in welcher Weise das Ent­gegenkommen der Brauer von den Wirten zu entgelten lein wird.

W Der Süddeutsche Rennfahrer- Verband ver­anstaltet am 26. August auf dem Gießener Sportplatz g r 0 ß e I n t e r n a t i 0 n a l eR a d r e n n e n. Das Rennprogramm umfaßt folgende Nummern: 1. Goldenes Rad von Gießen; Internationales Stundenrennen mit Motorschrittmacher. 24 Dauer­rennen über 5000, 10 000 und 15 000 Meter. 5 Motorrennen. 6 Ehrenpreisfahren. Der schwarze Afrikameister H. F. Vendredi aus Kairo ist Starter, ebenso der Europameister Georg Drescher aus Mainz.

W. Bad Nauheim, 19. Aug. Der Krieger­verein 1870/71 beging heute in der Turnhalle Fahnen­weihe. Um 31/2 Uhr bewegte sich ein staatlicher Zug, bestehend aus den Ehrenjungfrauen und den alten ehr­würdigen Veteranen von 1870/71 durch die Straßen unserer Stadt nach dem Festlokale. Dort begrüßte der Vorsitzende

Frankfurt, 18. Aug. Auch Vichy sind Graf und Gräfin Witte gestern hier eingetroffen. Sie werden sich von hier aus zum Kurgebrauch in ein deutsches Bad begeben. Vorher wird Graf Witte ein^r Einladung des Kaisers nach Wilhelmshöhe Folge leisten. Gegen den wegen betrügerischen Bankerott in Haft besindlichen Bau­unternehmer Philipp Welter liegt ein schwerer Verdacht vor. Er soll seine erste, vor zwei Jahren verstorbene Frau vergiftet haben. Ein damals bei Welter in Diensten stehendes Mädchen habe ausgesagt, der Frau fei es nach Genuß von Kartoffelsalat schlecht geworden und kurz daraus ei sie gestorben. Der Hund, der den übrig gebliebenen Salat raß, fei ebenfalls verendet. Welter habe nichts davon ge­geßen, dagegen habe er den Auftrag gegeben, daß der Stellen­vermittlerin Götz, der Mutter seiner kurz darauf geheirateten zweiten Frau von dem Tode Mitteilung gemacht werde. Die Götz habe sich fchon am Abend nach dem Befinden der Frau Welter erkundigt. Untersuchung ist im Gange. Der hier im Krankenhaufe isolierte leprakranke Rumäne befindet ich entsprechend gut. Die Erkrankung ist noch im Anfangs- tadium und nach Ansicht der Aerzte dürfte Hoffnung auf Heilung vorhanden fein. Sobald die Regierung es genehmigt, wird er ins Lepraheim nach Memel verbracht. Gestern fand wieder einmal ein Ueberfall aus eine Dame im Stadtwald statt, der jedoch wie auch in einigen vorher gegangenen Fallen nur den Zweck hatte, der Dame den Hut zu entreißen. Man scheint es mit einem Geistesgestörten zu tun zu haben. Der Verkehrsverein erläßt ein Preis­ausschreiben im Werte von 1200 Mk. in Bar für eine Kon­kurrenz hiesiger und auswärtiger Berufs- und Amateur­photographen für künstlerisch ausgeführte Ausnahmen von Frankfurt und Umgebung. Der Zweck ist, mustergiltige Bilder für die vom Verkehrsverein beabsichtigte Außcnpropa- ganda zu schaffen. Die gestrige Sitzung der von der sozial­demokratischen Partei und den Gewerkschaften eingesetzten Schiedskommission der Brauerei-Vertreter und Gast­wirte hat nicht zu einer Einigung geführt.

Nuilst und wrssenschast.

Berlin, 19. Aug. Bei dem gestrigen zu Ehren der franz. Aerzte veranstalteten glänzend verlaufenen Kommers bildete sich auf Anregung des Stadtverordnetenvorstehers Langerhans ein provisorisches Komitee für internationale ärzt­liche Studienreisen. Das Komitee wurde beauftragt, Schritte behufs Bildung eines, definitiven Komitees einzuleiten. Heute begaben sich die französischen Gäste nach Potsdam.

