hielten. Die Angriffe anf beide Flügel fortfefccnb, gingen ine Javaner nacktS zu einem Vormarsch gegen daS Zentrum libcr und griffen morgens um 4 Uhr die Stellungen östlich von Erdagou an. wurden aber z n r ü ck g e f cbl a g e n. Tas starke Feuer aus den Belagerungsgeschützen dauert an. vorzugsweise gegen den Mttilowhügel. Unter der Deckung des Artlllcriefeuers und dem Schutze des Nebels begann heute morgen um 7 Uhr «um die japanische Infanterie den Pu tilow Hügel an zu greifen. Ter Angriff wurde zurückgeschlagen. Ein zweiter AngriN erfolgte am Mittag auch erfolglos. I a p a n i scbe r f e t t s und die Verlustegroß. Da die Beschießung deS VutilowhügelS fort* gesetzt wird, wird ein neuer Angriff erwartet., Dre Tniptzen anS Port Arthirr von der Armee deS General Nogi kämmen mit. atn dem linken Flügel dauert der hartnäckige Kampf fort. Sie östliche Llbteilrrng schlug einen äußerst heftigen gegen
Kudjasa ab. Ter Vormarsch gegen die Mteilinrg bei ^sinch^itschen und gegen den Gut ul in paß wurde auch Heu^snrtgesent. Beiderseits sind die Verluste groß, ^tfcfribenbe Resultate sind nicU erzielt worden. Auf dem ren/ten Flügel setzten die Japaner den Vormarsch längs de? Hunho und langS deS Liahoho fort, wobei sie auf Witx'rstand stoßend in em besonders heftiges Gefeck>t südlich von der Ortschaft ^5>autamff verwickelt wurden. In Sinminting erschien japanische Kavallerie.
Petersburg. 3. März: Von General ftur ova t k m sind zwei Telegramme eingegangen. T-as eine, vom 1. Marz datiert, meldet: Tie Japaner greifen unsere Stellung bei Ubenevusa nm unsere Abteilung behält ihre Stellung Von der Stellung bei Ku di azo liegen keine Berichte vor. Am Tu sm Holm-Paß war der Kamps bis abends im Ganye: Heute nahmen w i r die Os s e n. five wieder auf Am Kutulin-Pasie nahmen totr die Schanzengräben wieder Eine japanische Batterie beschoß un? mit Schrapnells vom System Schimose, wurde aber durch unsere Batterie zum SclMeigen gebracht. In der Richtung aus K'audolinsan beschoß der Feind unsere Stellungen mit Artillerie. Tas Gesch-Ütz- feuer dauert aus der ganzen Front der zweiten und dritten Armee fort. Gegen abend machte sich japanische Offensive in den Tälern des Hunho und Lianbo nach Norden bemerkbar. — Tas andere Telegramm vom 2. Marz meldet: Unsere Abteilung bei Ubenevusa behauptete nach dem Kampfe ihre Stellung. T-er Eh cf des G e n e r a l ft a b e s N o j e i k o i ft gefallen. Tie rechte Flanke der Abteilung Bet Kudiaza wurde angegriffen, die Japaner wurden mit großen Verlusten zurückgeschlagen und eine Kompagnie aufgerieben. In der Nähe des Torfes Tomaguchan wurde eine die ganze Ebene beherrschende An- höbe endgiltig v on u n s e r e n T ru p p en genommen. Tor Kutuling-Patz wird seit dem Morgen von den Japanern angegriffen. Gegenüber unseren Stellunggen bei Kaudolisan trieb eine Abteilung Sie Japaner aus einer Fabrik, die von ihnen besetzt war, mit dem Bajonett zurück. Auch die rechte Flanke der Japaner ist zurückgeschlagen worden. Gegen 7 Uhr morgens rückten die Japaner gegen den P u t i l o w h ü g e l vor. General Putilow meldet, daß der erste Angriff abgewiesen wurde. Unsere gestrigen Verluste sind unbedeutend. Tie Offensive am Liahoho dauert fort. Es sind Maßnahmen gegen eine Umgehung getroffen worden.
