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Ten, (siebener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem hesstschen Landwirt die <T'iei)Cn<r .^amtlien- itlatler viennat in der Woche bcigelegL ^otaiionebrud u. Verlag der Brüh loschen Llnivers.-Buch-rr. Steindrucke rei. R. Lange. Lieoaklion, örpebttion und Druckerei:
Schul st ratze 7.
Redaktion 112
Perlag u.Exoed.r^A51 2tbrefie für Deoeschen:
Anzeiger Kietzen.
GMte§ Blatt.
155. Jahrgang
Dienstag 31. Oktober 1905
Gießener Anzeiger
** General-Anzeiger
Amts- mö Anzeigeblatt für den Kreis Eietzen
Bezugspreis: monatlich 7bVi., viertel* jährltch Mk. 2.20; durch 9lbl)ole- u. Zivetgflellen monatlich 6o Ps.; durch diePost DIk.2.—viertel- .ährl. ausschl. Bettellg. Annahme von Anzeigen ür die TageSnuminer is vornnllags 10 Uhr. ^eite''preiS: lokal 12Pf^ uSmäriä 20 Plg.
era iwortlich für )e.. polit. und adgem. Teil: D. Witt ko: für „Stadt und Land' und „(Üenchtssaal': Ernst Hetz, für den Anzeigenteil: Hans Beck.
EISLZSJK’S
2 le öeuirge Nummer umfaßt 10 Seiten,
politische Tagesschau.
Tie Einberufung bc8 Reichstags.
Ter „NeichSanz.' veröffentlicht eine kaiserliche Verordnung vom 29. d. M., wonach der Reichstag zum 2 8. November pinberufen wird.
Tas Geheimnis der Reichstagseinberufung ist nun glück- hch gelöst. Man konnte nervös werden durch da§ Hin- und Herraten des Tages. Uebrigens haben alle, die mit der Stange im Nebel herumfuhren, daneben getroffen. Der Reichstag nimmt seine Arbeiten ungefähr zur selben Zeit wie im Vorjahre wieder auf. Es war eine um vierzehn Tage frühere Einberufung wegen der Reichsfinanzreform angenommen worden. Aber die Regierung wird eine abgekürzte Kritik dieser Vorlage einem längeren Verfahren vor- ziehen. Auster den Steuerplänen kann der Reichstag bis Mitte Dezember, bis zu den Ferien, die Etats in erster Lesung erledigen und vielleicht auch noch in erster Lesung die neue Flottenvorlage. Ter gesamte NeichshauShaltsetat und der Finanzreform-Entwurf nebst erläuternder Denkschrift soll dem Reichstag sofort zugehen. Da beim Etat doch die Bieu erplöne zur Sprache gebracht werden würden, so ist zu vermuten,, das; die Diskussion über beide Themen von vornherein auf Vorschlag deS Präsidenten vereinigt wird. DieS vereinfachte Verfahren ist auch für die Vertreter der Regierungen angenehmer, die jedenfalls diesmal vollzählig bis zum Schluß anwesend fein werden, da die endgiltige reinliche Scheidung zwischen Reichs - und Landes- jinanzen jeden Bundesstaat in stärkstem Maße angeht. Doch auch abgesehen von diesen Fragen dürften die Sitzungen vor Weihnachten besonders bedeutsam werden durch tic Stellungnahme zur auswärtigen Politik. Die Mar o kk o- ßcisis, die „M a t i n'- En t h u l l un gen, die Haltung Englands, das bedrohliche Heraufziehen eines deutschen g lis ch - fr an z 6 si s ch en Krieges: das alles hat eine s- außerordentliche Spannung heroorgerufen, daß Fürst Llllow wohl zweifellos die erste Gelegenheit wahrnehmen wird, dem Reichstag und dem Lande Aufschluß zu geben, f? ic Anregung zu solchen Darlegungen pflegt von dem Wortführer des Zentrums auszugehen. Man darf sehr erwartungs- voll sein, wie der Reichskanzler die heikle Aufgabe lösen firb, einerseits die Bemühungen zu kennzeichnen, Deutschland durch Bündnisse oder bündnisähnliche Vereinbarungen zu isolieren, ohne andererseits die Funken wieder anzufachen.
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Die zu sparenden Millionen.