Das neue hessische Landesmuseum in Darm­stadt, das unweit des Hoftheaters durch Professor 'Alfred Messel aus Berlin errichtet worden ist, ist nunmehr vollendet. Tie reichen Sammlungen sind aus dem alten Museum. Fast für jede Sammlung wurde ein besonderer Raum geschaffen. Die Vortragssäle erreicht man direkt von der Straße aus. Im Parterre betritt man zunächst eine gewaltige Halle, an deren Seitenwänden antike Altäre aufgestellt sind. Ferner werden im Erdgeschoß untergebracht die kunstgewerbliche, die Waffen-, zoologische und mineralogische Sammlung. Altertum, Mittel­alter und Renaissance werden in nebeneinander liegenden Sälen vereinigt. Die Ausstattung aller Räume ist vornehm, künstlerisch. Am ausgedehntesten sind die Lokalitäten für die hessischen Gegen­stände. Interessant sind die althefsische Bauernwohn- un g , dasDarmftädterZimmer und der prächtige Wand­schmuck aus dem OffenbacherSchlosse. Auch ein F r i e d - berger Zimmer im Renaissancestil, das Gold-, Silber- und Emaillegegenstände enthält, ist vorhanden. Hervorgehoben sei auch noch die überaus prächtige Gemäldegalerie, die eine Reihe von überaus wirkungsvoll beleuchteten Zimmern umfaßt. Das ganze Museum darf als Prachtbau bezeichnet werden. Es wird unter den hervorragenden Bauwerken Hessens mit an erster Stelle stehen.

Gerichtssaal.

Gießen, 18. Aug. Der frühere Kaufmann und jetzige Dien st kn eckt Heinrich Mar Gr. von Koscknöve (Schlesien) fand infolge Vermittelung aus Berlin, wo feine Eltern wohnhaft sind, Beschäftigung bei einem Landwirt zu Nieder- Osieiden. Er sollte zur Musterung und bat einen Mitknecht, ihm seine Taschenuhr zu leihen, was dieser, da er ihm nicht traute, ab­lehnte. Kurz vor seinem Weggang nahm er die Uhr und versetzte sie in Gießen. Er machte darüber so vielerlei unwahre Angaben, daß es dem Eigentümer iiicht möglich war, wieder in den Besitz zu gelangen. Die hiesige Strafkammer hielt zwar den Diebstahl nicht als criviesen; es verurteilte aber den Angeklagten wegen Unterschlagung uiid zwar unter Einbeziehung einer vom Amtsgericht Seebausen wegen Diebstahls erkannten Gefängnis­strafe'von 5 Monaten zu einer Gesamtstrafe von einem Jahr Gefängnis.