London, 3. März. (Reuter.) Ter Reuterfche Korrespondenl 6ei der Armee des E^enerals Oku meldet aus Fushan vom 2. dS.: Tie Japaner haben die Schanzgräben bei Apatai nach verzweifeltem Dawnettkampse gegen eine Uebe rmacht genommen. Tie Verluste der Armee O k u s an diesem Tage betragen 2000 Mann, die der Russen sind größer. Tie Beschießung dauert längs der Eisenbahn an. Es herrscht heftiger Schnee sturm.
London, 3. März. Ter „Daily Telegraph" meldet aus Tokio, daß die Japaner die Insel Sachalin besetzt haben.
London, 3. März. England beansprucht für die Opfer des Zwischenfalles an der Dogger-Bank in einer der russiscki-en Regierung überreichten Note einen Schadenersatz von 65 000 Pfund Sterling.
Tokio, 4. Marz. (Reuter.) Tas Bombardement der Japaner auf die Hauptstellung der Russen wird fortgesetzt, wobei sich die ersteren schwerer Geschütze bedienen. Viele russische Stellungen sind so stark verschanzt und geschützt, daß es notwendig ist, Velageruugmethoden wie im Fcftungskrieg an- zuwcnden, um dieselben einzunehmen. Aus dem Hauptquartier wird folgendes gemeldet: Ter Feind scheint sich gegen unsere Streitkräfte nach Hsigching Schritt für Schritt zu h e r st ä r k e n. Untere Streitmacht bei Pensihu eroberte die feindlichen Stellungen auf den östlichen Anh'hen bei ftntnfin und Cbangkon, welckn zwei Meilen östlich von Tungko und Oshan, liegen. In der Richtung nach dem Sckaho machten die Russen in der Front einen kleinen nächtlichen Angriff, der abgeschlagen wurde. _ Auf dem rechten Ufer deS Hunho machte der Feind einen heftigen Gegenangriff auf Ehenchiapao und das westlich angrenzende Gebiet bis zum Hunho, wurde aber vollständig zurückgeworfen. Wir riet trieben den Feind von^Ehangtan und Hsufangtai.
London, 3. Marz. Rußland annullierte große Bestellungen von Waffen und Munition , die die Regierung in Belgien aufgegeben hatte; von dort sind in den letzten Monaten große Mengen Kriegsbedarf nach Rußland versandt worden.
Unlitifdir Tagesschau.
Was wird in Südwestafrika?
R. Berlin, 3. März.
Der Reichstag gewärtigt täglich die Vorlegung des neuen Nachtragsetats für Südwestafrika, von dem es bereits heißt, daß er über fünfzig Millionen fordern werde, nicht eingerechnet die vom Kolonialdirektor signalisierte, den Farmern zugedachte weitere Entschä di gungs summe. Die Regierung täte gut, sich einmal der Volksvertretung gegenüber zu äußern, welche Kriegsoperationen in Südwestafrika noch beabsichtigt sind, und was es im besonderen mit der Meldung auf sich hat, General v. Trotha werde vorübergehend nach Deutschland zurückkehren, um in unmittelbarer Fühlung mit den zuständigen Stellen den Ovambo-Feldzug vorzubereiten. Von sachverständiger Seite wird jetzt in der „Disch Kol.-Ztg." darauf hingewiesen, daß Deutschland die Ovambofrage nur im Einverständnis mit Portugal lösen könne, da gegen die sich bereits vereinigenden Eingeborenenstamme von beiden Seiten der Grenze vor- gegangen werden müße, was voraussichtlich einen Duich- marsch deutscher Truppen durch portugiesisches Gebiet erforderlich mache. Die 5k ost en für solchen Feldzug würden sich wohl gleichfalls in die Millionen belaufen, sodaß Südwestafrika nicht nur vom Reichstag ständig in Betracht gezogen werden müßte, sondern auch vom Reichsschatzsekretär bei der Bemessung der großen „Fmanzrcform".
Die Franenkunst und die Wissenschaft vor dem preußischen Abgcordnetenhause.
Berlin, 3. März.
