Ausgabe 
12.1.1906 Drittes Blatt
 
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Abg. v. Gerlach (fress. ögg.):

Abg. Ganip (Np.):

er von dem Luxus der Bierpaläste sprach. In der Provinz, namentlich und Gump an. Zunächst mutz ober erst 'm Osten, wird er meist recht ärmlich eingerichtete Lokale finden, und I Erbrechts gcnau abgearen-fi sein Meine der Gewinn der Gastwirte ist dort sehr gering. Ich halte cs füv einen gewissen Grad der Verwandtschaft

Schlutz 6iz Uhr.

1905

Kreise Gieren.

Ästertshanseu Allen-Bujeck

it

7U1

428

446

Gesamtzahl

194

301

841

1900

8ö0

390

480

308

180

286

768

552

531

729

1016

515

148

512

1166

198

557

990

315

312

555

330

694

264

736

332

657

479

306

hat 3" er­den

2621

357

2012

1905

879

386

509

299

500

308

Wart 86 ? Tas ist r Vnrvrc wzMig.

Abg. @ lmgnrr ml bedacht wni srSt m bei

berg Stangenrod Stau'enberg mit

Friedethausen Steinbach Sleinhelm Slockhatisen Trais-Horloff Treis a. d. Lda. Trohe Utphe BiUingen Watzenborn mit

Steinberg Weickartshain Weuersham Wiesect Wnnierad

1728

378

528

2632

34

2401

344

15 8

639

316

350

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308

311

529

Akte auf der Bühne und tcrhielft Beit zur Aussöhnung mit der zürnenden Elcrudine. Tie Rolle der schönen Elaudine van Zuylen liegt bei uns in den Händen von Frau Bayr-- h^ammer, der Maler Beit wird von Herrn Loehr aus; Tarmstadr gespielt, die sonstigen größeren Rollen des Stückes sindta lle mit ersten Kräften besetzt. So steht zu erroarten,. das; das Lustspiel bei guter Darstellung am nächsten Montags hier ebenso gilt gefallen und unterhalten wird, wie an allen Bühnen, die es bisher ausführten.

0 A u s dem O h m t a l, 10. Jan. Das gesamte Ohmtab zwischen Bürgeln, Kirchhain und Schweinsberg ist infolge der Regengüsse wieder in einen großen See verwandelt. Viele Wege sind völlig unpassierbar. Abhilfe von diesen immer wieder- kehrenden Ueberschwemmungen kann nur die schon lange pro* jeUierte Ohmregulierung bringen.

Meine Freunde sind keineswegs mit ollen Einzelheiten der neuen Vorlagen einverstanden. Wir haben auch noch aetoifie Be­denken gegen die Form der Brausteuer. Der preußische Finanz- nnnister hat doch heute wohl zu sehr aus Berlin cxcmplisiz'crt, als

Abg. Barbeck (frs. Vp.)

spricht sich besonders gegen die Erhöhung der Tabaksteuer ans. namentlich im Intcresie der baheri'chen Tabakindustric. Abgesehen von der Steuer auf Lurusantomobilc. die auch er billiac, seien aber die übrigen neuen Steuern gerinnet, das deutsche Erwerbs­leben schwer zu schädigen. In Preußen bestehe die schöne Sitte, daß scder Prinz ein Handwerk lerne; er sollte es aber auch eine Zeitlang als Gewerbe ausüben. Dann würde man auch an den höchsten Stell n allmählich einschen, wie schwer es den gewei b- üchen Ständen werde, ihr Brot zu verdienen. Seine Freunde seien daher gegen jede Steuer, die das Gewerbe noch mehr belaste.

