Ausgabe 
8.1.1906 Zweites Blatt
 
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Die

Frankfurter F'örsv. 8. Januar, 1.15 Uhr.

Reichsanleihe

. . 100.65

96.80

Oberschles. Eisen-Industrie 129.001

Berliner Handelssjes.

3% Portugiesen

III

116.60

Uesterr. titaatsbahn .

245 8 rmcc-Henri-Eisenbahu

L

. 170.80.

. 147.90

24 20) 144.00 128.00

Wk 3%

hi-5 Mk.

4 °6 Uncrar. Goldrente . . 4"L Italien. Rente . . .

3 % Portugiesen Serie I .

Lanrahütte . . . Nordd. Lloyd . .

Darmstädter Bank .

Deutsche Bank .

Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Komniandit.

Dresdner Bank Kreditaktien . . .

Baltimore- und Ohio-

Eisenbahn . . .

Gotthardbahn . . . Lombard. Eisenbahn

Dresdner Bank Tendenz: still.

do. Konsols do. Hessen . . Oberbessen

. 88.75

. 100.95

. 88 60 . 100.20

68.00

68.25

9160

95.65

90 40

143 40

52.70

89.60

67.20

97.50

. 216.20

. 247.50

. 24.00 . 127.00 . 144-20

3% Wft

Sanner in ftegieninij i qtnommen, die Behaupl trage Gi

Zwei immiltdba sandte im Recht, in stehe feine der franzc Regierung

Ein i Paris vor Meldnnge! die Ansic Marokkl ohne weit den Verl Nach Roi kanzler zr diese Art

Eine die Unt fronzös Z»r Moli Rbkoinmei schloffen u sei. Der Negiernnq

41<0'0 russ.Staatsanl. 1905 4^° n japan. Staatsanleihe 1 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose......

4% Griech. Monopol-Anl. . \% äussere Argentinier . 3°/0 Mexikaner . . . . 4%°/0 Chinesen . .

Aktien:

Bochum Guss.....

Buderus E. W.....

Tendenz: schwae.

BerlinerLi

Canada E. B......

Darmstädter Bank .

Deutsche Bank Dortmunder Union C. .

Gießener Strafkammer.

)( Gießen, 6. Jan.

GJclcgcnflidji einer Geburtstagsfeier zu Lollar, kam es zwischen Lollarer und Staufenberger Burschen zu einem Streit, der sich, nachdem der Wirt Feierabend geboten batte, auf der Straße fortz'etzte. Hierbei erhielt der Arbeiter K. B. von feinem Gegner H. V. von Staufenberg einen Messerstich in den Rücken, der eine Verletzung der Lunge verursacbtc. Es' trat Lungen- und Rivvenfellentzündung dazu, sodaß der Verletzte in Lebensgefahr schriebte. Nach den Zeugenaussagen ist der Verletzte ein Raufbold, der bereits megen Körperverletzung mittels Messers bestraft ist. Er hat den Angeklagten mich erholt ange- allen und ihn zu seinem Vorgehen gereizt. Das Gericht be- rücksiebtixf. strafmildernd den seitherigen guten Leumund des Angeklagten, sein sofortiges umfassendes Geständnis, die Trunken­heit und Jugend, sowie das herausfordernde Verhalten des Ver­letzten und erkannte auf die äußerst milde Strafe von neun Monaten Gefängnis, worauf 1 Monat der erlittenen Untersuchungshaft in Anrechnung zu kommen hat. Ter 17 jähr. Kiifergeselle B. K. von Büdingen war wegen Sittlichkeits- Verbrechens und Bedrohung angeklagt. Neben einer Anzahl von Volizeislrafen wegen Ruhestörung und dergl. weist seine Straf­liste vier Strafen wegen Körperverletzung, Beleidigung und Be­drohung, eine solche wiegen Sittlickkeitsvcrbrechens über acht Monate Gefängnis auf. Schon in der Schule wurde sein Be­tragen beanstandet, sodaß er in Zwanaserziehiing gegeben werden mußte. Er fand in der Erziehungsanstalt zu Hühnlein und pater imRauhen Haus" zu Hamburg Unterkunft. Aus der ersten Anstalt entwich er mehrmals, indem er nachts an einer Kandel herunterkletterte: auch ans der andern Anstalt entkam er und wanderte bettelnd nach seiner Heimat. Im Laufe der Untersuchung sah sich die Behörde veranlaßt, ihn auf seinen Geisteszustand unterfnckwn zu lassen. Der Sachverständige konnte keine Anzeichen von Geißesstörnng oder geistiger Minderwertig­keit feststellen, er hielt ihn im Gegenteil für einen intelligenten Menschen, der es nach seiner geistigen Begabung zu etwas Besserem hätte bringen können. Er kam zu dem Schlüsse, daß die ungeschickte Erziehungsmethode ihn auf die Bahr, des Verbrechens gebracht hat. Während sein Vater gegen die Kinder sehr streng war. wurden diese von der Mutter und Groß­mutter verhätschelt. Sckon in frühester Jugend erhielten die Kinder sehr viel Alkohol, auch war ihnen schon während der Scknilzeit der Tabaksgenuß gestattet. Von der vermögenden Groß­mutter wurde ihnen immer Geld zngesteckt, damit sie ihren Ge­lüsten nachgehen konnten. Ihren Dank ernteten die Mutter bezw. Gwoßmutter in der Weise, daß der Angeklagte sich dazu verstieg, ie mit dem Revolver zu bedrohen. Bruder und Schwester sind ebenfalls bestraft, letztere, eine Hockffwplerin, erschoß sich in dem Augenblick, wo sie verhaftet toerbeit sollte. Nach der Anklage Hat K. sich an einem 6 jähr. Mädchm in unsittlicher Weise ver­gangen und diesem, als es schreien wollte, mit Scklundahscbiiciden aedroht. Trotz seines Leugnens hielt ihn das Gericht für über- uhrt und diktierte ihm 1 Jahr 6 Monate und 2 Wochen Gefängnis zu.

