Ausgabe 
6.1.1905 Erstes Blatt
 
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Deutschlands, am 6. Januar stattfind^n.

paganda der Tat sofort begonnen werden soll.

Es wurden

Der

dieses Jahr wieder außerordentlich viel auf geboten, um seine Mitglieder und Este zu unterhalten und das Wintcr-

. Zunächst waren es Darbietungen unseres Ltadttheaters, die den Abend mit 2 Einaktern verschönten: Er muß taub sein" undEme vollkommene Frau". Beide Schwänke riefen große Heiterkeit hervor und brachten die nötige Feststimmung. In dem erstgenannten Lustspiel wirk­ten besonders die beidenTauben", .Herr Lippert und Herr Lüttjohann auf die Lachmuskeln der Anwesenden, und inEine vollkommene Frau" bewunderte man das muntere und reizende Spiel des Frl. Mcrrga Ruf als Frau Luise und das humoratmende Auftreten ihres !Schwiegeronkels" (Herr di Giorgi). Auch Herr An­dreas und Frl. Neri wirkten bestens mit. Die Bühne

Delegierte ernannt, welche die Aufgabe haben, Dynamit und Bomben anzukaufen und Fürsorge zu treffen, daß! diese unentdeckt über die russische Grenze geschmuggelt werden können.

Helsingfors, 5. Jan. Der Bürgermeister von Hel- singfors brachte der Gouvernementsverwaltung zur Kenntnis, daß die Stadt infolge der seit 1902 ergangenen Dispense von Gerichtsmitgliedern auf administrativem Wege ohne Magistrat sei. In letzter Zeit setzte sich der Magistrat nur aus Personen zusammen, die die Magistrats-Funktionen nur provisorisch wahrnähmen. Infolge der außerordentlichen j Maßregeln deS Gouverneurs gegen die Magistratsmitglieder beabsichtigen drei Mitglieder, ihre Aemter demnächst nieder- zulegen.

In den Städten Tawastehust und Lawisa erschien niemand zur Wahl der Mitglieder des Negierungskomitees. In Kuopio wurden die Wahlen bis zur Verhandlung der Militärdienstfrage vor dem Parlament vertagt. Im gleichen Sinne beschloßen die Gemeindevertretung von Pargas und .der Magistrat von Wasa.

** D a s Winterfest des Lor eins der Gast­wirte von Gießen und Umgegend, das gestern abend im Leibichen Saale stattfand, hatte sich der gewohn-

NusSand.

London, 5. Jan. Hierher wird aus Peking gemeldet, kraß die Kaiserin-Mutter von China zum Christen­tum übergetreten ist. Es ist unbekannt, wer und was die Kaiserin-Mutter zum Christentume bekehrt haben kann.

Petersburg, 5. Jan. Durch einen Ukas des Kaisers wurde Admiral Skrydlow zum Mitglied des Adrni-! ralsrates ernannt.

Nach Meldungen aus Moskau, Odessa und Kiew, sowie anderen Städten scheint es festzustehen, daß die revo­lutionäre Partei sich entschlossen hat, zu Gewalt- .maßregeln zu greifen. Eine Konferenz der verschiedenen revolutionären Gruppen wurde nach einem Orte außerhalb Rußlands einberufen, um über die Details des bevorstehenden Feldzuges zu beraten. Es wurde einstimmig beschlossen, daß volitische Reformen in Rußland nur durch eine revolutionäre Propaganda der Tat zu erlangen sind und daß diese Pro-

