Ausgabe 
16.3.1906 Zweites Blatt
 
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- Verein.

Schwarzkü n st l c r

von Einil Gött, das am Diens-

Hamburß-- Amerik. Pnketf. 167.40

110.20

Berliner Börse,

stillem Geschäft.

Oberschles. Eisen-Industrie 126.25

Berliner Handels^es . . 172.50

Sonntag, 18. März, vorm< der Südwestdeutsche Frei- und Delegierte aus Frank- Mannbcint, Baden-Baden,

Harpener Bergwerk Laurahütte . . . Nordd. Lloyd . .

Darmstädter Bank . . Deutsche Bank .

Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . . Baltimore- und Ohio-

Eisent ahn .

Gotthardbahn . . . . Lombard. Eisenbahn . Oesterr. Staatsbahn . . Prince-Eenri-Eisenbahn

237.10

125.25

. 129.80

. 146.50

69.20 70.15 92

94.80

93.70

147.20 53.90 91.75

68.55 97.40

Elektriz. Lahmeyer . .

Elektriz. Schnckert . . Esohweiler Bergwerk . Gelsenkirchen Bergwerk

Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder Union C. Dresdner Bank . .

Tendenz: fest bei

100.50

101.

95.40

. 173.70

. 146.80

. 243.80

. 81.20

. 161.40

" Freidenkertag! Am 10 Uhr, tagt in Heidelberg denkervcrband, dessen Mitglieder furt a. M., Wiesbaden, Mainz,

Reichsanleihe do.

Konsols . . do. . .

Hessen . . . Oberhessen

212

241.

129.80

. . 100.55 . . 88.65 . . 100.55 . . 88 75

. . 99.65

16. März. Anfangskurse. Harpener Bergwerk . . Laurahütte ...» Lombarden E. B. . . Nordd. Lloyd .... Türkenlose . . .

an ba3 Großh Polizeiamt gelangen zu lassen. Der Täter wird folgendermaßen beschrieben: mittelgroße Statur, längliches rotes Gesicht, etwa 17 Jahre alt, bekleidet mit schwarzem Anzug, schwarzem Ueberzieher und schwarzem, weichen Filzhut.

Deutsches Nerch.

B r c ni e r h aven , 15. März. Ter sva iser ist an Bord bes LinienschiffesKaiser Wilhelm II." heute nachmittag auf der hiesigen Reede cüigetroffen.

Berlin, 15. März. Einer Meldung der Londoner ,Daily Mail" zufolge soll Kaiser W i l h c l m der 5Va i -- ferin sowohl wie dem Prinzen Eitel Friedrichs anläßlich der kürzlichen Familicnfeierlichkeiten ic ein von ihm s e l b st gemaltes symbolisches Bild ge­schenkt haben.

m Ein Geschenk des Äaiserpaares ist den M ä d ch e n s ch u l e n überwiesen worden, deren Schülerinnen sich anläßlich der silbernen Hochzeit des K'aiscrvaares durch eine Beisteuer zur F l o t t e n s p e n d e hervorgetan fyaticn. 'Tas Geschenk besteht in einem Bilde, das den Kaiser und die Kaiserin darstellt und die eigenhändigen Unterschriften des Kaiserpaarcs trägt.

2er Kaiser ernannte den KämmergerichtSrat Rich­ter aus Berlin zum Reichs au walt beim Reichsgericht.

Die Fraktionen der freisinnigen Volks- Part e i des ReicheUage- und des Abgeordnetenhauses be­schlossen in gemeinschaftlicher Sitzung einstimmig, im G e i st e E u g c n R i ch 1 ers, getreu den Grundsätzen der Partei, ein­mütig und entschlossen weiter zu wirken für den Aus­bau der politischen Freiheit und die Hebung der Wohlfah-rt des gesamten deutschen Volkes.

TerVorwärts" veröffentlicht einen Aufruf zum zahlreichen Besuch der am 18. März staltsindenden Ver­sammlungen. Es heißt darin-

Die historische Aufgabe des Proletariats sei, die im Fahre 18-18 vom Bürgertum mit Hilfe der Arbeiterklasse bereits auf kurze Tauer gewonnenen Volksrechtc nun­mehr von neuem zu erringen und für alle Zeiten zu sichern. Tie Märzfeier solle eine Wahlrechtsdemonstrcr- tian sein, ebenso wichtig, wie die des 21. Fanuar. Sic solle zeigen, daß die Arbeiterklasse ihre Rechtlosigkeit in Preußen als empörende Schmach empfindet, sie soll die Zähigkeit und Unablässigkeit des proletarischen Ansturmes gegen die TrciklassenDchmach beweisen .

