General-Anzeiger, Amt;- und Anzeigeblatt für den Kreis Sietzen.
Das „B. T." schreibt: ml ihre Parteizugehörigkeit
ge-, von.
Rotationsdruck und Verlag der BrÜhl'schM UnwersitätZdruckeret. R. Lange, «tetze».
Redaktion, Expedition «.Druckerei: Schulstr,U.
Tel. Nr. 6L Tel eg r^ Adr.: Anzeiger Gieße».
Neue Kreueln in Rußland.
Gegen den Warschauer Generalgouverneur S k a l o n wurde am 18. nachm. ein Attentat verübt. Als er aus seiner Equipage durch die Natoliuskasstrafte fuhr, wurden unter den Wagen drei Bomben geworfen, von denen eine versagte. Auf einem Hausbalkon wurde eine vierte Bombe gefunden. Skaton blieb unverwundet, doch
Kirche Mitt Schule.
— Im nächsten Jahre soll eine neue Ferienordnnng in Preußen Platz greifen. Danach würden die Weihnachts-, Oster- und Pfingstferien bedeutend abgekürzt werden, die Herbstferien ganz beseitigt, dagegen die großen Ferien von Mitte Juli bis Ende Septeinber ausgedehnt werden, also ungefähr 10 Wochen dauern.
: Alle Preußen, die ohne Rücksicht » ^-^rigkeit die geschäftliche Liaison des .. nnrners als eine Verletzung dea: preußischen Be- j in teil’ und Ministertradition ansehen, werden darauf kect legen, daß die Entscheidung des Königs in dem Sinne pralle, der die Berechtigung dieser Tradition anerkennt. Und em anderes Moment kommt in Betracht: die politische M,-,equenz der Entscheidung des Königs. Hält der König den
10 ,mu.ß "ach Lage der Sache der preußische Minister- ident und deutsche Reichskanzler, der den Minister wegen mer Tippelskirch-Bezichungen offiziell zur Rechenschaft gezogen kt,. seinen rlbichied nehmen. Wie die Dinge jetzt liegen, handelt » die <)-rag e, wer von beiden geht, Pod-
tic'l s t i o d e r B ü l o w.
in Berlin abzustatten gewillt war. Kiel wurde damals als Ort der Begegnung nur deshalb gewählt, weit der Kaiser dies wünschte.
Kerr von podbielski.
T-ie Mitteilung der „Rordd. Mg. Ztg." (vgl. die heutige „Polit. Wochenschau") steht in seltsamem Widerspruch zu seinen eigenen Angaben. Noch bevor ihm der Wortlaut der in der „Nordd. Mg. Ztg." erschienenen Notiz bekannt war, verbreitete er "sich, in Gegenwart eines' seiner politischen Freunde unmutig über die Angriffe, denen er ausgesetzt sei, und erklirrte, daß er nicht daran denke, seine Demission zu nehmen. Jedenfalls habe er nichts Unrechtes getan. Er glaube aber auch nicht, daß Tippelskirch etwas Unrechtes getan habe. Sollte er aber dauernd auf seinem Landsitz verbleiben, so werde es ihm auch dort sehr gut gefallen. Er brauche nicht eimnal erst eine Etage in Berlin zu mieten. Wie ruhig er über die ganze Lage denke, gehe auch schon aus dem Umstande 'hervor, daß er am Samstag auf die Hühnerjagd ge- lgangen sei.
Nachdem Herr v. PodbielSki jedoch mittlerweile von der Notiz der „Nordd." Kenntnis erhalten hatte, glaubte er diesen scheinbaren Widerspruch in folgender Weise erklären gtt können:
Er habe tatsächlich bereits vor einiger Zeit, gleich im Beginn per Tippelskirch-Affäre, ein Schreiben an den Herrn Reichskanzler ach Norderney gerichtet, das etwa mit den Worten schloß: „Er, .)crr von PodbielSki, sei zu alt, um sich in dieser Weise mit schmutz bewerfen zu lassen. Lieber würde er vorziehen, aus dem Staatsdienst zu scheiden."