Flniverfltäts-Aachrichten.

M ünchen , 7. Jan. Der Senat der technischen Hoch­schule hat anläßlich der Hundertiahrfeier der Erhebung Bayerns zum Königreich die Würde eines Doktors der technischen Wissenschaften ehrenhalber nachstehenden Persönlich­keiten verliehen: dem (^eh. Hofrat, Professor an der Universität Göttingen Tr. Felix Klein, dem Staatsrat und Vorstand der Generaldirektion der lmyerischen Staatseisenbahnen Gustav von E b e r m a v c r, dem Staatsministcr Dr. von Weh n e r ,. dem Staatsminister Frei Herrn v. Podewils, dem Ministerialrat Julius Blaue und dem Reichsrat Freih. von Soden- Frauen­hofen.

R. B. Darmft adt, 7. Jan.

. . 241 90

. . 182.30

. . 188.50

. . 165.60

. . 213.00

Fandet und jFctfiffir. L»olösrmriiHaN.

Deutsche Neichsbank. Trotzdem man in Handels» und Jndustriekreifen daraus bringt, daß sobald als nur immer möglich, der Zinsfuß der R e i eh s b a n k herabgesetzt wird, und dabei die Ansicht vertritt, daß die Diskonterhöhung anfangs Dezember bis 6°/9 überhaupt nicht nötig gewesen wäre, scheint die Bankenleitung nicht geneigt zu sein, so bald eine durchgreifende Aenderung eintreten zu lasten. Sie könne erst dann in Frage kommen, wenn der Status des Instituts durch einen genügenden Rückfluß gekräftigt sein werde, so wird össiziös durebblicken gelassen und weiter wird darauf hingemiefen, daß ein Vergleich mit der entsprechenden Zeit des Vorjahres zeige, rote ungünstig die Situation des Instituts noch immer sei. Nach dem Ausweise vom 7. Januar 1905 war bereits eine steuerfreie Notenreserve von ea. 31 Mill Mk. vorhanden, während jetzt noch eine geraume Zeit vergehen durfte, bis ein erheblicher Teil der Steuerpflicht geschwunden ist. Die Begebung von Neichsscbatzscheinen beabsichtigt die Neichsbank vorläufig nicht sortzusetzen, zumal die Spanuung zwischen dem offiziellen Diskotsatz und dem Privatdiskont inzwischen etwas nach­gelassen bat.