Wie. wir mitteilten, war in Straßburg kürzlich ein ausschließlich von Elsässern besuchtes Bierlokal, die Taverne Alsacienne", behördlich geschlossen, weil sein Inhaber während des Karnevals deutschfeindliche Demon­strationen dort gedtlldet hatte. Im Landesausschuß inter­pellierte der Abg. Riff die Regierung wegen der Schließung des Lokals. Alle Abgcordneteir bezeichneten das Vorgehen der Negierung als hart. Staatssekretär v. Köller erklärte die Maßregel für gerechtfertigI

35s Wlo 3% W/o B^°/n

Aus Stadt unö Luu-.

Gießen, den 16. März.

** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben den Assistenzveterinärarzt zu Homberg <l d. -Ohm Dr. Aug. Hofmann zum Krcisveterinärarzt de? Krcisveterinär- amtes Alsfeld und den Veterinärarzt Dr. Hch. Fauerbach aus -Offenbach a. M. zum Assistenzveterinärarzt mit dem Amtssitze in Homberg a. d. Ohm ernannt. Bestätigt, wurde der von dem Fürsten zu Fsenburg-Birstein auf die erste Lehrer stelle an der Gemcindcschule zu Wenings präsentierte Lehrer Karl Vogt zu Hitzkirchen. Uebcrtrageu wurde dem Lehrer Friedr. Euler zu Reinhards'ha in eine Lchrer- stelle an der Gemeindcschule zu Annerod, dem Lehrer Hch. Wilhelm zu Stammheim und dem Schulamtsaspi­ranten Foh. Hch. Muth aus Gimbsheim Lehrerstellcn an der Musterschule zu Friedberg; dem Lehrer Hch. Keil zu Annerod die Lehrcrstclte au der Gemcindcschule zu Rein- hardshain. Fn den Ruhestand versetzt wurde der Lehrer an der Gcmeindeschulc zu Reibertenrod Dan. Würtcn- berger auf sein Nachsuchcn, unter Anerkennung seiner mehr als 50jährigen treuen Dienste.

211.90

241.20

. 24.10 . 148.90 . 134.

. 141.00

. 128.00

. 253.10

. 220.80

Dentsch-englischc Freundschaftsbeftrebungen.

London, 15. März.

Die hiesigen Abendblätter bringen den Abdruck der von dem Englisch-Deutschen FrcundfchaftS-Koinitö in Deutsch­land an den Vorsitzenden des Komites in England, Lord Avebury, gerichteten Schreibens, das ungefähr folgenden Wortlaut hat:

Die Unterzeichner wünschen ihrer festen Ueberzeugung AuSdruckzu geben, das; die wechselseitigen Gefühle zwischen Deutschland und Eng­land stets nur freundschaftlichster Art sein sollten, und so die Weiter­entwicklung eines fluten Einvernehmens und der Fortschritt der Kultur zwischen beiden Völkern gefördert werden. Die angeschlossene Liste der Unterzeichner umfasst ungefähr 1000 Namen auS allen Vevölkerungsklassen TentsehlandS und ganz besonders solcher Personen, die wohl berufen sind, die öffentliche Meinung Deutsch­lands zu vertreten. So finden sieh darunter Vertreter des hohen Adels, des Reichs tag es und anderer deutscher Parla­mente, hervor-ragende Vertreter der W i s s e n s ch a f t, Vor­sitzende rind Mitglieder von Handelskammern, Bürger­meister großer Städte, g e i st l i eh e Würdenträger und I n dustrielle aller Art mit vielen Hunderten ihrer Angestellten. Auch die Vertreter liuseres Auswärtigen nt t e 5 stehen unseren Bestrebungen iumpathisch gegenüber. Wir fügen auch einige AuSschuitle aris deutschen Blättern bei, arrS denen ersichtlich ist, welcher Umschwrmg in dieser Hinsicht in der Presse ein­getreten ist.