Diese Worte wollte der Minister nicht als Einreichung lines Abschiedsgesuches verstanden wissen; wenn er - in solches beabsichtigt hätte, würde er dafür den vorgc- ichriebenen Weg einer Immediateingabe an den Kaiser ge- t/ählt haben. 1 b
Alle Blätter kommentieren inzwischen in längeren Artikeln die Mitteilung der „Nordd. Allg. Ztg."
Die „Berl. N. Nachr." sehen die Konferenz des Kaisers mit oem Reichskanzler als Anlaß zu der Notiz der „Nordd." an. Mit einemmale, so schreibt dieses Blatt, sehen wir, daß r"ürst Bülow sich durch die Angelegenheit sehr peinlich b erührt fühlt. Die Kommentare der Presse haben gezeigt, daß welfach tatsächlich angenommen wurde, er sehe in der Beteiligung Podbiclskis an den Geschäften einer Firma, die mit der Be- ».echung eines Schutztruppenoffiziers in Zusammenhang gebracht worden ist, nichts mit der Stellung eines Ministers Unvereinbares, c’ür das Ansehen des Reichskanzlers bedauern ii tr, daß er nicht schneller die Möglichkeit derartiger Gedanken angeschnitten hat. Aber besser später, als gar nicht. Wir wissen IlAt, er hat die Frage sehr ernst genommen. Daß Podbielskis Gesuch nicht angenommen werden sollte, halten wir für aus- Mchlossen.
Die Begegnung von Cronbcrg.
Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt in ihrer Wochen- midschau:
Die^ Begegnung des Kaisers mit dem König von England auf Mop oriedrichsho, ist f n r b e i d e T e i l e unter befriedigen- tenn Eindrücken verlauten. Der Verkehr zwischen den Monarchen Inig; das Gepräge freundlichen E n t gegen kommens und °7'iwan d t s ch a s t l i ch er H erz l i ch k e i t. Jedes geflissentliche Attische Ausbeuten der Zuiammenkunsl liegt uiis fern; sie bildet wv- mit den ungetrübten Erinnerungen, die sie hinterläßt eine Msire Etappe aus dem Wege der durch den Aufenthalt von Ver-- lineirn deutscher Städteoerwaltungen und der deutschen Presse in Silland angebahnten allmählichen Besserung in den Be- pumgen zwischen den Völkern, Regierungen und Herrschern Mchlands und Großbritanniens. In zwanglosen, srenndschast- kqenii Gesprächen sind auf Schloß Friedrichshof, wie kaum gesagt werden braucht, auch die großen Fragen der Politik erörtert normen, und wir wissen^ daß dies in dem Geist geschehen, wie eS Festigung des europäischen Friedens nur f ö r o e r l i ch sein Umple. Bei dieser Gelegenheit niöchken wir den alten Irrtum w iiästtellen, der in Vorerörterungcn der Presse über den Besuch & Königs von England von neuem ausgetaucht ist. Alan hat
daß König Ed na ?d uns einen offiziellen Besuch mASerlin s ch uld ig g« blieben fei; das ist aber insofern nicht Wog, als König Eduard vor zwei Jahren seinen amtlichen Besuch
Ausland.
Madrid, 18. Aug. lieber das letzte Attentat gegen König Alfons soll er selber in einer gelegentlichen Unterhaltung erzählt haben: Er sei von einem Splitter der Bombe an de rBrust getroffen worden und habe eine Wunde erhalten, deren Spuren er mit sich ins Grab nehmen dürfte. Er habe das Bukett fallen sehen, doch geglaubt, es sei ein Hochzeitsgeschenk. Als er sich von der Erschütterung erholt, habe er 16 Leute tot am Boden und das Kleid der Königin mit Blut bespritzt gesehen.
