Ausgabe 
28.3.1905 Erstes Blatt
 
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den

Bamberg, und hielt eine Ansprache, in der er, wie man versichert, mehrere Fragen der inneren Kirchenordnung be­rührte und den kirchenfeindlichen Geist der französischen Deputiertenkammer b e kla gte, der Fran kre ich einem großen Zusammenbruche entgegenführen werde. Des weiteren wies der Papst auf die antikatholische Bewegung hin, die sich am augenfälligsten in den Vorgängen in Frank­reich und in Ecuador äußere, die von Sekten in ganz Europa ins Werk gesetzt würden. Endlich äußerte sich der Papst noch über die christlich-demokratische Bewegung.

Von den Friedensgerüchten.

Petersburg, 27. März. Gegenüber der Mitteilung des Reuterschen Bureaus, wonach am Freitag im Minister- komitee die Friedensfrage besprochen worden sei und die Mehrheit sich prinzipiell dahin ausgesprochen habe, daß der Augenblick günstig zur Einleitung von Friedensverhand­lungen sei, erklärt die Petersb. Telegr.-Ag., daß die Mel­dung schon deshalb unrichtig sei, weil am Freitag keine Sitzung des Ministcrkomitees stattgefunden habe.

London, 27. März. DerMorning Leader" meldet, daß die Reise des Königs Eduard nach Kopen­hagen mit Friedensoerhandlungen Zusam­menhänge. Es heißt, die Kaiserin-Mutter von Rußland werde ebenfalls nach Kopenhagen kommen, um König Eduard zu treffen.

Holmarschall-Amt Maximilian Freiherrn von Bellersheim auf sein Nachsuchen in Anerkennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste in den Ruhestand versetzt, dem Major a. D. Kammerherrn Freiherrn Röder von Diersburg das Hofdienstehrenzeichen für 25 Dienstjahre verliehen. Der Oberlehrer am Ostergymnasium zu Mainz Professor Dr. Denig wurde zum Direktor der Realschule und des Pro­gymnasiums zu Bingen und der Oberlehrer am Gymnasium zu Bensheim Dr. Sch rohe zum Oberlehrer an dem Oster- gymnasium ernannt. Ter Bezirkskasse-Assisient bei der Be­zirkskasse Offenbach Schäfer wurde wegen geschwächter Ge­sundheit auf sein Nachsuchen in den Ruhestand versetzt, der Nevisionskontrolleur bei dem Hauptsteueramt Worms Schenkelberg in gleicher Diensteigenschaft an das Haupt- steueramt Darmstadt versetzt. Dem evangelischen Ober- pfarrer Marguth zu Michelstadt wurde aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. Dem Kreisamtmann in Dieburg Welcher wurde der Cha­rakter als Negierungsrat erteilt. Überträgen wurde am 15. Marz d. I. dem Landrabbiner Dr. Lewit aus Hopp­städten die Stelle des Rabbiners des Rabbinatsbezirks Alzey auf Widerruf. Ernannt wurde am 25. März d. I. der Amtsgerichtsdiener in Ortenberg Best zum Amtsgerichts- diener in Reinheim und der Vize-Wachtmeister Bremmer zum Amtsgerichtsdiener in Ortcnberg. Am 20. März d. I. wurde der H. K. Huth zu Bad-Nauheim zum Schreib- gehilfen bei Großh. Badedirektion Bad-Nauheim ernannt.

* Landes Universität. Der Privatdozent der Na­tionalökonomie Dr. Hans Köppe hat für die Dauer dieses Sommersemesters Urlaub genommen.