unseres Stadttheaters zeigte aber auch noch zahlreiche andere Abwechslungen: den Humoristen Nagel, gen. Otto Reuter II., einen vorzüglichen Jongleur (Rudi Sailer), der im Ball­spiel mit drei Flaschen großartiges leistete, den Münchener Tvpenhumoristen Max Schön, ferner einen Künstler mit dem aristokratischen Namen Alfons de Shlvero, der als Lumpen­sammler durch Auflegen von bunten Lappen auf eine Tafel Landschaftsbilder zur Anschauung brachte, einen Tanz- humoristen und last not least die Spitzentänzcrin Rita Mea, !die in erster Linie die anwesende Herrenwelt sehr inter­essierte, aber sichtlich auch- die Frauen und Jungfrauen ver­blüffte und amüsierte. Die frischen Weisen der Musik, die zwischendurch die Stimmung belebten und schließlich der in später Stunde einseßende Ball gaben dem Fest gleichfalls ein fröhliches Gepräge. Tie Tombola-Ver­losung setzte viele Gewinner durch die reizenden und mit großem Geschmack ausgewählten Gewinngegenstände in Entzücken.

** Militärkonzert. Im neuen Saalbau wird nächsten Sonntag von nachmittags 4 Uhr an ein großes Konzert der

I Kapelle des Husarenregiments Nr. 13 (König Humbert von Italien) stattsinden. Die Kapelle hat einen guten Ruf.

** Der hessische Landwirtschaftsrat hielt I gestern, wie uns berichtet wird, im Gebäude der Großh. Zentralstelle in Darmstadt eine aus allen Teilen Hessens gut besuchte Gesamtsitzung ab, welche von Geh. Regierungs­rat Haas präsidiert wurde. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden entspann sich auf eine Anfrage aus der Mitte der Versammlung eine lebhafte Debatte über den im letzten Jahre zwischen dem Vorsitzenden und einem Ver­treter der Regierung an der Sitzung stattgehabten Zwischen- fall, der die R e g i c r u n g veranlaßte, in einem Schrei­ben zu erklären, daß sie vor Zurücknahme der fragt. Aeußerung durch den Vorsitzenden keinen Ver-

1 treter mehr in die Sitzungen senden werde. Dieser Schritt »der Regierung tvurde im Interesse der Sache mit großem

gliederzahl von 489 bei Anfang des Jahres infolge der energischen Werbetätigfeit auf z. Zt. 1183 gestiegen sei. Die Tätigkeit des Vereins war besonders bei den jüngsten Stadt­verordnetenwahlen eine erfolgreiche. Nach dem Kaffenbericht und der Vorstandsergänzungswahl hielt der frühere Reichs- tagsabg. Geh. Justizrat Dr. Osann eine Gedächtnisrede auf Dr. Hammacher. Oberlehrer Dr. Neßling gab ein Bild über die Entwickelung und die Bestrebungen 'der national- liberalen Jugendbewegung.

nannt. ., ,..

** Bon den heiligen drei Königen Kaipor MelSur und Baltb-s«, di- heule im Kalender stehen, ,-rzM!: d«: alt» chrMickfe Legende folgendes: Zu der Zeit, da ^eiuS m Bethlehem geboren wurde, gab es in Indien drei Königreiche, die durch Hobe Berge von einander geschieden waren. Keiner ihrer KAige wußte von den andern. Das eine die,er Königreiche »> wufren, und in ihm herrschte Melchior der ®eiie. 5L