M a r i e n b a d, 18. Aug. Anläßlich des Geburtsfestes des Kaisers war die Stadt festlich beflaggt. Heute vormittag fand in der katholischen Kirche ein Festgottesdiensr statt, welchem König Edward von England, Fürst Ferdinand von Bulgarien und Prinz Philipp von Koburg beiwohnten. An dem Festdiner, welches abends von König Edward veranstaltet wurde, nahmen Fürst Ferdinand von Bulgarien und Prinz Philipp von Koburg teil. Dann gab ^önig Edward im Hotel Weimar ein Galadiner. Der König ändte ein in den herzlichsten Worten gehaltenes Glückwunschtelegramm an den Kaiser und brachte nachstehenden Trinkspruch in deutscher Sprache aus: Wir feiern heute das Geburtsfest unseres lieben Kaisers. Ich erhebe das Glas auf das Wohl Sr. M. Kaiser Franz Josefs und wünsche, daß Se. M. noch tedjt viele Jähre in voller Gesundheit regieren möge zum Glück und Wohl seines großen Reiches!"
Triest, 18. Aug. 'Aus Anlaß des Geburtstages des Kaisers gab der Statthalter Prinz zu Hohenlohe ein Festdiner, welchem der Kommandant des englischen Ge- chwaders Lambton beiwohnte. Ter Prinz betonte in einem Trinkspruch, daß die Feier diesmal besonders verherrlicht werde durch die Anwesenheit eines so willkommenen Gastes wie der englischen Flotte. Hierdurch werde auch das Freundschaftsverhältnis bekräftigt, welches zwi- chen den Herrschern und den Völkern Englands und Oesterreich-Ungarns bestehe.
wurde er von den Gasen betäubt. Vor dem Attentat hatten einige Fremde sämtliche Bewohner jenes Hauses besucht und ihnen befohlen, das Haus sofort zu verlassen. Eme unmittelbar nach dem Attentat vorgenommene Revision des Hauses blieb erfolglos. Tas Attentat hat in Petersburg einen deprimierenden Eindruck gemacht, ob- gleich Skalon längst auf der Proskriptionsliste der Revolutionäre stand. Er war aber bisher allen Anschlägen entgangen, weil er sich in seinem sicher bewachten Schlosse versteckt hielt, das er eines Vorfalles beim deutschen Vizekonsul wegen gezwungenermaßen verlassen mußte. Die Verhängung des Belagerungszustandes in Warschau soll beschlossen worden sein.
Von der schlesisch-polnischen Grenze wird gemeldet, daß in Tombrowo der russische Gendarm Mund, ein bürtiger Deutscher, und in Bendzin ein Polizist Revolutionären erschossen wurden.
Die zahlreichen Attentate in Polen behandelt eine Zuschrift eines russischen Offiziers an die „Nowoje Wreruja". Der Offizier verlangt offenen Kampf gegen die polnische Gesellschaft, die hinter den Attentaten stehe. Die „Nowoje Wremja" gibt hingegen die Parole für Pogrome gegen die Juden aus.
Die „Kreuzztg." schreibt: Im Zusammenhänge mit den Prreßtreibereien, denen der vielbefchdete Minister in der letzten Zrit ausgesetzt war, erscheint der Entschluß vom menschlichen Etandpuntte wohl verständlich, gleichwohl wird er in den weitesten iki eisen mit lebhaftem Bedauern ausgenommen werden.
Die „Deutsche Tag es ztg." schreibt: Man wird zunächst warten müssen, ob der Wunsch des Ministers erfüllt werden w°rd. Wir zweifeln nicht daran, weil man wohl sonst die Ver- ofi mtlichung der Notiz unterlassen hätte. Vermutlich ist die Ent- icheidimg heute schon gefallen. Was sie veranlaßt haben würde, li nicht klar. Nach dem, was bisher bekannt geworden ist, war M seres Erachtens weder die Aufforderung des Kanzlers an den M inister noch seine Bitte um Unterbreitung seines Wunsches, aus derii Amte entlassen zu werden, nötig. Es müssen Verhältnisse cbjjciunltct haben, die seine Beziehungen zu Tippelskirch und Co. in einem anderen Lichte erscheinen ließen.