nöiig, daß bei der Staffelung die kleinen Brauereien noch mehr berück­sichtigt werden. Daß an sich eine Braustener an das Reich berechtigt sei, wurde auch in der neulichen Brauerversammlung in Berlin anerkant, nur meinte mau dort, daß man die kommunalen Brausteuern daun nicht auch noch tragen könne. Der Resolution, die in jener Ver- lammlnng gefaßt wurde, lege ich gar keine Bedeutung bcit ES baben dort nur die Vertreter der großen Brauereien geredet, den kleinen habe man einfach durch Schluß der Debatte das Won abgeschnitten. Diese venießen darauf das Lokal und nur so ge­schah eS, daß jene New ution gegen die Vransteuer einstimmig an­genommen wurde. Das ist doch geradezu eine Fälichung der öffentlichen Meinung. Eine Reichseroschaftssteuer halte ich für berechtigt, freilich nur insoweit cs sich nicht um Defendenten und Ehegatten handelt. Bei entfernteren Verwandten kann man den Eibanfall sehr gut mit einem Lotteriegewinn ver­gleichen. Ich würde gar kein Bedenken haben, bei Geschwistern

Ergebnis der Volkszählung für ihr Land schon lange bekannt qc* geben, warum ist dies in Lessen nicht möglich. 9inv immer lang- mm voran, scheint der Wahtspruch der statistischen Zentralstelle zu sein.

Tatftmcr die Mmmg b> bümbtm Di yeM diese unb Wtf An Leben dn Tübakni Gerung gss sind avftro dieser Löhm jrat Jni e AeMM,

Aus Sia&t und Land.

Gießen, den 12. Januar.

** Dem Gießener Konzertverein ist es gelungen, für die beiden demnächst bevorstehenden Solistcnabende, 21. Januar und 4. Februar zwei gleich hervorragende Künstler ihres Faches zu gewinnen: den Pianisten Wilh. Backhaus und den Violinisten Alexander Petschni- ko ff. Wir haben also erlesene Genüsse zu ermatten und bekennen gern, daß der Konzertoerein es verstanden hat, bem Wedekind-Buff-Abend Ebenbürtiges zur Seite zu stellen. Möchte das allseitige Anerkennung finden und dtirch einen ebenso guten Besuch belohnt werden. Beide Künstler sind vor Jahren bereits hier in Gießen gewesen; sie haben da­mals reichen Beifall geerntet und wir zweifeln nicht, daß alle wiederkommen werden, die damals den Künstlern gelauscht haben. Von ganz besonderem Jntereffe aber wird es sein, Wilhelm Backhaus zu hören, der damals als 17jähriger Knabe bereits bewiesen hat, daß er den Auserwählten angc-

der Einwohner des Kreises: 1905: 88 627, 1900: 81916.

Zweifellos kann das Reich Steuern jeder Art erheben, also auch direkte. Gegen die neuliche Aeußerung des Freiherrn von Rheiubaben, daß die Arbeiter so hohe Beiträge zu ihren Gewerk­schaften zaylcn und deshalb auch mehr kaum aufbringen können, haben christliche Gewerkschaften mit Recht protestiert. Durch die Rede dco Finanzministers ging der Geist des preußischen Landtages. (Sehr wahr I links) Dio reichen Leute .,ahlcn nur ungern Steuern. Jnbezug auf die Erbschaftssteuer Ichltcßc ich mich den gestrigen Ausführungen der Kollegen Pachnicke "t einmal der Begriff des . t. Meiner Meinung nach sollte über einen gewissen Grad der Verwandtschaft hinaus ein Erbrecht übet* . anpt mcht anerkannt werden. Den von dem Grafen Kaiutz vor- gcichlagenen Ausfuhrzoll auf Kohlen halte ich für sehr bedenklich, andere Länder würden dann Ausfuhrzölle aufandere Produkte einfübren, unb wir würden aufs schwerste geschädigt werden. Allgemeine Sympathie verdient dagegen die Weinsteuer. Für eine Automobil- Iteucr wäre ich nur dann zu haben, wenn sie zu einer allgemeinen Luxus- und Verkehrssteuer au gebaut würde. Die Zigarettenpapier­steuer i|t unsozial und deshalb unannehmbar.