sich Gvdolien, und sein König war Balthasar, der Eercchte. Im dritten Königreich Thorsis führte Kaspar, der ^nebtertine, l as Szepter. Von alterSher ging m den drei Reichm die W-'siagung. daß einst ein Stern erscheinen würde, der die Gehurt des Königs aller König- perkttnden sollte. Eines nachts erhob sich lrendige- Geschrei:Der Stern! Ter Stern!' Uebu-alt wurde es laut gerufen, und die Könige machten sich auf den neugeborenen König zu suchen. Nach dreizehntägiger Rene Zangen sie vor den Toren Jerusalems an und werden mitemander- bekannt. Von da ab stimmt Sage und biblischer Beruht überein. Mir fron den letzten Schicksalen der Könige wein die Sage Au^tuhrlich.^ zu erzählen. Nach den Tagen der ersten christlichen Vsing,ten als die Jünger als Missionare in alle Welt zogen begab^ es sich, daß der Apostel Thomas in das Land der Könige kam. ^ort sauo er eines Tages in einem beidnisck>en Tempel einen ^crmteni errichtet. Auf ihm war ein Stern gemeißelt, und m dem eiern sah man ein Kind und darüber ein Kreuz. Da törichte er bei den heidnischen Priestern nach der Bedeutung dieier 3eiayen, unc man erzählte ihm von dem Hinaufzug der Könige nach Jerusalem. Ta fing der 2lpostel an, das Evangelium zu verkündigen vluttt die Könige hörten davon, und ob sie gleich alt und gebrechlich waren, machten sie sich eilends auf, dem Apostel entgegenzuziehen -Sie lobten und prürn Gott und halfen daun dem Avostel, das Evangelium zu verkündigen. Ms Thomas von Indien lauen, weihte er die heiligen drei Könige zu Priestern ihrer Volker und sie regierten noch zwei Jahre in Jriede und Trommmkett, bis eines Tages über Stadt und Land cirt_ hellstrahlender <^tcrn aufging. Ta merkten die drei Greise, daß ihres ,^-bens Ende nabe. Acht Tage darauf entschlief König Melcbwr im Alter von 116 Jahren. Ihm folgte am ErscheiniNigSfeste Balthasar, ll^ Jahre alt, imb sieben Tage später starb der 109jährige Kaspar In einer gemeinsamen Gruft wurden sie begraben. Mer noch heute wird das Andenken an sie nickst nur durch kirchliche Feste, sondern auch durch Auszüge aller Art festgehalten, die in den verschiedensten Landern, bcionders ailch in manchen Gegenden

Kolonialpost.

Berlin, 5. Jan. Oberst Leutwein ist zur Bericht­erstattung hier eingetroffen. Nach einer Meldung derSchl. 'Ztg." sind Verhandlungen zwischen der Kolonialabteilung und der Finna Lenz u. Co. in Stettin eingeleitet worden wegen Uebernahme des Betriebes der in der Verwaltung de« (Reiches, bezw. der Schutzgebiete befindlichen Kolonialbahnen (durch diese Firma.

Sidney, 5. Jan. England schießt den Tonga-Händlern /die ihnen von der Regiening der Tongainsel geschuldeten (30 000 Dollars vor und übernimmt dafür die tatsächliche jFinanzkontrolle, welche durch den englischen Oberkornrniffar -und den Konsul ausgeübt werden soll. Auch ist ein euro­päischer Polizeirichter vorgesehen. Die Wiedereinsetzung der deportierten Minister in ihr Amt ist Untersaat.

Wologda, 6. Jan. In der Sitzung des G-memde. rate- ließ das Stadtbcmpt die Verlesung des Komnussions- bericksteS über eine allgemeine Repräsentanten- Versammlung nicht zu. Daraufhin legten 17 Mit­glieder deS Gemeinderates ihre Mandate.niedei^und - ließen unter dem lebhaften Bcifallc des zahlreichen Publikums

Konstantinopel, 5. Jan. (Wiener Korr.-B.) Im Wilaiet Monastir wurde eine auS neun Mann bestehende bulgarische Bande von den Truppeu vernichtet. Em Hau? wurde niederqebrannt. In Kruschcmitza, Kilo­meter nordöstlich von Monastir, wurden zwe, einer ganzen Band- angehörige Leute von den Gendarmen getötet.

feefer die erwünschte Gelegenheit, zu. »eobacyten, wie sich etn leitender Minister irt seinen Mußestunden jmt den tiefsten Erkenntnisvr oblemen beschäftigt."

Ans Frankfurter und Hannoverschen Zeitungen M (in andere Blätter die Nachricht übergegangen, daß der Staats- fekretär des Reichspostamtes, Krätke demnächst zuruck- treten, und daß als sein Nachfolger Graf Bogdan Hntten- Czapski, der Schloßhauptmcnm von Posen, auSerlcbcnJet. Auf Erkundigungen, die von der .Preuß. Korr " bet dem Grafen eingezoaen wurden, erklärte dieser, daß an der Meldung, soweit sie seine Person betreffe, kein wahres Wort sei. lu fäme für den Posten eines Reichspostsekretärs ungefähr ebenso m 'Betracht, wie etwa für den eines kommandierenden Generale oder des Präsidenten der Vereinigteii Staaten von Amerika. Das Gerücht von dem Rücktritt des Reichspostselretar., tritt schon seit mehreren Tagen in hiesigen politischen Kresten mit großer Bestimmtheit auf. Von Gesundheitsrücksichten hat man bisher nichts vernommen.

