Nr. 5
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FernspreclianictilußNr 51.
Erstes Blatt. L56. Jahrgang Freitag G. Januar RNOo
GlehenerAnzelgerN
General-Anzeiger «
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen WW
I?y, _____zeiqenteil: Hans Beck.
4>ie yentige Nummer umfaßt 10 Seiten
Der Kriea.
Tie Uebergabe Port Arthurs.
Tokio, 5. Jan. (Reuter.) Zwischen den russischen ünd japanischen Bevollrn^chtiaten wurde heute ein ergänzendes Abkommen abgeschlossen über das bei der förmlichen Uebergabe Port Arthurs einzuschlagmde Verfahren, sowie über die fernere Behandlung der Garnison und der Einwohner.
Tokio, 5. Jan. Im kaiserlichen Hauptquartier ist folgender Bericht des Generals Nogi eingegangen: Tie Uebergabe der in Artikels des Kapitulations-Abkommens aufgeführten Gegenstände hat am 4. Januar stattgefunden. Die Uebergabe der Forts und der Batterien ist beendet. Die Gefangenen werden sich am 5. Januar an einem hierzu bestimmten Platze versammeln, doch sind die Feststellungen über die Gefangenen so verwickelt, das' das Ergebnis noch nicht gemeldet werden kann. Nach summarischen Angaben sind Gefangene: 8 Generale, 4 Admirale, 57 Obersten und Majore, 100 Schisiskcwitäne bezw. Kommandanten, 531 Hauptleute und Leutnants d"s Landheeres, 200 Schiffsleutnants und Marinebeamte, 99 Heeres- beamte, 109 Stabsärzte, 20 Kapitäne, 22 434 Unteroffiziere und Gemeine, 4500 Marinemann schäften, 3645 Nichtkom- battcmttn des Landheeres und 500 solche von der Marine, insgesamt 39 207 Personen. Die Freiwilligen sind in der Mehrzahl bei den Nichtkomb^ttanwn mit eingeschlossen Außerdem besinden sich 15 bis 16 000 Kranke und Verwundete in den Hospitälern. An Pferden wurden 100 Sattelpferde und 1870 Zugpferde über geben.
Tokio, 5. Jan. (Reuter.) Die Zahl der russischen und japanischen Verluste vor Port Arthur ist n o ch n i ch t bekannt. Es ist u n m ö g l i ch, die Mehrzahl der Kranken und Verwundeten fortzuschaffen. Die Japaner sind bemüht, eilig Medizin und Nahrungsmittel in Idie Festung! zu schicken Man hofft durch verbesserte Sanitätsverhältni^e und Pflege Tausende zu retten. Die Sorge um Tausende von Gefangenen ist eine mühevolle und kostspielige Aufaabe. Es ist möglich, daß Jav-an deshalb Vorkehrungen zu deren Rü cksendung n ach Rußland treffen wird. Die Frage wird gegenwärtig in Tokio erwogen. Man glaubt, daß General No gi auf das Geheiß des Kaisers n a ch Tokio kommt, wo ihn ein begeisterter Empfang erwartet. Die fremdländischen Attachees sind gestern in Port Arthur angekommen. Sie japanischen Marineoffiziere haben die gesunkenen Schiffe noch nicht untersucht und über den Zustand derselben ist nichts bekannt. Eine sorgfältige Untersuchung wird sobald als möglich vorgenommen werden. Die Russen haben klugerweise das Trockendock vor der Kapitulation blockiert, dadurch, daß sie das Transportschiff „Amur" quer vor dem Dock versenkten. Gestern Übergaben sie die Werften und 10 kleine Dampfer, die zur sofortigen Verwendimg bereit liegen. Mit der Beseitigung der Minen wird begonnen, sobald die russi schen Pläne über die Lage der Minen ausgehändigt sinp Man hofft, einige gesunkene Schiffe zu heben.
London, 5. Jan. In Anerkennung des Mutes der Garnison ^on Port Arthur hat die japanische Flotte vieren ssischc Torpedo boote, ohne einen Schuß zu feuern, entschlüpfen lasstn. Tie Garnison Port Arth-urs wird sich am Fort Pahuitso veriammcw. bis sie nach Dalnv übergeführt wird. Als verloren bereits auf^egebene 200 japanische Gefangene wurden m einem Fort wieder gesunden und unter.großem Enthusiasmus spanischen Kameraden befreit. Es sind zumeist Matrosen, k.em Versuch, den Hafen tu sperren, beteiligt waren.