* Kleine Tageschronik. In Stuttgart war durch die Unvorsichtigkeit eines Anaestellten im Keller des Bahn hofs- hotels ein gefährlicher Brand ausgebrochen, der an den Vorräten so reiche Nahrung fand, daß die Feuerwehr stunden­lang besckästigt war. Der Brandmeister und ein Oberfeuerwehr­mann mußten wegen Rauchvergiftung vom Platze getragen werden. In Altona wurde der SottcriefoHefteur1 Gustav Fischer verhaftet. Er hatte über 10 000 Prospekte der Königsberger Geldlotterie zur Freilegung des Königlichen Schlosses in Königsberg in die Welt geschickt mit der Aufforderung, 3.30 Mark für jedes Los einzusenden. Er bat auf diese Weise ca. 30 000 Mark vereinnahmt. Lose zur Lieferung hatte aber Fischer nicht. Nach seiner Verhaftung sind über 500 Briefe und Postanweisungen aus Deutschland und Oesterreich-Ungarn 1 eingelauscn. Die Zahl der Geschädigten beläuft sich auf mehrere , tausend. Fischer, der in Altona ein, in Hamburg zwei Kontore gemietet hatte, benutzte für seine Manipulationen ein Postfach; er will früher in Kopenhagen ein Lotteriegeschäft betrieben haben. lieber den Selbstmord einer Berliner Dame wird aus Köln gemeldet: Mit dem ersten Berliner Frühzuge langte ! am Samstag dort ein feingekleidetes Berliner Ehepaar an. 1 Sofort nach der Ankunft lief die Frau vom Bahnhof schnur- ; stracks nach dem Rhein, wo sie sich unterhalb der neuen Brücke ; in den Strom stürzte. Dem Gatten gelang es im letzten Augen- . blick mit mehreren Schiffern die mit dem Tode Ringende zu retten; i indessen machte der Zustand der Frau ihre sofortige Ueberfülyrung : in ein Krankenhaus notwendig. Was sie zu dem Selbstmord veranlaßt hat, ist iwck unaufgeklärt, auch verweigern die Be- > troffenen vorläufig jede Auskunft über ihre Personalien. , Bei Bernay lFrkr.l geriet ein Automobil in dem sich der 38 jährige in Kairo geborene Prinz Ibrahim M 0 - ' Hamed befand, vor die Lokomotive eines Eisenbahnzuges der ' Strecke Paris-Cherbourg. Das Automobil wurde vollständig zer- c trümmert. Der Zustand des Prinzen erscheint ho ff nungs- > los. Der Chauffeur bereits seinen Verletzungen erlegen.

wurde für 100Pfund Schlachtgewicht: Ockfenl. Qualität 9092 Mk., 2. Qual 8284 Mk., 3. Qual. 7276Mk.; Bullen l.Qual. 76 bis 78 Mk., 2. Qual. 7274 Mk.; Kühe 1. Qual. 8284 Mk., 2.Qual. 7981 Mk., 3. Qual. 6567 Mk, 4. Qual. 0000 Mk., 5. Qual, 0000Mk. Kalber: 1. Qual.98102Pfg., Lebendgewicht 5961 Pf^ 2. Qual. 9799 Pfg., Lebendgewicht 5458 Pfg., 3. Qual. 00-00 Pfg., Schlachtgewicht 7073 Pfg., Schafe: l.Qual. 83-85, 2. Qual. 0000 Pfg., 3. Qual. 0000 Pfg.; Sckweine 1. Quast 7800 Pfg., Lebdgew. 61.0000.00 Pfg., 2. Qu.70-00Pfg., Lebend- gew. 60.0000 Pfg., 3. Qual. 6500 Pfg. Lebendgew. 60 Pfg. Geschäft: bei Hornvieh und bei Kleinvieh gut, kein Ueberftanb.

fc. Frankfurt a. M., 20. Aug. (Orig.-Telegr. desGießen. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Frucktmarktpreif e. Weizen Mk. 18.0000.00, Knrhessiicker Alk. 18.0000.00, La Plata Mk. 19.2520.00, Kansas Mk. 19.2520.25, Roggen (hiesiger) Mk. 14.0016.00, Gerste (Wetterauer') Mk. 17.2517.75, Franken- selber Mk. 17.7518.25, Hafer 17.0018.25, Mais Mk. 13.5013.75, Weizenmehl 26.7527.75, M. 0000, 2. Qualität Mk. 24.75 bis Mk. 25.75, 3. Qualität Mk. 22.7523.50, Roggenmehl 0 Mk. 24.2524.75,1. Qualität Mk. 22.5023.00, Weizenkleie Mk. 10.00 bis Mk. 10.50, Roggenkleie Mk. 11.0011.25, Maiskeime Mk. 12.00 bis Mk. 00.00, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 17.2518.25. Alles per 100 Kg. ab hier.

Voraussichtliche Witterung in Hoffen für Dienstag: Keine wesentliche Aenderung.

Orrginal-Dvahtmeldungen.

Vom Weilburger Feste.

Weilburg, 20. Aug.