DerReichsanz." veröffentlicht Ernennungen, bezw. .Neuernennungen der Mitglieder des KolonialrateS für die .'7- Sitzungsperiode 1904/07.

Der Bundesrat überwies in ferner heutigen Sitzung Hie Vorlage wegen der Vornahme der Volkszählung am 1 Dezember 1905 den zuständigen Ausschüssen.

Altenburg, 5. Jon. Em schuldenfreies Land tu sein, darf sich das Herzogtum Sachsen-Altcuburg rühmen. Jwar befindet sich im Etat stets eine Summe, die zur Vcr- Snsunq der sogenannten Staatsschuld ausgeworfen wird und ,36 51Ö Mk. ausmacht, aber dieser Betrag fließt nur aiv, einer staatlichen Kasse in die andere. Denn die vermeintliche .Schuld besteht nur in 882 654 Mk., die m vöhe von -778 110 Mk. auf die Witwensozietät der Staatsdiener und U Betrage von 23 884 Mk. auf das Waiseninstitut entfallen. Die übrigen Schulden bestehen in Stiftungskapitalien für kirchliche imb Schulzwecke, sowie für Stipendien u. s. w. Daß diese Schuld, von der übrigens 50 000 Mk. unkündbar sind, mit Leichtigkeit abzustoßen wäre, geht daraus hervor, daß ein Vermögensstock von 7 682 000 Mk. vorhanden ist.

Stuttgart, 5. Jan. Der hiesige Gemeinderat Zehnte in seiner heutigen Sitzung mit großer Mehrheit ab, sich an einem Beitrag für ein Hochzeitsgeschenk für den preußischen Kronprinzen zu beteiligen. Nur vier Mit­glieder stimmten für einen Antrag, der Angelegenheitnaher- izutreten^. ___________________

Ans iniö Land.

Gießen, den 6. Januar 1905.

" Unser Kunstkalender für 1905 kann den Posiavonnenten nicht mit der Zeitung zugesiellt werden weil das starke Papier ein Zusamm-nkalten nicht gestaltet. ES wird sich deshalb empfehlen, daß die Postabonnenten solcher Orte, in denen wir keine Zweigstelle unterhalten. ,e- mand bestimmen, der uns die Anzahl der nötigen Kaleuder bekannt gibt, und deren rechtniäßige Abgabe überwacht. Die Bürgermeisterei der in Betracht kommenden Orte durste dazu wohl bereit sein. Verlag des Gießener Anzeiger.

" Personalien. Uh. der Großherzog haben den Revisor bei der Brandversicherungskammer, Petry, zum Vorstand der Kalkulatur der Brandversicherungskammer cr-

sd. Darmstadt, 5. Jan. Die beiden Sitzungen des Sonderausschusses zur Vorberatung der Regierunqs- Vorlage betr. die Bildung einer Landwirtschafts. t°nvmcmr!n!b?,sr,cr, ot,ne nennenswertes Resultat verlaufen, da die Mitglieder nahezu einstimmig der Ansicht sind, daß d,e Vorlage m der utz,gen Form für die Kammer .inannehm- bar sein wird, da der zu bildenden Landwirtschaftskammer in dem Entwurf zu wenig Kompetenz eingeräumt ist. Der O ri ") cri a er -lbg. Dr. Frenay wird beauftragt, die ein- einen Gesichtsvunkte zusanimenzustellen, welche dann als -ulek-np-n Dienstag, den 10. Januar fort-