In der „Nordd. Allg. Ztg." wird durch Wiedergabe ziner Auslassung der „Köln. Ztg." bestätigt, daß der Kaiser eine internationale Vereinbarung über die Zurückziehung der Truppenkontingente auS der Provinz Tschilt herbeiführen will. In Frage kommen die Regierungen von England, Frankreich, Japan, Oesterreich und Italien. Amerika hat sein militärisches Kontingent schon vor geraumer Zeit aus China zurückgezogen, weil eS, so be- glündete das der Staatssekretär Frhr. v. Richthofen in der Dudgetkommission, für etwa erforderliche Schutzmaßnahmen eine nahe Basis in den Philippinen besitze. Eine Notwendigkeit zur Beibehaltung der deutschen Besatzungsbrigade besteht nach Beendigung des ostasiatischen Krieges in der Tat nicht mehr. Aber die betreffende internationale Abmachung läßt nicht zu, daß eine Macht einseitig von der Vereinbarung zurücktritt. Falls also England oder Frankreich der An- regung Kaiser Wilhelms gegenüber sich ablehnend verhalten, ist Deutschland genötigt, noch weiterhin 14 Millionen jährlich für die Chinatruppen auszugeben, zu denen sich die er-
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Em Liederabend der Fra« v. Wolzogen.
R. B. D ar m st a d t, 29. Okt. Zwei originelle Veranstaltungen hat die Darmstädter Gesellschaft zu verzeichnen, einen Elsa Laura v. Wolzogen-Liederabend und einen 5 Uhr-Teeabend in der vereinigten Gesellschaft. Ter vielgenannte und eigenartige Künstler und Literat Ernst von Wolzogen ist nach Darmstadt übergesiedelt, um fern von dem nervenzerrüttenden Kunstgetriebe der großen Berliner Zentrale seinen eigenen literarischen Arbeiten nachzugehen. Er arrangierte im städtischen Saalbau einen Liederabend, der eine Art verfeinerte Hausmusik darstellte und den Reiz der Neuheit aufwies. Ernst von Wolzogen hatte die Rolle des Conferanziers übernommen und würdigte in seiner Einleitung mit einigen Worten die heute leider so selten gehörte Guitarre und Laute, die ffrüher im intimen Kreise zu Hause war und nicht nur Äalladcn und Romanzen, sondern auch ganzen Teilen aus dem Freischütz als Begleitung dienten. Sowohl Stimme, wie Vortragskunst der Frau v. W. erschienen für den Vortrag dieser einfachen und doch ungemein reizvollen Musik wie gesck)affen. Im ersten Teil des Programms begleitete stich die Künstlerin selbst auf der Guitarre und fand mit ihren Vorträgen solchen Beifall, daß sie die Hälfte der Lieder da eapo singen mußte. Der zweite Teil des Arogramms brachte ftanzösische Bergcrettes usw. aus dem 18. Jahrhundert, in denen wir feine Musik zu hören be- vamen. Tie Begleitung wurde von Prof. A. Mendels- Kohn auf dem Spinet ausgeführt. In einer eigenen Komposition zeigte Frau v. W., daß sie den Vortrag bis in Die kleinsten Einzelheiten künstlerisch geschickt beherrscht und lloch den Ton der verfeinerten Haus- und Volksmusik auf
höhte Belastung deS Pensionsetats gesellt. Alles in Allem dürften die bisherigen Kosten für daS ostasiatische Expeditionskorps annähernd die Höhe der von China an das Reich zu zahlenden Entschädigung erreichen, nämlich 27bMillionenMark, von denen aber höchstens zwanzig Millionen abgetragen sind. Wenn die Tilgung dieser Schuld in dem bisherigen Tempo weitergeht, kann die ostasiatische Rechnung erst in vielen Jahrzehnten abgeschlossen werden. Von der Preffe Frankreichs wie auch Italiens wird der Antrag Deutschlands günstig ausgenommen werden. In Paris ist man, dem „Temps" zufolge, der Ansicht, die Regierungen dürsten sich leicht über die Zurückziehung verständigen. DaS wäre höchst erfreulich. Doch England hüllt sich vorerst noch in unheilschwangeres Schweigen.
Badische imb bayerische Sozialdemokraten.