tag den 20. d. M. zur Ausführung gelangt, imirdc in Freiburg i. B. am 9. Februar zum ersten Male mit großem Erfolg gegeben, ist aber schon vor 15 Jahren entstanden. Tas Stück hat seine Schicksale gehabt. Ter Verfasser hatte in jugendlicher Unerfahrenheit seine Vcrlagsrechte aus der Hand gegeben, und so konnte es geschehen, daß das Kgl. Schauspielhaus in Berlin eine Verballhornung des Stückes, hcrrührend von dem -Obcrrcgisscur Max Grube, iin Jahre 1893 aufführte, die unter dcm TitelVerbotene Früchte" an vielen Bühnen einen überraschenden Erfolg hatte. Erst jetzt sind dein Verfasser die Versuche, die Verlagsrechte an sich zurückzubringen, geglückt, dieVerbotenen Früchte" der Bühne sowohl wie die von der Eottaschen Verlagshandlung veranstaltete Buchausgabe sind eingestampst. Er tritt nun mit seinemSchwarzkünstler" dessen Idee derHöhle von Salamanca" des Cervantes entnommen ist in der ursprünglichen Gestalt vor die -Oeffcntlichkeit und hofft von ihm,daß die Freunde, die er schon gefunden, als er noch den Stiftenkopf, den man ihm geschoren, durch die Türen steckte, ihm den Schmuck der natürlichen Locken, die ihn jetzt ivicder uinwallcn, nicht übclnehmen, und daß er neue Freunde dazu gewinnen werde." Der Vorstand des Theater- Vereins mürbe auf das Lustspiel aufmerksam gemacht durch ein früheres, in kritischer Tätigkeit bewährtes Mitglied, das jetzt in Freiburg lebt und u. n. schrieb:Bei einer guten Besetzung der 9tollc des Schülers und bei einer leid­lichen der übrigen Rollen dürfen Sie auf einen entschie­denen Erfolg zählen." Da unser jetziges Personal die gute Besetzung nicht nur der einen, sondern aller Roller: zu gewährleisten schien, und die Lektüre des Stückes das ihm in Freiburg gespendete Lob rechtfertigte, so wurde beschlossen, zumal an guten neueren Lustspielen ein chro­nischer Mangel besteht, es auch hier baldigst zur Aufführung zu bringen. DemSchwarzkünstler" voraus geht ein gutes altes Lustspiel von Bencdix,Die Dienstboten", die trotz ihres Alters immer noch in dcm Spiclplcm der meisten Bühnen stehen, int Kgl. Schauspiel in Berlin z. B-, das in Anna Schramm eine brillante Vertreterin der Köchin be­sitzt, sehr häufig gegeben werden.

" Das 60jährigc Stiftungsfest des Turn- oereinS bildete gestern abend den Gegenstand einer Be­sprechung im Cafe Ebel, zu der sich außer dem Vereinsvor­stand eine größere Anzahl besonders eingeladener Herren ein- gesunden hatte. In der sehr eingehenden Besprechung konnte die allseitige Bereitwilligkeit, an den Vorarbeiten des Festes sich zu beteiligen, sestgestellt werden. Als Festpräsident wurde der 1. Sprecher de§ Turnvereins, Kaufmann L. Alt hoff, und als dessen Stellvertreter Herr W. Hornberger gewählt. Zum Festplatz mürbe Oswalds Garten ausersehen und als vorläufige Festordming ein Festkommers am Samstag abend, Festzug, turnerische Aufführungen und Musterriegenturnen unter Beteiligung der Kreis- und Gauvereine, sowie Festauf- fährung am Somttag und ein Volksfest am Montag in Aus­sicht genommen. Die Bildung der einzelnen Ausschüsse (Finanz-, Turn-, Vergnügungs-, Wirtschafts- und Preßausschuß) ging dank der allseitigen Bereitwilligkeit zur Mitarbeit rasch von statten. Mit besonderer Freude wurde die Mitteilung auf- genommen, daß bei den Vereinsdamen die Absicht besteht, dem Verein 31t seinem Ehrentage eine neue Fahne zu stiften. DaS Fest, das in einfach-würdiger Weise gefeiert werden soll, findet Witte August statt.

