Ausgabe 
17.7.1906 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

156» Jahrgang

Dienstag 17. Juli 1906

Mädchen vom Laude

Stellung.

05107

Kleines Feuilleton

Men.

Amfterda m, 16. Juli. Heute sand in der Westerkerk die Einhüllung der (Sebenttafel auf der Grabstätte 91 em»

nierung wegen angeblicher körperlicher und geistiger Schwäche erfolgte. Dabei war Herr v. Lennigsen barnaly ein körperlich und geistig ungemein rüstiger Mann, und ist eB auch heute noch.

Ebenso bestätigt-es sich nicht, daß Dr. Sols, der Gou­verneur von Samoa, in der Kolonialabteitung weiter Ver­wendung finden wird. Nach Ablauf seines Urlaubs wird der Gouverneur auf seinen Posten zurückkehren. Das gleiche gilt von dem Grafen Zech und Dr. Hatzi.

In der Untersuchung gegen Puttkamer wird Lega- tionsrat v. Jacobs als Staatsanwalt fungieren, während ein Justizbeamter die Untersuchung leiten wird.

Die Brief sperre ist derGermania" zufolge verhängt über einen früheren Beamten der Kolonialabteil­ung, sowie über einen Schutzgebietsbeamten. Gründe sollen nicht angegeben fein. Die Sperre dürfte wohl mit der gegen Beamte der Kolonialabteilung eingeleiteten Unter» suchung in Verbindung stehen.

Apolitische Tagesschau.

Aus der KoloniutabteUung.

Ein regelrechtes Sp i o n a g e s y st e m soll nach dem B. T." seit Jahren in der Kolonialabteilung betrieben worden sein.Wer erinnert sich nicht noch, so schreibt das Blatt, des Duells zwischen dem damaligen Finanz­direktor v. Bennigsen und dem kaiserlichen Oberrichter in Teutsch-Ostafrika? Weit über die Grenzen der Kolonie hinaus wurde das Ereignis besprochen, ohne daß die treiben­den Momente, die den Finanzdirektor zwangen, seinen Gegner zu fordern, Uneingeweihten bekannt wurden. Anstatt daß die damaligen Behörden, denen die Motive genau bekannt wurden, eingriffen, gefiel man sich darin, die Tat­sachen zu vertuschen. Gewiß konnte es dem langjährigen Personalreserenten in der Kolonialabteilung nicht gleich- gütig fein, wenn die Oeffentlichkeit erfuhr, daß er selbst die direkte Ursache zu dem Duell war. In keiner anderen Verwaltung konnte es möglich sein, daß, wie in der Kolonial­abteilung, der Personalreferent das Ersuchen an Beamte in den Kolonien stellte, ihm persönlich in privaten Schreiben über dienstliche Angelegenheiten von Kollegen und Vor­gesetzten drüben zu berichten. Daß eine derartige geheime Ueb er wachun g Beamte und OffizieLe nervös machte und von demoralisierender Wirkung sein mußte, wird jeder nachfühlen. Wie demB. T." von eingeweihter Seite versichert wird, gelangen trotzdem noch heute solche geheimen Privatberichte aus den Kolonien nach hier. Das energische Vorgehen des Reichskanzlers wird hoffentlich auch hierin Wandlung schassen.

Im Anschluß an diese Mitteilung des23. T" unb unter Hinweis darauf, daß Herr v. Bennigsen nun doch nicht für den Wiedereintritt in die KolonialoerwaltmtH gewonnen werden soll, erinnert ein anderes Blatt daran, daß Herr v. Bennigsen, der ein überaus tüchtiger Mann fein soll, schon früher den Machern in der Kolonialabteilung sehr unbequem gewesen fein muß. Herr v. Bennigfen wurde, nachdem er eine Zeitlang als Gouverneur von Neu-Guinea gewirkt hatte, pensioniert. Jnteresiant ist, daß diese Pensio-

b r a n b t s statt. Die Festrebe hielt Professor Quack. Heule nach­mittag sand im Ryksmuseum bie feierliche Eröffnung bes neuen Rembranbt-Saales statt, in welchem nur bas Gemälde Die Nachtwache" ausgestellt ist unb bleibt. Tie Königin- Mutter, Prinz Heinrich bet Nieberlanbe, bie Maler Mesbag, Israels u. a. ivohnten ber Feier bei. Ter Bürgermeister von Amsterdam und der Minister des Innern hielten Ansprachen.