Die '„Staatsbürgerztg." meint, der Minister hätte in Sonderheit seine Verteidigungsversuche lassen müssen, zudem cr doch die Akten der Untersuchung Fischer kaum kannte und cs erstes politisches Interesse war, den Monarchen in jeder Weise MÄ der Affäre zu lassen. Weder Möller noch Podbielski hat die Verbindung mit dem „L.-A.", den der Kaiser ja liest, gutgetan.
Der „B. B. C." schreibt: Das liberale Bürgertum und die . ilbeiterschast werden Herrn von Podbielski keineTränenach- lv einen. Wie die Verhältnisse liegen, wird auch sein Nach- plcger, wer es a-uch sein mag, keine neue Aera der landwirt- Miftlichen Verwaltung bedeuten.
. ~ Die ,/Rat.-Ztg." glaubt, daß nicht daran zu zweifeln sei, Di« der König das Rücktrittsgesuch genehmigen werde. Die Form dcr ^offiziellen Notiz sei dagegen höchst verwunderlich.
Die „Voss. Ztg." meint: Die Ueberzeugung, daß ein Ver- falten, tote es dem Minister v. Podbielski erlaubt schien, den Ueberlreferungen und den Bedürfnissen der Regierung widerspricht, wird bis weit in die konservativen Parteien hinein Milt.
In Riga ist das aus 16 Monn bestehende Streikkomitee der Straßenbahner verhaftet worden. Durch Mauer- anschläge wird bekannt gemacht, daß gegen alle Straßenbahner, die nicht zur Arbeit zurückkchren, gerichtlich vvr- gegangen würde. Indes ist bisher kein einziger auf seinen Posten zurückgekehrt. Auf einer belebten Straße wurde ein Polizei Offizier erschossen und ein Schutzmann ver-, wund et. Den Tätern gelang es, zu entkommen.
In Reval ist nun das Urteil des Kriegsgerichts über die Meuterer vom Kreuzer „Pamjat Asowa" gefällt worden. Danach wurden 17 Matrosen, sowie der Agitator, angebliche Student Petrow, mit wahrem Namen Arssenja, erschossen. Sämtliche Delinquenten waren in Reih und Glied aufgestellt und mit Stricken gebunden; doch blieben ihre Augen auf ihren eigenen Wunsch unverbunden. Die Salve wurde von Kosaken abgegeben, während Infanterie den Platz absperrte. Die Leichen wurden darauf in Lastwagen zum Meere geschafft, wo sie versenkt wurden. Ferner verurteilte das Kriegsgericht zwölf Matrosen zu 6 bis 20 Jahren Zwangsarbeit, 13 zur Einstellung ins Strafbataillon, 34 wurden freigefprochen und 3 Agitatoren aus dem Zivilstande, darunter ein jüdischer Arzt, dem Zivilgericht übergeben. Die zur Zwangsarbeit verurteilten Matrosen wurden nach Kronstadt geschafft.
Das Kriegsgerich t in Kronstadt verurteille zehn Teilnehmer an dem bewaffneten Aufstande zum Tode, 122 zu Zwangsarbeit; 15 Angeklagte wurden frejgesprocheu.
Aus dem kaikas. Bezirk Z an.-ge z ur wird gemeldet, daß wandernde Tataren dreier benachbarter Bezirks den Marktflecken Karakilis angegriffen haben, 18 Armenier töteten, vieles Eigentum vernichteten und viele Einwohner vertvundeten. Eine zweite, von einem Deserteur Namens Ragia angeführte Bande von Tataren machte auf das Dorf Khcmasak einen Angriff; aud) in anderen kleinen Ortschaften wurden von Tataren Untaten verübt.
Aas Krdöcöen in Südamerika.