* * Belästigung der Passanten durch die Fenster. Auf-zwei oft gerügte Uebelstände weist eine Be- tanntmachnng des Polizeiamts hin, zwei Uebelstände, die im Interesse der Bevölkerung selbst nicht vorkommen sollten. Tas Verbot des Polizeiamts betrifft das leichtsinnige Auf- slellen von Blumentöpfen re. an Orten, an welchen Menschen verkehren und durch deren Herabfallen leicht Be­schädigungen der Passanten, spielenden Kinder rc. vorkommen können, und zweitens das überaus lästige Ausschütteln von Teppichen rc. nach der Straße. Wir hoffen, daß es nur dieses Hinweises bedarf, um diese Uebelstände zu be­seitigen, erinnern aber gleichzeitig die Herrschaften an ihre Pflicht, auch den Dienstboten diese üblen Angewohnheiten zu untersagen, denn sonst schreitet eben mit Recht die Polizei ein.

* * Das Großh. Regierungsblatt Nr. 7, aus­gegeben am 25. März 1905, enthält: I. Verordnung, die Enteignung von Gelände zum Bau der Selzatalbahn be­treffend. II. Bekanntmachung, die Prinzessin Elisabeth- Gedächtnis-Spende betreffend. Diese letzte lautet: Ernst Ludwig, von Gottes Gnaden Großherzog von Hessen,

jttrtfte und Schute.

Gleichstellung der höheren Schulen in Sachsen. Man schreibt uns: Von gestern ab werden an die Leipziger Universität außer den Abiturienten von deutschen humanistischen Gymnasien auch die der deutschen Realgymnasien zum juristischen Studium zu- gelassen, wenn sie im Lateinischen mindestens die Zensur 2 erlangt haben. Damit ist nun auch den Abiturienten der sächsischen Realgymnasien die Möglichkeit gegeben, Juris­prudenz zu studieren. (Oberrealschulen gibt es in Sachsen nicht.) DieTägl. Rundsch." bemerkt hierzu:

In Sachsen bestand bisher die Sonderbarkeit, daß wohl die or eu ß. Realgymnasialabiturienten in Leipzig die Rechte studieren dursten, nicht aber die sächsrschen, es sei denn, daß sie sich in Preußen naturalisieren ließen. In Hessen besieht diese Sonderbarkeit noch immer, Hoffentlich wird sie recht bald beseitigt. Die (Gleichstellung der höheren Schulen wird üb­rigens in immer mehr Bundesstaaten durchgeiührt. Elsaß-Lothringen läßt mit Anfang dieses Jahres die Abiturienten seiner Realgym­nasien und Ober-realschulen zum Studium der Rechtswissenscha't zu, letztere nach einer Prüfung im Lateinischen. Es stehen also nur norb Bayern, Baden und Hessen der einheitlichen Regelung des Berechtigungswesens im Reiche entgegen. Denn was die Aiedizm angeht, so kann man aus guten Gründen annehmen, daß die ttbi- turienten der Oberrealichulen demnächst zugelaffen werden.

Aus StM un- §anö.

Gießen, 28. März 1905.

** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben diensttuenden Kammerherrn und Rat bei dem Großh.

Kriegsschiffe mit Matrosen und drei Kompagnien Soldaten nach Jalta gesandt.

Petersburg, 27. März. Nach Meldungen aus Ascha bad ist in Russisch-Zentralasien ein allgemeiner Auf- stand ausgcbrochen. Die russische Bevülkernng flüchtet.

Ku^ttnb in Sturm und Drang.

Vom neuesten Warschauer Bombenattentat.

Warschau, 27. März. Der Attentäter, der heute morgen auf dem Hofe des 12. Polizeibezirksamtes eine Bombe geworfen hatte, wurde am Bauch verwundet, ver­mochte aber noch zu entfliehen. Ein Schutzmann ver­folgte ihn. Plötzlich machte der Attentäter Kehrt und feuerte auf den Verfolger mehrere Revolverschüsse ab und ver­wundete ihn schwer. Darauf wurde der Attentäter fest- g c n o m m e n. Bei der Explosion wurden zwei Arbeiter schwer und drei Schutzmänner leichter verwundet. Alle Ver­wundeten wurden in das Praga-Hospital geschafft und dort operiert. Zwei von ihnen liegen im Sterben. Der Attentäter wurde unter strengster Bewachung in das Militär-Hospital überführt. Er sagt, daß er Sozialdemokrat sei. Er spricht russisch. Ein Mitwirkender, bet; mit einem Revolver bewaffnet war, wurde gleichfalls festgenommen. Der Zustand des Polizeimeisters Baron v. No loten gilt als gefahrlos.