Der deutsche Kronprinz sandte ein Glückwunschtele­gramm, das folgendermaßen lautet:

Zu dem Ehrentage Ihrer Stadt sende ich Ihnen die aller- herzftcksten Gruße. Möge die Stadt einer ebenso glücklichen Zukunft entgegensehen, wie sie eine schöne Vergangenheit besitzt. Besten Gruß. .

Wilhelm, Kronprinz von Preußen.

Prinz Eitel Friedrich überreichte fein Bild mit Unterschrift dem Reg.-Präsident v. Meister, den Vertreter des Großherzogs von Luxemburg und dem Bürgermeister von Weilburg. Vom Großherzog von Luxemburg ist nachstehendes Telegramm eingelausen:

Anläßlich des heutigen Festes der Tausendjahrfeier der Stadt Weilburg drängt es mich, meine und der Großherzogin auf- richligste Glückwünsche auszusprechen. Ich gedenke dieses Ehren­tages und gebe gern die Versicherung, daß ich für ein immer weiteres Emvorblühen und Gedeihen der Stadt stets die auf­richtigsten Glückwünsche im Herzen trage.

Gez. Wilhelm.

Wilhelmshöhe, 20. Aug. Der italienische Botschaftsrat in Berlin, Pasqualini, ist hier einge- trossen.

Marseille, 20. Aug. Die Geheimpolizei verhaftete einen Anarchisten namens Sirlo, der verdächtig ist, ein Komplott gegen den Präsidenten Falliöres ge- chmiedet zu haben. Kompromittierende Schriftstücke sind bei ihm gefunden und beschlagnahmt worden.

Rom, 20. Aug. DerTribuna" zufolge ist der Bruder des Pap st es, Postbeamter Sarto, go­to rbe n.

Teheran, 19. Aug. Heute fanb die feierliche Er­öffnung des für das zukünftige Parlament bestimtnten Gebäudes in Gegenwart der aus dem Exil zurückgekehrten hohen Geistlichkeit statt, die drei Tage lang vom Schah bewirtet wird.

New York, 19. Aug. DerHerald" meldet aus Val­paraiso: Hunderte von Leichen liegen noch unter den Trümmern der eingestürzten Häuser, ohne daß es wohl jemals möglich sein dürfte, sie aufzufinden, nachdem die Feuersbrunst das Werk der Zerstörung noch vervollständigt hat. Es war unmöglich, diesen Hilfe zu bringen und .Hun­derte sind eines schrecklichen Todes gestorben. Großer Mangel an Lebensmitteln macht sich unter den Flüchtlingen be­merkbar. Die Not ist unbeschreiblich. Viele Flüchtlinge haben sich im Hasen kleiner Fahrzeuge bemächtigt, um in der Umgegend Unterkunft zu finden.

New York, 19. Aug. Einem Telegramm aus Val­paraiso zufolge wurden am 16. d. M. dort bis zum Abend 82 Erdstöße verspürt. Tie Verluste werden auf 50 Mill. Dollars veranschlagt. Ten meisten Schaden richtete das Feuer an, das nach dem ersten Erdstoße ausbrach. Die Lebensmittel sind sehr spärlich. Ein Liter Milch kostet zwei chilenische Dollars. Die Fleisckvreise sind ähnlich hoch. Die auf die Hügel und in die Wälder geflüchtete Bevölkerung leidet sehr, da die Nächte sehr kalt sind und heftiger Wind weht. _

Telefonische Kursberichte

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen.

Frankfurter Börse. 20. August, 1 -lo Uhr.

3J4°/0 Reichsanleihe . . 98.70 3% do. . . 86.95 3%°/0 Konsols .... 98.85 3% do 86 70 3%°/0 Hessen 97.20 3%°/n Oberhessen . . .. 4% Oesterr. Goldrente. . 100.10 41/s2<< Oesterr. Silberrente 100.00 4% linear. Goldrente . . 95.30 4% Italien. Heute . . . 103.35 3 96 Portugiesen Serie I . 69.90 3% Portugiesen III 70.70 4%otn russ. Staatsan]. 1905 86.50 4)£0,n japan. Staatsanleihe 94.70 4 % Conv. Türken von 1903 96.10 Tiirkenlose .... . . 147.40 4% Griech. Monopol-Anl. 54.80

4 % äussere Argentinier . 90.00 3°/0 Mexikaner .... 68.70 4%°i0 Chinesen . . . . 97.90

Aktien:

Bochum Guss 243.50

Buderus E. W ... 125.00

Tendenz: fest.

