Ausgabe 
16.5.1906 Drittes Blatt
 
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Ans Stadt und Land.

Gießen, den 16. Mai 1906.

Vom Theaterneubau. Nachdem die schwierigen Fundamentierungsarbeü'..i durch die Firma Winn seit einigen Wochen beendet sind, ist die Firma Abermann und Kling jetzt eifrig damit beschäftigt, den Socket zu errichten, der an dem nach der Johannisstraße liegenden Teil des Gebäudes, dem Bühnen- und Kulissenhause, schon fast vollendet ist. Die Maurerarbeiten werden nun so beschleunigt werden, daß schon im Herbst das Dach aufgesetzt werden kann; die Dach­deckerarbeiten sind bereits vergeben. Oesters geäußerten Zweifeln gegenüber kann versichert werden, daß an der Ab­sicht, das Theater zum Juli nächsten Jahres fertig z u ft eil en, festgehalten wird. Die Weihe des Hauses wird dann gleichzeitig mit dem Universitäts­jubiläum erfolgen, und man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß dann eine oder zwei Festvorstellungen alle hochherzigen Spender des Baues zusammenführen werden. Bei der sehr großen Zahl der Spender (über 560), die noch fortwährend zunimmt, wäre ein volles Haus sicher.

** Der Fortbildungskursus für Volksschul- lehrer unternahm am Samstag nachmittag unter Führung des Prof. Dr. Kaiser eine wissenschaftliche Exkursion nach der Umgegend von Friedelhausen, Odenhausen, Lahn- und Salzbödental, um die GesteiuZarten und ihre Formation zu besichtigen im Anschluß au die Vor­lesungen überGeologie des Lahntals und der Umgegend Gießens". An die Besichtigung des Staufenbergs schloß sich ein gemütliches Zusammensein daselbst. An dem 'Ausflug nahmen etwa 100 Lehrer teil. Für später sind noch Ex­kursionen nach Weilburg und Münzenberg geplant.

** Postsendungen nach Mülheim (Silycin) und Mülheim (Ruhr>. Tie ungenaue Bezeichnung der Ortsnamen Mülheim (Rhein, und Mülheim «Ruhr, auf Postsachen hat zu zahllosen Irrtümern und Verschleppungen der Postsendungen ge- lührt. Da die 1 eiterigen Maßnahmen der Posiverwaltung, das Publikum zu einer genaueren Bezeichnung der 'Postsendungen nach diesen beiden Städten zu veranlassen, erfolglos waren, so hat das Reichsposiamt folgendes augeordnet: 1. An den Postschaltern sind alle Sendungen nach Müheim zurückzuweisen, die nicht den Zusatz(Rhein)" oder(Ruhr-" deutlich und ohne Abkürzung trag. 2. Alle durch die Briefkasten aufgelieferten oder durch die Landbriefträger, Posibegleirer usw. cingeianimelteit gewöhn­lichen Briessendungen, die nicht unzweideutig erkennen lassen, ob sie nach Mülheim (Rhein) oder Mülheim ,.Ruhr) bestimmt sind, werden nicht abgesandt, sondern den Mscndern als zur Be­förderung ungeeignet 5iirüdgegeben. 3. Sendungen, deren Em­pfänger an dem angegebenen Bestimmungsort nicht zu ermitteln ist, werden nicht versuchsweise nach dem anderen Orte Mülheim weiter gesandt, sondern nach den Bestimmungen der Postordnung als unbestellbar behandelt. Es liegt daher tm eigenen Inter eße des Publikums, Postsendungen nach Mülheim (Rhein) und Mül- heim (Ruhr) mit den genauen Zusatzbezeichnungen^Rhein/' oder(Ruhr)" zu versehen.

w. Dutenhofen, 15. Mai. Tie Lehrer des Schul- Qussichtsbezirks Wetzlar waren am Montag zur 1. Iahros - tonserenz versammelt. Kreisschulin'ipettor Geibel er­stattete den Jahresbericht und gedachte der beiden verstor­benen Lehrer Bender-Wetzlar imb Rinn-K'leinrechtenbach, die beide Kinder der Gemeinde Krofdorf gewesen und mit großer Treue ihr Lehramt verwaltet Haven. Der Schul- aussichtsbezirt zahlte im abgelausenen ^aijre 3705 Schüler, die von 57 Lehrkräften in 62 Klassen unterrichtet wurden.