'Warschau, 27. März. (Petersb. Telegr.-Agentur.) Der Anschlag an die Polizeistation scheint nur zu dem Zwecke ins Werk gesetzt worden zu sein, den Polizeimeilter nach der Polizeistation zu locken. Die (von einzelnen Blättern ge­brachte) Nachricht, die Polizei habe in einem ausgeiuauerten Grabe des Pcwonskikirchhofes 80 Bomben entdeckt, ist nach auf dem Kirchhof eingezogenen Erkundigungen unrichtig. Der Urheber der B o iii b e n e x p l o s i o n in der Vorstadt Praga ift der 18jährige aus beut Bezirk Nowominsk stammende Schlosser Stefan Okrjeia.

Unruhen im Reiche.

Petersburg, 27. März. Die Nachrichten aus dein Kaiikasiis lauten ^andauernd bedrohlich. Die Kämpfe zwischen M o h a m e d a n e r n uni) Armeniern dauern fort. Die Behörden sind völlig ohninächtig. In Tiflis herrscht völliger Aufruhr. Alle Gutsbe­sitzer werden verjagt und ihre Güter zerstört.

Sebaftopol, 27. März. Unruhen begannen gestern abend in Jalta. An fünf Orten fanden Branbsiift- iingen statt. Das Volk verhinderte die Löscharbeiten. Alle Polizeiwachtstubcn wurden verwüstet und die Arrestanten freigelassen. Die Branntweinläden wur- den zerstört. Außer den gestern nacht von hier nach Jalta abgesandten Truppen sind heute drei weitere Konipagiiieii ab- gegangen, ebenso eine Eskadron aus Simferopol. Der Po- lizeichef von Jalta wurde verwundet. Es werden

Ausland.

R ouen , 27. März. An dem Sozialist en-Kongreß, der gestern seine erste Sitzung abhielt, nahmen 95 Personen teil. In der Nachmittagssitzung erklärte der sozialistische Bürgermeister von Lyon, er fct Anhänger der sozia­listischen Einheit, und forderte, daß die Sozialisten die Kredite für koloniale Gebietserweiterungen ablehnen. Da aber das Land nicht unbewaffnet bleiben könne, sei not­wendig, die Budgets für Krieg und Marine zu be­willigen. Der Vertreter dos Seine-Departements griff die Parlamentarier heftig an und warf ihnen vor, die Arbeiter- aesebgebung vernachlässigt zu haben.

R o m 27 März. Der Papst hielt ein geheimes Kon- ftfiotwm ab. Er ernannte mehrere italrenische und aus- ländische Bischöfe, u. a. Dr. Abert zum Erzbischof von

Jer Kricq.

Vom Kriegsschauplätze.

Syvingai, 27. März. (Petersb. Telegr.-Ag.) Unsere Patrouillen näherte'n sich der Stadt Tschantusu. Ein in diese Stadt eingedrungener Freiwilliger bekundete, daß die Stadt von etwa zwei Jnfanteriebataillonen und zwei Eskadrons der Japaner besetzt sei. Bor der Front unserer Armee wurde eine im Biwak liegende Ehunchusen- bande unter Führung japanischer Offiziere und Unteroffi­ziere bemerkt.

Petersburg, 27. März. Die letzte Nachrichten aus Guntschuliug besagen, daß auf der ganzen Front voll­kommene Ruhe herrscht. Es ist nicht einmal ein kleines Scharmützel vorgekommen. Nach Meldungen aus Guntschu- ling sino die japanischen Truppenteile, welche den Auftrag hatten, das r u s s i s ch e H e e r z u u m gehe n, nicht stark genug, um ihre Aufgabe vollständig durch- zusühren. Trotzdem ist es möglich, daß die russische Armee sich bis zur sibirischen Grenze zurückzieht, um dort Ver­stärkungen zu erwarten und die Armee besser verprovian­tieren zu können.