Es versteht sich von selbst, daß bie periodischen Zeit­schriften es sich zur Ehre machen, in biefent Monat burdy künst­lerische Reproduktionen ber Rembr a n dt s chc n Meisterwerke ihrem Publikum die Größe des Künstlers deutlich zu machen. Auch die junge Monatsschrift Rudolf Presbers,Liren a", wetteifert mit; 16 Vollbilder und weitere 6 Bilder als Jllu- sttationen zu einem Artikel über Rembrandt von M. Rapsilber bietet sie ihren Lesen: bar. Der übrige Inhalt bieses Juliheftes bietet reiche Abwechslung. Eine interesiante psychologische No­velle,Die Eiche am Kreuzweg", des Franzosen deutscher Ab­kunft G. Rodenbach leitet das Heft em. Dieser schweren Kost steht Willi Rath gegenüber mit scmer fidelen GeschichteDer Centaur im Tolman". Auch der Wiener Max Brod hat einen kleinen Beitrag gespendet. NicharbBah r behandelt ein immer aktuelles Thema:Das Duell". Zur Zeit der ö'encnrctfcn und der allgemeinen Flucht in die Berge interessiert besonders auch ein sehr reich illustrierter Artikel Wilhelm Junks> über die edle Kraxelei". Gefällig illustriert ist der Artikel Die Poesie der Bewegung" von Karlernst Küatz. HanS Joachim erzählt etwas vonkünstlichen Menschen". Ingenieur verzog behandelt dieEröffnung des Simplontu nnels", und Clemens Delkeskamp bespricht ui einem ArtikelBomben

Deutsches Reich.

Berlin, 16. Juli. Man meldet aus Digermulen, 16. Juli: Der Kaiser ist an Bord derHamburg" heute früh vor Digermulen eingetroffen. Das Wetter ist regnerifch. An Bord alles wohl.

Das Kaiferpaar wird auch in diesem Jahre einige Zeit auf Schloß Wilhelmshö he bei Kassel residieren, und zwar gedenkt die Kaiserin mit den jüngeren Prinzen unb ber Prinzessin Viktoria Luise bereits in biefer Woche dort Auf­enthalt zu nehmen, während der Kaiser erst im August ein­treffen wird. Von Wilhelmshöhe aus beabsichtigt der Kaiser Abstecher nach Mainz und Homburg v. d. H. zu unter­nehmen und zwar wird er in Mainz im Beisein des Groß­herzogs von Hessen auf demgroßen Sand" eine Truppen­schau abhalten und in Homburg der Enthüllung des von ihm gestifteten Denkmals für das erloschene Landgrafengeschlecht Hessen-Homburg beiwohnen. f

DerReichsanz." veröffentlicht folgende von dem Kronprinzen und der Kronprinzessin unterzeichnete Kund­gebung :

Aus Anlaß der Geburt unseres Sohnes ist der Kron­prinzessin, meiner Gemahlin, und mir aus allen Gauen des deutschen Vaterlandes und aus allen Kreisen der Bevölkerung eine Fülle von Glückwünschen zugegangen, die unsere Herzen mit Dank­barkeit für Gottes Gnade, sowie mit Freude und Stolz über die allgemeine Teilnahme an unserem Glück erfüllen. Wir sprechen allen denen, die so freundlich unserer gedacht haben, von ganzem Herzen unseren aufrichtigen Dank aus.

Im Reichstagswahlkreise Döbeln -Roß­wein beabsichtigen die bürgerlichen Parteien, an Stelle des verstorbenen Sozialdemokraten Grünberg den früheren Abg. Professor Hasse-Leipzig, den Führer der Alldeutschen, auf» zustellcn.