** Ve r h astet wurden gestern zwei fremde Ar­beiter, die in der Wasenmeisterei zwei Kalbfelle ge­stohlen und an einen Fellhändler tierfauft hatten. Sie verkauften auch am Tage vorher eine Partie eiserner Schwellen und Bolzen von einer Feldbahn, über deren Er­werb sie sich nicht auszuweisen vermochten. Die Gegen­stände sind als gestohlen noch nicht gemeldet, es nimmt deshalb die Kriminalabtcilung des Großh. Polizciamts Eigentilmsansprüche entgegen.

** Warnung vor eine m Schwindle r. Anfang März l. I. hat ein junger Mann verschiedene Metzger- lädcn dahier onfgcsucht und unter der falschen Angabe, er sei von bekannten Leuten geschickt, versucht, jedoch ver­geblich - von den betr. Metzgern Darlehen in Höhe von 15 bis 20 Mk. für diese zu erlangen. Indem vor diesem Schwindler gewarnt wird, wird zugleich empfohlen, event. zweckdienliche Mitteilungen -über den unbekannten Täter

Ausland.

London, 15. März. Tas Unterhaus setzte die Beratung des Heercsbudgets fort. Seelp (liberal) bringt auf die Herabsetzung der He er cs stärke um 10000 Mann und verlangte vom Kriegssekretär Hal- .danc, dieser solle versprechen, daß die Herabsetzung int nächsten Jahre erfolge. Kricgssekrctär.Haldane weist darauf hin, daß es möglich fei, durch Reorganisationen eine Ver­minderung der Ausgaben für die In lands­arm ec herbeizuführcn, und drückt seine Ucbcreinftintmung mitt den Ansichten Seclho aus, lehnt aber ab, sich zurzeit zu Irgend einer besonderen Maßnahme zur Herbeiführung von Ersparnissen zu verpflichten.

Paris, 15. März. Tie Kammer setzte heute die Be­ratung des Marineetats fort. Der Marineministcr Thomson befürwortete den B ast von G P anzer- 1 Äiffc 11 sowie von Unterseebooten und T 0 r p'c d 0- h oo tcn und erklärte, cs sei notwendig, daß Frankreich in Aczug auf dic Untersee b ootc den Vorspr 11 n g be­halte, den cs den übrigen Mächten gegenüber augenblick­lich besitze. Er befürwortet ferner das AblMeu großer § tpttcix 111 anö vc,.r.

147.20

243 50

182.50

189.70

164.50

211.

1 % Oesterr. Goldrente. . 4'/n"o Oesterr. Silberrente 4% I'n<rar. Goldrento . . 4°o Italien. Rente . . . B?o Portugiesen Serie I . 3-6 Portugiesen III 4%°/0 russ.Staatsanl. 1905 414°ln japan. Staatsanleihe 4 °(t Conv. Türken von 1903 Türkenlose......

4% Gricch. Monopol-Anl.. 4?o äussere Argentinier . 3°/0 Mexikaner . . . . 4^°/o Chinesen . . . .

Aktien:

Bochum Guss.....

Buderus E. W . . . .

Tendenz: fest.

Telefonische Kursberichte

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen.

Frankfurter Börse. 16. März, 1.15 Uhr.

Sndwestasrika.

Der Kaiscr richtete an Hauptmann Volkmann in der Schntztrnppc in Südwcstasrika folgendes Telegramm: Fch spreche Ihnen wie den bei der Untc r w crfnng von Cornelius beteiligten Truppen meine warme ?Anerkennung ans und verleihe Ihnen den Kronen- vrdcn 3. Klasse mit Schwertern."

Gestorben: Otefrcitcr Johann König, Reiter Johann Vogt.______

Origittal-Drahtmelduirgen.

Esfc 11, 16. März. In der Zechenbcsitzerve^ämmlnng bei K 0 hlcn spnd ikats wies Geheimrat Kirtorf auf das Ereignis in Eoui-riöres hin. Der Süttrog, 1 00 000 M k. zux VeMgungt zu stellen, sand einstimmige Annahme.

Handel uitfc Vevkehv, Volkswirtschaft

Märkte.