Ein bayerischer Liberaler schreibt uns:
Tas Wahtkompromiß der bayerischen Sozialdemokraten mit dem Zentrum hat den badischen Sozialdemokraten die Augen geöffnet; der Ausfall der bayer. Landtagswahlen hat den „Genossen" in Baden deutlich gezeigt, wohin Bündnisse unter der Flagge „schwarz-rot" führen. Tas Wahl- komvromiß zwischen dem liberalen Block und der Sozialdemokratie 'N Baden ist eine Tat politischer Reife und gibt den beiderseitigen Führern und den beiden Parteien ein glänzendes Zeugnis von der richtigen Auffassung der gegenwärtigen und künftigen Zeitverhält- nisse. Es kann die Wahl nicht schwer sein, auf welche Seite der Liberalismus zu treten hat, wenn der Entscheidungskampf zwischen Fortschritt oder Rückschritt gekämpft werden muß. Es ist rühmend anzuerkennen, daß es das liberale, badische Volk, von dem linken bis zum rechten Flügel, versteht, eine großzügige Politik zu treiben und sich in dem großen Kulturkampf, der unserer Zeit bevorsteht, entschlossen die Hände reicht. Tas jetzige Bündnis möge bestimmend sein auch für die künftige liberale Politik der zwei großen liberalen Parteien: der Dlockpartei und der Sozialdemokratie. Aus den Reihen der baverischen „O5e* noffen" heraus kann man angesichts der großen, liberalen Tat in Baden beschämende Lleußerungen hören über die unsittliche „schwarzer ote Ehe", die durch den blinden Fanatismus einiger bayer. sozialdemokratischer Führer gegen den liberalen bayerischen Block geschlossen wurde. Tie bayerischen Genossen können sich auf ihre politische Reife nicht absonderlich viel cinbilden, sonst hätten sie die blinde Gefolgschaft ihren parteiverbohrten und programmverrannten Führern verweigert und große Gedanken hoch gehalten, die ihnen mehr wert sein mußten, als Wollmar, Ehrhart und Konsorten. Allein der sozialdemokratische Personenkultus in Bayern ist in hoher Blüte; die bayerischen „Genossen" huldigen — mit wenigen Ausnahmen — lieber ihren „Führern", als Gedanken; das kostet weniger „Hirnschmalz" und ist „alleweil" gemütlicher und schöner a".
Die Unruhen in Deutsch-Ostafrika.
Berichte der Dezirksamtmänner von Lindi und Kilwa und des stellv. Stationschefs von Jringa bringen folgende Einzelheiten über die in den Bezirken ausgebrochenen Unruhen.
In Lindi hat der Bezirksamtmann noch 14Tage vor Ausbruch des Aufstandes eine Inspektionsreise in seinem Bezirk angetreten und zunächst nirgends Anzeichen von Unruhen gesunden. Ten eigentlichen Ausbruch des Aufstandes erfuhr der Bezirksamtmann erst Ende August ziemlick weit im Hinterlande am Mittellauf des Rowuma. Auf seinem eiligen Rückmarsch nach Lindi traf er dann den nordöstlichen Teil seines Bezirks schon im Aufruhr. Tie Missionsstationen Massassi, Lukuledi und Nyangao waren zerstört, die Missionare geflüchtet. Ter Aufstand war durch Sendboten aus dem Kilwa-Bezirk angefacht und hatte in erster Linie die Wamwera und Makua ergriffen. Als der Akida Mursal, ein alter Schutztruppen-
das glücklichste zu treffen weiß. Zum Schluß zeigte sich die Künstlerin auch als sehr geschickte Vortragsmeisterin in einer Reihe von Volksliedern der verschiedensten Nationen. — Ter 5 Uhr-Tee war von dem unter dem Protektorat der Fürstin zu Erbach-Schönberg stehenden Verein „Walderholungsstätte" veranstaltet und diente zur Beschaffung von Mitteln für die Errichtung einer Erholungsstätte für Frauen. Tie sämtlichen oberen Räume der Vereinigten Gesellschaft waren in prächtigster Weise mit Waldesgrün und Blumensträußen geschmückt und darin bewegte sich zahlreiches hochelegantes Publikum, den flotten Weisen der Kapelle des Leibgrenadier- Regiments Nr. 115 löschend oder an kleinen Ziertischchen fröhlich mit einander plaudernd. Die Honneurs machten die Fürstin zu Erbach-Schönberg und Tochter, sowie die Ehrendamen des Vorstandes, während an reich mit Süßigkeiten und Delikatessen besetzten Buffets von zahlreichen jungen Damen Erfrischungen dargereicht wurden. Auch das Großherzogliche Paar beehrte die Veranstaltung mit seinem Besuch. Ter Teeabend nahm einen angenehmen Verlauf und dürfte dem wohltätigen Zweck eine schöne Summe zuführen.
