dlt ist, demnächst wegen Sachbeschädigung zu verantworten haben. — In verflossener Nacht wurde von roher Hand hinein Hausbesitzer am Ludwigspkatz eine Fensterscheibe mit einem schweren Stein ein gewor fen.
** Die Jahrhun d ert-Ausste tlun g im K u n st- verein hatte sich Zeltern eines außergewöhnlich regen Besuches zu erfreuen. Sie wurde von über 300 Personen besucht, was gewiß als ein Beweis gelten darf, b'" > die Veranstaltung einer solchen Ausstellung bei uns wie in allen übrigen größeren Städten mit der größten Sympathie ausgenommen wurde. Gleichzeitig sei noch erwähnt, daß heute der Ausstellung noch mehrere hervorragende Kunstwerke von Tischbein, Teicker o. Ak., Schütz, H- Kaufmann rc. ein gereiht werden.
Marburg, 25. Nov. AuS Anlaß bc5 Rücktritts des Geh. Med.-RotS Professor Dr. Mannkopsf von der Leitung der medizinischen Klinik veranstalteten die Kliniker und früheren Schüler des Gelehrten gestern abend im Museum einen Abschiedskommers, an dem etwa hundert Herren tcilnahmen. Einer der Schüler dcS Scheidenden hielt eine warme Ansprache, auf die der Gefeierte in längerer Rede antwortete. Ferner wurden vom Rektor der Universität A n dr4, von den Sanitätsräten G em m el und Ab Le sowie verschiedenen anderen Teilnehmern Ansprachen gehalten, die dem verdienstvollen Wirken Mannkopffs galten. (Qberh. Z.)
[] W orms, 26. Roo. Viel bemerkt wird hier, daß dem Rechtsanwalt Klein, der Vorsitzende der „Vereinigten Liberalen', der auch kürzlich die große Versammlung leitete, in der Abg. Dr. Gutfleisch sprach, von S. K. H. Großherzog am 25. Nov. den Charakter als Justiz rat verliehen wurde. — Wie die „Worms. VolkSztg." meldet, haben Rechtsanwalt Sold an in Mainz, sowie Redakteur Konrad Fischer vom Wormser Tageblatt den verantwortlichen dakteur der Wormser Ztg. wegen Beleidigung verklagt.
chericktslaaf
Konstantinopel, 26. Novbr. Gestern begann oor bem Kriminalgericht derProzeß wegen des A n s ch l a g s inIildiz und wegen der Bomben?itttbc im österreichischen Spital, im Cercle d'Orient und im Hause eines Engländers. Angeklagt sind der Belgier Joris, vierzehn Armenier und zwei Griechen. Im Verhör bekannte sich Joris als Anhänger des Anarchismus unb erklärte, die Zeitungsberichte über die Leiden der Armenier veranlaßten ihn, sich an dem Anschläge gegen den Sultan zu beteiligen, von dessen Tode er eine Besserung de? Loses der Armenenier erhoffte. In der Anklageschrift wird als erwiesen hin- gestellt, daß der Anschlag den Zweck gehabt habe, allgemeine Revolution in Konstantinopel und anderen Städten hervorzurufen. Der Gründer der Zeitung „Droschak", Michaelian, habe sich unter falschem Namen bei Joris in Konstantinopel aufgehallten. Beide wohnten zweimal dem Selamlik bei, um die Einzelheiten für den Anschlag festzustellen. Michaelian übte sich in Sofia im Bomben- werfen und wurde bei der Explosion einer Bombe getötet. Ter Staatsanwalt wies in seiner Anklagerede darauf hin, die Angeklagten hätten Botschliftsgebäiide, Banken, Hotels, Krankenhäuser und .andere Gebäude in die Lust sprengen und sonstige Verbrechen begehen wollen, um dadurch die guten Beziehungen der Türkei zu den Mächten zu stören.
Sport.
Fußball. Am Sonntag spielte aus dem Trieb eine kombinierte Mannschaft des Gießener Fußballklubs 1900 gegen die 1. Mannschaft des Gießener Ballspielklubs. Trotzdem der Gießener Fußballklub von 1900 nur mit 8 Mann spielte, konnte er schließlich doch mit 5:1 Goals den Sieg an sich reißen.
An demselben Tage siegte die 3. Mannschaft des Gießener Fußballklubs von 1900 mit mir 7 Mann spielend gegen die 1. Mannschaft des Gießener Fußballklubs 1905 mit 1 : 0 Goals. — Beide Spiele mußten wegen eintretender Dunkelheit frühzeitig abgebrochen werden.