-Weihaiwei, 5. Jan. (Reuter.) Die Japaner lehnten es A/'bem britischen Krmzer „Andromeda" zu gestalten, in Port ?T in der Nähe der Stadt Vorräte zu landen, indem sie erklärten, die russischen Minen ssien noch nicht aufgefunden, ^as Schiff ist dawr h’-rVr ^rückqekckrt.
Tie russische Preffe über Stöffel.
Unter dem niederschmetternden Eindruck der Nach- rrchten von dem Fall Port Arthurs findet die russische r o tapfere Worte zirr Kennzeichnung der wahren llr- sachen dieser das Nationalgefühl auf das tiefste demütigenden Niederlage. Dieses Verhalten ist um so höher zu bewerten, als die Zensur, unbeirrt durch die furchtbare Kata- strophe im .fernen Osten, mit Maßregelungen der angesehensten Blatter ruhig fortfährt. So sind zwei Peters-
Zeitungen soeben wieder bestraft worden: der „Nasche Dur" mit der ersten Verwarnung und Entziehung des Emzelverkaufs, der , Ruß" gleichfalls mit Entziehung des Emzelverkaufs. Trotzdem veröffentlicht nun, nach dem kann Uv er den der gestern bereits von uns mitgeteilten ^.epesche des Generals Stössel an den Zaren: „Mächtiger Herrscher, verzeihe uns, wir taten, was in menschlicher Macht steht; richte itns, doch richte milde!", die „Nowoje Wremja" einen geharnischten Leitartikel. Unter anderem schreibt das Blatt:
„Ganz Rußland wünscht dieses Gericht, dock Nicht über die Velden von Port Arthur. Es gibt sicherlich außer dem § 64 eine Bestimmung, die jene Leute zur Verantwortung zieht, welche'die Festung erbauten, ohne genügend für den Dau des Hafeus w i e d e r D o ck s z u s o r g e n! Jene, welche die Festung erbauten, ohne eine genügende Ausrüstung zu schaffen, die die Verteidiger ohne genügende Geschütze wie Munition ließen. — ,Meine Leute gleichen den Schatten', meldet General Stössel: auf diese Schatten waren je 200 Geschosse gerichtet, während sie nur durch einen Schuß zu antworten imstande waren. Vielleicht finden wir einen Gesetzespunkt, der vorschreibt, eine Festung müsse jederzeit ausreichend versorgt sein, sowohl mit Munition wie Proviant, mit Kleidung und Medikamenten. Port Arthur kann beweisen, daß im Zeitraum von 50 Jahren ein zweites Sewastopol sich wiederholt, nur b steht der Unterschied, daß damals eine alte Segelflotte zugrunde aing, heute dagegen ein Geschwader an dessen Spitz'' sechs Panzerschiffe neuesten Typs standen. Nur ein Gericht wird die wahren Schuldigen cmü Tageslicht ziehen,
doch kein Gericht leerer Formalitäten, sondern ein strenges Gericht, das a"em imstande ist, die wahren Schuldigen om ^e"e Pott Artbnrs, an dem Elend und an der Schande in Schrecken, zu versetzen. Ganz Rußland wünscht biefca Gericht, die Verteidiger von Port Artbnr aber, jene Helden, haben nichts zu befürchten: jenes Gericht nur f'-mu Rußland van seine-n dunklen Feinden 'befreien, die gefährlicher sind als alle sichtbaren."
Liese Stimmen ans die Dauer -u tm^rbr liefen, wird den russischen Preßb'l-örden jetzt wohl doch nickt mehr gelingen. Ta?u ist di^ Ansklä'ung im Zarenreiche nachgerade schon zu weit vorgcsckri^'-m.
Ein Unglück der baltischen Flotte.
Paris, 5. Jan In Petersburg ist die telegraphische Nachricht eingetrosten, daß daß Flaggschiff des Admiralr Noschdfcstwensky, „Fürst Suwarow" in den Madagassischen ^.ewästern nntergegangen sei. Bestätigung ist noch nicht 'rhaltbar.