Elektriz. Lahmeyer . . . 143.50 Elektriz. Schuckert . . . 127.10 Esch weil er Bergwerk . . 253.50 Gelsenkirchen Bergwerk . 228.00 Hamburg - Amerik. Paketf. 163.20 Harpener Bergwerk. . . 213.70 Laurahütte 235.00 Nordd. Lloyd 133.20 Obeischles. Eisen-Industrie 129.20 Berliner Handelsges . . 169.25 Darmstädter Bank . . . 139 70 Deutsche Bank . . . 238.70

Deutsch-Asiat. Bank . . 174.20 Diskonto-Kominandit. . . 183.50 Dresdner Bank . . . 158.10 Kreditaktien 210.80 Baltimore- und Ohio-

Eisenbahn . . .121.10

Gotthardbahn Lombard. Eisenbahn . . 32 95 Oesterr. Staatsbahn . . . 143.90 Prince-Henri-Eisenbahn . 144.50

berliner Börse, 20. August. Anfangskurse.

Canada E. B 169.10 Darmstädter Bank . . . 139.70 Deutsche Bank .... 238.40 Dortmunder-Union C. . .. Dresdner Bank .... 158 40

Tendenz: fest.

Harpener Bergwerk. . . Laurahütte Lombarden E. B. . . . Nordd. Lloyd Türkenlose

213.50

32J0

133.00

147.70

Konrad May die Gäste und gab dann dem Pfarrer Wissig das Wort zur Festrede. In meisterhafter Weife erledigte der Redner sich feiner Aufgabe. Nach einem Prolog, vorgetragen von Frl. Hartmann, fand die Ueberreichung der Fahne durch die Festjungfrauen statt. Einen wesentlichen Teil des Fest­programms bildeten Aufführungen unserer Turner, die sehr Schönes leisteten. Bei gemeinschaftlichen Liedern und Musik- vorträgen verliefen die Stunden rasch. Am Abend reihte sich <m die Feier ein Ball.

Märkte.

Gießen, 20. Ang. Viehniarkt. Bei dem Markte am 14. it. 15. d. Ms. waren aufgetrieben 1295 Stück Rindvieh, 293 Schweine. Der nächste Markt findet am 28. und 29. August statt, an letzterem Tage auch Krämermarkt.

fc. Frankfurt a. 9)1., 20. Aug. kTelegr. Orig.-Bericht desGieß. Anz."). Amtl. Notiermmen der bentiaen Viehniarktvreii e. Zum Verkanie standen: 399 Crbfen , 148 ans Oestreich, 82 Bullen, 00 ans Oesterreich, 0 aus Dänemark, 905 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 00 aus Dänemark, 216 Kälber, 298 Schafe und Hümmel, 1590 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt

Die Mikroorganismen des akuten und chronischen Darm­katarrhs, welche in den Eiweißstoffen der Kuhmilch einen vor­züglichen Nährboden haben, erhalten durch Darreichung von Kusekes Kinderinehl in Wasser gekocht und Ausschaltung der Milch aus der Ernährung einen schlechten Nährboden, auf welchem sie nicht weiter wachsen können. Es hören daher die abnormen Gämmgen im Tarmkanal und das Erbrechen auf und auch der Stuhlgang wird besser. Knfekes Kinderinehl ist so leicht verdaulich, daß es auch voin erkranktem Magei^Darmkanal gut verdaut und aufgesogen wird. Es hat zugleich die Eigenschaft den darnieder­liegenden Appetit wieder anzuregen.