Der Umfang des Unglücks in Valparaiso ist noch nicht genau zu übersehen. Trotz niederströmenden Regens dauern die Feuersbrünste fort. Die Hälfte der Einwohner verbringt die Nächte im Freien. Alle Eisenbahnlinien mußten den Betrieb einstellen, da die Schienen vielfach verbogen und die Erde Risse aufweist. Ein Teil der Einwohner flüchtete auf die im Hafen liegenden Schiffe. Im ganzen Andengebirge dauern die Erdstöße fort. Nach den neuesten Meldungen beträgt die Zahl der Toten über 5000! Die telegraphische Verbindung zwischen Santtago und Valparaiso ist noch unterbrochen, Meldungen werden durch Boten übermittelt. Die Hälfte der Stadt Valparaiso vom Almendral bis zur Calle Bellavissa, in welcher sich sowohl die besten Privat-, wie Geschäftshäuser und Lagerhäuser befinden, ist z e r ft ö r t. Es fanden zwei deutlich von einander unter» chiedene furchtbare Stöße statt, deren zweiter fast unmittelbar auf den ersten folgte und das Werl der Zerstörung vollendete. Die ganze Stadt schien plötzlich rückwärts und vorwärts zu schwingen. Dann folgte ein plötzlicher Ruck von so ungeheurer Gewalt, daß ganze Reihen von Häusern in wenigen Sekunden zusammenstürzten. Unmittelbar-''darauf brach im Geschäftsviertel Feuer aus.
Das Erdbeben hat hunderten von Menschen den augenblicklichen Tod gebracht. Viele Hunderte wurden unter den Trümmern begraben. Viele haben den Tod in den Flammen gefunden. Jeder öffentliche Verkehr batte aufgehört. Die Panik und der allgemeine Schrecken, die hierauf folgten, waren unbeschreiblich. Diejenigen, welche dem Tode entronnen waren, geberdeten sich wie walmsinnig vor Angst und konnten den Verunglückten wenig Hilfe leisten. Das Geschäftsviertel der Stadt ist fast ganz vom Feuer zerstört. Der Brand wütet fort. Dichte Rauchwollen erfüllen die Straßen, wo die Massen der obdachlos Hcrumirrenden das furchtbare Unheil anstarren. Herbei- gerusenes Militär erschoß sämtliche Leute, die zu plündern versuchten.
Alle bisherigen Schreckensnachrichten werden durch die letzten Berichte via Galvestone übertroffen. Die wenigen Gebäude in Valparaiso, die dem Erdbeben entgingen, fallen den Flammen zum Opfer. Am Samstag war die schauerliche Szene von den noch brennenden Gebäuden erleuchtet. Es zirkulieren Gerüchte, daß 10000 umgekommen seien. Die Flüchtigen drängen sich auf den Schiffen im Hafen wie Schafe zusammen. Alle Versuche, in dem Chaos Ordnung zu schaffen, scheitern an der allgemein herrschenden Kopflosigkeit. Das Standrecht wurde proklamiert, weil die Arbeiter wegen der noch herrschenden Erschüttere ungen sich weigern, helfend einzugreifen und die Plünderung begonnen hat. Das Erdbeben hat nur wenige Gebäude unbeschädigt gelassen.
Nach einer Meldung aus Valparaiso sind die Hotels auf der Serra Cordillera total vernichtet. Aus den Hotels tomu ten sich weder die Fremden noch die Angestelltem retten. In den volksreichen Bezirken Valparaisos lömmem auf j e d e s Ha u s durchschnittlich 10 Vermißte. Mehrere Anhöhen der westlichen Cordilleren haben ihre Formation geändert Die argentinische Regierung errichtet in Buenos Aires eine Zentralstelle, um den von den Erdbeben betroffenen Bewohnern Chiles Hilfe zu leisten.
Die Pariser Ausgabe der Ptensa von Buenos Aires erhielt eine Depesche, wonach die Z a hl d e r O p f e r i n C h i l e 11 000 beträgt. Ter größte Teil hiervon entfällt auf die volksreichen. Stadtteile Valparaisos und auf die Dörfer des fruchtbaren Acop-
Deutsches Reich.