London, 27. März. Der Petersburger Berichterstatter derTimes" drahtet: Ovama soll dem chinesischen Gou­verneur von Kirin angezeigt haben, daß die Japaner dort am 10. April einrücken würden. Einer Privat- mcldung zufolge setzt Liuewitsch seinen Rückzug fort. Ta die Trnppeu große Entbehrungen leiden, hegen die mili­tärischen Ratgeber des Zaren, Dragomirow und Grodekow, wenn sie allen glauben, daß Liuewitsch sich nicht zurzeit in Gefahr befindet, größte Besorgnis wegen Wla- d i w o st o k.

London, 27. März. Nach Meldungen aus Tokio ist die japanische Kriegsleitung fest entschlossen, in der Verfolgung der Russen keinerlei Pause eintreten zu lassen. Es dürfte nicht lange dauern, bis Ohama Eharbin besetzt hat und einen Teil des russischen Heeres nach Wladiwostok abdrängt, welches er durch Aushungerung in kürzester Zett zu Fall bringen dürste.

Tokio, 27. März. (Amtlich.) Marschall O Y a m a be­richtet, daß von Nichtlombattanten, die bei der Schlacht von Mukdcn in die Hände der Japaner fielen, folgende entlassen worden sind: Bei der Front unserer Avantgarde 47 im Ofsizierrang und 359 im Unterosfizier- rang Stehende, neun Pflegerinnen, zwei Priester und vier Kaufleute, die der Armee attachiert waren. Auf ihren Wunsch in Tschifu resv. in Shanghai werden entlassen: 23 im Offizicrsrang uno 298 im Unteroffizierrang Stehende

Straßburg, 27. März. Wie bas klerikaleJournal und 23 Pflegerinnen, de Colmar" mitteilt, wirb von elsaß-lothringischen Reichstags^

und bei Rhein :c. 2C.

Nachbem Wir die seither bei der Staatsschulbenkasse verwahr­ten Bestände der Prinzessii^ Elisadeth-Gebächtnis-Spenbe über­nommen haben, bestimmen Wir hiermit, baß biese hinfort ein un­angreifbares, in münbelsicheren Papieren anzulegenbes Kapital bilden sollen, besten Zinsen s ü r Z w e ck e b e r P s l e g e v o n K i n b e r n armer ober m i n b e r bemittelter, im Grvß- herzogtum Hessen mobnenbev Eltern zu verwenben sind. Wir erteilen bet Prinzessin Elisabeth-Gedächtnis-Spenbe bte Rechte einer Stiftung im Sinn bes Bürgerlichen Gesetzbuchs und übertragen die Obliegenheiten des Stiftungsvorstands dem Vorstand Unseres Kabi­netts. Mit der Verwaltung des Stiftungskapitals insoweit es sich nicht um Vertrerung der Stiftung nach außen, sonach um Ge- fchä'ste des Stiftungsvorstandes handelt betrauen Wir eine Kom­mission, die aus dem Vorstand des Kabinetts als Gefchäftösnhrer, sowie aus einem von Uns und einem von dem Ministerium des Innern zu ernnenden Alitglied bestehen soll. Die Stiftungskaste ist nach staatlichen Grundsätzen unentgeltlich von dem Kabinetts­kassier zu führen. Die Stistungsrechnung wird von dem Kabinetts­revisor geprüft und Uns sodann von der oben angeordneten Ver- waltimgskomission zur Erteilung der Entlastung vorgelegt. Die Einkünfte der Stiftung sollen zunächst zur U n t e r st ü tz u n g be­stehender oder in der Gründung begriffener K l e i n k i n d e r s ch u l- len und Krippen bienen. Die Bestimmung darüber, welche Anstalten ails der Stiftung zu unterstützen sind, und mit welchen Beträgen dies geschehen soll, werden Wir alljährlich bis zum 1. Oktober treffen. Gesuche um Beihilfen aus der Prinzessin Elisabeth- GedächtniS-Speiide sind bis auf weiteres an Unsere Kabmetts- Direktion zu richten. Urkuiidlich Unserer eigenhändigen Unter­schrift und beigedrückten Großherzoqlichen Siegels.