Das Haus vertagt die weiteren Beratungen auf Freitag

hört. Bedürfte es dafür eines neueren Zeugnisses, so Backhaus dies bcigebracht, indem er im Sommer 1905 Paris unter 25 Mitbewerbern den großen Rubinsteinpreis rang: Von 15 Preisrichtern haben ohne Zögern 14 ihm Preis zuerkannt. Backhaus ist 1884 geboren, also z.

Gemeinden

Londorf Lrrmda Mainzlar Münster Muschenheim mit

Hof-Güll Nreder-Bessingen Ronnenrokh Obbornhofen Ober-Bessingen Ober-Horgern Odenhausen mit

Appenborn Oppenrod Queckborn Rabertshausen mit

Ringelshausen Rembardshain Reiskirchen Rodheun mit Hof

Graß Rödgen Röthges Rüddmgshausen Ruttershausen mit

Kirchberg

Saasen rn. Bollnbach, Densberg u. Wirr-

476 25491

244 1704 1737

1992

723

343

397

453 2144 1107 1364

375

437

1526

580

1561

901

418

1252

1900

341

703

110

268

1216

549

642

298

395

368

996

503

683

249

753

414

734

984

504

135

479

1138

172

512

893

1909

397

524

2877

63

691

313

354

618

349

352

1125

266

1188

575

635

310

389

354

1061

486

721

252

807

402

Kelims

der Volkszählung am 1. Dezember

552

568

814

467

28910

247 1697 1916

2165

733

39 S 426

518 2391 1168 1523

389

441

1641

573 1629

915

412 1364

. im

Gemeinden 1905

Albach 361

hUenborf a. b. Lahn 719 ^Utendorf a. d.Ltza.

Annerod Bellersheim Lettershain Lersrob Lettenhausen Beuern Birklar

Vurkharbsselden Climbach Laubringen Dori-Gill

Eberstabt mit Arns­burg

Ettingshausen Garbeiuelch Geilshausen Ließen !

Göbettirob Grouen-Buseck Großen-L-nben Grünberg Grüningen Harbach Hattenrob Hausen .Heuchelheim Holzheim Hungen ;Jnheiben Kesselbach Klem-Linben Langd Lang-Göns Langsdorf Lauter Leihgestern Lich mit Hos Albach,

Eoluhauseu und Mühljachjen

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Dg. G

Wenn ba6 Wemsteuergcsctz 1893 scheiterte, so Tag baS mir an ber unglücklichen Methobe, die man damals in Aussicht genommen hatte. AuS dem Wein ist sehr viel herauszuholcn. Man glaubt gar nicht, waS für Wein bei uns in Massen konsumiert wird. Da war ich vor einiger Zeit in einem feinen Restaurant in Berlin und sah auf der Weinkarte eine Ehampagncrmarke mit 36 Mark aus­gezeichnet. Ich fragte den Kellner: Wird denn diese Marke über- hauvt getrunken? Der Kellner antwortete: O ja, da hatten Ivir gestern ein Diner, da wurde nur diese Marke getrunken. Ich er­kundigte mich, was das denn für eine Gesellschaft war, die so teuren Wein getrunf-n habe, unb ba hörte ich, daß cs nicht not? leibcndc Agrarier (Heiterkeit), sonbcrn daß cs eine Gesellschaft von Bankiers war. Von der Summe, die an diesem Abend für Wein verausgabt wurde, kann eine Arbeiterfamilie eine Reihe bon Jahren leben. (Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Ich würde Vorschlägen, daß man den Wein mit einer Steuer von zehn Pfennig pro Liter belegt. Das kann ganz bequem aufgebracht werden und würde dem Reihe 50 Millionen ergeben. (Beifall rechts.) . (Staatssekretär Frhr. von Stengel schüttelt dem Redner warm die Hand, offenbar in dankbarer Anerkennung für die 50 Millionen, die er ihm soeben zugedacht hat.)