Beim Titel „Akademie der Kunste in Berlin" fragt «Iftra. Münfterberg ffr. Vg.) wie es mit der Zulassung von ".•* Ein Regier- daß Direktor v. Werner
Frauen zum Studium auf der Akademie stehe. ftTigSfommiffar weist darauf hin, daß Dir...... ... .......
sich 'lediglich «nf die bestehenden Bestimmungen gestützt habe. Für die Tarnen bestehe in Berlin eine private Gelegenheit, um sich in her Malerei ausznbilden. 2lbg. Henning (f.) wendet sich acaen die Zulassung von Frauen zur Akademie der Künste. Es npße deute schon viele Schriftstellerinnen und Künstlerinnen, die nickL» Bedeutendes leisten, wozu solle man da noch die Zahl der
Mettanfinnen vermehren. Ni-bt zu vergessen fei, daß den Damen, die Künstlerinnen werden wollen, äuch sittliche Gefahren drohen. Auf eine Anfrage des Abg Wallenborn (Ztr.) erwidert ein Regiemngskommissar, daß die deutsche Musik einen Weltruf habe, und man daher auck Ausländer zum Besuch der Hochschule für Musik nach Möglichkeit zulassen müs'e. ?lbg. Miln- 'terberg (fr. $g.) bestreitet, daß die künstlerische Tätigkeit der Frauen minderwertig ist. Er möchte die Regierung dringend bitten, die Zulassmm der Frauen an der Berliner Akademie wohlwollend zu erwägen.
Ter Titel wird bewilligt, ebenso der Rest des Ordmariums.
Beim Titel „Vorbereitung eines Erweiterungsbaues für das M u s e u m für Völkerkunde in Berlin^ empfiehlt Abg. Tr. Hauptmann (Ztr.) statt des Erweiterungsbaues lieber einen Neubau in Tahlem vorzunebmen. Minister Tr. Studt betont, daß für das Musnnn für Völkerkunde eine mög* liehst günstige Lage in der Stadt notwendig sei. Ter Titel wird bewilligt. Beim Titel „Außerordmtlickn Erweiterungen für Die Sammlungen des Kaiser Friedrich-Museums in Berlin" pricht Abg. Tr. v. Dirks en (ff.) seine Freude über die Er- ticUnng dieses Museums aus und wendet sich gegen abfällige Be- spreck/ungen in einem Teile der Presse, die in leicht erkennbarer Micht geschrieben seien. Ter Titel wird bewilligt, ebenso der Rest des CxtraordinariumS. .
ES folgt das Kapitel „Technisches UnternchtS- wese n". . , ,r,
Mg. Felisch (k.) bedmiert die lleberfüllung der technischen Hock^ckmlen mit russischen Studenten, die vielfach ihre revolutionäre und an^rchistisck>e Okfinnung zu verbreiten bestrwt eien. Ausländische Studenten sollte man nur zu erhöhten bühren, und nur so weit zulassen, als sie dieselbe Vorbildiuig haben wie unsere Studenten, und Platze frei seien. Redner befürwortet dann, daß nur derjenige sich Architekt und Ingenieur nennen durfte, der ein vollständiges Studium absolviert und die entspreck^enden Examina abgelegt habe. Weiter betont er die Notwendigkeit der Revision der Lelwpläne der ttchnischen Hoch- '(fyujen, namentlich soweit das Veranschlagsweseii in Frage komme. Ein Regierungskommissar erwidert, in diesem Wintersemester seien auf sämtlichen technischen Hochschulen 2522 Ausländer vorhanden.
Tas Ordinarium wird nach weiterer unwesentlicher Schatte erledigt, ebenso der Rest des Ertraordinariums.
Es folgt das Kapitel Medizinalwesen.
Abg. Görck (nf.) tritt für eine Neuordnung des Hebammenwesens ein. Abg. Nosenow (fr. Vp.) erklärt, ein Erlaß des Ministeriums habe unter den Aerzten große Veunrubigung hervorgerufen, in dem diese Aerzte um Auskunft darüber ersucht wurden, wo sie ihre Kenntnisse erweitert haben. Es habe sich die Befürchtung geltend gemacht, daß die Regierung die Absicht habe, einen besonders privileginten Stand zu schaffen. Ein Negierungskommisfar erklärt, daß der Erlaß an die Spezialarzte lediglich einen orientierend-ni Zn^ck habe. Abg. Tr. Marten (nt.) tritt für Besserstellung der Kreisärzte ein. Nach weiteren Ausführungen wird das Kapitel bewilligt.