Beuron (Hohenzollern), 16. Juli. Zur heutigen Feier deS Prosessorenjubilaums des Erzabtes Placidus Wolter sind der Abtprimas von Rom, die Bischöfe von Rottenburg und Metz, sowie zehn Siebte erschienen. Auch der Papst hat dem Jubilar ein Handschreiben gesandt. An­sprachen hielten Fürst Wilhelm von Hohenzollern und der Abtprimas. Der 80jährige Jubilar dankte mit großer Frische. Eine Portraitbüste, welche der Erzabt vom Kaiser zum Geschenk erhielt, war von einem kaiserlichen Hand­schreiben begleitet, das folgenden Wortlaut hat:

Hochwiirbiger Herr Erzabt! Es ist zu meiner Kenntnis ge­langt, daß Sie am 16. Juli auf eine 50jährige Tätigkeit als Mil- glied ber Benediktinergenossenschaft zurückblicken können. Zu dieser seltenen Jubelfeier spreche ich Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche aus, indem ich Ihnen zugleich zum Zeichen meines unveränderten Wohlwollens meine Bronzebüste verleihe. In der Hoffnung, daß Gottes Güte Ihnen, Hochwürdiger Herr Erzabt, vergönnen möge, noch manches Jahr mit segenbringendem Erfolge zu wirken, vcr- bleibe ich Ihr wohlgeneigter Wilhelm I. R.

Die Befriedigung über das Urteil der Laien­richter trifft mit voller Schwere die bestehenden Ein­richtungen des Untersuchuugsverfahrens. Das ist eben das Bedenkliche, daß etn Untersuchungsrichter ein so gewaltiges Maß von Rechten gegenüber dem Beschuldigten besitzt. Hält der Untersuchungsrichter, wie es in diesem Falle geschehen ist, den Beschuldigten für einen verstockten Ab­leugner, so wird er wenig geneigt sein, Milde in Anwen­dung zu bringen. Wann endlich wird die Reform des Straf Prozeßverfahrens erscheinen?

*

Es wird uns geschrieben: 1

Die Akten über den Breslauer Sensationsprozeß gegen den Major v. Zander sind einstweilen geschlossen. Vor dem Bilde, das sich in ihm entrollte, steht nachdenklich die Oeffentlichkeit. Soweit Kritik sich hören läßt, erscheint sie bemerkenswert nach der Richtung der Behauptung, der Fall Zander sei typisch all­gemein, und typisch besonders .wegen ber Neigung eines großen Teiles unserer Offizierbamen zu ge­dankenloser Verschwendung. Die Geringschätzung des Geldes, die durchGeldheiraten" ins Offizierkorps hineingetragen sei, habe auch die Töchter aus armen alten Welsfamilien er­griffen in der Auffassung, daß sie sich von jenen Neueinge- drungenen nicht überbieten lassen dürfen. Wir sind der Ansicht, daß der Fall Zander in -dieser Hinsicht nicht die Regel, sondern die Ausnahme darstellt. Die Neigung zu gedankenloser Geld­verschwendung findet sich bei den i>eut)d)en Offiziersdamen nicht stärker entwickelt als in anderen Gesellschaftskreisen auch. Höch­stens, daß sie vorliegenden Falles bei den ersteren mehr auffällt. Andererseits aber sei darauf hin gewiesen, daß gerade Offiziers­damen in kleinsten Provinzgarnisonen nicht nur nicht zur Ver­schwendung neigen, sondern im Gegenteil zur Besserung und Sicherung des Haushaltsbudgets beizutragcn sich bemühen, sogar durch Uebernahme seiner Handarbeit für groß­städtische Firmen. Bekannt ist beispielsweise, daß Ofsi- ziersdamen eines Kavallerieregiments Kunst­stickereien für Berliner Geschäfte lieferten. Also typisch" ist der Fall Zander in dieser Beziehung sicherlich nicht, und ganz besonders nicht, weil es sich bei Frau v. Zander um eine nervenkranke Dame handelt, der das Gefühl der Verantwort­lichkeit fehlte.

Bemerkenswert ist noch, daß die Kosten des Zander- Prozesses, soweit sie der Staatskasse zur Last fallen, sich auf 60 000 Mark belaufen werden.

Ne. 165

Erscheint täglich außer Sonntags.

$>em Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Bruhl'schen Un iv ers.-Buch-u. Stein- druckeret. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei:

Schulstratze 7.

Redaktion 112

Verlag u.®£peb.e^ä>51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.

Heer un- Flotte.