In dem ehrlichen Ausschreiben der Großherzogl. Kreisschul- romnuHionen überErhebung der etwa vorhanbenen Blinden" befindet sich das^o' r e m d w o r tb o m t 3 i l i e r t". Könnte man incgt an dessen stelle ein deutsches Wort setzen?

Einer für Diele.

Abg. Graf Kanktz (Tonf.)r

Der Staatssekretär erwirbt sich zweifellos mit dcr Inangriff­nahme dieser Resormarbeit ein bedeutendes Verdienst. Wir hoffen, daß das große Werk gelingen und das Reich dadurch zu einer Ge­sundung seiner finanziellen Verhältnisse kommen wird. Ich möchte aber die Bitte an die Regierungen richten, sich in Zukunft etwas größerer Sparsamkeit zu befleißigen. Die Schuld an der mangeln­den Sparsamkeit liegt am Bundesrat, die einzelnen Herren im BundeSrat sind viel zu höflich gegeneinander (Heiterkeit), ich werde ihnen einen Rotstift dcdiziercn und hoffe, daß sie reichlich Gebrauch davon machen. (Heiterkeit.) Jetzt sagen die Herren sich immer, ach, der Reichstag wird sa schon Abstriche vornehmen. Ich bedauere cs, daß dic Zolleinnahmcn in Zukunft nicht höher sein werden. Hätten wir die Caprivischen Handelsverträge nicht gehabt, so wären wir um 500 Millionen reicher. Die Sozialdemokraten wollen die Zölle ganz abschaffen und nur direkte Steuern cinführen. Ta§ Ivärc ein großer Schaden, auch für die Arbeiter, die dadurch dcm Ausland gegenüber schutzlos wären. Selbst in den Republiken Frankreich und Amerika sind die Zollsätze viel höher als bei uns, und der australische Zolltarif von 1903, der unter dem Einfluß der dort herrschenden sozialdemokratischen Partei zu stände gekommen ist, weist gleichfalls höhere Zollsätze für Getreide, Tabak und eine Reihe von Nahrungsmitteln auf. Dic Zöllc wcrdcn dort in der rücksichts­losesten Weise cingctriebcn. Die deutschen Sozialdemokraten schei­nen also inbczug auf die LebenSmittelwlle anderer M inung zu sein al§ die anderer Länder! Unb Jaurcs ich bedauere, daß ihm verboten ist, in Berlin zu reden, er hätte mal vor d n Berliner Ar­beitern seine Ansicht über die Landwirtschaft entwickeln sollen Jcrures hat 215 Mark Weizenprcis pro Tonne für notwendig cr- ffärt. In Frankreich ziehen dic beliebten Schlagwörter von Leoens- mittclvertcu.rung nicht.

Tie Summen, die wir in Deutschland für die sozialpolitische Gesetzgebung auSgeben, machen mehr aus, als die für Heer unb Marine in allen europäischen unb außereuropäischen Grotzstaaten. Don der Belastung der Landwirtschaft haben dic Herren in den Industriestädten feine Ahnung. (Sehr wahr! rechts.) Die Herren in Bersin, auch die Minister, merken nichts davon, aber wir auf dem Lande fühlen es. Ich wünsche, daß möglichst bald an die uns versprochene Vereinfachung unb Verbilligung der sozialpolitischen Gesetze herangetreten wird. Bedauerlich ist es. daß wir kein Tabak­monopol haben. Ich für meine Person würde daS für die beste Lösung halten, aber es wird mit dem Tabakmonopol so gehen wie 1 mit ben Sibyllinischen Büchern, es wird von Tag zu Tag teurer

Meine M ist hin, mein Hgz ist schwer,

| und ich siirchte, ich werbe ernstlich kraut! Der böse Katarrh t gar nicht weichen und ich weiß nicht, was noch werden

>oll- Ich kann dir nur raten, was mir selbst neulich geraten wurde: Stimm Fay's ächte Sodener Mineral- | Pastillen! Ich bin sonst nicht bnh'ir, jedem em Mittelchen 8 anzupreisen, aber die Sodener haben mir selbst so gut getan, * daiZ cS Meuichenpflicht ist, sie weiter zu empsehlen. Ver- f Ülch S icbenmUS bannt unb bu wirst sehen, sie tun dir gut. | <\lv 85 dlg. die Schachtel m allen Apotheken, Drogen- und 1 Mmeralrvasserhandlimgen erhältlich.