ES kamen somit durchschnittlich 65 Kinder auf einen Lehrer und nur in der Stadt Wetzlar j'eLber herrschen nicht normale Verhältnisse. Die Lektion des Lehrers Caelius-Launsbach mit den M'iiaben der Oberklasse überPreußens Erniedrig­ung 1806/07", sowie der Vortrag von Wigandt-Dutenhofen über:Welche Bedeutung hat btc Volksschule für die Sitt­lichkeit" fanden beide den Beifall der Konferenz.

* * Ettingshausen, 14. Mai. Heber unsere Gegend ging ein schweres Unwetter nieder, verbunden mit heftigen Regengüssen und Hagelschloßen, die zum Glück nur geringen Schaden verursachten. Laub und Blüten wurden vielfach von den Bäumen geschlagen. Vor dem Dorfe schlug der Blitz in eine hohe Pappel und zerschmetterte sie. An der Staatsstraße nach Lich wurde ebenfalls ein mächtiger Baum zerstört.

- t- Aus der Wetterau, 15. Mai. Die Ob ft blute, in einem Reichtum, wie er selten vorkommt,es blüht das fernste, tiefste Tal, das Blühen will nicht enden" hat einen im allgemeinen nötigen Verlauf genommen. Wenigstens die Birnen- und Apfelblüte hat sich ohne Störung entwickeln können, ebenso auch Pflaumen und Zwetschen. Die Kirschen, namentlich Frühkirschen, haben in einzelnen Strichen durch Fröste Rot gelitten und stellen nur eme Teil­ernte in Aussicht. Gleiches ist der Fall bezüglich der feineren Steinobstsorten: Mirabellen, Reineklauden, Pfirsichen.

Nieder-Weisel, 15. Mai. Die Feld- Bereinigung in hiesiger Gemarkung ist von 286 Grund- besitzern mit 697,8 Hettar Land beantragt worden und ivird noch im Sommer in Angriff genommen werden. Die Ge- samtbodenfläche des Feldes beträgt 996 Hektar. Eine unschöne Tat beging ein Einwohner, der neben einem in schönster Blütenpracht stehenden Obstbaume einen tiefen Graben ohne Anlaß anlegte und so dem nahe der Grenze stehenden Baume eine große Anzahl stärkster Wurzeln nahm. Der Baum dürfte ernstlich Schaden genommen haben.

sd. Darmstadt, 14. Mai. E t u gerichtliches Nachspiel zum Offenbacher S ch u h m a ch e r st r e i k. Am 23. Januar d. I. traten in der Offenbach er Schuhfabrik von Peters in der verlängerten Eisenbahnstraße in Offen­bach bic Schuhmacher wegen der Enttafsung eines Heizers in den Ausstand. Sie stellten Streikposten in der '.he der Fabrik auf und gaben sich große Mühe, zu verhindern, daß sich Arbeitswillige dort einfänden. Ter Schuhmacher Ostar L a m p e r t bot sich aber dejsenungeachtet dem Fabrik- Herrn zur Arbeit an, der ihn auch beschäftigte. Er gab ihm Wohnung iit der Fabrik und warnte ihn, abends aus­zugehen. Trotzdem verließ Lampert häufig die Fabrik, so auch am 21. Februar, wo er nach Frankfurt fuhr. Als er am Abend zurüclkam, gesellten sich .am Bahnhof die Schuhmacher Julius Dobrinsky und Jon. Schümm zu ihm, die beide bei Peters gearbeitet hatten, sich aber im Aus­stand befanden. Sie gingen mit dem Lampert in eine Wirt­schaft, bezahlten ihm Bier und rcocten auf ihn ein, damit er auch die Arbeit einstellen sollte. Lampert ging aus ihre Vorschläge nicht ein, sondern uegab sich bald aus den Sgeimmeg. In der verlängerten Eisenbahnstraße ganz in der Nähe der Petersschen Fabrik wurde er von zwei Männern üb erfüllen und so übel zugerichtet, daß er drei Wochen im Krankenhaus lag. In einem der Täter hat er Dobrinsky erkannt, der andere mag Schümm gewesen sein. Die Beiden standen geilte wegen schwerer Körperverletzung vor der