Kassainbustrie-Akl ien. Am Samstag herrschte in' diesen Papieren an der Berliner Börse, wo die große Anzahl derselben gehandelt wird, eine stark obgeflante Stimmung und es gab nicht unerhebliche Kursverluste. Am stärksten war der Rückgang bei den Aktien der Bielefelder Maschinenfabrik Dürkopv und zwar anscheinend im Zusammenhang mit der Tatsache, daß bei gleicher Dividende der Reingewinn, den die Gesellschaft pro 1904/05 erzielt hat. nicht unwesentlich hinter dem deS Jahres 1903/04 zurückgeblieben ist. Der Kürs der jungen Aktien der Aluminium-Industrie M. Ges. stellte sich bei der zweiten Notierung aus 311.10.

Märkte.

Ausland.

Brüssel, 7. Jan. Die letzte Post ans dem Kongo- ftaat meldet: Eine Bande von Eingeborenen über­rumpelte die katholische Mission inKwanga. Ein Missionar und acht Katecheten wnrden getötet und ihre Leichen aufgefressen.

Paris, 7. Jan. Während einer Versammlung, welche tn Agen zu Ehren des Präsidenten, des Senates, Falliöres, einberusen war, hielt Falberes eine Rede, worin er seine Kandidatur für die Präsidenten­schaft der Republik aufstellte. Er erklärte u. a., Frankreich verfolge sein Geschick mit der Aufmerksamkeit, die e§ bedinge und im Hinblick auf die Wünsche der übrigen Nationen be­züglich des Friedens. Er fügte hinzu, wenn die Völker das Gefühl ihrer Würde verlieren, so ist das für sie eine Geringschätzung, welche mit dem endgiltigen Zusammenbruch endigt. Wir halten an dem Frieden energisch fest, aber wir dürfen und können uns nicht unterkriegen lasten.

Washington, 6. Jan. Staatssekretär Root soll bei seinen Bemühungen, über einen R ezip ro zlt ä t s v e r t r a g mit Deutschland zu verhandeln, nicht nur im Senat, son­dern auch bei seinen Kollegen auf Widerstand stoßen. Der Schatzsekretär Shaw und der Landwirtschaftssekretär Wilson, beide Vertreter der agrarischen Ansichten, seien gegen Kon­zessionen an Deutschland und für Vergeltungsmaß. .regeln, um Deutschlad zu zwingen, die ameri­kanischen Bedingungen a n z u n e h m e n.

Frankfurt a. M., 9. Jan. (Telegr. Orig.-Bericht des

" v ) Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarkt- v reu c. Zum Vertäu e Nauden: 464 Ochsen, 182 au-> Ceit- rerch, 42 Bullen, 0 aus Oestreich, 840 Kühe, Fersen, Stiere und

. 245.75 . 127.10

4 °6 Öesterr. Goldrente. . 100.20

4' Oesterr. Silberrente 100.75

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Aus Stadt und Sand.

Gießen, den 8. Januar.

In Audienz empfangen wurden an, Samstag ton S. K. H. dem Groß Herzog u. a. Professor Dr. Geist von Friedberg, Reallehrer Jann von Gießen, Geh. Hofrat Professor Dr. Sieb eck, Professor Elbs von Gießen und Oberlehrer Michel von Friedberg.

Parlamentarisches. Eingegangen sind bei der 2. Kammer Vorstellungen der Hilfsgerichtsschreiber bei den Großh. Untersuchungsrichtern betr. Gehaltser­höhung, sowie der Registratoren bei den Großh. Amtsgerichten, betr. Regelung ihrer Gehaltsverhältnisse, des VerbandSHess.Finanzbeamten, betr. Wohnungs­geldzuschuß und Teuerungszulage, der Hochbauaufseher, Dammei st er und Kreisstraßenmeister, betr. ander- weite Regelung ihrer Gehaltsverhältnisse, der Witwe des Rendanten Bam zu Butzbach, betr. Erhöhung ihrer Pen­sion. Eine Vorstellung des Bürgermeister Abg. Christ zu Wörrstadt enthält eine Beanstandung der Wahlmännerwahlen zu EnSheim, Schornsheim, Vendersheim und Partenheim.

** Aus dem Bureau des Stadttheaters In der morgigen Vorstellung desHuttenbesitzers" werden die Hauptrollen von Frau Bayrhammer und Herrn Goll dargestellt.