A B n tz b a ch, 15. März. Der heutige Fasel-, Schweine- u n b Zuchtviehmarkt war durch die Ungunft der Witterung von Vieh-Verkäufenl wenig besucht. Tlnqetrieben waren nur etwa 80 Rinder und 60 Bullen. Ter Handel mit Schweinen war leb­haft und die Nachfrage nach Einlegern groß, sodaß für 5-6 Wochen alte Ferkel für das Paar 5565 Mk. erzielt werden konnten. Die unter dem Vorsitz von Dr. von Peter ans Friedberg zum ersteiunale hier veranstaltete S a a t e n a u s st e l l u n g wat leider wenig beschickt. Von Saatgllt war besonders die Kartoffel vertreten. Besonderes Interesse erregten die n e ir e n K a r 10 s f e l- z ü ch tungen von Vöhm-Groß-Bieberau und Breidenbach-Mel^ bad). Tie G erste sand erwähnenswerte Vertreter in Heil und Chelins-Wickstadt. Letztere brachten auch ein kleines Sortiment S 0 m werweiße u zur Ausstellung. Bedauerlicherweise fehlte derH as er vollständig. Gesck)äste wurden sehr wenig abgeschlossen.

s 1 Ma r b u r g, 15. März. Auf dem heute hier abgehaltenen Frii h l i u g s - P f e r d e >n a rk t ivaren nur 160 Pferde aus­gestellt. Tie staue Besd;ickliug erklärt sich dadurckr, daß die Land- straßm wegen des Cchueewetters und der Glätte kaum passierbar waren. Ter Handel gestaltete sich trotzdem recht lebhaft.

fc. Frankfurt a. M., 16. März. lOrig.-Telegr. desGieß. Anz."l V i e h m a r k t. Ium Verlause standen 00 Kälber, 00 Schafe und Hammel, 428 Schweine: 1. Qual. 7980 Psg. Lebendgewicht 61.5062.50 Pf., 2. Qual. 7800 Pf., Lebendgewicht 61.00-00 Psg., 3. Qual. 7173 Psg. Kälber 1. Qual. 00-00 Pf., Lebendgewicht 0000 Psg., 2. Qual. 0000 Psg., Lebendgewich: 0000 Psg., Schlachtgewicht 00 00 Psg. Schafe 1. Qualität Schlachtgewicht 0000 Psg., 2. Qualität 00 00 Psg. Geschäft gedrückt, Neberstand unbedeutend.

** Landes-Universität. S. K. H. der Groß- Herzog haben am 14. März d. I. den Privatdozenten Dr. Albert Jesionek zu München zum außerordentlichen Pro­fessor bei der medizinischen Fakultät der Landes-Universität und zwar für das Fach der Haut- und Geschlechtskrankheiten mit Wirkung vom 1. April 1906 ernannt.

** Der Alterspräsident der Zweiten Kamm er, Abg. Möllin g er, ist, wie aus seiner Heimat au§ Pfedders­heim mitgeteilt wird, bedenklich erkrankt. Er wird für längere Zeit den Sitzungen nicht beiwohnen können.

" Zeichenunterri chtsknrsuS für Lehrer. Ain Mittwoch haben sich in Darmstadt 40 Lehrer aus den verschiedensten Kreisen des Landes zusammengefunden, um unter der Leitung des am Darmstädter Gymnasium wirken­den Oberlehrers Hölscher einen auf vier Wochen berechneten Kursus durchzuniachen, in welchem ihnen die neue Hol sch er- schc Zeichenmethode vorgeführt werden soll. Auch iverbcn die Kursteilnehmer sich selbst praktisch mit diesem au Naturanschauung beruhenden Zeichenunteriicht vertraut machen.

* Das Fest der silbernen Hochzeit feiern heute Schreinermeister und Möbeltransporteur Ehr. Weber und dessen Ehefrau, geb. Schäfer.

Das LustspielDer

Stoßseufzer der Börse, die von Tag zu Tag in schlechtere' Stimmung gerät und das Vertrauen auf denStern" des Fürsten Bülow verloren hat. Zum Glück ist das Privat­publikum kaltblütiger, als die Spekulation, die vomKriegs , mit einer Selbstverständlichkeit spricht, wie wenn er schon er­klärt wäre. Trotzdem, es wird Zeit, daß die Konferenz zum Abschluß kommt. Denn beginnen erst einmal die Angst- verkäuse des Publikums an der Börse, dann giebt eS kein Halten mehr. Diese Katastrophe, die selbstverständlich ebenso . wuchtig daS Ausland treffen würde, muß verhütet werden.