Paris, 5. Jan. (Havas.) Eine Mitteilung des „Ma- tin", Japan hab? bei Frankreich Vorstell"ugen über die Anwesenheit der russiscken Flotte in Madagaskar erhaben, ist unbegründet. Im übrigen sei die russisthe Flotte bei Madagaskar wie ir Dschibuti außerhalb der französischen Küsteno "wässer r^b^rben.
Aus der Mandschurei.
Petersburg, 5. Jan. General Kuropatkin meldet dem Kaiser vom 4. Jan : In der Nacht zum 1. Januar führten Jäaer eine R^kognosü^ung nach dem Dorfe Bai- taitse, zwei Werft nörd^'ck von Sandsrao, aus und näherten sich den japanischen Vorposten, ohne zu schießen. Sie griffen mit dem Bajonett an, drangen trotz des feindlichen Feuers bis in bas Dorf vor und verbrannten drei chinesische Bauernhäuser, die der Besatzung als Unterkunf: dienten. Dann zogen sie sich vor dem feindlichen Feuer aus ihre Vorposten zurück.
Kleine Meldungen.
Manila, 5. Jan. (Reuter.) Aus dem Süden treffen Dampfer mit Berichten ein, ein japanischer Kreuzer patrouillierte in der Meerenge von San Ber nardino zwischen Luzon und Mondoro. Um 2 Uhr nachmittags näherte sich ein japanischer Kreuzer dem Bassin von Manila.
Paris, 5. Jan. (Havas.) Die Vorstellungen, welche die Japaner bei der französischen Regierung wegen der Fahrt der russischen Flotte erhoben, erfolgten vor etwa zwei Monaten, als mehrere russische Torpedojäger Eherbourg anliefen. T^er japanische Gesandte Motono hatte damals eine Besprechung mit Delcasss und die von diesem gegebenen Aufklärungen beftiedigten die Japaner vollkommen. Delcasse erklärte damals, daß an die Behörden in den ftanzösischcn Häfen und Kolonien Anweisungen gesandt wurden, die die Wiedergabe der zurzeit des spanisch-amerikanischen Krieges erlassenen waren.
M a d r i d, 5. J'an. (Havas.) Der Minister des ?leußern erklärte, Japan und Rußland hätten bei der Regierung Vorstellungen wegen der Haltung Spaniens in dem gegenwärtigen Kriege gewachst. Spanien habe geantwortet, daß es bei allen Gelegenheiten strenge Neutralität bedachtet hätte. Die Vorstellungen Japans bezogen sich hauptsächlich auf den Aufenthalt imb die Verproviantierung des russischen Olefchwuders in Vigo. Die Antwort Spaniens war in allen "Punkten zuftiedeustellend.
P e kin g, 5. Jan. (Petersb. Tel.-Ag.) Der russische Gesandte bei der chinesischen Regierung legte energischen P r o t e ist ein gegen die Teilnahme eines chinesischen Truppenteils in Stärke von 300 Mann an einem Gefechte bei dem Tailinpaß auf feiten der Japaner, sowie gegen die Benutzung der Migotao-Jnselu durch die Japaner als Flotteubasis. In dem Protest wird ausgeführt: Die Japaner nötigten die chinc^Fche Bevölkerung, die Inseln zu verlassen, verböten jede Annäherung an die Inseln und durchsuchten alle sich näfycrnbcn Schiffe in den neutralen und litoralen Gewässern.
Polnische Trauer.
Lemberg, 5. Jan. Eine von volnischen Studenten angereate F l l n m i n a t i o n als Ausdruck der Freude über dm Fall von Port Arthur ist völlig mißglückt. Nur wenige Wc»bn- häuser waren illuminiert. In der hiesigen Bernhardinerkircke wurde heute ein Trauergottesdienst für die bei Port Artbnr in den Reihen der russisckm Armee gefallenen Polen abaehalten. Demonstrationen haben nickst stattgefundeu. — Gestern abend fand in Stanislaw eine große Demonstration der Studenten und Arbeiter statt, die in geschlossenem Zuge mit Lamdions und Fahnen mit der Aufschrift: „Hoch Janau" tmrch die Straßen zogen. Vor dem Ratbause und der Bezirkshauwmann ichaft brachten sie Rufe aus: „Es lebe die Freiheit, nieder mit Rußland!" Vor dem D-eickmal des polnistchen Dichters Mickiewiez hielt ein Student eine Rede, in welcher er die Hoffnung aus- svrach, daß der Fall Pott Atthurs deir Völkenr Rußlands den Weg zur Freiheit ebnen weide.