** Besitzwechsel. Der Kauf von Herrn Leopold Schlatter mit dem Fuhrunternehmer Karpf wurde durch Letzteren rückgängig, gemacht. Dagegen ging das Anwesen des Schuhmachermeisters Martin Nagel, Löwengasse 11, in den Besitz des Fuhrunternehmers Hch. K arpf zu dem Preise von 19 000 Mk. über.

() Annerod, 7. Jan. Der am Samstag bei Gast­wirt Heinz abgehaltene Jahresschluß des Krieger­vereins Annerod roar reckt 'ufriedenstellend. Bei den vorgenommenen Neuwahlen wnrden der Präsident Schäfer und die anderen Vorstandsmitglieder einstimmig wieder- gewählt.

a. R o d h e i m a. d. Bieber, 7. Jan. Ten Reigen der Winterfestlich reiten eröffnete am gestrigen Abend der Kriegerverein durch die Begehung seines 33. Stif­tungsfestes. Rechnungsrat Keuche' leitete durch eine wohldurchdachte patriotische Ansprache die Feier würdig ein, worauf ein begeistertes Kaiserhoch folgte. Der Kriegerverein hat diesmal von der Abhaltung eines Gesamtkommers aller Vereine zu Kaisers Geburtstag abgesehen, da alle Vereine in den Wintermonaten Festlichkeiten zu feiern pflegen.

ist nun eric hält 27 9h englischen i äußerungen gegenüber andererseitt sich auf formen km Zeit von

Auch rin Bern 21. Fe>m einer Unt gehabt h' franzößfc berufen beutW gegeben, angeschlo Sultan i habe, die schlage, warben, I zu wollen fliegen: , bie Berne, Nachricht sich auf e Sultan i Franzose, ausgesprc Gesandte Sultan

Dcrmifcbtc'».

* Lübeck, 7. Jan. Bei law -m Schrittübcn ließ der Leutnant Heer lern ein- . stritten der zweiten Kompagnie wegen unzureichender - -ing zurückgehen, dar­auf schlug der Rekrut mit um Gewehrkolben dem Leutnant zweimal gegen den Kopf, sodaß dieser blutüberströmt zusammen brach und in das Lazarett geschasst werden mußte. Der Soldat wurde verhaftet; er batte morgens bereits fernen Unteroffizier tätlich ange­griffen.

* Ein Schiffsunglück. Einem noch unbestätigten Gerüchte zufolge ist in der Höhe von Ne cd les (England) cin Tampfergesunken. 7 0 0Personen seien hierbei um gekommen. _______________

tage des Oberbürgermeisters Geh. Schuler beschlossen die städtischen Behörden, einen Fonds von 30000 Jlf. -u den am Ufer der Lahn einznnchtenden Oberbürger, meister Schüler-Anlagen 311 stiften. D'.e Umversitat ließ eine tabula gratnlatoria und die Gememdebeamten eine Glückwunsch-Adresse überreichen. Geh. Rat Schüler ist zurzeit verreist. ________

Rinder 0 aus Oestreich, 373 Kälber, 289 Schale und pommei, 1109 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflammer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht' Ochsen 1. Qlialltat 7880 Mk., 2. Qual 7274 Mk., 3. O.nal. 6568 Tif.; Bullen 1. Qiial. 66 biS 68 911 f 2. Qual. 6264 Ntk.: Kühe 1. Qual. 7071 Mk., 2. Qual. 6566 Mk., 3. Qual. 4647 Mk, 4. Qual. 4344 Ml., 5. Qual. 00OOTif. .fTolbcv: 1. Qual. 8690 Psg., Lebendgewicht 5254 Pf.,

2. Qual. 8085 Pfg., Lebendgewicht 4751 Psg., 3. Qual. 6466 Psg., Schlachtgewicht 6065 Psg., Schafe: l.Qiial. 7274, 2 Qual. 6466 Pfg., 3. Qual. 0000 Psg.; Schweine 1. Qual. 78-00 Pfg., Lebdgew. 61.50-00.00 Pfg., 2.Qu.77-00 Psg., Lebend- gern. 60.00 Psg., 3. Qual. 7072 Psg., Lebendgewicht CO00 Psg. Geschäft bei Hornvieh mittelmäßig, Ilebersiand bedeut, bei Klein­vieh Kälber und Scho'e gut. Grcti> -eine flott fein Ueberftnnb.

Krioflrasten er Nedalrtioll.