? Schotten, 11. Ion. Nach der letzten Volkszählung betragt die Einwohnerzahl des Kreises Schotten 27 388, 670 Per­sonen mehr als im Jahre 1900. An ber Zunahme sind besonder^ beteiligt: Schotten, Ulrichstein, (Gebern, Ober-Seemen, Ober- ©eibertenrob, Eichselsachsen unb Eichelsbon.

Die erste Provinz unseres Großherzogtums aus der das Ergebnis der Volkszählung vorliegt, ist Starkenburg. Dessen Bevölkerung beträgt niinmehi. 543 989 Einwohner gegen 488 598 vor 5 Jahren. Die Zu­nahme beträgt sonach 55 391 Seelen oder 11,1 Prozent. In den einzelnen Kreisen stellt sich die Bevölkerungszahl wie folgt: Darmstadt 128 949 (112 941), Bensheim 61 233 (55 916), Dieburg 59 877 (55 378), Erbach 47 708 (46 583), Groß-Gerau 56 195 (50 798), Heppenheim 8640 (8318), Offenbach 141 072 (120 813). J

*

Von geschätzter Seite wird uns geschrieben:

Nun sind bereits anderthalb Monate seit der letzten Volks­zählung m die Lande gegangen, aber immer noch hört man -nichts, wie das vorläufige Ergebnis für das Groß- Herzogtum Hessen ausgeialleii ist. Als die Zähluiig m Aus­sicht ttand, bemühten sich die maßgebenden stellen, der Bevötterung die Wichligkctt der Erhebung ans Herz zu legen, damit sich ms= beionbere auch unbezahlte Zahler melbeicu. Was sollen diese mm denken, wenn man mit der^ Veröffentlichung der Ergebnisse io saumselig i|t. Diele andere -Staaten, große und kleine, haben das

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feiner Vaterstadt Leipzig. 1899 ging er ausgerüstet auf das Beste mit den Grundlagen der Diusik zu Eugen d'Albert nach Frankfurt a. M., deffen Lieblingsschüler er wurde. Was Begabiing gepaart mit unermüdlichem Fleiße vermag, mag man daraus ersehen, daß Backhaus nicht weniger als 21 große Konzerte mit Orchester auf seinem Repertoire hat neben vielen Hlindcrten von anderen Werken, daß er Bach'sche Fugen nach jeder beliebigen Tonart transponiert. Ein so hervorragender Künstler wie Hans Richter sagt von ihck: Jch^ habe das G dur Konzert von Beethoven von allen großen Pianitten gehört, aber keiner hat es mehr im Geiste Beethovens gespielt, als Wilhelm Backhausl Neidlos gestehen die^ größten Pianisten unserer Zeit, ein d'Albert, Biisoni, Rosenthal, Godowski u. a, daß Backhaus ihnen schon jetzt ebenbürtig ist. Richard Strauß hat ihn öffentlich auf das Wärmste empfohlen, Dr. Wuellner prophezeit, daß Backhaus der allergrößte werden wird und bei der Rubinsteinkonkurrenz in Paris hat ihn Leopold Auer, der berühmte Petersburger Geiger, als Rubinstein redivivus bezeichnet. Somit dürfte sein hiesiges Konzert dem Interesse der weitesten Kreise begegnen.