Darmstadter Strafkaknmer. Dobrinsky, der 28 Jahre alt und verheiratet ist, wurde zu 1 Jahr Gefan gnis verurteilt, Schunim, dessen Mittäterschaft nicht nachf- zuweisen ist, wurde f r e i g e s p r 0 ch e n.

- t- Erbach, 13. Mai. Das vierte Jahresfest des Verbands Hessischer Jünglingsvereine, das unter einer über Erwarten zahlreichen Beteiligung heute hiev flM- fand, kann als lebhafte Kundgebung der Bewegung für Jugend­fürsorge aufgefaßt werden. Offiziell mären 320 Vercinsrnit- glieber und Vertreter erschienen, die Zahl der Festteilnehmer war aber weit höher. Die geschäftliche Vereinsarbeit der Vertreter-Hauptversammlung, wie auch der übrige mehr zur Verbreitung der Vereinssache nach außen hin gerichtete Teil der dem Tag gestellten Aufgaben fanden ihre zufriedenstellende Erledigung. Die Unterbringung der auswärtigen Festteil­nehmer bei Erbacher Bürgern, vom festgebenden Verein in fleißiger Arbeit und mit Geschick eingerichtet, bewährte sich in mehrfacher Hinsicht als ganz vorzüglich, wenigstens waren die Gäste voll des Lobes der Gastfreundschaft im Odenwald und des herzlichen Entgegenkommens der Erbacher Gastgeber. Von Interesse ist noch von den Mitteilungen des Verbands­vorsitzenden, daß Hessen zurzeit 18 Vereine mit etwa 700 Mitgliedern besitzt.

X Friedrichsdorf i. Taunus, 15. Mai. Ein zweiter Kursus für die Volksbildungsbestrebungen findet in der zweiten Hälfte des Juli auf Veranlassung des Rhem- Main-VerbandeS für Volksbildung hier statt. Eine Lehrkraft ist bereits in der Person des Oberlehrers Dr. Strecker- Bad-Rauheim gewonnen.

Handel nird Vermehr, Volkswirtjchaft.

Märkte.

(1.X Hungen, 15. Mai. Per gestern hier abgehaltene Schwein em ar kt war wohl mit Zuchtvieh gut befahren, doch zeigte sich die Kauflust gering. Kein Wunder auch. Wahrend die Preise jür die leiten Schweine innerhalb vier Wochen um 10 Psg. das Pfund Lebendgewicht gesunken sind, jo erhalten )icl) die Ferkelpreije beständig aus gleicher Höhe, 8595 Mark für das Paar ein Vierteljahr alte Einleger, 5055 Mark für eilt Paar jüngere Jertel. Trotz des gedrückten Handels würbe von den Händlern allerdings mit vieler Mühe schließlich doch deren ganzer Bestand abgesetzt, denn der Landwirt ist bei den zur Zett herrschenden äuszerst niedrigen Kartoffelpreisen und der geringen Nachfrage naa> diesem Artikel gezwungen, sich der Schweinezucht zuznwenden, um mit seinem Bestand an alten Kartoffeln auf diese Weise zu räumen. Ein selten hol Preis, 4 Mark pro Zentner, wird zur Zeit für Heu bezahlt, ticm die ZurterauSsichten für Gras und Klee äußerst günstige ,u 0. Auch die Aussichten auf Obst, nainentlich Aepsel und Birnen, sind vorzüglich, wenn auch die in den letzten Tagen hier und in der Umgegend niedergegangenen Gewitter durch den strichweise mit ihnen verbundenen Hagel den Obstbäumen sowohl, als auch den Getreidefeldern vielfach Schaden gebracht haben.

Für Blutarme, 1984

Dr. Klopfer-Glidin

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