(2(ui)oitutc Anfragen bleiben unberücksichtigt).

H. i. Kl.-E. Schüler ohne 2lufstcht Arrest verbüßen lassen, ist verboten. 21Beschwerdestelle kommt die Kreisschulkommission in "BctrackN.

Gristinal-Dra^'Ml'lkrttnaen.

Berlin, 8. Jan. Bezüglich der beabsichtigten sozial-, demokratischen Massenkundgebung am 21. Januar und der eventuell 31t treffenden Gegen-Maßregeln der Re­gierung erfährt eine hiesige Korrespondenz, daß ein Verbot dieser Protest-Versammlungen nicht stattfinden wird, doch wird jede Versammlung, sobald sie einen unruhigen, revolutionären oder staatsfeindlichen Verlauf nimmt, oder falls den Anordnungen der Polizei nicht Folge geleistet wird, sofort aufgelöst worden. Irgendwelche Demonstrationszüge werdeii auf keinen Fall zugelassen.

Berlin, 8. Jan. Der Pillardmeister Hugo Kerkau siog bei einem Zusammenstoß mit einem Automobil durch die Glasscheibe des seinigen und erlitt eine schwere Stirn» wund e.

Danzig, 8. Jan. In Börkaii starben zwei Personen an Kohlendunstoergiftuiig infolge Schließens der Ofenklappe.

Dresden, 8. Jan. Wie bestimmt verlautet, wird die Regierung Ende Januar oder Anfang Februar dem Land­tage eine Vorlage betreffend die Reform des Wahl­rechts vorlegen.

Mann h ei,n, 8. Jan. Der Tabak verein Mann­heim und die Abteilung 5 des deutschen Tabak-Vereins hielt hier eine Protestversammlung gegen die geplante Erhöhung deS Zolles und der Steuer auf Rohtabak ab. Es gelangte eine Resolution zur Annahme, in welcher ausgesprochen wird, daß jede Mehrbelastung des Tabaks sowie der Besteuerung der Zigaretten in der vorgeschlagenen Form und Höhe eine schwere Schädigung des wichtigen Industriezweiges zur Folge haben müßte.

London, 7. Jan. Der Premierminister Campbell Bannerman sagt in seinem Wahlaufruf, die Unionisten hätten in der Führung der auswärtigen Politik ans die Eigen­tümlichkeiten verzichtet, welche seine Partei früher zu tadeln gehabt hätte, und dies mache es der jetzigen Regierung mög­lich, im wesentlichen die Politik der letzten Regierung fortzusetzen, ohne von der freundschaftlichen und nicht herausfordernden Art der früheren liberalen Re­gierungen abzugehen. Es werde die Pflicht der jetzigen Re­gierung sein, das System der Selbstverwaltung, sowie die bürgerliche und religiöse Freiheit und den Freihandel aufrecht zu erhalten, ferner soweit als möglich die Nachteile, welche in den letzten Jahren entstanden seien, wieder gut zu machen und soziale und wirtschaftliche Reformen zu sichern.

Rom, 8. Jan. Ministerpräsident Fortis erklärte in einer Unterredung, der Wechsel im Personalbestände des Ministeriums habe weder nach innen noch nach außen irgend­welchen Wandel zur Folge. Auch in Deutschland habe man Bedenken an die Wahl des Marchese San Giuliono geknüpft. Giuliano werde die auswärtige Politik leiten i,n aufrichtigen E i n v e r st ä n d n i 8 mit den Verbün­deten und im intensivsten Bestreben für die Erhaltung des Friedens. In Italien bestehen keine Krigsge- ste. Die ganze Welt starre leider in Waffen. Alle Staatslenker seien jedoch von der Notwendigkeit des Friedens überzeugt, in erster Linie Fürst Bülow.

Petersburg, 8. Jan. Nunmehr macht der General­gouverneur bekannt, daß er beim jedesmaligen Nieder­brennen eines Gutes alle Bauernhöfe im Umkreise von 25 km durch Truppen niederbrennen lassen wird. Ebenso hat er bekannt gemacht, daß die Bauern für die Un­antastbarkeit der Monopolbuden haften, deren Zerstörung epidemisch geworden ist. Graf Witte versicherte, daß die Regierung künftig keine In den-Massa kreS zulasten wird.> In allen Rayons, wo Juden wohnen, seien die weitest gehen­den Maßnahmen getroffen worden. Versuche, derartige' Massakres zu veranstalten, würden in höchstens 30 Minuten niedergeschlagen werden.