**T er Schwur dcr Treue", das neue Lust­spiel pon Blumenthal ist so wird uns geschrieben wie seine graziöse PlaudereiWenn wir altern", die im letzten Winter auch aus unserer Bühne häufig und mit großem Erfolge gegeben wurde, in Versen geschrieben. Tie Entstehung des Lustspiels ist, wie der Verfasser in einem vorangeschickten Gedicht an seine Frau Marie erzählt (das -buch ist bei Eduard Besch in Berlin C 2 erschienen) auf einen Besuch der Tresdener Gallerie zurückzusühren: Es Ivar die Betrachtung des bekannten Rembrandtschen Bildes, das den Künstler selbst n it seiner Frau Saskia auf den Stnicen, in der Hand das geschwungene Kelchglas, darstellt, und die Deutung des Bitte es durch Frau Marie, die den Anlaß zu dem Reimspiel gaben, das, wenn auch nicht den Meister selbst, so doch einen Schüler Rembrandts, von Blu­menthal Beit Dan Emde genannt, zum Helden hat. Eine Skizze des Rembrandtschen Bildes erscheint aber im letzten

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werden unb schließlich wird ber Preis ganz unerschwinglich sein. Was bie Erbschaftssteuer betrifft, so liegt mein Bebenken gegen diese einzig und allein darin, daß sie eine direkte Steuer ist, und daß die direkten Steuern ausschließlich den Einzelstaaten über­lassen bleiben sollten. Das wäre ber einzig natürliche unb gc- sunbe Zustanb. Den haben wir auch z. B. in ben bereinigten Staaten von Amerika. Die Erbschaftssteitererhebung wird freilich zu vielen Scherereien Anlaß geben. Wie soll eS denn mit den foulen Erbschaften werden, ferner mit Grundstücken von zweifel­haftem Werte? Sollen die ehrlickien Leute allein bie Kosten bc? zahlen? Tas Mindeste wäre schon die Errichtung eines Reichs- Erbschasts-Steuer-Amtes. ES ist gesagt worden, wir sollten selber Vorschläge machen. Da würde ich einen Kohlonausfichrzoll von 1 Mark pro Tonne Vorschlägen, der Dem Reiche 18 Mill. Mark bringen würbe, ohne irgendwie drückend emvsunden zu werden.

Auch eine Weinsteuer wäre ganz zweckmäßig. Wein ist nun einmal ein Luxusgetränk unb dürfte es auch fürs erste bleiben.

die ReichSerbschastSsteucr 5 Prozent zu normieren unb bei Verwandien im zelmten ober gar zwanzigsten Grabe wie sie jetzt oft, nur mühsam durch Preßaufriste zumntriite einer verlassenen Erdsä-ast beranqcbolt werben, überhaupt bas Erbrecht ZU beseitigen unb bie Erbschaft auf ben Si'eichsfiskus zu übertragen. Eine Heranziehung ber Ehegatten %ur Erbschaftssteuer ist bei ber Vielgestaltigkeit unserer GüterrechtSsyste>ne gar nicht möglich (Wider- spruch beS Abg. von Gerlach.) Ich weiß nicht, ob Sie verheiratet sind, Herr von Gerlach, ich kenne Ihre Verhältnisse nicht (Heiter- kesiV aber wie wollen S e nach 30 ober 40 Jahren beim Erbfall feststellen, waS ber Fran unb bem Mann aehört, WaS zur gemein­sam n ober cinzeliieil Errungenschaft gebürte u. s. w. Also eine Heranziehung ber Ehegatten zur Erbschaftssteuer ist schon infolge dieser Schwierigkeiten imniöglich. Ebenso ist aber auch die Heran­ziehung der Deszendenten unmöglich, beim sie würde sortwährenb durch unkontrollierbare Schenkungen unter Lebenden umgangen werden.