In der Kommissionssitzung am 14. dS. legte der zweite ' französische Delegierte einen NedaktionSentwurf über die Polizei 1 vor. Dieser nimmt in Aussicht, daß die Polizei nur : von französischen und spanischen Offizieren ; organisiert werden soll, und überläßt alle genaueren Be- ' ftimmungen der künftigen Vereinbarung zwischen diesen und den marokkanischen Ministern. DaS Inspektorat, das von 1 den französ. Delegierten am 13. dS. im Prinzip anerkannt j worden war, wird in dem Entwurf überhauvt nicht erwähnt. ,

Karlsruhe, Straßburg, Kolmar, Metz, Ludwigshafen, Gerns­heim, WoruiS, Ällzey, Gießen und Darmstadt zu dieser Ver­sammlung kommen werden. Am selben Tage wird Dr. Bruno Wille auS Berlin über dieReligion des Freidenkers^ sprechen.

Butzbach, 16. März. Die hiesige Gendarmerie verhaftete gestern Abend in der Herberge zur Heimat einen von der Staatsanwaltschaft in Mainz, wegen schweren Be­trugs in wiederholtem Rückfall gesuchten Menschen, Namens Philipp Gumbinger aus Rocksheim in Bayern. Nach­dem die Voruntersuchung gegen Heinz er lin g an hie­sigem Amtsgericht heute zum Llbschluß kommen dürfte, wird, wie bestimmt verlautet, die Auslieferung des Defraudanten an die Staatsanwaltschaft Gießen nach dem dortigen Unter­suchungsgefängnis noch heute nachmittag erfolgen.

[ ] Marburg, 15. März. Der Voranschlag des KrcishauShaltsetats des Kreises Marburg schließt ab für 1906 mit 1 914 075 Mk. In dieser Summe find auch die mit 1 700 000 Mk. berechneten Baukosten für die Kreis­bahn Marburg-Süd-Dreihausen enthalten.

** K l c i n e M i 11 e i T i' n n - n aus Hesse n und den N a ch b a r st a a t c n. Tie Eheleute Belass in Butzbach, die vor kurzem ihre diamantene Hochzeit feierten, erhielten vom Groß- Herzog ein Gratulationsschreiben, sowie ein Geldgeschenk. In Ober°Mörle n hat sich ein Ortsgemerbeverein gebildet, dem bis jetzt 70 Ätitglieder beitraten. Zu der im April ihre Tätig­keit ailsuehmcnden Sonntagszeichenschule liegen bereits 28 An­meldungen vor. In BadRaubei m verunglückte der Rangierer Wagner aus Schwalheim im Bahnhof dadurch, daß er beim Rangieren ausglitt, unter die Maschine kam und dabei einen Arm verlor. In Pfungstadt wurde eine D i e b es b a nd e er­mittelt, die, aus vier zwöls- bis dreizehnjährigen Knaben bestehend, in der leerstehenden Gerberei das Zinkdach nbbcfFten und das Zink zentnerweise an Händler verkauften. In Alteuschlrrf wurde Bürgermeister Schaaf einstimmig iviedergewähtt. In Bad-Nauheim feierte der israel. Rc- ligionslehrer und Vorbeter Herrn. Oppenheimer fein 25jähriges Tienstjubiläum. Der Stadt Worms wurde die landesherr­liche Konzession zum Bau und Betrieb einer elektrischen Straßenbahn erteilt.

* Kleine Tages mr 0 n iT In Paris feuerte die Schauspielerin Regina Martial bereit DramaSascha" nur geringe Zugkrait aus übte, einen Nevolverschnß gegen sich ab. Dia Kugel ist in die Brust eiugedrungen, der Zustand der Künstlerin ist bedenklich. Ferner ist in Paris ein mysteriöser Mord ent­deckt. Der Ermordete ist Bedor, Ches der Safsiansirma. Aus bcs Treppe sand man die Leiche mit mehreren Degenstichen in bez Brust und im Rücken, lliaubmord scheint ausgeschlossen.

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

Bora«Hßchtliä,e Witterung in Hessen für Samstag, den 17. März 1906: Anfheiternd, nach etwas kühlerer Nacht am Tage Temperatur feine Aenbenmg.

Näheres durch die Gießener Wetterkarte.