Die Mijjl itärkap elIn:erster sollen eine be­sondere Uniform und Offizierrang' erhalten, ähnlich wie die Zahlmeister. 9cun werden, so schreibt man uns, voraussichtlich den Militärkapellen künftig mehr tüchtige Stäftc zufließen als früher und die hier und da aufge-

(sd-) Die Darmstädter Kün stle r ko l o n ie ist, wie tms geschrieben wird, im Begriff zu neuem Lebe n zu er­wachen. Professor Habich und I. V. C i s s a r z, haben bekannt­lich kürzlich einem Rufe nach Stuttgart Folge geleistet, sodaß nur iwch der Architekt Pros. Olbrich als einziges Mitglied ber Kolonie übrig geblieben ist. Eine Zeit lang scksien es, als sollte Prof. Greiner, ber fchon einmal kurze Zeit Mitglieb ber Kolonie war, wieber in biefe zurückkehren, aber offenbar haben bie Verhcmblungen mit ihm zu keinem Ergebnis geführt. Es war von vornherein selbstverständlich, daß der Großherzog wieder neue Künstler nach Darmstadt berufen würde. Eine Llussrischuna tarnt auch einer Künstlerkolonie nur von Nutzen sein, und auch iri Darmstadt wird es nichts schaden, wenn einmal andere Ideen ob andere Pläne zur Durchführung gelangen. Schon vor einigen Wochen tauchte das Gerücht auf, daß eine Lehrwerkstätte ober cne Kunstschule mit ber Kolonie verbunden werden sollte. Es soll eine Kunstschule mit der Kolonie verbunden werden, ait der die Mitglieder der Kolonie einen Wirkungskreis finden. Was in Stuttgart geht, wird auch in Darmstadt möglich fein. Die Berufung einer Reihe von angesehenen Kmrstleru, u. a. a u 5 Dresden und München, soll bevorstel-en. Ms erster ist in diesen Tagen bereits berufen der Architekt Albin Müller, sichrer an der Kunstgewerbeschule in Magdeburg. Er soll für 'angewandte Kunst bei der Mnstlerkolonie seine Tätigkeit ent-

Aie heutige Wummer umfaßt 8 Seiten.

Acr Wrozeß des Majors von Zander.

Ein Major a. D. auf ber Anklagebank, ein Major von Adel mit weitreichenden persönlichen Verbindungen bis hinauf zum preußischen Finanzminister, ist gewiß eine seltene Erscheinung. Ter Major v. Zander war so vieler schwerer Verbrechen, des Me ineids, zahlloser Betrüge­reien und der Unterschlagung, beschuldigt, fünf­zehn Monate währte es, bevor biefer Riesenprozeß an die Reche kam, daß man sich sagen mußte: wenn die Anklage auch nur zur Halste bewiesen wird, dann erlebt der Ver­urteilte vielleicht das Ende seiner Strafzeit nicht, so hoch und so hart wird die Strafe sein. Und was ist das Ergebnis dieser wochenlangen Verhandlungen vor dem Schwur­gericht? 300 Mark Geldstrafe sind liegen eines ver­hältnismäßig unerheblichen Betrugssalles über Herrn von Zander verhängt; die Mitangeklagten, Frau v. Zander und Herr ßüttig, sind freigesprochen.