Wilhelmshöhe, 19. Aug. Aus Anlaß des Geburtstages des Kaisers Franz Josef waren zur gestrigen ^rühstückstafel der Botschafter v. Szögyeny und Herren der ölterreichisch-ungarischen Botschaft sowie andere Gäste geloben. Jrn Laufe der Tafel erhob sich der Kaiser und trank auf das Wohl feines treuen Freundes und Verbündeten. Zur gelingen Abendtafel bei den Majestäten war der Botschafter v. Radowitz aus Madrid erschienen. Der Kaiser sprach nach dein Gottesdienst den Mitgliedern des Kasseler Vereins ^Musica jacra", welcher mitgewirkt hatte, seinen Dank aus. Musildirektor Spendier und der Vorsitzende des Vereins, Landesrat GlaS, wurden durch Geschenke ausgezeichnet; ebenso wurde Schullehrer Schade von Wahlershausen mit einem Geschenk bedacht, dessen Knabenchor mitgesungen hatte; auch diese Knaben wurden den Majestäten vorgeführt. — Zur Frühstückstafel waren geladen: Geheimer Regierungsrat Bode, Geh. Regierungsrat Dr. Heußner, Oberlandesgerichtsrat Sommer, der Intendant des königlichen Theaters, Graf Bylandt, Professor Knackfuß, Pfarrer 9km» bröfter. Kultusminister v. Studt ist hier eingetroffen. Staatssekretär Tschirschky ist abgereift. Der Reichskanzler kehrte heute abend nach Nordernep zurück.
Potsdam, 19. Aug. Die Großherzoginmutter Anastasia von Mecklenburg-Schwerin traf gestern Mittag zu kurzem Besuche bei den kronprinzlichen Herrschaften im Marmorpalais ein und trat am Nachmittag die Rückreise nach Gelbensande an.
Berlin, 19. Ang. In Sachen Götz und Gen. ist der Abg. Kopsch gestern vom Untersuchungsrichter Landgerichtsrat Schmidt als Zeuge vernommen worden. Abg. Kopsch erklärte gleich zu Beginn der Vernehmung in lieber» cinftimmung mit den Ausführungen in seinem Schreiben, daß er es ablehnen müsse, Aussagen in Angelegenheiten zu machen, die mit der Ausübung des parlamentarischen Mandates in Zusammenhang stehen.
— Dem Regierungspräsidenten a. D., Wirk!. Geh. OberregierungSrat v. Die st ist der Charakter Wirklicher Geheimer Rat mit dem Prädikat Exzellenz verliehen worden. Er hat am 16. d. Mts. sein 80. Lebensjahr vollendet. 1860—66 war er Landrat des Kreises Wetzlar, spater Regierungspräsident in Wiesbaden, Danzig und Merseburg.
— Auf eine Beschwerde über die Reden und Flugblätter des Grafen Pückler wahrend seines Strafurlaubes erfolgte die Antwort des Oberstaatsanwalts Jsenbiel, daß seinerzeit dem Grafen aus gewichtigen Gründen zur Abwendung wirtschaftlichen Untergangs Strafurlaub vom 2. Mai bis 25. Juni gewährt worden sei.
Essen, 20. Aug. Gestern wurde die 53. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands hier eröffnet. Zum ersten Präsidenten wurde der Abg. Gröber, zum zweiten Graf Zwickel bestimmt.
194 Zweites Blatt L56.Jahrgang Montag 20. August i«06
Erscheint mit Ausnahme des Sonntags. 2 G a
Die „Gießener KamMenblStler" werden dem U »Anzeiger viermal wöchentlich bekgelegt. Der Wy A ik . «W B B H jä jy B VA« Kf B
»Hesfisch« Landwirt" erscheint monatlich einmal. v ■ K H v V- B v m
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