Seifenblasen.
Wie bei anderen diplomatischen Vertretungen Rußlands im Auslande, so herrscht auch unter den Mitgliedern der Berliner russischen Botschaft ein erstaunlicher Optimismus in Bezug auf das Schicksal der russischen Waffen in Ostasien. Man glaubt so fest an einen Erfolg der Offensive Kuropatkius, daß sogar die Reise des Zaren nach dem Kriegsschauplatz für das Frühjahr als wahrscheinlich bezeichnet wird. Ein derartiges war bekanntlich schon im vergangenen Sommer verbreitet, die Gebutt des TlnonfolgerS aber, so hieß es, hatte den Zaren veranlaßt, dieses Reiseproiekt zu vertagen. Sicherlich haben die andauernden Mißerfolge der russischen Waffen auf die empfindsame Natur Nikolaus II. tiefen Eindruck gemacht, möglicherweise auch den Gedanken bei ihm auö- gelöst, trotz allem nach dem Knegsschauplatz zu reisen und ber- öulich die Truppen anzufeuern. Doch die Verlustliste von Port Atthur dürfte auch ihm erneut beweisen, daß die Japaner durch überlegene Strateciie und nicht durch mangelnde Tapferkeit der Russen in den Stand gesetzt werden, ihren Willen dem Gegner
immer wieder aufzuzwingen. Eine die japanische überragende strategische Genialität verkörpert der Zar nicht. Deshalb wird sich leine ?-ofirt zu den D-ruvyen schwerlich über das europäische
ValivM? ssaaytstchan.
Vom Syveton-Skandal.
Ter Pariser Untersuchungsrichter hat in der Syvetmt- Affäre einen ananvrnen Brief erhalten, der ihm von einem Abgeordneten übermittelt wurde und worin der Hauptmann de Gail, welck"''' bekanntlich Svveton gefordert hatte, beschuldigt wird, Syveton ermordet zu haben.
Am Mittwoch fand eine Gegenübersd'Ilunq zwischen Dr. B a r n a v und Frau S y v e t o n statt. Dr. Barnav erklärt^ er habe die verschiedenen Anoaben der Frau Svveton widerlegt und sie beftagt, wie sie sich den Selbstmord ihreD Gatten erklärt, nachdem sie demselben verz-iehen hätte. habe auch darauf hingewiesen, daß sogar das Ehepaar' Menard Svveton verziehen hätte und daß somit kein Grund zu einem Selbstmorde vor gelegen hätte., Frau Svveton habe geantwortet, sie verlange nur vor den ''ssisen ihr Recht. Ueber die Briefe, welche Frau Menard' als junges Mädchen geschrieben, erklärte Frau Shveto«^ iedes junge Mädchen habe einen Liebesroman mit einern jungen Manne. Tie Sachverständigen, welche in tec; Wohnung Syvetons eine Untersuchung vorgenommen habens erklärten einstimmig, daß Syveton unter den Bedingungen; sterben konnte, welche seine Frau geschildert habe.