Keer und Zflotte.
L o n d o n,. 4. MävA. Oberhaus. Lord Ellen- 5orough macht auf die Erfahren aufmerksam, denen Großbritannien tv-ährend der letzten Stunden des Friedens oder in den ersten Tagen des Krieges ausgesetzt sein könnte, und fragt, ob die 'Admiralität glaube, daß die zurzeit bestehenden Gesetze so beschaffen ivärcn, daß sie es ermöglichen, die Ausstreuung von Nachrichten in einem solchen Zeitpunkt zu verhindern oder alle anderen notmendigen Versicherungsmaßregeln g-egen Angriffe auf Kriegsschiffe und Häfen und gegen eine Invasion zu ergreifen. Sel- b o r n e antwortet, betreffend die allgemeine Frage der Invasion unterschätze Ellenborough die Schwierigkeit, welcher eine Invasion mit 5)ilse einer Flotte begegnen würde. Ter zeitweilige Verlust der Herrschaft zur See für einige Stunden kann den Angreifer nicht in den Stand setzen, genügend Truppen zu landen, sich zu halten und die Militärmacht Englands zu überwältigen. Ich glaube, unsere Macht ist ein hinreichender Schutz für die Jttteressen des Landes. Aber die Frage der Verbreitung von Nachrichten ist schwierig; sie ist ein wichtiges Problem, das das Studium des Landesverteidigungskomitees erfordert; sie ist eine Hauptsache nicht aklein für die Regierung, smidern auchl 'ür das Parlament und die gesamte Presse. Sie ist eine Angelegenheit, in der das Parlament die patriotische Mitarbeit der Presse anrufen muß. Tie jetzige Form des Gesetzes kann keine endgiltige sein. W-emt wir die japanische Admiralität fragen würden, sie würde antworten, sie hätte nie tun können, was sie getan hat, wenn sie nicht die Macht gehabt hätte, die Verbreitung koon Nachrichten zu Verbindern, die auf die Bewegungen der Flotte eingcwirkt hätten.
Washington, 3. März. Das Repräsentantenhaus stimmte dem Kommissionsbericht über die Marinevorlage bei und schloß sich auch dem Mänderungsvorschlag des Senats aus Vermehrung der Ljahl der Marinesoldaten an. Die Vorlage ist somit verabschiedet.
Ans SlaM und Lw'd.
Gießen, den 4. März 1905.
•• Das Theater- und Saalbau-Komitee beschloß in seiner gestrigen Sitzung, die Geldsammlungen in energischer Weise weiter zu betreiben, zugleich ober an eh der Stadt Mitteilung von dem Stand der Angelegenheit zu machen. Zum Zwecke einer Besprechung mit Vertretern der städtischen ^Behörde werden die Herren Bücking, Fromme und Winn gewählt. Eine Veröffentlichung der Namen der Spender wird in Kürze erfolgen in alphabetischer Reihenfolge und selbstverständlich ohne Angabe der gezeichneten Beträge. Bis dahin aber hofft man noch aus eine erheblilpe Zunahme der Zahl der Spender, die sich heute schon auf 373 beläuft. Von ihnen machten 321 eine Zeichnung für das ganze Vrojekt (Theater und Saalbau), 17 zeichneten weiterhin für Theater oder Saalbau), 16 für einen Saalbau, während sich 346, sei es ausschließlich ober erst beim Scheitern des ganzen Projektes, für das Theater erklärten. Die für das Theater zur Verfügung gestellte Summe übersteigt die für Theater und Saalbau gezeichnete um 9000 Mk.
♦* Aus dem Bureau des Stadttheaters. Die Direktion bat sich durch verschiedene Umstände, namentlich um Novitäten vorzubereiten, die angekündigt waren, aber wegen der vielen Saisonoeranstaltungen im Theatersaal bisher mcht ftattfinben konnten, veranlaßt gesehen, die auf nächsten Dienstag angesetzte Vorstellung von „Familie n- tag" auf Mittwoch, den 8. d. Mts. zu verlegen.