»ulchenden Beratungen gelten sollen. Wie aus zuver- OberK (; ' toirb bcr langjährige verdiente

m des Großherzogs General,

.ldiutant ä bi suite General der Infanterie z. D. Exz. von fäciben00 Mi ben,nä<$|ft non seiner Position aus. Ma-ör a D M °°r--ussichtlich dem jetzigen Oberstallmeister - , r a. Moritz Ricdosel Freiherr zu Eisenbau übertragen wird. Dessen Stelle soll Rittmeister Freihe^ n'clwn ' bt8^eC im L-ib-Drag.°Negt. Nr. 24, über-

Bedauern aufgenommen, und dw Frage er-

die Sacke nicht beilegen laste, woraus der Bortiyeno klärte, daß er seine damals erfolgte Kritik nicht so oy^ weiteres zurücknebinen könne, ^ubem er sich ) $ den!

rnentarischen Gewogenheiten in geergneten^Falken auch Regierungsvertretern gegenüber für berecl n ^otokolls wolle aber die Angelegenheit

nochmals prüfen, behalte sich rnbesieiil jede ® gM vor Die Ai'.ssteNi'nnsorbnung und der P^^vewervepi^ w die in diesen' Jahre in Mainz stattfmdende fcbaftlidie Landesausstellung werden genehmigt. ?

KE beschlösse,. daß ein W die. «» ri e - siebender siehlbeirag durch die hrn Prou-n- ialvereme q meinsam getragenein etwaigar l'eb'rschuß ab-r ili g che^ Waise verteilt wird. Von einer Sefcbimin« der ttt bxc|int sinh.' in München stattfindendeu W a u d er a u s jl eil uug der Deutschen Landwirischasts-iN-sellfchaft soll imt

i jiebt auf di- nur in amingein Masis vorhandenen M dte ab a eschen werden. Zur Frage der Erweiterung des la i?d w i r tsch a f tl i che n In stitu t s tn G' e ß en wird beschlossen, ein Gcsua) an die Standekammer zu riditen in welchem diese ersucht wird, für Genehmigung des entsprechenden Betrages ein^utreten.

* Einen UntcrrichtskursuS für Autolenker, und Chauffeure beabsichtigt die Großh. Zentralstelle für die Gewerbe einzurichten. Eine besondere Fachkounmffion wurde gewählt, die sich mit der Begutachtung und Prüfung dieser Angelegenheit befassen soll. Der Kommission gehören u. a. Generaldirektor Kleyer-Frankfurt a. M. und Fabrikant Opel-Rüsselsheim an.

* Blinder Eifer schadet nur. In Mölsheim (Kr. Worms) kam dieser Tage ein Handwerksbursche in einen Bäckerladen und bat um ein Almosen. Der Metzler dachte, den gesuchten Mörder Hudde vor sich zu haben, sperrte ihn ein, setzte die Gendarmerie Pfeddersheim von dem guten Sang* in Kenntnis, und glaubte schon die 1000 M. Belohnung verdient zu haben aber es blieb ein un­schuldiger Handwerksbursche. Abgesehen von dem reichlichen Spott, der dem Ueberschlauen zuteil wurde, hatte die Hudde- Geschichte für ihn auch noch einen Schaden im Gefolge, da ihm in der Aiisregung sämtliche Neujahrskuchen

verbrannt waren.

Bad-Naiiheim, 3. Jan. Heute nachmittag sand auf Einladung des Kreisrats Fey im Rathaussaale zu Friedberg die Wahl von vier Kreistags mitgliedern von feiten der 50 Höchstbesteuerten statt. Es waren 27 Wahlberechtigte erschienen. Aus dem Kreistag schieden aus die Herren: Gilbrecht v. Löw in Nieder-Florstadt, Baron von Leonhardi in Groß-Karben, Mühlenbesitzer Vorbach in Okarben, sowie der frühere Landtagsabgeordnete Weith in Nieder-Wöllstadt. Die drei ersten wiirden wieder- und für letzteren Kammerrat D ern in Affenhcim gewählt. Herr Weith hat die Erklärung abgeben lassen, daß er auf eine Wieder­wahl verzichten müsse. Außer den obengenannten vier Herren gehören dem Kreistag an die Herren: Graf O riol a-Büdes- heim, Rentner Ernst Windecker-Friedberg und Hotelbesitzer Sprenge l-Bad-Nauheim, welche ebenfalls von den fünfzig Höchstbesteuerten des Kreise? Friedberg gewählt sind. (B. Anz.)