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der Aufregungen der letzten Schireckenstage er > ck 0 I sen

SXttäre hoben in der kanten Hafenstadt »oworoszinSk die Republik proNannert. Nach h-ft «em «ampfe, in dein die Ansstandtschen Sieger blieben, über, -nahmen sie sämtliche Zweige der Verwaltung.. Gou- toenteur wurde in, Gefängnis geschleppt./Mi KosÄkn haben ihr Einverständnis mit dem republikanischen Regime erklärt und^sind jetzt als republikanische Garde tätig. Tre repu­blikanischen Führer von Noworoszmsk erklären, daß sie sich jedem Versuch, ihre Unabhängigkeit zu unterdrücken, hart- nückiq widersetzen werden. Die Regierung entsandte das Schlachtschiff Patoleimon, früher Potemkin, und einige kleinere Krieassckisie. un ^ioworo-^iii-k ;u boinbaidieieu.

^Bar bi er von Sevilla^, der am Hoftheater im Jahre 1830 zur ersten Aufführung kam, erlebte heilte das Jubi­läum seiner 100. Wiederkehr. Das neu emftubiertc Werk fand vor nahezu ausverkauftem Hause statt, auch das Großh. Paar und Prinzessin Dorothea von Hohensolms-Lich wohnten der Aufführung bei. Die Wiedergabe der Oper war gut abgerundet und fand durch die Herren Wolf, Weber und Stephani, sowie Frl. Kapust eine vortreffliche Interpretierung. Der auf Engagement gastierende Bariton, Herr Hütter vom Stadttheater in Brünn, ver­mochte al? Doktor Bartolo nicht allzusehr zu begeistern. Sehr beifällig wurde das zum ersten Mal zur Darstellung gebrachte phantastische Ballet «Der Blumen Rache" aus­genommen, deren effektvolle Einstudierung unserer bewährten Balletmeisterin, Frau Thiele-Leonhardt, alle Ehre machte.

Hirzenhain (Dlllkreis), 6. Jan. Auf dem Heimweg von der Benderschen Wirtschaft stach am zweiten Weihnachts­tag der Bergmann Sänger seinen Kameraden Hermann. Der Stich, welcher den linken Arm lähmte, führte dicht am Herzen vorbei in den Magen. Hermann ist gestern nachmit-1 tag gestorben. Der Täter stellte sich dem Gericl^ n! Dillenburg. Er soll von feinem Gegner fortwährend worden fein. (R . >

fi Marburg, 7. Jan. Zum gestrigen 70. c rts-

fc. Frankfurt a. M., 9. Jan. (Orig.-Teleqr. de?Gießen. Anz.') Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Mk. 1818.25, Kurhessischer ML 18.0018.25, La Plata Mk. 18.5019.50, Kansas Mk. 18.5019.25, Roggen (hiesiger! Mk. 16.7517.00, Gerste (Wetteranerl Mk. 17.7518.25, Franken- Gelder Mk l8 ,5018,75, HgferMk.15.7516.50, Mais Mk. 13.7514 Weizenmehl 2728.00, TI, 0000, 2. Qualität Mk. 25.00

Mk.26.0 0, 3. Qualität Mk. 22.50-23.0", Rogaenmehl 0 24.7525.75, 1. Qualität Mk. 22.2523.25, Weizenlleie Mk. 9.50 q,,l. 10.00, Roggenkleie Ml. 11.0011.50, Alaiskeime 9)1 f. 12'00 12.50, Franken, Pfäl-cr, Ried Alk. 17.5018.00. Alles per 09 ob hier.

Elcktriz. Lahmcyer . 138.90

Elektriz. Schnckert . . . 129.60

Eselnveiler Bergwerk . 262.75

Gelsenkirchen Bero-werk . 224 50

Hamburo-- Amerik. Paketf. 164 00

Ilarpener Bergwerk. . . 215.50

Der unverwüstliche

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Hande) und Industrie, Giessen.

anunr. Aufangskurse ! -u pener Bergwerk "rahntte . .

-Mrden E. B

Xi|i' Id, Lloyd . . . 165.70 Türkenlose . . .