Tas Untersuchungsgericht von Verviers setzt seine Fest> stellungen in Spa ^Belgien) in der Syveton-Angelegenheit. gleichfalls fort Als die damals 14jährige Marguerite: de Bruyn, spätere Frcni Menard, bei ihrem Großvaters Reussens in Spa sich aufhielt, sollte das etwas lebhafte und ungezogene Kind, das namenttich seine Tante, eine jüngere Schwester der Frau Syveton, zu plagen pflegte^ nach Hause, d'. h. nach Reims zu Svveton, zurückgeschickt werden. Tamals schrieb das Mädchen ihrem Großvaterj Reussens: „Großvater, Tu weist nicht, was Du tust! Syveton hat mich mißbraucht!" Tas Vermögen dep Frau Svveton hat Reussens auf 210 000 Franken geschätzt wovon 150 000 Franken die Lebensversiche-rungssumme darstellen, die Frau Syveton beim Meben ihres ersten Gattenj erhalten hatte. Jnzwisck)en versucht Jules Lemaitte durch« Beschluß des Antwerpener Gerichtshofes zu erreichen, daß ihm der Inhalt einer Tepotkassette bei der Antwerpenerj Bank ausgeliefert werde. Tiefe Kassette wurde von einens Wechselagenten P. Suys gemietet, der den Sttohmann für Syveton gemacht hat, und sie soll nicht nur Wertpapiere der Vaterlands-Liga, sondern auch wichtige Dokumente enthalten. Ter Vertteter der Bank und Suhs-sind beide vor dert Zivilrichter geladen, wo Suys bestätigen soll, daß der Inhalt der Tepotkasse Eigentum der Liga sind. In Lbrd- werpen behauptet man, daß Lemaitre zu diesem VorgehenI geschritten sei, um zu vermeiden, daß der Untersuchung^ richter in Antwerpen sich mit der Angelegenheit befasse^ Der Untersuchungsrichter würde sofort die Dokumente rc. mit Beschlag belegen und sie seinem 'Pariser Kollegert weitergeben. Hierdurch Ware aber der französischen Regierung Gelegenheit gegeben, einen ko-mpromittierenden Einblick in die Organisation und den Bettieb der Liga zu titn^ wobei 'ihr der Name manchm Mitglieds bekannt würde, das vorige, verboraen zn bleiben._____________________
Deutsches Reich.
Berlin, 5. Jan. Der Kaiser empfing gestern den Botschafter Frhrn. Speck v. Sternburg. Zur Abendtafel waren Admiral Hotlmann und Prof. Dr. Harnack geladen. Heute ritt Se. Majestät in der Reitbahn des Königlichen Marstalles, empfing den Baron v. Brandenstein zur Vorführung der Uniformen be§ freiwilligen Auto- mobilkorpS und hörte die Votträge des KriegSmmisterS, des Chefs des Generalstabes der Armee und des ChesS des Militärkabinetts.
— Wie man der „Post^ berichtet, war Fürst Ferdi nand oo n Bulgarien anläßlich seiner Anwesenheit bei den Beisetzungsfeierlichkeiten für die verstorbene Herzogin Alexandrine von Koburg-Gotha Gegenstand besonderer Auf» merkfamkeit von feiten deS Kaisers Wilhelm. Zn» nächst ist hervorzuheben, baß ber Kaiser bei bieser Feierlich» feit bic große Collane be§ bulgarischen Alexanber-Orbcns angelegt hatte. Besonderen Einbnick rief auch die Tatsache hcröor, baß ber Kaiser innerhalb zweiunbeinhalb Stunben mit bem Fürsten brei Besprechungen hatte, beren erste fast eine Stunde bauerte. Ferner zeichnete ber Kaiser währenb der Frühstückstafel den Fürsten. Ferdinand besonders au§, indem er sich fast unausgesetzt mit ihm in ber frennblichsren Weile unterhielt. Der Fürst zeigte sich über biese Beweise der Aufmerksamkeit sehr erfreut unb gab bieser Empfinbung wieberholt Ausdruck.
— Reichskanzler Graf v. B ü I o w richtete an den Schriftsteller Tr. Ernst ein Schreiben, in dem er für die Neber- sendung seiner deutschen Nebcrsetzilng des Vortrages dankt, den ber Premierminister Lord Balfour kürzlich über „Unsere Heutige Weltanschauung" vor der British Associated in Cambridge hielt. Das Schreiben lautet: „Sehr geehrter Herr Dr.! Nehmen Sie meinen) besten Dank für die mir freundlichst übersandte Verdeutschung des Balsourschen Vortrages über „Unfciv heutige Weltanschauung" entgegen. Ihre Arbeit bereichert uns nm eine* wertvolle wissenschaftliche Gabe, sie gewinnt aber noch ein versönliches Interesse für den deutschen Leserkreis, indem sie einen Einblick auf die Eigenschaften eines Staatsmannes gestattet, ber gegenwärtig in England an der Spitze der ^taatSgeschäste steht. Die Ucdersctznng gibt dem bcut|dyn