•• Ein öffentlicher Vortrag über Krankheiten a tt§ den Gewohnheiten u n d Mißbräuchen des täglich en Lebens, den der käufmännische Verein und der Drtsgewerbeverem nächsten Montag abend 8 Ubr im (£af& ^eib veranstalten werden, verspracht den Besuehern viel Belehrung und Nutzen. Der Vortrag wird von Dr. I. Mar- cuse aus Mannheim gehalten.
•• Ein Dieb. Ein hier beschäftigter Jnstallateu- au§ Betzdorf wurde gestern wegen Diebstahls verhaftet. Er hatte gelegentlich des Montierens von elektnschen Lichtanlagen in Privathäusern unter anderem einen Vrillcmtring im Werte von 100 Mk. gestohlen. Auch fand sich in seinem Besitz ein wertvolles silbernes Etui, das er nach eigenem Geständnis auf gleiche Art in Darmstadt gestohlen hat.
"*Der wegen Verdachts des Straßenraubs gestern festgenommene Schneider von Großen-Buseck hat die Tat eingestanden. Voraussichtlich wird seine Aburteilung noch in der jetzigen Schwurgerichtsperiode statt- inben.
' Haussuchung in Wieseck. 9luf die gestrige Notiz teilt man un5 mit, daß bei der Haussuchung bei dem verhafteten Wirte nur Gegenstände gefunden worden seien, die man, abgesehen von den Gewehren, in vielen Bürgerhäusern inben könnte. Die Untersuchung wird ergeben, ob der Wirt chuldig ist.
Grün berg, 1. März. In der gestern abend stattgehabten Gemeinderats-Sitzung hielt ft. „Gr. Anz." Ingenieur Heil von der Süddeutschen Gasgesellschaft an der Hand mehrerer Verträge einen längeren Vortrag über die in Laubach zu errichtende Gasanstalt und An. iehluß der umliegenden Orte und Städte an die Zentrale. Nach Anhörung der ^lusführungen deS Redners gelangte man zu der Ansicht, daß unserer Stadt wohl ein günstigeres Anerbieten zur Erlangung einer guten Beleuchtung, ohne ein Risiko dabei zu übernehmen, so bald nicht wieder gemacht werden dürfte, als dies augenblicklich von der Süddeutschen Gasgesell'chaft durch Anschluß an die Zentrale Laubach geschehen sei. 9lücrbmg§ wurde von mehreren Gemeinderäten recht bedauert, daß nicht Grünberg zur Errichtung einer Gasanstalt berücksichtigt worden ist. Während ein Gemeinderat betonte, es müsse unbedingt ein besseres Licht geschaffen werden, denn auch die Bürgersehast würde dazu drängen, behaupteten zwei andere Gemeinderäte das Gegenteil, jedoch mit dem Hinzufügen, daß die Beleuchtungsfrage für die Dauer nicht von der Hand zu weisen, aber reiffiche Erwägung am Platze sei. Nach Schluß der interessanten Diskussion, in deren Verlauf Ingenieur Heil über verschiedene Punkte Aufklärung gab, wurde einem Anträge zugestimmt, nach ivelchem erst noch andere Vorträge über die z. Zt. als vorteilhaft geltenden Beleuchtungsmethoden gehört werden sollen, ehe zur definitiven Beschlußfassung in dieser für unsere Stadt so wichtigen Angelegenheit geschritten wird.
+ Friedberg, 3. März. Die höhere Töchter- 'chule, die beim Beginn des neuen Schuljahres eröffnet wird, soll vorläusig fünf Klaffen erhalten. Nach dem Voranschlag sind für Besoldungen 11 210 Mk vorgesehen, wozu der Staat 3550 Mk. beitragt. Laut Beschluß der Stadtverordneten werden 5 Prozent Freistellen für unbemittelte Schülerinnen eingerichtet.