Märkte.
fc. Frankfurt a. M., 27. Nov. (Orig.-Telegr. de? „Gießen. Anz/) Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpre ise. Weizen Mk. 18-00.00, Kurhessischer Mk. 18.00—00.00, La Vlata Mk. 18.50—19.25, Kansas Mk. 18.50—19.25, Roggen (hiesiger) Mark 16.75—17.00, Gerste (Westerauer) Mk. 17.75—18:50, Frankenfelder Mk. 00,00—00,00, HaferMk. 15.75—16.50, Mai? Mk. l 3.75—14, Weizenmehl 27—28.00, M. 00—00, 2. Qualität Alk. 25.00 bis Mk. 26.00, 3. Qualität Mk. 22.50—23.00, Roggenmehl 0 Mk. 24.25—25.50, 1. Qualität Mk. 22.00—23.00, Weizenkleie Mk. 9.50 bis Mk. 10.00, Roqgenkleie Mk. 11.00—11.50, Maiskeime Mk. 12.00 bis Mk. 00.00, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 17.50—18.00. Alles per 100 Kg. ab hier.
fc. Frankfurt a. M., 27. Nov. (Telegr. Erig.-Bericht des „Gieß. Anz.*). Amtliche Notierungen der heutigen Viebmarkl- preise. Zum Verkauft standen: 430 Echsen, 156 aus Qest- reid), 52 Bullen, aus 00 E-streich, 739 Kübe, Fersen, Stiere und Rinder 0 aus Ceftreidi, 291 Kälber, 347 Schafe und Hämmel. 1202 Schweine, 0 Ziegen, o Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für lOOVstind Schlachtgewicht' Echsen 1.80Quglität —84 Mk., 2. Qual 73—75 Mk., 3. Qual. 66—68Mk.: Bullen l.Qual. 67 bis 69 Mk., 2. Qual. 63—65 Mk.: Kühe l.Qual. 70—72 Mk., 2. Qual. 65—67 Mk., 3. Qual. 48-50 Mk, 4. Qual. 46—47 Mk.. 5. Qual. 00—00 Mk. Kälber: l.Qual. 86—90P?g., Lebendgewicht 52—54 Pf., 2. Qual. 76—81 Pfg., Lebendgewicht 46—50 Pfg., 3. Qual. 64—66 Pfg., Schlachtgewicht 63—65Pft., Schake: l.Qual. 68—70, 2. Qual. 58—60 Pfg.' 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 79—00 Pfg-, Lebendgew. 61.50 Pfg., 2. Qu. 77 — 78 V'g., Lebendgew. 60.50 Pfg., 3. Qual. 71—73 Pfg., Lebendgewicht i"0—00 Pfg. Geschäft mittelmäßig, bei Hornvieh und bei Kleinvieh kein lieber- stand.
ßiscnßalin-Zeitung.
•• Schnellzüge a u f der Strecke Gießen -Fulda. Die bereits in Nr. 278 des »Gieß. Anz/ berichtet wurde, wurde tu der letzten Sitzung des Bezirkseisenbahnrats Frankfurt a. M. über die Einlegung eines neuen Schnellzugpaares auk der Strecke Gießen-Fnlda verhandelt. Kommerzienrat Koch-Gießen schlug vor, unter Früherlegung des jetzt um 8.20 abgehenden Personenzuges aus etwa 7.15 den neuen Schnellzug gegen 9 Uhr abzulassen. Bei Ankunft in Fulda um 11 Uhr würde er Anschluß finden an die dort abgehenden Schnellzüge: D 13 (ab 11.16 nach Thüringen-Leipzig, D 3 (ab 11.51 nach Thüringen-Halle-Berlin, 8 18 (ab 11.27 nach Frankfurt a. M., den Gegen-Schnellzug Fulda- Gießen etwa abzulaffen nach Eintreffen der Schnellzüge I) 130 und D 42 — Ank. in Fulda abends 8.40 resp. 9.40 —, sodaß unter Halten nur an den größeren Eberh. Stationen dieser Zug möglichst Anschluß findet an den Schnellzug D 179 ab Gießen nach Kassel (im Soinmerfahrplan 11.48). Macco - Siegen kann sich diesem Vorschlag nicht anschließen. Er wünscht die beantragten Schnellzüge der Eberh. Strecken in Anschluß gebracht zu sehen mit den Köln-Gjcßener Schnellzügen Nr. 176 — Ankunft Gießen 11.23 vormittags und Nr. 175 — ab Gießen 6.07 nachmittags. — K o ch-Gießen entgegnete, daß er auch diese Lage der Züge erwogen habe, indeffen bleibe der Anschluß an vorstehende wichtige Schnellzüge in Fulda außer Berücksichtigung. Der Anschluß ab hier an die Vorm.-8°Züge 13 und 3 ab Fulda-Bebra und die lieber- leitung de? Abend-Schnellzug-Verkehrs von Fulda nach Gießen sei bei einer früheren Behandlung des gleichen Antrages als besonders wertvoll vertreten worden, und dies sei für ihn ausschlaggebend gewesen bei seinem Vorschlag. — Kaise r-Wetzlar schließt sich dem Antrag Koch in allen seinen Ausftihrunaen an. Bei -dem vorliegenden Widerstreit der Intereffen verständigen sich die Autrag- steller, unter Vertretung des Bedürfniffes der Ginlcnimg eines neuen Schnellzugpaares „die Lage der Züge in das Ermessen der Direktion zu stellen."