Frankfurt a. TL, 29. Okt. In der Rolle der Margarethe Gautier in der „Camelienda m e" beendete Frau Marie Reisenhofer ihr Gastspiel tm Restbenz-Theater und erzielte großen Beifall. Würdig zur Seite stand ihr der Armand des Herrn Hellmer.
— v. Reinach- Preis für Paläontologie. Ein Preis von 1000 Mk. soll der besten Arbeit zuerkonnt rterben, die einen Teil der Paläontologie des Gebietes zwischen Aschaffenburg, Heppenheim, Alzey, Kreuznach, Koblenz, Ems, Gießen und
Unteroffizier, hörte, daß nie Aufständischen die von den Missionaren verlassene Missiouss.ation Massasji plünderten, eilte er mit einigen nur mit Vorderladern und Aexten bewaffneten Leuten zu Hilfe und verjagte die Plünderer, wobei diese empfindliche Verluste erlitten. Beim Einschreiten ber militärischen Macht hielten die Rebellen nirgends stand. Mitte September begannen He an verschiedenen Stellen die Waffen niederzulegen und um Frieden zu bitten.
Weniger günstig lauten die Nachrichten, die der Bezirksamtmann von Kilwa an den Gouverneur berichtete. Ter Bezirk Kilwa scheint überhaupt der Herd des Aufstandes gewesen zu fein. Tie Rebellen suchten die Jumben mit Gewalt auf ihre Seite zu ziehen. Das Tetache- ment von der Marwitz hatte einige kleine Erfolge. Vereinzelt begannen auch die Rebellen bereits sich zu ergeben.
Neber die Vorgänge in Mähen g e bringt ein Bericht des Stabsarztes Tr. Zupitza aus Jriuga folgende Nachrichten: Am 1. September langte die Meldung an, daß der ganze Bezirk im Aufruhr sei. Daraufhin ging die Kompagnie unverzüglich zum Angriff vor und schlug die Wapo- goro, welche äußerst hartnäckigen Widerstand leisteten, obwohl sie nur mit Speer und Schild bewaffnet waren. Trotz dieses Erfolges wurde wenige Tage später die Station selbst von den Aufständischen angegriffen. Der wütende Ansturm gelangte bis dicht vor das Maschinengewehr und wurde nur mit Mühe abgeschlagen. Ter Stationschef sah sich gezwungen, Hilfe von dem benachbarten Jringa zu erbitten. Tie hauptsächlichsten Träger des Aufstandes scheinen die Wabunga zu sein, ein Stamm, der in den Uchungwe-Bergen aus dem linken User des Utanga wohnt. Tie aufständischen Wabunga haben den aus drei Askaris bestehenden P o st e n an der Fakarra-Fähre über den lUanga ermordet und die dort ansässigen Küsten- hänoler, Araber und Inder, niedergemetzelt. Der Aufstand der Wabunga steckte und auch einige Jirtmben in den Vorbergen von Uchungwe, die zum Bezirk Jringa gehören, an, was Veranlassung zum Ausmarsch der Jringa-Kom- pagnie unter Hauptmann Nigmann gab. Tie im Osten, in der Ruaha-Ebene wolsnenden Wassagara haben sich ihrem Stamme angeschlossen und sind aufständisch geworden.
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Bezirks-Lehrerversammlung.