Darmstadt, den 20 Februar 1905.

ERNST LUDWIG.

w. Vetzberg, 26. März. Der alte Schornsteinfeger Steinmüller von hier hat gestern nachmittag seinen Tod in dem am Wege von Vetzberg nach Fellingshausen gelegenen Weiher gesucht und gefunden. Etwa eine Stunde nach der Tat wurde seine Leiche von Vorübergehenden bemerkt und nach dem Eintreffen einer polizeilich-ärztlichen Kommission aus dem Teiche gezogen. Es ist ganz unerklärlich^ was den 75 jährigen Greis so unerwartet in den Tod getrieben hat.

-j- Lich, 27. März. Zu dem Neubau der Straße und des Schloßplatzes, auf welchem demnächst das Denkmal für den Fürsten Ludwig errichtet wird, sind 2500 Mk. vorgesehen. Unter dem Vorsitze des Bierbrauereibesitzers Jhring hat sich hier eine Ortsgruppe des deutschen Flottenvereins gebildet, welche 35 Mitglieder zählt.

8 Salzhausen, 27. März. Die Veranstaltung einer Geld-Lotterie beabsichtigt der Ortsvorstand zwecks Hebung des Bades. Die Lotterie soll 100 000 Lose zu 1 Mk. umfassen. Von dem Ueberschuß, der etwa 40 000 Mt. betragen wird, soll ein Krankenhaus erbaut und einige Ver.- besserungen im Bade hergestellt werden.

** SH eine Mitteilungen aus H e s se n und bett Nachbarstaaten. Der GesangvereinFrvMnn",m Lang Göns fvält im Juni anläßlich seines 50 jährigen. Bestehens einen Geiangswettstteit ab, zu welchem die dortige Bevölkerung, nam lwc Geldbeträge und Ehrenpreise gestiftet hat. Das Prcissingen findet ;h drei Stadt- und zwei Sanbffnffen statt. Etwa 30 Ver­eine hoben sich zum Feste angemeldet. Ju ttranksurr lüurb-e in der Nacht vom 26. auf 27. d. M. Ecke Wollgraben und Brückhoffsttasie »n dreister Raudanfall verübt. Der im Lause Mainkai 9 wohnende August Hank wurde auf dem Jpcuiw

abgeordneten ein Antrag, betreffend die Revision der elsaß-lothringischen Verfassung im Reichstage eingebracht, der im wesentlichen fordert:

1. Elsaß-Lothringen hört auf, Reichsland zu fein und wird Bundesstaat. 2. Der deutsche Kaiser ist Landesherr von Elsaß-Lothringen und kann alles ober einen Teil seiner Be­fugnisse an den Statthalter zur Ausübung übertragen. 3. Elsay. Lothringen erhält Sitz und Stimme i in Bundesrat. Em Gesetz soll die Zahl der Stimmen festsetzen, welche Elsaß-Lothringen im Bundesrat erhalten wird. 4. Ter Reichstag und Bundesrat werden als Faktoren der elsaß-lothringischen Landesgesetzgebimg bezüglich aller Gegenstände ausgeschaltet, die in die Kompetenz des elsaß-lothringischen Landtags fallen. _

Nach demJournal de Colmar" sollen von 15 elfag- (othringischen Reichstagsabgeordneten 14 den Antrag unter­zeichnet haben.