idrisimak-Draliimcsdungcn.
Berlin, 27. Nov. Ter „Berl. Lokalanz." meldet aus T a r - es-Salaam: Oberleutnant Grawert zerstörte im laufenden Monate in den Landschaften Matumbi und Kibatta viele feindliche Törfer. Tie Aufständischen erlitten schwere Verluste, leisteten aber nirgends ernsteren Widerstand. Oberleutnant V a a s ch e meldet, daß sich die W a p o g o r o in großer Zahl unterworfen haben.
Berlin, 27. Nov. Gestern mittag ist in einer Generalversammlung der Gesellschafter des Neuen Theaters Hermann Nissen zum Direktor dieser Bühne an Stelle Max Reinhardts gewählt worden. Nissen zahlt an Reinhardt, der sich ferner dem Deutschen Theater allein widmen will, eine Mstandssumme von 135 000 Mark für den noch 7 Jahre laufenden Vertrag und wird das Theater am 1. Juli 1906, vielleicht auch schon früher übernehmen. Er gedenkt aus dem Neuen Theater eine vornehme Lustspielbühne zu machen, die ohne großen dekorativen Pomp auf gutes Zusammenspiel gestellt werden soll.
Stettin, 27. Nov. Tas Lehrerkollegium des Gvmnasinms in Garz a. Oder beantragte gegen sich wegen der an dem Gpm- nasium vorgekommenen S chu l erse l bstm o r de eine Di sz i- plinar Untersuchung. (Wir meldeten dieser Tage den Selbstmord des Untersekundaners Frhrn. v. Schroter. T. Red.)
Stargard i. V., 27. Nov. Ter gegen den Reichstagsabg. Krösell erlassene Steckbrief ist zurückgezogen worden.
Christi an ia, 26. Nov. Zu Ehren des K'önigs'- Paares fand bei dem Staatsminister Michelsen ein Festmahl statt. Ter König brachte ein Hoch auf Norwegen aus. Minister Michelsen brachte einen T r i n k s p r u ch auf den Prinzen Heinrich» von Preußen aus, in welchem er den Prinzen bat, dem Kaiser Wilhelm den herzlichen Tank des norwegischen Volkes für das große Wohlwollen und für die Aufmerksamkeit, die der Kaiser in diesen Tagen wieder Norwegens König und Volk erzeigt habe, zu überbringen. Prinz Heinrich drückte in seiner Antwort seine Freude aus, bei den geschichtlichen Begebenheiten
Bekanntmachung.
Der nnferm 20. Februar 1897 genehmigte Bebauungsplan für das Gelände zwischen Mittelweg und Beterinärklinik soll durch Beschluß der Stadtverordneteu-Versainmlrkng vom 22. September ds. Js. aufgehoben werden. Ter Plan liegt aus unserene Tiefbauamte bis zum 20. Dezember ds. IS. offen. Einwendungen gegen denselben sind binnen der gleichen Frist bei Meldung des Ausschlusses bei uns vorzubringen.
Gießen, den 25. November 1905.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
_____Mccu m.________________________
Arbeitsvergebung.
Die bei Erbauung einer Dampfwaschanftalt zu Bad- Rauheim vorkommenden Arbeiten des „Inneren Ausbaues1 werden hiermit auf Grund des Ministerial-Erlaffes vom 16. Juni 1893 zum öffentlichen Wettbewerb ausgeschrieben.