XGicßen, 30. Okt. Im Cafe Ebel tagte heute die L e h pev- Versammlung des Bezirks Gießen. Kreisassistenzarzt Dr. Bötticher hielt einen Vortrag über: „Di e S chu l g e sun d- heitspslege und die Tätigkeit der Schularzte". In dem interessanten Vortrag kam Redner zuerst auf die allgemeine schulhygienische Vorschriften, sowie auf Schülerkrankheiten und deren Ursachen zu sprechen. Er pflichtete der Msicht bedeutende Aerzte und Schulmänner bei, daß Kinder nicht vor dem 7. Lebensjahr in die Schule ausgenommen werden sollten da dann erst eine normale Entwicklung des Großgehirns eintritt. Ta aber diese Forderung sich nicktt verwirflichen läßt, solltene wenigstetts die Kinder nicht vor Ueberschreitung des 6. Lebensjahrs in die Schule ausgenommen werden. Die frühe Aufnahme sei vielfach . die Ursache von körperlichen Schäden und unregelmäßiger geistiger Entwicklung. Ter Referent besprach ferner die Tätigkeit der Schulärzte. Im Kreis Gießen . ist fürs Land noch kein Schailarzt vorhanden, da die Mittel noch nicht bewilligt sind. Die Stadt Gießen hat seit 1898 einen Schularzt. Kürz nach der Aufnahme sindet eine sorgfältige Untersuchung der Schüler statt, wobei den Kindern, die das 6. Lebensjahr noch nicht erreicht haben, ganz besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird. Die in der (Hitwicklung Zurückgebliebenen werden zurückgewiesen. Im Laufe des Jahres findet eine nochmalige Untersuchung aller Schulkinder statt, die sich auf Größe, Gewich-tst- zunahme, Reinlichkeit, Hautkrankheiten, Nasen-, Gehör- und Augenlrankheiten, Skrophulofe, Tuberkulose usw. erstreckt. Von Interesse waren einige Zahlenangaben, die Auffchluß über die Schäden und Krankheitserscheinungen bei den Kindern geben und gleichzeitig die Notwendigkeit der Anstellung von Schulärzten deutlich vor Augen führen. Etwa 80 Prozent der Schülev sind zahnkrank, 70—90 Prozent haben Fehler an den Augen und ein sehr hoher Prozentsatz ist mit Nasen-, Rachen- uitb Gehörlrankheiten behaftet, andere Kinder sind blutarm, skrophu- lös und tuberkulös. Diese Kinder weichen in erster Linie für die Verabreichung des warmen Frühk-ücks notiert. In Gießen ist
Büdingen behandelt; nur wenn es der Zusammenhang erfordert, dürfen andere Landesteile in die Arbeit einbezogen werden. Die Arbeiten, deren Ergebnisse noch nicht anderweitig veröffentlicht fein dürfen, sind bis zum 1. Okt. 19 0 7 in versiegeltem Umschläge, mit Motto versehen, an die unterzeichnete Stelle einzureichen. Ter Name des Verfassers ist in einem mit gleichem Motto versehenen zweiten Umschläge beizufügen. Tie Seuckenbergische Naturforsck>ende Gesellschaft hat die Berechtigung, die Arbeit, der der Preis zuerkannt wird, ohne weiteres Entgelt in ihren Schriften zu veröffentlichen, kann aber auch dem Autor das freie Verfügungsrecht überlassen. Nicht preisgekrönte Arbeiten werden den Verfassern zurückaesandt. lieber die Zuerteiluna des Preises entscheidet bis spätestens Ende Februar 1908 die der Gesellschaft auf Vorschlag einer von ihr zu ernennenden Prüfungskommission.
Berlin, 30. Okt. Im Kultusministerium fand heute eine Sitzung der vom Kviser berufenen Kommission zur Herausgabe einer Sammlung deutscher Volkslieder fur Män- n e r ch ö r e statt, an der Vertreter der bedeutenden deutschen, östveickischen und schweizerischen Gesangvereine teilnabmen. Tas neue Werk soll 1906 erscheinen. Zu Mitarbeitern gehören die hervorragendsten deutschen Musiker.
Ein neuer Record mit drahtloser Telegravhie. Wie berichtet wird, ist ein neuer Record im Empfang von Telegrammen burch die drahtlose Telegraphie von der Torpedo-Station der amerifan. Regierung in Rewyprt gemacht worden. Es find mit einer Telegraphieraefchivindiateit von 18 Worten in der Minute klar und einwandsfrei Teoeichen von Cave Menry 350 Mellen, Washington 325 Meilen, Philadelphia 250 Meilen, Portsmouth N. H. 150 Meilen Entfernung und von verschiedenen anderen Plätzen, wo bie Regierung Stationen hat, empfangen worden. Ein dentsd)es Systein wurde benutzt. (Gemeint ist das System Telefunken.)