§ Burkhards, 4. Jan. Ein hiesiger Fuhrmann brachte eine schon bejahrte Fran nach dem benachbarten Gedern. Unterwegs mußte da? Gefährt eine Strecke auf dem Bankett fahren, da der Schnee auf der Straße hinweggeweht war. Plötzlich schlug der Schlitten um, die Insassen wurden herausgeschleudert. Während der Fuhrmann mit dem bloßen Schrecken davon kam, trug die Frau einen bopelten 2lrm> bruch davon.

§ Hirzenhain, 4. Jan. Gestern morgen brannten zwei mit Futtervorräten reichlich gefüllte Scheunen des GutesNeuhof" vollständig nieder. Der Besitzer hatte noch vor wenig Tagen einen größeren Transport Friesländer Vieh bezogen.

= Volkartshain, 4. Jan. Ein schwerer Unfall ereignete sich bei den Holzfällungsarbeiten. Wahrend ein Mann mit der Axt einen Baum fällte und ein anderer diesen uiederdrückte, wurde letzterer von der niedersausenden Axt so getroffen, daß das Bein über dem Knöchel fast ganz dilrchschlagen wiirde. Kreisassistenzarzt Dr. Langermann- Gedern legte einen Notverband an, worauf man den Ver­unglückten nach Gießen brachte.

R. B. Darmsta dt, 5. Jan. Der hiesige national­liberale Verein hielt heilte abend feine Hauptversamm­lung ab. Dec Vorsitzende, Rechtsanwalt Dr. Osann II. be­grüßte die Parteigenossen zum neuen Jahr und teilte in , seinem. Rückblicke auf das verflossene Jahr mit, daß die Mit-

ai*15; 5. Jan. Die San itäts kol oim e Jtomacr Kriegervereins erhielt in Erinnermm nn 5 eueren Verstorbenen von dessen Hinterbliebenen eine Stik" m »o ari. - 3 d awwt

Keer und Motte.

B erlin. 5. Jan. Nach tont Muster deS briüschen Motor- .Volimteerkorvs ist auch vvn d-eutsckvu Autornobilklubs die Schaff­ung eines deutschen Freiwilligen -Automobilkorps in die Wege geleitet worden. Heute vormittag wurde (bergt Deutsches Reichs der Generalsekretär des Klub? Freiherr von BranderOein in der neuen Uni form des deutschen Freiw illigen- Dutomfrbilkmps zum Kaiser besohlen. Der Monarch äußerte ferne .... , . Zufriedenheit mit der Unifvrm, war mit ihrer Einführung ein-!^n großen Teilnahme zu erfreuen. Der Verein batte auch verstanden und bat nur die Änderung feinerer Tetcnls ge- nieder ausierordenUich viel aufgeboten, um

Uniform zu tragen haben. Tie Uniform ist geschmackvoll fest glanzend zu gestalten. ~ n? drogramm war d nn ch imb trotzdem praktisch "für den Felddienst. In der Farbe ähnlich erst nach 1 Uhr beendigt, woraus da? BaUveranugen de- jener, wie sie die Chinatrupven hatten mit gelbm Stiefeln oder cnnnen konnte, p Gamaschen und Schuhen. Außer Dienst lange Beinkleider. Die > Bewaffnung besteht aus einem Hirschfänger und einer Vistvle, wie sie jetzt bei der Marine probeweise eingeführt sind. Die Organisation und die Statuten des deutschen Freiwilligen-Auto- - mobilkorvs werden in kurz«nn verösientl^ckt werden.