Stuttgart, 27. März. Gestern fand im Kasino bes Kaiser Friebrich-Regiments bie feierliche Enthüllung des vom Kaiser gestifteten Bildes Kaiser Friedrichs statt. Der Regimentskommandeur hielt eine Ansprache und brachte ein Hoch auf den Kaiser aus, an den ein Dank­telegramm abgesandt wurde.

gestellten Wstimmmrg über die 24 Resvluttoncu zum Reich Samt deS Innern über.

Angenommen wurden die folgenden: 1. Eickhoff-Beumer Zulassung der Ob er r e als ch ul-Abiturient en zum Studiiml der Medizin^. 2. Grvl>er (Msdehmmg des Arbeite r- schntzes auf die Hausindustrie). 3. Dr. Spahn (Ztr., Denkschrift über die Kartelle). 4. Erzberger (Zlr.,sanitarer Marimalarbeitstag in den G l a s h ü t t e nX 5. Dr^ Mül­ler-Meiningen lfteis. Vp., Festsetzimg und Kontrolle der Auto­mobil-Geschwindigkeit). 6. Erzberger (größere Sonn­tagsruhe im Handelsg ew erbe). 7. Schwarze-Lippstadt (Ztr., Schutz der Bauarbeiter). 8. Trimborn (Ztr., Re­gelung der Verhältnisse der Gehilfen der Rechtsanwälte). 9. Trimborn (Str., Her ans gäbe eines H andwerkerblattes). 10. Dr. Hitze (Ztr., größere Sonntags t u h e für A r beite r). 11. Erzberger (Verordnungen für Verarbeitung giftiger und ervlosiv er Stoffe).12. Blell (fr. Vp., Befreiung der Han­delsagenten von der Verpflichtung, Wandergewerbe sch eine zu lösen). ..

Die emberen Resolutionen, die meistens von den ^ozralbemo- fraten gestellt sind, werden abgelehnt.

Es folgt ein Rest des M a r i n e e t a t s.

Die von einem Aickrag Gröber (Ztr.) bedrohte Zulage von je 1150 Mark für 29 Fregattenkapitäne wird be- mi Hierauf wird die Weiterberatung auf Dienstag 11 Uhr ver-

deutsches 3teich.

Berlin, 27. März. Der neu ernannte Minister des Innern Dr. ru Beth mann-Hollw eg hat bie Dienst- geschafte übernommen unb sich burch ben Unterstaatssekretär v. Bischoffs hausen die Beamten seines Ministeriums vorstellen lassen. Dabei gedachte er in einer Ansprache an die Beamten mit warmen Worten seines entschlafenen Amtsvorgängers und sprach die Bitte aus, seiner eigenen Amtsführung Vertrauen entgegenzubringen.

Die neue Reichsarzneitaxe, die am 1. April in Kraft tritt, macht einen neuen Vertrag zwischen den Ber­liner Krankenkassen und den Apothekern notwendig. Die Zentralkommission der Berliner Krankenkassen ist infolgedessen beauftragt worden, Verhandlungen mit den Apothekern an­zubahnen, um bie Kaffen vor einer Mehrbelastung zu be­wahren. Die Krankenkassen erklären, eine Verschlechterung der jetzt bestehenden Verträge könne von ihnen nicht akzep- tiett werden, und sie protestieren dagegen, daß ihre Wünsche bei der Aufstellung der neuen Arzneitaxe nicht genügend be­rücksichtigt worden seien und daß die Taxe eine durch die Verhältnisse nicht gerechtfertigte Verteuerung der Arzneien enthalte. Sie fordern alle auswärtigen Krankenkassen auf, die Mehrbelastung, die ihnen die Taxe bringe, sestzustellen, und die Regierung zu einer baldigen Revision der Taxgrund- sätze zu veranlassen.

Ein Anarchist en-Kongreß soll an den Psingst-- feiertagen in einer Stadt Mitteldeutschlands abgehalten werden. Auf dem Kongreß soll u. a. verhandelt werden über Organi­sation des anarchistischen Generalstreiks, über Parlamentarismus, antimilitärische Propaganda, über Organisation und Agitation. Alle anarchistischen Versammlungen werden hier jetzt wieder verboten.