Major v. Zander kann von Glück reden, daß er vor das Schwurgericht gekommen ist. Ware eine Straf­kammer das zuständige Gericht gewesen, er wäre vermut­lich ebenso nachdrücklich bestraft morden wie s. Zt. in Berlin das Professorenehepaar Meier, das auch weit über die Ver­hältnisse hinaus gelebt, * überall Bären angebunden hatte, großartige Bestellungen machte und nicht minder großartig das Geld dafür schuldig blieb. Herrn v. Zander hätte vor einem Kollegium von fünf Berufsjuristen schwerlich der Umstand zur Rettung verholfen, daß ihm eine ganze Reihe glänzender Gewinne aus allen möglichen, mehr oder minder kavaliermäßigen geschäftlichen Transaktionen in Aus­sicht stand. Die Fach jur ist en hätten nüchtern den Satz von den Tauben aus dem Dach erwogen und dem schulden- deladenen Major nur das als Guthaben angerechnet, was ihm in Wirklichkeit gehörte. Ten Geschworenen da­gegen, den Männern des praktischen Lebens, hat der in Der Tat erstaunliche Unternehmungsgeist, diese trotz alter Fehlschläge immer wieder einsetzende Tatkraft des Majors imponiert. Ein kaufmännisches Talent aller­ersten Ranges, das nur in falsche Bahnen ge­lenkt war. Durch die ausschweifendste, zweifellos krank­hafte Verschwendungssucht seiner Frau, einer ehemaligen Hofdame mit maßlosen Ansprüchen, ist der ^ajor aus Wege gedrängt worden, die ein Ehrenmann ob er nun den bunten Rock trug oder nicht keinesfalls befchreiten durfte. Manches streifte doch ziemlich nahe das Strafgesetz, der Ofsenbarungseid des Majors war mindestens nicht mit der erforderlichen Sorgfalt geleistet, und der Verkauf des Gutes c.u kritischer Zeit an Lüttig sah einer auf Benachteiligung der Gläubiger gerichteten Schiebung mindestens ähnlich. Ebensowenig entspricht den schlicht bürgerlichen Begriffen von Ehrenhaftigkeit Herr v. Zander pochte im Prozeß fortwährend auf seine Ehre alsOffizier und Edelmann" -- das Anborgen von Bekannten um größere und kleinere Summen. In sein Tagebuch hat denn auch Herr v. Zander oftmals voll Zerknirschung eingeschrieben, daß er nicht würdig gehandelt habe.

Trotzalledem wendete sich, je weiter die Gerichtsver­handlungen gediehen, die Sympathie ber Oeffentlichkeit dem entgleisten Major zu. Es erweckte Teilnahme, baß der Angeklagte seiner Frau zugetan blieb, die doch das Unglück über ihn heraufbeschworen hat und ihm obendrein die Zartheit nicht vergalt; es erweckte mehr und mehr tieses Mitgefühl, daß durch die Samte des Geschickes der Major immer wieder den Erfolg seiner eifrigsten Be­mühungen nicht cinheimsen konnte. Doch mehr als alles das ries Mitleid mit dem Major v. Zander hervor die ihm durch die lange Untersuchungshaft und die Anord­nungen des Untersuchungsrichters widerfahrene Behandlung. 15 Monate Untersuchungshaft, Monate hin­durch von vertraulicher Konferenz mit dem Verteidiger ab­geschnitten, die Vergünstigung der Selbstbeköstigung ent­zogen, allen Qualen der Ungewißheit und der Einsamkeit preisgegeben: das erschien der Oeffentlichkeit als ein über­hartes Schicksal. Ter Untersuchungsrichter hat erklärt, nirgends den Rahmen seiner Befugnisse überschritten zu haben. Mit Recht, gewiß. Das Schwurgericht ließ mehr als Juristen-Erwägungen die Stimme der Menschlichkeit zu ihrem Rechte kommen.

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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW

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Newyork, 16. Juli. Der becühtnte Geigenvirtuose Sa­ra s a t e hat ein Angebot von 160000 Dollar für zehn hier abzuhallenbe Konzerte abgeschlagen.

*D e r Schütze". Die MünchenerJugenb" stellt sich ben beutschen Schützen, bie in München zum Bunbesschießen versammelt finb, als ihr tapferer Kamerab vor:

Ich bin ein Schütze, frisch unb unermüblich, llnö meine Kugeln finben meist ihr Ziel, Unb treffen sie auch manchmal rmgemütlich, So ists nun mal beim kecken Weibmannssplel.

Mein Schießzeug ist nicht schwer. Es kennts ein jeber, Ta braud)t§ fein frisches Laben allemal, Stets ist sie schußparat, bie lockre Feber, Die spitz unb biegsam, aber boch von Stahl.

Glaubt nicht, baß ich aus Leichtsinn mit ihr s '' Ich schieße nie aufs Grabewohl I O nein!

Ich ziele niemals aus bem Hinterhalte, Für jeben Schuß steh' ich mit Freuben ein!

Ich reit' zur Jagb auf meinem Flügelpferbe, Tas mir als ireufter Kamerab gesellt, Ich bin ber frci'fte Schütze auf ber Erbe, Denn meine Scheibe ist bie ganze Welt.

rlchiedencs