Eine Erhöhung der Brauntweinsteiier, wie sie bie Linke wünicht, ist ganz unaus'ührbar, wenn nicht hunberte unb tauienbe laiidwirtichaskliche Betriebe bem Ruin picisgegeben werden sollen. Eine Aufhebung ber sog. Liebesgabe ist nur benfbar, wenn ein einheitlicher Steuersatz von 60 Mk. pro Hektoliter für Branntwein eingeführt wirb. Auch bie Jnbnstrie. bie s. Z. gegen bas Monopol inar, wirb heute dafür zu haben sein. Den Bedenken q'-gen bie Quittungssteuer schsieße ich mich an. Nachdem ber Schatzsekretär bem Grasen Kanitz für bie Gaben, bie er ihm bargebracht, so warm gebankt hat. glaube auch ick mir seinen Dank ?u verdienen, wenn ich Zwu Schluß die Juserateiistcuer empfehle. (Heiterkeit.) (Staats­sekretär Frh. v. Stengel schüttelt bem Abg. Gamp gleichfalls bie Haub.)

Hlngesandt.

Ter Fußsteig! auf der rechten Seite der Ebelstr aße, speziell: zwischen Wilhelm- unb Licbigslraße wird dm Herren Stadwäterrr einer eingehenden Besichtigung empfohlen. Ter hier in F-rage tommendc Teil des Fußsteigs wird durch Lastfuhrwerke, welchej nach einem in der Nähe gelegenen Bauplatz fahren, derart Zu- gerichtet, daß man beim Passieren unbedingt ein Fußschlammbad zu nehmen hatt Diese Stelle aber zu vermeiden und das Stück' Weg auf der Straße zurückzulegen, hieße aus dem Regen unter die Traufe gehen. Für was find denn aber Fußsteige da? Könnte der hier in Fa'age kommende Bauunternehmer nicht angeh<iltew werden, den stark strapazierten Teil des Trottoirs mit Bohlew oder Stangen zu belegen, wie dies in der Wilhclmstraße Neu­bau Poppert der Fall ist? Hoffentlich genügen diese Zeilen^ hier Wandel zu schaffen. : > * Bewohner der Ebelstraße.

Kriegerverein gegen Militärbehörde.

Wie manchmal Unzufriedenheit unter reichs- treuen Wählern geschaffen wird, ergibt folgendes:

Der Kriegerverein Annerod hatte von der Gemeinde, vor ca. 7 Jahren Gelände zur Verfügung gestellt erhalten und' baute sich, da das Gelände günstig war, ohne große Stoften einen Schießstand. Gewehre, Munition, Scheiben usw. wurden ange» schafft und int Sommer Preisschießeu abgehalten, das immer einen Ueberschuß ei'gab. Im Jahre 1904 legte die Garnison- Verwaltung zu Gießen auf einigen vor langen Jahren in der Nähe des Standes liegenden Aeckern eine Wasserleitung an und brach, ohne den fti-iegerüerein in Kenntnis zu setzen, den Ltand weg. Der Verein schrieb nun deswegen an die Garnison- Verwaltung, worauf diese fragte, wieviel er Entschädigung ver­lange. Der Verein gab 700 Mark an. Diese Summe ist der Garnisonverwaltung aber zu l)och und sie wollte nur 300 Mk. »der noch Nicht einmal so viel geben. Dieses schlug der Kriegev- verem ab, worauf die Garnisonverlvaltung sckstieb, der Verein^ möge einen neuen Platz angeben. Jedenfalls beabsichtigte dw Verwaltung einen neuen Stand anzulegen. Der Kriegerverein- wandte stch deshalb wegen anderen Geländes an die Gemeinde die aber dem Verein dies abschlug, da ber alte Platz des' Lchießstaudes noch Eigentum des Kriegervereins wäre. Die Ver- haiidlungeii mit der Garnison-Verwaltung schweben schon über ein; Aahr. Nun hat der Kriegei-verein keinen Stand, fernen Platz' ur einen Stand mid keine Entsckstidigung und die Garnison-Ver- waltung rcw. der Staat baut lieber einen Schießstand, der viel- leiast 1000.,000 Mark kostet, als daß dem Verein eine ent- prechende Msindungssumme wird.

Zt. noch nicht 22 Jahre alt. Schon außerordentlich frühzeitig zeigte sich reine Begabung für das Instrument seiner Wahl und seit seinem 10. Lebensjahr besuchte er das Conservatorium