§ Alsfeld, 2. März. Die Renovierungsarbeiten der alten Walpurgis kirche sollen im Laufe dieses IahreS begonnen werden. Vorläufig wird das Dach einer Erneuerung unterzogen. Die innere Wiederherstellung des Gotteshauses erfolgt spätestens 1908. Der Kirchenbauverein verfügt jetzt über ein Kapital von rund 5700 Mk. -— Die Frauen und Jungfrauen des Kreises Alsfeld beabsichtigen, dem Großherzogkichen Paare zum Hochzeitsgeschenk Vorhänge, Tischdecken und Portieren zu überreichen.
fc. Gernsheim, 3. März. Im Rhein wurde die Leiche eines 20 jährigen jungen M a nneS und die eines ea. 16 jährigen Mädchen? geländet. Sie waren mit einem Seil um die Hüften zusammengebunden und stark venvest. Die Personalien der beiden sind noch nicht festgestellt. Man fand nur eine Fahrkarte ^Kirchheimbolanden-Jlbers- heim^.
^Kleine Mitteilungen au § H e sse n und den N a cb b a r ft a a t c n. Der Armenfonds in Friedberg kauste für 27 000 Alk. vom Beigeordneten Hieroninuls den ehemalig Müllerfcben Garten mit Hintergebäuden. Bereits Ende Janliar ging das Haus des Herrn Jbl neben der katholischen Kirche Mr 33 000 Mk. in den Besitz des Hern-n Ehr. Neuß über. — Im Provinzialarresthaus in Mainz erhängte sich der Nrivatier Lind- roth von Hechtsheim. Wegen Vergehens gegen die Sittlichkeit war er verhaftet. — Dieser Tage wurde die ea. 2500 Morgen umfassende Feld- und Waldjagd der Gemeinde Kirchgöns für 1000 Mk. an Tr. Eooper-Frankfurt verpachtet. Der seitherige Preis war 665 Mk.
Dcrinifcbten*
• Ei n Grubenunglück. Wie die „Schles. 3tg.* au5 Ludgierzowitz meldet, sind auf dem Oskar-Schacht der Hultschiner Steinkohlengruben bei Petrzkowitz (Kreis Ratibor) durch Gruben brand fünfzehn Mann abgeschnitten worden. Der Grubenbrand ist durch einen Pfeilerbruch entstanden. Die abgeschnittenen 15 Mann sind zweifellos alle durch giftige Gase getötet. Die Rettungsarbeiten sind durch die Brandgase erschwert.
" Arlon, 3. März. Ein deutscher Miliiärballon, worin sich drei Luftschiffer befanden, darunter ein preußischer Offizier, ist gestern in der Nähe von St. Marie les Etalle, 20 Kilometer westlich von Arlon, niedergegangen. Einer dep Passagiere hatte bedeutende Hatitabschürfungen erlitten, er konnte aber doch mit seinen Kollegen den Eilzug nach Köln besteigen. Wie nachträglich berichtet wird, ist der Ballon in Mainz aufgestiegen und es befanden sich zur Zeit der Abfahrt vier Personen darin. Der Ballon ist, da er auf dem Dache eines Hauses landete, völlig zerstört worden.
* Paris, 3. März. Gestern abend wurde die mehr als 70 Jahre alte Haußbesitzeein und Rentnerin Bardon ermordet in ihrer Wohnung aufgefunden. Sie war an Händen und Füßen gefesselt und hatte einen Knebel tief im Munde stecken, an dem sie erstickt zu sein scheint. Die alte Dame lebte trotz ihres Reichtums ohne Dienstboten und besorgte ihren Haushalt allein. Die Mörder scheinen eine geringe Beute gemacht zu haben.
* E i n Fall von S u b l i m a t v e r g i s t u n g , der eint, hing? Wüner Tame betrifft, beschäftigt pie Aerzte und die Ju- Nach einem B-ricktt der „N. Fr. Pr." kam die jungt* Frau, an schweren Veitzstnmung-en litt und häufig von Sclbsunord sprach, auf folgende Weise in den Besitz von -elm Sublimat- einer Dosis, die genügt, um mehrere erwacUene Menschen zu töten. Sie schrieb in daS Rezept ihres Arztes, das ordnuugs- möfcig geiaßt und mit Narncn und Zeit versehen war, übet dem Namen des Arztes: „Rp. Z.lm Suplimatpastillen." Sie fügte also dem Medikament, das der Arzt verordnet hatte, eine große Tvsis des Giftes, das zu Tesinsektionszwecken verschrieben iuiri>,,