1) WaudPlättchenNeferung: 677 qm II. Wahl Porzellanplättchen zu liefern; 2) Glaserarbeit: 118 qm Holz- fenfter zu liefern, 222 qm eiserne Fenster zu verglasen; 3) Weißbiiiderarbeit: 2400 qm glatten Wandputz, 1200 qm glatten Deckenputz auf Betongewölbe, 142 qm desal. auf Holzbalkendecke, 154 qm deSgl. auf Drahtziegeln, 1567 qm äußerer Putz und die Anstriche re.; 4) Schreiuerarbeit: 6 Cingangstüreu, 32 innere Türen, 15 qm Glasabschlüsse re.; 5) Schlosserarbeit: 900 kg eiserne Türrahmen, 80 lfd. m schmiedeeisernes Treppen- und Galeriegeländer, Beschlag der oben genannten Türen; 6) Tapczicrarbeit: 170 Stück (Rollen) Tapeten aufzuziehen, 389 qm Linoleumbelag zu liefern re.
Pläne, Bedingungen und Angebotsformulare sind auf unserem Amt einzusehen, die beiden letzteren werden gegen Erstattung der Selbstkosten abgegeben.
Angebote find verschlossen, porto- und bestellgeldfrei, mit entsprechender Aufschrift versehen, längstens bis zum 18. Dezember, vormittags 11 Uhr, bei der unterzeichneten Behörde einzureichen, worauf deren Eröffnung im Beisein etwa erschienener Bewerber stattsindet.
Zuschlagsfrist: 3 Wochen. B':/„
Bad-Nauheim, den 24. November 1905.
Baubehörde für die Neubauten in Bad-Nauheim. Jost.
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dieser Tage indem Lande zugegen gewefen zu sein, fffr tücl-r -? .si üser Wilhelm so große Svmpathien rnd Interesse hege. — Könia von Schweden beantwortete, wie verlautet, d - Än-,c des K ö n i g s H a a k 0 n von seiner Thronbesteigung mit ein£ in liebenswürdigen und wohlwollenden Worten ab- gefaßten Telegramm.
Warfchau, 27. Nov. Gestern abend wurden Her aus einem Cafe zwei Bomben geworfen, welche explodftncn abt- njemand verletzten. Tie Täter wurden verfolgt, schoss-n Unt> töt-'teit einen alpm Mann, entkamen aber uncrkann-
Moskau, 26. Nov. ^Petersb. Tel-Ag. Ter Konqre'v der Semstwos und der Städte h't mit 86 gegen 57 (stimmt! beschlossen, zu dem Oft Fen Witte eine Abordnung ?,u rm, s.'nden, die ihm die Resolution des Kongresses überreichen, nätpT' Aiifklür-ungen zu derselben geben und die Regierung bitten io|( daß die in der Resolution enthaltenen Forderungen verwirk-^- werd' Im Laufe d.'r Verhandlungen wurde noch besoffen dem ifen Witte das Vertrauen, Turnowo at^’ der in der alten bi'reankrntischen Politik fortfahre, bas Mifitrauen bes Kongresses auszudrücken unb bi: foforti:- Abberufung Turnowos zu verlangen. Mehrere, Mitglieder bä Kongresses brachten einen Protest gegen die Resolution ein mj beantragten in Anbetracht der l>arrschenden Erregung von an die Regierung zu unterbreitenden Forderungen nbsuftk.
Konstantinopel. 26. Nov. Das itt t c r n n t i on«ff Geschwader ist vor Mvtbilene ein getroffen. Das P-,, gramm Her Flottendemonstration ist folgendes: llm 8 fiu früh Ucbergobe eines Bri-fes an beit Gouverneur von Mmhilr» in welchem bic Veranlassung unb ber Zweck der Temonstroi-T- mitgeteilt und crfi ’-t wird, baß Handel und Verkehr ungtiti- bleiben. Um 1 Ukr ^andung von Truppen und B e s e ß u n g bcz Zollamts und Telegraphenamtes, um welche drei gezogen werden. Die ersoe wird von internationalen Tnwd- besetzt, die zweite bleibt vollkommen neutral, die dritte wich den türkischen Truppen überlassen. Ter Tepeschenwechfcl Geschwaders gelft über Ath-n und auch direkt nach Konstantinos Bleiben auf letzterem Wege die Telegramme der Kvmmandoni-7 unbeantwortet, würden sie also in Kvnstantmovel nickt ufo. mitte(t, so wird das Kabel durchschnitten.
Konstantinopel, 27. Nov. Fünf deutsche schas wurden gestern nachmittag mm Sultan durch rcitcm Daten zum Souper geladen. Bemerkenswert dabei ist bei der augenblicklich gespannten politischen Lage diese unenmn- Einladung er't nm späten Nachmittag erfolgte, troftbem ave Herren mittags Selamlik im Nilbiz-Palast anwesend mar-
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